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Arbeitsvergebungen im Gießener Stadtrat.

Einführung von Mietberechtigungsscheinen in Gießen.

* Gießen. 30. Sept. 1930.

Die heutige Sitzung des Stadtrates war in der Hauptsache mit der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen ausgefüllt. Der größte Teil dieser Vorlagen war der Er­richtung des Schalthauses beim Elektrizitätswerk und den dazu gehörigen Crgänzungsarbeiten ge­widmet. Daneben beschäftigten sich mehrere De- Willigungen mit der Fortführung der st ä d t i - schen Wohnungsbauten in der Schott- strahe und im verlängerten Asterweg. 3m ganzen gesehen handelte es sich bei diesen Vorlagen um rein geschäftsmäßige Angelegenheiten.

Von besonderem Interesse war eigentlich nur ein Punkt, nämlich die Einführung von Mietberechtigungsscheinen in unserer Stadt. Um diese Vorlage wurde lange ge­kämpft, schließlich wurde mit der Mehrheit der bürgerlichen Fraktionen dem Anträge der Ver­waltung stattgegeben. Ausschlaggebend war dabei für die Mehrheit des Stodtrats der Gesichts­punkt, daß man auf diesem Wege endlich ein­mal den Anfang mache'., kann mit einer gewissen Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft, soweit dazu vom kommunalen Standpunkt die Möglich­keit gegeben ist. Mit dem Beschluß der Stadt­ratsmehrheit in dieser Sache dürften jedenfalls weiteste Kreise der Wohnungsuchenden und der Vermieter einverstanden sein.

Sitzungsbericht.

Anwesend Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seid, die Beigeordneten Dr. Hamm und Iusti^rat Dr. R o s e n b e r g , sowie 33 Stadtratsmitglreder. Der Zuhörerraum ist nur schwach besetzt.

Eine Kraftdroschkenordnung.

Auf Antrag des Dau- und des Rechtsaus- schusses wird dem vom Polizeiamt zur gutacht­lichen Aeußerung vorgelegten Entwurf einer Kraftdroschkcnordnung zugestimmt, wobei aber gefordert wird, daß die Kraftdroschken als solche durch ein entsprechendes Farbband zu kennzeich­nen sind und das Kennzeichen derart ausgeführt wird, daß leicht festzustellen ist, ob es sich um eine Groß- oder Kleinkraftdroschke handelt.

Bürgermeister Dr. S e i b betont, es sei frag­lich, ob dieser Entwurf überhaupt Gesetz werde, da neuerdings von der Regierung beabsichtigt sei, für ganz Hessen einheitliche Vorschriften über das Kraftdroschkenwesen zu erlassen.

Vergebung von Arbeiten und Lieferungen.

Kredite für das Elektrizitätswerk.

Für die Bcschaifung eines 200kVA-$randfor- mators für die Stromversorgung der Firma Scheidhouer & Gietzing in Mainzlar wird ein Kredit von 3500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Lieferung soll der mindestsordernden Firma übertragen werden.

Richtlinien

für die Vergebung von kabel- und Kupfertieferungen.

Auf Antrag der Betriebsdeputation beschließt der Stadtrat einstimmig für die Zeit bis zum 31. März 1932 folgende Richtlinien: Die Iah- resaufträge an Kabeln und Kupfer werden nach folgendem Schlüssel vergeben: Cs ist jeweils nur bei einer Firma anzusragen. Die Lieferungen sind zu vergeben zu 60 Proz. an die in Gießen an­sässige Firma Allgemeine Elektrizitäts-Gesell­schaft und zu je 20 Proz. an die Siemens-Schuk- kert-Werke und an die Kabelwerke in Meißen unter der Voraussetzung, daß genannte Firmen zu Mindestpreisen liefern und daß die Lieferung tatsächlich durch die Firma, der der Auftrag er­teilt ist, erfolgt. Der Betriebsdeputation bleibt es Vorbehalten, diese Richtlinien aufzuheben, ins­besondere sobald die Kartellpreisbildung oder andere Verhältnisse dies erfordern.

Zur Erläuterung der Ursachen für diese Richt­linien bemerkt Bürgermeister Dr. Seid u. a., daß diese Lieferungen bisher gemäß Vorschrift der Städteordnung ausgeschrieben und dann mit ein oder zwei Ausnahmen an die mindest- fordernden Firmen vergeben worden seien. Dabei habe sich ergeben, daß die Meißener Kabelwerke immer die Mindestsordernden gewesen seien, wäh­rend andere Firmen auf Grund von Preisregu­lierungen des Kabelkartells höher im Preise standen. Der Auftrag zu den Lieferungen erfolgte nicht durch das Elektrizitätswerk, sondern durch die Detriebsdeputation. Vor einigen Wochen feien nun große Firmen der Elektrizitatsbranche dazu übergegangen, Kündigungen von Arbeitern !und Angestellten vorzunehmen. Auch in der Gießener Filiale der AEG. (Allgemeine Elektri- zitätsgescllschafts sei ein namhafter Teil des An­gestelltenpersonals gekündigt worden. Um der hierdurch drohenden Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkte entgegenzuwirken, habe die De­triebsdeputation beschlossen, von dem bisherigen Modus der Vergebung dieser Lieferungen abzu­sehen und Kabellieserungen künftig nach den vor­stehenden Richtlinien zu vergeben. Die prozen­tuale Einteilung beziehe sich aber nur auf den Iahrcs-Gesamtbedarf der Stadt, ferner werde von den Lieferfirmen verlangt, daß sie die Auf­träge in ihren eigenen Fabriken ausführen. Es handle sich auch nur um Richtlinien, da die Stadt natürlich keine Verpflichtung eingehen könne, die einen Lieferungsrechtsanspruch der Firmen gegen die Stadt begründen könnten. Da die Meißener Kabelwerke im letzten Frühjahr einen größeren Auftrag erhalten hätten und die Siemens- Schuckert-Werke beim Bau des Schalthauses schon berücksichtigt seien, komme für die Lieferung des Restbedarfs an Kabeln und Kupfer für 1930 die AEG. in Betracht. Im nächsten Jahre werde dann nach den Richtlinien verfahren. Zum Schuhe der Interessen der hiesigen Angestellten der AEG. sei der Firma aufgegeben worden, die Kündigungen.zurückzunehmen und sich zu ver­pflichten, vor dem 31. März 1931 Kündigungen nicht mehr auszusprechen: sie müsse auch bemüht bleiben, zwei junge Bureaukräfte über den l.Ro- vember hinaus weiterzubeschäftigen. Von der AEG. sei bereits erklärt worden, seitens der Firma alles zu tun, daß niemand von den An­gestellten der hiesigen Filiale entlassen werde, auch über den Rahmen der festgelegten Bedin­gungen hinaus.

Lieferung von Kabeln für das Elektrizitäts­werk: Einen Auftrag in Höhe von 3200 Mk. er­halten die Kabelwerke Meißen: drei Auftrage in Höhe von 6400 Mk., bzw. 5800 Mk., bzw. 4100 Mark erhält die Allgemeine Elektrizitäts-Gesell­schaft. Bureau Gießen, übertragen.

Den Auftrag zur Lieferung von Kabelvertei­lungskasten. Kostenpunkt 4850 Mk.. erhält die Firma H. Köttgen in Bergisch-Gladbach.

Mit der Herstellung von etwa 1300 Meter Kabelgraben wird die Firma H. Weimer, G. m. b. H., Gießen, beauftragt. Kosten 8700 Mk.

Für die Beschaffung von 1700 Meter Kupfer­schienen wird ein Kredit von 18 700 Mark >ur Verfügung gestellt. Die Lieferung wird je vur Hälfte der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft und den Diemens-Schuckertwerken übertragen.

Ein Kredit von 4500 Mark wird zur Beschaf­fung von Mittelleitern zur Verstärkung desKabel- netzes bewilligt. Den Auftrag erhält die Allge­meine Elektrizitäts-Gesellschaft.

Wohnungsbaukredite.

Die Zimmererarbeiten für die Wohnung s- bauten in der Schott st raße werden ver­geben an Karl Keßler (Steinbach) für 1009,70 Mark: L. K r ö ck (Abendstern) für 1208.20 Mark: Ioh. Weller (Leihgestern) für 1375 Mark: K. Bebling (Heuchelheim) für 1471.50 Mark: A. Rohm (Wieseck) für 2972 Mark: die Dach- schalung an W. W a tz (Grohen-Linden) für 1630,50 Mark. Es wird dabei von Stadtratsmit­glied S ch w i e d e r hervorgehoben, daß bei diesen Firmen auch solche sind, die von der Stadt Holz gekauft haben, und es wird gewünscht, auch für die Zukunft darauf zu sehen, daß die Firmen für Holzarbeiten von der Stadt Holz beziehen.

Die Erd-, Maurer- und Detonarbeiten für die Wohnungsbauten in derSchottstraße werden je zur Hälfte an die Firmen Georg D e ck e r und Dirken st ock & Schnei der zum Gesamtpreis von 60 717,50 Mark übertragen.

Die Verpuharbeiten für die WohnungS- bauten im Asterweg werden wie folgt ver­geben: Heinrich Wagner für 3440,40 Mark: 3. Schombert für 3458.30 Mark: Vereinigung für 3733,30 Mark: Gebr. Ricolaus für 4005,90 Mark: Vereinigung für 4457 Mark: G. Ehr. Schmidt für 4804,20 Mark: Ioh. Fink für 4816,10 Mark.

Kredite für das Gaswerk.

Da die Versorgung unserer Stadt mit Ruhr­gas jedenfalls noch längere Zeit auf sich warten

lassen wird, stimmt das Haus dem Einbau zweier Oefen im Gaswerk zu. Dafür wird ein Gesamtbetrag von 17 500 Mk. bewilligt: davon entfallen 13 422 Mk. auf die Lieferung der Scha­mottesteine und Retorten, 4078 Mk. auf Arma­turen und Löhne.

Für die Verstärkung der Gasleitung in der Ludwigstrahe zwischen Wilhelmstraße und Leih- gesterner Weg und in der Röntgenstrahe wird ein Betrag von 3250 Mk. bewilligt. Die Leitungs­verstärkung ist notwendig geworden, da in dem neuen Studentenhause eine große GaSküche ein­gerichtet werden soll.

Kleine Kredite.

Für die Deseitigung von etwa 100 alten Holz­brückenpfählen am rechten Lahnufer wird ein weiterer Kredit von 120 Mk. zur Verfügung gestellt.

Zu Unterhaltungszwecken im Dewerbehaus Kirchstrahe 16 werden 600 Mk. bewilligt.

Einführung von MietberechtigungHscheincn

Auf Antrag des Bauausschusses wird der Ein­führung von Mietberechtigungsscheinen in der Stadt Gießen zugestimmt.

Als Berichterstatter erklärt Stadtrotsmitglied Fischer, daß diese Einrichtung in anderen Städ­ten schon bestehe und dort offensichtlich befriedigt habe. Wohnungsuchende, die als dringlich beim Wohnungsamt vorgemerkt seien, erhielten diese Be­rechtigungsscheine und könnten sich damit eine Woh- nung suchen, wahrend anderseits der Hausbesitzer sich den ihm willkommenen Mieter aussuchen könne. Diesen Vorteilen stehe allerdings der Nachteil gegen­über, daß wirtschaftlich schwache Familien wohl schwerer als bisher eine andere passende Wohnung bekommen könnten. Deshalb werde es Pflicht der Stadt sein müssen, noch mehr als bisher für Klein­wohnungen zu sorgen.

In der längeren Aussprache treten die Stodtrats- Mitglieder Horn (Arbeitsgcm. d. Mitte), Nico­laus (Wirtsch. Dgg.), Fischer (Arbeitsoem. der Mitte), Launspach (Wirtsch. Dgg.) und Loe - der (Arbeitsgem. d. Mitte) für die Vorlage ein, von der endlich eine gewisse Erleichterung auf dem

OJtxfpoit

Handball im Lahn Oünsberg-Gau.

Tv. Burkhardsfelden I To. hausen I 4:3 (2:0).

Der Platzbesiher hatte das Spiel in der Hand. Erst kurz vor Schluß erzielte Hausen sein erstes Tor. dem es durch einen schönen Endspurt zwei weitere folgen ließ. Zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

To. Alboch I Tv. wieseck I 2:3 (1:2).

Wieseck trat mit zwei Mann Ersatz an und zeigte bei weitem nicht die Leistungen der vor­hergegangenen Spiele. Dem Torwart hat es die Mannschaft in der Hauptsache zu verdanken, daß sie als Sieger vom Platz ging. Albach über­raschte nach der angenehmen Seite und zeigte großen Eifer, der ein Llnentschieden verdient ge­macht hätte.

To. Steinbach I Tv. Gorbenlelch I 1:7 (1:6).

Während in der ersten Hälfte der Meister noch einigermaßen schöne Leistungen zeigte, fiel er im zweiten Spielabschnitt wesentlich ab. Steinbach wurde gleichzeitig durch einige Durch­brüche recht gefährlich.

Handball im T. V. Heuchelheim.

T. u. Spo. Buhbach II Tv. Heuchelheim I 2:3.

Heuchelheims 1. Mannschaft weilte am Sonntag in Butzbach und konnte dort nach äußerst hartem

Kampf auch das zweite Punktspiel für sich entschei­den. Butzbach ging bald nach Anstoß in Führung, Heuchelheim glich aus und konnte bis zur Halbzeit noch zweimal erfolgreich sein. Nach Seitenwechsel gelang es den Butzbachern nach einem überraschen­den Durchbruch ein zweites Tor zu werfen.

Handball im T. D. Großen-Linden.

Tgde. Friedberg II Tv. Grohen-Linden I 4:9 (1:3).

Mit einem hohen Siege kehrten die Großen-Lin- bener von Friedberg zurück.

Handball in T. V. Treis.

Lich I Treis I 4:6 (3:2).

Dereits in der dritten Minute ging Treis in Führung. Lich konnte wenige Minuten später ausgleichen und dds Spiel schließlich bis Halb­zeit auf 3:2 stellen. Treis legte in der zweiten Hälfte flotteres Tempo vor, so daß sich Lich beugen mußte.

Handball in Lühellinden.

Tv. Allendorf a. d. L. I Tv. Lühellinden I 4:1 (1:0).

Die junge, ersatzgeschwächte Elf des Tv. Allen­dorf schlug die körperlich weit überlegene 1. des Tv. Lützellinden mit 4:1 (1:0) auf eigenem Platze.

Ser Heflenlumkamps in der LandeshanpWdl.

Ehrenvoller Sieg des Gaues Hessen.

Wie wir schon kurz mitteilen konnten, fand am Sonntag im Landestheater erstmals der große K u n st t u r n w e 11 k a m p s der drei hessischen Turngaue Hessen, Rhein-Main und Rheinhessen vor vielen Zuschauern statt. Gauoertreter Roth er­öffnete mit inhaltreichen Worten über den Zweck des Wettkampfes und die allgemeinen Ziele der DT. die Veranstaltung. Nach einem Turnerlied und der Vor­stellung der Kampfrichter begannen die spannenden, hochwertigen Kämpfe. Jede Mannschaft stellte acht kampferprobte Turner. Verlangt wurde von jedem Turner eine freigewählte Hebung am Barren, Quer» pserd, Längspferd und am Reck. Außerdem war für vier Turner jeder Mannschaft eine Kürfrei- Übung vorgeschrieben. Von den insgesamt aus- geführten 108 Einzelübungen wurden nur zwei mit der Vollwertung (60 Punkte) bedacht. Unter 40 Punk, ten lagen nur zwei Leistungen.

Zuerst wurde am B a r r e n geturnt. Die Führung wechselte zwischen den drei Gauen. Gegen Schluß setzte sich aber der Gau Hessen an die Spitze. (Hessen 406. Rheinhessen 401, Rhein-Main 394 Punkte.)

Am Duerpferb übernahmen die Gaue eben­falls abwechselnd die Führung. Der Kampf schien völlig ausgeglichen. Erst gegen Schluß holte Hessen die zu Beginn verlorenen Punkte wieder auf. (Hes­sen 800, Rheinhessen 798, Starkenburg 791.)

Bei den Freiübungen turnte als Erster Götsch (Marburg). Er fand brausenden Beifall. Die Wertung, 5 5Punkte, wurde mit einer leisen Aeußerung des Mißfallens ausgenommen. Man hatte allgemein 60 Punkte erwartet. Die Oberhessen konnten in diesem Kampf mit jeder Hebung den Vorsprung vergrößern. (Hessen 1018, Rheinhessen 1003, Rhein-Main 996.)

Auch am Längspferd waren die Oberhessen wieder die weitaus beste Mannschaft. Die kühnen Sprünge fanden stürmischen Beifall. A. Fink brachte es auf 59, Götsch auf 57, Ebersbächer auf 56 und der jugendliche Gießener Schick auf 55 P. (Hessen 1449, Rhein-Main 1403, Rheinhessen 1395.)

Der Schlußakt am R e ck nahm dramatischen Ver­lauf. Die Oberhessen, die den Starkenburgern 46 und den Rheinhessen sogar 54 Punkte voranlagen, mußten schon zu Beginn der Runde den stärkeren Gegnern vom Rhein nach jedem Gang aus der Reserve einige Punkte abgeben. Nachdem Karl Reuter als Fünfter der hessentumer seine Hebung noch mit einer guten Leistung abschloß, und Rheinhessen die Starkenburger schon überholt

hatte, sah der Kampf den Gau Hessen immer noch in beachtlichem Vorsprung. Aber die Lage wurde mit einmal kritisch für die hefsenturner, als der Großen-Lindener Turner Seth das Gerät vor Ab­schluß der Hebung mit 29 Punkten verlassen mußte. Von Sinnwell und A. Fink als letzte Hessenturner hing nun der Sieg ab. Mit 57 bzw. 58 Punkten gingen sie glücklich vom Gerät. Mit 7 Pluspunkten vor Rheinhessen blieb der Gau Hessen unter dem lebhaften Beifall des Hauses Sieger. Die Turner der siegreichen Riege wurden in feierlicher Hand- hing" mit dem schlichten Eichenkranz ausgezeichnet. Der Gauoberturnwart nahm den Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten Dr. A d e I u n g in treue Verwahrung.

Das Gesamtergebnis.

1. GauHessen. 1841 Punkte. A. Fink, Turn- u. Spv. Marburg 224 (52). (Die in Klammer ge­setzte Ziffer bedeutet die Wertung der Freiübung.) W. Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 218 (54); A. Ebersbächer, Tgm. Marburg, 210 (57); Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 206; Karl Schick, Tv. 1846 Gießen, 198; A. Ahrens, Tgm. Marburg, 196; Paul Götsch, T. u. Spv. Marburg, 195 (57); Richard Seth, Tv. Großen»Linden, 176.

2. Gau Rheinhessen. 1834 Punkte. Peter Kretz, Tv. Mainz-Kastel, 223 (54); I. Genß, Tgs. Mainz-Kastel, 214 (49); A. Müller, Tgs. Mainz» Mombach, 209 (51); Peter Rath, Tv. Mainz- Kastel, 204 (51); Hugo Reumann, T. u. Spv. 1860 Mainz, 201; Hrch. Stadler, Tv. 1817 Mainz, 197; Karl Leipersberger, Tgs. Mainz-Kastel, 191; R. Krimmel, Tv. Mainz-Kostheim, 190.

3. Gau Rhein-Main. 1809 Punkte. Willi Benz, Tv. Rüsselsheim, 211 (53); Hrch. Fiedler, Tgm. 1846 Darmstadt, 209 (53); L. Seligmann, Tv. Groß-Gerau, 209 (51); W. Dlumenschein, Tgm. 1846 Darmstadt (früher Gau Hessen), 204; R. Dunz, Tv. Rieder-Ramstadt, 198; I. Kramer, Tv. Rüsselsheim, 197; Karl Schwinn, Tgm. 1846 Darmstadt, 194 (48); L. Brücher, Tv. Arheilgen, 182 Punkte.

Die

Besten im Linzelkampfe

waren demnach (ohne Anrechnung der Frei­übung): A. Fink, T. u. Spv. Marburg, 224 P.; P. Kretz, Tv. Mainz-Kastel, 223 Punkte; W. Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 218 Punkte.

Dohnungsmarkte zu erwarten sei, an der sowohl die Hausbesitzer, wie auch die Mieter ein starkes Interesse hätten. Ferner spricht Beig. Dr. Hamm eindringlich für die Einführung dieser Berech­tigungsscheine. Gegen die Vorlage nimmt namens der Sozialdemokratie Stadtralsmitgiied Horn­berger Stellung, der sie als schädigend für die Allgemeinheit der kleinen Leute ablehnt. Ueberetn« stimmend wird von den vorgenannten Rednern, ins­besondere auch von dem Beigeordneten Dr. Hamm bedauert, daß der bisher auf dem Wohnungsamt tätige Verwallungssekretär Appel in dem aufreiben­den Dienst und Kleinkrieg mit den Wohnungsuchenden einen guten Teil seiner Gesundheit gelassen hat und deswegen jetzt vorn Wohnungsamt in eine ruhigere Dienststelle versetzt werden mußte. Herrn Appel wird bei dieser Gelegenheit von sämtlichen Rednern Dank und volle Anerkennung für seine vorbildliche Amtsführung auf dem Wohnungsamt ausge­sprochen.

Die Mehrheit für die Vorlage setzt sich aus den Fraktionen der Arbeitsgem. der Mitte und der Wirtschaftlichen Vereinigung zusammen, gegen die Vorlage stimmen die sozialdemokratische Fraktion, die beiden Kommunisten und das nationalsoziali­stische Stadtratsmitglied.

Diverse Vorlagen.

Der Ortsbausatzung über des Gebiet zwischen Freiligrath-, Uhland-, Friedrich- und Fransurter Straße, Am Riegelpfad und Aulweg wird zu­gestimmt.

Mit der Gemarkungsgrcnzregulierung Gießen- Rödgen ist man unter den vom Hess Forstamt Gießen gestellten Bedingungen einverstanden.

Gegen den Entwurf einer Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen werden keine Einwendungen erhoben.

Baudispensgesuchen von Karl W e i t h, Wart­weg 26, und Georg Schilling, Dismarckstraße 6, wird entsprochen.

Ein Schankkonzessionsgesuch von Emil K i m p e l, Licher Straße 57, wird befürwortet, ein gleiches Ge­such für das neue Studentenhaus am Leihgefterner Weg wird zurückgestellt, da sich der Sozialpolitische Ausschuß darüber noch nicht schlüssig geworden ist.

Der Hebernahme der Halle von dem Zurbuchschen Anwesen und deren Ausstellung als Kohlenschuppen im Städtischen Schlachthof wird zuyeslimmt und da­für ein Kredit von 1000 Mark bewilligt.

Arbeiter-Tum- und Sportbunb.

Raunheim I Lollar I 3:1.

In einem sehr spannenden Spiele standen sich beide Mannschaften in Raunheim gegenüber. Die Gäste gingen zuerst in Führung. Raunheim konnte jedoch nach kurzer Zeit ausgleichen. Halb­zeit für Raunheim 2:1. Rach beiderseitigen ver­geblichen Angriffen konnte Raunheim durch Strafstoß auf 3:1 erhöhen.

wieseck Ib Rodheim I 4:0.

Im Vorspiel konnte Rodheim mit 3:1 Sieger bleiben. Wieseck zeigte im Spiel am vergange­nen Sonntag eine geschlossene Leistung und konnte zur Halbzeit mit 2:0 Toren führen. Rodheim drückte in der zweiten Hälfte merklich, jedoch ohne Erfolg. Wieseck riß schließlich die Ini­tiative wieder an sich und konnte bis Schluß noch zweimal erfolgreich sein.

Kinzenbach I Wehlar I 6:2.

Das Spiel brachte eine Lleberraschung. Dom Anstoß ab gingen die Kinzenbacher mächtig aus sich heraus und konnten nach kurzer Zeit bald mit 2:0 in Führung gehen. Die eifrigen Gäste glichen jedoch bis zur Halbzeit aus. Rach Seitenwechsel mußten sich die Wetzlarer mächtig wehren, konnten jedoch weitere Erfolge der Plahbesitzer nicht verhindern.

Treis I Fronhaufen I 3:2.

In einem fesselnden Kampf standen sich beide Mannschaften in Treis gegenüber. Drei Tore muhte sich Fronhausen gefallen lassen. Trotz aller.Anstrengungen reichte die Kraft nicht zum Ausgleich. Treis verlieh als glücklicher Sieger den Platz.

Marburg I Rüddingshausen I 3:3.

In einem ausgeglichenen Spiele, das in Mar­burg stattfand, teilten beide Parteien brüder­lich die Punkte.

To. Wißmar To. Launsbach 1:3.

Ein überaus spannendes Spiel wurde am Sonntag zwischen der Freien Turnerschaft Wißmar und der Freien Turnerschaft Launsbach ausgetragen. Nach ausgeglichenem Kampfe und mancher unausgenutzten Gelegenheit trennte man sich mit obigem Ergebnis, wehlar Jugend wieseck Jugend 0:1.

Wieseck gelang es mit nur 10 Mann den knappen Sieg zu erringen.

Lollar Jugend Rödgen Jugend 3:0.

Lollar Jugend hatte Rödgen Jugend zu Gast. Lollar siegte verdient mit 3:0.

Handball.

wieseck I Herborn I 7:5.

In einem abwechslungsreichen Spiele, das den Torhütern viel Arbeit brachte, konnten die er­satzgeschwächten Wiesecker auf eigenem Platz einen knappen, aber sicheren Sieg erringen.

Wißmar I Gießen I 1:3.

In Wißmar konnte Gießens 1. dem Gastgeber gegenüber Lleberlegenheit beweisen.

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