Ausgabe 
1.8.1930
 
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Erhöhter Tierschutz.

Für Verschärfung der Ltrafbestimmungen

Die deutschen Tierschutzorganisationen haben in diesen Tagen erneut zu den Reformen des Strafgesetzbuches, soweit es die Frage des Tierschutzes betrifft. Stellung genommen und dem Rechtsausschuß des Reichstages eine Eingabe zugehen lassen, über deren Schicksal allerdings erst nach dem Wiederzusammentritt des Reichs­tages Beschluß gefaßt werden dürfte. 3n dieser Eingabe wird u. a. darauf hingewiesen, daß die im neuen Entwurf enthaltene Bestimmung, nach der wegen Tierquälerei bestraft wird, wer ein Tier absichtlich quält oder mißhandelt, ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllt. Die Tier- schuhorganisationen vertreten dabei den Stand­punkt. daß generell jede unnötige Miß­handlung oder Grausamkeit bestraft werden muh und daß das Wortabsichtlich" in dem neuen Entwurf zu streichen ist. Man stützt sich dabei insbesondere auch auf das aus­ländische Borbild. Sowohl England, Italien und Belgien, als auch die drei nordischen Staaten, die Schweiz und Amerika kennen in ihrer Gesetz­gebung lediglich den Begriff der unnötigen Miß­handlung und Grausamkeit, der sich bei der straf­rechtlichen Verfolgung von Tierquälern noch immer außerordentlich gut bewährt hat. Die deut­schen Tierschuhverbände, die in der Frage der Tierquälerei einen einheitlichen Standpunkt ver­treten, sehen im übrigen nicht ein, warum Deutsch­land eine rückständigere Gesetzgebung besitzen soll.

Mn'neübungen aus der Ostsee.

Warnemünde, 31.Juli. (^U.) Im See­gebiet der Mecklenburger Bucht in der westlichen Ostsee halten zur Zeit die Verbände der Reichsmarine ihre Vorübungen für die bevor st ehenden Herb st manöver der Flotte im September ab. Zu einem Tagweit- chiehen der ersten Torpedoflotte gegen Linien- chiffe und einem anschließenden Rachtschiehen >atte die Marinestation der Rordsee und der Ostsee Vertreter der Presse geladen, um einen Einblick in das manövermähige Zusammenarbeiten der leichten Seestreitkräfte, insbesondere des Tor- pedoschießens mit den Linienschiffen, zu bekom­men. Von den Linienschiffen nahmen an diesen Hebungen teil »Schleswig-Holstein",Schlesien", Hannover" undHesse n , von den Kreuzern die beiden neuenKönigsberg" undKöln" und die erste und die zweite Torpedoflottille mit dem FührerschiffKönigsberg" und dem Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte (B. d. A.), Konter­admiral G l a d i s ch, an Bord. Der Reichs- wehrministerDr. Groener hatte sich eben­falls zur Teilnahme an den Torpedoschießübun­gen mit dem FlottentenderHeia" von Trave­münde am Dienstag an Bord des KreuzersKö­nigsberg" begeben, um von hier die Schießübun­gen der leichten Streitkräfte zu besichtigen. Die Hebungen, die sehr gut durchgeführt wurden, rigten, dah trotz der vorhandenen- t gen K ampfmittel unserer Marinestreit­kräfte ernste Arbeit in den. verschiedenen Verbänden und auf den einzelnen Schiffen ge­leistet wird.

Dank der hessischen Wirtschaft an Langwerth von Simmern.

Die Industrie- und Handelskammer Mainz hat als Vorort des Hessischen Industrie- und Han- delskammertags folgendes Schreiben an den Herrn Reichskommissar für die besetzten rheinischen Ge­biete gerichtet:Rachdem nunmehr die letzten .Desahungstruppen den Rhein verlassen haben, "ift es uns ein Bedürfnis, Euer Exzellenz im Ramen der Wirtschaft des ehemals besetzten Hessenlandes herzlichst zu danken für das rege Interesse, das Sie während Ihrer jahre­langen Tätigkeit als Vertreter des Reiches bei der Rheinlandkommifsion allen Wirtschaftsfragen entgegengebracht haben. Stets waren Sie bereit, die von uns vorgetragenen Wünsche, sei es bei 'ber Reichsregierung oder bei den in Frage kommenden Stellen der Besatzung, zu unter­stützen und zu vertreten. Die Wirtschaft hat dieser Ihrer Tätigkeit manche Erleich­terung in den schweren Jahren der Desahungs- zeit zu verdanken. Wir sprechen die Hoffnung aus, dah Sie, Herr Reichskommissar, auch den Fragen des Wiederaufbaues der rheini­schen Wirtschaft Ihre Aufmerksamkeit schenken werden."

Neuwahlen in Braunschweig.

Braunschweig, 31. Juli. (WTB.) Der Braunschweigische Landtag nahm die von der Sozialdemokratie und der Deutschen Volkspartei gestellten Anträge an, wonach der Landtag am 13. September aufgelöst und die Reuwahl gleichzeitig mit den Reichstagswah­len am 14. September vorgenommen wird. Ferner wurde beschlossen, das Wahlgesetz dahin abzuändern, dah eine Verbindung von Wahl Vorschlägen in Zukunft nicht mehr sta^tfindet. Die für die Einreichung eines Wahlvorschlages notwendige Zahl von Unter« schriften wurde auf 100 herabgesetzt, und die Gebühr zur Einreichung von Wahlvor- schlagen gestrichen.

Polens Grenzverletzungen.

Verhandlungen mit Warschau.

_ S** deutsch-polnischen Grenzzwischenfälle der letzten Wochen sind, soweit das möglich war, in Verhandlungen zwischen Ber- Un und Warschau in einer uns befriedigenden ai V c b i g t worden. Dagegen schweben noch Verhandlungen über die fortgesetzten Grenz- verletzun gen durch polnische Flieger. Soweit wir unterrichtet sind, scheint die War» ^ouer Regierung bereit zu sein, nun endlich ernftbaft gegen bte Flieger vorzugehen, die trotz wiederholter Verwarnungen und Mahnungen immer wieder über deutsches Gebiet Hinwegflie­gen. Wahrend im vorigen Jahr unausgesetzt Grenzverletzungen zu registrieren waren, und man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte als ob bet den Polen eine gewisse Absicht vor­herrschte. immer wieder die Grenzen zu über- fliegen, ist in diesem Jahre die Zahl der Ver­fehlungen wesentlich geringer. Sie bleibt aber doch immer noch hoch genug, wenn man hort dah allein im Juli nicht weniger als sechs polnische Militärflieger ein­wandfrei über deutschem Hoheitsgebiet erkannt wurden. Da unser Grenzschutz nicht darauf ein-

Oie Angestelltenkündigungen in der Berliner Metallindustrie.

Berlin, 1. Aug. (ERB.) Die angekündigte Abbauaktion in der Berliner Metallindustrie hat gestern in großem Hmfange eingesetzt. Rach den bis gestern abend vorliegenden Meldungen sind 3000 Angestellte von der Kündi­gung betroffen worden. Ein großer Teil der Äünbigungen ist mit vierwöchiger Frist ausgesprochen worden. Einen Heberblick über den völligen Hrnfang der Kündigungen zu gewinnen, wird erst im Laufe des heutigen Tages möglich fein. Bei der AEG. sind zehn Prozent der Angestellten gekündigt worden. Bei Sie­mens sollen sich die Kündigungen in ähnlicher Höhe bewegen. Die Automobilfabrik Chrhs - l e r hat 25 Prozent der Angestellten gekündigt. Bei der Firma Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG. hat man den Angestellten erklärt, Kündigungen nicht aus- sprechen zu wollen, wenn sie sich damit einver­standen erklären, daß die Arbeitszeit um zehn Prozent gekürzt wird. Die Firma Stock in Marienfelde hat sogar 45 Prozent gekündigt.

Wie von der Hauptverwaltung der Siemens» betriebe mitgeteilt wird, handelt es sich darum, die Zahl der Angestellten wieder in ein normales Ver­hältnis zu dem Arbeiterbestand zu bringen. In den Großberliner Betrieben des Siemenskonzerns sei binnen Jahresfrist die Arbeiterbelegschaft um ein Drittel verringert worden. Demgegenüber habe sich die Zahl der Angestellten bisher um weniger als 5 v. H. ermäßigt. Die Folge sei, daß, während der Zeit der Normalbeschäftigung der Betriebe auf einen Angestellten 2,8 Arbeiter kamen, das Verhältnis

heute 1:1,7 sei. Dieses Verhältnis müsse folgerichtig zu dem Gegenteil dessen führen, was heute in aller Munde sei, nämlich Unkostenabbau und da» mit Preisabbau. Dies erhelle ohne weiteres aus folgenden Ziffern: In den Produkten der Sie­mensbetriebe steckten 47 v. H. Materialkosten und produktive Arbeitslöhne, 53 o. H. Unkostenlöhne, Ge­hälter und allgemeine Unkosten, wobei nur die nor­malen Abschreibungen berücksichtigt seien. B e i Rückgang der Produktion sanken nun wohl entsprechend Materialkosten und produktive Arbeits­löhne; die 53 v. H. seien aber im großen und gan­zen feste Kosten. Entsprechend müsse sich also das Produkt, wenn nicht der Versuch gemacht wird, auch die festen Kosten in ein gesundes Verhältnis zu dem Beschäftigungsgrad zu bringen, ver­teuern. Die bisherige Schonung der Angestellten habe dazu geführt, daß, während noch im Oktober die Gehälter 94 v. H. der Summe der Söhne aus­machten, sie im Juni auf 126 v. H. der Loynsumme gestiegen seien. Zu berücksichtigen sei noch, daß na­turgemäß die Lage der abgebauten Arbeiter viel schlechter sei als die der Angestellten. Während bei ersteren der Abbau sich kurzfristig vollziehe, genössen die Angestellten längere Kündigungs­fristen, teilweise neun bis zwölf Monate, ab- gesehen davon, daß ein gewisser Teil mit Pensions­berechtigung entlassen werde. Die Reichstags­auflösung habe insofern eine verschärfende Wir­kung gehabt, als sich wegen der Beunruhigung, die die Neuwahlen mit sich bringen, die Aussichten auf eine baldige Besserung der Wirtschaftslage wesentlich verschlechtert hätten.

OerKommumstenaufstand in Ehina

Oie Zerstörung Tschangtschas. Furchtbare Schreckensszenen in der brennenden Stadt. Oie Europäer flüchten nach Hankau.

H a n k a u, 1. Aug. (WTB. Funkspruch. Reuter.) Die Einnahme von Tschangtscha durch die Kommu­nisten am vorigen Sonntag tarn völlig über­raschend, da erst am Samstagmittag bekannt wurde, daß eine starke Kolonne Kommunisten in Anmarsch sei. Die Regierungstruppen sollen den Kommunisten Vorräte an Gewehren und Munition ausgeliefert haben. Die auf den Schiffen in Sicherheit gebrachten Auslän­der beobachteten am Montagabend zahlreiche Brände, die sich während der Nacht und wäh­rend des Dienstags immer mehr ausbreiteten, bis d i e ganze Stadt in Flammen stand. Es wird gemeldet, daß das kommunistische Hauptauar- tier in Schanghai einen allgemeinen Auf- st a n d der Kommunisten in Hupeh, Hunan und Kiangsi angeordnet habe, um morgen H a n f a u nehmen zu können. Die Eisenbahnlinie Pei- p i n g S) a n t a u ist 30 bis 40 Kilometer nörd­lich von Hankau von den Kommunisten zerstört worden. In Zentralchina sollen 60 000 Kommunisten stehen, die über 45 000 Gewehre, eine Anzahl Feld­geschütze, Flugzeuge und drahtlose Stationen ver­fügten. In Schanghai sind, wie cs heißt, seit einiger Zeit mehrere hervorragende Sowjetagenten eingetroffen.

92 japanische Flüchtlinge aus dem Auf- ftanösgebiet sind Mittwoch früh bereits in Hankau eingetroffen. Ein weiteres amerikanisches und ein italienisches Kanonenboot sind nach Tschangtschau unterwegs. Nach den letzten in Schanghai oorliegen- den Berichten sind in Tschangtscha sämtliche öffent­

liche und Missionsgebäude mit alleiniger Ausnahme des Postamtes und des Missionskrankenhauses zer­stört worden. Die Straßen von Tschanatscha sind mit Leichen übersät. Eine große Anzahl von führenden Chinesen ist verschleppt worden. Sie ärmere Bevölkerung flieht nach dem Norden. Die Schreckensherrschaft der Kommunisten in Tschangtscha hat hie Autorität der Nan­kingregierung weiter stark erschüt­tert. Mittelchina befindet sich gegenwärtig in einem Zustand, wie er seit 1912 nicht mehr zu verzeichnen war. Ein japanischer Bericht aus Tsingtau besagt, daß Abteilungen der mandschurischen Flotte in Tsingtau an Land gesetzt wurden zum Schutze gegen etwaige Zerstörungen durch zurückflutende Teile der Regierungstruppen. Der Oberbefehlshaber der ja­panischen Streitkräfte auf dem yangtfe ift von Tokio angewiesen worden, alle ihm notwendig er­scheinenden Maßnahmen zum Schutze japanischen Lebens und Eigentums zu ergreifen. Das britische KanonenbootAphis" ist in Hankau mit 49 Flücht­lingen eingetroffen, und zwar mit fünf Kindern, 17 Frauen und 26 Männern. Davon sind 14 Deutsche, 12 Engländer, 9 Franzosen, 6 Ameri­kaner, 6 Italiener und 2 Norweger, lieber Hankau ift das Kriegsrecht verhängt worden. Sechs Kommunisten wurden in Wutfchang verhaftet und hingerichtet. Die Japaner haben zur Vorsicht ihre Konzession mit Stacheldraht umgeben. 200 Ausländer, die sich gegenwärtig in der Sommer­station Kuling im südlichen Kiukiang befinden, wer­den unverzüglich abtransportiert werden.

gerichtet ist. fremde Flieger herunterzuholen, wenn es nötig ist. bleibt uns eben nichts an­deres übrig, als immer wieder den Verhand­lungsweg zu beschreiten und in Warschau Pro­teste einzulegen. Wir werden jetzt noch einmal abwarten und festzustellen versuchen, ob auf polnischer Seite wirklich der ehrliche Wille vor­handen ist, unsere Grenzen zu respektieren. Tau­chen auch weiterhin polnische Militärflieger dies­seits der Grenze auf. dann geht daraus eben einwandfrei hervor, dah die Warschauer Regie­rung nichts getan hat, um ihre Versprechungen zu erfüllen. Wir werden uns in diesem Fall an den Völkerbund wenden und ver­langen müssen, daß Genf sich der ganzen An­gelegenheit annimmt und Polen zur Ordnung ruft.

Luftangriff auf Lyon.

Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) In Lyon hat vor einigen Tagen ein Manöver ftattgefun» den mit dem Ziel, die Angriffsmöglichkeit du r ch F l u g z e u ge auf eine Stadt und die A b - wehrmaßnahmen zu studieren. In einer unter Leitung des Generals Serigny ftattgefunbenen Besprechung wurde als Ergebnis des Manövers fest- gestellt, daß die Flug^eugadwehr in ihrer gegenwärtigen Form nicht ausreicht, um eine Stadt wirklich gegen einen Flugzeugmassenangriff zu schützen, daß man im Ernstfälle den größten Teil der Bevölkerung zumVerlassen derHäuser veranlassen müsse, da es unmöglich sei, sie mit Gasmasken und Gasschutzkleidung zu versehen, die die Personen tragen müßten, die in der angegriffenen Stadt verbleiben würden.

Aus aller Welt.

Das Luftschiff R 100 hat den Ozean überquert.

Montreal, 1.Aug. (MTV. Funkspruch.) Das Luftschiff R. 100 ist um 7.30 Ahr früh MLZ. über dem Flugplatz St. Hubert eingetrof­fen. Wie das Luftfahrtministerium mitteilt, hat das Luftschiff eine Beschädigung der hülle einer der Steuerflächen erlitten. Gestern abend um 10 Ahr MEZ. meldete das Luftschiff, dah der Schaden provisorisch ausgebessert worden sei, und dah seine Geschwindigkeit, die zeit­weilig auf weniger als 20 Kilometer in der Stunde herabgesetzt worden war, jetzt wieder 37 Kilometer betrage. Das Luftschiff war zu dieser Zeit noch un- gefähr 220 Kilometer von Montreal entfernt Clne weitere Meldung besagt, dah R. 100 die Stadt Quebeck passiert hat

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Es schien ursprünglich so, als ob es sich bei dem englischen Luftschiff R. 100 um eine Fehl­konstruktion handelt. Verschiedene Versuchsfahrten

verliefen unbefriedigend. Der Grund hierfür ist aber wohl in den gering en Erfahrungen der englischen Luftschiffer zu suchen, die noch niemals Großluftschiffe geführt haben. Jetzt hat nun also auch R. 100 eine Ozeanüberquerung hinter sich, die sehr gut verlaufen ist. Wir haben es hier genau so wie bei den Ozeanflügen desGraf Zeppelin" mit einer anzuerkennenden technischen und fliege­rischen Leistung zu tun. Für Deutschland ist der Flug von R. 100 aber noch insofern bedeutungsvoll, weil das Luftschiff selbst eine Nachbildung des Zeppelin darstellt und weil bei feinem Bau deutsche Erfahrungen berücksichtigt wurden. Außerdem hat während und nach dem Bau ein ständiger Gedankenaustausch zwischen englischen und deutschen Luftschiffern stattgefunden. Auch die Vorbereitung des Ozeanflugs ist in engster Zu­sammenarbeit mit Friedrichshafen erfolgt. Deswegen besteht auch für Deutschland aller Anlaß, die Eng­länder zu dem glücklichen Flug von R. 100 zu be- glückwünschen.

Macdonald besucht Oberammergau.

Der englische Premierminister Macdonald wird Freitagfrüh in München mit seinen beiden Töchtern eintreffen. Bei dem vom Ministerpräsi­denten Dr. H e l d zu Ehren des Gastes gegebenen Essen am Freitagabend werden mehrere Staats­minister, der Reichsgesandte von Haniel, Land­tagspräsident Stang, der englische Generalkonsul in München Gaisford und andere prominente Persönlichkeiten anwesend sein. Macdonald wird am Sonntag die Oberammergauer Pas­sionsspiele besuchen und am Montag Wieden: über München zurückkehren.

Die Bayreuther Festspiele.

Der erste Ring-Zyklus nahm am Donners­tag mit einer von dem Münchener Staatstheater- kapellmeister Elmendorf dirigierten und von Siegfried Wagner inszenierten Götterdämmerung- aufführung feinen Abschluß. Im Mittelpunkt stand die Brünhilde Nanni Larsen - Todsens. Der zweite Akt wurde durch die Künstlerin zu einem selbst in Bayreuth selten erlebten Gipfelpunkt mufikdramatischer Bühnenkunst. Den Siegfried hatte an Stelle Melchiors Gunnar G r a a r u d über­nommen. Die ausverkaufte Vorstellung schloß in großartiger Weise den ersten Teil der diesjährigen Festspiele ab, die erneut Bayreuths Bedeutung dar- legten.

Weitere Ergebnisse des Deutschen Bundesschießens.

Am Donnerstag wurde die Deutsche Dundes- meisterschaft auf dem 19. Deutschen Dundesschießen wieder zweimal errungen. Eduard Dietrich aus Starnberg in Bayern schoß 936 Punkte und bleibt damit um nur einen Punkt knapp hinter der bisherigen Höchstleistung von Hammerer aus Egg in Oesterreich zurück. Außerdem wurde M. M o r i h (Chemnitz) Bundesmeister mit 908 Ringen. Der erste Sieger im Deteranenschießen ist der 61jährige Emil Wolf an aus Oelmütz mit 301 Ringen bei 20 Schuß. Ihm folgen Stehr

(München) mit 291, Hirth (Heidelberg), Mül­ler (Wesermünde), Wagenhuber (Bamberg), die letzten drei mit je 283 Ringen. Die besten Veteranenschützen im Tiefschuß sind T h o m a aus Lindau. Steffen aus Frankenstein in Schlesien und D r e h l e r aus Berlin-Weißensee. Bei einer Beteiligung von 150 Veteranen konnten 58 sil­berne Decher verteilt werden. Außerdem wurden im Laufe des Tages 60 goldene, 84 silberne und 77 grüne Kränze errungen.

Auffindung eines neuen Koblenzer Opfers.

In Oberwinter wurde der feit dem Tage des Koblenzer Einsturzunglücks vermißte 22 Jahre alte Zahntechniker Richard Krämer aus Reu- wied als Leiche geländet. Krämer war zur Zeit des Hnglücks auf der Brücke und muh, obgleich er ein guter Schwimmer war, von dem Menschenknäuel ins Wasser gezogen und ertrunken sein. Seine Leiche wurde dann in den Rhein abgetrieben. Damit erhöht sich die Zahl der Opfer der Koblenzer Drückenkatastrophe auf 38.

3m Dschungel umgekommen.

Rach einer Meldung aus Rangoon (Dirma, Hmterindien) ist die Leiche des England - u st ralienfliegers Hook, der^Fiit seinen Gefährten seit dem 3. Juli vermißt wurde, durch eine Expedition im Dschungel auf- gefunden worden. Der andere Flieger hatte bekanntlich seinen erschöpften Gefährten im Stich lassen müssen, um Hilfe anzufordern. Die Leiche Hooks ist von Raubtieren arg zuge­richtet worden.

Feuerkampf mit Kaffeeschmugglern.

Donnerstagnacht versuchte ein Schmuggler aus Aachen 23 Ztr. Kaffee auf einem Lastkraftwagen von Holland über die Grenze zu schmuggeln. Als ein Beamter den Wagen anhalten wollte, gab der Führer Vollgas und feuerte in voller Fahrt direkt auf den Beamten los, wodurch er diesen und einen des Weges kommenden Bergarbeiter in Lebensgefahr brachte. Der Beamte gab nunmehr Feuer, wodurch auch feine Kollegen auf der Landstraße alarmiert wurden. Der Wagen fuhr trotzdem in voller Fahrt weiter. Erft als der Wagenführer durch einen tödlichen Schuß getroffen wurde, stürzte der Wagen an der Böschung des Weges um. Der Beifahrer blieb unverletzt. Er wurde festgenommen und die Wagenladung von 23 Zentnern Kaffee beschlag- nahmt.

IahresverfanMung

der katholischen Studentenverbindungen.

In Koblenz nahmen die Beratungen der 60. Kartelloerbandsversammlung (Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenverbindungen) ihren Anfang. Vorher fand in der Jesuiten-Kirche eine Messe statt. Vorortsvertreter, Referendar Köhler, von der VorortsverbindungBavaria" Bonn, be­grüßte die Vertreter sämtlicher 121 Verbindungen des CV. aus dem Deutschen Reiche, insbesondere aber die aus Danzig, Oesterreich, dem Sudetenlande, Rumänien und der Schweiz. Neu aufgenommen wurde in den Verband eine Innsbrucker und eine neu gegründete Münchener Verbindung. Die Ein­führung eigener Schulungswochen wurde beschlaf- fen. Im Laufe der Tagung gingen Glückwunsch- tclegramme u. a. ein von Nuntius Orsenigo, dem Reichskanzler Dr. Brüning, dem Reichskanzler a. D. Dr. Marr dem Bundeskanzler a. D. Dr. Seipel. An den Reichspräsidenten wurde ein Be- grüßungstelegramm gesandt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich jetzt ganz nach dem Festlande verlagert und liegt mit seinem Kern über dem Rheingebiet, so daß auch unser Bezirk noch mit in seinen Bereich kommt. Der Hoch., druckeinsluß hat sich bei uns bereits durchgesetzt und vollkommen heiteres Wetter verursacht. Da- mit tritt tagsüber ziemlich starke Erwärmung ein. Jedoch wird die Schönwetterlage nicht von allzu langer Dauer sein, zumal vom Ozean her ziemlich schnell ein Fallgebiet heranrückt. Es führt an keiner Vorderseite ein Regengebiet mit sich, das sich heute morgen bereits über Irland bis nach England hin ausgebveitet hat. Mit dem weiteren Vordringen der Störung baut sich der hohe Druck wieder ab und Hebergang zu erneut schlechterem Wetter steht in Aussicht.

Aussichten für Samstag: Zunächst meist heiter und kräftige Erwärmung, dann wie­der aufkommende Bewölkung mit erneut einsetzen­der Riederschlagstätigkeit.

Aussichten für Sonntag: Wechselndes Wetter und regnerisch.

Reisewellerdienst.

Garmisch-Partenkirchen: 10 Grad, kühle Rächt, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt.

Westerland auf Sylt: 15 Grad, Rorb- dnnd, halb bis ganz bedeckt.