Nr. 151 Erstes Blatt
180. Jahrgang
Dienstag, 1. Juli <950
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friede. Wilh. Longe. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen.
Des Rheinlands Befreiungsfeiern.
Um Mitternacht am freien Rhein. — Reichsminister Wirth spricht in Mainz. — Oie Reichsflagge über dem befreiten Gebiet.
, Oie Trikolore fällt.
Abzug der letzten Bcsatzungstruppcn nutz Mainz
Mainz, 30. 3unl. (ÖIB.) heule vormittag hatten die noch hier verbliebenen französischen Truppen, ein Bataillon Infanterie und eine Abteilung Gendarmerie vor dem Schloß, dem Hauptquartier des französischen Oberbefehlshaber», Aufstellung genommen. Kur; nach 11 Uhr erschien der General und schritt die Front ab. Die Musik stimmte die Marseillaise an, und unter den Klängen sank die T - iko 1 ore nieder. Unmittelbar darauf marschierten die Truppen bei klingendem Spiel und mit aufgepflanzten Bajonetten zum Bahnhof, wo sie noch einmal Paradeaufstellung nahmen. Gegen 12 Uhr erschien General G u i l l a u m a t und schritt unter den Klängen der Marseillaise die Front ob. Dann zogen die Truppen nach dem Güterbohnhof. Kurz vor 13.30 Uhr nahm General Guillaumat im houpt- bahnhof die Mitteilung entgegen, das; alle Truppen verladen seien. Er begab sich sodann in den Sonderzug. der pünktlich 13.30 Uhr nach Frankreich abfuhr.
An den Kriegerehrenmälern
WSR. Mainz, 30. 3uni. Am Darnstagnach- mittag fanden sich die noch anwesenden französischen Truppen vom Infanterieregiment Rr. 8 am Krematorium ein, von wo aus in Anwesenheit des französischen Oberkommandierenden General Guillaumat, des Reichskommissars für di« besetzten Gebiete Freiherrn Langwerth vonSimrnern und einiger Herren der Rhein- landkommission ein Rundgang an die Kricger- ehrenmäler anaetreten wurde. An sämtlichen deutschen und ausländischen Kriegerdenkmälern älterer und neuerer Zeit wurden unter den Klangen der Marseillaise durch den General Guillaumat, den Reichskommissar Langwerth von Simmern, den Oberkommissar Tirard und die Vertreter Belgiens, Englands usw. nach einer kurzen stillen Andacht Kränze und Blumen mit Schleifen in den Farben der einzelnen Länder niedergelegt.
Ein unvergeßlicher Tag der Freude.
Sonderbericht des „Gießener Anzeigers".
Mainz, den 1. Juli.
Prächtigstes Sommerwetter verherrlichte die Feier des gestrigen Freudentages der Rhein- landbefreiung^ Gluthitze lastete am Rachmittag über dem Rhein- und Maingebiet. Trotzdem strömten in Eisenbahnzügen, die bis zur äußersten Belastung voligcpropft waren, in Autos und auf allen möglichen Fuhrwerken Zehntaufende von Menschen ununterbrochen in das Goldene Mainz hinein. Ein Wald von Fahnen zierte die Straßen, selbst die kleinsten Häuschen in den Seitenstraßen waren reich geschmückt mit Fahnen, Fähnchen, Girlanden und Beleuchtungskörpern. In den Straßen wurde der Verkehr, je mehr sich der Abend neigte und die festliche Rächt hereinbrach, immer beängstigender. Ein glanzvoller Auftakt war am Rachmittag der Einmarsch der Schupo. Punkt 5 Ahr kam sie über die Rhcinbrücke von Kastel her einmarschiert, jubelnd begrüßt von der nach Zehntausenden zählenden Menge. Gleichzeitig wurde auf dem Schloß die Reichsflagge aufgezogen, brausende Hurrarufe stiegen in diesem Augenblick zum strahlenden Sommerhimmel empor. Flieger umkreisten die Flagge, neigten sich zu ihrer Begrüßung und zogen bann wieder ihre Kreise über der freien deutschen Stadt.
Die Feier um Mitternacht bildet für jeden, der das Glück hatte, dabei zu sein, einen unvergeßlichen Gewinn für das ganze Leben. Auf dem Halteplatz, der Stätte der Feier, dichtgedrängt eine riesige Menschenmenge, die man ohne älebertreibung wohl auf 30 000 Köpfe beziffern kann. Mitten durch die Menge herauf zum Podium und von da wieder in die Menge hinein ein langer Kranz von Fahnen und Standarten der Vereine von Mainz und aus der Hingegen?). Festliche Beleuchtung des weiten Platzes. Mit dem Glockenschlag 12 feierliches Geläute von allen Türmen der Mainzer Kirchen. Gleichzeitig erschallt von unzähligen Schiffen auf dem Rhein fünf Minuten lang ein Konzert der Dampfsirenen, das reich an Vielstimmigkeit und tönender Kraft ist. Dann feierliche Stille. Mächtig erklingt hierauf der gemeinsame Gesang der Zehntausend« „Großer Gott wir loben dich". Die Menge singt stehend in feierlicher Ergriffenheit. Dann .ein Massenchor von über dreitausend Sängern als feierliches TreugelöbniS an den deutschen Rhein. Lind nun felgen die Ansprachen. Mit gewaltigem Jubel begrüßt wird, nach den Worten des Mainzer Oberbürgermeisters; die Reichsflagge gehißt und mächtig braust in die Rächt hinein die erste Strophe des Deutschlandliedes. Dann spricht Staatspräsident Dr. Adelung, hierauf als Vertreter der Reichsregierung Minister Dr. Wirth. Als er den Ramen „Gustav Strese- m a n n“ ausspricht, braust, sich mehrfach wieder
holend, ein schier unbeschreiblicher Beifallssturm aus -ehntaufenden Kehlen und von ebensovielen begeistert klatschenden Händen als dankbarer und erschütternder Gruß der Lebenden an den Toten zum Himmel empor. Hochachtung den Menschen, die in so tiefet Dankbarkeit über alle Partei- grenzen hinweg einen Mann ehren, der mit der Aufopferung feinet: Lebenskräfte nicht gezögert hat, um das Werk der Befreiung des deutschen Rheins zum Abschluß zu bringenI Gewaltige Zustimmung der riesigen Menschenmenge unterstreicht auch Wirths energische und deutliche Worte an Frankreich, England und Amerika, i Roch einmal erklingt feierlicher rheinischer Ge- I
fang, dem dann die wunderbaren Töne des Largo von Händel als Abschluß der erhebenden Stunden folgen.
Unö nun fluten viele Zehntausend« in festlich- froher Stimmung in die Straßen der Stadt hinein und erfüllen sie die ganze Rächt hindurch mit ihrem Jubel und mit ihrer Freude über die endlich aufgegangenc Sonne der deutschen Freiheit am Rhein! Dankbar anzuerkennen ist noch die glänzende Organisation, mit der alle Behörden und ihre Helfer diese unvergeßliche Feier der ersten Freiheitsnacht am deutschen Rhein der begeisterten Menge bereiteten.
Oie Befreiungsstunde in Mainz.
Mainz, l.Juli. (WSN ) Die Befrciungsfeier der Stadt Mainz vor der Stadthalle am Rheinufer hatte viele Tausende von Mainzer Bürgern mit auswärtigen Gästen vereinigt. Rach dem feierlichen Geläut der/Glocken und dem gemeinsamen Gesang „Großer Gott wir loben dich" ergriff als erster das Wort
Oberbülgermeifter Or. Külb:
Zu Deutschlands Grenzen wollt« man den Rhein herabdrücken! Deutschlands Strom ist er wieder ge- worden! Frankreichs Trikolore sank und des Reiches und der Länder Flaggen wehen wieder allein über unserer deutschen Stadt. Fast 12 Jahre lang stand unser urdeutsches Land, seit mehr als 1000 Jahren das heißumstrittene Sorgenkind Deutschlands, unter der Herrschaft einer fremden Mililärgewall. Mit Schaudern denken wir zurück an die furchtbaren Tage des Rhein-Ruhrkampfes, an die grauenvollen Erlebnisse der rheinischen Bevölkerung während der Schreckensherrschaft der Separatisten. Aber stärker als diese niederdrückende Empfindung ist die freudige erhebende Genugtuung und der berechtigte Stolz auf all die Söhne unserer Baterstadt, die ohne Furcht und Zagen stets mutig ihr Deutschtum bekannten. Dank und Anerkennung den Männern, die Schulter an Schulter mit den deutschen Behörden in der vordersten Front gegen den sonderbündleri- schen Frevelmut fochten, vor allem auch den Mainzer Gewerkschaften und der Mainzer Ortspolizei. Gewaltsam waren zu jener Zeit die Fäden zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet zerrissen. Tausende mußten ins Gefängnis oder in die Verbannung wandern. Aber keine noch so harte Maßregel hat die treudeutschen Herzen zur Untreue gegen ihr angestammtes Vaterland verleiten können.
Für uns aber darf die feierliche Stunde nicht vorübergehen, ohne daß unser heiß empfundener Dank der Regierung unseres engeren Heimatlandes Hessen und all den führenden deutschen Staatsmännern abgestattet wird, die in zähem beharrlichen Ringen in unausgesetztem Kampfe nach außen und im Innern dem Rheinland die Freiheit zurück- eroberten.
Unseres allvcrehrten Reichspräsidenten von Hindenburg heute in tiefer Ehrfurcht und inniger Dankbarkeit zu gedenken, ist uns heilige Pflicht. Hindenburg hat den Bau unserer Freiheit vollendet, Friedrich Ebert, der Mann des Volkes, hat ihn begonnen. In Deutschlands schwerster Zeit, als die Wogen am hör' sten gingen, stand er am Steuer als kerndeutscher Mann, mit allen guten Deutschen das eine große Ziel vor Augen: die Wiederaufrichtung Deutschlands von seinem tiefen Sturz. Aus dem Grabe Eberts, aus den Gräbern aller derer, die für unsere Einheit und Freiheit gewirkt, gestritten und gelitten haben, schallt der Mahnruf:
„Seid einig, einig, eint g." Seid einig, wie cs die Rheinländer waren in jenen schweren, unheilschwangeren Stunden, in denen das Schicksal Deutschlands auf des Messers Schneide stand, in denen cs sich um Sein oder Nichtsein des Deutschen Reiches handelte.
Oer Hessische Staatspräsident Or. Adelung:
Der seit Jahren so heiß ersehnte Tag ist gekommen. Die Lande am Rhein sind befreit von schwerem Druck fremder Besatzung. Tief bewegt gedenken wir in dieser feierlichen Stunde zuerst der Toten, die da ftarben, damit Deutschland lebe. Wir neigen uns vor ihnen in Verehrung und Dankbarkeit. Dann aber gilt der Gruß all denen, die in den langen Jahren der Bedrückung und der Demütigungen unerschütterlich und treu zu ihrem Volte standen und nicht zuließen, daß sich fremde Machtbestrebungen am Rhein verwirklichten.
xbufc >cc Vertrag .»on Versailles Frankreich versagt hatte, den Rhein als Grenze, das suchten imperialistische französische Kräfte während der zwölfjährigen Okkupationszeit mit allen Mitteln zu erreichen. 'Vergebens: Wunderbar hat sich die Kraft offenbart, die einem großen Volke innewohnt, dessen Wille geeint ist zur Verteidigung von Lebensinteressen des Vaterlandes: Das Volk am Rhein in allen seinen Schichten kann das unvergängliche Verdienst für sich in Anspruch nehmen, den deutschen Westen deutsch erhalten zu haben. Ich habe in Mainz in engster Gemeinschaft mit Ihnen allen Rot und Abwehr miterlebt, diese Verbundenheit mit Mainz und feiner Bevölkerung wird mich nie loslassen, wo immer auch das Schicksal mich hinstellen mag.
Mainz stand im Brennpunkt des Kampfes und Leidens. Der Einwohnerschaft dieser Stadt waren besonders schwere Lasten auferlegt, lieber diese sonnige Stadt, die zum Mittelpunkt der französischen Militärpolitik ausersehen wurde, brausten die Stürme der Besetzung und des Separatismus mit ungeheurer wucht, hier aber in Main; war es auch, wo die Bevölkerung, und vor allem auch die Arbeiterschaft, am entschlossensten und mit dem größten Nachdruck allen Angriffen auf ihr Volkstum und ihre Zugehörigkeit im großen Deutschland entgegentrat. 3n Mainz fiel die eigentliche Entscheidung, hier lernten die fremden Machthaber am ersten und am deutlichsten erkennen, daß ihre Lostren- nungsversuche vergebens bleiben mußten.
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General Guillaumat, der Oberkommandierende der französischen Besatzungstruppen, und der Ober- kommissar der Rheinlandkommission Tirard legen auf dem deutschen Kriegerfriedhof in Wiesbaden Kränze nieder.
Die Land« am Rhein sind nun frei von srem- dem Kricgsvolk. Aber wir stehen noch lange nicht am Ende der Schwierigkeiten, die Krieg und Besetzung gebracht haben. Die tiefen Wunden, dio Kriegs- und Rachkriegszeit geschlagen, heilen zu Helsen, ist die heilige Ausgabe des ganzen deutschen Vaterlandes. Auch daS Hessenland wird sich seiner Verpflichtungen gegenüber dem De- satzungsgebiet bewußt bleiben und mit allen Kräften am Wiederaufbau mithelfen, so sehr es selbst durch die Desahungszcit getroffen ist. Ö8 wird uns gelingen, die Röte der Gegenwart zu überwinden, wenn wir uns das wertvollste Gut der Desahungsjahrc hüten und bewahren: die Geschlossenheit unseres Wollens, di« innere Verbundenheit der Volksgenossen über Trennendes hinweg.
Eine friedliche Entwicklung in einem blühenden Staatswesen und in einem glücklichen und großen deutschen Vaterlande möge diese Stadt und ihre Bevölkerung aus schwerer Zeit emporführen zum Licht, auf daß das alte Wort vom „goldenen" Mainz wieder wahr werde für alle Zeiten.
Reichsminister Or. Wirth überbrachte die Wünsck)« dcr Reichsregicruna. Er gedachte dcr Gefallenen des Weltkrieges und der Toten, die in der Nachkriegszeit durch aufopfcrungs- volle Tätigkeit den Tag der Befreiung haben vor- bereiten helfen. Tosender nicht enden wollender Beifall setzte ein, als Dr. Wirth in diesem Zusammenhang den Namen Strcscmanns nannte. Dann fuhr der Minister fort: Wir haben die Freiheit am Rhein teuer durch den Tributplan erkauft, der noch Kinder und Kindcskinder belastet. Gerade jetzt sind wir in eine Wirtschaftskrise hincingeraten, die nicht Deutschlands Sache allein ist. Da müssen wir uns fragen, ob die heutige Ordnung dcr europäischen und Weltwirtschaft noch als befriedigend angesehen werden kann. Sie ist es nicht. Aber jede mögliche neue Ordnung muß Deutschland die Mag- lichkeit bringen, das zu zahlen, was es wirklich leisten kann. Es ist zu hoffen, das; für die übrigen Staaten einschließlich der wirtschaftlichen Sieger im Weltkrieg, dcr Amerikaner, noch in diesem Jahre der Tag der Einsicht kommen wird. Der Rhein ist jetzt zwar frei, Deutschland fühlt sich aber noch nicht frei, da es den übrigen Völkern noch nicht völlig gleichberech- tigt zur Seite steht. Der Weg zur wahren Freiheit ist der Weg vom minderen Recht zum gleichen Recht, der Weg zur allgemeinen Abrüstung, den wir bereits gegangen sind und den alle gehen mässen, wenn der Friede Bestand haben soll. Das ist die beste Sicherung der französischen Ruhe. Der Minister schloß seine Ansprache mit einer eindringlichen Aufforderung an die Rheinländer, jetzt im Verein mit dem übrigen Deutschland alle ihre Kräfte ein- zusetzen, um die augenblickliche Krise überwinden zu helfen.
Wiesbadens $eier.
Ministerpräsident Dr Braun mahnt zum Politischen Ausgleich.
Wiesbaden, l.Iuni. sWSR.) Rachdem bereits am Montagmorgen die letzten französischen Desahungstruppen und auch die Rheinlandkorn- mission Wiesbaden für Immer verlassen hatten, begann in der Stadt ein emsiges Arbeiten, um den Tag der Desreiung würdig zu begehen. Gegen Abend boten die Straßen ein Bild, wie es nur aus den Dorkriegstagen in Erinnerung ist. Alle Straßen, Plätze und Häuser waren reich geschmückt mit Fahnen und Girlanden. Gegen Mitternacht füllte eine unübersehbare Menschenmenge den Schloßplatz, den Marktplatz und die angrenzenden Straßen. Punkt 24 Lhr wurde unter dem Geläut der Glocken die schwarz- rot-goldene Fahne auf dem Schloß h ocha ezogen. Roch dem Posaunenchor „Lobe den Herrn" und einem Ehoral Wiesbadener Gesangvereine sprach
derpreußischeMinisterpräsident Braun: „Zur Zeit steht uns allen nicht der Sinn nach lauten Feiern, aber in dieser denkwürdigen Stunde, da für die Kurstadt Wiesbaden und Ihr herrliches nassauisches Land eine mehr als elfjährige Besetzung äu Ende geht, hat die Begeisterung und Freude, die Ihrer aller Herzen erfüllt, ihr Recht. Die Erinnerung an die tapfere vaterländische und treue Haltung des besetzten Gebietes wird uns immer lebendig fein und wird ein Vorbild für ganz Deutschland bleiben. Dieser ihrer Treue und ihrer Vaterlandsliebe gedenkt die preußische Staatsregierung in dieser Stunde mit höchster Anerkennung und wärmstem Dank. Bisher lag auf diesen schönen Landen des Westens und seiner so tatkräftigen unö fleißigen Bevölkerung der lähmend« Druck einer fremden Truppenmacht. Jetzt kann sich auch hier Unternehmungslust und' Tatkraft wie überhaupt das ganze öffentliche Leben wieder frei regen. Wir begrüßen diesen Zuwachs an Kraft bet unserer Aufbauarbeit. Aber ich habe in dieser Stunde eine Ditte: Heute eint Sie alle die Begeisterung. Die gemeinsam ertragene Rot und die heutige gemeinsame Freude haben hier im besetzten Gebiet die bedauerlich hohen Schranken niebergelegt, die in unserem Vaterland leider Menschen verschiedener polittscher Meinung und verschiedener Weltanschauung öft zu treu*


