Ausgabe 
1.5.1930
 
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Preußen.

Kreis Biedenkopf.

ch Bischoffen. 27. April. Gestern nach­mittag wollte ein hiesiger Schreinertzeselle mit seinem Rad zwischen zwei aneinander vorbeifahrenden Fuhrwerken hin­durchfahren. Dabei kam er zu Fall und unter den einen Wagen zu liegen, der über ihn hin­wegfuhr. Der bedauernswerte Mann muhte ärzt­liche Hilfe in Anspruch nehmen.

Maingau.

Frankfurt a.M.. 30. April. (WSN.) Der Prä­sident des Landesfinanzamts in Kassel teilt mit: Die Nachricht, daß ein Obevzollinspektor beim Zollamt des Frankfurter Eilgüterbahnhofs größere ll n t e r s ch l e i f e begangen habe, entspricht nicht in allen Teilen den Tatsachen und hat leider dazu geführt, daß ein bestimmter, völlig unbeteiligter und in weiteren Kreisen der Frankfurter Geschäftswelt bekannter Beamter in unbegründeten Ver­dacht geraten ist. Es ist eine Untersuchung dar- über eingeleitet, ob ein Oberzollsekretär des Zoll­amts Hauptgüterbahnhof in Frankfurt a. M. einem Privatmann Beihilfe zu erheblicheren Zollhin­terziehungen geleistet hat. Die Beteiligung eines Oberzollinspektors kommt nicht in Frage.

Gießener Jugendgericht.

In der letzten Sitzung des Iugendgerichts wirkten als Schöffen mit Dahnassistent Wilhelm Conrad und Oberwerkmeister Heinrich Ley beide von Gießen.

Eine jugendliche Hausangestellte hat gegen einen amtÄgerichtlichen Strafbefehl Einspruch ein­gelegt, durch den sie wegen nächtlicher Ruhe­störung in eine Geldstrafe genommen worden war. Eine FuhballspielergeseUschaft war, von Heuchelheim kommend, laut singend in Gießen eingerüdt. Das Mädchen wurde freigespro­chen, weil ihr die Teilnahme an der Ruhe­störung nicht nachzuweisen war, wenn sie sich auch andern Tages durch einige Aeußerungen verdächtig gemacht hatte.

Eine Ladenangestellte, bisher unbestraft, hat die Llhr einer 15jährigen Zeugin getragen, wie sie das mit deren Erlaubnis auch schon früher getan hatte. Trotz etlicher Derdachtsgründe wurde die Angeklagte f r e i g e s p r o ch e n, da sie die Diebstahlsubsicht bestritt und das Gericht nicht in der Lage war, auf Grund der Angaben einer 15jährigen unbeeidigten Belastungszeugin auf ein Schuldig zu erkennen, dieses um so weniger als zwischen den beiderseitigen Familienangehö­rigen seit etlicher Zeit ein gespanntes Verhält­nis besteht.

Meerrcttichdiebstähle, die auf Grundstüden aus­geführt werden, die außerhalb der Stadt lie­gen, kommen immer wieder vor. Die Geschädig­ten sind fast durchweg sog. kleine Leute. Während vor einiger Zeit deshalb ein älterer Mann eine längere Gefängnisstrafe erhielt, mußte sich dies­mal ein bisher unbestrafter junger Mensch wegen Entwendung von Meerrettich verantworten. Da er seine Tat bereut und einen ordentlichen Ein- drud macht er ist bisher auch mit den Straf­gesetzen noch nicht in Konflikt geraten erhielt er eine Gefängnis st rafe von zweiTa- g 8 n unter Strafaufschub bei vierjähriger Be­währungsfrist. Da er aus einer ordentlichen Ar­beiterfamilie stammt, sah das Gericht auch von Erziehungsmaßregeln ab.

Ein Iugendlicher, der im Jahre 1928 wegen zahlreicher Delikte, insbesondere auch wegen zahlreicher Einbruchdiebstähle in Gartenhütten in eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt worden war, die er zur Zeit verbüßt, hat nach seiner früheren Verurteilung alle Mahnungen in den Wind geschlagen, und insbesondere den Verkehr mit seinen früheren Komplizen nicht abgebrochen. Im Rovember v. I. erbrachen diese nach vorheriger Verabredung die Kantine des Diehmarktplatzes in der Hamm- strahe, während der Angeklagte Schmiere stand. Den Dieben fielen Zigaretten im Werte von etwas über vierzig Mark in die Hände, so daß die Kantineninhaberin nicht unerheblich geschä­digt worden ist. Während die z. T. erheblich vor­bestraften älteren Teilnehmer an dem Raubzug bereits mit empfindlich langen Freiheitsstrafen vom Schöffengericht Gießen belegt worden sind, erhielt der hier Angeklagte eine Z u s a h g e - fängnisstrafe von einem Monat. Hier­mit sind noch nicht sämtliche Straftaten des hier in Frage kommenden Personenkreises abgeur­teilt, dessen Verbrechen die Polizei und die Gerichte noch mehrfach beschäftigen wird.

Wirtschaft.

Oie Deutsche Reichsbahngesellschast im Zahre 1929.

Die Deutsche R e i ch s b a h n g e s e l l- schäft legt ihren Geschäftsbericht für 1929 vor, der vom Verwaltungsrat am 26. d. M. ge­nehmigt worden ist. Das Iahr 1929 begann unter ungünstigen Verhältnissen. Der R ü d - gang im Güterverkehr, der Ende 1928 als Folge des Lohnkampfes in der westlichen Eisen­industrie eingesetzt hatte, verschärfte sich in den ersten Monaten des Berichtsjahres, weil in­folge des ungemein harten Winters viele indu­strielle Anlagen ihren Betrieb einschränken oder stilleaen muhten. Im März belebte sich das Frachtgeschäft wesentlich und blieb auch während der folgenden Monate so. Gegen Ende des Iahres führte aber die Verschlechterung der deutschen Wirtschaftslage erneut zu einem Ver- kehrsrüdgang und einer Minderung der Fracht­einnahmen. Der Personenverkehr war mit Ausnahme der Sommermonate etwas schlechter als 1928. Die aus ihm fliehenden Einnahmen haben daher die erwartete Höhe nicht erreicht. Im Gesamtergebnis hat die Iahresein- nähme nahezu den Erwartungen entsprochen.

Auf der Ausgabenseite verursachte der starke Frost namhafte Mehraufwendungen. Höhere und bleibende Ausgaben wurden dem Geschäftsbericht zufolge der Gesellschaft durch den Lohnschiedsspruch vom Mai auferlegt, für den keine Einnahmededung vorgesehen war. So konnte das Geschäftsjahr nur dadurch ohne Fehlbetrag abschliehen, daß die Sachaus­gaben nicht in dem an sich erforderlichen Um­fang ausgesührt, sondern weiterhin gedrosselt wurden. Die Einnahmen der Betriebsrechnung betrugen 5354 Mill. Mk. (t.03. 5159 Mill. Mk.); ihnen stehen an Ausgaben für Betriebs-, Unter­haltung und Erneuerung 4494 (4294) Mill. Mk. gegenüber. Das Verhältnis der Betriebsaus­gaben zu den Betriebseinnahmen, die Betriebs­zahl, betrug 83.93 (83.24).

Die Reparationszahlungen sind pünktlich geleistet worden. An Deförde- rungssteuer wurden im ganzen 325 Mill. Mark an die Reichsfinanzverwaltung abgeführt, wovon 290 Mill. Mk. an den Reparationsagen­ten weitergezahlt wurden, so daß dem Reich noch 35 Mill. Mk. verblieben. Infolge der ungeklär­ten Lage der Reichsbahn während der Dauer der Reparationsverhandlungen konnte der Geld­markt nicht in dem erforderlichen Umfange in Anspruch genommen werden. Reue Vor­zugsaktien wurden 1929 nicht begeben. Rur zwei Kredite mit dreijähriger Laufzeit (100 Mill. Mk. für Beschaffung von Wagen und 10 Mill. Mk. für Brüden) sind hereingekommen. Die Ausgaben für Anlagenzuwachs muhten in­folge der Schwierigkeiten der Finanzierung stark eingeschränkt werden, sie betrugen 100 Mill. Mk. weniger als im Vorjahre.

Mit der Reichsregierung ist nunmehr ein Ab­kommen zu 8 8 des Reichsbahngesehes betref­fend Tilgung der aufgenommenen Kredite innerhalb einer Frist von 60 Iahren abgeschlos­sen worden. Danach erklärt sich die Reichsregie­rung bereit, unter bestimmten Umständen die über den 1. Ianuar 1965 sich erstredenden Lasten bei Ablauf des Detriebsrechtes zu übernehmen.

Ueber das neue Geschäftsjahr wurde bei der Besprechung des Berichtes mitgeteilt, daß die schlechte Geschäftslage eine Entlastung un­bedingt notwendig mache. Besonders be­tont wurde außerdem, daß für die erforderliche Behebung von Kriegs- und Rachkriegsschäden bisher immer noch nicht genug geschehen konnte. Die Rotwendigkeit, der Reichsbahn finanzielle Erleichterungen zu schaffen, sei unabwendbar. Die Reichsbahnverwaltung wäre froh, wenn sie ohne Tariferhöhung möglich wäre, hege aber wenig Hoffnung, daß ihr auf einem anderen Wege geholfen werden könnte.

*

* Veränderung des P r i v a t d i s kon- tes. Der Privatdiskont ist für beide Sichten um je Vs Prozent auf 4> \ Prozent ermäßigt worden.

* Diskonter Mäßigung in Belgien. Die Nationalbank von Belgien hat den Wechseldis­kont von 3% auf 3 v. H. herabgesetzt.

* D i e Reichsindexziffer für die Le­benshaltungskosten im April. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten

(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung undsonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs­amts für den Durchschnitt des Monats April auf 147,4 gegenüber 148,7 im Vormonat. Sie ist somit um 0,9 v. H. zurüdgegangen. Dieser Rüd- gang ist im wesentlichen durch eine weitere Sen­kung der Ernährungsausgaben bedingt. Daneben haben auch die Preise für Bekleidung ihre rüdläufige Bewegung fortgesetzt. Bei der Gruppe Heizung und Beleuchtung haben die Preise für Briketts nachgegeben. Die Ausgaben für die Wohnung sind durch die Erhöhung der Umlagen und dergleichen in mehreren Städten um 0,6 v. H. gestiegen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Er­nährung 142,8, für Wohnung 127,5, für Heizung und Beleuchtung 152,2, für Bekleidung 167,6, für densonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 193,4.

* Zwangsverlängerung des Ruhr­kohlensyndikats. Durch Verordnung des Reichswirtschaftsministers ist das mit dem 30. April 1930 ablaufende Syndikat im Ruhrbergbau um einen Monat verlängert worden. Die vor dem 1. April geltende freiwillige Regelung der Syndi­katsverhältnisse ist damit für Mai aufreckterhalten.

* Ber gw erksgesellschaft Hivernia, Herne i. W. Von dem Betriebsgewinn von 8,669 (5,395) Mill. Mk. sollen 5,164 (5,105) Mill. Mk. für Abschreibungen verwendet, 200 000 () Mk. der Reserve überwiesen, 5 (0) v. H. Dividende auf das eingezahlte Stammkapital von 54 Mill. Mk. verteilt, 4X» v. H. auf die Vorzugsaktien von 8 Mill. Mk. ausgeschüttet und 244 295 (290 147) Mk. vorgetragen werden.

* Mansfeld beantragt Stillegung des Kupferschieferbaus. Die Mansfeld A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb hat, nachdem die Vertreter der Gewerkschaften den Versuch einer gütlichen Einigung in der Frage der notwendig gewordenen Lohnsenkung zurückgewiesen haben, an­gesichts der Dringlichkeit der durch die Preisrück­gänge am Metallmarkt erforderlichen Herabminde­rung der Selbstkosten den Beschluß gefaßt, unver- zllglich die Stillegung des gesamten Kupferschiefer­baues zu beantragen. Dieser Entschluß stellt zu­nächst eine vorsorgliche Maßnahme dar. Die Mans- feld A.°G. will bemüht bleiben, nachdem jetzt das Lohnabkommen mit Wirkung per 31. Mai d. I. ge­kündigt und ein Schlichtungsverfahren in die Wege geleitet wird, auch weiterhin kein Mittel unversucht zu lassen, mit den noch offenen Möglichkeiten die unvermeidlich gewordene Lohnreduktion im Aus­maße von wenigstens zirka 15 v. H. herbeizuführen.

* Elektrizitäts - Aktiengesellschaft norm. Schuckert & Co., Nürnberg. In der Aufsichtsratssitzung wurde der Abschluß per 31. März 1930 vorgelegt. Der Geschäftsgewinn des Jahres 1929/30 beträgt 7 664 200 Mk., der sich durch den Gewinnvortrag aus 1928 von 357 656 Mk. auf ins­gesamt 8 021 856 Mk. erhöht (i. V. 7 948 676 Mk.). Nach Bestreitung von 1227 972 Mk. für allgemeine Verwaltung, Steuern, Zinsen, Unkosten und Ab­schreibungen auf Gebäude ergibt sich ein Reinge­winn von 6 793 884 (6 523 479) Mark. Der gesetz­lichen Rücklage wurden im Vorjahr zwecks Auf- runduna auf 5 Mill. Mk. 274 836 Mk. zugewiesen, so daß sich für dieses Jahr eine Zuweisung erübrigt. Der auf den 21. Mai einzuberufenden H.-V. soll vorgeschlagen werden, 12 (i. D. 11) v. H. Dividende auf die dividendeberechtigten Stammaktien und 6 (6) v. H. für Zinsen und Tilgung auf die Genuß- rechte für den Altbesitz an Markanleihen der Schuckert- Gesellschaft und der mit ihr fusionierten Kontinen­tale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen zu verteilen. Zum Vortrag gelangen 366 305 Mark.

* Inlandanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.Die anfangs April zum freihändigen Verkauf auf­gelegte 8prozentige Deutsche Kommunal-Gold- anleihe von 1929, Ausgabe III, im Betrage von 10 Millionen Mk. jst ausverkauft. Der Erlös dieser Anleihe fand, wie bei der vorhergehen­den zweiten Ausgabe, fast ausschließlich Ver­wendung zur Konsolidierung kurzfristiger Kom­munalkredite. Zur weiteren Förderung der Um- schuldungsaktion legt die Deutsche Girozentrale nunmehr den Restbetrag der bereits früher in Höhe von 50. Mill. Mk. genehmigten Inhaber­anleihe zum freihändigen Verkauf auf.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., 1. Mai. Tendenz: fester. Auf die neue Diskontsenkung der Bank von England war die Stimmung an der heutigen

DörfS freundlich und zuversichtlicher. Dazu kam die Befriedigung über die ziemlich unerwartet gekommene Dividendeerhöhung bei Schuckert. Eine nennenswerte Belebung des Ge­schäfts konnte sich jedoch wieder nicht durch­setzen, da der Ordereingangnach wie vor gering blieb. Rur in einigen Spezialwerten wurden etwas größere Käufe vorgenommen. Zu der freundlicheren Haltung trugen die Ausführun­gen auf der Generalversammlung der Dedibank, der Iahresbericht der Reichsbahngesellschaft und die Nachricht, wonach die Stidstoff- verhandlungen nur unterbrochen seien, bei, wäh­rend der Antrag von Mansfeld auf Stillegung des gesamten Kupferschieferbaues ohne erheb­lichen Einfluß blieb. Auf die erhöhte Schuckert- dividende standen Elektrowerte naturgemäß im Vordergründe. Schuckert konnten 5,75 Prozent, Siemens 3 Prozent und A. E. G. 2,25 Prozent anziehen. Außerdem traten Reichsbaukanteile mit plus 3,25 Prozent wieder stärker hekbor, die übrigen Bankaktien waren nur behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 1,5 Proz. höher. Montanwerte waren vernachlässigt uno wenig verändert. Zellstoff Waldhof lagen 1,4 Prozent, Süddeutsche Zucker 1 Prozent fester. Kunstseide­aktien blieben behauptet. Deutsche Anleihen wa­ren bei stillem Geschäft gehalten. Am Markte der Auslandrenten zogen Türken stärker an. Im Ver­laufe blieben die Kurse auf dem erhöhten Kurs­niveau meist gehalten. Schuckert zogen weiter etwas an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Proz. wieder etwas leichter. Am Devisen­markt nannte man Mark gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,3625, London gegen Kabel 4,8618 zirka, gegen Paris 123,81 zirka, gegen Mailand 92,75 zirka, gegen Madrid 39,15 zirka, gegen Holland 12,0775.

Berliner Börse.

Berlin, 1. Mai. Zwei ^leberraschungen be­einflußten die Tendenz der heutigen Döbe ent­scheidend. Schon vormittags war man auf die höhere Dividendenausschüttung der Schuckert, A.G. (12 nach 11 Prozent) allgemein freundlicher gestimmt und hatte höhere Kurse taxiert. Diese wurden aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs noch übertroffen, als bekannt wurde, daß die Dank von England unerwartet ihren Diskontsatz von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt hatte. Allerdings litten die ersten Rotierungen unter einem geringen Be­such der Börse, da zahlreiche Interessenten in­folge der Absperrungen für die Maidemonstratio­nen nicht rechtzeitig eingetroffen waren. Man konnte auf fast allen Märkten kleine Deckungen und Rückkäufe beobachten. Allerdings fehlten Anregungen aus London und Basel, deren Bör­sen heute geschlossen sind. Ziemlich günstig wurde der Geschäftsbericht der Reichsbahngesell­schaft beurteilt, und auch die Erklärung von Siemens, daß die Entlassungsgerüchte unzutref­fend seien, fanden Beachtung. Demgegenüber verstimmte etwas die Unklarheit hinsichtlich der Akudividende, und Kunstseideaktien lagen in der Tat etwas angeboten und schwächer. Im allgemeinen konnte man Erholungen von 1 bis 3 Proz. feststellen. Schuckert gewannen 5,6, Siemens 3,25, Salzdetfurth 4,5, Rhein. Braun­kohlen 4 und Lorenz sogar 6,5 Prozent. Bei letz­terem sprach man im Zusammenhang mit dem be­kannten Patentstreit von Auslandinteresse, das anscheinend auf Materialmangel stößt. Gesfürel notierten heute nach Berücksichtigung des Divi­dendenabschlages 2 Proz. höher. Deutsche An­leihen ebenfalls freundlicher. Ausländer ruhig. Pfandbriefe weiter anziehend und gefragt. Der Geldmarkt zeigte trotz unveränderter Sähe be­reits geringe Erleichterung. Im Verlaufe war das Geschäft weiter lebhafter, als an den Vor­tagen. Gegen die ersten Rotierungen traten zwar vorübergehend auf Gewinnmitnahmen der Spe­kulation leichte Abbröckelungen ein, später setz­ten sich aber doch wieder ein» bis zweiprozentige Besserungen durch, da man damit rechnet, daß andere internationale Rotenbanken dem Lon-- doner Beispiel bald folgen werden. Schiffahrts­aktien lagen etwas mehr beachtet, und Lorenz und Schuckert setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Auch Reichsbahnvorzugsaktien holten wei­tere Teile ihres Dividendeabschlages wieder ein.

Frankfurter Schlachtvieh«". ?t.

Frankfurt a. M., 1. Mai. Auftrieb: Rin­der 92 Stück: Kälber 878, Schafe 97, Schweine 727 Stück. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 8082, mittlere Mast­rind Saugkälber 7479, geringe Kälber 6573. Marktverlauf: Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine schleppend, lleberstand. Schweine von der Preiskommission nicht notiert.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H.

Frankfurt a. Dl.

Berlin

Frankfurt a. Dl. I

Berlin

Schluß- hir«

1«llhr» flure

Schluß» kur-

Anfang« Kur-

Gchluß- kurs

1-tlhr. Kurs

Schluß»!

kur« 1

Anfang- KurS

Datum

30- ».

1. 5

30 4.

1. 5.

Datum

30

1. 5.

30 «

1. 5.

6% Deutsche Reicheanleihe

Hamburg-Amerika Patel - -

7

108,5

-

108,75

109,25

von 1927 . .

87.13

87,75

Hamburg-Südam. Dampfschtss

8

-

7% Deutlche Retchscmleihe

Hansa Dampfschtsl .

10

158.5

158,25

von 1929 - -

101,6

102,4

Norddeutscher Lloyd ....

8

108,75

109,5

108,75

109,25

Deutsche Anl.-Dblöl.. Schuld mH

Allgemeine Deutsche Creditanst.

10

115,5

115,25

115.5

AuLloi.-Rechteu . -

.8,5

58,5

58,6

Barmer Bankverein

10

126.75

127

126.65

126.75

Desgl. ohne Auslos.-Rechte .

11.3

11,4

11,4

11,5

Berliner Handelsgesellschaft

12

175

-

175.25

176

6% Hesi. BoiMaat von 1929 ttüchahlb. 102%)

Commerz- und Privat-Bank .

11

151,5

>51,5

151,5

151,5

92

93,75

Darmstädter und Nationalbank

12

227,5

226,75

227,5

Oberhessen Provinz Anleihe mil

Deutsche Bank und

Ausloi.-Rechten

54,75

Disconto-Kelellschaft, . . .

10

151

151

151

Deutsche komm. Sammelabl.

Dresdner Bank......

10

144,25

144

144

144

Anleihe Serie 1

8% Franks Hyp^Bank Goldpse

55,75

55,9

-

Meichsbank . - ....

12

294,25

297.5

172.25

294,25

296.5

XIII unkündbar bis 1934

99,5

A.E.G...........

8

170

170.25

172,75

7% Frankl Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 613 1932

Bergmann........

. 9

186

185,25

185,5

93,25

Elekrr. LieserungSgesellschast

10

159

</»% Rheinische Hyp.-Bank

Licht und Krall .....

10

167,5

167

168

Liqu. Goldpse. . . .

86,13

Felten & Guilleaume .

7 %

125,25

124,75

125

8% Br. Landerpsandbriefanstalt,

Gesellschaft für Elektrische

Psandbriese R. 17

100

100

-

Unternehmungen ....

10

176,5

-

175,5

168,5

136.9

8% Pr LandeSpsandbries an stall,

Hamburger Elektrizitäts-Werke

10

137,25

Komm^Lbl. R. 18

95,5

95,5

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

14/

145,5

7% Pr. Landeepsandbriesanstalt,

Schlesische Elektrizität. . . .

10

162,5

Psandbriese R. 10

A.E.G abg. Borkriegs-Obligatio.

92.25

92,25

-

Schuckert & Co..... .

11

191

185,25

190,9

Siemens & Halske .

16

244,5

241,5

244,75

nen. rückzahlbar 1932 . . .

1 -

Tranüradio.....

. 8

128

127,5

10

167,5

168,75

4% Oesterrelchilche Goldrenu . . 4,20% Oeslerreichische Sllberrenle 4% OeHerreichilche Einheitliche

26,5

4.13

26,4

4,25

4,25

Buderus......

Deutsche Erdbl ..

. t>

. 6

. 8

71

101,5

101

142,5

138,5

125

70,25

101,5

141,5

Rente ...

4% Ungarische Soldrente . . . .

24,4

2,4

24,4

24,6

Geilenkirchener ..

. 8

. 0

138

125,5

138,5

125

4% Ungarische Staats reute v. 1910

21,25

21,25

6Vi

108

107,9

4«/,% deögl. von 1913

4% Ungarische Kronenrente . .

2,45

22,1

2,35

2,35

gtse Bergbau .. Klücknerwerke . ..

10 . 7

100,5

100,25

4% Türkische gollanleihe von 1911

7

7,1

. 7

>05

105,75

4% Türkische Vagdadbahn-Anl

7,13

Mannesmann-Röhreu .

. 7

104,75

. 104,9

104,5

104,75

Serie 1

7

7,15

7,2

Manslelver Bergbau . . Oberfchlel Eisenbedarf . . .

. 7

.

70,5

70,6

4% vrsgl Serie II .

7

'.05

. 6

70

6% Rumänisch» vereinh. Rente

10

Oberschlcs. Kokswerke ...

. 1

108

108,5

von 1903

IC

Phönix Bergbau ....

6%

104,5

105,13

104,6

tVi% Rumänische vereinh. Rente

16,55

Rheinische Braunkohlen . .

10

224

227

von 1913 .........

16,65

Rheinftahl..... .

. 6

114,75

114,9

4% Rumänisch« vereinh. Rente

8,15

8,1

1

Riebeck Moata» ......

7.2

Frankfurt a. Dl. 1

Berlin

Schluß» kUt-

l»llhr» 1

Kur« |

Schluß» kur«

Anfang- Kur«

Datum

30. 4.

1. 5.

30 4-

1. 5.

Bereinigte Stahlwerke . . .

96

96 13

96,13

Olavi Minen......16'/»

49

48,5

Kaliwerke Aschersleben . . .

10

227

226,5

228,5

Kaliwerke Westeregeln . . .

10

230

229,5

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

15

398

398,5

396,5

401

I. G. Farben-Invustrte . . .

12

176,4

178

176,13

177,5

Dynamit Nobel ......

C

ti

Goldschmidt .......

. 5

70,5

70,5

70,5

NülgerSwerke .......

. 6

69,5

69

Metallgesellschafk. .....

. 8

108

107,75

Philipp Holzmann.....

Zementwerk Heidelberg . .

Üementwerk Karlstadt. . .

. 7

110,5

110,5

110,25

10

1

10

143

Wavb ä Freytag.....

. 8

91

90

Schulthet» Patzenhofer . . .

15

-

303

305,6

Ostwerke.........

12

257,25

259,5

..............

18

112

112

113,25

111,5

Bcmberg.........

14

144

143

142,5

gellstofs Waldhof . . . .

8'/.

183,9

182,5

185,4

Zellstoff Aschaffenburg . . .

Charlottenburger Wasser . .

12

. 8

142

142,75

103,75

104

Dessauer GaS .......

. 9

167,75

168,13

Daimler Motoren .....

. 0

40

40,25

40,9

Deutsche Linoleum ....

e -

241

242

243,5

52,25

Maschinenbau A.-G. ....

. 0

51,5

Nat. Automobil .

. 0

Orenslein & Koppel ....

. 6

78,5

78,75

Leonhard Tietz ..

SvenSka ........

10

-

150

348

348

Frankfurter Malchiner . .

. 4

36

35,75

Gritzner.........

. c

38

38,25

Heyligenstaedt ..

YunghanS........

. 0 .

40,25

41

Lechwerle.........

. t

Mainkraftwerke Höchst o. M..

Miag ........

1C

132

131,25

130,5

Gebr. Roeder . i . . . . .

1C

104,5

Voigt & Haefsner . . . . Süddeutsche Zuck« . . .

. r V.

161

159,75

-

Vanknoten.

Berlin, 30. April__

Geld

2Ü2L,

Amerikanische Noten .....

4,164

58,33

4,184

58,57

Dänische Noten........

111,70

20,315

16,395

168,03 21,93

112,14 20,395 16,455

168,71

22,01

Französische Noten ......

Italienische Noten ......

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr.,L100 Kronen

111,68

112,12

58,93

59,17

Rumänische Noten......

2,46

2,48

Schwedische Noten ......

112,20

112,64

Schweizer Noten.......

81,02

81,34

spanische Noten .......

51,90

52,10

12,43

Tschechoslowakische Notm . .

12,37

Ungarische Noten.......

72,95

73,25

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

30. April

I.Dlai

Amtliche

Geld |

Notierung Äries

Amtliche Geld

Notierung Skief

Amst.» Rott-

168.38

168,72

168,41

168,75

Buen.-AireS

1,600

1,604

1,616

1,620

Brff.-Antw.

58,42

58,54

58,405

58,525

Christian ta.

111,97

112,19

111,98

112,20

Kopenhagen

112,00

112,22

1'2,01

112,23

Stockholm

112,44

112,76

112.44

112.66

Helsingfors.

10,533

10,553

10,533

10,553

Italien. . .

21,92

21,96

21,92

21.96

London. . .

20,34

20,38

20,343

20.383

Neuhork . .

4,184

4,192

4,184

4,192

Paris....

16,415

16,450

16,41

16,45

Schweiz ..

81,115

81,275

81,105

81,265

Spanien - .

51,92

52,02

51,77

51.85

Japan . . .

2,066

2,070

2,067

2,071

Rio de Jan.

0.497

0,499

0,497

0,499

Wien in D--

Deft. abgest.

59,005

59,125

58,995

59,117

Prag ....

12,399

12,419

12.399

12,419

Helzrad ..

7,400

7,414

7,405

7,419

Budapest. .

73,13

73,27

73,15

73,29

Bulgarien.

3,036

3,042

3,036

3,042

Lissabon .

18,78

18,82

18,78

18,92

Danzig. . .

81,11

81,27

81,38

81,54

Konstantia.

1,785

1,789

1,784

1,788

Athen. . .

5,43

5,44

5,445

5,455

Canada . .

4,180

4,188

4,180

4,188

llnnuat). .

3.856

3,864

3,856

3,860

Cairo « »

20,86

20,90

20,86

20,90