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Arbeit wird Plage, die der Gelderfolg rechtfertigen muß. Und es ist ist nun kein Wunder, daß das Er­zeugnis fremd und liebeleer, ohne eigentlichen Reiz als den der reinen Nützlichkeit erscheint.

Aber das muß nicht so sein. Zwar, das Rad der Welt- und Wirtschaftsgeschichte drehen wir nicht (urück. Die Fabrikation für den unbekannten Kau­er wird für immer die Hauptmenge aller wirt- chaftlichen Erzeugung bleiben.

Wenn aber die unmittelbare Verwendung nicht zu sehen ist, so können wir doch unsere Aufmerk­samkeit und Liebe dem Arbeitsobjekt und darüber hinaus dem unbekannten Volksgenossen zuwenden.

Vomalten und denBassernu

OaS Schlagwort als FL

Ist die weitverbreitete Herrschaft der Schlag- Worte nur aus der Denkfaulheit des Menschen zu erklären, ist sie nur das Zeichen betrüblicher geistiger Verflachung? Keineswegs! Das tiefere Geheimnis des Schlagwortes liegt oft auch in seiner Fähigkeit, unmittelbar, ja blitzartig Situationen und Menschen zu beleuchten, ohne daß es weit­schweifiger Erörterungen bedarf. Mit unmittelbarer Lebendigkeit enthüllt es manchmal einen geschicht­lichen Hintergrund von oftmals umfassender Weite und verleiht den Personen, denen es in den Mund gelegt wird, Farbe und anschauliche Gestalt. Das Schlagwort ist deshalb nicht nur ein unterhaltender, sondern auch ein belehrender Führer durch die Ge­schichte. Wir sehen den tüchtigen Feldhauptmann Schweppermann geradezu vor uns stehen, von dem Ludwig der Bayer nach der Schlacht bei Mühldorf gesagt haben soll:Jedem Mann ein Ei, dem oraven Schweppermann z w e i." Um Luther rankt sich ein großer Kranz von Aussprüchen, die zu stehenden Redensarten geworden sind. Auf ihn wird dasMatthäi am letzten" zurückgeführt, womit ausgedrückt werden soll, daß man am Ende sei, daß man sich am Ende seiner Künste glaube. Von dem großen Reformator stammt auch der SatzSo wohlfeil ist jetzt die Kunst, daß sie schier muß nach Brot gehen", der in einer seiner Tischreden enthalten ist. Das stolze WortGedenke, daß du ein Teutscher bist" wird dem Großen Kurfürsten beigelegt; es ist angeblich aus Anlaß der Beleidi­gung seiner Gesandten durch Schweden im Jahre 1658 entstanden; auch den AusdruckAlter Schwede" verbindet der Historiker T r e i t s ch k e mit diesem brandenburgischen Fürsten. Es dürfte wenig bekannt sein, daß die BezeichnungKüche n- dragoner", heute eine wenig liebenswürdige Benennung für eine derbe Hausangestellte, einen sehr ernsthaften Ursprung hat. Sie leitet sich von drei Dragoner-Regimentern unter dem Fürsten Leo­pold I. von Anhalt-Dessau her, die dienstlichHof­staat- oder Küchendragoner" genannt wurden, wie Paul Friedrich in seiner SammlungDeutscher Zitatenschatz" ausführt. Das oft gebrauchte Schlag­wort:Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" soll ein Ausruf Ferdinand von Schills am 12. Mai 1809 auf dem Markt­platz von Arnsburg vor seiner Freischar sein. Der mit der deutschen Sprache ewig auf dem Kriegsfuß lebende Generalfeldmarschall von Wrangel hat

Denn so wollen wir ihn richtig nennen:Dolks- genossen", nicht nurKäufer". Der Volksgenosse ist uns vertraut, auch der unbekannte. Er ist uns in so vielem gleich. Seine Freuden, seine Sorgen sind den unsrigen verwandt. Wir können uns in ipn hineinversetzen, wenn er unser Erzeugnis erwirbt. Und so, wie wir es persönlich form en, Jo spricht es ihn, wenn er unserer Art ist, persönlich an. Er liest gewissermaßen unsere Eigenart aus dem Gegenstände heraus. Wie sollten wir zu die­sem Bluts- und Geistesverwandten nicht gerne sprechen?

Schweden"

Ijrer durch die Geschichte.

sich mit feiner Bemerkung:Ick be men Here mir", als man ihn nämlich tot gesagt hatte, ein witziges Denkmal gesetzt. Der preußische (Staats­mann und Publizist David Hansemann, der 1848 Finanzminister und Ministerpräsident war, veranschaulicht uns mit seinem AusspruchIn Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf" sogleich die Stimmung einer neuen Geschichts­epoche, in der Wirtschaft und Berechnung einen bedeutenden Machtzuwachs gewonnen haben. Das häßliche Wort von dembeschränkten Untertanen­verstand" geht auf den preußischen Minister des Innern Gustav Adolf von Rochow zurück.

Der Begriff despassiven Widerstandes", der für Deutschland in den düsteren Zeiten der Ruhr­besetzung die große nationale Parole wurde, ist Oer Tag -es Handl

Landkreis Giehen.

ck. Heuchelheim, 30. Okt. Am Tag des Handwerks prangten unsere Straßen im Schmuck der Fahnen des Dritten Reiches. Beson­ders die Handwerksmeister und die Geschäfte hatten ihre Häuser bzw. Schaufenster zur Feier des Tages festlich geschmückt. Nach gemeinsamem Kirchgang am Vormittag trafen sich die Mitglieder der Orts­gruppe der NS.-Hago um 11 Uhr im SaaleZum Treppchen" zur Gemeinschaftsfeier. Der Leiter der Ortsgruppe, Jnnungsobermeister L. Rinn XVII., begrüßte die Berufskollegen, die Mitglieder der Orts­gruppe der NSDAP., Bürgermeister Rinn, sowie die Mitglieder des Ortsvorstandes. In feinen ein­leitenden Worten wies er auf die Bedeutung des Tages hin und verlas bann die Botschaft des Reichs- füh'rers des deutschen Handwerks. Anschließend fand die Rundfunkübertragung aus Braunschweig statt. Wie im ganzen Reiche, so wurden auch hier einige Jnnungswalter auf ihr Amt verpflichtet, und zwar Friseurmeister Ludwig V o l k m a n n, Malermeister Otto Rinn, Sattlermeister Albert Römer und Metzgermeister Adolf Schmidt. Abends hatten sich die einzelnen Berufsgruppen zur Feier auf die einzelnen Wirtschaften des Ortes verteilt.

* Leihgestern, 30. Okt. Der Tag des Handwerks wurde in unserem Orte in wür­diger Form begangen. Vormittags versammelten

in der Nacht zum 10. November 1848 von dem Präsidenten der Berliner Nationalversammlung, Hans Victor von Unruh, geprägt worden. Affenartige Geschwindigkeit" nannte der Wiener Journalist August K r a w a n i am 18. Juni 1866 in der Wiener Presse die große Be­weglichkeit der Preußen. Die berühmtenBasser- mannschen Gestalten" haben übrigens nidjts nut den Rollen des berühmten Schauspielers Albert Bassermann zu tun; sie beziehen sich auf einen Ausspruch des Politikers Friedrich Daniel Basser­mann, des Mitgliedes der Erbkaiserpartei, in der Frankfurter Nationalversammlung vom 18. Novem­ber 1848, in dem es heißt:...ich sah hier Gestal­ten die Straße bevölkern, die ich nicht schildern will." (In einem Bericht über Berliner Zustände.) Ein beredtes Zeichen für die Volkstümlichkeit und für die sprachschöpferische Kraft Bismarcks sind die zahlreichen Redewendungen des Eisernen Kanz­lers, die noch heute in aller Munde sind, angefangen von derZivilcourage" über den Ausspruch Keinen Fleck auf der weißen Weste" und den Be­griff desehrlichen Maklers" bis zu der Politikvon Blut und Eisen". DerPrin­zipienreiter" verdankt seine Entstehung einem Erlaß des Fürsten Heinrich LXXII. von Reuß zu Loben- ftein aus dem Jahre 1844, in dem zu lesen ist: ... seit zwanzig Jahren reite ich auf einem Prin­zip herum". Freiherr Marschall von Bieber- ft e i n hat bas Wort von berFlucht in bie Öf­fentlichkeit" im Journalistenprozeß am 4. Dezember 1896 in Umlauf gebracht, unb Reichskanzler von Bethmann-Hollweg sprach im Reichstag am 28. September 1916 von berFreien Bahn für alle Tüchtigen", eine Rebewenbung, bie ebenso wie StresemannsSilberstreifen" in den großen Bestand der geschichtlich bedeutsamen Schlagworte eingegangen ist.

»erks in Oberhessen.

sich die Ortsgruppen Leihgestern und Großen-Lin- ben berNS. - Hago im festlich geschmückten Saale Zum Löwen". Obermeister S ch r a b e r (Leih­gestern) eröffnete bie Feier unb sprach in fesselnben Ausführungen über bas Hanbwerk in ber Gegen­wart. Vor allem rechnete er mit ben Nörglern ab. Nach ber Bekanntgabe bes Aufrufs bes Reichs- hanbwerksführers zum Tage bes deutschen Hand­werks wurde die Uebertragung der Reichsfeier an­gehört. Im Verlaufe der Veranstaltung wurden auch verschiedene Obermeister verpflichtet, und zwar: Gustav Schrader, Leihgestern (Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Pflichtinnung), Lud­wig Krauskopf, Großen-Linden (Obermeister- Stellvertreter der Fnseur-Pflicht-Jnnung), Georg Brück, Leihgestern (Jnnungswart der Weißbinder und Maler-Pflichtinnung), Karl T e x t o r II., Leih­gestern (Jnnungswart der Schreiner-Pflichtinnung) und Peter Dietz, Großen-Linden (Jnnungswart der Steinmetz- und Steinbildhauer-Pflicht-Jnnung). Mit dreifachemSieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler schloß Obermeister Schrader die Feier.

cxd Lollar, 29. Okt. Am Tage des deut­schen Handwerks veranstaltete die hiesige N S. - H a g o in dem Saale der Gastwirtschaft Germania" einen Familienabend.

OO Londorf, 30. Okt. Zum Handwerker- t a g hatte die hiesige Ortsgruppe der N S. - H a g o die Handwerker, Gesellen und Lehrllnge zu einer

Versammlung am Sonntagvormittag im Saale des Gastwirts Louis Lich eingeladen. Der Einladung hatten zahlreiche Volksgenossen Folge geleistet. NS.-Hago-Führer Pg. Rink eröffnete die Ver­sammlung und wies auf die Bedeutung des Tages des deutschen Handwerks und der Verpflichtung der Innungs-Obermeister im ganzen Reiche hin. Der organisatorische Aufbau des Handwerks erfordere, daß jeder Meister, Geselle und Lehrling der Deut- schen Arbeitsfront beitrete. Den noch Abseitsstehen, den wäre wahrscheinlich letztmalig jetzt hierzu Ge­legenheit gegeben. Die Reichssendung von Braun- schweig wurde mit großem Interesse und mit star­ker Aufmerksamkeit angehört. Nachmittags und abends fanden sich die Teilnehmer wieder im Saale von Lich ein, wo sie noch einige Stunden gemütlich verweilten.

Kreis Schotten.

c Schotten, 28. Okt. Alle Innungen bes Kreises mit ihren Jnnungswaltern sammelten sich heute Vormittag um 11 Uhr in ber festlich ge­schmückten Turnhalle, um bie Kunbgebung bes Handwerks aus Braunschweig gemeinsam anzuhören. Kreishanbwerksführer Neumann be­grüßte bie Hanbwerksmeister, Gesellen unb Lehr­linge unb verlas ben Aufruf bes Reichshandwerks- führers. Die Uebertragung ber Reichsfenbung von der Feier in Braunschweig machte einen tiefen Ein­druck. Stehend gelobte das Handwerk treue Gefolg­schaft. Kreisleiter Kromm richtete nach der Ueber­tragung noch mahnende Worte an die Versamm­lung. Eine Jnnungsversammlung schloß sich an.

Kreis Wetzlar.

<£ Rodheim a. d. B., 30. Okt. Anläßlich des Tages bes beutschen Hanbwerks zeigten zahlreiche Häuser unseres Ortes Flaggenschmuck. Vormittags versammelten sich bie Vertreter bes hie­sigen Hanbwerks im Benderschen Saale, um bie Radio-Übertragungen ber Reichshanbwerksleitung entgegenzunehmen. Abenbs kamen bie Hanbwerker wieder mit ihren Familien im Benberschen Saale zusammen, um in echter Volksverbundenheit einige Stunden in bester Stimmung unb Gemütlichkeit zu verleben, Zahlreiche Volksgenossen aus Robheim hatten ber freunblichen Einlabung ber Ortsleitung Folge geleistet unb halfen, zur Erhöhung ber Stim­mung beizutragen.

Itunbfunfprogramm.

Donnerstag, 1. November.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgen­spruch Choral. 7. Frühkonzert. 8.30: Gymnastik. 9.15: Musik um Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus., 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Klas­sisch, romantisch, mobern. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinder- ftunbe. 16: Nachmittagskonzert bes Runbfunkorche- fters. 18.05: Heimbeschaffung für bie Hitler-Jugend. Reichsminister Dr. Goebbels spricht. 18.25: Neue deutsche Dichtung: 18.35: Katechismus für Sprach­sünder (III). 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Saar-Umschau: 20.30: Spanische Sinfonie für Violine und Orchester op. 21 von Ed. Lato. 21: Jakob Johannes. Ein Schicksal an der Saar. Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht.

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