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versehen, bk es dem Braumeister als fachlich hoch- wertigen Feinschmecker des Bieres ermöglichen, von Zeit zu Zeit nach dem WortTrinken wir noch ein Tröpfchen" den Zeitpunkt für die Reife des Vieres festzustellen.

Sobald diese Zeit gekommen ist, tritt der große Adfülldetrieb in Funktion, der sich über dem Lagerkeller befindet und durch eine sinnreiche Appa­ratur einen flotten Verlauf des Arbeitsganges er­möglicht. Nebenan befindet sich die F a ß w ä s ch e - rei mit einer sinnreichen maschinellen Einrichtung, die es ermöglicht, innerhalb einer Stunde rund 180 Fässer von normaler Größe außen und innen gründlich M waschen. Wenn dann die Faßkontrolle ein Faß als nicht ganz einwandfrei feststellt, wan­dert dieses Faß zur Picherei, wo es gründlich be­handelt und für die Wiederverwendung bereit ge­macht wird. Hierauf kann es wieder m den Der- sandbetrieb eingestellt werden.

Große Lastautos und Pferdefuhrwerke sorgen dann für den Abtransport zu den Ausschankstellen, in denen sich der frohgemute Zecher den Tropfen wohlschmecken läßt.

Aus Ser Provinzialhauptstadt.

Ostern.

Wir haben ein Recht darauf, Ostern ein deutsches Fest zu nennen; denn das deutsche Volk hat ihm eine besondere Ausprägung gegeben. Deutsch'ist der Brauch der Herrnhuter Brüdergemeinde, am ersten Ostertag, bevor der Tag graut, auf den Gottesacker zu gehen, zu warten, bis der erste Strahl der Sonne im Osten aufblitzt, und dann über den Gräbern einen ergreifenden Gottesdienst zu halten. Der NameOstern" stammt aus der Frühzeit der Ge­schichte der Germanen. Goethes Schilderung des Osterspaziergangs hat zum Hintergründe eine deutsche Stadt aus dem 18. Jahrhundert. Paul Ger­hardt, der in seinen geistlichen Liedern man denke an das berühmte Sommerlied deutsche Na­tur und deutsches Volkstum so innig geschildert hat, beschreibt altes deutsches Soldatenleben, wie es sich zur Zeit Luthers und zur Zeit des Dreißig­jährigen Krieges Mpiette, wenn er in einem Öfter» liebe singt:Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er's uermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft. Viktoria! schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält." Sodann ist der deutsche Frühling bei uns untrennbar mit dem Osterfeste verbunden. Dem Frühling gehen seine Vorboten voraus. Die Vögel fingen, wenn der Winter zu Ende ist, früh vor Tag auf den kahlen Bäumen ihr Lied. Schneeglöckchen, Priemeln und Veilchen wagen sich schüchtern aus dem Erdboden hervor. Leuchtend scheint die Sonne herab auf das deutsche Land. Eine alte Volkssage berichtet, am ersten Ostertag tanze die Sonne beim Ausgehen vor Freude. Das sichere Zeichen, daß der Frühling da ist, ist, wenn um die Osterzeit die alten Menschen, die im Winter mißgestimmt und verzagt waren, auf den Stock ge­stutzt in das Freie gehen und wenn die deutschen Kinder auf den Straßen Ringelrosenkranz und an­dere Spiele spielen.

Aber wie Jesu Reich sich über alle Grenzen er­streckt, so ist Ostern ein Fest, das von der Christen­heit der ganzen Erde gefeiert wird. Christ ist er­standen von der Marter alle, so erklinat es in mannigfachen Variationen über die ganze Welt, und die Christen gründen ihre Hoffnung auf das Fort­leben in einer besseren Welt und eine Wiederver­einigung mit denen, die ihnen im Leben nahestän- den, auf die Auferstehung Jesu von den Toten. Auf dem Grabe eines Deutschschweizers, der auf dem evangelischen Friedhöfe an der Pyramide des Cestius zu Rom bestattet ist, steht die kurze In­schrift:Und dennoch!" Sie mag aus dem 73. Psalm abgeleitet sein, wo ein frommer Menfch der Vorzeit zu Gott spricht:Dennoch bleibe ich stets an dir", sie bringt dasselbe zum Ausdruck, was Paul Ger­hardt meint, wenn er Jesus einen Helden nennt, der Feld und Mut behält.

Gegen Jesus sind zu allen Zeiten Gegner ange­stürmt, von dem griechischen Arzte Celsus an, der das Christentum schon ipi zweiten Jahrhundert sei­nes Bestehens bekämpft hat, über Voltaire hinaus, der der christlichen Weltanschauung mit scharfem Spott und bitterer Ironie entgegengetreten ist, bis zum Pancheismus der neueren Zeit, dessen An­hänger die Lehre aufstellen:Gott ist nicht in Jesus, seinem Sohne, wie ihn die Christen nennen, in die Welt getreten, sondern er ist in dem Weltall zu finden, im Blühen des Frühlings, im rieselnden Schnee, im Fische, der aus dem Wasser emvor- schnellt, im Dvgelflug, auch im Menschengefft, Gott ist also dem All gleichzusetzen." Unzählig viele Widersacher, und dennoch gewinnt Jesus von Jahr zu Jahr einen größeren Geltungsbereich.

Ostern bedeutet den Sieg des Lebens über den Tod, den Sieg der Idee über die Unvernunft. Auch in diesem Sinne ist das Fest, das wir in diesen Frühlingstagen feiern, ein deutsches Fest. Wir glau­ben an die deutsche Treue, an den Adel des pflicht­treuen und gewissenhaften deutschen Menschen. Sonst könnten wir nicht verstehen, wie Hunderttausende im Krieg ihr Leben für ideale Güter lassen konn­ten, wie ein Mann wie Richthofen setzt vor sech­zehn Jahren als Flieger für das Vaterland ge­storben ist. Auch in dem Sinne soll diesmal Ostern ein deutsches Frühlingsfest fein, daß wir an eine neue, schönere Zukunft unseres Vaterlandes und Volkstums glauben und in den Kreis derer ein- treten, die diese Zukunft herauszuführen bestrebt sind. H. B.

Konfirmation.

Von probst und SuperiniendentOc.Borrmann

Eine der schönsten Familienfeiern die Einseg­nung ist in vielen Gemeinden untrennbar mit dem Palmsonntag verbunden. Aber wenn diese Feier eine wirklich christliche sein soll, muß in ihrem Mittelpunkt eben die kirchliche Feier die Konfir­mation selber stechen. Daß des Hauses Kind an diesem Tage eingesegnet wird in die Gemeinschaft der Gläubigen, daß es sich bekennt zu dem leben­digen Gott, daß es fein Gelübde ablegt, in der Nach­folge Jesu den Lebensweg zu führen das ist der tiefste Sinn und der heiligste Inhalt des Festes der Konfirmation.

Freilich, wenn die Konfirmanden am Altar ihr Gelübde ablegen, muß dies recht verftanden wer­den. Den oft noch so kindlichen Seelen kann eine bewußte Glaubensentscheidung in des Wortes tief­ster Bedeutung in vielen Fällen einfach noch nicht zugemutet werden. Wie sie geistig noch nicht mün­dig find, so sind sie es oft auch noch nicht in see­lischer Hinsicht. Und wir wollen gerade von diesen jungen, noch in der Glaubensentwicklung stehenden Seelen nichts Uebersteigertes und damit Unmög- liches verlangen. Man würde damit das Gegenteil dessen erreichen, was man doch erreichen will und was Konfirmation ja schon dem Namen nach be­deutet: die Festigung des Glaubens. Wir wollen

Gaarkundgebung in Gießen.

An den Osterfeiertagen haben wir etwa dreißig Volksgenossen aus dem Soargebiel zu Gast in unserer Stabt Zum Zeichen der Verbundenheit mit ihnen in ihrem Kampfe um ihre deutsche Heimat grüßen von allen deutschen Häu­sern die Fahnen des Dritten Reiches. Die Fahnen werden gehißt am ersten Osterfeiertag, um 16 Uhr. Keine deutsche Familie wird eine Aus­nahme machen.

Am ersten Osterfeiertag um 18 Uhr am Bahnhof feierliche Begrüßung der Saardeut­schen durch die Stabt Es spricht ber Beigeorbnete der Stabt Gießen, pg. Bartholomaus Es wirkt mit ber Spielmannszug bes Gießener Jung­volkes. Anschtießenb bringen wir die Gäste an ihr Quartier. Es ist eine selbstverständliche pflicht, daß jeder erscheint, der erscheinen kann, vor allen Dingen die deutsche Jugend.

Am zweiten Osterfeiertag um 15 Uhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb große Saarkundgebung unter Mitwirkung der SAR. Kapelle, der SA., der HI., des Jungvolks.

Für sämtliche Gießener Vereine ist es pflicht, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Jeder Vereins­führer ist persönlich dafür verantwortlich, daß sein Verein geschlossen leilnimml Geschlossen teil­nehmende Vereine und Formationen erhalten Karten zum verbilligten preise (30 pf ). Die Vorverkaufssielle für sämtliche Vereine ist bei pg. Kart Keiner, Bahnhofstraße 8 (Laden), da die Kreisleitung vor den Feiertagen geschlossen ist. Anzugeben ist der Rame des Vereins, des Vereins- fsihrers und die Anzahl der Teilnehmer. Unifor­mierte haben auch verbilligten Eintritt.

An der Kundgebung nimmt die S A. - R e s e r v e teil Abmarsch um 14 Uhr vom Lokal des pg. $ o 1- dan mit der Kapelle nach dem Sportplatz.

Im Anschluß an die Kundgebung findet ein Fuß­ballspiel gegen den Saarverein 07 Saarbrücken statt, heil Hiller!

Die Kreisleitung Gießen.

gez.: Schmelz, Kreispropagandaleiter.

An alle Vereinsführer Gießens

Jeder Vereinssührer ist persönlich dafür verant­wortlich, daß sein verein geschlossen an ber Saarfunbgebung teitnimmt.

Die Eintrittskarten müssen bis zum Samstag (31. März) um 18 Uhr bei ber Vorverkaufsstelle pg. Karl Keiner, Bahnhofstraße 8 (Laben), abgeholt fein. Anzugeben ist Jlame bes Vereins, bes Vereins­führers unb bie Zahl ber Teilnehmer.

Vereinsfahnen werben zur Kundgebung nicht mit­genommen.

An alle Beamten.

Wir erwarten, daß sich alle Beamten an der Saarkundgebung am 2. Osterfeiertag um 15 Uhr auf dem Trieb beteiligen.

Oie Kreisleitung Gießen.

3.21.: Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Zahnen heraus!

Die Einwohnerschaft Gießens fordern wir auf, anläßlich der Saarkundgebung am 2. Ofter- feierfag ab 1.Feiertag, 16 Uhr, ihre Hauser reichzu beflaggen. Kein Haus in Gießen darf ohne Flaggenschmuck sein! Ls ist unsere pflicht, hier­durch unsere Verbundenheit mit unse­ren schwer kämpfenden Volksgenossen an der Saar zum Ausdruck zu bringen.

Bürgermeisterei Gießen.

I.v.. Bartholomäus.

DieWoche des Veruses" vom 9. bis 15. April.

Achtung!

Zur Eröffnung derWoche des Berufes" vom 9. bis 15. April findet am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in ber Volkshalle eine

Großkundgebung

zum Reichsberufswettkampf ber beut- fche n Jugend statt. Ls sprechen

pg. Beigeordneter Heinrich Bartholomäus, Gießen

und

Oberbannführer ber Hitler-Jugenb

Walter Blumenröber, Friedberg

Ls spielt die Muslkschar Alsfeld der Hitler - Jugend.

Deutsche Arbeiter! Deutsche Bauern! Führer der Betriebe! Handwerksmeister!

Ls ist eure nationale pflicht, bei dieser Kundgebung deutscher Auf­bauarbeit anwesend zu sein!

Ls ist der Wille des Führers, daß ihr dem jungen Rachwuchs eurer Berufe Vorbild seid und helft, daß der Weltruf des deutschen Arbeiters und seiner Arbeit für alle Zukunft unserem Vaterlande erhalten bleibt. Darum zeigt euren Aufbau­willen und

erscheint kn Massen!

(Eintritt frei!

heil Hitler!

Der Führer des Bannes 116: Gez.: Alfred Häuser.

gerade im Blick auf die jungen Konfirmanden Mar­tin Luthers tiefsinniges Wort zu uns reden lassen: Ein Christ steht nie im Gewordenfein, sondern steht immer im Werden.

Aber so viel muß und kann von jedem Konfir­manden an seinem Einfegnungstage und bei seinem Konfirmationsgelübde verlangt werden, daß es ihm ernst ist, heiliger Ernst um seine Seele. Er soll in Ehrfurcht vor Gott treten an diesem bedeutsamen Lebenstage und es in tiefster Seele spüren: Gott ist gegenwärtig, alles in mir schweige und sich innigft vor ihm neige! Was das Ziel des ganzen Konfirmandenunterrichts, wenn er ein rechter Un­terricht gewesen war: die Erziehung des Konfir­manden zur Ehrfurcht vor Gott und zum festen Vertrauen auf Gott, das soll nun als Bekenntnis im Konfirmationsgelübde feinen tiefsten Ausdruck finden. Und der weitere Lebensweg muß das Ja sein auf dieses Gelübde, muß beweisen, daß der junge Mensch in Ehrfurcht vor und im Vertrauen auf Gott nach Gottes Geboten lebt und auf Gottes Wegen wandelt.

Wem fiele bei solchen Gedanken nicht der eigene Konfirmationstag und das eigene Konfirmations- gelübbe ein! Es ist in manchen Gemeinden Sitte geworden, den Tag der silbernen ober der goldenen Konfirmation zu feiern, und wahrlich, das ist eine Sitte, die wert ist, allgemein ein geführt zu werden. Aber auch wenn wir solch ein Konfirmationsjubi­läum an diesem Palmsonntag nicht feiern, io ist doch die Besinnung auf unser Konfirmationsgelübbe uns dringend not. Gerade an solchem Tage, an dem wir vielleicht das eigene Kind zur Konfirmation geleiten, wacht des Dichters Wort in unfern Herzen auf:Ich ließ die Leere und ließ den Schaum, ich ließ die Zeiten und ließ den Raum, ich ließ des Daseins schillernden Saum da fand ich mein Herz, ich erkannte es kaum." Und in der Erkennt- nis all dessen, was wir versäumt haben gegenüber unferm Gott, in der Erkenntnis dessen, worin wir unserem Konfirmationsgelübde untreu wurden wacht die Sehnsucht, nein mehr: Wacht der Entschluß auf, von nun an treuer dies alte Gelübde zu hal­ten und dadurch nicht nur dem eigenen Kinde das beste Vorbild für feine Treue zu diesem Gelübde zu sein, sondern dadurch GoU wieder näherzukom« men Und so wird der Konfirmationssonntag auch den langst Konfirmierten zu einer Art nochmaliger Konfirmation, bie vielleicht noch gesegneter ist als unsere erste in ferner Jugendzeit.

Hebt mehr Jlofurfd)u^f

Die unablässigen Mahnungen in Wort und Schrift, das deutsche Volk möge sich für bie Er- boltuny seiner heimatlichen Land- schäft und ihrer Tier- unb Pflanzen- weit, losgelöst von dem G"dankengang bes ner- sonl'chen Nutzens ober Schabens, burch bie Tat Einsetzen, scheinen viele Volksgenossen noch nicht er- reicht zu haben. Sonst wäre es nicht denkbar, daß auch in diesem Frühjahr wi-der ganze Bündel Seidelbast aus ben Wälbern um Gie- Jen heimgeschlevvt unb die Sträucher selbst dabei in ber schänblichlten Weise mißhanbelt wer­den. Dabei steht ber Seidelbast auf der Lille der- senigen Pllanzen, deren Ausgraben ober Reschäbi- gen mit hoher Gelbstrafe bebrobf ist. Das Schnei- den und Roden von Hecken und bas Sengen von Rainen ist im Interesse des Vogelschutzes schon seit 1. März verboten. Trotzdem raucht es brgußen, wo vielerorts noch bie Robhacke

tätig ist, allenthalben, und das Beispiel der Alten scheint die Jugend anzueifern, gleiches zu tun. So ist auch zweifellos ein Brand entstanden, dem am Mittwoch, 28. März, die alte Linde am Hölzernen Born" fast zum Opfer gefallen wäre. Nur dem Eingreifen zufällig vorüberkommen- der Jäger ist es zu verdanken, wenn die Löschversuche ber Feuerwehr von Alten-Buseck noch so rasch ein­setzten, baß hoffentlich ber alte Wahrbaum gerettet worben ist. Ob es wirklich gelang, wirb ber Som­mer zeigen müssen. Es ist allerhöchste Zeit, baß sich ber Kreis berjenigen erm<>itert, bie bereit sinb, wirk­lichen Naturschutz ber T a t zu betreiben unb bie Schänber ber heimatlichen Natur rücksichtslos ber Bestrafung zuzu füh- r e n. Gute Gesetze für Naturschutz sinb da, aber wirklicher Naturschutz kann daraus nur werden, wenn ihr Wollen von jedem Natur- und Heimat­freund in die Tat umgesetzt wird.

H ö lzel, Staatlicher Vertrauensmann für Naturschutz.

0er neue Gießener Oberbürgermeister

Wie das Personalamt der Hessischen Staatsregie­rung bekanntgibt, ist Kreisbirektor Heinrich Ritter in Bingen mit Wirkung vom 1. April 1934 ab zum kommissarischen Oberbürgermeister ber Stabt Gießen bestellt worben.

Fraktionsführer Hahn Beigeordneter von Worms.

Der Führer ber nationalsozialistischen Gießener Stabtratsfraktion Gerichtsassessor Wilhelm Hahn ist nach einer Bekanntmachung bes Personalamts ber hessischen Staatsregierung zum kommissarischen Beigeorbneten ber Stabt Worms bestellt worben. Beigeorbneter Hahn hat sich in seinem Wirken als Führer unserer nationalsozialistischen Stabtrats- sraktion, ber seit ber nationalsozialistischen Revo­lution vor einem Jahre bie kommunalpolitischen Geschicke unseres Gemeinwesens anvertraut sinb, stets in eifriger Weise um bas Wohl unserer Stabt bemüht. In Anerkennung seiner Verbienste in Gie­ßen bars man ihn zu seiner Berufung zu größeren Aufgaben in Worms beglückwünschen.

Der Beigeorbnete Dr. Gustav Abvlf Körbel in Worms würbe zum kommissarischen Oberbürger­meister ber Stabt Worms bestellt.

Beförderung

des Gießener SA -Führers.

Der mit ber Führung der Standarte 116 in Gie­ßen beauftragte Sturmbannführer Regierungsrat Lutter ist mit Wirkung vom 1. März 1934 ab zum Obersturmbannführer befördert worden.

Geh. Hat Olt tritt in den Ruhestand.

Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Der ordentliche Professor für pathologische Anato- mie und animalische Nahrungsmittelkunde an unserer Universität, Geh. Medizinalrat Dr. med. vet. et phil. Adam Olt, wurde auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. April 1934 an in ben Ruhestanb versetzt.

Geh. Rat Olt wirb auch ferner noch ehrenamt­lich im Staatsdienst tätig fein und die Direktion eines an der ßanbesunioerfität neu geschaffenen Institutes für animalische Nahrungsmittelkunde

übernehmen und den einschlägigen Unterricht für die Studierenden der Veterinärmedizin erteilen.

Steueramtmann Metz.

Von bem Vorsteher des Finanzamts Gießen wird uns mitgeteilt:

Mit dem 1. April 1934 scheidet der bisherige Ober- steuerinspektor Karl Metz aus bem Beamtenver- banb des Finanzamts Gießen aus, da er unter Beförberung zum Steueramtmann an bas Finanzamt Mainz versetzt würbe. Aus diesem Anlaß fand eine schlichte Feier statt, in der das allseitige Bebauern über das Ausscheiden eines be­währten Amtsgenossen zum Ausdruck kam.

Amtmann Metz hat im Frühjahr_ 1899 bas Finanzamts-Examen erster Kategorie für ben hes­sischen Staatsdienst bestanden. In der Folgezeit wurde er, wie es bamals üblich war, überall herum­geworfen unb kann aus biefer Zeit allein 31 Ver­wendungen bei verschiebenen Behörben aufweisen. Zum 19. Dezember 1907 würbe er als Hauptsteuer­amtsassistent bei dem Hauptsteueramt Bingen etat­mäßig angestellt. 1915 kam er an das Finanzamt Mainz I und ist seit biefer Zeit in bem Dienst ber Sleueroerroaltung geblieben. Im selben Jahre würbe er im Alter von 37 Jahren als nichtausgebilbeter ßanbfturmmann zum Jnf.-Rgt. 117 eingezogen unb hat sich bas Eiserne Kreuz oerbient. Die Zeit von 1918 bis 1923 in Bingen war für ihn wohl bie schwerste, benn er hatte hier bie ganzen Leiben der Besatzungszeit von Anfang an mitzumachen. In die­ser Zeit wandte er sich, um ber deutschen Sache zu bienen, bem Junggeutschen Drben zu. Jederzeit hat er sich aktiv für bie beutsche Sache eingesetzt. Als ber Ruhrkampf unb ber passive Widerstand ein­setzten, hat auch Amtmann Metz alles getan, um der deutschen Sache zu dienen, oft mit Lebensgefahr Nachrichten vermittelt unb sich an ber Abwehr be­teiligt. Wie es leiber so oft vorgekommen ist, hat auch hier ein Deutscher bie deutsche Sache verraten unb ben Beamten wegen seiner Abwehrtätigkeit bei den Franzosen benunziert. Die Feier des franzö­sischen Nationalfeiertags vom 14. Juli 1923 gab noch feinen Freunben Gelegenheit, ihn zu warnen, und so unternahm er mit seiner Frau unb seinen beiden Jungen bie anstrengenbe und gefahrvolle Wanderung von Bingen über Biebrich-Wiesbaden durch ben Taunus. Er hoffte, in der Nähe des Feld- berges bie Grenze bes besetzten Gebietes überschrei­ten zu können. Durch Nebel kamen bie Wanderer aber in die unmittelbare Nähe einer französischen Grenzwache unb konnten nur mit Mühe im Wald verschwinden. Es gelang ihnen bann boch, bie Grenze zu überschreiten. Am gleichen Tage fand bie Haussuchung statt, bie zweiffellos zur Verhaftung von Metz geführt hätte. Im Jahre 1920 würbe er zum Steuerinspektor beim Finanzamt Bingen er­nannt unb von bort aus hat er einige Zeit bie da­malige Bezirkssparkaffe in Grünberg verwaltet. Mit bem 12. September 1923 zum Obersteuerinspektor befördert, war Metz bann bis jetzt am Finanzamt Gießen beschäftigt. Nachbem ber Jungbeutsche Or- ben, seiner ursprünglichen Bestimmung untreu ge­worden, nach links abgeschwenkt war. hat ihm Metz auch den Rücken gekehrt und sich ber nationalsozia­listischen Bewegung angeschlossen. Hier in Gießen war er Kreisbeamtenabteilungsleiter unb in biefer Stellung führenb in der Bewegung tätig. Seine dienstlichen Leistungen sind durch die weitere Be­förderung zum Amtmann anerkannt worden. Sein Weggehen wird allgemein bedauert; das Finanzamt Gießen und bie Bevölkerung werben ihn in gutem Anbeuten behalten.

Dank des WinterbistSwerks.

Vom Gaupreffeaml wird mitgeteilt: Für die­jenigen Angestellten und Beamten, die während der Dauer des Dinierhilfswerks sechs Monate lang ihre Spenden abgeführt haben, wird anfangs April eine besondere Metallplakette herausgegeben wer­den. Diese Metallplakette soll ein sichtbares Zeichen des Dankes fein. Aber auch allen andern, die durch ihre Spenden die Volksgemeinschaft gestärkt haben, dankt das Winterhilfswerk von ganzem Herzen.

Die Gauführung des Dinterhilfswerks.

Wirtschastsbelebuug durch die Firma Bänninger.

Die Firma Bänninger GmbH, in Gießen erhöhte wie uns mitgeteilt wirb schon im Sommer vorigen Jahres ihre Belegschaft um 50 vH. unb bis zum Enbe 1933 um weitere 25 v. H., mithin also insgesamt um 75 v. H. Die Firma ist auch in biesem Jahre bem Rufe bes Führers ge­folgt unb mit verstärkter Kraft barum besorgt, für bie noch auf Beschäftigung roartenben Volksgenossen Arbeit zu beschaffen. Zu biesem Zwecke werben bie Betriebsanlagen vergrößert, ferner ist eine ganze Reihe veralteter Maschinen aller Art burch neue ersetzt worben, woburch ebenfalls zahlreichen Volks­genossen Beschäftigung gegeben würbe. Die jetzt durchgeführte Vergrößerung ber Fabrikanlagen nimmt eine Fläche von etwa 1000 qm ein. Diese Erweiterung ist notroenbig, um Platz zu schaffen für bie Fabrikation neuer Artikel, bie Ersatz im Jnlanb bieten sollen für ben burch zollpolitische und Kontingentierungsmaßnahmen verschiebener Länber ausgefallenen Export.

Polizeibericht.

Einbrecher festgenommen.

Am 25. März würbe in Röthges (Kreis Gie­ßen) ber 27jährige Arbeiter Georg Walthes aus Frankfurt a. M. burch bie SA. von Röthges wegen Diebstahls festgenommen unb ber Gendarmerie übergeben. Er gab sofort zu, vier Einbruchsbieb- stähle in Röthges unb brei Fahrrabbiebstähle in Rieder- unb Ober-Bessingen ausgeführt zu haben. Das Diebesgut konnte zur Stelle gebracht werben. Walthes wurde dem Amtsgericht in Laubach zu­geführt unb in Untersuchungshaft genommen. Die Kriminalpolizeistelle Gießen, bie von ber Staats­anwaltschaft mit ber weiteren Aufklärung beauf­tragt mürbe, konnte Walthes noch als Täter bes Einbruchs bei bem Kirchenrechner inDorf - Güll, woselbst ihm 70 Mark in bie Hänbe fielen, unb bes Einbruchsversuchs in bas Pfarrhaus zu L i ch und in ein Kolonialwarengeschäft in Nieber-Bessingen ermitteln. Außerdem gab Walthes noch eine An­zahl Fahrraddiebstähle unb kleine Einbrüche zu, bie er in ber Nähe von Kassel verübt hat.

Jugendlicher Dieb festgenommen.

In der letzten Zeit wurden fortgesetzt Licht­maschinen (Dynamos) von Fahrrädern, die in den Fahrrad-Abstellhallen des Dolksbades und der Ge­werbeschule abgestellt waren, entwendet. Am 27. März gelang es ber Kriminalpolizeistelle, ben Täter zu fassen. Es hanbelt sich um einen 15jähri- gen Jungen, ber an ben Tatorten sein eigenes Fahr­rad abstellte, Reparaturen vortäufchte, unb bei bitt sen Gelegenheiten an dem Nachbarrab bie Lichtma­schine abschraubte. Bei ber Festnahme gab der Junge zuerst einen falschen Namen an. Die entwendeten Lichtmaschinen hat ber Täter an Liebhaber zum