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Schrifttum und Sprache
Preis des Buches ist erstaunlich gering.
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politische Schriften
— GottfriedZarnow: „Der 9. Novem -
bildung einen Ausgleich zuläßt. Erst langsam finden Binnenwirtschaft und Außenhandel, das nationalsozialistische Deutschland voran, Wege aus diesem Chaos. Die parallele politische Entwicklung dieser Jahre gibt der Leipziger Historiker Erich Brandenburg. Sie steht während der beiden Jahrzehnte ganz unter dem Zeichen des herannahenden Weltkrieges. Dem Dreibund stellten sich die Entente ccrdiale und die französisch-russische Allianz entgegen. Alle großen internationalen Konflikte, die zumeist um Kolonial- oder Balkanfragen gingen, zeigten in zunehmendem Maße die Schwierigkeit, die große weltpolitische Auseinandersetzung zu ver
bürg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (589) — Einer der besten Kenner des Auslandsdeutschtums fuhrt uns hier Schicksal und Lage der Deutschen, als eines
seiner Feder in 52 Briefen, die angeblich oder wirklich an einen Neffen, der lernen soll, gerichtet sind, war rasch vergriffen. Nun liegt das Werk in einer 2. verbesserten Auflage vor, in der bereits Neuerscheinungen des Jahres 1933 berücksichtigt sind. Bartels hält sich, vor allem bei den Dichtern der Gegenwart, von überschwenglichem Lob fern. Er wartet die Entwicklung ab, deutet Lob und Tadel nur an, aber man spürt sein sicheres ästhetisches
ber 1918. Die Tragödie eines großen Volkes." (Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg. Preis 3 Mark.) — (503) — Der Verfasser der gefesselten
mästen mußten, um es Liesen nicht in die Hände fallen zu lassen. Wenn die Frage heute aufgeworfen wird: Wer hat die deutsche Revolution finanziert und wohin ist das Geld in Deutschland geflossen?, dann haben wir jetzt die Antwort. Und wenn man weiter urkundlich bewiesen haben will, ob die Führer der Sozialdemokratie im Frühjahr 1918 (Munitionsarbeiterstreik) Landesverrat getrieben haben, dann findet man auch für diese Frage schlüssigen Beweis. Jeder Deutsche aber muß mit tiefer Erbitterung die Zeugnisse ehemals feindlicher Militärs und Staatsmänner lesen, die dem deutschen Soldaten bekunden, daß er die Front bis zu einem ehrenvollen Wasfen-
nendeutsche die Ueberzeugung von der Notwendigkeit ihres Daseins geben und kann uns erkennen lassen, daß sie für das Gedeihen der Volksgesamtheit unersetzlich sind. Was uns in diesem Werk erschüttert, ist das Heroische eines waffenlosen Kampfes, das zähe Ringen von Generationen um deutsches Leben, ist der unzerstörbare Wille zur Verbundenheit. mit Volkstum und Heimat. Dieses Werk ist erwandert und mit offenen Sinnen erlebt. Das gibt ihm jene Unmittelbarkeit, die nur von einem wahrhaften Erlebnis ausgeht.
bürg i. D. Gebunden 1,60 Mark. — (595) Peter Dörfler, der schwäbische Dichter und Psarrer,. bricht hier in drei Kapiteln „Sprachverderber", „Volk und Buch" und „Unser Brauchtum" eine Lanze gegen die Schmarotzer an der deutschen Seele und für die Reinheit deutscher Sprache, deutscher Sitte, deutscher Kunst und deutscher Kultur. „Wir wollen nicht Romantik noch Klassik noch Mittelalter, sondern einfach deutsche Kunst nach den heutigen Möglichkeiten." Die Sprache ist für Dörfler nicht nur Vermittlerin und Ansagerin, sie ist eine Herrin, die erzählt und berichtet und dabei den Glanz ihrer eigenen Schönheit erweist. Dörfler richtet mit scharf formulierten Thesen das Zeitalter der Aufklärung und seine Sünden, deren größte die Ausrottung des Brauchtums war. Für Dörfler wächst das Brauchtum aus der gleichen Wurzel wie alle Kunst, beide stammen aus dem Blut.
— Will Vesper: Aus tausend Jahren. Deutsche Balladen und historische Lieder. Gesammelt. 56. und 57. Tausend. Verlag C. Bertelsmann Gütersloh. Preis gebunden 2,85 Mark. — (508) — Die Sammlung beginnt mit dem Hildebrandslied und schließt mit Liliencrons Balladen. Will Vesper hat seine Kunst als Meister der Anthologie durch seine in Hunderttausenden von Exemplaren verbreiteten Sammlungen überzeugend nachgewiesen. Wer Freude hat an den Schätzen, die in unserer deutschen Dichtkunst verborgen liegen und vom Dichter hier gehoben und zusammengetragen sind, wird gern zu diesem Buch greifen.
— Börries, Freiherr von Münchhausen: Die Garbe. Ausgewählte Aussätze. In Leinen 3,80 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin. — (612) — Am 20. März 1934 beendet der Dichter das sechste Jahrzehnt seines Lebens. Was er hier bietet, ist gleicherweise eine Fortsetzung der Erzählung über sich und sein Leben in der „Fröhlichen Woche", wie eine Weiterführung gewisser in den „Meifterballaden" angeschlagener Gedankenfolgen. Eine Hälfte bilden Denkblätter zum Lob der Herkunft und Heimat, und Niederschriften, in
denen sich das eigene Schaffen und Erleben spiegelt. Klarsinnig ist Münchhausens Urteil über Dichtung und Dichter der Gegenwart und Vergangenheit in den Aufsätzen der zweiten Reihe. In jedem Wort | spürt man die mannhafte Freiheit der eigenen Mei-
— Dr. Hermann Haß: „Herrschaft in Mitteleuropa" (Bismarcks Bündnispolitik). Leinen 5,60 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (585) — Die Geschichte der großen Politik der Nachkriegsjahre von 1871 gewinnt in dieser Arbeit ihren umfassenden Ausdruck. Bismarck ersteht hier als der große europäische Staatsmann, als der seherische Politiker, der in seiner Hand die Fäden der europäischen Politik vereint. Sein überlegener Geist, fein politischer Weitblick, einst in schweren Kämpfen auf die Verwirklichung der deut- chen Einheit gerichtet, gelangen nun in dem großen Spiel europäischer Kabinette zur vollen Entfaltung. Wenn Hermann Haß in diesem Werk gerade den Kampf um Oesterreich an Hand eines eingehenden und sehr sorgfältigen Quellenstudiums und unter Verwendung von bisher wenig oder gar nicht bekannten Dokumenten besonders ausführlich schildert, so gibt er gleichzeitig damit die Voraussetzungen, von denen aus wir erst die heutige Bedeutung der deutsch-österreichischen Frage voll ermessen können. So bleibt sein Buch nicht in einer historischen Darstellung stecken, sondern erhebt sich zu einem gegenwartsnahen Werk, dem wir neue Erkenntnisse zu verdanken haben.
— Michael Prawdin: Eine Welt zer- bricht Ein Tatsachenroman. Seinen 6,75 Mark. Deutsche Verlggs-Anstalt, Stuttgart. — (502) — Don dem Ausgang des Weltkrieges bis zum Ende der Zarenfamilie reicht diese Chronik vom Schicksalsweg des russischen Staates und Volkes. Der Verfasser, ein in Deutschland lebender, deutschschrei- bender Russe, hat von dem Recht und der Pflicht des Chronisten Gebrauch gemacht, ohne jedes Vorurteil die Tatsachen sprechen zu lassen; nur daß er die verborgenen Beweggründe aufdeckt und Glied
Koch. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und vielen z. T. mehrfarbigen Tafeln. Drei Bände, in Halbleder je 14,50 Mark, in Ganzleinen je 9,50 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (630) — Diese klassische Gesamtdarstellung des deutschen Schrifttums (bisherige Gesamtauflage 70 000), die das stolze geistige Erbe im Zusammenhang mit der kulturellen Entwicklung unseres Volkes schildert, ist jetzt bis auf die jüngste Zeit ergänzt und in wesentlichen Teilen völlig neu bearbeitet worden. Schon die letzte Auflage, deren dritter Teil von Max Koch im Felde unter dem Feuer rumänischer Geschütze vollendet wurde, hatte es sich zum Ziel gesetzt, gegen die zersetzenden Strömungen der letzten Jahrzehnte Stellung zu nehmen und zur inneren Erneuerung des deutschen Volkes beizutragen. Die Neubearbeitung hat der (zufällig namensgleiche, jedoch nicht mit Max Koch verwandte) junge Literarhistoriker Willi Koch in Leipzig übernommen, dessen bisherige wissenschaftliche Arbeit sich besonders auf dem Gebiet der klassischen und modernen Dichtung erstreckt. Der uns vorliegende erste Band behandelt die Zeit von den Anfängen germanisch- deutscher Dichtung bis zum Ausgang des Barock (bis 1700). Die klassische Darstellung- Friedrich Vogts über die ältere deutsche Dichtung konnte fast unverändert übernommen werden. Neu hinzugefügt wurden drei Kapitel über Lyrik, Roman und
1 Urteil zwischen den Zeilen. Die letzten drei Briefe sind „Heimatkunst", „Sensationali-smus und Aesthe- i tismus" und „Nationalismus" überschrieben. Es
stillstand gehalten hätte, wenn die Revolution überhaupt nicht oder einige Tage später gekommen wäre.
— D r. Walter Gehl: Der nationalsozialistische Staat. Grundlagen und Gestaltung, Urkunden des Aufbaus, Reden und Vorträge, bis zum 12. November 1933; mit etwa 115 Bildern und Kartenskizzen. Geheftet 1 Mk., in Seinen 1,40 Mark. Verlag von Ferdinand Hirt in Breslau. — (631) — Der Neubau des Staates auf nationalsozialistischer Grundlage ist in Angriff genommen. So ist es Aufgabe jedes einzelnen, sich Rechenschaft darüber abzulegen, wie der nationalsozialistische Staat errichtet wird, auf welchen geistigen Grundlagen er ruht, welche volkserzieherischen und welche politischen Ziele er verfolgt. Das vorliegende Buch versucht einen Einblick in den Neubau des Reiches zu geben. Gehl hat mit scharfem Blick und der vieljährigen Schulung des Geschichtsschreibers das ausgewählt, was man wissen muß. Inzwischen ist auch der Kreis derer, die der Führer in die wichtigsten Stellen des Staatslebens berief, groß und volkstümlich geworden. Es war daher auch Aufgabe des Buches, in möglichst weitem Umfange die Persönlichkeiten im Bilde zu zeigen, die die lebendige Brücke darstellen zwischen Volk und Führung. Und auch der bunte Wechsel der Ereignisse, die Höhepunkte des öffentlichen Ge-
hier unsere Gegenwart in die große historische Entwicklung eingegliedert erscheint. — Es bedarf kaum besonderer Erwähnung, daß auch dieser Schlußband der Propyläen-Weltgeschichte, wie seine Vorgänger, überaus glänzend mit ausgezeichnetem Bildmaterial ausgeftattet ist. Besonders auch die wirtschaftshistorischen Abschnitte zeigen manch seltene Bilder. Die meisten Persönlichkeiten dieser uns noch so nahen Zeit sehen wir im Bilde wieder, viele zeitgenössische.Justiz" hat Den Versuch unternommen, zwei Fragen Karikaturen illustrieren die damalige Sage oft schnei- .beantworten, die sachlich wie politisch gleich heikel
ler als Worte es tu tun vermochten. Eine Reihe .....' —1 - - - - -
von Kartenskizzen sind dem Abschnitt über die Geschichte des Weltkrieges beigefügt. Auch sonst findet man das notwendige Kartenmaterial. Besonders sei auf die ausgezeichneten Zeittafeln hingewiesen. Der Verlag kündigt dankenswerterweise die Heraus- aabe eines Ergänzungsbandes an, der sich ausschließlich mit dem Geschehen der Nachkriegs-
lung Deutschlands zu einem einheitlichen Staat auch seinen Trägern bewußt gemacht werden muß, weiteste Verbreitung.
— Almanach de Gotha, Annuaire g£ne- alogique diplomatique et statistique 1934. (171. Jahrgang). Verlag Justus Perthes in Gotha mit vier Bildbeilagen. Preis 28 Mark. — (2) — Zum großen Bedauern der früheren deutschen Bezieher ist das „Diplomatische Jahrbuch" für das Jahr 1934 wiederum nicht in deutscher Sprache erschienen. 1933 sah sich der Verlag gezwungen, das Erscheinen des „Diplomatischen Jahrbuches" einzustellen, da der Absatz des Werkes in Deutschland die Herstellungskosten in keiner Weise deckte. Jahrzehntelang war das „Diplomatische Jahrbuch" der unentbehrliche Ratgeber der Diplomaten und anderer interessierter Kreise in Deutschland gewesen und so hatte man gehofft, daß es doch noch gelingen werde, das Erscheinen des unentbehrlichen Werkes für das Jahr 1934 wieder zu ermöglichen. Seiber wurde diese Hoffnung enttäuscht. So ist man nunmehr auf den „Almanach de Gotna“ angewiesen, der soeben in vorbildlicher Bearbeitung im 171. Jahrgang erschienen ist. Der erste Teil des Werkes bringt den Inhalt des „Hofkalenders" in französischer Sprache, während der zweite Teil die diplomatisch-statistischen Angaben enthält, die für jeden Diplomaten, jeden Ueberseekauf- mann, jede Bücherei und für jeden aufmerksamen Zeitungsleser unentbehrlich sind. Man kann wohl behaupten, daß der „Almanach de Gotha“ das meist benutzte Handbuch in der Welt ist.
— Arthur Zweiniger: „Spengler im Dritten Reich". Eine Antwort auf Oswald Spenglers „Jahre der Entscheidung". (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Kartoniert 1,80 Mk.) — 6565) — Mit dieser ersten Auseinandersetzung im größeren Rahmen mit Spenalers „Jahre der Entscheidung" eröffnet der Verfasser eine Diskussion, in der das Zwiespältige in Spenglers Buch geklärt und das wirklich Zukunftsweisende herausgehoben wird. Dem kühlen Skeptizismus Spenglers stellt der Verfasser die fanatische Glaubensstärke der „einigen Jünglinge" entgegen, wie Spengler sie ironisch nennt. '
Geschichte.
— Propyläen-Weltgeschichte. Herausgegeben von Professor Walter Goetz, Band 10: Das Zeitalter des Imperialismus von 1890 bis 1933, im Propyläen-Verlag Berlin. — (643) — In diesem Abschlußband des großzügig angelegten und nicht minder großzügig durchgeführten Geschichtswerks greifen die Verfasser bis in unsere Gegenwart hinein. Daß damit die ihnen gestellte Abgabe der Darstellung einer Universalgeschichte von einheitlichen Gesichtspunkten aus fast unlösbar wird, ist durchaus begreiflich. Nur Takt und kluges Maßhalten konnten diesen Schwierigkeiten begegnen. Walter Goetz, der Herausgeber des Gesamtwerts hat versucht, auf wenigen Seiten die Grundlinien in der Geschichte der jüngsten Vergangenheit aufzuzeigen. Er gibt auch ein Bild der geistigen Entwicklung um die Jahrhundertwende in Siteratur, Wissenschaft und Künsten. Ein etwas kurzer Abschnitt beschäftigt sich auch mit der Jugendbewegung, die schon vor dem Kriege in manchem die geistigen Grundlagen des heutigen Nationalsozialismus legte. Professor Wiedenfeld von der Universität Leip- zjq gibt bann eine Darstellung ber Weltmarktwirtschaft, bie er etwa Mitte ber 80er Jahre entstehen sieht unb bie sich burch ungemein fein ausgestaltete internationale Probuktionsteilung unb eine von ber Sokalwirtschaft losgelöste Preisbilbung auszeichnet. Dank bes Zusammenwirkens ber verschiebenartigsten Wirtschaftskräfte hat bie Bebürfnisbefriebigung einen Grab von Gleichmäßigkeit unb Mannigfaltigkeit erreicht, baß sich bie Weltmarktwirtschaft als Bebarfsbeckungswirtschaft im vollsten sachlichen Sinne ausweist unb mit ihrer gewaltigen Probuk- tionsvermehrung allen Dolksteilen Beschäftigung unb Ernährung sichert, so baß bie sozialen Verschiebungen langsam unb ohne krankhafte Zuckungen vor sich gehen konnten. Von biefer Höhe würbe bie Weltwirtschaft burch ben Krieg unb bie unsinnigen Friebensbiktate in ein beispielloses Chaos gestürzt, bas roeber in ber Bebarfsbeckung noch in ber Preis-
ber Zerstreuung einbringlich vor Augen.I _________ genaue Kenntnis vom Seben unb Kampfs ber auslanbsbeutschen Volksgruppen kann uns Bin-'
— Friebrich Vogt unb Max Koch: Ge -i düng ber lebenben Dichter statt, aber den Ehrgeiz, schichte ber Deutschen Siteratur von! bas lebte Wort zu sagen, zeigt Bartels nicht: er ben ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 5. Auflage' zählt alles Wichtige auf unb mahnt: Seft selber! Der 1933/34 in brei Bänben, neubearbeitet von Dr. Willi Preis bes Buches ist erstaunlich gering.
naturbebingten Funktionen aufeinanber abgestimmt finb. Die einzelnen Erscheinungen bes staatlichen ‘ Sehens: Volk, Wirtschaft, Gesellschaft, in ihrem organischen Jneinanbergreifen werden aufgezeigt. Die Schrift verbient gerabe jetzt, wo bie innere Wanb-
schehens, finb in charakteristischen Bilbern unb Ausschnitten festgehalten.
— Prof. D r. I. von U e x k ü l l: „Staats- b i o 1 o g i e (Anatomie, Physiologie, Pathologie des Staates)". Kart. 1,50 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 36. — (412) — Pros. Uexküll zeigt, daß eint Staat nur da gesund sein kann, wo er als Sebewesen aufgefaßt wird. Der Staat ist für ihn bie Einheit, bie aus der Verbindung des sichtbaren Menschen mit den greifbaren Dingen Ler Umwelt ensteht. Der Staat kann nur leben, wenn feine Gliederungen geordnet unb in ihren eigentlichen,
Drama ber Barockzeit von Dr. Willi Koch. | spürt man bie mannhafte Freiheit ber eigenen Mei- — AbolfBartels, Einführung in bas nung wie das unwandelbare Verbundensein mit dem deutsche Schrifttum für deutsche Men- Volkstum.
s ch e n. In 52 Briefen. 2. verbesserte Auflage 1933. | — D r. Peter Dörfler: V o n S i 11 e und Koehler & Amelang. 614 Seiten. Ganzleinen 4,80 Sprache, Stalling-Bücherei „Schriften an die ™ . /A1/.X «x- ry---s--------- Nation" Bd. 59 60. Verlag Gerhard Stalling, Olden-
an Glied die Kette von Ursache und Wirkung zu-»Volkes in 1 2
sammenfügt. Sein Bericht ist ein Tatsachenroman,! Nur eine genaue um den russischen Hof und seine Umgebung: doch ' immer weiter ziehen sich die Kreise; Heer und Volk, Front und Etappe, die großen Städte und das Sand werden von dem Willen des Geschehens ergriffen, überflutet und unentrinnbar in den Strudel gezogen, der dem alten Zarenreich ein Ende bereitet.
— Richard Bahr: „Volk jenseits der Grenzen." (Geschichte und Problematik der deutschen Minderheiten.) Preis Seinen 9,50 Mark. Ham-
sind, sie lauten: Wer hat die deutsche Revolution finanziert unb haben bie Führer ber SPD. währenb | des Krieges Sanbesverrat getrieben? Der Verfasser führt, gestützt auf viele bisher nicht bekannte Belege, ben Nachweis für bas fremde Gelb, das währenb bes Krieges nach Deutschlanb geflossen ist, um gegen ben Krieg unb zuletzt für bie Revolution Stimmung zu
• /, , .■ rr ... , ■ - - . . - machen; in diesem Zusammenhang lernt das deutsche
zeit befaßen oll. Hier kann, was m dem vorliegen- $o(f. jene5 unterirdische Kanal'system kennen, burch den Abschlußbanb ber ganzen Anlage bes ©ejamt« i ba5 ba5 politisch zersetzende Gift nach Deutschlanb wertes nach nicht möglich war, ber tiefgreifenbe -leitet würbe: bie Organisationen, ihre Aufgabe unb Wanbel biefer Jahre von semen ersten Anfängen Leiter werben bekanntgegeben. Die bisher ge- bis zu feiner machtvollen Entfaltung ausführlich ge- leistete Arbeit läßt sich nur roürbigen, wenn man würbigt werben. So wirb bie Propyläen-Welt- ba& bie Heimatbehörben am 9. November 1918 geschichte als Ganzes ju einem Werk, das wie heute qqC5 Material gegen bie inneren Staatsfeinbe ver- kaum ein zweites auf Grunb neuester Forschungen - - ■ ■ - /--•• <
unb an Hanb besten Anschauungsmaterials eine universalgeschichtliche Gesamtschau gibt, wie sie gerabe ber gebildete Saie sucht.
natürfid) ^efd)riebene. Siteraturg?fd,id)te aus
kritischen Juliwochen bes Jahres 1914 schreibt Brandenburg auf Grunb ber neuesten historischen Forschung. General Graf Max Montgelas gibt bie militärische unb politische Geschichte bes Weltkrieges. Das Nebeneinanber ber Kriegsschauplätze erschwert bie Darstellung. Trotzbem kann man sagen, baß sich aus ber Settüre ein recht klares Bilb ber Zusammenhänge gewinnen läßt. Erich B r a n b e n- b u r g fällt bann auch bie ungemein schwierige Aufgabe zu, auf knapp 70 Seiten zusammengebrängt das weltpolitische Chaos zu schilbern, bas bie Frie- DensWüffe jurMMtan«! 2Iber bie ßettüre; e •• etn)Q5 mie eine reinlich- Schei-
gerabe biefes Abschnittes ist befonbers lehrreich, Da 1 • 1 ’
Theologische Schriften.
— Wilhelm Mantel: D i e Deutsche evangelische Kirche. Das neue Reichskirchenrecht. Kart. 3,20, in Seinen geb. 4,20 Mark. Verlag von Emil Roth in Gießen. — (586) — Die Frage nach ber Neugestaltung ber evangelischen Kirche bewegt jetzt weite Kreise unseres Volkes. Diele evangelische Christen haben ben Wunsch, über bie derzeitige Sage ihrer Kirche unterrichtet zu werden. Diesem Wunsche kommt das vorliegende Buch entgegen. Der Verfasser gibt im ersten Teil ein klares unb übersichtliches Bilb von ben Bewegungen, bie zur Gründung einer Reichskirche geführt haben. Er legt dar, wie sich innerhalb der evangelischen Kirche nach der Uebernahme ber staatspolitischen Macht in Deutschlanb durch bie Regierung Adolf Hitlers ber Wunsch nach einer kirchlichen Reform regte, ein Wunsch, ber zu kirchlichen Neuwahlen unb zur Neugestaltung ber Verfassung ber Kirche geführt hat. Die weiteren Abschnitte erörtern Form unb Gliebe- rung ber Deutschen evangelischen Kirche, bas Verhältnis von Kirche unb Staat, die Aufgaben, die Organisation unb bie Funktionen ber Reichskirche, sowie bie Rechte unb Pflichten ber ©emeinbeglieber. Ein Schlußabschnitt verbreitet sich über bie Einführungsbestimmungen. Ein sachgemäßes Register erleichtert bie Beschäftigung mit ber interessanten unb zeitgemäßen Schrift, bie wir in bie Hänbe vieler evangelischer Christen wünschen. B.
— Die nationalsozialistische Revolution als theologisches Problem. 1933 im Sichte von 1866. Von Erdmann Schott. 80 Pf. I. C. B. Mohr, Tübingen. —(541) — Die November-Revolution 1918 bildete kein theologisches Problem, wenigstens nicht für bie evangelische Theologie. Ganz anbers 1933: Da fanben gerabe in Kreisen ber evangelischen Christenheit bie politischen Vorgänge lebhaftesten Wiberhall. Nur zu begreiflich; benn 1933 bilbet ben erklärten Gegenstoß zu 1918. Die oorliegenbe Schrift verficht unter Berufung auf Bismarck unb Luther bie These, baß bie politische Gesinnung unb bie kirchliche Haltung gründlich zu unterscheiden sinb. Alle Versuche, aus politischen Grünben eine bestimmte kirchliche Parteinahme ober umgekehrt aus Glaubensgrünben eine bestimmte Politik, unb sei es auch nur Neutralität, zu forbern, finb um ber Wahrheit willen entschieden abzulehnen. Sie führen nur dazu, Politik unb Glauben gleicherweise zu verfälschen unb sie ihrer gottgewollten Aufgabe untreu zu machen.
— Suther, ber beutsche Prophet. Von Geheimrat Prof. D. Dr. Arnolb E. Berger. Re- clams Universal-Bibliothek Nr. 7222. Geheftet 35 Pf., gebunben 75 Pf. — (536) — In biesem neuen Buch bes berühmten Suther-Forschers ersteht Luther in voller Größe, als Ueberroinber bes Mittelalters, als heldischer Gottesstreiter, als deutscher Prophet, der weit in die Zukunst weist. Ein eigenes Kapitel gilt dem Thema: „Luther und der deutsche Geist". Berger schreibt gleicherweise für den Gelehrten wie den i Ungelehrten, für ben Theologen, ben Stubenten und ben reiferen Schüler.
Verschiedenes.
— Deutsches Erntebankfest 1933. Mit einem Geleitwort bes Reichsbauernführers unb Reichsernährungsministers R. Walther D a r r ö. Herausgegeben von Helmut R o s e n f e l b , Schriftleiter am „Völkischen Beobachter". 64 Seiten, 82 große Kunstbruckbilber. 2 Mk. Akabemische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsbam. —(407) — Das oorliegenbe Gebenkbuch vom Tage bes beut- fchen Bauern barf nicht nur als Erinnerung von bleibenbem Wert angesprochen werben, sonbern auch als Buch von kulturkunblicher unb geschichtlicher Be- beutung. In über 80 großen, vorzüglich reprobu- zierten Bilbern sinb bie wichtigsten Ereignisse bieses Tages festgehalten. Prachtvolle alte deutsche Volkstrachten, kernige Bauerntypen, das arbeitende Landvolk in seiner Festtracht, daneben der Führer unb die Regierung, die eindrucksvollen Massenaufmärsche auf dem Bückeberg und in den großen Städten, die Festzüge in Süd und Nord, die Feiern im Rheinland, in Bayern und in anderen deutschen Gauen, kurz ein lebensvolles Abbild des deutschen Bauerntums an feinem Ehrentag. In geschmackvoller Anordnung sind die Bilder zu einer eindrucksvollen Schau geordnet. Im Anschluß an den Bilderteil sind die bedeutungsvollen Reden des Reichskanzlers und der Minister Darre und Dr. G o e b- b eis wiedergegeben, den Anfang des Buches macht eine aufschlußreiche Würdigung der Bauernpolitik der Reichsregierung aus der Feder des Herausgebers. Den Wert Des Buches bezeugt das Geleitwort, das Reichsbauernführer und Ernährungsminister Walther Darr 6 schrieb.
— Rene Kraus: Spione im Geldkrieg. Kartoniert 1,90 Mk., in Ganzleinen 3 Mk. Verlag Wilhelm Schaefer & Co. G. m. b. H., Leipzig, Jnsel- straße 22. — (130) — Aus den Archiven führender Jndustriefirmen, aus den Erinnerungen bedeutender Werkdetektive, aus den Akten sensationeller Prozesse, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfanden, steigen hier die Larven und Lemuren auf, deren Sendung der Diebstahl an Deutschland ist und deren Handwerk Bespitzelung unserer Wirtschaft.
— Johannes Neumann: 21 n g ft und Krankheit vor dem Examen. XII, 112 Seiten. 1933. Preis 2,40 Mk. Verlag Bertelsmann, Gütersloh. — (344) — Unüberwindliche Examensangst, eine durchaus ernst zu nehmende seelische Erkrankung — durch psychotherapeutische Behandlung in kurzem heilbar. Der Gießener Psychotherapeuth Dr. Neumann gibt in gemeinverständlicher Form erfolgreiche Ratschläge für Examensflüchtlinge und solche, die aus Lebensangst sich nie einer Entscheidung zu stellen wagen. Das Ziel: Training auf Mut durch Abbau des versteckten persönlichen Geltungsbedürfnisses und Minderwertigkeitsgefühls. Es gilt, das falsche Jchstreben aufzudecken, zu erklären und den Kranken wieder einzuordnen dem großen Strom des Gebens unb Nehmens in ber Gemeinschaft. So kann jeder feinen eigenen Zustanb leicht nach ben gegebenen Beispielen unb Richtlinien kontrollieren unb wirb bei gutem Willen bauernbe Abstellung bes unüberwindlich scheinenben Bebels erreichen. Auch Nahestehenbe sollten in solchen Situationen nach Lektüre biefer aktuellen Schrift helfenb eingreifen. Eine tiefe Erkenntnis spricht aus Dr. Neumanns Ausführungen: „Die Not unseres Jnbioibualismus liegt sehr tief: Nämlich in ber Angst vor ber Gemeinschaft. Mangel an Gemeinschaft ist nichts als Mutlosigkeit. So stößt bie konkrete Frage: Wie werbe ich meine Angst los? vor in bie Not, bie ben Umbruch unserer Zeit bedingt: Wie finbe ich ben Weg zur Gemeinschaft?"


