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Nr. 26 Drittes Blatt

Tleßener Anzeiger (General-An^ger für Gberheffen)

Mittwoch, 3f. Januar 193<

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Der Ausmarsch der Studentenschaft; Antreten vor der UmverMt.

I Sinne des F gegen Hunger

Wir haben nun die Siegfried-Stellung bezogen. Wir haben keine andere Aufgabe, als diese Stel­lung zu halten, bis der junge Ersah in die Stellung einrückt und uns ablöfl. Wir flehen in diesem Kampfe nur als Platzhalter, und wir wissen alle, was wir bisher erreichten, wird sich für uns nicht als Lohn und Ernte aus­wirken. Wir werden kämpfen müssen, bis unser Volk innerlich gesundet ist und aus unserer Jugend heraus den Weg findet zu einer höhe, die es bisher noch nie besessen hat.

Zreude für 3000 Familien am Ähreslage der nationalsozialistischen Revolution.

Es ist heute der richtige Tag, um sich all dies wieder ins Gedächtnis zurückzurufen, wie es war, wie es hätte kommen können, und wie es gekom- men ist. Und insofern ist auch unsere heutige Feier, genau wie der 18. Januar, der Erinnerung an etwas Vergangenes geweiht, aber wir wollen und dürfen nicht bei der Erinnerung an das Vergangene stehen- bleiben. Es ist der ausdrückliche Wunsch des Führers, daß dieser Tag nicht dazu mißbraucht wird, um in pomphaften Feiern sich der satten Befriedigung über das Erreichte hinzugeben.

Wenn wir uns des Vergangenen erinnern, so soll dies nur geschehen, um uns vor Augen zu führen, daß durch die Wacht des Glaubens, des fanatischen Glaubens an den Sieg, auch das Unmöglichste möglich gemacht werden kann. Die Erinnerung soll uns stärken im Glauben daran, daß alles möglich ist, wenn es von der ganzen Kraft der Persönlichkeit eines Adolf Hitler gewollt und erstrebt wird.

Der Hauptzweck einer nationalsozialistischen Feier liegt niemals im Verherrlichen der Vergangenheit, sondern stets in der Ausrichtung unseres Blicks auf die Zukunftsaufgaben. So auch unsere heutige Feier. Wir wollen stolz sein auf das Erreichte, und wir wollen nie ver­gessen, was der Führer für uns getan hat. Aber wir wollen uns die Erinnerung an dies alles in erster Linie dienen lassen zur Stärkung unse- I r e r Kraft f ü r unsere Z u k u n f t s a u f g a- den, zur Stärkung unseres Willens zu Opferbereit- | schäft und Pflichterfüllung, die jetzt mehr denn je von uns gefordert wird zur Stärkung unseres Glaubens an unsere Bewegung und unseren Führer und unseren endlichen, völligen Sieg.

Wir stehen nicht am Ende einer vollbrachten, sondern am Anfänge einer noch zu vollbringen­den Aufgabe, einer Aufgabe, die an uns alle die allerhöchsten Anforderungen stellen wird.

Wenn somit der Blick unserer heutigen Feier in erster Linie auf die Z u k u n s t s a u f g a b e n gerichtet sein soll, so ist es sinnvoll, daß die heutige Feier veranstaltet und vorzugsweise getragen wird nicht vom Lehrkörper, sondern von demjenigen

Die Ansprache klang aus mit begeistert aufgenom- menen dreifachen Sieg-Heil-Nufen auf den Führer.

.Mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes fand die denkwürdige Kundgebung ihren Abschluß, Zum Besten des Winter'hilfs- wertes konnten die Teilnehmer am Ausgang der Aula noch eine Opferspende geben, um damit im Führers beizutragen zu dem Kampfe und Kälte in diesem Winter.

Der Kanzler der Universität Prof. Dr. Hummel bei seiner Rede.

Teilnehmern stets in bester Erinnerung bleiben.

Die Standartenkapelle 116 leitete die Gedenkfeier mit den schneidigen Klängen des Badenweiler Mar­sches ein. Darauf sprach

der Führer der Studentenschaft

Gedenkfeier der Universität

zum ersten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution.

Gestern mittag fand in der Neuen Aula der Uni­versität auf Einladung Sr. Magnifizenz des Rektors oer Landesunioersital Prof. D. Bornkamm und öes Führers der Gießener Studentenschaft cand. jur.

a m eine eindrucksvolle Gedenkfeier a n - läßlich des ersten Jahrestages der n a- t?.on al sozialistisch en Revolution statt. Tie Beteiligung an der Feier, der auch die Vertre­ter der staatlichen und städtischen Behörden beiwohn­ten, mar außerordentlich stark; der große Raum der Aula war voll besetzt. Das braune Ehrenkleid der ^4., das auch von Sr. Magnifizenz dem Rektor und von dem Kanzler der Universität getragen nniröe, beherrschte das festliche Bild der Gedenk­versammlung in maßgeblicher Weise, gegen die das H'Eleid ganz erheblich in den Hintergrund trat. Ter Verlauf dieser würdigen Feierstunde wird allen

gemadjt^ "nd damit vielen Familien Freude Auf langen Tischen waren die vielen vierpfün- dtgen Brote und die Zwei-Pfund-Pakete Mehl entlang den Fenstern der Volkshalle aufgestapelt und bildeten so den Rahmen für die Veran­staltung.

?r^?o^bhalle war mit vielen Hakenkreuzfahnen geschmückt. Auf der Bühne stand inmitten von im­mergrünen Bäume« ein großes Bild des Führers

Teile unserer Hochschule, der in sich selbst die Zu­kunft verkörpert, von unserer Studentenschaft

Es spricht somit jetzt zu Ihnen der Führer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Edler von Graeve.

Im Anschluß an den von der Standartenkapelle 116 gespielten MarschAlte Kameraden" sprach der Hvchschulgruppensührer desAGOStB.

cand. rer. pol. Edler von Graeve, der u. a. sagte: Als am 30. Januar 1933 ein un­geheurer, übermächtiger Siegesjubel überall in Deutschland eine neue Zeit ankündete, da starb in einer der umkämpftesten Straßen des roten Ber­lin einer von denen, die für diesen Tag gekämpft und geblutet hatten und den Tag des Sieges er­leben durften: Hans Eberhard Maikows'ky. Er starb mit dem Leuchten der Tausenden von Fackeln in den Augen, und sein Tod war so glücklich, wie der Tod des Frontsoldaten, über den die siegreiche Schlacht hinausstürmte. Seine Kameraden standen um ihn, für sie war dieser Tod am Abend des Siegestages der schwerste Schicksalsschlag. Und doch ist der Tod Maikowskys viel symbolhafter als der Jubel dieses Tages des Sieges. Der Tod dieses Mannes hat uns mehr zu sagen als das frohe Auf­leuchten über einem siegreichen Tage. Der Weg, den Hans Maikowsky ging und den vor ihm schon Hunderte im braunen Ehrenkleid gegangen waren, öen während des großen Krieges Millionen von Kameraden im feldgrauen Rock gingen, müssen wir weitergehen Wir müssen ihn gehen,' weil alle Opfer, alle Toten immer nur ein Stein auf dem Wege zum letzten Ziele sind, dem auch wir entgegen­schreiten.

Der Tod, der uns am Tage des Sieges einen der Vesten nahm, ist uns Symbol für nuferen Weg, er foll uns Ansporn fein zur letzten Ein­satzbereitschaft.

i»rn9Lrroenn den gewaltigen Schwung

Qk95deiten ^e.5 3»eiten Reiches zu schätzen dürfen hnfc1 uns öaran erinnern

I ?,ie Schöpfer des Zweiten Reiches dem deutschen Volke eine Machtstellung in der Welt er= fn9en, ^ben, die vorbildlich ist, so haben wir doch 1 tz krkanrck, wie morsch und faul viele Grundlagen Jfnes Reiches gewesen sind, wir haben erkannt, warum jenes Reich zusammenbrechen mußte, wir wißen daß es um des deutschen Volkes willen, nZ 5 wiederkehren darf, wir wollen kein Wieder­aufleben dessen, was tot ist, sondern wir wollen, daß aus der Asche des Zusammenbruchs, aus oll den Schmerzen und Qualen, die dieser Zu­sammenbruch über uns alle gebracht hat, etwas ganz Neues, Besseres, Gesünderes erwächst, das auf die Kraft und den Willen des ganzen Volke» aufgebaute Dritte Reich Adolf Hitlers und des

Hakenkreuzes.

Heute nun sind wir wiederum hier zusammengekom­men, um der Stunde zu gedenken, die mir als die Geburtstags stunde des Dritten Rei­ches ansehen dürfen, in der, jetzt genau vor einem 3ahw, unser Führer Adolf Hitler nach langem, Aahem Kampfe es endlich durchsetzte, daß ihm durch öen greifen Feldmarschall und Reichspräsidenten von Hindenburg das Schicksal des deutschen Volkes in die Hand gelegt wurde. Was wir seitdem erlebt haben, der Wandel, den unser ganzes Volks­leben seitdem unter der kraftvollen Führung Adolf Hitlers durchgemacht hat, ist so ungeheuer und so durchgreifend, daß es uns jetzt schwerfällt, uns dies alles überhaupt noch richtig klarzumachen, wir md so völlig schon hinausgewachsen über das, was damals war, damals, als um die Mittagszeit die zunächst fast unglaubliche, beglückende Kunde Deutsch­land durcheilte: Unser Führer ist Reichs- k a n z l e r ! So unglaublich war zunächst die Nach­richt, daß man noch zauderte, ob man wirklich die Fahne zur Feier des Sieges hissen dürfe, ob man nicht einer böswilligen Täuschung der Feinde zum Opfer gefallen sei. Wir können uns jetzt fast nicht mehr vorstellen, wie die Lage damals war, welches Wagnis es war, daß der Führer trotz der rings­um lauernden Feinde mit starker Hand die Zügel ergriff, daß er die ganze Kraft feiner Persönlichkeit einsetzte, um das deutsche Volk vor der unmittelbar drohenden bolschewistischen Vernichtung zu retten. All dies ist so völlig übertönt und beschattet worden von der ungeheuren Entwicklung der Dinge im Laufe des letzten Jahres, von all dem, was uns jetzt fast chon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, was aber damals noch in nebelhafter, unerreichbarer Ferne zu schweben schien

Wie eine ferne Sage liegt hinter uns der Kampf, in dem wir freudig auf bas Ziel losstürmten. Heute ist es das Gas des politischen Kampfes, gegen das wir uns zu wehren haben. Heute ist es eine Macht, der Deutsche schlecht begegnen können. Heute kommt es nicht darauf an, daß wir mit immer neuer Begeisterung in den Sturm gehen, heute müssen wir uns immer wieder bewußt wer­den, wo unsere Stärke und Kraft liegt, damit wir diesem Gift begegnen können. Heute ist es unsere besondere Aufgabe, den Geist der Front, der Pflichterfüllung und der Einsatzbereitschaft immer wachzuhal - t e n und an die junge Generation weiterzugeben als Testament des Krieges und der Revolution. Es muß unsere Aufgabe sein, den Jungen, die nun kommen, zu zeigen: da liegt unsere Kraft und unsere Stärke, da haben wir versagt, hier muß neuer deutscher Geist aufblühen. Wir müssen alle hinein in diese Stellung. Keiner darf außerhalb dieses letzten Kampfes als Schlach­tenbummler die Entwicklung der Dinge abwarten.

Langemarck 1914 war Jubel, war Begeisterung, war singendes Sterben Langemarck 1918 war eiserne, beinahe grausame Pflichterfüllung. Aehnlich ist unsere Zeit. Auch heute nach dem harten Ringen, nach dem jubelnden Sturm kommt der hartnäckige Kampf des Tages. Wir sind für das große Werk verantwortlich.

An uns wird es liegen, ob die nationalsozia­listische Revolution lediglich ein Tag war, eine Episode, oder ob sie leuchtender Markstein auf bem Wege zum Ziele ist, um Deutfchlanb ewig in der Welt zu machen.

Deutschland stirbt nicht! Es wird ewig leben, so­lange wir alle unsere Pflicht tun. Wenn öie kommende Jugend diese Pflicht auch für sich er­kennt, dann wird Deutschland immer leben, auch wenn wir alle sterben müssen.

Die Belegschaft des studentischen Kameradschafts-

Hauses sang hierauf das LiedVolk ans Gewehr". Sodann sprach

der Führer der Studentenschaft

cand. iur. Adam

ein kurzes Schlußwort, in dem er u. a. sagte: Wenn wir morgen wieder in die Arbeit des Alltags hin- emgehen, dann soll uns diese schlichte Feierstunde daran erinnern, daß wir nicht für uns da sind, sondern für Deutschland, daß wir für unser Volk zu arbeiten haben mit der Aus­richtung unseresBlickesauf denFüh- rer.

Der Führer ist der einzige hundertprozentige Rationalsozialift, den wir in Deutschland haben. Wenn wir uns nach ihm richten, dann wissen wir, was wir zu tun haben.

cand jur. Adam

kurze einleitende Worte. Er sagte u. a.: Mit eher­nen Lettern ist der 30. Januar 1933 in das Buch der Geschichte eingeschrieben. Wir wollen diesen Tag nicht mit großen und rauschenden Feiern begehen, sondern an diesem Tag, an dem wir uns auf uns selbst besinnen, die tiefsten und heiligsten Werte un-, feres Volkstums wieder in uns lebendig werden lassen. In diesem Sinne begrüße ich Sie im Auf­trage Sr. Magnifizenz des Rektors und im Namen der Studentenschaft, zugleich danke ich Ihnen für Ihr zahlreiches Erscheinen. Wir wollen von dem heutigen Tage die Erkenntnis mitnehmen, daß wir uns nicht emporreißen können an rauschenden Feiern wilhelminischer Prägung, sondern daß wir nur leben können, roefin wir erkennen, was wir selber sind, wenn wir uns auf die tiefsten und heilig­sten Werte des deutschen Volkstums besinnen und schöpfen aus diesem unerschöpflichen Born, um das heilige Dritte Reich zu errichten.

Anschließend fang die Belegschaft des studentischen Kameradschaftshauses das LiedBrüder aus Zechen und Gruben". Hierauf sprach

der Kanzler der Universität Professor Or. Hummel

Er führte in seiner Rede aus: Vor wenigen lagen waren wir hier versammelt, um, genau wie in jedem Jahre nach dem Kriege, des Gründungs-1 tages des alten, des Zweiten Reiches zu gedenken. I (js war dies immer im wesentlichen eine Erinne-1 rungsfeier, und wenn auch in diesem Jahre diese Feier von einem neuen Geiste beseelt war durch das, was wir im Laufe des letzten Jahres erleben durften, und wenn auch wohl schon in früheren Jahren die Erinnerung an die glanzvolle Vergan­genheit verbunden wurde mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, so war und -blieb die Feier des 18. Januar doch im wesentlichen eine Erinne­rungsfeier an etwas Vergangenes, etwas, was wir zwar achten und ehren wollen wie' all das Große, das uns aus der Vergangenheit < unseres Volkes überliefert ist, was aber für uns ' eben doch nur Geschichte ist und bleiben muß. i

Nun liegt die Zeit des lebendigen Kampfes hin­ter uns wie eine ferne Sage. Wir, die wir geglaubt hatten, alle Positionen des Gegners gleich im An­fang im Sturm genommen zu'haben, sehen heute, daß uns das nicht geglückt ist, daß der Gegner zwar zurückgedrängt wurde, aber noch vor uns steht mit gesenkten Hör­nern. Und selbst der Jubel der Massen kann uns nicht von dem Gedanken trennen, daß es noch manches für uns zu tun gibt. Wir haben dasselbe. Schicksal erlitten, wie die Frontsoldaten, die die Türme von Paris vor sich auftauchen sahen und sie nicht erreichten. So war vor unseren sehn­süchtigen Augen schon das Dritte Reich in sei­ner Glückseligkeit erschienen, und wir gehen doch immer noch den Weg, der uns erst dahin führen soll.

Blick in die Aula während der Rede des Hvchfchulgruppenführers Edler von Graeve. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

Bet der Verteilung In der Dvlkshalke. (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

Zum ersten Jahrestage der Machtergreifung un­seres Führers Adolf Hitler fand das Werk der Winterhilfe auch in unserer Stadt praktisch und symbolisch einen besonderen und denkwürdigen Ausdruck. Etwa 3000 Minderbemittelte unserer Stadt waren vom Winterhilfswerk in die Volkshalle eingeladen worden. Die Ortsgruppen der NSDAP, hatten in engster Zusammenarbeit nut der Kreis­führung des Winterhilfswerkes Vorsorge für öie Aufbringung unö Verteilung außeroröentlich großer Mengen von Lebensmitteln Sorge getragen hier

Die Anfuhr der Brot».