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Saal verläßt, noch zahlreichen Abgeordneten

Hand entgegen.

Zustimmung.)

Starker Eindruck in London

Bereit zu einem Ausgleich mit Oesterreich

icke Zweifel müssen nachdenklich ohl weise, vorsichtig zu sein. Eng-

ZU

Geueralbereimgung mit Frankreich

und

den ge-

Grenzpfählen eines Landes halt machen wird, das nicht nur seinem Volke nach deutsch ist, sondern seiner Geschichte nach als deutsche Ostmark viele Jahrhunderte hindurch ein integrierender Bestandteil des Deutschen Reiches war, ja, dessen Hauptstadt ein halbes Jahrtausend lang die Ehre hatte, die Residenz der deutschen Kaiser zu sein und dessen Soldaten noch im Weltkriege Seite an Seite mit den deutschen Regi­mentern und Divisionen marschierten. (Stürmische

Hand zu einer wirklichen Verständigung reichen.

Verleihung von Mein an verdiente Beamte und Angehörige der freien Berufe.

nicht besser schließen zu können, als daß wir noch­mals dem Manne danken, der uns heute

gewillt und bereit, im Sinne dieses Vertrages auch die wirtschaftspolitischen Beziehungen Po­len gegenüber so zu pflegen, daß hier gleichfalls dem Zustande unfruchtbarer Zurückhaltung eine Zeit nützlicher Zusammenarbeit folgen kann.

(Stürmischer Beifall.)

Die Behauptung, daß das Deutsche Reich beab­sichtige, den ö st erreicht sch en Staat zu ver­gewaltigen, kann durch nichts belegt oder erwiesen werden. Allein es ist selbstverständlich, daß eine die ganze deutsche Nation erfassende und

Wenn die derzeitige österreichische Regierung es für notwendig hält, diese Bewegung unter Einsatz äußerster staatllcher Wittel zu unter­drücken, so ist dies selbstverständlich ihre eigene Angelegenheit. Sie muß aber dann auch persönlich für die Folgen ihrer eige­nen Politik die Verantwortung über­nehmen. Die Reichsregierung hat aus dem Vor­gehen der österreichischen Regierung gegen den Nationalsozialismus überhaupt erst in dem Augenblick für sich die Konsequenzen gezogen, als deutsche Reichsangehörige in Oesterreich davon betroffen wurden. So wenig wir auf einen amerikanischen und englischen Reiseverkehr in Deutschland rechnen dürften, wenn diesen Reisenden auf deutschem Gebiet ihre nationalen Hoheitszeichen oder Fahnen abegrissen würden, fo wenig wird es die deut­sche Reichsregierung hinnehmen, daß jenen Deutschen, die als Fremde und Gäste in ein anderes und noch dazu deutsches Land kommen, diese entwürdigende Behandlung zu­teil wird. Denn das Hoheitszeichen und die Hakenkreuzfahne find Symbole des heu­tigen Deutschen Reiches. Deutsche aber, die heute in das Ausland reisen, sind, abgesehen von den Emigranten, immer Rational- s o z i a l i st e n !

(Jubelnde Zustimmung und Händeklatschen.)

Die weitere Behauptung der österreichischen Re­gierung, daß von selten des Reiches aus irgend ein Angriff gegen den österreichischen Staat unter­nommen werde oder auch nur geplant sei, muß ich schärf st ens zurückweisen. Wenn die Zehn­tausende politischer Flüchtlinge aus Oesterreich im heutigen Deutschland einen heißen Anteil nehmen am Geschehen in ihrer Heimat, so mag das in man­chen Auswirkungen bedauerlich sein, ist aber von feiten des Reiches aus um so weniger zu verhindern, als auch die übrige Welt bisher nicht in der Lage war, den tätigen Anteil der deutschen Emigranten im Ausland an der deutschen Entwicklung hier ir­gendwie abzustellen. Wenn die österreichische Regie­rung sich beklagt über eine politische Propaganda, die von Deutschland aus gegen Oesterreich stattfände, so kann sich die deutsche Regierung mit mehr Recht beklagen über die politische Propaganda, die i n den anderen Ländern von dort lebenden Emigranten gegen Deutschland getrieben wird.

Daß die deutsche Presse in deutscher Sprache er­scheint und daher auch von der österreichischen Regierung gelesen werden kann (stürmische Hei­terkeit) ist durch die deutsche Reichsregierung nicht zu ändern. Wenn aber in nichtdeut - schen Ländern deutsche Zeitungen in Willio- nen-Auflagen gedruckt und nach Deutsch-

Berliu, 31. Ian. (DRV. Funkspruch.) Das Reichsgesehblatt veröffentlicht eine Verordnung des Reichspräsidenten über Titelverleihungen an Beamte und Angehörige der freien Berufe, die sich ein besonderes Verdienst um Volk unö Staaterroocben haben. Die Verleihung geschieht durch Aushändigung einer Ur­kunde, die vom Reichspräsidenten oder von den von ihm ermächtigten Stellen vollzogen wird. In jedem Falle erfolgt die Verleihung im Ramen des Reichspräsidenten auf Vorschlag des R e i ch s i n n e n m i n i st e r s. Sie erstreckt sich nicht nur auf noch im Dienst stehende Beamte, sondern auf solche, die sich bei Inkrafttreten der Verordnung bereits im Ruhe st and befinden. Die Verleihung der Titel, von der im übrigen sparsamer Gebrauch gemacht werden soll, an Beamte erfolgt in der Regel erst, nachdem der Beamte ein beskimmtesGe- samtdien st alter erreicht hat. Bei besonde­rem Anlaß kann jedoch die Reihenfolge der Tilel- verleihuug zugunsten des Beamten durchbrochen werden.

Wie aus der Anlage zu dieser Verordnung her­vorgeht, kann Professoren st aatlicherhoch- schulen und Leitern wissenschaftlicher Staatsinsti­tute der TitelGeheimer Rat verliehen wer­den. Auch für die höheren Beamten ist die Wiedereinführung des Geheimratstitels vorgesehen.

Die Beamten der Besoldungsgruppe A II (Reich) und der Gruppe A III sowie die Lehrpersonen und die Kriminalkommissare der preußischen Besoldungs­gruppe AlVa können nach ihrer Dienststellung den Titel Landmesserrat, Schulrat, Rechnungsrat, Ober­polizeirat usw. erhalten. Weiter sind die Titel Amls- rat, Amlsinsveklor ober Berginspektor, ferner die Titel Oberamtssekrelär ober ein aus der Amlsbezeich-

das an/Südslawien und Rumänien grenze. Auf diese Weise würde die Tschechoslowakei fast eingekreist und die Unabhängigkeit Polens bedroht sein. Der Reichs­kanzler versuche Frankreich zu beruhigen mit der Er­klärung, daß der Frieden sein teuerster Wunsch sei. Die Aussicht sei nicht verführerisch. Man könne die Ereignisse von 1914 nicht vergessen. Soweit die deutschen Forderungen vernünftig seien, wetde Deutschland stets die Staaten zu einer Verständi­gung bereit finden, vorausgesetzt, daß der Friedens­wille Deutschlands nicht in Zweifel gezogen werden könne, ebenso wenig seine Absicht, die internatio­nalen Verpflichtungen zu achten. Der Reichskanzler besitze ein Mittel, um Frankreich zu beruhigen: Seine Handlungen mit seinen Worten in Einklang zu brin­gen und sogar aus gewisse Worte zu verzichten. Um nur eines anzuführen: Was bedeute es, wenn er zwischen einer äußeren und inneren Annahme von Locarno unterscheiden wolle?

Wien wrll nicht hören.

Wien, 31. Januar. (DRV. Funkspruch.) Die Reichstagsrede des Führers wird von der gesamten Wiener Presse in spaltenlangen Auszügen an erster Stelle gebracht. Die Aufnahme der Erklärungen des Reichskanzlers über die deutsch-österreichische Frage ist im wesentlichen durch eine gestern abend heraus-- gegebene ablehnende amtliche Stellung­nahme bestimmt. Die Presse erklärt daher, die Aeußerung des Reichskanzlers fei keineswegs eine Antwort auf die an Deutschland gestellte Frage der österreichischen Regierung. Sie sei daher kein Fort­schritt und könne nicht als Entspannung der Lage oder als Lösung des Pro­blems angesehen werden. Die christlich-soziale R e i ch s p o st" erklärt, der Kanzler habe sich wieder einmal als glänzender Sprecher bewährt, habe aber die gleichen Gedanken entwickelt, die man schon aus amtlichen und parteiamtlichen Kundgebungen kannte.

(Stürmischer Beifall.)

Wir begrüßen es dankbar, daß die Regie­rung Großbritanniens sich bemüht, einer solchen Anbahnung freundschaftlicher Be­ziehungen ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Der mir gestern vorn britischen Botschafter über­reichte Entwurf eines neuen Abrü­st ungsvorfchlages wird von uns mit bestem Willen geprüft werden.

Wenn sich die deutsche Regierung in diesem Jahre entschließen mußte, aus der Abrüstungskon­ferenz und aus dem Völkerbunde aus- z u s ch e i d e n , dann geschah dies nur, weil die Entwicklung der Deutschland auf das tiefste bewe­genden Frage der Herstellung unserer Gleichberech­tigung in Verbindung mit einer internationalen Rüstungsfestsetzung nicht mit dem zu vereinen war, was ich im Mai als unabänderliche Grundforde­rung nicht nur für die nationale Sicherheit des Deutschen Reiches, sondern auch für die nationale Ehre unseres Volkes aufstellen mußte.

Rach einem Jahr der nationalsozialistischen Re­volution sind das Deutsche Reich und das deutsche Volk innerlich und äußerlich reifer geworden für die Uebernafjme des Teiles der Verantwortung am Gedeihen und am Glück aller Völker, der einer fo großen Ration von der Vorsehung zugewiesen ist, und daher von 2Hen- schen nicht bestritten werden kann. (Stürmischer Beifall.) Die Bereitwilligkeit zu dieser wahrhaft internationalen Pflichterfüllung aber kann kei­nen schöneren symbolischen Ausdruck finden als in der Person des greifen War­schaus, der als Offizier und siegreicher Füh­rer in Kriegen und Schlachten für unseres Vol­kes Gröhe kämpfte und heute als Präsident des Reiches ehrwürdigster Garant ist für die uns alle bewegende Arbeit am Frieden.

Nachdem der Reichskanzler geendet hatte, erhoben sich die Anwesenden sowohl im Saale wie auch auf den Tribünen und brachten ihm stürmische Ovationen dar. Als Adolf Hitler auf seinen Platz zurückkehrte, drückte ihm der Vizekanzler von Papen begeistert die Hand.

Darauf erhob sich Präsident Göring und ver­kündete, daß das Haus nunmehr in die Lesung des Gesetzes zum Neuaufbau des Rei-

Paris, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch) Die Rede des Reichskanzlers wird in der französischen Presse in spaltenlangen Auszügen wiedergegeben. Die er­neute Friedenserklärung des Reichskanzlers wird neben der Erklärung, daß Deutschland für die Gleichberechtigung unermüdlich weiterkämpfen werde, von vielen Blättern als Ueberfchrift zu dem Wort­laut gegeben. Bisher nehmen jedoch nur wenige Blätter zu den Ausführungen Stellung. DerM a - t i n" will eineeigenartige Entwicklung in der Po­litik des Kanzlers nach links", auf jeden Fall aber revolutionäre Gedankengänge feststellen können und außenpolitisch Verschärfung des Kampfes um die bereits bekannten Grundsätze. Für dasI our - n al" ist die Anrede an Frankreich ein schöner Traum, der durch eine kalte Dusche zerstört worden sei, nämlich durch die Erklärung, daß das deutsche Volk Anspruch auf militärische Gleichheit habe und daß niemand auf die Dauer das deutsche Volk verhindern werde, diese Gleichheit zu erhalten.

Die Rechtsblätter fordern den Reichskanzler auf, zunächst einmal den Beweis für feine Friedens­beteuerungen anzutreten. Zweifellos ist es eine ge­schickte Rede, schreibt derF i g a r o", die sehr gro­ßen Eindruck im Auslande machen wird. Man wird sicher, wie schon so oft, -sagen, Hitler will den Frie­den, aber man wird immer wieder antworten, daß der Reichskanzler uns nurzu täuschen sucht. Es sei möglich, daß er in der gegenwärtigen Stunde nicht den Krieg wolle, aber d i e pangermani- stische Rassenidee müsse ihn zwangsläufig dazu bringen,sich der Gebiete zu bemächtigen, die anderen Völkern gehören". Wenn nicht heute, dann werde es morgen sein. Es müsse also ein jeder der Alliierten und Freunde Frankreichs darüber nach­denken.

Echo de Paris" behauptet, die Forderungen des Reichskanzlers liefen darauf hinaus, daß Deutsch­land die größte Militärmacht Europas werde. Der Führer fordere die Schaffung eines Mitteleuropas,

Das Echo in Paris.

Unverändertes Mißtrauen. - Oie Rechtspresse setzt die Verdächtigungen fort.

(Bravo.) So wie sich die nationalsozialistische Re­gierung bemühte, eine Verständigung mit Polen zu finden, war es auch unser ehrliches Bemühen, d i e Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland zu mildern und wenn möglich durch eine Generalbereinigung den Weg zu einer endgültigen Verständigung zu finden. Der Kampf um die deutsche Gleichberechtigung könnte keine bes­sere Beendigung finden, als durch eine Aussöhnung der beiden großen Nationen, die in den letzten Jahr­hunderten so oft das Blut ihrer besten Söhne auf den Schlachtfeldern vergossen, ohne an der endgül­tigen Lagerung der Tatsachen dadurch wesentliches geändert zu haben.

Frankreich fürchtet um feine Sicherheit. Rlernand in Deutschland will sie bedrohen, und wir sind bereit, alles zu tun, um dies zu beweisen. Deutschland fordert seine Gleichberechtigung. Riernand in der Welt hat das Recht, einer großen Ration diese zu verweigern, und niemand wird die Kraft haben, sie auf die Dauer zu ver­hindern. (Jubelnder Beifall, Bravorufe.) Für uns aber, die wir lebende Zeugen des großen grauenhaften Krieges find, ist nichts fernerliegen- der als der Gedanke, diese auf beiden Seiten verständlichen Empfindungen und Forderungen in irgendeinen ZLsammenhang zu bringen mit dem Wunsche eines neuerlichen Messens der Kräfte auf dem Schlachtfelde, das in feinen Folgen zwangsläufig zu einem internationalen

Chaos führen müsse.

Mein Vorschlag, Deutschland und Frankreich möch­ten gemeinsam schon jetzt das Saarproblem bereinigen, entsprang folgenden Erwägungen:

1. Diese Frage ist die einzige, die terri­torial zwischen beiden Ländern noch offen steht. Die deutsche Regierung ist nach Lösung dieser Frage bereit und entschlossen, die äußere Formulie­rung des Locarno-Paktes auch innerlich zu akzeptieren. , ,

2. Die deutsche Regierung befurchtet, daß, obwohl die Abstimmung eine unerhörte Mehrheit für Deutschland ergeben wird, dennoch im Zuge der Vorbereitung der Abstimmung eine propagan- distische neue Aufstachelung nationa­ler Leidenschaften stattfindet.

3. Ganz gleich, wie die Abstimmung ausgehen würde, sie wird i n jedem § a I I bei einer der beiden Nalionen zwangsläufig das Gefühl einer Niederlage zurücklasien.

4. Wir find überzeugt, daß, wenn Frankreich unö Deutschland diese Frage vorher in einem gemein­samen Vertragsentwurf entschieden hatten, die ge­samte Bevölkerung der Saar bet einer Abstimmung in überwältigender Mehrheit freudig fu r d l e s e Regelung eintreten würde. Ich bedauere daher auch heute noch, daß französischerseits ge­glaubt wurde, diesem Gedanken nicht folgen zu rönnen. Ich gebe dennoch die Hoffnung nicht auf, daß trotzdem in beiden Nationen der Wille zu

einer wahrhaften Aussöhnung endgültigen Begrabung des hi st ari­schen Kriegsbeils zu kommen, immer mehr sich verstärken und durchsetzen wird. Wenn dieses gelingt, wird die von Deutschland unerschütterlich geforderte Gleichberechtigung dann auch in Frank­reich nicht mehr als Angriff gegen die Sicherheit der französischen Nation, sondern als das s e I b ft® verständliche Recht eines großen Vol­kes angesehen werden, mit dem man nicht nur politisch in Freundschaft lebt, sondern wirtschaftlich so unendlich viele gemeinsame Interessen besitzt.

London, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der Inhalt der Rede des Reichskanzlers wird in der ganzen Presse mit größter Ausführlichkeit gemeldet. In den Überschriften und im Druck des Textes wird besonders die Stelle hervorgehoben, in der Frankreich z u einer Verständigung eingeladen wird.Daily Telegraph" schreibt: Vor einem Jahr, als Hitler Reichskanzler wurde, war die Welt einigermaßen im Zweifel, ob er trotz seines Aufstieges das Zeug zur Große habe. Heute wird überall, wo seine Reichstagsrede gelesen wird, zugegeben werden müssen, daß er nicht nur ein prächtiger und entschlossener Reiter ist, der in Deutschland fest im Sattel ist, sondern auch ein Mann, der sich sicher auf seinem Wege zeigt, als ob er ihn schon früher kenne, lieber® dies sehen wir, daß der Weg, den der Meister Deutschlands vorgezeigt hat, ein Weg des guten Willens.gegenüber seinen Nach­barn ist, wenn diese Deutschland die Gleichheit zu­gestehen, die es fordert. Auch sind Hitlers Worte von Taten begleitet. Der kürzlich abge­schlossene Pakt mit Polen würde noch vor sechs Monaten als eine Unmöglichkeit betrachtet worden fein. Nichts hätte besser sein können, als das freimütige Eingeständnis, daß Deutschland und Polen lernen müssen, sich einander anzupassen, oder die Erklärung, daß ein deutsch-französi­scher Vertrag von Millionen von Men­schen begrüßt werden würde. Großbritannien wird vorbehaltlos, so schreibt das Blatt weiter, die ausgesprochen freundliche Bezugnahme auf den britischen Abrüstungsplan begrüßen.

nung unter HinzufügungOber gebildeter Titel vorzusehen. Büro- und Kanzleibeamte können den TitelAmtssekretär bzw.Oberamtsfekretär" ver­liehen erhalten.

Personen der freien Wissenschaft und ft u n ft können bei besonderem Anlaß den Titel Professor erhalten; Angehörige der freien Ärzte­schaft den Titel Sanitätsrat und Geheimer Sani­tätsrat; Angehörige der Rechtsanwaltschaft den Titel R e ch t s r a t bzw. Geheimer Rechtsrat und Archi­tekten und Ingenieure den Titel Baurat oder Ge­heimer Baurat.

Wettervoraussage.

Durch die nach Finnland abziehende Störung ist in Verbindung mit der Vorderseite des kräftigen atlantischen Hochs ozeanische Luft von Nordwesten her zugeflossen, die uns etwas Schneefall brachte. Ueber Skandinavien ist kräftiger Temperaturfall ein® getreten, so daß dort das Barometer ansteigen und das Hochdruckgebiet sich östlich verlagern wird. Die Kaltluft wird somit auch nach Deutschland vorge­tragen und dürfte kälteres Wetter bringen, dabei wird zunächst wechselhafte Bewölkung auftreten unö vereinzelt noch etwas Schnee niedergehen, später wird sich aber die Wetterlage ruhiger gestalten.

Aussichten für Donnerstag: Wechselnd­wolkig mit Aufklaren, kälter, meist trocken.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 5 Grad, 30 bis 35 cm Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, - Sportmöglichkeit sehr gut.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton? Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stvindruckerei R. Lange, K. sämtlich in Gießen,

Dail y H e r a l d" stellt fest, daß Hitler Weg zu einem Einvernehmen mit Frankreich ebnet habe. Die einzig mögliche Grundlage fried­fertiger Beziehung mit irgendeinem Staat sei die, mit ihm unter der Voraussetzung gegenseitiger Ehr­lichkeit zu verkehren. Würden Hitlers Zusicherungen in Paris angenommen, dann werde die Mög­lichkeit einer französisch-deutschen Verständigung ge­geben fein, die die Lage im Westen Europas er­leichtern würde, wie es der deutsch-polnische Pakt im Osten Europas getan habe.

Die rechtskonservativeMorning Post" kann sich der Feststellung nicht entziehen, daß die Erklärungen des Kanzlers vorn Geiste staatsmännischer Mäßigung und Zurückhaltung erfüllt gewesen sind. Nachdem was man gehört habe, müsse man sich fragen, warum eigentlich Europa über den Hitlerismus" beunruhigt gewesen sei. Aber Worte seien eben eine zweifelhafte Münze. Es komme auf die Politik an. Die nationalsozialistische Politik be­drohe alle Nachbarn direkt und indirekt mit For­derungen, die sie nicht bewilligen konnten und die aus diesem Grunde sehr leicht zum Kriege führen könnten. Man müsse fragen, ob diese Politik und diese Forderungen abgeändert worden seien oder ob es sich nur um einen'Aufschub und eine Verschleie­rung handelt. Solche Zweifel müssen nachdenklich stimmen. Es sei woyl weise, vorsichtig zu sein. Eng­land kann nichts hindern, sich der Hoffnung hinzu- geben, daß der Kanzler aufrichtig und nicht bloß als Diplomat gesprochen habe und daß bei ihm von einer zunehmenden Einsicht um die Notwendig­keit des Friedens die Rede sein könne.

land befördert werden, fo liegt darin für die deutsche Regierung ein wirklicher Grund zum Protest vor, da es nicht selbstverständlich ist, warum z. B. Berliner Zeitungen in Prag oder Paris herausgegeben werden müssen. Erst vor wenigen Tagen hat die deutsche Staatspolizei wieder an derGrenzedes Saargebie­te s 17 ftommunisten verhaftet, die große Wen­gen staatsfeindlichen Propagandamaterials aus dieser Domäne des Völkerbundes in das Deutsche Reich zu schmuggeln versuchten. Wenn so etwas amgrünen Holze möglich ist, kann man schwerlich wegen behaupteter ähnlicher Vorgänge gegen das Deutsche Reich einen Vorwurf er­heben.

Die deutsche Reichsregierung hat ihre innere Sicherheit, indem sie es nicht unterließ, zu ihrer eigenen Beruhigung und zur Aufklärung der übrigen Welt in einem Jahre allein einige Male an das deutsche Volk zu appellieren, ohne dazu irgendwie gezwungen zu fein. Es würde den Wert der gegen die heutige österreichische Regierung ge­richteten Angriffe sofort erledigen, wenn diese sich entschließen konnte, das deutsche Volk in Oesterreich ebenfalls aufzurufen, um d i e Identität seines Willens mit dem Wollen der Regierung vor aller Welt festzustellen. (Minutenlanger Beifall.) Ich glaube nicht, daß z. B. die Regierung der Schweiz, die auch Mil­lionen Bürger deutscher Nationalität besitzt, irgend eine Klage über den Versuch einer Einmengung deutscher Kreise in ihre inneren Angelegenheiten Vorbringen konnte. Der Grund scheint mir darin zu liegen, daß dort eine ersichtlich vom Vertrauen des schweizerischen Volkes getragene Regierung besteht.

Im übrigen muh ich, der ich mich selbst mit stolzer Freude zum österreichischen Bruderlande als meiner Heimat bekenne, Protest ein­legen gegen die Auffassung, als ob die deutsche Gesinnung des österreichischen Volkes überhaupt irgendwelcher Aufreizungen aus dem Reiche be­dürfte. Ich glaube, meine Heimat und ihr Volk auch heute noch gut genug zu kennen, um zu wissen, daß der Pulsschlag, der 66 Willionen Deutsche im Reiche erfüllt, auch ihre Herzen und Sinne bewegt. (Stürmische, jubelnde Zustim­mung.) Wüchte das Schicksal fügen, daß aus diesen unbefriedigenden Zuständen endlich den­noch der Weg zu einem wirklich versöhnenden Ausgleich gefunden wird. Das Deutsche Reich ist bei voller Respektierung des freien Willens des österreichischen Deutschtums jederzeit bereit, die

sie aufs Tiefste bewegende Idee nicht vor den,ches eintrete. Da Wortmeldungen nicht vorllegen, Grenzpfählen eines Landes halt machen wird, das werden alle drei Lesungen ohne weiteres erledigt.

Als der Präsident nun zur Schlußabstimmung auf® ruft, geht eine Bewegung heiterer Befriedigung über diese rasche Arbeit durch die Reihen der Ab­geordneten. Die Abgeordneten erheben sich zur Ab­stimmung, und Präsident Goring stellt fest: Der Ge­setzentwurf ist e i n ft i m m i g vom Reichstag angenommen. Er soll der Reichsregierung die Möglichkeit geben, Deutschland auszubauen in Kraft zur Herrlichkeit und Große. Ich glaube die Sitzung

wiederum in so klarer Weise die Wege gewie­sen hat, der der Hort Deutschlands ist und bleiben muß. Unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil!

Die Abgeordneten erheben sich unö stimmen be­geistert in öen Ruf ein. Sie fingen dann stehend das Horst-Wefsel-Lied. Der Führer streckte, ehe er den Saal verläßt, noch zahlreichen Abgeordneten die