Oberheffen.
25 Jahre Bürgermeister der Stadt Alsfeld.
Am morgigen 1. Dezember 1934 kann der Bür - oermeister der Stadt Alsfeld, Dr. Karl Völsing, auf ein Vierteljahrhundert seines Wirkens als Berufsbürgermeister von Alsfeld zurückblicken.
Bürgermeister Dr. Bö Ising, ein Sohn Oberhessens, steht im 57. Lebensjahre. Er besuchte das Gymnasium zu Gießen, studierte Jura und bestand im Frühjahr 1904 das juristische Staatsexamen. 2m Fahre 1902 promovierte er zum Dr. jur. Vom 1. April 1905 bis 1. Dezember 1909 war er Gerichtsassessor an den Amtsgerichten in Lorsch, Fürth und Alsfeld. Seit 1. Dezember 1909 steht er als Berufsbürgermeister an der Spitze der Stadt Alsfeld. Unter seiner Führung hat sich die Stadt in gedeihlicher Weise entwickelt. Dr. Völsing war dem Alsfelder Gemeinwesen stets ein sorgsamer, treuer und weitblickender Sachwalter, der als vornehmste Richtschnur seines Wirkens nur immer die Ver- vflichtnng kannte, in enger Zusammenarbeit mit den berufenen Männern der Alsfelder Bürgerschaft dem Wohle seiner Stadt und ihrer Bevölkerung zu dienen, soweit das seinen Kräften und Möglichkeiten gegeben war. Dabei blieb er allezeit ein Mann, der nicht in der Derwaltungsbürokratie haftete, sondern in stetem, frischen Mitmarschieren an der Spitze feiner Stadt alles daran setzte, die Schwierigkeiten in bestmöglicher Weise zu meistern, die die Zeitverhältnisse der Kriegsjahre und vor allem die Nachkriegszeit mit sich brachten. Während seiner Amtszeit wurde die allgemeine Kanalisation der Stadt Alsfeld bis auf einige Außenstraßen durchgeführt, der stattliche Neubau der Volksschule, das neue Postgebäude auf dem Ludwigsplatz, das moderne Schwimmbad und die Alsfelder Festhalle auf dem Lindenplatz errichtet. Mit besonderer Liebe und mit feinem Verständnis für den großen Wert der Pflege des Heimatgedankens ließ er sich allezeit die Verschönerung des Stadtbildes der altehrwürdigen Stadt Alsfeld und die Verbesserung ihrer Anlagen angelegen sein. Dank seiner eifrigen Fürsorge macht das Bild der Stadt mit den instandgesetzten Straßen und den vielen reizvollen altertümlichen Ge
bäuden heute einen sehr guten Eindruck. Besonderes Interesse brachte er auch stets der Pflege der Kunst entgegen. Regelmäßige Gastspiele des Gießener Stadttheaters während der Wintermonate der letzten Jahre waren zum großen Teile seinen Bemühungen zu danken. Seine hingebungsvolle Dienstbereitschaft und seine schlichte, auf solider Grundlage aufgebaute untadelige Führung der Verwaltung verschafften ihm volles Vertrauen in der Staat Alsfeld, so daß er wiederholt für sein Amt wiedergewählt wurde. Dadurch sicherte sich Alsfeld für die Leitung seiner Geschäfte die Kraft eines Mannes, der erfüllt ist von den besten Grundsätzen des guten deutschen Beamtentums und der diese Grundsätze in seinem Wirken immer zum Ausgangspunkt seiner Entschlüsse machte.
Neben seiner Bürgermeistertätigkeit war Dr. Döl- s i n g früher auch als Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses für den Kreis Alsfeld tätig, ferner widmete er seine Kraft in früheren Jahren her Gewerbeschule und der Bezirkssparkasse als Vorsitzender des Aufsichtsrats, lieber feine engere Heimat hinaus war er im Verkehrsbund Oberhessen, seit dessen Gründung Ende 1927 bis zur Ueber- leitung in den Landesverkehrsoerband Rhein-Main im Frühjahr 1933, als zweiter Bundesvorsitzender mit Eifer und Umsicht tätig. Hier galt sein Wirken der Wahrnehmung der Gesamtinteressen unserer Provinz auf dem Gebiete der Fremdenoer- kehrswerbung, der Fahrplanfragen und vieler anderer Dinge, die der Hebung, des Fremdenverkehrs zum Nutzen der Provinz Oberhessen dienlich waren. Sein allezeit selbstloses Wirken widmete er im Rahmen des Verkehrsbundes Oberhessen ganz besonders der Schaffung der im Jahre 1932 vom Verkehrsbund herausgebrachten Reliefkarte Oberhessen mit Vogelsberg, für die er sich als Vorsitzender der Reliefkartenkommission in vielen Arbeitssitzungen und Verhandlungen eifrig bemühte mit dem Ergebnis, daß in dieser Karte ein ausgezeichnetes Werbemittel für unsere oberhessische Heimat geschaffen wurde. Weiterhin war er in dem früheren Hessischen Landgemeindetag, der organisatorischen Zusammenfassung der hessischen Städte und Landorte, in uneigennütziger Weise für die Volksgesamtheit tätig.
Seine große Arbeitskraft und sein reiches Wissen widmet Dr. Völsing gegenwärtig in ehrenamtlicher Tätigkeit neben seinen Bürgermeistergeschäften noch der Erfüllung weiterreichender Aufgaben. Vom Deutschen Gemeindetag in Berlin wurde er zum Mitglied des Vorstandes der Landesdienststelle Hessen/Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetags berufen, ferner ist er Kreisobmann der Kreisabteilung Alsfeld im Deutschen Gemeindetag. Sein stark ausgeprägtes Verständnis für die dringlichen Aufgaben der sozialen Fürsorge kann er jetzt als Ortsgruppenamtsleiter der NSV. der Stadt Alsfeld durch segenbringende Mitarbeit in die Tat umsetzen. Dadurch ist ihm Gelegenheit gegeben, seine enge Volksverbundenheit, die ihn schon seit langen Jahren als Führer der Ortsgruppe Alsfeld des Vogelsberger Höhenclubs und Vorstandsmitglied des Gefamt-VHC. auszeichnete, erneut unter Beweis zu stellen. Dieses Wirken zum Besten der hilfsbedürftigen Volksgenossen, das einem der Grundzüge seines menschenfreundlichen Wesens entspricht, wird ihn mit den Volksgenossen in Stadt und Kreis Alsfeld noch stärker als bisher verbinden, dem cbarakternollen und allezeit aufrechten deutschen Manne selbst aber zur Freude und inneren Genugtuung gereichen.
Landkreis Gießen.
I Lollar, 28. Nov. Das einjährige Bestehen der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurde hier durch eine Feier in der Gastwirtschaft ,Zur Germania" begangen. Nachdem die Versammlung die Uebertragung von Berlin gehört hatte, begrüßte der Ortsgruppenführer Pg. Boßhammer die Besucher. Musikvorträge des SA.-Musikzuges (Musikzugführer Deines), Reigen der NS.-Frauenschaft und Gesänge der „Sängeroereinigung" (Dirigent Meyer) sowie des Männer- und gemischten Chores des Turn- und Gesangvereins (Dirigent Eberle) füllten in schönster Weise den Abend aus. Zum Schlüsse konnte noch das Tanzbein geschwungen werden.
§ Mainzlar, 29. Nov. Am vergangenen Sonntag wurde von Einwohnern unseres Ortes gegen 16 Uhr in der Luft ein sonderbarer großer Vogel bemerkt, umschwirrt von kleineren Vögeln. Die Flugrichtung war etwa Treis a. d. Lda.—Lollar. Anscheinend handelt es sich hier um den in der gestrigen Ausgabe aus Ruttershausen gemeldeten, dort auf der Lahn gefangenen Schwan.
(D Grün-ingen, 29. Nov. Heute tonnte h Ortsgruppe der NSDAP. Grüningen mit hen len Dorf-Gill und Eberstadt auf der Station in Gill die Kartoffelfpenben für das Wn t e r h i l f s w e r k zur Verladung bringen. (Es beten Grüningen 280 Zentner, Dorf-Gill 250 ner und Eberstadt 350 Zentner. Die Sendung ^r., nach Wiesbaden und wird dort an hilfsbedu^, Volksgenossen verteilt werden.
ch Dorf-Gill, 29. Nov. Heute mittag schierte Lehrer Jung mit den hiesigen Schulkind nach der Station Hof-Gill, um dort die Wagen den Kartoffelspenden für das W i nl>i, h i l f s w e r k mit Tarfnengrün zu schmücken lni mit passenden Sprüchen und Versen zu nerje)e[. die die Verbundenheit von Stadt und Land Ausdruck bringen sollten. So konnte man u. a. „Stadt und Land — Hand in Hand" oder auch humoristischer Art wie: „Kartoffelbrei und Saif-, kraut, stoppt die Haut und fueiret naut". Die düng, die nach Wiesbaden gehen wird, soll wi^ ein Beweis dafür fein, wie nur durch die Zuitz, menarbeit von Stadt und Land die wahre Atz' gemeinschaft geschaffen werden kann.
Kreis Bübingen.
* Wenings, 30. Nov. Die Ehefrau unf Altbürgermeisters, Frau Charlotte Schmidts vor einigen Tagen durch einen Verkehrsunfall s^ zu Schaden kam, ist gestern nachmittag den Folz der erlittenen Verletzungen erlegen.
iXunöfunfprogramm.
Samstag, 1. Dezember.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. kh Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Früh!, zert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Tausend^ 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozial^ 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachricht 13.10: Nachrichten aus ifem Sendebezirk. 13} Mittagskonzert II. Da wackelt der Antennen 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die $■, schäft. 15: Jugendstunde. 16: Nachmittagskoiu- Inventur bei Schall und Platt. 18: Stimme Grenze. 18.25: Stegreissendung. 18.45: Unterst tungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachricht 20.05: Saar-Umschau. 20.15: Lachend durch land. 22.30: Nachrichten. 22.45: Nachrichten 3 dem Sendebezirk. 23: Tanzfunk. 24 bis 2: N«, musik.
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