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6. Anordnung für den 1. Mai.

Für Schwerkriegsbeschädigte steht ein Omnibus zur Verfügung zur Auffahrt auf den Trieb. Abfahrt 14 Uhr nachmittags am Eaf6 Hettler (Postommbus).

Heil Hitler!

Gez. Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Hitler-Lugend Bann 116» Eilbefehl!

Am Samstag, 28. April, findet am Brandplatz die feierliche Verbrennung der Schüler­mützen statt. Mit dieser symbolischen Handlung will die Hitlerjugend in eindeutiger Art und Weise kundtun, daß sie sich nicht mehr durch die Requi­siten einer vergangenen bürgerlichen Zeit spalten läßt. Der gesamte Unterbann 1/116 tritt pünktlich um 20.15 Uhr am Gericht an und marschiert ge­schlossen zu dieser Kundgebung. Sämtliche Urlaubs­genehmigungen werden für diesen Abend zurück­gezogen.

Heil Hitler?

Der Führer des Bannes 116

m. d. F. b.: Häuser, Scharführer.

Der Leiter der Abteilung S

Walter Krömmelbein, Scharführer i.St.

Das ist das Zeichen der Gportstieger!

Jeder kann es tragen, der Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe ist. Aktive Mitglieder zahlen 1, Mk.» fördernde Mitglieder 2, Mk. monatlich.

Jeder deutsche Volksgenosse helfe den Sportfliegern durch Beitritt zur Flieger-Ortsgruppe!

Anmeldungen an Oberingenieur kurz, Gießen, Bureau der ALG.» wernenvall.

JK5£8., Bezirk Gießen-Land.

Samstag, 28. April, 15.30 Uhr, im Hotel Köhler Bezirksversammlung.

1. Mitteilungen.

2. Vortrag über Luftschutz (Dr. Römer).

3. Kassierung der Beiträge.

Erscheinen ist Pflicht.

Siegfried, Bezirksobmann.

Arbeit), fallende Wochenmarkt wird bereits am Montag, 30. April, abgehalten, der auf Donners­tag, 10. Mai (Himmelfahrt) fallende Wochenmarkt findet schon am Mittwoch, 9. Mai statt.

** Rindermarkt in Gießen. Der nächste Rindoieh-(Nutzvieh-)Markt in Gießen findet in der kommenden Woche ausnahmsweise am Donners- t a g statt. Der Markt mußte wegen des Tages der nationalen Arbeit auf Donnerstag verlegt werden.

** Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des 8. Abschnittes des Stadttheater-Abon­nements betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, die der Aufmerksamkeit der Interessen­ten empfohlen sei.

** Verlegung der Schalter st unden bei der Allgemeinen Ortskranken­kasse. In unserem heutigen Anzeigenteil gibt die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen die Verlegung ihrer Schalterstunden bekannt. In­teressenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.

** Großer Brieftaubenaufflug. Am Sonntag, 6. Mai, wird um 6.48 Uhr ein großer Brieftaubensonderzug, von Köln kommend, im Gie­ßener Güterbahnhof eintreffen. Die Entlade- und Aufflugstelle befindet sich oberhalb von Klein-Linden an der Bahnlinie GießenGroßen-Linden rechts der Fahrtrichtung am Eingang in den Waldeinschnitt. Von Gießen kommend, ist die Aufflugstelle am besten zu erreichen, wenn man die Frankfurter Straße vor der großen Eisenbahnbrllcke verläßt und links der Bahn entlang bis zur Ueberbrückung des südlichen Güterbahnhofs geht. Nach lieber« schreitung dieser Brücke gelangt man den Weg rechts der Bahn entlang zur Aufflugstelle. Mit der Entladung der Brieftauoenkörbe wird bald nach der Ankunft des Sonderzuges begonnen werden, so daß mit dem interessanten Aufflug der Tauben, etwa 20 000 an der Zahl, wohl gegen 8 Uhr gerechnet werden kann.

** E i n Pfing st-Sonderzug in das bayrische Hochland ist für die Zeit vom 18. dis 26. Mai mit Anschluß von Gießen aus vor­gesehen. Für die Fahrt wird eine 50prozentige Fahr- Preisermäßigung gewährt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.

** Diezweite Denkschrift der NSDAP, pr Kurzschrift. Von der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Stenographenbundes wird uns ge- Ichueben: Bereits vor der Machtübernahme hatte die NSDAP, durch eine Denkschrift zur Kurzschrift entscheidend die kurzschriftliche Entwicklung Deutsch­lands beeinflußt. In dieser Denkschrift waren die Grundsätze für die kommende kurzschriftliche Ent­wicklung Deutschlands festgelegt. Ein großer Teil der damals aufgepellten Forderungen ist heute be­reits erfüllt. Weitere gehen ihrer Verwirklichung entgegen. Wie im Deutschland der vergangenen Zeit die Vielheit der Organisationen hinderlich war, so waren auch die überall verschiedenen Prüfungs­ordnungen ein großer Mißstand. Dieser wurde be­seitigt durch die zweite Denkschrift der NSDAP zur Kurzschrift und zum Maschinenschreiben, die von dem Kulturreferenten der NSDAP., Staatsminister Schemm und dem Sachverständigen der NSDAP, für Kurzschrift und Maschinenschreiben, Karl Lang, herausgeg^ben wurde.

Brieffaften öer Redaktion

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

G. R. R. Wenn Ihr Einkommen 120 Prozent des örtlich zuständigen Fürsorge-Richtsatzes, der uns un­bekannt ist, nicht erreicht, dann sind Sie nicht ver­pflichtet, Bürgersteuer zu zahlen. Im anderen Falle sind Sie bürgersteuerpflichtig. Die Höhe des Für­sorge-Richtsatzes können Sie beim Bürgermeisteramt erfahren.

Platzkonzerte der SA.-Msikzüge inGießen

Samstag,28. April:

Vachmiltags von 18 bis 1 9 Uhr in der Plockstraße Johannesftraße. (Ausgeführt von dem Wusikzug des Reserve-Sturmbanns 1/116.)

Sonntag, 29. April:

Morgens von 1 1 b i s 1 2 ll h r in der Plock- strahe Johannesftraße. (Ausgeführt von dem Wusikzug des Reserve-Sturmbanns 1/116.)

Achtung! Oie GE>. rüst Dich!

Bist du, deutscher Volksgenosse, dir deiner Pflich­ten gegenüber dem nationalsozialistischen Staate be­wußt?

Die SA. und SS. haben letzten Endes das Schick­sal Deutschlands entschieden, nach außen wie im Innern. Allein die Tatsache ihres Vorhandenseins war der einzige Schutzwall des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus. Es muß nun deine heilige Pflicht fein, d i e braunen und schwar­zen Kämpfer des Dritten Reiches zu unterstützen und zu fördern und dadurch den Willen und die Ziele des Führers vollenden zu helfen.

Die SS., die keinerlei Zuwendungen erhält und laut Verfügung des Führers vom 15. März 1929 allein das Recht hat,Fördernde Mitglieder" zu werben, ist auf deine Hilfe ganz besonders angewiesen. Jeder deutsche Volksgenosse, einer­lei, ob Mann oder Frau, kannFörderndes

Mitglied" der SS. werden.

An dieLinwohnerschast derStadtGießen!

Zeigt am 1.2Rai 1934 wiederum der ganzen Welt den einheitlichen, unhemmbaren Aufstiegs« willen des deutschen Voltes! Zeigt, daß das gesamte schaffende Volt hinter dem Führer steht!

Darum Hakentreuzfahnen heraus, denn sie sind das Zeichen des Führers. Jede deutsche Familie soll mindestens eine Hakenkreuzfahne zeigen.

Schmückt Eure Häuser, stellt Blumen an die Fenster!

Heil Hitler!

Bürgermeisterei Gießen. 3. V.: Bartholomaus.

Programm für den 1. Mai, den Tag der nationalen Arbeit in Gießen.

Montag, 30. April.

16.00 Uhr: Am Montag spätestens um 16 Uhr sind die Fahnen gehißt. Jede deutsche Familie zeigt mindestens eine Hakenkreuz­fahne.

18.30 Uhr: Konzert der Reichswehr-Ka­pelle und der Gießener Gesang­vereine am Liebigdenkmal. Ordnungs­dienst übernimmt die SS., Absperrung des freien Platzes neben dem Denkmal für die Kapelle.

21.30 Uhr: w a l p u r g i s n a ch t f e 1 e r a u f dem Gleiberg, veranstaltet von der Kraft durch Freude" und dem Lager der Studentenschaft auf dem Gleiberg. Volks­lieder, Volkstänze, Walpurgisfeuer mit Feuerrede.

' Dienstag,-1. Mai.

7.008.00 Uhr: Wecken in der Stadt durch die Schuljugend. Jede Schule stellt mindestens einen Ehor, die in dieser Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt deutsche Frühlingslieder singen.

8.45 Uhr: Alle Schulen, einschließlich der Mittel-, Höheren, Fach- und Berufsschulen, sind um Punkt 8.45 Uhr auf dem Festplah auf dem Trieb angetrelen. Um 9 Uhr beginnt d i e Uebertragung der Feier der Ber­liner Schuljugend aus Berlin. Der Festplah liegt am äußersten Rande des Triebs links vorn Wege nach dem Flughafen.

Mittags von 12 bis 1 Uhr: Dammsirahe Ecke Walltorftrahe. (Ausgeführt von dem Mu­sikzug der Standarte 116.)

Nachmittags von 17 bis 18 Uhr: Am Selterstor. (Ausgeführt von dem Musikzug des Re­serve-Sturmbanns 1/116.)

Von 18 bis 19 Uhr: Am Oswaldsgarten. (Ausgeführt von dem Musikzug der Standarte 116.

Der Reichsführer-SS. Himmler prägte die Worte:

Es ist eine Ehre, SS.-Mann zu fein, Es ist ein Ehre, Förderndes Mitglied zu fein; Tue jeder weiter feine Pflicht,

Wir SS.-Männer und ihr Fördernden Mitglieder, Jeder an feiner Stelle:

Und Deutschland wird wieder groß werden."

Der monatliche Mindestbeitrag beträgt nur 1 Mark, also ein Betrag, der für die meisten Volksgenossen ohne Schwierigkeiten aufzu­bringen ist. Nach obenhin sind der Opferfreu­digkeit natürlich keinerlei Grenzen gesetzt.

Jedes FM. erhält ein vom Verwaltungsamt der RFSS. in München ausgestelltes Mitgliedsbuch. Nur dieses Buch berechtigt zum Tragen des FM.- Abzeichens.

Anmeldungen: Dienststelle des SS.-Sturm- bannes IV/33 Gießen (Polizeiamt), Zimmer Nr. 27, ober bei jedem SS.-Mann.

11.30 Uhr: Alle Hausfrauen haben dafür zu sor­gen, daß um diese Zeit das Mittagessen beendet ist.

11.4512.30 Uhr: Bereinigung der B e- triebsvertrauensleute in den Betrieben. Die Vereidigung erfolgt durch den Vetriebsführer vor der versammel­ten Belegschaft. Als Vertreter der Betriebs- gefolgfchaft spricht der Betriebszellenobmann. Die Vereidigung muh unter allen Umständen um 12.30 Uhr beendet sein. Anschließend Abmarsch nach den Sammelplätzen. Näheres im Aufstellung-- und Aufmarschplan.

14.00 Uhr: Abmarsch des Fe st zuges vom Oswaldsgarten.

15.30 Uhr: Beginn der Kundgebung auf dem Festplah auf dem Trieb.

Es spricht der Kreisleiter Pg. Kloster- m an n.

16.00 Uhr: Uebertragung der Feier auf dem Tempelhoferfeld mit der Rede des Führers.

Für Sitzgelegenheiten für die Schwer­kriegsbeschädigten und die Opfer der Arbeit auf dem Festplah ist gesorgt. Ebenso für Er­frischungen aller Art.

Abends: Volksfest in allen Lokalen der Stadt. Alle Betrieb und alle Arbeits­gemeinschaften werden nochmals aufgefor­dert, sich umgehend für diesen Abend ein Lokal fest zu bestellen, damit die Wirte die nötigen Vorbereitungen treffen können.

Schmelz, Kreispropagandaleiler.

Bei der Auslese wird in Zukunft alles getan werden, um die erbgefunöen Menschen mit aller Kraft zu fördern.

Der frühere Staat hat die erbkranken und bevölke­rungspolitisch minderwertigen Menschen zum Nach- teil'der gesunden unter Aufwand riesiger Geldmittel betreut und gefördert. Der nationalsozialistische Staat hat mit dieser Methode grundsätzlich gebro­chen. Er hat das Gesetz erlassen, durch das der Fortpflanzung der Minderwertigen ein Ende bereitet wird. Er wird auch nicht mehr die gewaltigen Mil­lionen ausgeben, die früher für die Minderwertigen Jahr für Jahr gezahlt wurden. Statt dessen wird der nationalsozialistische Staat

auf steuerlichem, wirtschaftlichem und bevölke­rungspolitischem Gebiet alle Maßnahmen tref­fen, die den erbgefunöen Nachwuchs des Vol­kes, vor allem die kinderreichen Familien wir­kungsvoll fördern werden.

Das Gesetz der R'a s s e r e i n h e i t ist in Deutsch- land in den letzten Jahrzehnten leider ebenfalls nicht gewahrt worden, obwohl Rasse anlagen genau so erblich sind, wie K r a n k h e i t s anlagen. Der na- tionalisozialistische Staat wird bewußte Rassepolitik betreiben, durch die die völkische Eigenart der nordischen Rasse bei uns wieder voll zur Geltung gebracht wird. Der nationalsozialistische Staat lehnt die Vermischung der nordischen, deut­schen Rasse mit fremden Rassen, von denen bei uns nur das Judentum in Betracht kommt, mit Ent­schiedenheit ab, weil es sich bei den Juden um eine dem deutschen Menschen völlig artfremde Rasse han­delt. Durch diese Bevölkerungspolitik will der na­tionalsozialistische Staat die hochstehenden schöpfe­rischen Eigenschaften des nordischen Menschen, die ihn überall zum Träger der Kultur des Abend­landes fett Jahrhunderten gemacht hat, im deutschen Volke wieder wirksam machen. Frankreich, in dem die fremdrassigen Elemente heute schon außer­ordentlich stark sind, hat die Rassenschlacht jetzt bereits verloren.

In Deutschland ist die Lage der Rassenschlacht ganz anders, wir können und werden dafür sorgen, daß diese Rassenschlacht für uns nicht verlorengeht.

Der nationalsozialistische Staat wird durch feint bevölkerungspolitischen Maßnahmen dafür sorgen, daß wir wieder e in wachsendes Volk wer­den, das Gesetz der Auslese angewandt und auch die Rassereinheit unseres Volkes gewahrt wird, Saß die Führung in Deutschland in den Händen von Ariern liegt, nicht aber in den Händen von artfremden Menschen. Daß bisher zur Förderung der kinder­reichen Familien deutscher Volksgenossen noch nicht mehr geschehen konnte, ist nur darauf zurückzufüh­ren, daß Adolf Hitler von dem überwundenen System eine furchtbare Erbschaft übernommen hat. Es wird aber dafür gesorgt werden, daß

die erbgefunöen öeutschen Väter unö Mütter mit großer kinöerzahl roieöer mit Stolz unö Freuöe auf ihren starken Nachwuchs blicken können.

Auch hier wird der nationalsozialistische Staat das Wohl des ganzen Volkes über alles stellen. Er wird das deutsche Volk wieder zu ras- ischem Denkenund Handeln erziehen, wo­bei er auf die verantwortungsbewußte Mitarbeit aller an der Erziehung und Betreuung unseres Volkes beteiligten Volksgenossen, also auch der Aerzte unö der Amtswalter der NSV., rechnen muß. Die antirassischen Anschauungen des früheren Systems wird er durch die nationalsozialistischen Gesichtspunkte ersetzen. Jeder möge sich immer vor Augen halten, daß es bei dieser Arbeit um Tod oder Leben unseres deutschen Volkes geht und daß alle deutschen Volksgenossen die Pflicht haben, ihre Dankesschuld an den Führer auch dadurch abzutragen, daß sie ihm bei seinem Werk auf diesem Gebiete mit aller Kraft helfen. (Starker Beifall.)

pg. Dr. Hofmann,

Leiter des Gesundheitswesens im Amt für Volks­wohlfahrt, besprach als zweiter Redner des Abends zunächst die Auswirkungen des Gesetzes zur Ver­hütung erbkranken Nachwuchses. Er betonte dabei, daß die Segnungen dieses Gesetzes von Generation zu Generation immer mehr erkennbar werden wür­den. Für die Richtigkeit dieses Gesetzes spricht, wie der Redner u. a. weiter erklärte, die allgemeine Zustimmung im Volke und auch bei den davon be­troffenen Menschen. Um das Gesetz wirksam zur Anwendung bringen zu können, ist es erforderlich, daß die Aerzte die unter dieses Gesetz fallenden Personen bei dem zuständigen Kreisarzt melden, der dann die weiteren Schritte zu unternehmen hat. Die Entscheidung über die Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen auf die einzelne Person trifft in jedem Falle nur das Erbgesundheitsgericht. Die Bürgermeister müssen im Interesse der Sache die Anfragen des Erbgesundheitsgerichts nach den betreffenden Personen sorgfältig beantworten.

Bei richtiger Durchführung wird sich das Ge­setz außerordentlich segensreich auswirken, und es wird sicherlich auch andere Länder zu gleichen

Maßnahmen anregen.

Der Redner befprach hierauf die künftigen Aufgaben der NS. - Volkswohlfahrt, wobei er u. a. betonte, daß in die Tätigkeit der bisher auf diesem Gebiete arbeitenden Verbände jetzt unbedingt der rassenhygienifche Ge­danke hineingetragen werden müsse. Weiterhin ei der Ausbau des schulärztlichen Dien- t e s unter dem Gesichtspunkt der Rassenhygiene er­forderlich. Als dringend wünschenswert bezeichnete der Redner u. a. den Ausbau der Säug­lingspflege und der Mütterberatung, erner die Anstellung eines Fürsorgearztes ür jeden Kreis der Provinz Oberhessen. Notwendig ei auch eine sorgsame Familienpflege auf dem Lande, ferner die Einsetzung von Sozial­arbeiterinnen im Fürsorgewesen, die raßen- hygienisch geschult sein müßten. Zum Schutze ge- ährdeter und unehelicher Kinder müßten gut ge­leitete Kinderheime zur Verfügung stehen, in denen namentlich die unehelichen Kinder in ihrer ersten Lebenszeit unterzubringen seien. Eine ausge­zeichnete Einrichtung dieser Art besitze die Provinz Oberhessen bereits in dem Provinzialkinderheim in Gießen. Wester wies der Redner auf die Wichtigkeit einer erbbiologischen Bestandsauf­nahme zur richtigen Beratung in Adoptions- ällen und auf die Notwendigkeit der Freizeit ür kinderreiche Mütter hin, wobei er die großen Verpflichtungen öer Mütter gegenüber ihrer kinderreichen Familie betonte und daraus die For­derung nach einer Urlaubszeit für die kinderreichen Mütter ableitete.

Alle diese Aufgabengebiete kann öle NS.-volks- wohlfahrl nur betreuen, wenn ihr die nötigen

Die bevölkerungspolitischen Ziele der ASDAY.

Zwei Vorträge beim Amtsleiter-Appell des Amtes für Dolkswohlfahrt.

Am Donnerstagabend veranstaltete das Amt für Volkswohlfahrt der Kreisleitung der NSDAP. Gießen einen Amtsleiter-Appell im Saale des Caf6 Leib. Die Veranstaltung war von den Amtsleitern der NSV., Aerzten und Bür­germeistern in Stadt und Land stark besucht.

Nach kurzen Einführungsworten des Kreisamts­leiters Klöß, der eindringlich auf die großen Auf­gaben der NSV. hinwies, sprach als erster Redner

pg. Dr. med. Kranz,

Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungs­politik und Rassenpflege, überBevölkerungs­politische Maßnahmen und Rassen- pfleg e". Der Redner sagte u. a.: Der Führer Adolf Hitler hat an die Stelle des überwunde­nen liberalistischen Systems die an Blut und Boden gebundene Weltanschauung, das Denken in Generationen über Jahr­hunderte hinaus, die Volks- und Bluisge- mein schäft der deutschen Menschen ge= feßt. ®ir sehen heute den Menschen ganz anders an als früher. Mensch unö Volk sind eine schicksalhaft, geiftig und sozial zusammengeschlossene Einheit.

Unter dem früheren System wurde der Stand- punki. vertreten, ein Volk müsse einmal st e r b e n.

Der Rationalsozialismus lehnt diese Ansicht ab unö erklärt, ein Volk stirbt nur öann, wenn es sich selbst aufgibt.

I)ie alten Kulturvölker sind gestorben, weil sie gegen Die primitivsten Gesetze der Natur verstoßen haben, namlid) gegen bas Gesetz der Rassereinheit.

Weber bas Gesetz der Fortpflanzung ist zu sagen, daß die Völker nur zugrunde gehen, wenn sie ihre Kinderzahl herabsetzen. Die Zukunft der Völker liegt in der Kinderwiege, und zwar in einer für den Bestand unö öas Wachs­tum öer Völker ausreichenden Zahl von e r b g e - suklden Nachkommen.

Der nationalsozialistische Staat läßt sich die stärkste Förderung der erbgefunöen deutschen

Menschen besonders angelegen sein.

Gleichzeitig ist er um die Zurückdrängung unö Aus­merzung öer minderwertigen Menschen bemüht. Wenn die jetzigen bevölkerungspolitischen Maßnah­men (mindestens 4 Kinder pro Familie) in Öen letz­ten Jahrzehnten schon angeroanöt worden wären, bann stünde unser Volk heute erheblich stärker da, es würde nicht 65, sondern 75 Millionen Menschen Zählen. Diese freiwillige Schwächung der Volks­stärke ist auf den Geburtenrückgang zurück- wfüljren, der gewollt war und schon in der Zeit der Jahrhundertwende einsetzte, wo es Deutschland wirtschaftlich noch außerordentlich gut ging. Dieser Geburtenrückgang war auch zunächst nicht bei Öen wirtschaftlich schwer ringenden Fami­lien zu verzeichnen, sondern bei denen, die von Not und Hunger nichts verspürten, sondern ein sorgloses Dasein führen konnten. Entscheidend für diese Ge­burtenbeschränkung waren in jenen Kreisen lediglich der Materialismus, die Bequemlichkeit, der Hang zum Luxus und die übertriebenen Ansprüche der eigenen Lebenshaltung, kurz gesagt: der Verlust des Rafsege wissens!