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Eröffnung des ersten Gchulungs- lagers auf dem Gleiberg.

Weihe der Lagerfahne.

Gestern morgen gegen 9.30 Uhr trafen bei herrlichem Frühlingswetter mit Sonderomnibussen Studenten aus dem Rhein - Main - Gebiet zum Schulungslager der studentischen Ka­meradschaftsführer auf der Burg Glei­berg ein. Ungefähr 60 Studenten haben sich hier zur gemeinsamen Arbeitstagung zusammengefunden. Die Lagerteilnehmer wurden von H. F. Schuster, der das Lager Gleiberg leitet, empfanden und in

Kameradschastssührer Seipp bei seiner Ansprache.

das Quartier gebracht. Bald herrschte reges und frohes Treiben auf der sonst so stillen Burg. Da das eigentliche Schulungslager nicht alle Studenten fassen tonnte, mußten in den unteren Räumen des Wirtschaftsbetriebes noch Betten aufgestellt werden.

Schon am frühen Morgen hatte sich eine große Zahl von Gästen innerhalb der Burg versammelt, um Zeuge dieses für den Gleiberg und für die Gie­ßener Studentenschaft bedeutsamen Tages zu sein. Unter den Gästen bemerkte man neben dem Rektor der Landesuniversität Prof. D. Bornkamm und

dem Kanzler Prof. Dr. Hummel die Dekane der einzelnen Fakultäten; ferner war als Vertreter der Gauleitung der NSDAP. Kreisleiter z. b. V. B u l l- m a n n, von der Kreisleitung Gießen der NSDAP, stellv. Kreisleiter Pg. Hopfenmüller erschie­nen. Die Stadt Gießen war durch den Beigeordne­ten Pg. Bartholomäus und Bürgermeister Dr. Hamm vertreten. Von der SA.-Standarte war der Adjutant Sturmbannführer M ü n f e r erschie­nen. Außerdem sah man noch Vertreter der HI. und den Führer der OrganisationKraft durch Freude". Der Führer der Gießener Studentenschaft war mit seinen Amtsleitern ebenfalls zur Stelle. Die Gemeinden Gleiberg, Krofdorf und Heuchel­heim waren durch ihre Bürgermeister vertreten. Vom Vorstand des Gleiberg-Vereins sah man Direk­tor Renten, Lehrer Praß und den Erbauer des Schulungslagers Herrn M o h r in der Festver­sammlung.

Gegen 10.30 Uhr traf Regierungsrat Köhler (Darmstadt) ein, der als Vertreter der hessischen Regierung gekommen war. Reg.-Rat Köhler schritt zunächst die Front der Lagerteilnehmer ab. Darauf versammelten sich die Teilnehmer dieser Eröffnung auf dem Turm der Ruine.

Der Führer des Giehener Kamerad- schastsbauses cand. iheol. Seipp ergriff als erster zur Lagereröffnung das Wort. Er führte u. a. aus: Schon seit Jahrhunderten schaue die Burg Gleiberg in das weite Land. Wechselvoll sei das Schicksal dieser Burg, mannigfaltig das Le­ben, das sie bisher umhegte. Es fei das Leben gewesen, das jeweils seiner Zeit entsprach, das sich ausgerichtet hätte auf das Gedeihen eines Geschlech­tes, auf das Wohl und Wehe eines begrenzten Ge­bietes, auf die Interessen eines Kreises von Men­schen. Daneben sei der Gleiberg ein Inbegriff dessen gewesen, was wir unter Heimat verstehen, und das solle er auch in Zukunft bleiben. Der heu­tige Tag gebe Zeugnis davon, daß mit der neuen Zeit auch neues Leben in die Burg Gleiberg Ein­zug gehalten, habe. Entgegen den früheren Gedan­ken, den Gleiberg zu einem Kurbetrieb auszubauen, habe sich der Vorschlag der Gießener Studentenschaft im Gleibergverein durchgesetzt, die Burg zu einer Stätte deutsch^ Jugenderziehung zu machen. In vertrauensvoller Zusammenarbeit von Gleiberg­verein, Behörden und Parteistellen sei das Lager entstanden. Die Bedeutung des neuen Lagers fei aus der Tatsache zu erkennen, daß als Auftakt sei­ner Tätigkeit die Deutsche Studentenschaft eine Schulungstagung der Kameradschaftsführer von den Hochschulen Gießen, Marburg, Darmstadt und Frank­

furt auf dem Gleiberg durchführe. Manneszucht, Kameradschaft und Dienstbereitschaft sollten das Motto der Arbeit sein; erst in der Tat erweise sich die Gesinnung.

Oer Vertreter der hessischen Regierung Negierungsrat Köhler ,

überbrachte zunächst die Grüße des hessischen Staats­ministers Jung und des Ministerialrats Rings- hausen, die beide leider verhindert seien, per­sönlich zu erscheinen. Dann sprach Reg.-Rat Köhler von der Entwicklung des neuen Geschlechts, das auch bei der Studentenschaft nicht Halt gemacht habe. Dies sei besonders zu begrüßen. An der

füg

Thema:Der nationalsozialistische Student". Von Graeve sprach zunächst von dem Aufbruch der Nation, aus dem die geschlossene Ein­heit der Nation erstehen muß. Arbeiter und Student sind nicht mit Unrecht in ihrer Gemeinschaft zu einem Begriff nationalsozialistischer Denkweise ge- worden. Aus der klassenüberwindenden Geschlossen­heit des deutschen Volkes wird die Hochschule eine Stellung einnehmen, die einer geachteten Arbeit am deutschen Volke gebührt. (Der Wortlaut der Reden und Schulungsvorträge erscheint in der Mainummer der ZeitschriftPolitische Schulung".)

Der Rektor der Landesuniversität, Prof. D. Bornkamm, wies in klaren Worten auf den Werdegang der Universität vor dem Kriege hin und zeichnete das Bestreben der deutschen Hochschule, sich dem neuen Gedankengut des Nationalsozialis­mus einzufügen. Dann kam der Rektor noch auf die mannigfaltige Beanspruchung der Studenten von heute zu sprechen und betonte, daß doch im letzten Semester trotz der vielerlei Verpflichtungen, die die Kommilitonen hätten, beachtliche wissenschaft­liche Leistungen vollbracht worden seien.

Um 13 Uhr fand das Mittagessen statt, an dem die Gäste teilnahmen. Hier war den nichtstudenti­schen Teilnehmern Gelegenheit gegeben, echten kameradschaftlichen Lagergeist kennenzulernen.

Der Nachmittag war vortragsfrei und wurde zur Vorbereitung für die Walpurgisfeier ausgenutzt.

Der gestrige Tag war für den Gleiberg sowohl, als auch für die Gießener Studentenschaft ein be­deutsamer Tag und ein schöner Auftakt für das Schulungslager.

Regierungsrat Köhler (Darmstadt) spricht als Vertreter der hessischen Regierung. (Auf­nahmen: Photo-Pfaff.)

Kameradschaftserziehung in den studentischen Kame­radschaftshäusern und in den Wohnkameradschaften der einzelnen Korporationen erkenne man den Wunsch der Studenten, sich nicht nur möglichst viel Wissen anzueignen, sondern auch sich politisch zu stärken und zu schulen für den Dienst an Volk und Vaterland. Bei dieser Rede machte Reg.-Rat Köhler noch mal eindeutig klar, daß unter Kameradschafts­erziehung keine Sonderinteressen der Studenten ge­pflegt werden, sondern daß es sich um eine Fort­setzung der nationalsozialistischen Revolution an der Hochschule handle, zur Erziehung von echten deut­schen Akademikern.

Hierauf nahm Reg.-Rat Köhler die Weihe der großen Lagerfahne vor. Unter dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die geweihte Flagge gehißt, die nun stolz vom hohen Turm über Gleiberg und das Lager weht.

Nach der Flaggenhissung versammelten sich die Teilnehmer des Lagers und die zahlreichen Gäste im Kaisersaale der Burg zu den

ersten Vorträgen.

Nach Eröffnung durch Paul Seipp sprach zunächst der Hochschulgruppenführer des NSDStB. Gießen, Bernhard Edler von Graeve, über das

Grundsteinlegung zum Iakob-Sprenger-Haur in Westerburg.

LPD. Westerburg, 26. April. Gestern sand die feierliche Grund st einlegung zum Ja- kob-Sprenger-Haus, dem zukünftigen Par­teiheim des Kreises Westerburg, statt. In seiner Festrede führte der Stellvertreter des erkrankten Gauleiters Sprenger, Regierungsrat Dr. Reiner- Darmstadt, u. a. aus, er betrachte die Grundstein­legung als ein Zeichen des Vertrauens und des Glaubens an die Sieghaftigkeit der nationalsoziali­stischen Idee und an den Bestand der nationalsozia­listischen Herrschaft für die Zukunft. Man dürfe heute sich nicht dadurch irremachen lassen, daß es immer noch Leute gebe, die den Aufbau zu sabo­tieren versuchten. Man werde unangefochten dafür kämpfen, daß der nationalsozialistische Gedanke in die Tat umgesetzt werde. Nationalsozialismus in der Tat sei das Winterhilfswerk gewesen. Jetzt werde das große Werk der NS.-Dolkswohlfahrt aufgebaut. Man wisse, daß man, wenn man vom Volk etwas fordere, auch etwas dafür geben müsse. Man fordere von jedem aber nicht nur seine Mit­arbeit am Neubau des Reiches, sondern den gan­zen Menschen. Man fordere ihn für Staat, Volk und Volksgemeinschaft. Nach dem Treuegelöb­nis auf den Führer wurde die Urkunde in den Grundstein eingemauert.

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