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ganasn Türfei. Sie ist auch ebenso sehr kriminell wie lächerlich ... und ein wenig mysteriös.
Ä*x!2!sr.fc0cns fa”b man in einem Istanbuler ^trotzenbahnwagen em sorgfältig verschnürtes Pa- ket. Du lealiche Anschrift fehlte, wurde das Paket von dem Beamten geöffnet. Es enthielt vier Hand- ^rAf*°ÄHnkUnL einen ^riet geschrieben, auf einen Geschäftsbriefbogen einer bekannten armenischen fr”™'Inhalts, daß hier die ersten vier bomben geliefert würden, denen weitere folgen touren, um endlich das lange besprochene Attentat Aum guten Ende führen zu können! Die sofort benachrichtigte Polizei ließ den Besitzer der Tabak- yondlung kommen, der laut Brief die Handgranaten versandt haben mußte. Es fiel dem Herrn nicht schwer, die Polizei davon zu überzeugen, daß niemand so unglaublich dumm sein könne, eine solche verbrecherische Sendung mit einem Firmenbrief in die Welt zu schicken. Nach 24 Stunden war die Polizei dem rätselhaften Fall auf der richtigen Spur: Der Tabakhändler, wie gesagt, armenischer Herkunft, hatte vor einiger Zeit mit seinem langjährigen Geschäftsteilhaber Streit bekommen und die beiden hatten sich im Zorne getrennt. Der Teilhaber, den wir Mapawrilian nennen wollen, fühlte sich bei der Trennung benachteiligt und glaubte, im Geschäft noch einige zehntausend Türkpfund stecken äu ijaben, die ihm auszuzahlen sein früherer Teilhaber sich weigerte. Darüber heftiger Wort- und Briefwechsel. Und wenn Armenier um Geld streiten, geht es hart auf hart. Weder wollte jener einen ^iafter zahlen, noch wolle Mapawrilian auf einen -giajter verzichten. Ganz in Ordnung scheinen die Geschäftsbücher nicht gewesen zu sein, so daß beide Teile vorderhand davon absahen, die Gerichte anzurufen. Immerhin — Mapawrilian hatte eine begreifliche Wut und beschloß, dem ehemaligen Kompagnon einen Denkzettel zu verabreichen. Er ließ ihn keineswegs durch gedungene Burschen verprügeln, er betrat auch nicht die üblichen Wege der Verleumdung oder Erpressung, sondern erfand einen Attentatsversuch, den er seinem hartnäckigen Gegner in die Schuhe zu schieben gedachte. Er beschaffte sich Briefbogen seines Rivalen, erstand für ein paar Türkpfund bei einem Bekannten alte Handgranaten, die noch in vielen Häusern als „Kriegs- ermnerung" herumliegen, machte ein Paket zurecht und legte ihm den erwähnten Brief bei. Und nun wird der Bursche, wenn er schon nicht zahlen will, als Bombenleger und Verschwörer ins Kittchen kommen! So dachte der blindwütige Mapawrilian, die Leichtgläubigkeit der Polizei maßlos über- schätzend. Stattdessen sitzt er aber jetzt in Untersuchungshaft und wird sich wegen eines Deliktes zu verantworten haben, das eine interessante Mischung von grobem Unfug, unerlaubten Waffenbesitz, Verleumdung und Erpressung darstellt.
Kennen Sie Haim Nathaniel?
__ (u) B a g d a d.
Wenn man vor fünf Jahren nach Hairn Natha- mel gefragt hätte — fein Mensch hätte einem
sagen können, wo er wohne. Höchstens die irakesische Eisenbahn hätte unter ihrem Register einen Schaffner dieses Namens gefunden. Heute steht an den Höngen des Tigris, etwas oberhalb der Stadt, ein Palast. Und Nathaniel, den Orientalen, kennt jeder in Bagdad. Sein Name steht aus dem Schild der Omnibusse, die nach Haifa oder Damaskus fahren. Auf jedem Kilometer Eisenbahn im Irak und in Syrien schwört man auf diesen Namen. In Indien ist der Name bekannt. Und sogar in den europäischen Speditionsbüros, die mit dem Orient arbeiten, tjat man den Namen notiert.
Dieser Mann, der erst aus Gefälligkeit als Schaffner kleine Transporte in Auftrag nahm und sicher
fördert das Iuqendherbergswerk!
Der Reichswerbe- und Opferlag des Deutschen Jugendherbergswerkes soll nicht nur die finanziellen Mittel zum Ausbau einer von der ganzen Dell bewunderten, vorbildlichen Einrichtung der jungen deutschen Generation schaffen, sondern darüber hinaus die große Idee des Iugendherbergswerkes fördern und verbreiten und der deutschen Jugend das Wunder unserer Heimat offenbaren.
wer dieses Werk unterstützt, dient der seelischen und körperlichen Gesundheit unserer Jugend.
Jede Spende ist eine Tat für die Zukunft!
Baldur von Schirach.
weiterleitete, beherrscht heute das gesamte Speditionswesen des Orients. Im Euphrat- und Tigristal ist das Verkehrswesen durch ihn um 1000 Jahre vorwärtsgebracht worden.
Er ist jetzt 35 Jahre alt. Aber schon mit 20 Jahren, also bei Kriegsende, hatte er einen Plan, wie sich das alles gestalten sollte mit Straßen und Autos und Bahnen. Eines Tages machte er den Engländern den Vorschlag, ihm doch einen alten zurückgebliebenen Güterwagen für die Jrakdahn gegen Pacht zur Verfügung zu stellen. Das war der Grundstock des Schaffners von Bagdad zu feinen Millionen.
Denn dieser Mann hat nie eine Anleihe ausgenommen, nie eine amtliche Unterstützung erbeten, sondern aus eigenen Mitteln langsam sein System aeschaffen, das heute eine Fracht- und Personenbeförderung in jeden Teil des Orients ermöglicht, wenn man sich auf den Orientalen Haim Nathaniel verläßt. Er hat die Wüste überwunden mit Riesenomnibussen und die Räuberbanden mit Verträgen gebändigt. Wieviel er dabei verdiente, kann man nicht genau sagen, Nathaniel verrät es niemandem ...
Oie Gchnakenbekämpfung.
Richtlinien für Behörden und Leiter der Bekö'mpfungsmaßnahmen.
Von pwf. Dr. Merker, Zoologisches Institut der Universität Gießen.
Die Bekämpfung der Schnakenplage ist vielfach nicht schwierig, hat aber nur dann Erfolg, wenn sie nach bewährten Vorschriften einheitlich und in stren- fter Zusammenarbeit vorgenommen wird. Es geht nicht an, daß sich jemand bei den Maßnahmen des- yalb ausschließt, weil er vielleicht nicht ober nur tpenig von der Plage betroffen wird. Auch dürfen sich ganze Ortschaften nur dann in der Bekämpfung zurückhalten, wenn tatsächlich keine Schnaken vorhanden sind. Durch unsere Bekämpfung im Winter, bie bie Lehrer in Oberhesfen durchgeführt haben, ist bie Verbreitung ber Hausschnake in Ober- Hessen einigermaßen sichergestellt. (Wald- unb Wiesenschnaken kann man im Winter bekanntlich nicht fassen.) Wenn auch noch nicht von allen Orten Oberhessens Berichte vorliegen unb wenn auch hin unb roieber Fehler unterlaufen fein mögen (mir kennen Fehlberichte pon Orten, bie mit Schnaken besetzt finb), so finb bie meisten Nachrichten brauchbar. Man- cher der Lehrer hat es verstanden, seine Zöglinge so für diese Sache zu begeistern, daß von den Kindern der ganze Ort durchsucht wurde und bie Belege in Gestalt gefangener Schnaken eingefanbt werben konnten. Für biefe höchst brauchbare Hilfe banken wir bestens!
Die Erfahrungen bei ber Bekämpfung im Winter werben im Sommer natürlich verwertet. Vor kurzem — Gießener Anzeiger Nr. 88 vom 16. April. D- Reb. — habe ich bekanntgegeben, was jeber felbft im Sommer tun kann, um bie Schnakenplage 3U minbern. Auf Wunsch sollen für Behörben unb Bekampfungsleiter Richtlinien unb Erfahrungen zusammengestellt werden, die eine einheitliche und durchschlagende Bekämpfung gewährleisten.
In allen betroffenen Ortschaften und Städten muß ein naturgeschichtlich erfahrener Mann bie Leitung ber Bekämpfung übernehmen. Dieser Obmann steht im Einvernehmen mit ben Behörben unb genießt für seine Tätigkeit soviel behördlichen Schütz, daß die Befolgung seiner Anordnungen gegebenenfalls auch erzwungen werden kann. Seine Aufgabe ist vor allem erzieherisch. Wir Menschen züchten in Unkenntnis der Zusammenhänge die Schnakenplage selbst heran. Er muß also Schritt für Schritt aufklären und seine Mitbürger soweit bringen, daß die Bekämpfungsmaßnahmen für jeden etwas Selbstverständliches werden. Zu Anfang stößt er meist auf Widerstand und Besserwissen. Hier muß er zäher fein! Der Erfolg bleibt dann nicht aus. Selbstverständlich muß der Leiter sich die hauptsächlichsten naturgeschichtlichen Zusammenhänge unb Tatsachen über Vorkommen unb über bie Entwicklung ber Schnaken ungeeignet haben. Er muß sicher Larven, Puppen unb auch bie Eier kennen. Ein billiges unb doch gutes Heftchen, worin er Aufklärung finbet ist: Fritz Eckstein. Die einheimischen Stechmücken. Verlag Natur und Kultur von Dr. Fr. Joh. Völler, München.
Diese Kenntnisse sind bann cmzuwenben unb in bie Wirklichkeit zu übersetzen. Er muß in feinem Gebiet bas Vorkommen ber Schnaken grünblich kennen unb muß auch wissen, welche Sorten auftreten. Hierzu ist fortbauernbes Nachforschen nötig. Insbesondere gilt es für bie Hausschnaken, baß sie die unmöglichsten Wasserstellen zu finden und zur Eiablage zu benutzen wissen, je mehr sie von ben leicht zugänglichen Brutstätten burch bie Bekämp- fung oerbrängt werben. Je grünblicher ber Leiter Bescheid weiß, um so schärfer kann bie Bekämpfung werben.
Dem Obmann zur Seite stehen eine ober mehrere Arbeitsgruppen zu je 2 bis 3 Mann. Sie sind von ihm angelernt und machen all drei Wochen I einen Rundgang im Schnakengebiet. Dieser Rund-I gang gilt den HauLsctmLkeu. Sie suchen sie in deut
©arten und Hofen, hauptsächlich im Weichbild der Ansiedlung, wo Wasserbehälter stehen, die eine Schnakenzucht ermöglichen. Eine Stehleiter gestattet ihnen auch in die verschlossenen Gärten zu kommen. Denn jedes Gießwassergefäß und jedes Regenwasser- faß oder Jauchenfaß müssen sie nachsehen und dürfen nirgends Wasser ungeprüft stehen lassen. Nur wenn bie Besitzer Schnakenlarven am Leben gelassen haben, greifen sie ein. Sei es, baß sie bie Behälter mit Brut ausleeren ober mit Saprol- spritze behanbeln. Schnakenfreies Wasser bleibt unberührt. Ihre Tätigkeit ist also kontrollierenb. Das Erkennen ber Eier unb ber millimetergroßen jüngsten Larven muß geübt werben. Sapröl wirb nur im Notfall angeroenbet. Saprolhaltiges Wasser soll nicht zum Gießen verwenbet werben. Gewöhnlich hört man Klagen barüber, baß Vögel unb Bienen nach bem Genuß solchen Wassers eingehen. Meist bewahrheiten sich berartige Angaben nicht, weil bie Tiere saprolhaltiges Wasser meiben. Jeboch wirb ber Bienenzüchter gut tun, feinen Bienen eine ein« roanbfreie Tränke mit oft gewechseltem Wasser zu bieten. Es ist so für ihn am sichersten, baß bie Bienen nicht verbächtiges Wasser genießen.
Die Bekämpfung ber Hausschnaken macht in Gärtnereien erfahrungsgemäß einige Schwierigkeiten. Wasserbecken mit Pflanzen können nur burch Stichlinge ober Zahnkarpfen (Gambutia patruelis) fchnakenfrei gehalten werben. Die Hochbehälter des Gießwassers finb schwer zu beaufsichtigen, sie müssen alle brei Wochen einmal leerlaufen. Wenn auch bie Schnaken meist nicht hoch fliegen (Hochsitze im Walb finb meist schnakenfrei), so beobachtet man gerabe bei ben Hausschnaken, baß sie auch an hochgelegenen Orten zu finben finb, wie bie Bruten in Dachkanbeln, bas Vorkommen in Nistkästen unb bergleichen beweisen. Die Kratzeisen vieler neuerer Treppen finb in ben Stein ber Stufen eingelassen. Bei Regen unb bem Reinigen ber Treppen füllen sich diese Wannen stets mit Wasser. Sie bilden eine ausgezeichnete vielfach übersehene Brutstätte für Hausschnaken. Auch in Kellern mit Zentralheizung ist häufig Gelegenheit zur Entwicklung von Haus- schnaken, sogar im Winter!
Zur Bekämpfung ber Wiesen- unb Walbschnaken verweise ich auf bie vor kurzem gemachten An- gaben. (Siehe „Gießener Anzeiger'^ Nr. 88 vom 16- April. D. Reb.) Bei ben Wiesenschnaken unb Walbschnaken ist es wichtig, baß gleichzeitig ge- nugenb Arbeitsgruppen eingreifen. Sie unterstehen einem Befehl unb müssen wegen ber raschen Entwicklung schlagartig angesetzt werben. Die Bewässerung ber Wiesen muß unter Umftänben ber Schna- kenbekampfung untergeorbnet werben unb barf bann nur einheitlich erfolgen.
Gegen bie Walbschnaken hilft vielfach Trocken- legen unb Besetzen mit Fischen. Auch bie Fieber- schnaken werben baburch kurz gehalten. Wir wollen auch hier nur imNotfall Saprol verwenben. Der Obmann barf nämlich nie vergessen, baß er vor aüem Naturschützer ist. Es kommt nur barauf an, unsere maffenfjaft als Plage auftretenben Schnaken einzudämmen. Es wäre sinnlos unb weit ab von einfachsten Naturschutzaebanken, jeben Tümpel brau- Ben ’m Freien mit Saprol tot zu machen, selbst wenn auch einige Schnakenlarven barin gefunben würben. Stets muß man sich klar sein, welche Schnakenarten man vor sich hat. Es gibt Schnaken mit seltsamer Lebensgeschichte, es gibt seltene unb schöne deutsche Schnakenarten, bie unbebingt zu schonen finb. Hier kann nur Kenntnis ber Tatsachen, Einsicht unb bas naturschützerische Gewissen ben rechten Weg leiten!
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