Ausgabe 
27.7.1934
 
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DeutschfeindlicheHetzemderpanserpresse m a r ; 5 96 Juli (DNB ) Die Ermordung des DerT e rn p s", der von einem Verbrechen gegen in Paris wie Europa und die Zivilstatwn pnchtz ernste Fol-

mache.

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N.

Der

d-Märtyrer für die Unabhängig-

ohn Dr. Rechts-

Entgegen diesem sachlichen Urteil des konservatl- ven Blattes benutzt natürlich der marxistische Daily Herald" die Gelegenheit, um seine be- »kannte fiefce gegen Deutschland fortzusetzen.

hält das Blatt für unbestimmt und legt den Mäch­ten ans Herz, kaltblütig zu bleiben und den i n - ternationalen Frieden mit Entschlofsen-

wortril mmen, $nnj,

zeitig gibt derMessagero" ein Stimmungsbild aus dem Ba t i k a n, wie der Mord an Dollfuß dort aufgenommen geworden fei. Auch hierbei wird gegen Deutschland Stellung genommen.

DerPo p o l o di Rom a" ist im Tone seines Artikels' gemäßigter als derMessagero".

DieG a z z e t t a d e l P o p o l o sagt, die poli­tische Lage erfahre durch die Ereignisse in Oester­reich keine Veränderung. Aber die Wachsamkeit über Oesterreichs Unabhängigkeit müsse für die Zukunft noch größer werden. Man müsse überlegen, ob es nicht notwendig sei, einige Vorsichtsmaßregeln zu

Meldung ills aus rbe den Ludwig orben erpresse-

bezüglich hrt man tlärungy Agonie, bar. Die blick ge- ten con

Meldet, 'le«; be' h°i kN uni °mmen

sandter n.

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würden. Die Ereignisse von Mittwoch enthielten viele ungeklärte Fragen. Dor allem könne man nicht begreifen, warum die Aufständischen ihre gefährlichsten Gegner, Fey und K a r w i n s k y , die sie in ihrer Gewalt hatten, unversehrt ge- l assen hätten. Die Aufklärung dieses und noch anderer Punkte wurde mit Interesse erwartet, und es herrsche der Eindruck, daß eine gemeinsame Aktion die volle Kenntnis aller Umstände zur Voraussetzung haben müsse.

Keine Einmischung Südslawiens

B e l g r a d, 26. Juli. (DNB.) Die halbamtliche Agen­tur Avala teilt mit: Durch das Preßbüro der öster­reichischen Heimwehren wurde die Nachricht verbrei­

tet, daß die aufständische Bewegung in Steiermark und in Kärnten von südsla­wischer Seite aus unter stützt worden sei. Wir sind von zuständiger Stelle ermächtigt, zu er­klären, daß diese Nachricht tendenziös und voll­kommen aus der Luft gegriffen ist. Fer­ner teilt die Avala mit, daß sie ermächtigt ist, auch die durch einige ausländische Zeitungen verbreitete Meldung, der zufolge Südslawien Truppen an der österreichischen Grenze zusammen­ziehe, zu dementieren.

Flüchtlinge aus Oesterreich in Südslawien interniert.

Belgrad, 26. Juli. (DNB.) Nach einer Mel­dung der Avala haben am Donnerstag gegen Mit­tag etwa 10 0 Personen, die aus Radkersburg in Oesterreich kamen, die s ü d s l a w i s ch e G r e n - ze überschritten, nachdem sie die Mur über­quert hatten. Sie wurden in Gornja-Radgona i n - t e r n i e r t.

Abend- iben soll fein.

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gen mit sich bringen könne, erklärt kategorisch, daß die von Dollfuß betriebene Politik fortgesetzt werden müsse, sei notwendig für den Frieden Europas. Die Hilfe der Mächte, die im Februar die Unabhanmg- keit Oesterreichs bekräftigt hätten, werde der Wie­ner Regierung nicht fohlen, wenn ste, wie Dollfuß, ihrer Pflicht nachkomme. Die Ereignisse hatten eine Lage ge chaffen, die die am Frieden von Mittel­europa interessierten Mächte nicht gleichgültig lassen könne. Mit dem tragischen Ende des Bundeskanzlers Dollfuß beginne etwas neues in Oesterreich und vielleicht in Europa, etwas, was die größte Wach­samkeit den Völkern und Regierungen zur Pflicht

N e w y o r k, 26. Juli. (DNB.) Norman Davis äußerte sich nach seiner Rückkehr aus Europa vor der Presse s e h r o p t i m i st i s ch über die Lage be­züglich des Weltfriedens. Seines Dafürhaltens werde die österreichische K:r i sek ei ne Ver­wicklungen herbeiführen. Es bestehe fetzt we­niger als je die Wahrscheinlichkeit eines Krieges, da Europa weder physisch noch seelisch zum Kriege bereit sei.

Nordostpakiplan und Abrüstungsfrage.

Erklärungen im englischen Unterhaus.

L o n d o n, 26. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte am Donnerstag ein Mitglied den Staats­sekretär des Aeußeren, ob beabsichtigt sei, die Der- Handlungen über die Nordo st paktpläne und die A b r ü st u ng s k o n f e r e n z zu gleicher Zeit zu führen, um parallele Vereinbarungen über diese beiden Fragen zu erzielen. Eden erwiderte, die Lage sei in der Mitteilung Simons vom 30. Juni völlig klargelegt worden. Wie der Staatssekretär des Aeußeren damals dargelegt habe, stelle der Abschluß des vorgeschlagenen Nordostpaktes und Deutschlands Beteiligung an den vorgeschlagenen gegenseitigen Bürgschaften nach Ansicht der eng­lischen Regierung die Grundlage für eine Wieder- aufnahme der Verhandlungen über den Abschluß eines Abrüstungsabkommens dar, welche die an- gemessene Anwendung des Grundsatzes der deut­schen Gleichberechtigung innerhalb dieses Regimes vorsehen würde. Der Fragesteller ver- wies auf Barth ous Erklärung, daß die beiden Dinge nichts miteinander zu tun haben und fragte, ob sie nicht in Ueberein/timmung mit den Tatsachen stehe. Eden erwiderte, dies sei nicht eine Sache, die ihn angehe.

^MussolinisP o p o l o d' Italia" überschreibt seinen, offenbar von hoher Stelle beeinflußten und in auffälligem Druck gebrachten Leitartikel:Der Kampf um die Unabhängigkeit Oesterreichs die Idee kann man nicht morden - Dollfuß sei, so> be-

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London, 26. Juli. (DNB.) Der Staatssekretär t Im Äußeren, Sir John Simon, gab am Don- i erstagnachmittag im Unterhaus eine ausfuhr- i

Darstellung der Ereignisse m O e st e rre t ch. ; Fr berichtete dann über seinen Besuch beim oster- , i e i ch i s ch e n Gesandten in London, dem 1 r das Beileid der britischen Regierung zum Tode cs österreichischen Bundeskanzlers ausgesprochen □be. Sir John Simon fuhr dann fort:

Die Haltung Englands der Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs gegenüber bleibt in Uebereinstimmung mit den entsprechenden Ver­trägen durch die Ereignisse in Oesterreich un­verändert, so wie dies in der Erklärung mit­geteilt worden ist, die ich im Namen der britischen Regierung im Februar d. 3. ab­gegeben habe.

Sir Austen Chamberlain fragte hierauf, ob fcimon irgendeine Mitteilung der italienischen Regierung erhalten habe, von der er dem flnterhause Kenntnis geben könne. Chamberlain Dies in diesem Zusammenhang auf Presseberichte tber italienische Truppenbewegungen In Richtung der Tiroler Grenze hin. Simon er- viderte:N ein. Ich glaube, mich nicht zu irren, venn ich erkläre, daß wir bisher keine Mit­teilung von der italienischen Regierung erhalten taben. Ich glaube, ich habe recht, wenn ich sage, taß Mussolini nicht in Rom ist." Genugtuung in französischen

Regierungskreisen.

P a r i s , 26. Juli. (DNB.) In französischen ^egierungskreisen hat man die Erklärung 5ir John Simons im englischen Unterhaus mit ! r o ß e r Genugtuung ausgenommen. Wie er- lärt wird, erwartete man nichts anderes, als daß ite englische Regierung als Mitunterzeichnerin der Erklärung vom 17. Februar d. I. über die U n - bhängigkeit Oesterreichs, die heute van hr erneut bekräftigte Haltung einnehmen würde, besonders angenehm berührt ist man aber durch die Stellungnahme Mussolinis, der im Sinne der französischen Regierung eindeutig die lchtung der österreichischen Unab- , ä n g i g k e i t als einen wesentlichen Faktor des uropäischen Gleichgewichtes beurteile.

Ministerpräsident Doumergue ist am Don- lerstagabend nach seinem Landsitz Tournefeuille ei Toulouse abgereist.

Die französische Regierung gegen

hätten.

So unverhohlene Angriffe selbst auf verantwort- liche reichsdeutsche Stellen führtLavoro Fa­se ist a" nicht, dagegen ergeht sich das Blatt m einer Glorifizierung der österreichischen Unabhan- qigkeit und unternimmt, dies mit wirtschaftlichen Wahlen zu beweisen. Es unterstreicht noch einmal die bekannte Unantastbarkeitserklärung der drei Mächte England, Italien und Frankreich vom Fe- bruar dieses Jahres.

In derTribun a" findet sich unter der lieber- fchriftVerantwortlichkeit" eine besonders drama- tische Schilderung der letzten Stunden des Bundes- kanzlers Dollfuß, der fein Leben in feinem Dienst­zimmer auf dem Posten der Verantwortlichkeit be­schlossen habe, wobei die angebliche Verweigerung des geistlichen Beistandes für den Sterbenden durch die Aufrührer deren Forderung ihrer eigenen Un­verletzlichkeit gegenübergestellt wird. Ganz unver- mittelt heißt es dann weiter:Diese Methoden wer­den von den Verbreitern und Vollziehern der ger- manischen Rassenlehre angewandt. Ihr Erwecker der barbarischen Nibelungen und des Dienstes der Gott­losigkeit an jener Idee der Antithese zum materiali­stischen Marxismus behauptet, daß dies der Kern einer neuen Zivilisation sei. (!)

Ruhige Beurteilung in Amerika.

Neuyork, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter widmen der österreichischen Lage auch heute mehrere Seiten. Die angeseheneren Zei­tungen vermeiden jedoch, im Gegensatz zur illu­strierten Sensationspresse, jede Beunruhigung der öffentlichen Meinung. Die d e u t s ch e o f f i z l e l l e Erklärung wird an hervorragender Stelle ge­bracht. Auch die Meldungen aus Washington und den europäischen Hauptstädten wirkten beruhi­gender, namentlich nachdem gestern der Versuch gemacht wurde, durch Inumlaufsetzung unverant­wortlicher Kriegsgerüchte eine P a n l k an der Börse herbeizuführen, die infolge des ungünstigen Geschäftsausblicks an sich in gedrückter Stimmung war. Der Leitartikel der N e w y o r k Times" hebt hervor, daß die R e i ch s r e g t e - runq sofort erklärte, daß sie den Vorfällen in Wien durchaus fern st ehe. DieHerold Tribüne wendet sich in ihrem Leitartikel gegen die un- begründeten Kriegsgerüchte.

Erklärungen des Amerikaners Davis.

Englands Haltung unverändert. |

Erklärungen des englischen Außenministers im Unterhaus.

tN) V^s Nt, öiibe.

DieSibert 6" nennt das in Wien vergossene Blut eine Herausforderung Europas. Um den An­schluß zu verhindern, werde es nicht genügen, daß Die Regierungen feierlich Protest einlegten. Es werde auch nicht genügen, daß man dem Verteidiger des neuen Oesterreich sein Können bezeuge.

Das Echo in England.

Das europäische Pulvermagazin vom Balkan nach Wien verlegt.^

Ruhige Beurteilung der Regierungen in Prag und Rom.

Prag, 26. Juli. (DNB.) Alle in der ausländi- schen Presse verbreiteten Berichte über angebliche militärische Vorbereitu nge n De r Tschechoslowakei an der österreichischen Grenze werden hier als unsinnig u n d r e t n erfindend bezeichnet. An maßgebenden Stellen werden die Ereignisse aufmerksam verfolgt, ine Lage jedoch mit absoluter Ruhe beurteilt, dies um so mehr, pls angenommen wird, daß Der politische Kurs der gegenwärtigen österreichischen Regierung, insbesondere nach der kategorischen kl ärung Ber­lins den Aufständischen den Uebertritt nach Deutschland zu verwehren, sowie nach dem Be­schluß, den deutschen Gesandten in Wien abzube­rufen, b e f e ft i g t erscheine.

Auch Lus Rom wird amtlich gemeldet, un Augenblick, da die Lage in Oesterreich zur Nor­ma l i t ä t zurückzukehren scheine, sei man Der An­sicht, daß es nicht nötig sein werde über die bisherigen Maßnahmen vorbeugenden Charakters hinauszugehen.

Mussolini in Rom.

Rom, 26. Juli. (DNB.) Mussolini ist am Donnerstag um 14.30 Uhr wieder in Som emge- iroffen.

Rom fordert vor allem Kaltblütigkeit.

Noch viele ungeklärte Fragen.

R ° m, 26. Juli. (DNB.) Wohl m keinem Äderen Lande haben d i e W i e n e r Italien, das haste Aufmerksamkei erregt wie^ tisch-wirtschaft- *Äi.S"AUi» i»'*

vor, Deutsch! and d ch^ Einern Leitartikel in Wien a n 3 u M u gD0[Wifche Lage in Oester- heißt es bonn meiter^ P sd)U^e ber Un= reich andere sich aber : n m o Pottes bleibe vor abhangigkert des osterre ^ la^ bestehen, und die allem der Wille der N°tE '^ns, Eng-

feste Garantie der «ch der feierlichen

lands und Fran reichs Mturme(t gegenüber Verpflichtung, d e f entziehen und in keiner ®tif"0$7rq"maltigung und fremde. Einmischung zum Schaden Oesterreichs L--

den ist." . , ,, . .

Der liberaleNews Chronicle sagt:Der unglückliche Bundeskanzler hat in bedauerlicher Weise 0 e r s a g t und die Hoffnungen, ine feine Per­sönlichkeit eine Zeitlang eingefloßt hatte, unerfüllt gelassen. Sein Andenken ist unauslöschlich befleckt durch den furchtbaren Bürgerkrieg vom Februar Aber er war wenigstens ein Faktor der Stabilität im österreichischen Wirrwarr. Die Frage, ob Die ÄÄ ^^"ÄM^HeÄraÄ^.lkE^ chetze' gsgen Deutschland sortzu,-d-n.

heit zu wahren. u

Daily Telegraph" betont, daß die Wie­derherstellung der Ordnung in Oesterreich eine innere Angelegenheit der Regierung dieses Landes sei, und daß kein Beweis dafür vor­liege, daß der Aufruhr von Deutschland inter» stützt worden sei. Da also der Streit lokalisiert sci, ergebe sich der Schluß, daß alle Vorschläge unbe­achtet gelassen werden sollten, die etwa das Ein­greifen der einen oder der anderen Macht verlang­ten. Ein übereiltes Vorgehen wäre un- berechenbar, und alle Anregungen hierzu soll­ten im Interesse Europas unterlassen werden. Ueber die künftige Entwicklung sagt der Daily Telegraph", alles hänge davon ab, wem der Posten des Bundeskanzlers zusalle. Die Unruhe in Oesterreich sei verursacht durch das Fehlen einer Mehrheit und das Vorhan­densein dreier starker Minderheits- gruppen, zwischen denen zu große Gegensätze beständen, um die Bildung einer wirklich nationa­len Regierung zu erlauben. Solange dieser innere Streit nicht beigelegt sei, müsse Die Lage in Oesterreich für Europa eine schwere Sorge bleiben, aber Europa müsse sich auf Die Rolle Des wohlwollenden Zuschauers beschränken Jeder Ver­such, von außen her einzugreifen, wurde die Her­stellung des inneren Friedens in Oesterreich un­möglich machen und eine Gefahr für die österreichi­sche Unabhängigkeit und den europäischen Frieden

Bundeskanzlers Dollfuß hat m Paris w 1 e eine Bombe eingeschlagen. Die Presse bedauert den Tod des Bundeskanzlers. Einige Blätter treten für die Notwendigkeit einer inter­nationalen Stellungnahme ein, andere halten eine solche internationale Stellungnahme zu den oster- reichischen Ereignissen für zumindest noch nicht ge­geben. Im Zusammenhang mit den Ereignissen fin­det natürlich auch die Unterredung große Bedern tung, die Außenminister Barthou am Mittwoch mit dem italienischen Botschafter in Pans gehabt

London, 27. Juli (DNB. Funkspruch), römische Korrespondent derTimes" berichtet u a- Maßgebende Wortführer Italiens wünschten dringend, daß die Lage nicht durch irgend welche unüberlegte Äußerungen ernster gemacht werde. Sie betonten, daß Die schwe r e n Gefahren für Den Frieden am besten baDurd) vermieDen werden könnten, daß 1 n ganz Europa Kaltblütigkeit bewahrt werde. Bisher habe anscheinend noch keine Beratung Zwischen Der italienischen Regierung unD ttetern Der fremDen Mächte in Rom statt- gefunben, aber es werbe angenommen baß bte Beratungen zwischen ben interessierten Machten ent- weder in Rom oder anderswo bald beginnen

London, 26.Juli. (DNB.) Zu den Ereignis­sen in Oesterreich schreibt derDaily Tel e_- graph" in einem Leitartikel u. a.:Der Ernst der gestrigen Ereignisse für Oesterreich sechs Mo­nate nach den blutigen Straßenkämpfen vom Fe­bruar ist klar. Aber ihre internationale Bedeutung ist sogar noch wichtiger. Die politische Unab­hängigkeit Oesterreicks ist von vitalem Interesse für alle Mächte, und die Gefahr besteht, daß ein anderes Land unter irgendeinem Vorwand Hilfe für eine der drei österreichischen Parteien über die Grenze schicken könnte. Italien würde natürlich einen Aufruhr, der Oesterreich unter nationalsozialistische Herrschaft ge­bracht hätte, sehr ernst beurteilt haben. Aber Deutschland wird Zweifellos jede Kenntnis von dem sensationellen Handstreich von sich weisen, der wahrscheinlich mehr auf Nachahmung als auf Anstiftung zurückzuführen ist. Wenn in der Folge versucht werden sollte, die Habsburger wie­der einzusetzen Minister Schuschnigg hat starke monarchistische Neigungen so wurden anbert Schwierigkeiten höchst gefährlicher Art entstehen angesichts des heftigen Widerstandes der Klemen Entente. Aber im Augenblick ist alles dunkel, abge­sehen von der Tatsache, daß das europäische Pul­vermagazin vom Balkan nach Wien verlegt war-

feit feines Landes. Für Europa tue Ruhe not, um die großen Schwierigkeiten, die sich ihm entgegenstellten, zu überwinden. Die internationale Meinung verurteile bereits offen und entschieden die Rückkehr zu den Methoden der Antike.

Die römischen Abendblätter befleißigen sich noch keiner ruhigeren Ueberlegungen als die Morgen­presse. Ohne sich nur zu bemühen, Beweise zu erbringen, wird durchweg versucht, die Verant­wortung für die Vorgänge in Oesterreich auf reichsdeutsches Gebiet abzuschieben. Unter der UeberschriftDie Herausforderung der Kultur­welt" schreibt Gayda imGiornale d 'Italia":Die blutigen Hände, die sich gegen Dollfuß erhoben hoben, beweisen in diesem trngi- schen Schlußakt die völlige Willensbereitschaft zur Gewalt, die sich gegen den Frieden einer Nation und gegen den Frieden und die Ordnung in ganz Europa richtet. Die ganze Welt ruft heute nach dem Gericht über diese Verbrecher und alle den wohlbekannten Kräften, die sie inspiriert haben. Dieser österreichische Terror hat seine Grundlagen, seinen geistigen Einfluß, seine Waffen, seine Finan­zierung, seine gesamte Organisation und die Leitung der Aktionen auf deutschem Gebiet." Diese Hartnäckigkeit des österreichischen Terrorismus läßt sich nicht anders erklären, als durch einen dunklen Plan verzweifelter Abenteuerlust, auch um den Preis schwerer internationaler Verwicklungen die neuen Schwierigkeiten der deutschen innerpolitischen Lage zu verschleiern wobei das Blatt auf die Ereignisse des 30. Juni anspielt und auf diesem eigenartigen Gedankenumwegeohne Zögern einen großen Teil der deutschen Regierung" als verant­wortlich bezeichnen will. Daß es dem Blatt vor allem darauf ankommt, die angeblich bedrohte U n - abhängigkeit Oesterreichs selbst um den Preis der Unterdrückung des unabhängigen öster­reichischen Volkswillens zu verteidigen, beweisen dann die folgenden Ausführungen: Die unabhängige Politik und das Verantwortungsgefühl Italiens betrachteten und beurteilten die Ereignisse aller Länder mit Ruhe, sie erkennen auch jeweils das Gute an. Zum österreichischen Problem jedoch, zur terroristischen Politik der Nationalsozialisten, die , auf deutschem Gebiet organisiert war (!), hat Italien . klar und deutlich bis zu den letzten Tagen immer , und immer wieder seine Meinung gesagt. Man könne es nur sehr bedauern, daß Die verantwort- ' liehen Faktoren in Berlin ihre Pflicht nicht erfüllt

Etwas ruhiger urteilt dieInformativ n", Die in der Ermordung des Bundeskanzlers nicht em vereinzeltes Attentat, nicht eine spezifisch national­sozialistische Handlung, sondern eine piel tiefer grei­fende Bewegung erkennen will, Die in Der Nation und in der Zeit zu suchen sei und die noch nicht ihren vollen Ablauf erreicht habe. Oesterreich leipe Deute unter einem Hebel, dessen Ursprung man in den verschiedenen Friedensschlüssen suchen müsse. Dieses liebel stamme daher, daß die Le- bensquellen, aus Denen sich im Laufe der Jahrhundert Oesterreich nährte, ihm h eut e fehl - ten Ein anderer Fehler wäre es, sich über die B^ Deutung Des gestrigen Tages zu täuschen, w.e auch Metternich sich über Die ersten Anzeichen Der Re­volution von 1848 in Wien getäuscht habe. Diesen Fehler so schließt Dann aber Das Blatt werde die französische Diplomatie nicht begehen.

Kühl abwägende Beobachtung Der Ereignisse emp- I stehlt auchN o tr e Tem ps", der mi> ubnaen L 1,, , , XaIv.««-. politischen

, daß die btuat' ten, M jeettS en, * pen*

LInveMiidliche Haltung der italienischen presse

Panikstimmung.

Paris, 26. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Doumergue empfing Donnerstagoormittag den französischen Außenminister Barthou, mit dem tr sich über die Lage in Oesterreich unterhielt, und cnschließend den Staatsminister Herriot und den Luftfahrtminister General D e n a i n. Außenmim- feer Barthou empfing am Quai d'Orsay den österreichischen Geschäftsträger Bischof.

In f r a n z ö s i s ch e n R e gie r un g s k re 1 fe n □erben die Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit rerfolgt. Hier glaubt man aber, vor übertrie­benen Schlußfolgerungenwarnen zu (□Ueu, und stellt sich auf Den StanDpunkt, Daß es Aufgabe Der Regierung sei, kühl wägend ab» umarten und sich nicht durch eine Panik- Itimmung mit fortreißen zu lassen. Daß eine gewisse Klärung bereits eingetreten sei, glaubt man aus derL 0 k a l i s i e r u n a" der Putschbewegung in Oesterreich annehmen zu Dürfen. In einer end­gültigen Betrauung Schuschniggs mit dem Zundeskanzleramt würde die Garantie dafür zu -rblicken sein, daß in der Frage der österreichischen lnabhängigkeit der neue verantwortliche Regie- mngsches keine andere Haltung einnehmen werde als Dollfuß. n

Mit den Regierungen von London und Rom bleibt Paris in ständiger enger Füh­lung. Die zuständigen Kreise stellen mit Genug­tuung fest, daß Frankreich und Italien an dem Grundsatz derUnabhängigkeitOester- reichs unverbrüchlich festhielten.

Die Art und Weise, in der die Presse über bte Ereignisse berichtet und zu ihnen Stellung nimmt, muß dazu beitragen, die ö f f e n 111 ch e Erre­gung nicht nur zu fördern, sondern sie auch in eine ganz bestimmte Richtung zu drangen. 9lid)t alle Blätter gehen allerdings so weit, wie dasJournal des D^bats , das einen wü­tenden Ausfall gegen dasverbrecherische Deutschland" unternimmt. .

Petit Journal" erklärt. Dallsuß (et der ent- chiedenste Gegner des hitlerischen N<-tu>n°ls°ztalts. mus gewesen. Er (ei tm Kamps gefallen. Man sehe nicht wer an seine Stelle treten solle.

Der Petit Parisien" hält einen inter­nationalen Schritt nicht für 9ebo*7 ungeachtet der Erregung, die die Wiener Ereigniss in Italien und hauptsächlich m Frankreich und r England heroorgerufen hatten, erscheine keine un mittelbare internationale Aktion Man

stehe in der Tat Ereignissen t n n Natur gegenüber. Alles, was d>e R-gt-rungen ,m Augenblick tun könnten, sei, mit größter Lusme samkeit di- Entwicklung der Lag- zu untereinander engste Fühlungnahme z h - um gegebenenfalls ahne Verzug handeln zu ran ne$a5 Journal"'erklärt, man müsse alles tun, um die" Unabhängigkeit Oesterreichs aufrechtMer. halten. Man müße dasur sargen. daß da- ^pf°r ________

Dallsuß' nicht umsonst gew-sen sei. D 3 t er- Dollfuß als ein Opfer seines eigenen M. --

bis Innsbruck nicht weit.

lfchuh' >ere die . Leobea eitung iten des nen An- lan hörl löttig ab-

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