Ausgabe 
27.7.1934
 
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diesem tragischen Slugenblicf zu Übermitteln. Ich bitte, auch Frau Dollfuß in der Königin und mei­nem Namen unser aufrichtigstes Beileid auszuspre­chen."

Oer Papst

Rom, 26.Juli. (DNB.) Papst Pius XI. hat an den österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s ein Beileidstelegramm gesandt, in welchem er sagt, daß er den bitteren Schmerz Oesterreichs und der ganzen Kulturwelt aus tiefster Seele teile. Ferner bezeichnet der Papst Dollfuß als einen treuen Sohn der Kirche und hervorragenden Staatsmann.

Kardtnalstaatssekretär Paccelli hat an Schuschnigg, sowie an die Witwe Dollfuß' Bei­leidstelegramme gesandt.

Amerika.

Washington, 26. Juli. (DNB.) Präsident Roosevelt und Frau, sowie Staatssekretär Hüll sandten an Bundespräsident M i k l a s und Minister Schuschnigg Beileidstelegramme, in denen sie mit tiefempfundenen Worten ihrer und des Volkes Teilnahme am Tode des Bundeskanzlers Dr. Doll­fuß Ausdruck geben.

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Der Sender auf dem Bisam-Berge bei Men, der in die Luft gesprengt wurde.

Oer Naüonalsozialismus hat mit dem Attentat nichts zu tun.

DerDölkischeBeobachter"gegen die schamlose Hetze in der ausländischen presse.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Zu den blutiaen Vorfällen in Oesterreich schreibt derVölkische .Beobachter" u. a.: Ein gewisser Teil der aus­ländischen Presse benutzt auch diesen trau­rigen Anlaß, um den Nationalsozialis­mus mit Verdächtigungen zu überhäufen und ihm die direkte Schuld am Tode des Bundeskanzlers Dollfuß vorzuwerfen. Kaum waren die ersten unklaren Meldungen über das Attentat und den Putsch bekanntgeworden, als auch schon diese Pressehetze einsetzte. Heute find zahlreiche Einzelheiten über die letzten Vor­gänge in Oesterreich bekannt, und alle bieten ein­deutige Beweise dafür, daß der National­sozialismus, der derartige Gewaltakte schon allein auf Grund seiner organischen Weltanschauung ab­lehnt, mit diesen Vorgängen nichts zu

tun hat. Absurd und verbrecherisch ist es aber, sogar die deutsche Regierung der Teil­nahme oder Unterstützung des Attentats zu bezich­tigen. Es wird hoffentlich bald möglich sein, über die ganzen Vorgänge in Wien ein klares und lückenloses Bild zu bekommen. Wenn aber in die­sem schwer geprüften Land endlich ruhige und gesicherte Verhältnisse einkehren sollen, dann hat die Regierung, die das Kabinett Dollfuß ablöst, die erste und einzige Pflicht, Neuwahlen aus- zu schreib en und dem Volk damit Gelegen- heit zu geben, seinenWillen über b i e wei­tere Zukunft kundzutun. Diese Forderung muß gestellt werden, denn gerade das nationalso­zialistische Deutschland hat ein unbedingtes In­teresse daran, daß endlich in dem deutschen Bruder­land Ruhe und Frieden einziehen.

Vorläufig keine Regierungsumbildung in Wien.

Wien, 27. Juli. (DRV.-Funkspruch.) In einer halbamtlichen Mitteilung wird darauf hingewiesen, daß an der Zusammensetzung der Bundesregie­rung in den allernächsten Tagen kei­nerlei Veränderung erfolgen werde. Aus Gründen der Pietät für den verstorbenen Kanzler sei man bestrebt, im politischen Leben Oesterreichs, soweit es möglich sei, Ruhe eintreten zu lassen. Außerdem sei die Frage einer Regierungsum­bildung durchaus nicht dringend. Dafür spreche auch die Erklärung des gestrigen Minister­rates, daß an dem bisherigen Regierungs­kurs keine Veränderung vorgenommen werde. Vizekanzler St ar Hemberg führe die G e schäfte der Regierung, somit diejenigen Resiorts, die Bundeskanzler Dollfuß nach der letzten Umbildung der Regierung in feiner Hand vereinigt habe. Dies seien die Angelegenheiten des Kanzleramtes, der auswärtigen Politik, der Sicher­heit, des Vundesheeres und der Landwirtschaft.

Starhemberg leitet vorläufig die Geschäfte.

Wien, 26. Juli. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Vizekanzler F ü r st S t a r h e m b e r g, der am Don­nertagvormittag nach Wien zurückgekehrt ist, begab sich nach seinem Empfang beim Herrn Bundes- Präsidenten sofort zur Tagung des Mini­ster r a t s, wo ihm von dem interimistisch mit der Leitung der Regierung betrauten Minister Dr. Schuschnigg der Vorsitz im Ministerrat und da­mit die Leitung der Geschäfte übergeben wurde.

MorgenBeisehungdeöBundeskanzlers

Wien, 26. Juli. (DNB.) Die Leiche des Bun- deskanzlers Dollfuß, die heute noch in seinem Arbeitszimmer im Bundeskanzleramt aufgebahrt ist, wird morgen, Freitaa, in die Volks Halle des Rathauses überführt, wo der Bevölkerung Gelegenheit geboten wird, an der aufgebahrten Leiche vorbeizuziehen. Die Beisetzung wird, wie amtlich mitgeteilt wird, bereits am Samstag um 16 Uhr stattfinden.

Ein Militärgerichtshof als Ausnahmegericht.

Wien, 26. Juli (DNB.) In dem heutigen M i n i st e r r a t, bei dem Unterrichtsminister Dr. Schuschnigg den Vorsitz an den Vizekanzler Starhemberg übergab, ist ein Gesetz über die Einführung eines Militärgerichtshofes be­schlossen worden, der als Ausnahmegerichts­hof für die Aburteilung der mit dem Umsturz­versuch vom 25. Juli in Zusammenhang stehenden strafbaren Handlungen zuständig erklärt worden ist. Der Militäraerichtshof tritt an die Stelle der Stand- gerickte und der ordentlichen büraerlichen Straf­gerichte für alle Handlungen, die mit dem Umsturz­versuch in Zusammenhang stehen. Der Militär­gerichtshof besteht aus einem Senat, dem ein Richter als Verhandlungsleiter und drei Offiziere des Bundesheeres als Beisitzer angehören. Der rangältefte Offizier führt den Vorsitz im Senat. Das Verfahren vor dem Militärgerichtshof spielt sich in ähnlich abgekürzter Weise wie vor dem Standgericht ab. Der Militärgerichtshof ist nicht befugt, unter das gesetzliche Maß von Strafen herabzugehen, oder das außerordentliche Milderungrecht in Anwendung zu bringen. G e - gen d i e Urteile des Militärgerichts- hofes gibt es kein Rechtsmittel. Die Strafen find sofort zu vollziehen.

Weiter wurde grundsätzlich beschlossen, den Justiz- Minister zu ermächtigen, ein Amnestiegesetz für die Angehörigen des S ch u tz k o r p s in Vor­schlag zu bringen, die bei den Februar- Unruhen im Dienst standen und ihre Pflicht er­füllt haben.

Der Ministerrat beschloß ferner, die Versorgung der Familie des ermordeten Bundeskanzlers Dollfuß zu genehmigen.

Weitgehende Forderungen der Vaterländischen Front.

Wien, 26. Juli. (DNB.) Der Bundesleiter der Vaterländischen Front, Dr. Stepan, hat namens der Bundesleitung und der Landeslei­tung dem Ministerrat fünf Forderungen unterbreitet. Darin wird erklärt, die Vaterländische Front verlange die sofortige standrecht­liche Aburteilung der im Bundeskanzleramt Festgenommenen. Ferner verlange die Vaterländi­sche Front, daß dieführenden Staatsfeinde, Na­tionalsozialisten und Kommunisten", allerorts unverzüglich in Schutzhaft genommen wurden. Die oft geforderte Säuberung des Beamtenapparates, insbesondere bei der Exekutive, müsseunverzüglich und rücksichtslos durchgefuhrt werden". Auch das Bundesforst, personal fei sofort zu vereiden und der Gen­darmerie zu unterstellen. Auf Antrag der Landes- leitung der Vaterländischen Front müsse die Be- waffnung der Wehroerbände und des Ort ssckutzes durchgeführt werden. Schließlich wird gefordert, daß der Bundesleiter der Vaterländischen Front zum Minister­rat hinzugezogen werde und daß parallel dazu die Landesleitungen der Vaterländischen Front von den Landesregierungen hinzugezogen werden.

Weiter wird ein Befehl der Bunoesleitung der Vaterländischen Front veröffentlicht, wonach die verletzt, sowie zwei Maschinengewehre erbeutet.

Vaterländische Front drei Monate hindurch für D r. Dollfuß Trauer zu tragen f)at.

Einberufung

der österreichischen Wehrverbände.

Wien, 26. Juli. (DNB.) Im Rundfunk wird ein Befehl des Bundesführers des Heimatschutzes, des Fürsten Starhemberg, verbreitet, der die Mitglieder des österreichischen Heimat- s ch u tz e s auffordert, sich unverzüglich in Uniform und voller Ausrüstung zu melden.

Das Schutzkorps, das sämtliche Wehrver­bände umfaßt, ist jetzt nach Mitteilungen der Presse sowohl in Wien, als auch in den Bundesländern wie de r aufgefüllt worden. Die Stärke der einberufenen Formationen erreichte bereits am Mittwochabend die Ziffern des während des Fe- bruar-Aufstandes unter Waffen stehenden Schutz­korps.

Oie Untersuchung in Wien.

Wien, 26. Juli. Die polizeiliche Untersuchung gegen die am Mittwoch im B u n d e s k a n z e r - amt verhafteten 150 Aufständischen soll am heutigen Donnerstagabend abgeschlossen werden. Die polizeilichen Erhebungen richten sich zunächst ausschließlich auf die Feststellung, welche Personen unter den Verhafteten als Rädelsfüh­rer angesehen werden können, und welche Perso­nen die Ermordung des Bundeskanzlers oorgenommen haben. Die weiteren Ermittlungen nach den Ursachen und Zusammenhängen des Auf­standes liegen sodann in den Händen des außer­ordentlichen Militärgerichtshofes, der voraussichtlich am Freitag zusammentreten wird.

Die polizeilichen Nachforschungen nach den Schuldigen am Tode des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß find bisher ohne Ergebnis ver­laufen, da, wie mitgeteilt wird, bei der Er­mordung keine Zeugen anwesend ge- wesen seien. Der einzige 'Anwesende, der Kanzlei­diener des Bundeskanzlers, H e d w i c e k, der Doll­fuß geraten hatte, das Zimmer zu verlassen, er­klärte, sich nicht an den Mann erinnern zu können, der den Todesschuß gegen den Kanzler ab­gegeben habe. Die verhafteten Teilnehmer des Ans­tandes verweigerten bei der heutigen Ein­vernahme alle Angaben, sowohl über die Vor­bereitung, wie über die Durchführung des Putsches, ebenso wie über den Mann, der Dollfuß den töd­lichen Schuß beigebracht hat.

Umfangreiche Verhaftungen von Nationalsozialisten.

Wien, 26. Juni. (DNB.) Im Laufe der Nacht und des heutigen Tages sind Verhaftungen von Nationalsozialisten in großem Ausmaß durchgeführt worden. Die Zahl der Ver­hafteten wird noch nicht bekanntgegeben; es wird jedoch angenommen, daß allein in Wien mehrere hundert Nationalsozialisten festgenommen wor­den sind.

Weitere Festnahmen in Wien.

Wien, 26. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Verhaftung des Gesandten Dr. R i n t e I e n int), wie man jetzt erfährt, auch andere Festnah. men erfolgt. Verhaftet wurden der Präsident der Oesterreichischen Luftverkehrs-AG., Wagner, ehe­maliger Sekretär des Christlich-Deutschen Arbeiter­bundes in Graz, ferner Hofrat Böhm, ehemali- ger leitender Beamter im Bundeskanzleramt und einer der intimsten Freunde Dr. Rintelens. Einer der beiden Verhafteten soll S e l b st m o r d began- gen haben.

Der Innsbrucker Attentäter verhaftet.

Innsbruck, 26. Juli. (DNB.) Zu dem An- chlag auf den Polizeistadthauptmann Hickl in

Innsbruck wirb noch bekannt, daß der Tater nach dem Anschlag flüchtete, später aber von einem Gendarmeriebeamten verhaftet werden konnte. Es handelt sich um den 26jährigen, nach Linz an der Donau zuständigen Handelsangestellten Friedrich Wurnig aus Innsbruck. Zwei Mitbetei- ligte wurden ebenfalls fest genommen. Auch sie sind Oesterreicher. Die Täter werden sich vor dem Standgericht in Innsbruck zu verantworten haben, das bereits in den nächsten Tagen zusammen­treten wird.

Im Laufe des heutigen Tages wurden in Inns­bruck und in Hall zahlreiche Nationalso­zialisten in Gewahrsam genommen.

Gesandter Rintelen lebt.

Wien, 26. Juli (DNB.) Radio Wien meldet: Der österreichische Gesandte in Rom, Rintelen, der gestern abend in Wien verhaftet wurde, hat einen Selbstmordversuch unternommen und ist schwer verletzt. An feinem Aufkommen wird gezweifelt.

Gegen abend wurde bekanntgegeben, Gesandter Dr. Äintelen sei um 13.30 Uhr gestorben.

Am Donnerstagabend fand im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz statt, in der Gesandter Lud-

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w i g die amtliche Mitteilung machte, daß Dr» Rintelen noch lebt. Die Mittagsmeldung von dem Tod Dr. Rintelens kam ebenfalls aus dem Bundeskanzleramt. Dort wurde den versammelten Diplomaten durch Minister Ludwig die Mitteilung gemacht, daß Rintelen ge st o r b e n ei. Eine ähnliche Auskunft hatte der Bundespreffe- bienft erteilt.

lieber die widersprechenden Nachrichten bezüglich des Todes des Gesandten Rintelen erfährt man etzt von amtlicher Seite folgende Aufklärung? Dr. Rintelen fiel um 13 Uhr in eine tiefe Agonie. Um 13.30 Uhr war kein Atem mehr erkennbar. Die Aerzte nahmen an, daß der letzte Augenblick ge­kommen sei. So kam es zu den Nachrichten von einem Tode um die Mittagsstunde. Seine kräf­tige Natur überwand aber d i e Krise, und es ging ihm wieder besser. In den Abend­stunden wurde er operiert. Sein Befinden soll im großen und ganzen befriedigend sein.

Or. Rintelens Schwiegersohn verhaftet.

Wien, 26.Juli. (DNB.) Der Schwiegersohn Dr. Rintelens, Dr. Erich Rajakovic, Rechts- anwalt in Graz, ist verhaftet worden.

Lebhafte Kämpfe in Steiermark.

Wien, 27. Juli. (DNB.) Die Preffestelle der Bundesführung des österreichischen Heimat- ch u tz e s meldet: Die Säuberungsaktion n Steiermark hat große Fortschritte gemacht. Der Pyhrn-Paß, der wichtige Übergang vom Ennstal nach Oberösterreich, mußt' von den Auf- tändischen geräumt werden. Starke Heimatschutz­gruppen haben die Strecke A u s s e eI r b n i n g jefäubert. Die Position Selztal der Aufstänbi- chen ist im Abbröckeln begriffen. In Juden- bürg wurden mehrere hundert Gewehre erbeutet und vom Heimatschutz wurden viele Gefangene ge­macht. 3n Unter ft eiermarf ist noch inHaln- r e i n Gefechtstätigkeit. Weststeiermark ist ret. Einige Störungen im Eisenbahnverkehr in Oststeiermark wurden bereits behoben. In ganz Oberösterreich herrscht vollständige Ruhe.

Ls wurden über 6000 Mann Heimatschuß auf­geboten, wovon große Kontingente nach Steier­mark dirigiert wurden.

In Tirol hat der Heimatschutz mehrere national- ozialistische Führer festgenommen. In Kärnten hat der Heimatschutz Ansammlungen auf der Höhe von Annabickl in kurzer Zeit zerstreut.

Von privater Seite laufen über die Kämpfe in Steiermark noch immer die verschieden­artigsten Meldungen ein. Während es auf der einen Seite heißt, daß die Kämpfe in Steiermark im großen und ganzen abgeschlossen seien und sich etzt allerdings ein neues Widerstandszentrum in St. Veit an der Glan in Kärnten gebildet hat, lautet ein verläßlicher Bericht aus Graz er­heblich anders. In der Nacht fei Leoben zum Teil noch im Besitze der Aufständischen. Es feien heftige S t r a ß e n k ä m p f e im Gange. Zivi- chen B l e i b u r g und Vöcklamarkt in Kärn­ten fei die Eisenbahnlinie unterbrochen. Militärzüge seien beschossen worden.

Es sei jetzt nahezu das gesamte Bundesheer aus Dien abgezogen und in die Aufstands­gebiete geworfen.

In Wien sieht man hauptsächlich Heimwehr- l e u t e. Die Landesführung der Heimwehr nimmt zahlreiche Leute auf. An der südslawischen Grenze sind 85 Flüchtlinge aus Oesterreich ein­getroffen, die erklären,, daß zeitweise alle entschei­denden Punkte Steiermarks in den Händen der Rebellen gewesen seien, jetzt allerdings hätte d i e Staatsgewalt schon stärker durchge­griffen. Bei Schladning (Steiermark) sott nach verläßlichen Meldungen Artillerie ein­gesetzt worden sein. Auch aus Wolfsburg in Kärnten werden Unruhen gemeldet. Die Züge der Südbahnstrecke werden kurz vor Leoben aufgehal­ten.

Leoben nach Artillerie­vorbereitung genommen.

30 Tote beim Heimatjchutz.

Dien, 27. Juli. (DRB.) Aus hei matsch uh- kreisen erfährt man, daß insbesondere die Kämpfe bei Leoben äußerst blutig waren. Leoben soll erst nach Artillerievorbereitung eingenommen worden sein. Aus Seiten des Heimatschuhes sollen nach dessen eigenen An­gaben 30 Tote zu verzeichnen sein. Man hört auch, daß die Kämpfe noch immer nicht völlig ab­geschlossen sind.

Im großen und ganzen kann man sagen, daß die Kämpfe an Schwere jene der Februar- tage übertrafen. Man muh bedenken, daß ckm 12. Februar große Teile des Vundesheeres in Dien und in Oberösterreich gebunden waren, wäh­rend diesmal ein großer Teil der Truppen für Steiermark zur Verfügung stand.

AmtlicherBerichtüberdieLage

Wien, 27. Juli (DNB.) In einem vom Staats­sekretär für das Sicherheitswefen, Karwinfky, am Donnerstag herausgegebenen Bericht heißt es: Der heutige Tag verlief in Wien und beinahe im gesamten Bundesgebiet in vollkommener Ruhe. Die <5 a u b e ru n g s a f t i o n in Steier- m ar f ift zum großen Teil beendet. Nachdem die Aufständischen, die den Pyhrnpaß befetzt hielten, nach hartem Kampf, bei dem bedauer- ttcherweise auf Seiten des Bundesheeres Major Johann C h a r w a n sowie fünf Mann fielen und Oberstleutnant Anton Dohmdorf schwer ver­wundet wurde, zum Rückzug gezwungen worden J?H'x.n)urbe Liegen aus den Händen der Auf- standlfchen befreit. Neben anderen Orten haben auch die Aufständischen in Leoben spät am Nach- nuttag die Waffen gestreckt. In Juden- burg, Radkersburg, Mureck, Knittel- V L? .wurde ine Ruhe wiederhergestellt. uUd)mbo,rtJteferten die Aufständischen die Waffen ab. Versuche der Aufständischen, in einzelnen Orten SoV c J 5 s'ch 3U versammeln und der Exekutive Widerstand zu leisten, wurden durch tatkräftiges Vorgehen zunichte gemacht. Bei einem derartigen Zusammenstoß in Annabrühl, nächst Klagen- furt, wohin eine Heereskompanie gemeinsam mit 3tt)ei Kompanien des freiwilligen Schutzkorps des österreichischen Heimatschutzes entsandt war und gegen starke Kräfte der Aufständischen vorging uud ste.'ndie Flucht schlug, wurden neun Auf- |t a n o 11 d) e getötet und eine größere MengS