Ausgabe 
27.6.1934
 
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werfer- und Horchgerät, welche für eine erfolgreiche Bekämpfung von Fliegern vor allem bei Nacht un­erläßlich ist. Der Jagdschutz von Paris, der sich aus stets startbereiten Staffeln von erstklassigen schnell steigungsfähigen Maschinen zusammensetzt, scheint technisch nicht so vorzüglich zu sein als der englische von London. Von den vier Luftbezirken, in die Frankreich eingeteilt ist, liegt naturgemäß das Zentrum eines Bezirks in Paris, wie sich auch dort dasHirn" der Luftarmee befindet, so daß aktive Luftstreitkräfte im Bedarfsfalls zuge- wicsen werden können.

Zur Herabminderung der Luftempfindlichkeit der Hauptstadt ist man schon seit langem dabei, alle wichtigen Industrien herauszuverle­gen-, militärische Magazine usw befinden sich schon längst außerhalb, zum mindesten an der wei­teren Peripherie. Durch PetainsInstruktion für die praktische Durchführung des passiven Luft­schutzes" waren bereits die einzelnen Kommunal­verwaltungen angehalten worden, genaue Luft­schutzpläne aufzustellen, die den Mobilmachungs­plänen entsprechen sollten; ihre Prüfung erfolgte durch die Generalinspektion.

Wie sich heute aber mehr und mehr herausstellt, haben die Maßnahmen erhebliche Verzögerungen durch finanzielle Schwierigkeiten ge­funden; das meiste blieb nur aus dem Papier stehen. Kürzlich fand z. B. im Rathaus von Paris

eine wichtige Besprechung statt über die Verteilung der Luftschutzlasten aus Staat, Departement und Stadt; bei dieser Gelegenheit erst wurde der Ent­schluß gefaßt, dafür zu sorgen, daß im Luftschutz genügend ausgebildetes Personal in Paris vor­handen ist und eine Kontroll st el le für Gas­masken eingerichtet wird. Hinsichtlich des zivilen Luft- und Gasschutzes gab es zwar eine ganze Reihe von Schulen in Paris und der Provinz, aber die meisten waren privater Natur.

Durch die Gründung derNationalen Ver­einigung für Luftschutz" (Union nationale pour la defense aerienne) hat die Luftschutzbewe­gung neuen Auftrieb bekommen; sie ist das Sam­melbecken für alle Luftschutz treibenden Verbände und umfaßt u. a. sämtliche Reserveoffiziersvereini- gungen, die nationalen Rettungsgesellschaften, die nationale aeronautische Gesellschaft, die drei Gesell­schaften des Roten Kreuzes sowie eine Reihe von Sport- und Kriegerverbänden usw. Ein Vergleich aber mit der großen deutschen Organisation des Reichsluftschutzbundes" kann hier nicht gezogen werden. Wieweit es nun dem neuen General­inspekteur des Heimatluftschutzes, General D u - d) e n e , gelingen wird, den zivilen Luftschutz Frank­reichs, vor allem den von Paris, in feiner Totali­tät wirklich, und nicht nur auf Papier, durchzufüh­ren, steht noch dahin.

SJ.4porl

Gpielvereinigung 1900 Giehen

Klafeld-Geisweid I 1900 Gießen I 2:3 (0:2).

Die Blauweißen konnten die zweite Reife nach dem Siegerland erfolgreich gestalten. Leider konnte 1900 nicht in der vorgesehenen Aufstellung fahren, Heilmann, Roth, Zeiler und Schlarb fehlten.

Die Gießener standen in folgender Aufstellung: Balser; K. Schneider, Lippert; Gath, Langsdorf, Heinbach; Wilhelmi, Günther, Koch, Schmelz, Kraft.

Die junge und kleine Gießener Els war den körperlich kräftigen Gestalten der Gastgeber im Nahkampf nicht gewachsen. Die Gießener hatten aber ein Plus in der Technik und waren außer­ordentlich eifrig. Mit zäher Energie kämpften sie, den errungenen Vorsprung zu halten, Die Sieger­länder haben in letzter Zeit gegen namhafte west­deutsche Mannschaften hervorragend abgeschnitten und haben dementsprechend ein großes anhängliches Publikum, das am Endkampf lebhaften Anteil nahm. Die Gießener ließen sich dadurch etwas aus dem Konzept bringen. Das faire Spiel hatte in einem Schiedsrichter aus Ferndorf (Kreis Siegen) einen regelsicheren Leiter.

Aus dem Spielverlauf.

1900 spielt zunächst bergab. Es setzte sofort ein recht schönes wechselvolles Spiel ein. Zunächst wurde ein Strafstoß von Schmelz vom Hüter zur Ecke gelenkt. Bei einem überraschenden 25-Meter-Schuß > von Langsdorf gelang ihm dasselbe nochmals, aber nur mit außerordentlichem Glück. Eine tadellose Hereingabe von Wilhelmi schießt Kraft am linken Flügel zwischen Torwart und Verteidiger vom Platzverein, die beide in ihrer Abwehrmaßnahme etwas zögern, ein. Ein Effetball von Wilhelmi aus über 20 Meter Entfernung ergab dann den 2:0 Halbzeitstand für 1900. Kürz darauf war Pause und Seitenwechsel.

Zunächst änderte sich nach Wiederbeginn nichts an den Geschehnissen auf dem Spielfelde, denn Balser, 1900s Hüter, befand sich in glänzender Verfassung und brauchte sich auch schon in der eilten Halbzeit nicht über Beschäftigung zu be­klagen. Er wehrte mit ganz besonderem Geschick ab.' Die Gießener setzten die Flügelstürmer ein, die immer wieder durchkamen und heikle Situationen schufen. Einmal vergab Kraft eine prächtige Flanke von Wilhelmi freistehend einige Schritte vor dem Tor des Platzvereins. Bei einer flachen Hereingabe von Wilhelmi bedrängte Günther den Torwart bei der Ballaufnahme, der dadurch den Ball verfehlte. Koch lenkte über die Linie. Das Spiel stand 3:0 für 1900 und war damit entschieden. Klafeld-Geis- weid nahm eine Umstellung vor und wurde aggre­siver, während bei den Gießenern langsam die Kräfte nachließen Zunächst schoß der Linksaußen überhastet weit neben bas Gießener Tor. Auf einen Deckungsfehler hin fiel aber Mitte der zweiten Halbzeit doch das erste Gegentor, und zwar ver­dient. In der Folge hatte 1900 kaum noch etwas zu bestellen, sondern mußte sich nur noch auf die

Abwehr der unermüdlichen Angriffe konzentrieren, denn in der 77. Minute war den Gastgebern ein weiterer Treffer geglückt und damit die Chance zum Ausgleich näher gerückt. Die Blauweißen zogen die Halbstürmer zurück und hielten damit das Ender­gebnis. Mit 3:2 konnte 1900 das Feld als Sieger verlassen.

Klafeld-Geisweid 1. Jgd. 1900 Gießen 1. 3gb. 1:0 (0:0).

Den Gießenern steckte das Spiel vom Samstag anläßlich des Reichsjugendfestes, das sie gegen den VfB -Reichsbahn Gießen mit 3:0 siegreich sah, in den Knochen. Dazu hatten auch noch einige Spieler in ihren Schulen im Handball mitgewirkt, so daß die Form diesesmal zu wünschen übrig ließ. Die Gesamtleistung war schwach. Vor dem Wechsel war der Gastgeber überlegen, später 1900. Erst in der letzten Minute fiel die Entscheidung aus einem unhaltbaren Handelfmeter.

1900 Schüler Tv. Treis (Lumda) Schüler 4:0.

Die Kleinsten errangen in einem eifrigen Spiel einen schönen und verdienten Sieg.

Hußballabieilurio des Tv. Wieseck.

Aßlar I wieseck I 6:1.

Die Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck war am vergangenen Sonntag mit drei Mann­schaften zur Rückspielerledigung in Aßlar zu Gast. Die erste Mannschaft mußte mit drei Mann Ersatz antreten, während die zweite Elf nicht vollzählig zur Stelle war. Nur die Jugendmannschaft war auf der Höhe Die Spiele litten unter den sehr kleinen Platzverhältnissen. Alle Spiele wurden von Mitgliedern des Platzvereins geleitet. Das Spiel der ersten Mannschaften begann sehr flott und war in der ersten Hälfte ausgeglichen. Aßlar kam nach 20 Minuten zum Führungstor und erhöhte auf 2:0. Dann kam Wieseck zu einem Gegentreffer. Bei Halbzeit stand das Resultat 3:1. Nach Seitenwechsel kämpften die Gastgeber sehr massiv, ohne daß der Unparteiische eingriff. Wieseck ließ merklich nach und Aßlar konnte dann bis Schluß noch drei Tore erzielen.

Aßlar II Wieseck II 3:4

Das Spiel der zweiten Mannschaften wurde sehr hart durchgeführt. Die Platzbesitzer führten bei Halbzeit mit 3:0 Toren. Nach Seitenwechsel war Wieseck merklich besser und konnte nach geraumer Zeit zum ersten Erfolg und in gleichmäßigen Ab­ständen mm Ausgleich und zum Schluß, trotz sehr harter Abwehr, zum Siegestor kommen.

Die Jugendmannschaft war ihrem Gastgeber tech­nisch überlegen und zeigte ein sehr schönes Spiel. Nach kurzer Zeit schon führte sie mit 2:0 Toren. Aßlar ging dann mächtig aus sich heraus und er­zielte auch ein Gegentor. Bei Halbzeit stand das Ergebnis jedoch bereits 6:2 für die Gäste. In der zweiten Spielhälfte spielte Wieseck verhalten und verließ mit 8:2 Toren als verdienter Sieger das Feld.

Reichsjugendwettkämpfe...

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Links: Jungens im Wettbewerb: Kugelstoßen. Rechts oben: Mädchen beim Weitspruna. Rechts unten: Die Siegerehrung auf dem Universitäts- Sportplatz.

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Oie Sieger im Langstreckenschwimmen

Bei dem aus Anlaß der Reichsschwimmwoche durchgeführten Langstreckenschwimmen über 1000 Meter gingen folgende Teilnehmerinnen und Teil­nehmer als Sieger hervor:

In der Klasse A schwammen jeweils Damen und Herren, die schwimmsporttreibenden Vereinen an­gehören. In der B-Klasse waren Damen und Her­ren vereinigt, die keinem schwimmsporttreibenden Verein angehörten. Die Buchstabenbezeichnungen (a, b, c, d) hinter der Klassenbezeichnung A bzw. B dienten der Unterscheidung in den einzelnen Jahr­gängen der teilnehmenden Schwimmerinnen und und Schwimmer.

Damen: Klasse Aa: 1. Sieg: Eita Müller 19,32 Min.; Klasse Ab: 1. Emmy Schüler 20,10 Min., 2. Elisabeth Sieck 21,30 Min.; Klasse Ac.­feine Meldung; Klasse Ad: 1. Helga v. Düring 18,15 Min. (beste Zeit der Damen), 2. Margot Köh- linger 19,30 Min.; 3. Rösli v. Deschwanden 20,45 Min.; Klasse Ba: keine Meldung; Klasse Bb: 1. Wilma Schleenbecker 20,36 Min., 2. Gertrud Lapp 20,42 Min., 3. Ilse Mangold 21,40 Min.; Klasse Bc: 1. Herta Schmitz 19,35 Min. (beste Zeit der Damen-B-Klasse), 2. Elsbeth Möser 21,05 Min., 3. Jngeborg Weil 21,55 Min.; Klasse Bd: 1. Marta Fehn, 20,26 Min., 2. Liebmuth Viegener 22,01 Min., 3. Lieselotte Hofmann 22,06 Min., 4. Marie Kranse 22,25 Min., 5. Irene Gail 24 Min., 6. Emmi Arnold 24,05 Min.

Herren: Klasse Aa: 1. Sieg: Fritz Pascoe 17,05 Min.; Klasse Ab: 1. Fritz Werner und Georg Herbert 16,15 Min. (beste Zeit der Herren und des Tages), 2. Wemhard Meyer und Arthur Braun 16,20 Min., 3. Walter Brüning 17 Min.; Klasse Ac: 1. Walter Schraub 17,35 Min., 2. H. Lautensach 17,36 Min.; Klasse Ad: 1. Ernst-Günther Krenzien 17,55 Min., 2. Franzi Habrich 18,45 Min., 3. Er­win Engelbach 21,30 Min.; Klasse Ba: 1. Paul Nebeling 20,20 Min., 2. Joh. Nebeling 20,25 Min., 3. Wilhelm Haus 22,45 Min., 4. Willi Schlesier 24,50 Min., 5. Heinrich Schäfer 24,55 Min., 6. Pe­ter Enzinger 26,50 Min., Klasse Bb: 1. Helmut Reuning 17,43 Min. (beste Zeit der Herren-B- Klasse), 2. Heinz Möser 18,20 Min., 3. Karl Klein 19,55 Min., 4. Wilhelm Brüning 20,30 Min., 5. Helmut Köhler 21,20 Min.; Klasse Bc: 1. Alfred Rohrbach 20,30 Min., 2. Heinz Wischern 21 Min., 3 Franz Wilhelm 23 Min.; Klasse Bd: 1 Heinz Lutze und Albert Müller 21,45 Min.

Bemerkenswert ist die Leistung eines einbeinigen Schwimmers, Paul Jacob, der die Strecke in 27 Minuten als 16. der Klasse Bb durchschwamm.

Die längste Zeit, von einer Schwimmerin der Klasse Bd benötigt, war 35,30 Minuten. Die Sie­ger erhalten eine Urkunde der Reichs-Schwimm- Woche.

Deutscher Sieg im Schwimm- Länderkampf gegen Frankreich.

Bei herrlichem Sommerwetter wurde im neu er­richteten Plauener Städtischen Freibad vor 10 000 Zuschauern der achte Schwimmländerkampf Deutsch­landFrankreich ausgetagen, bei dem Deutschland durch Gewinn beider Konkurrenzen zu einem schönen Gesamtsieg kam.

Die 4 X 2 0 0 - M e t e r - S t a f f e l sah unsere Vertreter ständig in Vorteil. Schon Deiters holte gegen Cavalero bereits einen Vorsprung von 10 Meter heraus, Gaucke verdoppelte gegen Navarre den Abstand. Der französische Rekordschwimmer Diener konnte gegen Schrader nur 5 Meter gut machen und auch Taris erreichte gegen Lenkitsch nicht viel mehr. Deutschland hatte mit einer Ge- samtzeit von 9:47,4 ganz überlegen vor Frankreich gewonnen, dessen Schlußmann nach 9:57 Minuten anschlug. Ungeheurer Jubel begleitete diesen ersten deutschen Sieg; mit Begeisterung sang die Masse das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied.

Das Wasserballspiel brachte überragende Leistungen beider Mannschaften. Dank einem 3:1 Pausenvorsprung konnten die Deutschen den Kamps 5:4 gewinnen. Den ersten Treffer buchte Vande- plancke für Frankreich. Das solide deutsche Zu­sammenspiel führte aber nicht nur bald zum Aus­gleich, sondern durch Heiko Schwartz (zwei) und Schultz zu einer 3:!-Führung. Nach der Pause wurde es kritisch, die Deutschen waren zu sieges- gewiß und im Handumdrehen hatte Vandeplancke sein Land auf 3:3 herangebracht. Schwartz und Lemp nahmen den bangenden Zuschauern durch zwei weitere Tore aber wieder alle Sorgen ab. Als Lambert das Score auf 5:4 vermindert hatte, ge­nügte eine geschickt aufgebaute Verteidigung, um das Resultat zu halten.

Kurze Gportnotizen.

Die Tagesbestzeit beim Riesenge­birgsrennen fuhr der Schwarzwälder Paul Pietsch auf Alsa Romeo in der großen Renn­wagenklasse heraus. Pietsch benötigte für die 4 Kilo­meter lange Rennstrecke 2:48,3 Minuten (85,4 Stun­denkilometer). Mercedes-Benz und Auto-Union wa­ren mit ihren neuen Wagen nicht am Start.

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Wir machen nochmals darauf aufmerksam, dab auf An­ordnung des Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Bezirkssparkasse Gießen zwecks Durchführung der durchgehenden Arbeitszeit, die Kassenstunden der Spar­kasse ab 16 Mai 1934 wie folgt festgesetzt worden sind:

werktäglich von 8 bis 1 Uhr vormittags und von 2V2 bis 3^2 Uhr nachmittags

Samstags nur von 8 bis 1 Uhr vormittags

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Bekanntmachung.

Der Spar- und Borschußverein II E. G. m. b. h. zu Beuern ist mit der Spar- und Borschuhkasse I E. G. m. b. h. zu Beuern laut Beschluß der General-. Versammlung vom 14. März 1934 verschmolzen wor­den. Die neue Kreditgenossenschaft führt den Namen

Spar- und Darlehnskafse e. G. m. b. h. zu Beuern.

Die Gläubiger wollen sich innerhalb Jahresfrist melden.

Beuern, den 14. Juni 1934. 36600

Spar- und Borfchuhverein II zu Beuern in Liquidation

eingetrag. Genossenschaft mit beschrankter Haftpflicht.

Gg. Wilh. Linden st ruth. Aug. Ranft. ,