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Kampf um die Verminderung der Arbeits­losigkeit und damit um die Gesundung der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Dinge unseres Volkes, in Zusammenhang damit Lösung dringender volkswirtschaft­licher Fragen;

steuer und in zwangsläufiger Folge davon viel­leicht vom Ende einer ordentlichen Steuerwirtschaft und Haushaltswirtschaft überhaupt sein und Ge­fahren für die gesamte öffentliche Verwaltung und für das Sein der Volksgemeinschaft nach sich ziehen. Wenn jemand als Spender von 20 000 Reichsmark irgendwie erscheinen will, so muß er auch tat­sächlich bereit sein, auf 20 000 Reichsmark zu­gunsten der bestimmten Sache zu verzichten, und nicht den Nehmer veranlassen, beim Reichsfinanz­ministerium zu beantragen, ihm 2000 bis 13 000 Reichsmark zu erstatten.

Die Steuerpolitik im Adolf-Hitler-Staat ist im wesentlichen auf drei große Gedanken abgestellt:

Den außerordentlich umfangreichen Wortlaut des Steuerreform-Planes werden wir im Laufe der nächsten Tage abschnittweise veröffentlichen.

2. Förderung der Familie, in Zusammenhang damit Verwirklichung des volkspolitischen Gedankens;

3. Betonung des Wertes der Persönlichkeit und der persönlichen Verantwortung in der Wirt­schaft.

Ministerpräsident Göring spricht in Hamburg.

Wir können vor der Geschichte und vor der Zukunst unseres Volkes bestehen."

Reichstagung der HF.-Gozialreferenten.

Rheinsberg, 26. Juni. (DRV.) Am Diens­tag trafen in Rheinsberg die Sozialreferen­ten der HI. zu einer Arbeitstagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Forderung nach Frei­zeit der Jungarbeiter schäft steht. Ober-

Oie Wahrheit über Thälmann

Eine Unterredung mit dem Oberreichsanwalt.

Nur dann kannst du das höchste für dein gan­zes Volk erringen, wenn du Nationalist bist bis auf auf die Knochen und gleichzeitig als Diener deines ganzen Volkes Sozialist bist.

Wenn s o beide Begriffe zu eins geworden sind, dann müssen auch die Träger beider Begriffe ver­schmolzen werden. Und so, wie aus Nationalismus und Sozialismus die Synthese des Nationalsozia­lismus entstand, so entstand aus dem Bürgertum und dem Proletariat die Synthese: deutsches Volk!

Ministerpräsident Göring wandte sich dann mit aller Schärfe gegen die Ewiggestrigen und die Spaltpilze, die mit dem deutschen Volke neuerdings wieder versuchen ihr Unwesen zu treiben.Wir werden mit ihnen fertig zu werden wissen", so erklärte der Redner unter stürmischem Beifall. Er ging dann auf die in bestimmten Kreisen wieder aufgeworfene Frage der Wiederher­stellung der Monarchie ein.In einem Augenblick, wo das deutsche Volk zusammen­geschweißt ist zur Einheit, muß diese Frage st u m m sein, darf sie nicht als Sonderinteresse irgendwo vorangestellt werden. (Brausende Zustimmungs­kundgebungen.)

Das Interesse eines Hauses und einer Familie darf nicht über den Interessen der Nation stehen. (Abermaliger langanhaltender Beifall.) Das deutsche Volk denkt jetzt an nichts anderes als daran, das kostbare Gut seiner Geschlossen­heit fest zusammenzuschweißen. Wir wollen es unseren Kindern oder unseren Enkeln über­lassen, sich einstmals die Staatsform zu wählen, die sie für richtig halten. Dir Lebenden, wir haben Adolf Hitler!" (Bei diesen Worten Görings steigerte sich der Beifall der Zehntausende zu einem orkanartigen Tosen.) Der Ministerpräsident ging dann ins Gericht mit jenen, die glauben, durch Schaffung von I n - teressenklüngeln die Einheit des deutschen Volkes sabotieren und so wieder persönliche Inter­essen in den Vordergrund schieben zu können.Wir kennen diese Leute", so erklärte Göring.W i r wollen die Zeiten der Parteien nicht wieder haben! Der furchtbarste Gedanke, der je ein Volk plagen kann, ist der des Klassen-

Der Satz von 12 bis 65 v. H. stellt die Steuer- ermähigung dar, die sich aus einer Zulassung zur Absetzung vom steuerpflichtigen Einkommen ergibt. Die Einkommensteuer und die Gewerbesteuer be­tragen zusammen rund 12 bis 65 vom Hundert des Einkommens, je nach der Höhe des Einkommens. Wenn heute jemand 20 000 Reichsmark spendet und ihm dieser Betrag zum Abzug vom steuerpflichtigen Einkommen zugelassen würde, so wurde das im Ergebnis bedeuten, daß -das Reich dem Spender 2000 bis 13 000 Reichsmark erstattet. Würde das Reichsfinanzministerium solche Anträge wohlwol­lend behandeln und sich herbeilassen, im einen und anderen Fall dem Antrag stattzugeben, so wurde das der Anfang vom Ende der Einkommen­steuer, de? Körperschaftssteuer und der Gewerbe-

Hasses. Denken wir an dieStände" nicht die wirtschaftlichen Stände. Es ist der Dünkel jener anderen Stände, den wir nicht groß werden lassen wollen. Wir sehen da vor uns jene SchilderNur für Herrschaften!". Diese Zeit muß ein für alle- mal vorbei sein. Gewiß, es gibt Vorrechte, aber nur eins und das ist das D o r r e ch t d e r L e i st u n g. Es glaube keiner, daß er einem Kreis von Volksgenossen eine besondere Richtung geben könnte.

Es gibt nur einen Kompaß und den richtet Adolf Hitler. (Stürmischer Beifall). Göring ging dann auf dieSorgen gewisser kirchlicher Kreise" ein und sagte: Wenn man dort glaube, noch länger das deutsche Volk mit kon­fessionellen Streitigkeiten langweilen zu können, dann müßte vielleicht eines Tages dem Kirchenregiment gesagt werden, daß doch einmal der Staat eingreifen müsse, wenn man selbst nicht imstande sei, Ruhe und Ordnung zu halten. Der Ministerpräsident verwies in diesem Zusammenhang eindringlich auf die Tatsache, daß der Nationalsozialismus in Deutsch­land alle Kirchen gleich schütze, sobald sie auf dem Boden des positiven Christen- tum es stünden. Niemand werde eine Konfession mehr schützen, als der nationalsozialistische Staat. Das Volk würde es den Kirchen zu danken wissen, wenn sie sich auf dieser Linie hielten. Auch in be­zug auf die katholische Kirche sei es dem Staat nicht eingefallen, irgendein Dogma anzugreifen.

Aber da, wo das Volk sehe, daß die Kirche in seine politische Gedankenwelt eingreife, werde es sagen: Vis hierher und nicht weiter! (Lebhafte Zustimmungskundgebungen.) Die Zeit, wo geistliche Kreise durch das Zentrum Deutschland zu regieren versuchten, sei endgültig vorbei. Und u n - s e r e Jugend ist unser kostbarstes Gut; es ist Gott und uns allein anvertraut und wir lassen es uns nicht aus den Händen nehmen. Nir­gends kann die Glaubenskraft des Menschen besser verwurzelt sein, als im Nationalsozialismus. Unse­ren Glauben lassen wir uns nicht vorschreiben, den bestimmt feder so, wie es ihm ums Herz ist. Wer hetzt denn heute überhaupt gegen das national­sozialistische Deutschland? Wer ist es, der das deut­sche Volk als ein Volk schlimmster Verbrecher hin­stellt? Es ist immer der Jude, der schon einmal unsere Kultur zerstören und vernichten wollte.

Der Minister wandte sich dann mit aller Schärfe regen die unfruchtbaren Kritiker. Er warnte die böswilligen Kritiker mit den Worten: Sollte eines Tages das Maß übervoll -sein, dann schlage ich zu!" (Tosender Beifall.) Es sei not- wendig, so fuhr Göring fort, bei der negativen Ein­stellung der Kritiker immer wieder die gewalti­gen Leistungen zu betrachten, die Adolf Hitler in den eineinhalb Jahren feiner Regie­rung bereits vollbracht habe.

Ich glaube, wir können vor der Geschichte und, was wichtiger ist, vor der Zukunft unseres

Volkes bestehen." (Stürmischer Beifall.)

Wir haben gearbeitet, wie noch nie gearbeitet worden ist. Heber allem steht das gewaltige Inter­esse des Volkes. Ein Volk aus dem Schlamm zur Sonne emporzuführen ist eine gewaltige Aufgabe. Wenn wir zuversichtlich weiterarbei- t e n, so liegt das einmal daran, weil wir in unte­rer Brust etwas tragen, was uns immer wieder vorwärts treibt, und zum anderen, weil hinter uns ein Volk steht, dasaufunsvertraut. Dieses Vertrauen ist die Basis, auf der wir alles aufbauen müssen. Es ist die Basis, auf der das Reich steht.

Wer an diesem Vertrauen nagt, begeht ein Verbrechen am Volk, er begeht Landes- und Hochverrat. Wer dieses Vertrauen zerstören will, zerstört Deutschland. (Beifall.) Wer gegen dieses Vertrauen sündigt, Hal sich um seinen Kopf gebracht. (Stürmischer Beifall.)

Was dann komme, wenn dieses letzte große Wun­der zerstört sei, das könne man sich nicht ausmalen. Gott habe Deutschland geholfen, et habe uns den Führer geschenkt, der uns emporgeführt habe aus der Nacht, die über Deutsch­land lag. Er habe die Fackel des Glaubens ent- zündet, die zur Sonne geworden fei.Das ist die Arbeit des Führers", so schloß der Redner,und deshalb müßt ihr dem Führer restlos euer Vertrauen geben, dem Führer, dem Retter Deutschlands!"

Riesiger Beifall und stürmische Heilrufe ertönten, als der Ministerpräsident seine Rede beendet hatte. Reichsstatthalter Gauleiter K a u f f m a n n dankte ihm und gab ihm das Versprechen der Hamburger Volksgenossen mit auf den Weg:Ein Führer; Hitler; ein Ziel: Deutsch lan d."

Hamburg, 26. Juni (DNB.) In einer vom I Gau Hamburg der NSDAP, veranstalteten und i von vielen Tausenden von Volksgenossen besuchten Versammlung sprach am Montagabend der preu- i zische Ministerpräsident und Reichsluftfahrtminister Göring. Er leitete seine Rede mit einer grund­legenden Abrechnung mit dem überwundenen parla­mentarischen System ein.Man darf nicht nur dann vor das Volk treten", hob er hervor,wenn man eine Stimme braucht, um es später wieder zu umgarnen und zu betrügen. Wahre Führer des Volkes werden vielmehr immer wieder in das Volk zurückkehren, werden immer wieder vor dem Volke Rechenschaft ablegen für-ihr Tun und Handeln. In den Jahren des verflossenen Systems habe niemals das Volk im Mittelpunkt des Geschehens gestanden. Es war nur Objekt einer luchwürdigen Politik, statt Subjekt des staatlichen Denkens, Fühlens und Handelns zu sein.

Es ist notwendig, daß die Führer des Volkes immer erneut vor das Volk treten und mit ihm Auge in Auge die Aussprache halten, die notwendig ist für die Verbundenheit von Führung und Volk.

Darum gehen die Führer des Nationalsozialismus hinein in das Volk, denn es ist die Quelle, aus der sie gekommen sind, und es darf nicht geschehen, daß das Volk seine Führer nicht mehr unter sich ieht. Das Volk muß stets und ständig wissen, ) seine Führer nach wie vor Kämpfer geblieben sind, daß sie alles für»das Volk tun. Dor allem muß das deutsche Volk wissen, daß die von ihm gebrachten Opfer nicht umsonst sind. Es gibt kein Volk auf der Erde, das so einsatzbereit war und ist, wie das deutsche Volk. Mit dem 30. Januar 1933 ift ein neues Kapitel biefer deutschen Geschichte begonnen worden, das man wieder mit den WortenEhre und Frei­heit" überschreiben kann.

Das ist Hitlers schönste Tal, daß er aus einer Summe von Menschen, von Interessenten, von gegeneinander wirkenden Kräften die Ge­schlossenheit eines Volkes geschaffen hat.

Erst mit dieser Geschlossenheit haben wir die Kraft­quelle erlangt, aus der allein der Aufbau möglich ist.

Der Ministerpräsident gab sodann einen lieber® blick über die entsetzlichen Zustände völkischer Zerrissenheit, die mit dem Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution endlich über­wunden wurden. Der Redner zeichnete ein schar­fes Bild der Zustände, wie sie infolge der Ver­fälschung der beiden Begriffe Nationalis­mus und Sozialismus in den Jahren vor der nationalen Erhebung eingerissen waren. Erst Adolf Hitler stellte klar heraus, daß man nicht National!st sein kann, ohne gleich­zeitig Sozialist zu sein, und nicht S v - zialist, ohne gleichzeitig National!st zu sein. Adolf Hitler warf beide Begriffe in den Schmelztiegel der nationalsozialistifchen Weltan­schauung und schuf die kristallklare Synthese:

B e r l i n, 26. Juni. (DNB.) Die aufsehenerregen­den Verhandlungen gegen die Mörder der Polizei­hauptleute Anlauf und Lenk und gegen die Mörder Horst Wessels haben der Oeffentlich- keit erneut den Beweis geliefert, mit welchen Methoden die Kommunistische Partei zur Erreichung ihrer dunklen Ziele arbeitete. Kom­munistische Kreise im Ausland versuchen vergebens, die Aufmerksamkeit der Welt von dieser Schande abzulenken, indem sie in einer groß aufgezogenen Propaganda den früheren Füh­rer der KPD., Ernst Thälmann, als unschul­diges. Opfer eines in Deutschland gegen ihn ge­führten Strafverfahrens hinstellen. Um die Oeffent- lichkeit über den wahren Sachverhalt unterrichten zu können, hat sich die Schriftleitung derBerliner Börsenzeitung" an den Oberreichsanwalt mit der Bitte gewandt, einem ihrer Mitarbeiter eine Unterredung zu gewähren. Der Herr Ober­reichsanwalt hat dieser Bitte entsprochen. Wir geben im Folgenden den Inhalt der Unterredung wieder:

Auf die Frage des Mitarbeiters der Zeitung, was Thälmann vorgeworfen werde und wie das Verfahren gegen ihn stehe, erwiderte der Oberreichsanwalt, daß bei ihm gegen Thälmann schon seit Jahren umfangreiches Ma­terial vorliege, aus dem sich der Verdacht der Vorbereitung eines hochverräteri­schen Unt er nehmens ergebe.

Neben Reden und Zeilungsaufsähen, die dem Zweck dienten, die Massen für den Gedanken des gewaltsamen Versassungssturzes und der Errichtung eines Sowjetstaates nach russischem Muster reif zu machen, kämen noch weitere hochverräterische Betätigungen Thälmanns, der ja bekanntlich Leiter des Zentralkomitees der kommunistischen Partei und erster Bundesfüh­rer des Roten Frontkämpferbundes gewesen sei, in Frage.

Die Einleitung und Durchführung eines Strafver­fahrens fei in früheren Jahren um deswillen un­möglich gewesen, weil Thälmann als Reichstags­abgeordneter und Mitglied der Hamburger Bürger­schaft durch Immunität geschützt gewesen sei. Erst der Wegfall der Abgeordneten­eigenschaft habe den Weg für eine Strafver­folgung freigemacht. Die Voruntersuchung liege zur Zeit in der Hand des Untersuchungsrichters in Berlin und werde geführt wegen der Beschuldigung der Vorbereitung des Hochverrates, insbesondere auch der öffentlichen Auffor­

derung zur Ausführung eines hoch­verräterischen Unternehmens. Die Vor­untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, es dürfe indessen mit einem baldigen Abschluß gerechnet werden.'

Die Frage des Mitarbeiters der Zeüung, welche Strafe Thälmann zu erwarten habe und ob insbesondere die Meldungey eines Teiles der in- und ausländischen Presse zutreffen, daß mit einem Todesurteil zu rechnen sei, beantwor­tete der Oberreichsanwalt dahin, daß die Straf­taten, die der Antrag auf gerichtliche Vorunter­suchung Thälmann zur Last lege, nach den gesetz­lichen Bestimmungen mit Freiheits st rasen dis zu lOJahren bedroht würden.

Der Oberreichsanwalt äußerte sich auf Befragen auch über Zeit und Ort der Verhandlung, sowie über das zur Anwendung gelangende Verfahren dahin, daß die Hauptverhandlung vor dem Volks­gerichtshof stattfinden werde, der im Juli d. I. in Berlin errichtet würde, lieber den Zeitpunkt der Hauptverhandlung könne noch nichts gesagt werden, da die Voruntersuchung noch nicht abgeschlossen fei.

Das Verfahren vor dem Volksgerichtshof ent­spreche dem Verfahren, das in der Strafprozeß­ordnung und !m Gerichtsverfasfungsgefeh für die Verfahren vor dem Reichsgericht in erster Instanz geregelt fei. Die Hauptverhandlung werde deshalb grundsätzlich in voller Oeffent- lichkeit stattfinden, wobei vielleicht, was sich zur Zeit noch nicht übersehen lasse, für einzelne Teile wegen Gefährdung der öffentlichen Ord­nung, insbesondere der Staatssicherheit, durch Beschluß des Gerichts die Oeffentlichkeit aus­geschlossen würde.

Nach dem Gesetz vom 24. April 1934 bedürfe die Wahl des Verteidigers der Genehmigung durch den Vorsitzenden des Gerichts. Es müsse indessen gegen­über hetzerischen Aeußerungen eines Teiles der Auslandspresse mit allem Nachdruck darauf hin- gewiesen werden, daß nach dem in der ganzen Welt bekannten Auftreten der Verteidiger irn Reichstagsbrandprozeß nur noch bös­willige Verleumder die Behauptung auf­stellen könnten, daß Mitglieder der deutschen Rechts­anwaltschaft in politischen Prozessen gehindert seien, die ihnen anvertrauten Verteidigungen völlig frei und unabhängig zu führen und dabei ausschließlich ihrer rechtlichen Ueberzeugung und ihrem Gewissen zu folgen.

Was von der etwa erforderlichen Unterlassung weniger wichtiger Ausgaben auf der einen Seite gilt. Das gilt von der Unterlassung gewis­ser erlangter Steuervergünstigun- g e n auf der anderen Seite. Es kommt immer und immer wieder vor, daß Organisationen und Ver­bände an uns herantreten mit dem Antrag, be­stimmte Aufwendungen zum Abzug von steuer­pflichtigen Einkommen zuzulasfen oder dergl. Es handelt sich in der Regel um Spenden oder dergl. für bestimmte Zwecke. Die Gewährung der steuerlichen Erleichterung wird von uns in der Regel verlangt, um durch die steuerliche Erleichte­rung bestimmte Kreise anzuregen, zu spenden, oder sonstwie zu geben. Alle diese Anträge müssen wir unter allen Umständen a b l e h n e n. Ich bitte des­halb diese Verbände und Organisationen dringend, derartige Anträge nicht mehr an das Reichsfinanz­ministerium zu richten.

Jede solche Steuererleichterung, die hier ge­wünscht wird, würde im Ergebnis nichts ande­res bedeuten, als daß das Reich sich an der Spende oder sonstigen Gabe in höhe der ge­währten Steuererleichterung beteiligen würde. Es liegt, das muh ich mit allem Nachdruck aussprechen, nicht im Aufgabenbereich des Reichs, sich an Spenden und sonstigen Gaben in höhe von 12 bis 65 v. h. zu beteiligen.

der Vorsehung höherer Steuerfreibeträge für Kinder, teilweise in der unmittelbaren Senkung der Steuersätze.

Der Ausfall, der sich aus allen diesen Erleichterun­gen ergibt, wird, gesamtsteuerlich gesehen, ausgegli­chen teilweise im Rahmen eines bestimmten t e ch - Nischen Umbaues der Steuer und teilweise durch die volkswirtschaftlichen und fis­kalischen Wirkungen, die sich aus der Er- 1 leichterung zwangsläufig ergeben. Es wird beifpiels- ' weife auch Die Gewährung und die Erhöhung jedes Freibetrages für Kinder in ihrer volkswirtschaft­lichen Wirkung zum großen Teil ausgeglichen, ins- ' besondere, wenn es sich um kleine und mittlere Ein- I fommensempfänger handelt, von denen gewähr- i leistet erscheint, daß sie den Betrag der Erleichterung i dem Verbrauch und in dessen Folge, zumindest teilweise, durch die verschiedensten Kanäle dem all- gemeinen Haushalt zuführen. Der Vorgang besteht in der Regel darin, daß der Betrag der Steuer­verminderung, die sich aus der erhöhten Kinderer­mäßigung ergibt, durch den Steuerpflichtigen dem Fiskus nicht unmittelbar, sondern mittelbar, ' das heißt auf dem Weg über den Verbrauch des Betrages der Steuerverminderung teilweife ober ganz zugeführt wird. Die Höhe des Gegenpostens der Steueroerminderung bestimmt sich danach, w i e oft sich der Betrag der Steuerverminderung durch Verbrauch in der deutschen Volkswirtschaft umsetzt.

Durch die gegenwärtige Lage unseres allge­meinen Haushalts sind uns bei unserem Be­streben nach Entlastung leider Grenzen gezogen. Wir werden jedoch innerhalb dieser Grenzen einen Umbau in der Weise durchführen, daß wir bei verminderter Steuerlast, die auf der einzelnen Person oder Sache in der Regel ruht, den bisherigen Aufkommensstand nicht nur halten, sondern übersteigen werden.

Eine Erhöhung des Auskommens ist un® bedingt erforderlich, wenn es haushaltsmäßig mög­lich fein foll, die ftaatspolitifch bedingten Mehraus­gaben, die auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens anfallen, zu decken und insbe­sondere die sehr erheblichen Vorbelastun- g e n, die in den Haushaltsjahren 1934 bis 1939 in Erscheinung treten, auszugleichen. Ich bitte alle Volksgenossen, sich zu vergegenwärtigen, daß un­sere Ausgaben sich zwangsläufig er­höhen, und daß die Vorbelastungen nicht aus der Welt zu schaffen sind, und daß wir anderseits Steuererleichterungen gewähren und trotz­dem eine Erhöhung des Steueraufkommens er­reichen, von der wir wünschen, daß sie genügt, um den Mehrbedarf auf der Ausgadenseite und im Kapitel Vorbelastungen zu decken.

Die allgemeine Finanz- und Steuerpolitik darf in keinem Fall zu erheblichen Fehlbeträgen im Haus­halt führen, wenn nicht die öffentlichen Finanzen in Unordnung und dadurch zwangsläufig auch Ge­fahren für die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Dinge sich ergeben sollen. Es ist daher, wenn das Aufkommen zur Deckung der Mehraus­gaben nicht hinreicht, dringend erforderlich, daß weniger wichtige Ausgaben unter­bleiben, bis das Mehraufkommen die genügende Höhe erreicht hat. Es ist uns, vom Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des all­gemeinen Haushalts gesehen, eine schwere Ver­antwortung auferlegt, für die alle Stellen und alle Volksgenossen im Interesse des Volksgan­zen, im Interesse einer Gewährleistung des Fort­gangs der wirtschaftlichen und sozialen Gesundung unbedingt Verständnis haben sostten.

Das Steueraufkommen entwickelt sich glänzend.

Diese Entwicklung ift der Erfolg unserer Steuer­politik in den letzten fünfzehn Monaten.

Das Aufkommen an Steuern im Reich ist in den Monaten April und Mai 1934 120 Millionen Reichs­mark höher gewesen, als im April und Mai 1933. Auch im Juni hält die über alle Erwartung günstige Entwicklung an. Es ist sicher, daß wir den Voranschlag für 19 3 4 infolge der günstigen Entwicklung um einige hundert Millionen Reichsmark übersteigen werden. Wir müssen jedoch heilfroh fein, daß es so sein wird, weil es anderswie unmöglich sein würde, die eine und andere staatspolitisch dringend notwendige Mehr­ausgabe zu leisten und die gewaltigen Vorbelastun­gen auszugleichen, ohne gleichzeitig die Ausgaben auf weniger wichtigen Gebieten in unerträglicher Weife drosseln zu müssen.

gebietssührer Arthur A x m a n n , der Leiter Ses Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, erklärte u. a.: Der Nationalsozialismus wird nicht in den Fehler verfallen, nur in Versammlungen und Zeitungsartikeln das Erlebnis der Gemeinschaft und des Vaterlandes den schaffenden Deutschen vermitteln zu wollen. Die Jugendbewegung, unsere Hitler-Jugend, ist die Grundlage für das Werden eines politischen Soldaten. Wenn wir die Charakterbildung und die politische Erziehung des Jungarbeiters in die Hand nehmen wollen, so wird uns das nur ge­lingen, wenn der Jungarbeiter die not­wendige Freizeit und den Urlaub hat, in dem er durch Erlebnis und Erziehung wieder ein neues Arbeitsethos findet. Das angekün­digte B e r u f s a u s b i l d u n g s g e s e tz wird die Voraussetzung schaffen, die der Hitler-Jugend die Möglichkeit gibt, den Sinn des Staatsjugend­tages zu erzielen und als Volksjugend der ihr vom Führer zugewiesenen Ausgabe gerecht zu werden.