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narchie oder Republik" werde nicht so baldent­schieden werden. Es sei möglich, daß mit der Auflösung der Parteien auch die Kaisertreue Dolks- partei aufgelöst werde. Dies werde aber der monar­chistischen Bewegung keinen Abbruch tun, denn sie vertrete eine Weltanschauung und werde sich wieder in irgendeiner Organisationsform zusammenfinden. Den Nationalsozialisten, meinte Oberst Wolf, werde e r st das Genick gebrochen sein, wenn die kaiserliche Familie wieder zurückkomme. In einer von der Versammlung angenommenen Entschließung wird erklärt, die Kai­sertreue Volkspartei stehe restlos und unbedingt hinter der Regierung, in der sie in der Per­son des Bundeskanzlers Dollfuß und des Vizekanz­lers Fey ein starkes Unterpfand zu besitzen glaube. Beim Verlassen der Versammlung brachten die Mo­narchistischen Hochrufe auf die Regierung undKaiser Otto" aus.

französische Besorgnisse.

Paris, 27. Febr. (DNB.-Funkspruch.) In einer Betrachtung der österreichischen Frage warnt die Ere Nouvelle" Mussolini vor der Bildung eines italienisch- österreichisch - ungarischen Blocks. Vom italienischen Standpunkt aus wäre das gewiß eine sehr vorteilhafte Lösung, aber für die poli­tische Stabilität Europas und für den Frieden keineswegs. Man könne wohl die Gründe Musso­linis verstehen, aber er müsse auch verstehen, wes­halb verschiedene Staaten die Bildung eines ita­lienisch-österreichisch-ungarischen Blockes fürchteten. Die Kleine Entente wende sich bereits mit Entschlossenheit gegen die italienischen Pläne.

Der sozialistischeP o p u l a i r e" befürchtet die Wiedereinsetzung der Habsburger. Wenn man vorläufig auch noch nicht glauben könne, so schreibt das Blatt, das Italien für die Wieder­herstellung der Monarchie in Oesterreich und Ungarn gewonnen sei, so bestehe doch die Gefahr, daß Eng­land und Frankreich sich an diese Lösung klammer­ten. Die verhängnisvolle Illusion würde aber nur kurze Zeit Bestand haben, da die Wieder­herstellung der Habsburger Monarchie auf jeden Fall den Krieg zur Folge haben würde, denn die Kleine Entente sei entschlossen, die Bil­dung einer Aufmarschbasis zur Rückgewinnung Kroatiens und der Slowakei zu verhindern.

Was plant die Heimwehr?

London, 26. Febr. (DNB.) Die englische Tages­presse beschäftigt sich wieder lebhaft mit der Lage in Oesterreich und besonders mit der Heimwehr. Allgemein wird die Frage gestellt: W o i st die Heimwehr? Reuter meldet, es sei sicher, daß 4000 Heimwehrtruppen verschiedene Punkte der oberösterreichischen Grenze erreicht ha­ben. Die Blätter geben verschiedene Gerüchte wie­der, wonach die Heimwehr erstens an der deutsch-österreichischen Grenze zusam­mengezogen werde, zweitens sich zu einem Marsch auf Wien vorbereite, drittens Erzherzog Otto an der schweizerischen Grenze ab­holen und nach Wien begleiten wollen und viertens, daß Major Fey seine Streitkräfte von der Hauptstadt fernhalte, um einem Versuch der Regierung, diese zu entwaffnen, vorzubeugen.

Heute vor einemJahr...

Kanal.

Erinnerung an den Reichstagsbrand am 27. Februar 1933.

£on unserer Berliner Redaktion.

Es war gegen 20 Uhr. Wir gingen durch den Tiergarten zum Haus der Presse. Ein Winter- abeno wie jeder andere. Oder doch nicht ganz. Wir erinnerten uns, daß im Westen und Süden Deutsch­lands Karneval gefeiert würde. Eine späte Fast­nacht, ein spätes Ostern. Heute Rosenmontag. In Berlin aber hörten wir einen Vortrag über ein bitterernstes Thema, über die Arbeitsbeschaffung. Der Vortrag war zu Ende, die Fragen Wißbegie­riger waren beantwortet. Man stand gerade herum, entweder um sich zu verabschieden oder um sich ein Plätzchen für eine persönliche Aussprache zu suchen. Plötzlich geht ein Raunen durch die Räume. Einige Kollegen stürzen zum Telephon: Der Reichs­tagsoll brennen! Ein ungläubiges Staunen allerseits. Eine Minute später saß ich mit zwei Kollegen in einer Autotaxe. Kaum waren wir einige hundert Meter gefahren, hörte man schon von allen Seiten die Feuerwehr heranrasseln. In der Siegesallee sah man den er st en gro­ßen Feuerschein. Am Königsplatz wurde das Auto zum ersten Mal angehalten. Die polizeiliche Pressekarte tat gute Dienste. Wir hatten auch sonst einen günstigen Standort getroffen, denn wir waren an den Wachtmeister geraten, der die erste Meldung erstattet hatte. Wenige Minuten später hätten auch die Pressekarten nichts mehr genutzt. Die Absperrung war in weitestem Umfange vollzogen und niemand durfte mehr durch.

Die erste Empfindung vor dem brennenden Reichstag war nicht nur die eines furchtbaren und zugleich grandiosen Schauspiels: wie die Flammen aus der Glaskuppel schlugen, wie das Glasdach zu­sammenbrach, wie Zehntausende von Papierfetzen herausgeschleudert wurden, wie der Rauch und Qualm aus den Restaurationsräumen drang, dazu die Kommandorufe der Führer der Feuerwehr, im Hintergründe immer stärker der Andrang der Volks­massen. Das alles läßt sich kaum auch nach Iah- resfrist in Worte kleiden. Aber zu dieser ersten Empfindung kam sofort der Eindruck, daß hier etwas Furchtbares geschehen ist, daß hinter diesem Reichstagsbrand Kräfte stehen muß­ten, die Volk und Reich ins Chaos stürzen wollten.

Am Schauplatz selbst: Einer der ersten, der ein­trifft, ist der Reichstagspräsident Göring. Bald darauf folgt Reichskanzler Adolf Hitler selbst in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels. Dann fährt Vizekanzler von Papen war. Bald wird bekannt, daß ein ausländischer Kom­munist verhaftet worden sei. Gegen Mitter­nacht wird der Presse gestattet, das Bild der Verwüstung im Innern des Reichstags selbst zu besichtigen. Roch brennt der Plenarsitzungssaal. Noch glimmen die um ihn liegenden Wandelhal­len. Noch steht der Rauch in der großen Wandel­halle, die 96 Meter lang ist. Wir klettern über Schläuche und sonstige Feuerwehrgeräte. Wir sehen das Pressegeschoß in hellen Flammen. Wir sehen aber vor allem außerhalb des eigentlichen Brand­herdes die Spuren der Brandstiftung, die zeigen, daß es sich hier um eine systematische Brandlegung handelte.

Das ist die Erinnerung an jene Brandnacht. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht durch ganz Berlin, und wie ein Fanal wirkte die bren­nende Reichstagskuppel in der Reichshauptstadt. Rundfunk trug die Meldung ins Reich und in die ganze Welt, allerdings anders, wie sich die bol­schewistischen und kommunistischen Drahtzieher wohl gedacht haben. Es gab noch Millionen von braven deutschen Bürgern, die bis zu dieser Stunde an eine kommunistische Gefahr nicht glauben wollten.

Sie meinten, russische Zustände wären bei uns un­möglich.

Der Kommunismus aber hatte planmäßig vor- gearbeitet. Von einer kommunistischen Zentrale in Berlin aus das wissen wir heute gingen un­zählige Fäden über das ganze Reich, alles war für den kommunistischen Aufstand vorbereitet. Der Kommunismus fühlte sich als eine Macht. Nichts illustriert besser diese Tatsache als ein Vorkomm­nis vom Ende Januar 1933. Als damals die SA. den Plan bekanntgab, auf dem jetzigen Horst-Wef- selplatz, dem damaligen Bülowplatz, also vor dem Karl-Liebknecht-Haus aufzumarschieren, konnte Herr Torgler es noch riskieren, zum Reichskanzler von Schleicher zu gehen, um ihn vor den Folgen eines Zusammenstoßes mit den Kommunisten zu warnen. Das Regime Schleicher ließ daraufhin feine ganze Polizeimacht aufmarschieren, aber immerhin zeigte dieser Vorfall, wie stark sich die Kommunisten noch zu jener Zeit fühlten. Wenige Tage später war Adolf Hitler Reichskanzler. Das kam damals auch für die Kommunisten überraschend. Es war also nicht mehr viel Zeit zum Ueberlegen da, unv so entschlossen sie sich, den Versuch einer Revolte zu machen.

Der Reichstag ging in Flammen auf. Aber diese Flammen zeigten die ungeheure Ge­fahr, in der Deutschland schwebte. Diese Flam­men wurden zur lodernden Glut, die die nationale Einheit des deutschen Volkes zusammenschmiedete. Die Erinnerung an dieses Fanal darf nicht er­löschen; sie muß wachbleiben. Niemals dürfen wir vergessen, daß das Fanal des Reichstagsbrandes den Beginn eines Bürgerkrieges darstellen sollte, der nur durch die Energie und Tatkraft der neuen Regierung verhindert wurde.

Kunst und Wissenschaft.

Gründgens stellvertretender Staatstheater- Intendant.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit­teilt, hat der preußische Ministerpräsident dem In­tendanten Dr. U l b r i ch einen besonderen Auftrag erteilt, der auf längere Zeit berechnet ist. Mit seiner Stellvertretung in der künstlerischen Leitung des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin ist Gustav Gründgens beauftragt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsmini st er des Innern hat die Landesregierungen darauf hingewiesen, daß die Of­fiz i e r s o e r b ä n d e und Regimentsver- eine von dem Verbot der monarchistischen Ver­einigungen nicht betroffen sind.

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Die Stadt Berlin hat dem preußischen Mini­sterpräsidenten Reichsminister General Göring, als ihrem väterlichen Fürsorger, das Ehren­bürgerrecht verliehen. Gleichzeitig soll feine Ehrung ein Dank für die endgültige Nieder­schlagung des roten Terrors nach der Reichstags- brandftiMng am 27. Februar 1933 sein.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat gegen den ehemaligen bayerischen Landwirtschafts­minister Wutzlhofer Haftbefehl erlassen. Es werden ihm Vergehen gegen das Genossenschafts­gesetz und fortgesetzte Betrügereien zur Last gelegt. Wutzlhofer soll nach England geflüchtet sein. Bei den Betrügereien soll es sich um B e - träge in Höhe von etwa 500 000 Mark handeln, die durch Fehlspekusationen entstanden sind. Wutzlhofer gehörte zu den führenden Mit­gliedern des früheren bayerischen Bauern- und Mittelstandsbundes.

Der deutsche Kurienkardinal Jesuitenpater E h r l e ist an Lungenentzündung erkrankt. Bei dem hohen

Oer Verteidiger Torglers über den Reichstagsbrandstisterprozeß.

Gerade am Jahrestage der Reichstagsbrandstif- tung erscheint ein umfangreiches und trotzdem un­gemein spannend geschriebenes Buch des bekannten nationalsozialistischen Rechtsanwalts Dr. Sack - Berlin, der im Leipziger Reichstagsbrandstifter- prozeß auf Wunsch des Mitangeklagten Torgler dessen Verteidigung geführt hat. Dr. Sack, der in zahlreichen früheren politischen Prozessen als Ver­teidiger sich einen Namen gemacht hat, führte die Verteidigung des schwer belasteten kommunistischen Fraktionsfüyrers lediglich mit der sich selbst gestell­ten Einschränkung, daß er nicht den Kommunisten, sondern den Menschen verteidigte. Ein geschicht­liches Verdienst hat Dr. Sack sich dadurch erworben, daß er die widerliche Greuelhetze der Emigranten im Laufe des Prozesses restlos zerpflückte. Für sein im Ullstein-Verlage erschienenes mit zahlreichen noch unbekannten Aufnahmen aus dem Prozeß durchsetztes Buch, zu dem der ebenfalls aus den politischen Prozessen der Nachkriegszeit bekannte Professor Dr. Grimm-Essen ein Vorwort ge­schrieben hat, hat sich Dr. Sack die Aufgabe ge­stellt, festzuhalten, wie aus Geschichte ein Prozeß und aus einem Prozeß Geschichte wurde. Er schil­dert überaus spannend die Brandnacht, wie er sie zum Teil selbst miterlebt hat, und die Suche nach den Schuldigen. Aus dem ihm zur Verfügung stehenden umfangreichen Aktenmaterial vermag er manche Einzelheiten der Voruntersuchung mitzu­teilen, die im Prozeß nur gestreift werden konn­ten und dem Leser der Zeitungsberichte vielfach nicht bekannt geworden sind. Wie ein glänzend ge­schriebener Kriminalroman lesen sich die Kapitel

Über die politischen Hintergründe der Ereignisse des vorigen Winters.

In längeren Gegenüberstellungen zeigt der Ver­fasser dann den grundsätzlichen Unterschied zwischen der Revolutionsjustiz des Auslandes, insbesondere der romanischen Länder, und der Justiz, wie sie in Zeiten des Umsturzes in Deutschland geübt wurde. Er zieht dabei auch den Dreylus-Prozeß und den Sacco-Vanzetti-Prozeß zum Vergleich heran, die beide bekanntlich zum Anlaß genommen wurden, um politische Meinungsverschiedenheiten auszmra- aen. Ganz klar weist er nach, daß das Ausland sich nicht nur von jeher in der Frage der Aus­nahmejustiz von den deutschen Verhältnissen we­sentlich unterschieden hat, sondern mit allen poli­tischen Prozessen einen bestimmten Zweck verfolgte, während in Deutschland stets der politische Zweck hinter dem Gedanken der materiellen Gerechtigkeit zurückgetreten ist, wobei er als Beweis den Pro­zeß gegen dieKriegsverbrecher" heranzieht.

Von großem Interesse die auch die eingehenden Mitteilungen Sacks über seine Verhandlungen in Paris und London mit den Ausschüssen, die sich dort angeblich zur Verteidigung der angeklagten Kommunisten gebildet hatten, die aber in Wirk­lichkeit keinen anderen Zweck verfolgten, als gegen das nationalsozialistische Deutschland zu Hetzen. Prof. Dr. Grimm stellt in feinem Vorwort, in dem er das Grundsätzlichste des Prozesses heroorhebt, als wichtigstes Ergebnis fest, daß das neue Deutschland, ! dessen nationale Revolution sich in bemerkenswer­ter Disziplin vollzog, am Rechte festhält.

Atter des Kardinals, der im 89. Lebensjahre steht, ist man für sein Leben besorgt. Er hat die letzte Oelung erhalten. Ehrle ist mit dem Papst durch jahrelange Zusammenarbeit eng befreundet. Von 1895 bis 1914 war er dessen Vorgänger als Prä­fett der Vatikanischen Bibliothek. Ehrle wurde 1922 Kardinal und später Bibliothekar und Archivar der Römischen Kirche.

Aus aller Welt.

Unsozialer Hausbesitzer im Konzentrationslager.

Ein Hausbesitzer in Weimar lehnte die Ver­mietung einer Wohnung an eine kin­derreiche Familie ab und antwortete auf den Hinweis des Wohnungssuchenden, daß diese Einstellung den Richtlinien der Reichsregierung nicht entspräche, mit Beleidigungen des Reichskanzlers. Das thüringische Innenmini­sterium sah sich deswegen veranlaßt, den Haus­besitzer auf einige Zeit in das Konzentra­tionslager in Bad Sulza überführen zu las­sen. Es weist ausdrücklich daraus hin, daß in kom­menden gleichartigen Fällen mit aller Schärfe gegen alle beteiligten Personen vorgegangen wird.

Gefängnisstrafe für unmenschliche Ellern.

Ein Ehepaar aus Dillendorf (Hunsrück) hatte sich vor dem Schöffengericht in Bad Kreuznach wegen schwerer Kindesmißhandlung zu verantworten. In der Beweisaufnahme wurde fest- gestellt, daß Vater und Mutter ihre Tochter und ihren Sohn in unmenschlicher Art dauernd miß­handelten. Sie benutzten Viehknüppel, Sensen, Peitschen und Besen, womit sie auf die Kinder ein­schlugen und ihnen so gesundheitliche Schäden bei­fügten. Das Gericht verurteilte das Ehepaar zu je vier Monaten Gefängnis.

Beim Böllerschiehen tödlich verunglückt.

In Püttlingen (Saar) ereignete sich beim Böller­schießen ein Unglück, dem der etwa 56 Jahre alte pensionierte Bergmann Ludwig A l t m e y e r zum Opfer fiel. Anläßlich des Heldengedenktages war Altmeyer mit zwei Kameraden mit dem Ab­schießen von Böllern beauftragt worden. Dabei kam ein Böller zur Explosion, und Altmeyer wurde von Sprengstücken getroffen, die ihm einen Arm und die linke Brustseite zerrissen. Kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb er.

Auf der Jagd tödlich verunglückt.

Geheimrat Dr. Fritz Hartmann, der Vor­sitzende des Direktoriums der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken, ist in seinem Jagd­revier Alt-Sieversdorf bei Buckow in der Mark tödlich verunglückt. Nach behördlichen Fest­stellungen hat sich der Unglücksfall in der Weise zugetragen, daß Geheimrat Hartmann beim Ab­stieg vom Hochsitz auf der beim Nebel schlüpfrig gewordenen Leiter ausgeglitten und von ihr herab­gestürzt ist. Beim Sturz hat sich sein Gewehr ent­laden uni) ihm die tödliche Verletzung beigebracht. Französischer Zollbeamter aus Versehen erschossen.

In der Nähe von Brotdorf (Saar) ereignete sich unmittelbar an der Grenze bei Haus Bach ein Unfall, der einem im Dienst befindlichen franzö­sischen Zollbeamten das Leben kostete. Ein auf der Jagd befindlicher Handelslehrer aus Fürstenhaufen tötete den Beamten versehentlich. Der Handels­lehrer begab sich sofort nach Brotdorf und meldete den Vorfall den Landjägern und der Polizei-Ver­waltung von Merzig-Land. Nack feiner Schilderung hatte der Schütze geglaubt, Der bei dem Zoll­beamten befindliche Schäferhund sei ein Fuchs und schoß auf diesen. Dabei merkte er nicht den Beam­ten, der auf dem Boden saß, mit dem Rücken an einen Baum gelehnt. Bei dem Getöteten befand sich in kurzer Entfernung noch ein zweiter Beamter, der ebenfalls auf dem Boden saß, aber nicht ver­

letzt wurde. Der erschossene Beamte hinterläßt Frau und zwei Kinder.

Englischer Prinz begrüßt einen deutschen Kriegs­teilnehmer.

Aus Butterworth (Südafrika) wird gemeldet: Der deutsche Missionar Otto Grimme wurde die­ser Tage dem zur Zeit die südafrikanische Union bereisenden jüngsten Sohne des englischen Königs, Prinz Georg vorgestellt. Prinz Georg schüttelte dem Deutschen, der das Eiserne Kreuz auf der Brust trug, die Hand. Grimme erzählte dem Prinzen, er habe seine Auszeichnung dafür erhalten, daß er während des Weltkrieges bei Ypern in stärkstem Feuer einen schwer verwundeten englischen Offizier, der zwischen den feindlichen Schützengräben gelegen habe, geborgen habe.

Schießerei in einem kownoer Kloster. Zwei Franziskaner lebensgefährlich verletzt.

In dem Kownoer Franziskanerkloster hat sich ein aufregender Zwischenfall ereignet. Ein vor Jahresfrist wegen seines Lebenswandels strafver­setzter weltlicher Priester, S a v a i k i s, verließ wahrend der Andacht, ohne die vorgesehenen Schluß­gebete zu beenden, plötzlich die Klosterkapelle, ver­schaffte sich Eingang in die Zelle des 70jährigen Paters Kudirka und schoß diesen nieder. Hier­auf drang er die Zelle eines 22jährigen Kloster­bruders Bernatavicius ein und gab auch auf diesen mehrere Revolverschüsse ab. Der um sich schießende Priester konnte schließlich über- wättigt und verhaftet werden. Bei seiner ersten Vernehmung gab er als Grund für seine Tat an, daß das Klosterleben für ihn schlimmer als Ge- fängnis gewesen sei und er es länger nicht habe ertragen können. Die beiden. Verletzten schweben in Lebensgefahr.

Ein echter Spihweg verschwunden.

Bei der Versteigerung der Einrichtung des Schlosses Lankau im Kreise Namslau (Schlesien) wurde festgestellt, daß ein echter Spitzweg fehlte, für den großes Interesse in Kunstlieb­haberkreisen besteht. Ebenso waren zwei wertvolle Teppiche verschwunden. Einer davon ist in einem Versteck im Schloß wiedergefunden worden. Der andere Teppich und das Gemälde konnten noch nicht entdeckt werden.

Wettervoraussage.

lieber Mitteleuropa erstreckt sich ein Störungs­system mit verschiedenen Kerngebieten und bewirkt unfreundliches Wetter. An der Rückseite fließen wei­terhin kalte Luftmassen abwärts, die bei wechselhaf­ter Bewölkung Anlaß zu Schauertätigkeit geben wer­den. Dabei wird teilweise auch noch Schnee fallen, und die Temperaturen kommen nachts unter den Gefrierpunkt zu liegen.

Aussichten für Mittwoch: Wechselnd be­wölkt mit kurzem Aufklaren, Nachtfrost, Schauer.

Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wechselhaftes und unfreundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 26. Februar: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 27. Februar: morgens1,7 Grad. Maximum 8,1 Grad, Mini­mum1,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Februar: abends 3,6 Grad; am 27. Fe­bruar: morgens 1,6 Grad Celsius. Niederschläge 7,2 mm. Schneedecke 3,6 cm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theoder Kümmel. DA. I. 34: 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.