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der Formel Millerand zurückkehren, daß Frank­reich der Bankier der Rüstungsliefe­ranten und der Großmachtpolitik der kleinen Donau- und Balkan st aaten sei. Es sei zu befürchten, daß diese Formel in Eng­land und in den Bereinigten Staaten eine Front gegen Frankreich schaffen würde. Frankreich habe niemals, nicht einmal nach dem Kriege, Eng­

land für eine gemeinsame Aktion zur Unterstützung der Kleinen Entente gewinnen können. Jetzt im Jahre 1934 allein aus eigener Kraft das verwirk­lichen zu wollen, was sich 1920 als unmöglich her- ausgestellt habe, sein einfach Wahnwitz. Der Verfasser des Artikels imEcho de Paris" sei sicher das Sprachrohr des Generals W e y g a n d.

Die RaWation des deutsch-polnischen Paktes.

Warschau, 26. Febr. (DNB.) Anläßlich des Austausches der Ratifikationsurkunden der deutsch­polnischen Erklärung vom 26. Januar d. I. fand bei dem deutschen Gesandten in Warschau ein Essen statt. In seiner Begrüßungsrede unterstrich der deutsche Gesandte die Verdienste des Außenministers Beck um das Zustandekommen der Erklärung und bedauerte, daß seine Erkrankung ihn gehindert habe, zugegen zu sein. Er betonte, daß dieses Abkommen, das eine neue Phase in den deutsch-polnischen Beziehungen einleite, dem staats­männischen Weitblick und der persönlichen Initiative der beiden Führendes Reichskanzlers Adolf Hitler und des Marschalls P i l s u d s k i entsprungen sei. Dieses Abkommen sei nicht nur von großer Be­deutung für die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen, sondern auch für die Festigung des allgemeinen Friedens in Europa.

Ministerpräsident Jendrzejewicz dankte dem deutschen Gesandten für die freundlichen Worte und hob hervor, auch die polnische Regierung und die polnische öffentliche Meinung seien überzeugt, daß das Inkrafttreten der deutsch-polnischen Er­klärung einer der wichtigsten positiven Etappen in den deutsch-polnischen Beziehungen darstelle. Das deutsch-polnische Abkommen sei der Aus­druck des grundsätzlichen Fortschrittes in der Entwicklung des nachbarlichen Verhältnisses beider Skaten. Gleichzeitig sei es ein Werkzeug zur Sicherung und Festigung der internationalen Be­ziehungen.

Förderung des Verständnisses beider Völker.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit in den Fragen öffentlicher Meinungsbildung.

Verlin, 26. Febr. (DNB.) Amtlich. 3m Zu­sammenhang mit der in Warschau ratifizierten deutsch-polnischen Erklärung vom 26. Januar d. 3. haben zwischen den zuständigen Berliner Stetten und dem zur Zeit hier weilenden Pressechef des polnischen Außenmini st eriums Herrn Przesmycki und seinem Stellvertreter Herrn Rueckerl Besprechungen stattgefunden, um eine ständige Füh­lung einzuleiten. Am die Auswirkungen der deutsch­polnischen Vereinbarung zu gewähren, haben die Vertreter beider Teile ' ihren übereinstimmenden Witten dahin festgestellt, in allen fragen 6er öffentlichen Meinungsbildung in den beiden Ländern in fortlaufender Zusam­menarbeit darauf hinzuwirken, daß das gegenseitige Verständnis immer mehr geweckt und dadurch eine freund­schaftliche Atmosphäre gewährleistet wird. Weber die auf den einzelnen Gebieten der Presse, des Schrifltumes und des Radio-, Kino- und Thea­terwesens einzuleitenden Schritte ist dabei volles

Einverständnis erzielt worden. Die beider­seitigen Vertreter sind darin übereingekommen, die hergestellte Verbindung ständig zu unterhalten. 3n diesem Sinne wurde vereinbart, d i e n ä ch st e Begegnung in Warschau stattfinden zu lassen.

Freundliches Echo in Berlin.

B e r [ i n, 27. Febr. (DNB.) Die zwischen Deutsch­land und Polen verabredete Zusammenarbeit in den Fragen der öffentlichen Meinungsbildung wird von der Berliner Presse als etwas gänzlich Neues auf dem Gebiete der Zusammenarbeit zweier Völker auf das Wärmste begrüßt. So schreibt derVölkische Beobachter" u. a.: Denjeni­gen Kreisen Europas, die bis in die letzten Tage hinein bemüht gewesen sind, den Wert des deutsch­polnischen Abkommens vom 26. Januar mit der Frage, ob seine Entstehung nicht doch taktischen Erwägungen entsprungen sei, herabzusetzen, wird diese Mitteilung über eine Zusammenarbeit auch in den Fragen der öffentlichen Meinungsbil­dung ein Beweis für die Ernsthaftig­keit der deutsch-polnischen Bemühungen sein. Erst durch den Willen, die durch das Abkommen einge­leitete Verständigung zwischen den beiden Staaten durch die Mittel der Presse, des Rundfunks, des Films und des Theaters auch dem Verständ- nis der breiten Massen der beiden Völker nahezubringen, erhält der groß­zügige Versuch der politischen Führer seine feste Verankerung.

DieDeutsche Zeitung" hebt hervor: Das nationalsozialistische Deutschland und die polnische Regierung zeigen mit der neuen Erklärung, daß sie den Willen haben, die Völker selb st ein­ander näherzubringen. Der polnische Mensch soll den deutschen Menschen wieder verstehen lernen und umgekehrt. ImT a g" heißt es u. a.: Es wird natürlich einer gewissen Anlaufzeit bedürfen, ehe die Maßnahmen in Polen und in Deutschland voll­ständig durchgeführt sind. Es besteht aber auf beiden Seiten der ernste Wille, alles, was zur Bereini­gung der politischen Atmosphäre zwischen Warschau und Berlin auf dem Gebiete des Rundfunks, des Films und des Schrifttums geschehen kann, so schnell wie möglich in Gang zu bringen.

Aufhorchen in England.

London, 27. Febr. (DNB.-Funkspruch) Die deutsch-polnische Vereinbarung über Zusammen­arbeit in der öffentlichen Meinungsbildung findet in der Presse st arte Beachtung. Der Berliner Korrespondent derTimes" sagt, es handele sich um die offizielle Bekräftigung eines bereits bestehenden Zustandes. In Deutschland habe die polenfeindliche Propaganda bereits nach Hitlers Amtsantritt merklich nachge­lassen und seit der Novembererklärung so gut wie aufgehört.

Lin nicht mehr zeitgemäßer Prozeß.

Gefängnisstrafen für deutsche Jugend in Ostoberschlesien.

K a t t o w i tz, 26. Febr. (DNB.) Vor der Straf­kammer des Kattowitzer Burggerichtes begann un­ter großem Andrang des Publikums der Prozeß gegen die sogenannteVolksbundjugend" wegen Geheimbündelei. Angeklagt find elf junge Deutsche, die als Führer der aufgelösten Volks­bundjugend gelten. Die Belastungszeugen sind in der Hauptsache Kriminalbeamte. Die Ladung von Entlastungszeugen hat das Ge­richt abgelehnt.

Der Angeklagte Glodny bezeichnete die Be- fchuldiaung der Geheimbündelei als völlig unzu­treffend. Die BezeichnungVolksbundjugend" fei von der polnischen Presse erfunden worden. Die Entstehung der sogenannten Volksbundjugend sei vielmehr folgendermaßen vor sich gegangen: Ein Kreis von Freunden, die ausnahmslos Mitglie­der des Deutschen Volksbundes waren, hatte sich zusammengfunden mit der Aufgabe, d i e deutsche arbeitslose Juaend von der Straße zu entfernen und mit ihr deutsches Kultur­leben zu pflegen. Einen Vorstand und eine Sakung habe es nie gegeben. Nie sei diese Tätigkeit vor den Behörden geheimgehalten worden. Dies gehe schon daraus hervor,' daß die Polizei eine große Anzahl von Zusammenkünften der ^genann­ten Volksbundjugend aufgelöst habe, weil sie dem Vereinsgesetz nicht entsprochen hätten. Regel­mäßige Beiträge seien niemals erhoben worden.

Auch die anderen Angeklagten lehnten es ab, sich irgend wie im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben. Nichts sei geheimge halten worden, da die Zusammenkünfte der jungen Deutschen ständig von der Polizei aufgelöst wurden. In manchen Orten sei die Polizei von der Abhal­tung solcher Zusammenkünfte sogar verstän- digt worden.

In den Abendstunden des Montag verkündete die Strafkammer des Kattowitzer Burggerichtes das Urteil im Prozeß gegen die der Geheimbündelei angeklagten elf jungen Deutschen der aufgelösten Volksbundjugend". Die Hauptangeklagten G l o d - ny und S t a ch u l l a erhielten je zehn Mo - nate Gefängnis unter Anrechnung der sieben Monate Untersuchungshaft. Die übrigen neun An­geklagten wurden z u je sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt. Mit Rücksicht auf die Un­bescholtenheit der Angeklagten und ihr zum Teil jugendliches Alter wurde ihnen eine dreijäh­rige Bewährungsfrist zugebilligt. Glodny und Stachulla wurden sofort auf freien Fuß gesetzt.

Das gerichtliche Nachspiel des Deutschenmords inGraudenz.

Graudenz, 26. Febr. (DNB.) Vor der Straf­kammer des polnischen Bezirksgerichtes begann am Montag der Prozeß wegen der blutigen Vorgänge am 23 November vorigen Jahres. Wie erinnerlich, wurde anläßlichderStadtverordneten-

wahl ein Ueberfall auf eine geschlos­sene deutsche Vertrauensmännerver- sammlung verübt. Der Schmiedemeister Krumm und der Installateur Riebold erlagen ihren Verletzungen.

Dor Gericht stehen jetzt 13 Angeklagte. Die Anklageschrift yält ihre Teilnahme an den Mißhandlungen für erwiesen. Es sei jedoch nicht festzustellen gewesen, wer die tödlichen Ver­letzungen verursacht habe. Der Staatsanwalt hat aus diesem Grunde nur Bestrafung wegen Teilnahme an einer Mißhand­lung beantragt. Die Höchststrafe beträgt hierfür fünf Jahre Gefängnis. Sämtliche Angeklagten ge­hören dem polnischen Schützenverband an.

Bei der Vernehmung widerriefen ein Teil der Angeklagten die Geständnisse und belasteten s i ch g e g e n f e i t i g. Die meisten von ihnen wollen nur zufällig in die Schlägerei hineingeraten fein. Die Verhandlung ergab jedoch, daß die Angeklagten an dem fraglichen Abend von einer Versammlung des Schützenverbandes zu dem deutschen Versamm­lungslokal gezogen sind. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Hitlerjugend und Schule.

Der Reichsjugendführer spricht zur HI.

Stuttgart, 26. Febr. (DNB.) Reichsjugend­führer Baldur von Schirach hielt auf der Führertagung des Gebietes 20 Württemberg der Hitlerjugend eine mit stürmischem Beifall aufge­nommene Ansprache, in der er u. a. ausführte: Was die Hitlerjugend grundsätzlich von den Jugend­organisationen anderer Parteien und Staaten trennt, ist die Tatsache, daß die HI. mitgestrit­ten, mitgeschaffen und mitgeopfert hat. Von Anfang an war unser Weg ein Opfer- gang. 21 Hitlerjungen sind auf diesem Marsch ge­blieben. Ein wichtiger Punkt, bet dem noch manche Unklarheit herrscht, ist das Verhältnis der H I. z u r S ch u l e. Es ist ein Unfinn, wenn zwi­schen zwei Instanzen, die beide der Erziehung der Jugend dienen, Meinungsverschiedenheiten aufkom­men. In nerhalb der Schule hat der Leh­rer die Höchstautorität. Diese Autorität ist unantastbar. Der HJ.-Führer ist ein Schü­ler wie jeder andere. Außerhalb der Schule besitzt der HJ.-Führer dann dieselbe unbedingte Autorität. Es ist notwendig, daß alle Stellen, die sich mit der Jugenderziehung befassen, allenthalben zusammenhalten.

Dem Vorwurf, der vom Auslande gegen uns er­hoben wird, daß wir uns für den Krieg ausbilden, gegenüber können wir der Welt nicht oft genug fagen,_ daß es das höchste Ziel unserer Bewegung ist, für alle Zeiten den Krieg unmög­lich zu machen. Wir gestatten dem Auslände jeden Einblick in unsere Jugendorganisation. Jeder kann sich selbst überzeugen, daß an diesen Fabel­meldungen nicht ein Wort wahr ist. Unsere einzige Waffe ist rücksichtslose Offenheit und Ehrlichkeit.

Naturschutz im neuen Staat.

Die Berliner Kommission für Natur­denkmalpflege veranstaltete einen Lichtbilder­vortrag, um das Verständnis für den Gedanken des Naturschutzes in die breitesten Kreise zu tragen. Professor Dr. Walter Schoenichen, einer der Führer der Reichsfachstelle für Naturschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat, sprach über Naturschutz im nationalsozialistischen Staat". Er umriß in großen Zügen die hohe Bedeutung einer geschützten, unverfälschten Natur für Körper und Geist unseres Volkes, gab einen Ueberblick über die bisherigen Bestrebungen, die Schönheiten der hei­mischen Natur gegen Verunstaltungen zu schützen und betonte, daß die neue Volksgemeinschaft, die aus Blut und Boden erstehe, auch für den Schutz der Natur, der Pflanzen und Tiere eine neue Ge­währ biete. Die Zeit des Materialismus, in der auch die Natur nur als Ausbeutungsobjekt be­trachtet wurde, sei vorüber. Die große Erneuerung, die jetzt durch unser Volk gehe, werde auch dem Naturschutz neue Wege ebnen.

So erwartete der Vortragende von der Erhal­tung und Befestigung unseres Bauerntums die Wiedererweckung des Sinnes für

Vogel- und Baum schütz in der ländlichen Bevölkerung, von der Forstwirtschaft das gleiche Verständnis für den Naturschutz im Walde seitigung der verderblichen Kahlschlägeenidfskrdgo und die Hege des Wildes, vor allem die Beseitigung der verderblichen Kahl» schlüge, und von den Landesplanungsstellen, die erst ein Drittel des Deutschen Reiches erfaßt hätten, die tatkräftige Freihaltung schöner Landschaften von überflüssiger An­siedlung und geschäftlicher Aus­nutzung. Aber nicht Verwaltungs- und Polizei- oorfchriften allein könnten auch im Dritten Reich den für die Erholung der arbeitsmüden Volks­genossen notwendigen Naturschutz sichern sie müsse Herzenssache des ganzen Volkes wer­den. In der Familie und in der Schule, in der Hitlerjugend, dann aber auch als neues Lehrfach auf unseren Hochschulen müsse der Naturschutz als ein wichtiges Gebiet für die geistige und seelische Erhebung unseres Volkes gepflegt werden. Es gehe um mehr als nur um ausfterbende Vogelarten und Bäume, es gehe um den deutschen Menschen und seine Seele.

SA-Führer sammeln...

Don unserer Berliner Redaktion.

Solche Sensationen lassen sich die Berliner wohl gefallen. Wenn die beliebten und populären Führer der SA. selbst die Sammelbüchse in die Hand neh­men und um Spenden für ihre arbeitslosen SA.- Kameraden bitten, dann ist das eine Tat aktiver Kameradschaft, für die der Berliner begeistert ist. Da gibt er nicht nur gern, er drängt sich zum Ge­ben. Rund 1200 SA.-Führer sind unterwegs ge­wesen mit den roten Sammelbüchsen und haben, wie nicht anders erwartet werden konnte, einen gewaltigen Erfolg gehabt. Fanfarenklänge kündig­ten den Beginn der Sammlung an. Im Nu war der Standort eines Führers von Menschen­mengen umlagert. Die Anteilnahme der Ber­liner Bevölkerung an dieser Sammelaktion war so groß, daß an den Hauptverkehrspunkten Polizei- und SA.-Männer eingesetzt werden mußten, u m den Verkehr zu regeln, sonst wären die Sammler einfach erdrückt worden.

Am Potsdamer Platz sammelte Gruppenführer Ernst. Kaum war er zwei Minuten an Ort und Stelle und schon stockte der ganze Verkehr. Keiner wollte vorübergehen, ohne feinen Obulus in die Büchse geworfen zu haben. Die Fahrzeuge wurden buchstäblich von Menschenmassen eingeschlossen. Ge­wandte Kletterer schwangen sich auf die Fahrzeuge, um wenigstens über die Köpfe der Menschenmauer hinweg zu sehen, wie die Groschen- und Mark­stücke in die Sammelbüchse fallen. Mit vielem Hu­mor kämpfte sich Gruppenführer Ernst Schritt für Schritt um den Potsdamer Platz herum. Im Nu war die Büchse voll, eine zweite Büchse wurde hin- gehalten.

Die Photographen stürzen sich immer wieder in

das Gewühl, um ein gutes Bild von der Szene zu bekommen. Aber Ernst will nicht stillhalten, er hat keine Zeit, er muß doch sammeln. Ein fixer Photo­graph hatte einen Lastwagen erklommen, der im Gedränge festsaß. Aber gerade in dem Augenblick, wo der Photograph knipsen wollte, erspähte der Führer des Wagens eine Lücke in der Menschen­mauer, gab Gas und sauste davon. Hilflos schrie oben der empörte Photograph. Da stand auch ein zweirädriger Karren. Zwei Hitlerjungens hatten darauf Posten gefaßt. Schließlich sprang noch ein dicker Bäckergeselle hinaus, was der Karren aber nicht vertragen konnte, er kippte um, und die ganze Gesellschaft flog den Umstehenden auf die Köpfe. Auch das wurde mit Humor hingenommen.

Prinz August Wilhelm sammelte vor dem Bristol-Hotel Unter den Linden. Er hatte schon um die Mittagsstunden feine Büchse voll und konnte 400 Mark abliefern. Reichssportführer von Tscharnrner und Osten erwies sich ebenfalls als ein zugkräftiger Magnet und pfiffiger Volks­redner. Auch er brachte den Verkehr nach und nach zum Stocken. Am Nollendorfplatz hatte eine M a - r i n e ft u r m mit einem Spielmannszug Auf­stellung genommen. Der Sturmführer besetzte Stra­ßenbahn und Autobus. Ein anderer Führer nahm sich die Privatautos vor. Die Wagen wurden an- gehalten und den Fahrgästen die rote Sammel­büchse durch das Fenster gesteckt. Die Zentrale der Sammelaktion war im Gruppenkommando in der V o ß st r a ß e. Hier traten die Führer zur Emp­fangnahme der Sammelbüchsen an. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich eingefunden, die den SA.- führern, als sie mit den Sammelbüchsen auf der Straße erschienen, lebhafte Ovationen darbrachte.

Legiiimistische Giaaisstreichpla'ne in Oesterreich?

Bundespräsident Miktas amtsmüde. Spekulationen mit einem habsburg­freundlichenLlebergangsregime".

2D I e n, 26. Febr. (DJiB.) Die seit längerer ZeU bereits umlaufenden Gerüchte Über den bevor­stehenden Rücktritt des Bundespräsiden­ten IN i k l a s, der aus grundfählichen Erwä­gungen bereits mehrfach feinen Rücktritt angeboten haben soll, haben sich jetzt wieder dabin verdichtet.

Wilhelm Mik las, seit Dezember 1928 Bundes­präsident von Oesterreich.

daß TNiklas bereits in der nächsten Zeit seinen Posten aufgeben wird. Ls verlautet, daß seitens der Regierung ernsthafte Bemühungen im Gange sind, um den Bundespräsidenten RNklas vor­läufig von den Rücktrittsabsichten abzubringen und die Reuwahl des Präsidenten erst im Rahmen der neuen Verfassung vorzunehmen.

3n unterrichteten Kreisen weist man darauf hin, daß die in den letzten Tagen wieder stärker hervor­tretenden legitimistischen Strömungen auf einen baldigen Präsidentschafts­wechsel drängen, um durch die Wahl einer der legitimistischen Auffassung nahestehenden Per­sönlichkeit die Ueberleitung zur Monar­ch! st ischen Staatsform vorzubereiten und damit die endgültige Ausschaltung der An­schlußfrage zu erreichen. Gerüchtweise verlautet, daß in legitimistischen Kreisen der Staatssekretär für das Heerwesen J ü r ft Schönburg - harten- stein, sowie der in Basel lebende 70jährige Erz­herzog Eugen, einst Heerführer im Weltkrieg, für die Präsidentschaft ausersehen seien. Rach der geltenden Verfassung hat im Falle eines Rücktritts des Bundespräsidenten der Bundeskanzler Doll­fuß als stellvertretender Bundespräsident die Amts­geschäfte des Präsidenten weiter zu führen.

Wan erklärt, daß die Vorarbeiten für die neue Verfassung Oesterreichs bereits in zehn bis vierzehn Tagen abge­schlossen sein werden. Die Verfassung soll un­

mittelbar darauf veröffentlicht werden und in Kraft treten. Obwohl man das 3nkrafttreten der neuen Verfassung auf der bisherigen Verfas­sung aufbauen will, ist man noch keineswegs dar­über klar, auf welchem Wege dies erreicht werden kann, da die Einberufung des Parla­ments, das allein für die Aenderung der Ver­fassung zuständig ist, unbedingt vermieden werden soll. 2Han scheint daher jetzt daran zu den­ken, die Verfassung durch einen einseitigen A k t des Bundespräsidenten auf Grund des Rotstandsrechtes in Kraft zu sehen und sie sodann nachträglich von den vorgesehenen Körperschaften bestätigen zu lassen.

Die österreichischen Legitimisten hinter Dollfuß.

Eine Kundgebung der Kaisertreuen Volks- Partei" für die Regierung Dollfutz-Fey.

Wien, 25. Febr. (DNB.) DieKaisertreue Dolkspartei" veranstaltete am Sonntag eine Kundgebung der Monarch! st en für die Regierung. Der Vorsitzende ersuchte die Ver­sammelten zunächst, jede Kundgebung vor dem Bun­deskanzleramt zu unterlassen, da der Bundeskanzler

Für st Schönburg-Harten st ein, Staats­sekretär für das Heereswesen, der als Nachfolger von Miklas genannt wird.

sehr m Anspruch genommen fei und niemand emp­fangen könne. Die Regierung wünsche aber der Versammlung vollen Erfolg. Der Parteiobmann Oberst Wolf meinte, wenn der Kaiser 1918 Oester- rerch nicht hätte verlassen müssen, wäre dem Lande die Revolte der Bolschewisten erspart geblieben. Er kündigte an, daß in der neuen Verfassung die Habsburger-Gesetze nicht enthalten seien und auch d e r Adel wieder einge­führt würde. Die Habsburger könnten dann wie­der im Lande Aufenthalt nehmen. Die FrageMo-