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d. 23 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien)

8amrtag, ^7. Januar 1934

feierliche Einholung der Bannfahne derHiiler-Lugend.

Die Einholung der neuen Bannfahne der HI. Während der Feier auf dem Landgraf. Philipp-Platz. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Gestern nachmittag kehrten die Teilnehmer an der großen Fahnenweihe der 342 Hitlerfahnen in der Potsdamer Garmfonkirche nach Gießen zurück Die Teilnehmer brachten die geweihte Fahne des Bannes 116 mit.

Schon gegen 17 Uhr klangen die Trommeln und Pfeifen der Hitler-Jugend und die Landsknechts­trommeln des Jungvolks durch die Straßen In Marschkolonnen begaben sich das Jungvolk, die Hitler-Jugend und der Bund deutscher Mädchen mit wehenden Fahnen und Wimpeln nach dem Bahn­hof. Dort hatte sich bereits eine stattliche Menschen­menge eingefunden, um Zeuge der Einholung zu werden.

Bald stand das Jungvolk im Spalier in der Bahn­hofshalle. Kurz nach 18 Uhr wurde die Fahne ge­bracht Spontan hoben sich die Hände Die Fahnen­gruppe der Hitler-Jugend setzte sich sodann unter den Klängen des Spielmannszuges an die Spitze, Hitler-Jugend und Jungvolk folgten, und in flottem Marsch ging es nun durch eine Anzahl Straßen Der Bund deutscher Mädchen marschierte auf kurzem Wege nach dem Landgraf-Philipp-Platz Bald dar­auf'trafen auch die Jungens ein Fackeln wurden entzündet Die Fahnengruppe der Hitler-Jugend formierte sich hinter der Bannfahne. Trommeln und Pfeifen klangen auf, Blechmusik fiel ein, ein Kampflied wurde gesungen, und dann hielt der

Bannführer Buß eine kurze Ansprache, in der er an das große Ereignis der Fahnenweihe der Hitler- Jugend in Potsdam erinnerte, den Geilt Friedrichs des Großen aufrief, den Geist jenes Mannes, der der erste Diener seines Staates war, so wie es Adolf Hitler heute für sein Volk sei. Er gedachte auch des Hit­ler-Jungen Herbert N o r k u s, der am Tage der Ge­burt Friedrichs d Gr sein Leben ließ und symbolisch großes Opfer verkörpere Hunderte ließen, so wie er, sein Leben für die Bewegung zur Erneuerung des deutschen Volkes, für das Dritte Reich Den toten Helden nachzuleben, fei hohe Pflicht und Auf­gabe der Gegenwärtigen, insbesondere der deutschen Jugend. Was sie begannen, müsse nun vollendet werden.Unsere Fahne soll uns ooranwehen, die Fahne, in die der Adler Friedrichs des Großen als Symbol eingewebt ist Der Geist, den unsere Fahne kündet, möge sich auf uns alle übertragen."

Unter Trommelwirbel wurde sodann durch die Berührung der Fahnen der Hitler-Jugend, der Fah­nen und Wimpel des Jungvolkes und des BdM. das Gelöbnis der Treue zum Führer und zur Be­wegung erneuert

Ein weiteres, aus vielen jungen Kehlen frisch ge­sungenes Lied und ein dreifachesSieg-Heil!" auf den Führer beschlossen die Feier Die neue Bann- fahne wurde sodann nach dem Heim der Hitler- Jugend am Asterweg gebracht.

Kundgebung der Vauernschast des Kreises Gießen

Gestern nachmittag fand im Cafe Leib eine außer­ordentlich gut besuchte Versammlung der Bauern­schaft des Kreises Gießen statt, die von dem Ärei5= bauernfüforer Dörrschuck eröffnet wurde Der Kreisbauernfuhrer hieß die Teilnehmer, insbeson­dere den Landesbauernführer Dr Wagner und feinen Adjutanten Schönheit herzlich willkom­men Sodann ergriff sofort der

Landesbauernführer Dr Waqner das Wort zu feinem Vortrag über d i e Bergan- genheitund Zukunft des a g r a r p o l i ti­schen Apparates. Er führte u a aus. Die neuen Gefetze seien von einschneidender Bedeutung. Mit diesen Gesetzen habe man die Türe aufgestotze für eine neue Zeit

Grundlage der Politik und des Staates sei der

Nationalsozialismus.

Die NSDAP sei eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Was geschehe werde getragen oon Der na- tionalsozialistischen Bewegung Auch der Reich h stand sei eine Körperschaft des öffentlichen R w auf ständischer Grundlage. Die Zuständig ausführenden Organe des Reichsnährstände abgegrenzt Beamte des Reichsnährstand

Grundsätze der Bauernpolitik Eten resUo- oerstonden werden Dao im TO.tttld» °°n

Juristen und der Geistlichkeit nach D-utschlanv ge brachte römische Rechi habe den Bau l bedräng, Der Bauer habe dageger ->nk°mps-n m , (en. der Kamp, sei immer erfolglos jeroeien ^re Herr oom Stein habe den Bauern sr« mach«, len Auch ihm lei es nickst 'Jobbern' fei der

Napoleon zum ein starker

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ve°Lg^w°r?e'n^B.ew B°ü7rns°hne oermehr.en das V'Na/i°na,s°zm.iomus habe °°^Bnuer^n.ckst- versprechen können unö auch t ^erbe Adolf der Hof mit einen-1 SJlay er ieÄau^n H'tler habe bte la d)e fterfen werde

einen Tausendmark chem D J^elbanf jn fOn= Unb doch fei man f Ö Aufgabe der Gegenwart niges Land getreten Große Auiga^ve fei es, das "^ue Land zu v Nationalfozialifti- Kompromif e und Konzeilw geht

scher Grundsatz sei immer ® vor Eigennutz Ratio s Volkes und des mit dem Herzen die Sache des müffe be= Vaterlandes verfechten Der Kapitalismus im graben fein unb nu Rap

Bauerntum Der Kapitalist Y Grundlage bes

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ber Scholle garantiert. Da kann kein artsrem bes, lonbern nor ein ol.es deutsches Bauern- recht die Grundlage jein.

Der Führer habe dem Bauernstand viele Rechte gegeben, dafür müsse der Bauer aber auch seine Verpflichtungen erfüllen. Ein Lump dürfe in Zukunft keinenErbhof besitzen. Es seien bisher wirksame Maßnahmen getroffen, um zu ver­hindern. daß ein Bauernhof versteigert werde. Die Milch- und Eierwirtschaft werde in geordnete Bahnen gebracht, soweit es nicht schon geschehen ist.

In der vergangenen Zeit habe man in der Land­wirtschaft viele Organisationen gehabt und ebenso viele Beiträge bezahlt Vom 1 April ab werde es für den Reichsnährstand nur noch einen Beitrag geben, der nach bestimmtem Modus festgesetzt und ausgeschlagen und durch das Finanzamt erhoben werde Mit diesem Aufkommen werde dann die Organisation des Reichsnährstandes finanziert, unb bie)es Gelb komme bem gesamten Bauernstanb roieber zugute In unkontrollierbare Hände gelange kein Pfennig.

In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner in knappen Umrissen die Organisation des Reichsnährstandes im Reiche unb im Lanbe Hessen, sowie bie Organisation in ben kleineren Einheiten, in ben Kreisen Insbesondre zeigte er babei bie Zuständigkeiten der vier Hauptabteilungen auf und wies babei auf bie hohe Bedeutung der Hauptge­nossenschaft innerhalb des Reichsnährstandes hin Wer die befohlenen Maßnahmen nicht durchführe, mache sich strafbar Eine große Aufgabe habe ber Reichsnährstand in ber

Ordnung bes inneren Marktes

vor sich Die Drbnung bes Milchmarktes werbe mit aller Energie burchgeführt Es gebe in Zukunft nur noch Milcherzeuger. Milchverteiler unb Milchoerbrauche r. Der Bauer fei kein Ver­teiler Es gehe nicht an, baß der eine Bauer feine Milch zu hohem Preise ab Hof verkaufe, während der andere zum Richtpreis abgebe Butter werde dem Bauern nur in bester Qualität abgenommen Dem Bauern werde empfohlen, Butter nur für seinen eigenen Bedarf herzustellen, bie Milch im übrigen der Molkerei zum Verbuttern zu über­lassen. Die Organisierung der Fleischwirtschaft, an der ben Bauern sehr gelegen sei, sei weitaus schwieriger burchzuführen. Hier könnten sich bie Dinge nur langsam entwickeln Es bürfe nichts überstürzt werben

In kurzen, gleichnishaften Ausführungen schilberte der Landesbauernführer bann bie Auswirkung bes Reichserbhofgesetzes. insbesondre hinsichtlich der Er­haltung bäuerlichen Besitzes innerhalb der Familie.

Der Bauer müsse in Zukunft ber Treuhänber seines Geschlechts sein; er müsse das Blut kom- menber Generationen rauschen hören unb sich diesem seinem Blute verpflichtet fühlen.

Adolf Hitler wolle nur das Beste für den Bauern. Aus bevölkerungspolitischen Gründen gelte es, recht viele Erbhöfe zu schaffen Alle Bauernburschen im Alter von 17 bis 21 Jahren würben demnächst in Oberhessen geprüft werden, um festzustellen, wer von ihnen als Siedler in Frage kommen könne.

Der Bauer werde dem Führer eines Tages dank­bar fein, daß er den Bauernstand gerettet habe Aber nur mit Charakterfestigkeit werde der Reichsnähr­stand weiter aufgebaut werden können. Jeder an­ständige Kerl könne Mitarbeiten an der Erhaltung

ber^deutschen Bauernkraft. (Lebhafter anhaltender Der Adjutant des Landesbauern­führers pg Schönheit

sprach bann über bas Reichserbhofgesetz. Seinen Ausführungen sei folgenbes entnommen: Das Bauerntum solle ber Bluterneuerungsquell bes deutschen Volkes sein Das Reichserbhofgefetz werde mit allen Mitteln dafür Sorge tragen, daß der Erbhof der Familie erhalten bleibe Der Boden dürfe nie der Sippe entfremdet werden.

Der Eigentümer dürfe in Zukunft mit dem Boden nicht mehr walten und schalten, wie er gerade wolle. Für den deutschen Boden müsse ja auch das ganze deutsche Volk einstehen. So habe das deutsche Volk auch ein Recht darauf, daß der Boden nicht als Ware betrachtet werde.

Der Erbhof solle in seiner notwendigen Grundlage unteilbar, unveräußerlich unb unbelastbar fein In

feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende eingehend mit den einzelnen Bestim­mungen des neuen Gesetzes. Er sprach von dem Be­griffAckernahrung", von der Rolle des Kleinbauern der ebenso viel wert sei wie ber Großbauer, von ben Möglichkeiten ber Schaffung von Erbhöfen, von der unter bestimmter Voraussetzung möglichen Tei­lung eines Erbhofes, ferner von den Voraussetzun­gen für einenErbhofbauern" und der Versorgung der Abkömmlinge bes Hofes, schließlich noch von ben gerichtlichen Instanzen, bie in Sachen ber Erb­hofe zu entscheiden befugt seien. Erst wenn jeber, so schloß der Redner feine instruktiven Ausführun­gen, den Geist des Reichserbhofgesetzes verstehen lerne, werde allen bie hohe Bedeutung und der Wert dieses neuen Gesetzes ganz klar sein. (Lebhaf­ter Beifall!)

Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf ben Füh­rer Adolf Hitler und ben Reichsbauernführer Darre, sowie mit bem gemeinsamen Gesang bes ersten Verses bes Horst-Wessel-Liebes würbe bie Ver­sammlung geschlossen.

Dor ber Kundgebung. Im Bilde rechts der Lanbesbauernsührer Dr. Wagner; in ber Mitte ber Kreisbauernführer Dorrschuck; links ber Abjutant bes Landesbauernführers

Pg. Schönheit. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

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Geschichten aus aller Welt.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

NRA" kurbelt japanische Wirtschaft an.

kn. Neuyork.

Stolz sollte ber Blaue Abler ber wieberkehrenben amerikanischen Prosperity voranfliegen. DieNRA, bie wirtschaftliche Belebungsorganifation Amerikas, hatte den Blauen Adler zum Wahrzeichen erwählt. Wo der Blaue Adler leuchtete, sollte jeder, der es noch eben konnte, kaufen, um sich für die Wirt­schaftsbelebung einzusetzen So kaufte man benn auch u a eifrigst jene Fischbüchfen, bie auf einmal in großen Mengen auf den Markt kamen. Fisch- büchfen mit schönen blauen Ablern darauf. Konnte es einen würdigeren Fischgenuß geben, als diesen? Die amerikanische Fischindustrie wurde stutzig. Wer warf denn die Blauen-Adler-Fische auf ben Markt? Man ging der Geschichte nach und stellte fest, baß diese Fischlein in Del aus Japan herüberkamen. Gleich nachdem der Blaue Adler zum Symbol er­hoben worden war, hatten die Japaner begriffen, daß hier ein Geschäft zu machen sei. Und seitdem prangt ber Blaue Adler nun auf allen Waren, bie jetzt aus Japan nach Amerika kommen Man sagt sogar, die Japaner seien bis heute die einzigen, die an Amerikas Blauem Adler verdient hätten ...

Das Recht aufs Betten.

tz. Chikag 0.

Der Richter Leon Edbington hat soeben ein Urteil gefällt, das zwar den Beifall vieler Tierfreunde finden dürfte, bas aber weniger bem Geschmack ber unmittelbar Betroffenen entsprach.

Ein Hundebesitzer war verklagt worben, weil fein Tier burch nächtliches Bellen bie Ruhe ber An­wohner empfindlich störte Darüber empört, verlang­ten sie durchgreifende Maßnahmen, um das Tier zum Schweigen zu bringen Der Richter aber war anderer Ansicht Er führte in feinem Urteil aus, daß man dem Hund nichtbas Recht ber freien Mei­nungsäußerung" nehmen könne. Immerhin hatte er aber doch so viel Einsicht, dem Beklagtenanzuemp­fehlen", seinen Hund jo abzurichten, daß er feine Meinung" zu anderen Stunden ausbellen möge. Fragt sich nur, ob ber Hund damit einverstanden ist.

Was nun die um ihre Ruhe gebrachten Nachbarn machen werden, davon ist überhaupt nicht die Rebe. Vielleicht nehmen sie biefreie Meinungsäußerung" nun auch für sich in Anspruch...

Selbsthilfe in Peru.

(i) fR i o b e Janeiro.

Hilst dir die Behörde nicht, so hilf dir selbst", so dachten die Einwohner des peruanischen Dorfes Tamboraque, bas etwa 100 Kilometer von ber Hauptstadt Lima entfernt im Gebirge liegt

Sie rotteten sich eines Morgens, bis an die Zähne bewaffnet, zusammen und stürmten bas nahe Berg­werk, nachdem sie sich schon monatelang in schrift­lichen Eingaben und mündlichen Vorstellungen ver­gebens über die Rauch- und Abgasebelästigung durch dieses Industrieunternehmen beschwert hatten. Die Betriebsleitung hatte bie*fe Eingaben in den Papier- korb geworfen und bie mündlichen Beschwerden mit einem bedauernden Achselzucken abgetan. Die Bau­ern schlugen in dem Bergwerk nach geglücktem Sturm alles kurz und klein, was nicht niet- und nagelfest war. Sie konnten erst am nächsten Tage durch herbetgerufenes Militär wieder hinausgewor­fen werden wobei fünf Personen getötet und zwölf mehr oder weniger schwer verwundet wurden.

Aber die Tambvraquer haben vorläufig erreicht, was sie wollten: sie haben derart gehaust, daß der Betrieb des Bergwerks erst in einigen Wochen wie­der aufgenommen werden können.

Der Briefmarder in der Falle.

() London.

Die Geschichte erinnert an eine andere, bie vor einigen Jahren aus Berlin berichtet wurde und die Runde in der gesamten Weltpresse machte Damals war ein Einbrecher, der bei einem Metzgermeister

eingestiegen war, beim Verlassen des Tatortes aus einem engen Fenster, von einer gestohlenen Wurst, die er sich um den Hals geschlungen hatte, erdrosselt worden Ganz so schlimm ist die Sache für Freddy Marlingue ja nicht ausgelaufen, aber immerhin ...

In einem kleinen Städtchen in ber Nähe von ßeebs machte man vor einigen Wochen bie unlieb­same Entdeckung, baß in ben Abendstunben regel­mäßig bie öffentlichen Briefkästen von einem unbe­kannten Diebe geplünbert würben Man stellte Wachen aus, unb siehe ba: bie Diebstähle horten auf. Kaum aber hatte man bie Posten zurückgezogen, ba erschien ber geheimnisvolle Briefmarder wieder auf dem Plane Vergebens war die Polizei hinter ihm her, bis eines Abends aus einer Seitenstraße ein klägliches Hilfegeschrei ertönte. Man eilte hinzu unb fand ben vierzehnjährigen Schüler Frebdy Mar­lingue, wie er sich unter gellendem Wehgeheul ver­gebens bemühte, seinen rechten Arm, ber bis 3um Ellenbogen in einem Briefkastenschlitz steckte, wieder herauszuziehen. Ein plötzlicher Muskelkrampf hatte dafür gesorgt, daß der Briefkasten wie eine Falle wirkte. Die Polizei mußte erst einen Schlosser her­beiholen, ber ben (übrigens bei ben verzweifelten Befreiungsversuchen zweimal gebrochenen) Arm des Uebeltäters aus bem Briefkasten herausfeilte.

Ein Hund verhindert Eheglück.

() Liverpool.

Die sprichwörtliche Treue bes Hundes ist ber rüh­rendste Charakterzug dieses vierbeinigen Freundes der Menschen. Daß das aber auch einmal zum Bösen ausschlagen kann, lehrt das tragikomische Erlebnis des jungen Mister Smole in Forest Hill in England.

Mister Smole wollte die Erwählte seines Herzens zum Altar führen. In prächtigen Kutschen fuhren Brautpaar, Verwandte und Gäste zur Kirche, in der der feierliche Akt vor sich gehen sollte. Aber in bem Augenblick, als das Brautpaar den Wagen am Kirchenportal verließ, passierte das Unglück.

Der Schäferhund der Braut, ein mächtiges, sehr anhängliches Tier, war unbemerkt vom Hause der Braut aus bem Wagen gefolgt unb fiel nun, als ber Bräutigam seine Zukünftige aus ber Kutsche hob, über biefen her, warf ihn zu Boden, zerriß ihm ben funkelnagelneuen Hochzeitsanzug unb biß ihn in bie Wange. Blutüberströmt und bewußtlos mußte ber Aermfte ins nächste Krankenhaus gebracht wer­ben. Unb ba trotz dieses Vorfalls feine Braut sich weigerte, sich des Hundes zu entledigen, hob Mister Smole die Verlobung auf.

Giftmord und Blutrache in Belgifch-Kongo.

z. Brüssel.

Kaum haben die belgischen Behörden dem Un­wesen der berüchtigtenPanthermenschen" ein Ende bereitet, bie, mit eisernen Krallen bewaffnet, Ein­geborene überfielen und ermordeten, da wird schon wieder von neuen Greueln im Lande berichtet Dies­mal handelt es sich um eine Giftmordseuche unter den verschiedenen Stämmen, und stets steht tm Mittelpunkt dieser Mordtaten ein Medizinmann. Im Westen des Landes probierte ein Medizinmann an 16 Mitgliedern seines Stammes ein neues Pfeilgift aus Das neue Gift kann angesichts ber Tatsache, baß alle 16 in bie ewigen Jagdgründe eingingen, wohl kaum als unwirksam bezeichnet werden. Einer anderen Giftmordaffäre sind die Behörden beim Sokele-Stamm auf die Spur gekommen. Dort hat der Medizinmann des Dorfes Kayoyo sich zum will­fährigen Helfer und Instrument der Blutrache ge­macht und gegen Bezahlung unb Geschenke sieben (Stammesmitglieber durch Gift vom Leben zum Tobe beförbert. Das Gift hatte er ihnen in Speisen beigebracht. Der siebenfache Mörder konnte in seiner Hütte überrascht unb gefangen werden.

Dreistigkeit.

(i) Marseille.

Eine Milchfrau mit ihrer Tochter fuhr mit der Einnahme voa Marseille nach ihrem in der Nahe