kommt, zieh i an der Schnur am Brummler. Wenn ihr den im Tal drunten hört, dann kniet nieder und betet ein Vaterunser und »Herr, gib ihm die ewige Ruh', denn euer Vater ist tot. Und jetzt behüt euch Gott! Bleibt brav, wie euer Vater und Mutter es gewesen sind."
Nun gab er jedem seiner Kinder die Hand zum Abschied und mahnte sie zur Eile mit den Worten: „Aber jetzt geht schnell, es donnert schon wieder." Der Alte hatte allzeit seinen Willen, fest wie Eisen. Sein letzter Wille aber war heute wie Diamant. Die Kinder, immer gewohnt, ihm zu folgen, gehorchten auch hier. Weinend gingen sie den y)üge( hinunter, und unter Tranen banden sie ihre Garben. Tränenden Auges schauten sie von Zeit zu Zeit von der Arbeit hinauf zum Hermeshof, ob sie nicht vor dem Donnern des Himmels den Brummler überhört hätten. — Eben war die letzte Garbe gebunden und geladen, da fuhren Blitz und Schlag übers Tal hin. Eine plötzliche Stille folgte dem Zucken und Rollen vom Himmel her — da fällt ein Schuß vom Hofe herab, der Brummler gibt das Todessignal des Vaters. Neben dem Erntewagen knien die Kinder und beten ein Vaterunser und „Herr, gib ihm die ewige Ruhe". Dann führen sie ihre Garben den Berg hinauf ins Vaterhaus. Der Vater ist tot, da sie seine Stube betreten. Die Ernte ist daheim, und der Vater auch.
♦
Aus allem geht hervor: feige im Sterben ist der Bauer nicht. Wenn die Arbeit von ihm geht, sindet er sich mit dem Tode ab. Mancher Bauer schaut dem Tode so fest ins Auge wie Andreas Hofer, der wenige Stunden vor seinem Tode folgenden Brief an die ©einigen schrieb: „In der Welt lebet alle wohl, biß daß wir im Himmel zamkomen und dortten Gott loben an (ohne) ent; alle Passairer und Bekhante sollen mir eingedenkht sein in heilligem Gebeth, und die Wirtin (gemeint ist seine Frau, die Sandwirtin) solle sich nicht so bekhimmern. Ich werde biden bei Gott für sie alle. Ade meine schnede
Oie Weltwirtschaft an der Krisenwende.
Die Berichte über die weltwirtschaftliche Entwicklung stimmen in der Feststellung überein, daß die industrielle Weltproduktion seit dem Mai dieses Jahres kaum mehr wesentliche Veränderungen erfahren hat. Das beweist, datz nach dem großen Krisenabschwung nun endlich ein Stillstand und eine Befestigung eingetre- ten ist, die an sich schon eine neue.Situation darstellt. Allerdings muß man zwischen der Entwicklung der mengenmäßigen Konjunktur und der der Warenpreise einen Unterschied machen. Es scheint nämlich, als ob das Absinken des Preisniveaus noch keineswegs ganz zum Stillstand gekommen ist. Dieser Unterschied zwischen Mengen- und Preiskonjunktur ist auch für die deutsche Entwicklung bedeutungsvoll. Deutschland hat gegenüber dem Tiefstand im Jahre 1932 seine industrielle Produktion um etwa 40 v. H. gesteigert. Die Preise dagegen sind teils nur ganz wenig, teils überhaupt nicht gestiegen. Die Weltpreise sind, wie erwähnt, noch immer im Sinken, wenn sich auch das Tempo des Preisabsturzes wesentlich verlangsamt hat. Eine auf sehr umfangreiches Material gestützte Untersuchung der Wirtschaftsabteilung des Völkerbundes stellt fest, daß her Welthandel mengenmäßig eine kleine Zunahme erfahren habe. Diese beschränkt sich aber auf die überseeischen Rohstoffländer. In Europa hat der zwischenstaatliche Warenaustausch noch keine Zunahme erreicht. Er hält sich im günstigsten Falle auf dem gleichen Niveau. Wertmäßig aber ist sowohl der Welthandel, wie der europäische Handel noch immer in rückläufiger Entwicklung. Daraus muß gefolgert werden, daß ein weiterer Abfall der Welt-! m a r k t p r e i s e stattgefunden hat. Die Dinge liegen also jetzt so, daß bei noch immer langsam sinkenden Preisen eine Mengenkonjunktur in den Agrar- und Rohstoffländern deutlich nachweisbar ist. Mit einiger Wahrscheinlichkeit darf angenommen werden, daß die steigende Mengenproduktion nach und nach auch auf die industrielle Erzeugung übergreifen wird. Ein Stagnieren der Preise wäre dann sogar als ein günstiges Zeichen anzusehen, denn dann wäre ein schnelles Bremsen der Mengenkonjunktur durch Preissteigerungen nicht zu ' befürchten. Dagegen droht der industriellen Weltproduktion eine andere Gefahr, nämlich die, daß die schweren Störungen des internationalen Güteraustausches eine Ueberwindung der Krise verhindern oder stark verzögern. In diesem Falle wäre zu befürchten, daß die Weltwirtschaft' noch längere Zeit an der Krisen wende verharren muß, ohne daß sie den entscheidenden Schritt zum Wiederaufstieg zu tun vermag, den Deutschland in seiner Binnenwirtschaft dank der erfolgreichen Arbeitsbeschaffungspolitik der Reichsregierung bereits hinter sich hat.
Welt, so leicht khombt mir das sterben for, das mir nit die Augen naß werden. Geschrieben um 5 urr in der frue und um 9 urr reiß ich mit der Hilfe aller heilig zu Gott. Mandua, den 20. Februar 1810."
Geduldig erträgt der Bauer die letzten Schmerzen, weiß er doch des Sterbens ernste und tröstliche Bedeutung. Ein Bauer in Schlesien lag auf dem Sterbebette und ließ alle seine Kinder zu sich kommen, um ihnen noch seine Mahnungen und den letzten väterlichen Segen zu geben. Nur mit großer Anstrengung all seiner Kräfte brachte er das noch zustande. Da konnte sich eine feiner Töchter nicht enthalten zu sagen: „Vater, wie Ihr doch schwitzet und schnaufet." — Er aber antwortete kurz und bedeutungsvoll: „O, mein Kind, man hat immer geschwitzt und geschnauft, wenn es bergauf gegangen ist." Bald darauf verschied er.
Nimmt der Bauer selber das Sterben nicht allzuschwer, so erfährt er auch oft nicht allzuviel Mitgefühl in seinen Leiden. Ein Ehemann liegt krank. Nach Aussage des Arztes, der eben dagewesen, wird er bald sterben müssen. Die Frau bricht in Klagen aus. Dann faßt sie sich und sagt zum Todkranken: „Un nu gah und treck (zieh) bin best Tüg (Kleidung) an und lat di ok noch fixing halbieren, denn hew ik nahsten nich so veel Umftänn mit di." („Das Land", XVI. 1907/08 — 141).
Äst der Bauer aeftorben, so läßt man die Uhr im Sterbezimmer stehen, bis der Tote aus dem Hause ist; seine Lebensuhr ist abgelaufen. Seinen Tod sagt man den Bienen, dem Vieh im Stalle, den Bäumen an. Bei männlichen 23er[torbenen läutet man in der nördlichen Oberpfalz (W. Bauernfeind: „Aus dem Volksleben" 1910) zwei „Gefätze", d. h. es wird während des Läutens kurz abgesetzt, bei weiblichen Verstorbenen macht man gewohnheitsmäßig zwei solcher Pausen, wodurch das Läuten in dxei „Gesäße" geteilt wird. Der Volkswitz weiß auch diesen Unterschied zu erklären: „Die Weibsleute haben immer noch ein letztes Wort" oder „sie haben immer etwas extra."
* Ei n Jndustrief ührer 65 Jahre alt. Gestern beging Carl Miele, der Gründer und Mitinhaber der Miele-We.rke-AG. in Gütersloh (Westfalen), seinen 65. Geburtstag. Aus kleinen Anfängen hat er das im Jahre 1899 mit seinem Teilhaber Reinhard Zinkann (Darmstadt) — mit dem er gemeinsam auch heute noch die Leitung des Unternehmens in Händen hat — gegründete Unternehmen zu seiner heutigen Bedeutung entwickelt. Die Mielewerke gehören zu den bedeutendsten.Industrieunternehmen Nordwestsalens. Carl Miele ist ebenso wie sein Teilhaber ein Kind der Roten Erde.
Frankfurter Börse.
Mtlagsbörse sehr ruhig.
Frankfurt a. M., 25. Juli. An der heutigen Börse fehlten Publikumsaufträge fast vollkommen, so daß das Geschäft allgemein schleppend war. Daher I blieben einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft ohne nennenswerte Wirkung auf die Kursgestaltung. Diese war vielmehr infolge einiger Glattstellungen sowohl der Banken, als auch der Kulisse zum Ultimo hin etwas schwächer. Die Rückgänge, erreichten aber kein größeres Ausmaß, da anderseits noch einiges Interesse für Spezialwerte der Gesamtbörse eine gewisse Widerstandskraft verlieh. Die in den letzten Tagen stärker forcierten Montanpapiere lagen größtenteils niedriger und vor allem sehr ruhig.
Phönix verloren 1 v. H., Buderus, Harpener, Mannesmann, Mansfeld und Stahlverein bis 0,65 v. H. Klöcknerwerke und Rheinstahl konnten dagegen bis zu 0,75 v. H. anziehen. Am Elektromarkt lagen Siemens 1,65 v. H. fester, auch Licht & Kraft zogen weiter an (plus 0,50 v. H.), dagegen gingen Schuckert um 1,50 v. H., Bekula um 1 v. H. und Gesfürel um 0,50 v. H. zurück. Farbenindustrie hielten sich bei kleinem Umsatz mit 149,90 v. H. gut behauptet, Rütgerswerke- konnten sich auf den günsti- en Geschäftsgang hin um 0,40 v. H. erhöhen, Schift- ahrts- und Tranportwerte lagen bei minimalen Abweichungen uneinheitlich. Schwach waren Conti Gummi, die etwa 2 v. H. einbüßten. Sonst eröffneten u. a. Reichsbankanteile und Zellstoff Waldhof je 0,75 v. H. niedriger.
Auch am Rentenmarkt herrschte weitgehendste Geschäftsstille, die Kurse eröffneten jedoch behauptet. Altbesitz 94,75, späte Reichsschuldbuchforderungen 92,40, b v. H. Stahlverein-Bonds 77,75. Im Freiverkehr gingen Gulden-Russen und 1902er Russen um je 15 Pfg. auf 1,40 v. H. zurück.
Im Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen und die Kurse bröckelten überwiegend weiter leicht ab. So gaben u. a. Klöcknerwerke 0,75 v. H. Phönix 0,40 v. H., Gesfürel 0,50 v. H. Mannesmann 0,50 v. H., Daimler 0,65 v. H., Junghans 1 v. H. und AKu. 0,75 v. H. nach. Farbenindustrie konnten sich mit 149,75 v. H. behaupten.
Am Rentenmarkt traten später keine Veränderungen von Bedeutung ein. Auch Pfandbriefe wiesen bei sehr kleinen Umsätzen keine größeren Abweichungen auf, meist lagen die Kurse behauptet. Stadtanleihen zogen vereinzelt um 0,25 bis 0,50 vH. an. Staatsrenten und fremde Werte lagen ruhig.
Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unterändert.
Bei einer heute vorgenommenen freihändigen öffentlichen Versteigerung erzielten 7800 RM. neue Frankfurter Handelsbank-Aktien (Jnterimsfcheine) 25 v. H.
Abendbörse: geschaflslos.
Die Abendbörse hatte auf allen Marktgebieten nur minimale Umsatztätigkeit zu verzeichnen, da Aufträge der Kundschaft fehlten. Bei freundlicher Grundstimmung wiesen die Kurse gegen den Berliner Schluß nur unbedeutende Veränderungen auf. Hier und da erfolgten noch Realisationen, so in einigen Montanwerten. Die Mitteilung von einem Gewinn-Abschluß beim Stahlverein blieb infolge der Geschäftsstille selbst für Stahlverein ohne Wirkung.
Am Rentenmarkt lagen die Kurse bei ebenfalls geringem Geschäft aehalten. Von fremden Werten waren Schweiz. Baynanleihen weiter fest. 4prozen- tige Schweiz. Bundesbahn von 1912 zogen um 2,50 v. H. auf 187,50, 3Vrprozentige um 2,25 auf 176 v. H. an. 3prozentige Schweiz. Eifenbahnrente kamen mangels Angebots nicht zur Notiz, die Taxe erhöhte sich auf 147 nach gestern amtlich 141 v. H. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 94,90, 6 v. H. Stahlverein 77,25, DD.-Bank 63, Gelsenkirchen 62,50, Harpener 107,25, Klöckner 77,65, Mannesmann 68,40, Phönix 49 bis 49,25, Stahlverein 42, AKU. 60,65, AEG. 25,50, Bekula 145,25, Bemberg 66,25, Conti Gummi 135, Scheideanstalt 207,50 Licht und Kraft 115, IG. Farben 149,75, Gesfürel 11,25, Goldschmidt 79,25, Holzmann 66,50, Schuckert 91, Westdeutsche Kaufhof 22,40, Thür. Elektr. Lieferung 93.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 25. Juli. Am Getreidegroßmarkt waren die Umsätze allgemein klein. Alter Weizen war etwas knapper angeboten, während neuer Roggen und Futtergerste in größeren Mengen zur Anlieferung kamen. Am Hafermarkt war das Angebot nicht mehr so drängend und der Preis für alten Hafer blieb ziemlich behauptet. Das Mehl- gefchäft liegt weiter ruhig, 60prozentiges Roggen
mehl ist weiter gesucht, wogegen neues Roggenmehl bisher kaum gefragt ist. Am Futtermittelmarkt lag Weizenkleie etwas ruhiger, für ölhaltige hielt die Nachfrage bei fnap^km Angebot an. Daneben waren Kartoffelflocken gesucht.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg in RM.): Weizen 207 bis 209, Roggen R 9 157, R 13 161, R 15 165, Futtergerste G 9 159, G 11 162, G 12 164, Hafer alter Ernte 180 bis 185, Weizenmehl Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 RM. Frachtausgleich, Weizenmehl Festpreisgebiet W VII 28,65 plus 0,50, Roggenmehl Type 997 Festpreisgebiet R 9 23,00 plus 0,50, R 13 23,35 plus 0,50, R 15 23,75 plus 0,50, Weizenmehl IVB 17 bis 17,25, Weizennachmehl 16,50 bis 16,75, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie fein 11,40, grob 11,75, Roggenfuttermehl 11,75, Roggenkleie 12,50, Soya- schrot 15,80, Palmkuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, alle drei Notierungen sind Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation, Treber 17,00 bis 17,25, Heu 11,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ober gebündelt 2,80 bis 2,90. Tendenz: stetig.
Gchweinemarkt in Gießen.
Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 138 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis sechs Wochen alt 10 bis 13 Mark, sechs bis acht Wochen alte 13 bis 17 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 17 bis 22 Mark. Tendenz: gut, geringer Ueberftanb.
Schweinemarkt in Griinberg.
+ Grünberg, 25. Juli. Aufgetrieben waren 389 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis sechs Wochen alt 8 bis 10 Mark, sechs bis acht Wochen alt 10 bis 14 Mark, acht bis dreizehn Wochen alt 14 bis 19 Mark. Marktverkauf lebhaft; geringer Ueberftanb.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 26. Juli. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Vorauftrieb: 52 Rinber, 1008 Kälber, 62 Schafe, 643 Schweine. Es kosteten: Kälber 18 bis 44 Mark, Härnrnel 22 bis 33, Schafe 20 bis 28, Schweine 42 bis 50 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Härnrnel und Schafe schleppend, Schweine mittelmäßig.
Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels.
Der Reichswirtschaftsmini st er hat folgende Verordnung vom 23. 7. 34 erlassen:
1. Ausnahmen von dem im Artikel 1 § 2 Abs. 1 des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels enthaltenen Verbot der Errichtung von Verkaufsstellen sollen nur zugelassen werden, wenn für den Unternehmer oder die für die Leitung des Unternehmens in Aussicht genommene Person die für den Betrieb der Verkaufsstelle erforderliche Sachkunde n-chge- wiesen wird und keine Tatsachen vorliegen, aus denen sich der Mangel der erforderlichen persönlichen Zuverlässigkeit ergibt.
2. Die Zulassung einer Ausnahme von dem im Art. 1 § 2 Abs. 1 des Gesetzes enthaltenen Verbot kann auch bei Vorliegen der in Ziffer 1 geforderten Voraussetzungen versagt werden, wenn die Errichtung der beabsichtigten Verkaufsstelle in der in Aussicht genommenen Gegend zu einer außergewöhnlichen Ueberbefetzung innerhalb des gleiches Handelszweiges führen würde.
3. Für die Errichtung eines Warenhauses, Kleinpreisgeschäftes, Serienpreisgeschäftes ober eines anberen burch bie besondere Art der Preisstellung gekennzeichneten Geschäftes ober einer Verkaufsstelle eines mehrere Verkaufsstellen betreibenben Unternehmens barf eine Ausnahme von bem im Art. 1 § 2 Abf. 1c des Gesetzes enthaltenen Verbot nur bann zugelassen werben, wenn außer den in Ziffer 1 geforderten Voraussetzungen ein Bedürfnis für die Errichtung einer solchen Verkaufsstelle nachgewiesen wird.
4. Aus die Zulassung von Ausnahmen von bem im Artikel 1 § 2 Abs. 2 bes Gesetzes enthaltenen Verbot solcher Verlegungen, bei benen die Verkaufsstelle in den bisherigen Räumen von dem Inhaber nicht mindestens ein Jahr lang betrieben worden ist oder die neuen Verkaufsräume mehr als ein Zehntel größer als die bisherigen sind, finden nur die Bestimmungen der Ziffern 2 und 3 Anwendung.
5. a) Auf die Zulassung von Ausnahmen von dem im Artikel 1 § 3 9tr. 1 des Gesetzes enthaltenen Verbot finden die Bestimmungen der Ziffern 1 bis 3 keine Anwendung, sofern die räumliche Erweiterung nicht mehr als ein Viertel des beifh In
krafttreten des Gesetzes vorhandenen Verkaufsraumes beträgt und der neue Verkaufsraum im unmittelbaren Zusammenhang mit den bisherigen Verkaufsräumen steht. Erstreckt sich bie räumliche Erweiterung auf mehr als ein Viertel dieses Verkaufsraumes ober steht ber neue Verkaufsraum nicht mit ben bisherigen Verkaufsräumen in unmittelbaren Zusammenhang, so finben nur bie Ziffern 2 unb 3 Anwenbung; b) Ausnahmen, von bem im § 3 unter ben Nummern 2, 3 unb 4 enthaltenen Verbot sollen für bie Errichtung einer Verkaufsstelle in einer Gemeinbe mit weniger als 30 000 Einwohnern nur bann zugelassen werben, wenn sich aus ber Lage ber Verkaufsstelle, ber Art, Lage unb (Entfernung ber vorhanbenen Verkaufsstellen, ber sozialen Schichtung unb Dichtigkeit der Bevölkerung ein Bedürfnis für die beabsichtigte Aenderung ergibt; c) Handelt es sich in den Fallen des § 3 Nr. 4 pm eine Aenderung in der Bezeichnung, die durch die Mitgliedschaft bei einer excl. dem gewerblichen Mittelstand dienenden Einkaufs- oder Warenbezugsgenoffenschaft begründet wirb, dann ist die Ausnahme in der Regel zuzu- lassen; d) Von dem Verbot des § 3 Nr. 5 soll nur dann eine Ausnahme zugelassen werden, wenn durch bie befonbere Lage ber Verkaufsstelle ein Bebürfnis für ben Verkauf von Lebensrnitteln, nachgewiesen wirb.
6. Solange auf Grund bes Gesetzes über bie Errichtung von Zwangskartellen vom 15. 7. 33 für bie Errichtung unb Erweiterung von Tankstellen befonbere Anordnungen bestehen, finden die Vorschriften zum Schutze des Einzelhandels auf Tankstellen keine Anwendung.
7. Vor der Entscheidung über die Zulassung einer Ausnahme hat die gemäß § 5 des Gesetzes zur Entscheidung in erster Instanz von der obersten Landesbehörde bestimmte Verwaltungsbehörde die Stellungnahme der zuständigen gesetzlichen Berufs- oertretung einzuholen.
8. Die Bestimmungen der Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 28. November 1933 werden hiermit aufgehoben.
Wirtschaft
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejch lofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 4 o. H,
Frantiur u Dl
Berlin
tVranffun a. M
Berlin
Frankfurt a. M.
Berlin
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Echlußkl Abend« dürfe |
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Schlußk. Mittag« dürfe
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Schlußk. Bbend- börse
Schlußkurs
Schlußk. Mi nag- . dürfe
Datum
24-Z
| 25.7
24.7
1 25-7.
Datum
24.7
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25-7.
Datum
24-7.
25.7
24-7
25-7
•% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 «% et)em.7% Dt. ReichSant. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930
Deutsche Anl..Ablöi.-SchuId mit «u-lo,.-Rechten
Desgl. ohne Auslol.-Rechte
6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 srückzahlb. 102%)
®% Hess. Landesbank Darmstadt Bold R. 12
6Vi% Hess. LandeS-Hypotheken« bank Darmstadt Liqui
vberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten
Deutsche Komm. Eammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten
6% efjem. 8% Franks. Hyp.-Vank ®olbpfe. 15 unkündbar bis 1935
• % ebem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. IS unkündbar bis 1938
Wi% ehem. <y,% Franks Hyp..
Bank-Ltqu.-Psandbriese ehem. Wi% Rheinische
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.
< % ehem. 8% Pr. LandeSpsanl» brtesanstalt, Pfandbriefe R 19
• % ehem. 7% Pr. Landespfand- brtefanstalt. Pfandbriefe R. io
Steuergutsch BerrechnunaSkurS
< % Oesterretchtschr «Soldrente.
4,20% Oesterretchische Stlberrent, 4% Ungarische Goldrente
4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4yt% desgl. von 1913
5% abgest Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4$^£&HUd)e Bagdadbahn-Anleihe
92,9
90,4
94,75
91,75
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89,65
95,5
96,5
89,5
89,5
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92
93
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6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente ..
2%% Anatolier .......
7,7
4,5
7,5
4,13
35,25
26,5
30,75
67,5
90,5
57,75
62,5
65,5
154,75
25,9
147
99,5
114,75
112,25
103,75
92,5
149,4
80
118,25
63
109
129,5
77,5
69
7,7
4,5
7,5 4,15 35,4
26,5
30,4
67 91 57,75
63 65,5 154,13
25,5 145,25 97,75
115
70 111,25
91 149,5
122
78,25 117,5
62,5 107,25
170 129,5 77,65
68,4
4,5
7,3 4,13 35,25
26,5 24,9
30,75
67 91,25 57,25
63 65,5 154,5
26,13 147,65
99,25
114,9
70
112,5
104
92,5 149,75
123
79,75 118,25
63,4 109,9 77,75
169
129,5
78
69,25
7,3
4,15
35,4
26,5
24
30,25
66,5 91 57,75
63 65,5
153
25,5 145,13
97,5
115
69,5 111,25
102 91,25 149,75
123
78,75
116,5
63
108
77,65
170 129,25 77,25
68,5
Mansfeld« Bergbau.........0
Kosswerke 0
Phönix Bergbau ............ 0
Rheinische Braunkohlen ..... 10
Rheinstahl 0
Bereinigte Stahlwerke........ 0
Otcwi Minen 0
Kaliwerke Aschersleben........ 6
Kaliwerke Westeregeln........5
Kaliwerke Salzdetfurth..... 7%
I. G. Farden-Jndustrte....... 7
Scheideanstalt.......... 9
Goldschmidt .......... 0
Rütgerswerke ......... 0
Metallgesellschaft............. 0
Philipp Holz mann ....... 0
Zementwerk Heidelberg ......0
Zementwerk Karlstadt .......0
Schultheis Payenhoser ....... 0
Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg 0
Zellstoff Waldhos .......... 0
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer GaS ........... 7
Daimler Motoren ........... 0
Deutsche Linoleum........... 0
Orenstein & Koppel ..........0
80
50,25
249 93,75
42,5
14
123
123
165
149,9
209 81,25 40,25
87
68
108,5
125
61,75
68,25 48,25
61,13
47,9 60,75
21,75
210 173,25 138,25
26,5 74,65
188,65
78,75
49,25
251,5
94,25
42
14
122,75
122
163
149,75
207,5
79,25
40,25
66,5
108
125,5
60,65
66,25
47,5
60,75
47
59,5
22,4
208
135
26,65
75
189,75
80 95 50,13
249 93,75
42,5 13,75 122,5
123 165,5
149,75
81 40,25
86
68,5
118,25
61,4
67
47,5 60,75
128 47,65
61
78,25 22,5
208,5
174
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£
187
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42 13,5
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149,5
79 40 86
67
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66,13 47,75 61,13
128 47,25 58,75 76,4 22,13
176,5 135,4
26,65
190
yamvurg-A merika-P aket ... o Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 HanswDampfschiff ... o
Norddeutscher Lloyd .......o
A G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 Commerz- und Prioat-Bank . 0 Deutsche Bank und DtSconto«
Gesellschaft ............... o
Dresdner Bank...... n
Reichsbank ....... zx
S-E-G......................
Bekula........... o
Aektr. LieferungSgesellsch'ast .. s
Licht und Kraft .. 6
Helten & Guilleaume..... o
Rheinische Elektrizität .... 5
Schuckert« Co....... <
Siemens « Halske........ " 7
Labmevei L Co............. 10
Buderus ......... 0
Deutsche Srdük .............. 4
Gelsenkirchener.............. y
khade..... in
Harpener ............... q
Hoesch Eisen—Küln-Neuessen .. 0
Ilse Bergbau g
Ilse Bergbau Genüsse........ -
Klöcknerwerke ..... ......... 0
Lern mulatoren-FabrS........0
!ontt»Gummi 0
Sritzner................... 0
Mainkraftwerke Höchst 4
Süddeutsch« Zuck« —e
Mannes mann« Röbrea ........ ö
Lombardzinsfuß 5 v. H.
Devi
enmarft Berlin — Frankfurt a. Al.
24. Juli
25-Juli
Amtliche aseir
Notierung
Brie'
Amtliche Geld
Dotierung
I Brie
Buenos Aires
0,620
0,624
0,628
0,632
Brüssel.....
58,59
58,71
58,69
58,81
Rio de Jan. .
0,184
0,186
0,184
0,186
Sofia......
Kopenhagen.
3,047
56,55
3,053
56,67
3,047
56,54
3,053
56,66
81,88
Danzig.....
81,88
London .....
HelsingforS..
12,665
5,594
12,695
5,606
12,66
5,594
12,69
5,606
Paris ......
Holland ....
Italien.....
Japan ......
Jugoslawien
16,50
169,73
21,58 0,751
5,664
16,54
170,07
21,62 0,753
5,676
16,50
169,73
21,58 0,751
5,664
16,54
170,07
21,62
0,753
5,676
Wien.......
63,66
48,70
63,78
63,64
63,76
48,80
48,95
49,05
Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
11,49
65,31
81,64
34,32
10,44
11,51
65,45
81,80
34,38
11,49
65,29
81,66
34,32
11,51
65,43
81,82
34,38
Budapest ...
10,46
10,44
10,46
Reuyork...
2,512
2,518
2,512
2,518
Banknoten.
_______ »erlin, 25-Juii
Geld
Brick
Amerikanische Roten..............
Belgische Noten ..........
2,465
58,43
56,49
12,615
16,4k
169,31
21,46
2,485
58,67
56,71
12,675
16,52
169,99
21,54
Dänische Noten .............
Englische Noten ...............
Französische Noten ..............
Holländische Noten ............
Italienische Noten............
Norwegische Noten ............
Deutsch Oesterreich, i lOO Schillina
Rumänische Noten ...
Schwedische Noten........
—
—
Schweizer Noten...............
65,13
65,39
Spanische Note»...............
81,48
34,18
81,80
Ungarische Note» ........
34,32


