Aus der provinzialhaupistadt
Gar zu leicht kommen ja die Manner in das politische Fahrwasser und sind dann oft sehr hitzig.!
Au« parteiamtlichenBekanntmachungen
rufenen ordentlichen Professors Dr. k a m p ernannt.
Oie Deutsche Arbeitsfront
TlS-Semeinschast »Kraft durch Sreube*.
di- Leiter der Bezirkssrbeitsg°m-in,chast-n und der Giekener Sckularuppen am kommenden iyreira0, 16 Uhr, im Hotel Köhler zu Gießen. Der Bezirk Grünberg versammelt sich am 27. Oktober 15 Uhr, zu einer Tagung in Grünberg im „Wllden Mann . Neuer Direktor der Medizinischen Klinik Von der Pressestelle der Universität Gießen wird
Neue Wohlfahrts-Wertzeichen.
Die Deutsche Reichspost gibt am 5. November neue Wohlfahrtswertzeichen zu Gunsten der Deutschen Nothllfe heraus. Es sind, wie im vorigen Jahre, wieder neun Marken: zu 3 plus 2, 4 plus 2, 5 plus 2, 6 plus 4, 8 plus 4, 12 plus 3, 20 plus 10, 25 plus 15 und 40 plus 35 Reichspfennig und eine Postkarte zu 6 plus 4 Reichspfennig. Die zusätzlichen Betrage geben die Wohlfahrtszuschläge an. Der Vertrieb durch die Postanstalten und durch die Deutsche Nothllfe dauert bis Ende Februar 1935. Die Gültigkeit der Wertzeichen hört mit Ende Juni 1935 auf. Für die Marken sind Darstellungen gewählt worden, die die friedliche Tätigkeit des deutschen Volkes in allen einen Ständen am Wiederaufbau des Reiches aus- drücken sollen. Die Bilder zeigen den Kaufmann, Schmied, Maurer, Bergmann, Baumeister, Bauer, Forscher, Künstler und Richter. Das Wertzeichen der Postkarte trägt das Brustbild eines SA.-Man- nes als Sinnbild für die deutsche Volksgemeinschaft. Die Entwürfe stammen von Professor Ferdinand Spiegel.
Deutsche Aerzte in Ostafrika.
Gozialarbeit in der Hitler-Lugen-
Tagung der Sozialwarte der HI. im Bann 116 Gießen.
Aber die Wogen glätten sich schnell, wenn unsere Frauen eingreifen und wieder leichtere Sachen vorbringen. Klatsch und Tratsch darf es natürlich nicht sein. Dafür sind solche Abende zu schade.
Sehr schön ist ee, wenn ältere Leute sich zu uns gesellen und nun aus früheren Zeiten erzählen. Das gibt dem Abend die rechte Stimmung. Man fühlt sich dann schön geborgen im warmen Zimmer, mag es auch draußen stürmen und regnen.
Die Kunst der Unterhaltung ist ja nicht schwer, man muß nur den andern auf die Augen schauen und zuhören, auch einmal schweigen können.
Wenn wir. uns nach einem solchen Abend verabschieden, freuen wir uns schon auf die nächste Zusammenkunft. Damit nun „nichts dazwischen kommt", wie es jo oft heißt, legen wir am besten einen bestimmten Tag fest. Es wird hier lind da Schwierigkeiten geben, aber schließlich geht es doch. Der Anfang ist immer am schwersten. Wenn sich die Menschen aber erst gefunden haben, dann kommt das Bedürfnis ganz von selber, sich von Zeit zu Zeit einmal zu 'sehen und zu sprechen.
Versuchs nur einmal, wenn du einsam bist! Laß deine Arbeit einmal liegen und plaudere mit deinen Freunden! Du wirst bald merken, wie ein solcher Abend Erholung und Entspannung bringt. W.
Hebet die Durchführung der zusätzlichen Berufs- fchulung in der Hitler-Jugend in Verbindung mit Der Deutschen Arbeitsfront sprach sogann
der Berufsreferent im Sozialamt des Bannes 116
Der in diesem Jahre durchgeführte Reichsberufswett» kampf der deutschen Jugend und der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an Facharbeitern mahnt uns zu beruflicher Arbeit. Nicht allein die Berufsschule mit ihrer nur theoretischen Der- mittlung beruflicher Kenntnisse und die oft sehr ein« fertige Lehre können junge Menschen zu Höchstlei« stungen auf beruflichem Gebiet bringen.
Die Hiller-Jugend schaltet sich daher mit einer Schulung in Arbeitskameradschaften, Lehrwerkstätten, Scheinfirmen usw. ein, wo — wie im Heimabend — gemeinsam etwas in freudigem Wollen und Schaffen erarbeitet wird.
In Erkenntnis dieser wichtigen Schulung hat der Gebietsführer Walter Kramer für die HI. einen Tag in Der Woche zum Berufsdlenst der HI. an« gesetzt, wo jeder Jungarbeiter die zusätzliche Berufsschulung durchmachen soll. Die Hitler-Jugend sorgt so dafür, daß Deutschland der Qualitätsarbeiter erhalten bleibt.
Sodann referierte über die Berufsberatung in Verbindung mit der HI.
der Leiter der Berufsberatungssteile des Arbeitsamts Gießen.
Er stellte in längeren Ausführungen die Anhaltspunkte für die berufliche Beratung an jungen Menschen heraus und betonte, daß weniger die Neigung, als dis wirkliche Eignung zum Ergreifen eines Berufes ausschlaggebend ist. Bei der Berufswahl hat der junge, ins Leben hinaustretende Mensch sich aber auch zu fragen, ob der von ihm erwählte Beruf nicht allein zu seinem Nutzen, sondern auch der gesamten Nation von Nutzen ist. Der Gedanke an das eigene Ich oder das Verlangen nach höchster Verdienstmöglichkeit ist den Erfordernissen des Dolkek hintanzustellen. Schon hier kann der junge Mensch zeigen, ob er den Nationalsozialismus richtig begriffen hat und bereit ist, seinem Volke zu dienen und zu opfern.
Während früher bei der Berufsberatung nut das Urteil der Lehrer, der Eltern und die Eignungsprüfung allein ausschlaggebend waren, hat man jetzt noch zur Ergänzung die Beurteilung der Jungen und INädel durch die Hitlerjugend herangezogen.
Mancher junge Mensch entwickelt im Kreise seiner Kameraden, im Dienst, im Zeltlager oder wo •* sonst sein mag, Fähigkeiten, die zu entwickeln « zu Hause oder in der Schule keine Möglichkeit hat- Den Ostern 1935 zur Schulentlassung kommenden Jugendlichen werden schon jetzt von der HI. aUk Beurteilungebogen ausgestellt, die bei der Berufs' beratung wesentlich in die Bewertung gezogen werden. Das Arbeitsamt teilt dann später oem Sozialamt der HI. mit, wo die einzelnen Jungen und Mädel untergebracht worden sind. Man sieht auch hier wieder, wie sich die Hitlerjugend überall einschaltet, um mitzuhelfen am Neubau unseres deutschen Volkes.
An die Vorträge schloß sich eine längere Aussprache an, in der noch manche Frage geklart werden konnte.
। Wenn man den Eifer und den Ernst beobachtet, । mit dem die Hitlerjugend gerade auf sozialem Gebiet arbeitet, dann muh man fest stellen, dah
1 hier etwas geschaffen wird, das zum grohen Teil zum Bestand und zum Aufbau unserer
Nation beitragen muh.
■ Durch die gewaltige Organisation des Sozialamtes ist es mögrtch, jeden einzelnen Jugendlichen zu
Gießener Einzelhändler werben!
Unter diesem Stichwort erscheint in der heutigen flummer des Gießener Anzeigers eine Sonderseite, sn der vertrauenswürdige Unternehmungen des Gießener Einzelhandels mit ihren Empfehlungen hervortreten. Die Einreihung jedes einzelnen Geschäftes ist nach Geschäftszweigen übersichtlich geordnet. Ein kraftvoller Holzschnitt mit der Darstellung des fahrenden Handelsmannes im 15. Jahr- hundert, wie er vom Jrachtwagen aus verkauft, belebt die Sonderfeite, die abschließt mit der Feststellung, daß sich das deutsche Volk seit der Erhebung immer mehr vom Kauf der Massenware ab« gewandt hat. Der Aufforderung
„Raufe Qualitätsware beim Einzelhändler" schließen wir uns auch an dieser Stelle an und bitten unsere Leser um die eingehende Beachtung der Werbung des Gießener Einzelhandels.
Zwanglose Geselligkeit.
Die Herbststürme fegen über das Land und zerren die bunten Blätter von den Bäumen. Regen strömt hernieder und schwere Nebel liegen auf dem Land. Der gute Freund unseres Hauses, der Ofen, ist wieder in seine Rechte eingesetzt worden. Wir eilen, daß wir aus dem feuchtkalten Wetter in die warme Stube kommen. Die Abende, die wir draußen in der Natur verbrachten, sehen uns nun im Kreise der Familie. Doch die Kinder gehen bald zu Bett. Und nun? Sind sie nicht langweilig, die e Abende? fragen die einen. Im Gegenteil, sagen die andern, ich habe immer bis spät in die Nacht zu
dss-Universität Gießen Dr. Eduard Bötticher mit Wirkung vom 1. Oktober 1934.
Rundfunkprogramm
Freitag, 26. Oktober.
8 Uhr: Dauernfunk. 6.15: Gymnastik L 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühm-ldungen. 6.55: Margen, (prud) — Choral. 7: Fruhkonzert 8.30 bis 8.45. Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Nachrichten. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunks „Der Hamburger Hasen . Funkberichte. 10.45: Praktstche Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: SoMdienst 12: M,t- tag-konz-rt I. 13: Saardienst. Nachrichten 13.10. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 18.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wlrtschasts- bericht für di- Saar. 15: Nachrichten 15.15: Für di- graul 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Neueste Schallplatt-N. 18:, Hitler-Jugend Im Sjeimabcnb! 18.15: „Mit erhobenem Zeigesinger! Kleine Mahnung und Plauderei. 18.25: Gespräche um das Bolksauto. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.«: Po- litis-her Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Wag- ner-Konzert. 21.40: Heitere Begebenheiten aus J Bayern. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem S-nd-bezirk. 22.15: Saarländer sprechen. 22.30: Der Zeitfunk bringt die Sportvorschau. 23: Menschen und Landschaft. 24 bis 1: Nachtmusik.
^Der^Profrssor Dr. Helmut R e in w e i n - Hanno- oer, wurde vom 1. November 1934 flum liehen Professor in der Medizinischen Fakultät und zum Direktor der Medizinischen Klinik unserer Um- versität als Nachfolger des nach Freiburg i B. berufnen ordentlichen Professors Dr. Bohnen
Am vorigen Sonntag fand in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt in Gießen eine Tagung der Sozialwarte der HI., des BDM. und des Jungvolks im Bereich 116, sowie der Kreis- und Ortsjugendleiter der DAF. statt.
Oer Leiter desSozialamts imBannl 16 begrüßte die etwa 100 erschienenen Referenten und Referentinnen und sprach anschließend über den Aufbau und die einzelnen Aufgabengebiete des Sozialamts der Hitler-Jugend. Die soziale Arbeit an der deutschen Juaend ist eine der wichtigsten Aufgaben der Hitler-Jugend, wie der Sozialismus überhaupt die Grundlage des Nationalsozialismus ist. Man verstehe das Wort „sozial", so führte er aus, oft gar zu falsch, indem man dabei an „Almosen geben", „Kranken- und Krüppeloersorgung" oder dergleichen denke.
Das wirkliche Ziel dieser Arbeit sei die Gesunderhaltung und die Kräftigung der gesamten Jugend, sowie deren Erziehung zum Beruf und die Abwendung der mit diesem oft verbundenen Gefahren. Es sei daher naturgemäß, daß mit dieser Arbeit schon im frühesten Alter des Jungvolks und der Hitler-Jugend begonnen werde, um so eine Generation heranzubilden, die ihre Aufgaben unb Pflichten als schaffendes Volk ganz und gar erfüllt.
Er erläuterte bann weiter die einzelnen Arbeitsgebiete der Sozialarbeit, wie Jugendpflege, Jugendfürsorge, ErhSlungspflege, Lehrstellenvermittlung, Lehrlingsbetreuung, Jugendaesunbheitsführuna, Ar- deitsbienst, Landhilfe, Landjahr, Berufsarbeit, soziale Versicherungen, Eingliederung der ßanhjugenb in bie Hitler-Jugenb, Zusammenarbeit mit Behörden unb Parteistellen unb bie naturgemäß mit bem ein- setzenden Winter eintretenben sozialen Sofortmah- nahmen. Sobann sprach ber Sozialamtsleiter weiter über bie Zusammenarbeit ber HI. mit bem BDM. unb bem Jungvolk, welche beiben letzteren Einheiten bem Sozialamt ber Hitler-Jugenb bereits seit längerer Zeit unterstehen, um so auf gemeinsamen Weg unb gemeinsamer Front für bie sozialen Belange ber deutschen Jugend sich einzusetzen. Er appellierte am Schluß seiner längeren Ausführungen an bie Sozialwarte, ihre Augen offen zu halten in ihren Einheiten, jeben einzelnen Kamerad unb jebe Kameradin zu beobachten unb zu erfassen, bamit
die soziale Arbeit der HI. fruchtbringend für die gesamte deutsche Jugend und damit für das ganze deutsche Volk wirken kann.
Jeder Deutsche müsse erkennen, daß bie soziale Arbeit in Verbinbung mit ber weltanschaulichen, politischen Schulung unb sportlichen Körperertüchtigung ber Hitler-Jugenb mit ber wichtigste Be- stanbteil zum Aufbau unserer Nation ist.
Oer Referent für Zugendrecht im Sozialamt des Bannes 116
hat. Lebhafter Beifall dankte bem Rebner am Schlüsse seiner Ausführungen, bie durchdrungen waren von Liede zu Lanb unb Leuten in Ostafrika.
Anschließenb machte ber Gauvorsitzende Wei - g e l (Gießen) einige Ausführungen über Zweck unb Ziel des Guttempler-Orbens. Mit Dankesworten ftn ibn und an Dr. Kuhl schloß darauf ber Dorsitzenbe Weder die Veranstaltung.
Vornotizen.
— Tageskalenber für Donnerstag: NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte, 20 Uhr, Saal ber Herberge zur Heimat, Ortsgruppenabend. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Polenblut" (NS.- Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Insel". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Das Taucher-Duell". — Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung. — Volksmissionarisches Amt der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, 20 Uhr, Dolks-Missionsvortrag „Chri- stentum oder germanische Religion?"
Gießener Wochenmarktpreife.
erläuterte anschließend die Arbeit dieses Referats. Man verstehe unter, dieser Arbeit ost etwas ganz Verkehrtes. Die Jugend hat einen Rechtsanspruch auf ihre Belange, insbesondere in den arbeitsrechtlichen Verbindungen. Die Jugend soll straff und streng erzogen werden, besonders im Beruf, aber man sollte diese Gedanken nicht in eine Ausnutzung ber Jungarbeiter urnbrehen. So steht das Rechtsreferat dauernd in Verbindung mit den Jugend- gerieten, Handwerks- und Handelskammern unb onberen Stellen, um ben Belangen der Juaend im Rahmen nationalsozialistischer Auffassung Gel- hing zu verschaffen. Der Rechtsreferent ist aber auch Berater ber Jugend in allen Rechtsfällen, er will als Kamerad die Scheu der Juaend vor den Gerichten auszutreiben suchen und in Schulnngs- abenben ber Jugend das deutsche Recht näher-
Aufruf zur Beteiligung an einer Bastel-Ausstellung.
Jeder Arbeitskamerad hat ein Steckenpferd, das er in feiner Freizeit reitet. Der eine bastelt, baut Rundfunkgeräte, ber andere weiß mit ber Laub- äge gut umzugehn und baut Lampenschirme usw. zusammen. Wieder ein anberer photographiert ober versucht zu malen, oder betätigt sich sonst irgendwie schöpferisch.
"Wir fordern hiermit alle Arbeitskameraben aus dem Kreise Gießen auf, bie ihre Freizeit im Winter auf diese Weiss tätig ausfüllen, sich an einer Ausstellung selbstgefertigter Gegenstände zu beteiligen. Ä w
Die Ausstellung ist geplant vom 9. bis 18. November. Bis spätestens Samstag, 27. Oktober, erbitten wir folgende Meldung:
1. Name,
2. Beruf,
3. Betrieb,
4. Art des Ausstellungsgegenstandes (Photo, Schnitzerei, Oelgemälde).
bas Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Kuben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römiichkohl 8, Untertohirabi 8, 9to|enfof)I 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, lomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4 Pst, d-r Zentner 3.20 b 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 1? Pf., der Zentner 8 bis 12 Mk., Birnen, das Pfund 8 bis 12 Pf., Nllst- 25 bis 30, junge Hahne 80 bis 90, Suppen. Hühner 60 bis 70, ®än[e 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 15, Dbertoblrabt 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.
*
•• Heffifche Hp ch fch u l p e r f o n a l i e n. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Ernannt wurden: der planmäßige außerordentliche Prosestor für äronautische Meteorologie an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Walter Georgll zum persönlichen Ordinarius; die Privatdozentin an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Ottilie R ad Y zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor mit Wirkung vom gleichen Tage. Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde der außer- ordentliche Professor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht mit ihren Nebengebieten an der Lan-
* Gießen, 25. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in- ländische Kühlhauseier) 10 bis 12, (ausländische) 10 bis 11. Wirsing, das Pfund 10 Pf., der Zentner 6 bis 8 Mark. Weißkraut, das Pfund 6 bis 7 Pf., der
tun. . , ।
So sind die Menschen. Diele fühlen sich einsam, wenn sie in ihren vier Wänden sitzen, andere wie- der müssen immer tätig jein. Beides ist verkehrt. Einsam brauchen wir nie zu sein. Es gibt ja Freunde in der Welt. Es müssen nicht immer Menschen sein. Die treuesten Freunde sind unsere Bücher. Auch gute Hausmusik verschönt das Leben. Aber dauernd tätig zu sein, das macht müde, und die Leute, die nie Zeit haben, sind unzugänglich unb unzufrieden. Gewiß wollen wir tätig sein, sicher wollen wir auch einmal In stillen Stunden einsam sitzen und unser Leben überdenken, aber Dauerzustände sollen das nicht sein.
Wir stehen mitten unter den Menschen und sollen deshalb auch mit ihnen zusammen leben. Wir sollen uns mit ihnen freuen, sollen ihr Leid verstehen lernen und Anteil nehmen an ihren Schicksalen. Wer sich ganz von der Welt abschließt, wird zum Einsiedler.
Nach des Tages Arbeit brauchen mir Erholung, Entspannung. Erst bann kann uns der neue Tag frisch und arbeitsfroh sehen. Die mancherlei Fra- gen aber, die das Leben täglich stellt, das Weltgeschehen draußen, bewegen uns auch noch in den Abendstunden. Und da gibt es keine schönere und bessere Erholung als die zwanglosen Zusammenkünfte, bei denen sich Mensch zu Mensch findet. Aus das Wort zwanglos ist der Hauptton zu legen. Abendunterhaltung, Festlichkeiten, die „veranstaltet" werden und zu denen wir eine Einladung erhalten, fallen nicht unter das Wort zwanglos. Es gibt frei- tich auch Leute, die ohne diese Abendfeierlichkeiten nicht austommen können. Ob sie aber Entspannung bringen? Man wird da wohl schon ein Fragezeichen setzen dürfen.
Man hat ober doch einen ober mehrere Freunbe unb auch Freundinnen. Kann man sich da nicht an einem Tag in der Woche so weit freimachen, daß man für einige Stunden zusammenkommt? Bei gutem Willen geht das sicher. Dazu braucht man keine Abendkleidung, kein Festessen, überhaupt gar kein Tagesprogramm. Wir kommen abwechselnd bei diesem ober jenem in seiner Wohnung zusammen. Das kann am Nachmittag sein, auch am Abenb, das ist ja ohne Bedeutung. Die Hauptsache ist, daß wir zusammenkommen.
Wenn man nicht in der Arbeit ober in leichter Vergnügungssucht ertrinken will, bann braucht man ein Ruheplätzchen, auf dem man sich erholen kann. Und dieses Ruheplätzchen finden wir in der Geselligkeit. Da können wir uns einmal aussprechen. Es ist ganz selbstverständlich, daß bei solchen Zusammenkünften kein Aufwand getrieben wird, schon wegen der Hausfrau, denn gerade sie soll doch auch etwas von dem Abend haben.
Wir sitzen beim traulichen Schein der Lampe in einer gemütlichen Ecke unb plaudern. Da sind die Erinnerungen vom letzten Sommer, wir haben vielleicht eine Reise gemacht, wir haben Bilder mitgebracht. Kleine Erlebnisse oder frohe Begegnungen werden aufgefrischt. Sind wir musikalisch, dann setzen wir uns an das Klavier, unb etliche alte schöne Volkslieder werben gesungen. Auch Gedichte werden vorgelesen ober kleinere Abschnitte einer Novelle. An Stoff fehlt es nie. Zur körperlichen Stärkung gibt es einen guten Apfel unb ein Butterbrot. Vielleicht auch ein Glas Most ober eine Taffe Tee.
Auf diese Art hat doch auch die Hausfrau ihre Ruhe und kann sich an den Gesprächen beteiligen.
Zu einem Lichtbildervortrag über Ostafrika hatte ■ ber ©uttemplerorben, Ortsgruppe Gießen, auf gestern abend in bie Herberge zur Heimat eingela- den Der Vorsitzende der Ortsgruppe Weber hieß die Erschienenen willkommen. Dann sprach Dr. Kuhl (Holzheim), ber vier Jahre in Ostafrika als Missionsarzt der Bethel-Mission wirkte. Er zeigte an Hand von zahlreichen Lichtbildern seine Tätigkeit als Missionsarzt, schilderte aus eigenen Erlebnissen das Leben der Eingeborenen unb ihre Eigenarten, sprach von der Schönheit des Landes unb der fortschreitenden Wirksamkeit ber Missionsarbeit. Nach der Schilderung seiner Abfahrt von Genua im Februar 1931 unb seiner Ankunft in Tanga im März 1931 ging er über zur Schilderung ber Mis- ionstätigfeit an sich. Tanga ist bie zweitgrößte Ha- enftabt von Ostafrika, bebeutenb als Ausfuhrhafen ür Kaffee unb Sisalhanf. Mehrere Bilber von Usambara, dem schönsten Teil Ostafrikas, vermittel- ten ein eindrucksvolles Bild von der eigenartigen Schönheit dieses Landes. Von Tanga aus führte ber Weg des Vortragenden zu feiner eigentlichen Wirkungsstätte, der Station Bombuli. Zu dieser Station führt nur eine einzige Straße, bie das ganze Jahr hindurch befahrbar ist, während alle übrigen Straßen nur in den trockenen Jahreszeiten zu gebrauchen sind. Teilweise mit dichtem Urwald bedeckt, bringt das Land u. a. Zedern- und Oliven- holz hervor, das dort verarbeitet wird und zur Ausfuhr kommt. Die Häuser der Einwohner sind meistens Rundhütten, mit Roterde beworfen und von einem Grasdach bedeckt. Sie haben einen Durchmesser von 10 bis 16 Meter und bieten Raum für eine ganze Familie. Das Leben auf ber Station unterscheidet sich nach ben Ausführungen von Dr. Kuhl kaum von dem europäischen. Heute gibt es dort schöne Häuser, teilweise sogar mit Wasserleitung unb mit elektrischem Licht. Die als Gehilfen beschäftigten (Eingeborenen find sehr geschickt. Wer es versteht, sie heranzubilden, ist erstaunt, wie schnell sie sich in ihre Arbeit einfinden und als brauchbare Menschen ihren Dienst verrichten. Das Hospital ber Station wurde in den Jahren 1926/28 erbaut und ist für Ostafrika vorbildlich geworden. Es besitzt 145 Eingeborenenbetten und etwa 20 Betten für Europäer. Die Organisation ist sehr gut geregelt. Der Operationssaal und die Apotheke genügen auch europäischen Ansprüchen vollkommen. Die Patienten setzen sich aus etwa 70 Dolksstämmen zusammen, mit denen die Verständigung sehr gut ist, da fast nur Suaheli gesprochen wird, eine Küstensprache, die von den Arabern in das Innere des Landes getragen wurde und heute in ganz Oft« ' afrifa so durchgedrungen ist, daß man mit ihr ' überall auskommt. In dem zur Station gehörenden = Aussätzigen-Asyl werden heute ebenfalls große Erfolge erzielt, nachdem man weiß, daß der Aussatz nicht so gefährlich ist, wie z. B. die Tuberkulose. Ebenso ist etwa 40 Meilen von Bombuli ein Heim für Geisteskranke errichtet, in dem eine segensreiche Tätigkeit entfaltet wird. Die Erfolge dort find heute so, daß die meisten Kranken wieder als geheilt entlassen werden können.
Zum Schluß seines Dortrages zeigte der Redner noch prächtige Aufnahmen des Kilimandscharo, insbesondere bes Kibo-Gipfels (6010 Meter), den er bis zu einer Höhe von über 4000 Meter bestiegen
Dann suchen wir die besten Gegenstände aus, um eine Ausstellung zu machen, um ben Volks- genossen, bie sich seither noch nicht an eine berartige Arbeit wagten, eine Anregung zu geben. Auch berufstätige Frauen können sich an ber Ausstellung beteiligen, für sie soll bie Ausgestaltung ber Wohnung mit einfachen, aber schönen Mitteln im Vorbergrunde des Interesses stehn.
Jeder, der sich tätig an der Ausstellung beteiligt, hilft mit, Anregungen zur Ausgestaltung ber Frei- zeit weiter zu geben, schöpferische Kräfte bei allen Volksgenossen zu wecken. Die Ausstellung wirb noch im November sein, es ist zu erwarten, daß sie von Schulen und Erwachsenen stark besucht wirb. Da wir keinen Handwerker schädigen wollen unb dürfen, sind alle Gegenstände unverkäuflich.
Die Orts- unb Betriebswarte der NS.-Gernein- schäft „Kraft durch Freude" haben sofort eine Liste aufzulegen, in die sich jeder, ber an ber Ausstellung teilnehmen will, eintragen kann. Es wirb bann von uns auch noch ein Termin festgesetzt, an bem von uns aus in ben Betrieben bie Gegenstänbe eilige» sehen werden.
Im N S L B., K r e i s Gießen, findet für die Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für „Neuere Sprachen", die nächste Sitzung am kommenden Freitag, 16 Uhr, in der Oberrealschule statt. Die Arbeitsgemeinschaft „Technische Lehrerinnen" hat eine Zufammenkunft am kommenden Samstag, um u .... ri------ - - --
13.30 Uhr, in ber Mädchenberufsschule, Kirchstraße. Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut das Pfund uoenuen In der Fachschaft „Volksschule" versammeln sich 110 Pf,, der Zentner 7 bis 8 Mark, Gelbe Ruben, l bringen.


