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Ar. 250 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag. 25. Oktober 1934

Das Werden unserer Stadt.

Der Ortsring Gießen des Reichsbundes Volkstum und Heimat eröffnet seine Winterarbeit.

Gießen als Festung zu Beginn Des 16. Jahrhunderts.

HASSÖRVM

Der vor einem Jahre gegründete Ortsring Gie­ßen des ReichsbundesVolkstum und Heimat" vereinigte am gestrigen Abend in der Aula des Landgraf Ludwig-Gymnasiums zahlreiche Volksgenossen und Mitglieder zur Eröffnung der Winterarbeit. Die Veranstaltung nahm einen außer­ordentlich anregenden Verlauf und war ein glück­licher Auftakt für die Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen, die der Winter bringen soll. Die Musikgilde des Lobedachores (Leitung Otto Sieg« l e r) leitete mit einem Musikstück den Abend ein. Der Groß'sche Männerchor sang zwei Lieder hei­matlichen Charakters (Heimweh" undUnter der Dorflinde") und fand dafür dankbaren lebhaften Beifall.

Der Führer des Ortsringes Gießen des Reichs­bundes für Volkstum und Heimat

Lehrer Dr. Miche«

hielt die Eröffnungsansprache. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Mit dieser ersten Veranstal­tung trete in das kulturelle Leben unserer Stadt ein neuer Bund, von dem viele Volksgenossen aller­dings noch nicht viel wüßten. Der Sinn des Bun­des sei, daß durch ihn unseren Volksgenossen alle Werte unserer Heimat vor Augen geführt und die Heimat allen lieb und wert gemacht werden solle.

Alle Schichten unseres Volkes sollten im leben­digen Wissen um die gemeinsame Heimat ge­eint werden. Der Reichsbund erfülle mit dieser Aufgabe eine bedeutsame völkische Mission und weise den Weg zurück zur Heimat.

Das Vortragsprogramm seinicht weit her", denn der Wert der Stoffgebiete und des zu Vermitteln­den steige nicht dadurch, daß das Thema oder der Redner räumlich recht weit von uns entfernt feien. Vielmehr sei es doch so, daß. je mehr sich die Stoff- gebiete von uns entfernten, sie umfo weniger be­deutsam für uns seien. Alle Bildungsarbeit habe aber nur dann Sinn, wenn sie restlos unserem Volke diene Das Wissen um unsere Heimat müsse im Vordergrund stehen. Die Heimat müsse Ausgangspunkt und Ziel zugleich sein. Heimat und Volkstum sollten nicht totes Mu- seumsgut fein, sondern beseelte Kraft in uns. Die

gemeinschaftsbindenden Kräfte in unserem Volke auszulösen und wirksam werden zu lassen sei die große Aufgabe des Reichsbundes. Im weiteren Verlauf des Abends sprach dann

Stadtbaurat Gravert

über das Thema:Wie unsere Stadt ent­stand !"

Der Redner schilderte zunächst in klarem lieber« blick und an Hand von aufschlußreichen Zeichnun­gen das Gebiet, in dem sich die Stadt Gießen ent­wickelte. Er schilderte das große Sumpfland des Gie­ßener Beckens, in dem viele Wasserläufe zusammen- flossen, deren Wassermengen sich aber erst einen Weg durch die Hügel in der Richtung nach Wetz­lar bahnen mußten. Die dadurch entstandene Stauung habe dazu geführt, daß der Raum innerhalb der Höhen der Hardt, des Nahrungs­berges, und des Rodtberges zu einem Sumpfgebiet geworden sei, das von verschiedenen Bachläufen durchzogen war. Der Redner schilderte gleichzeitig die große geologische Formation unseres Gebietes, die bestimmt fei von dem Ausgang des rheinischen Schiefergebirges und dem hier beginnenden Basalt- massiv des Vogelsberges. Die Hänge der genannten drei Hügel seien schon um das Jahr 800 besiedelt gewesen.

Aus den Bewohnern der umliegenden Orte kropbach, Leuferlsrod, Diedetshausen, Achstadt und Selters habe sich die Einwohnerschaft der Stadt Gießen ergeben.

Innerhalb des Sumpfgebietes habe sich eine An­höhe von wenigen Metern erhoben, die im Norden steil, nach Süden zu aber allmählich abfiel. Auf dieser Insel sei dann die Stadt Gießen erstanden, nachdem Ende des 12. Jahrhunderts die Burg ,,ze den gießen" erbaut worden war, um die sich bald verschiedene Wohnhäuser scharten. Diese bildeten den Anfang einer kleinen Marktsiedlung, den Be­ginn des Werdens der Stadt Gießen. Die West­mauer der Burg Gießen fei noch heute zwischen den Häusern Laib und Wallenfels zu erkennen.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner insbesondere mit dem Aussehen der Gießener Burg, die

acht Burgmannensihe

in sich vereinigte und von einem tiefen Burggraben umzogen gewesen sei. An Hand von Zeichnungen konnte man die Form der Burg sehr gut erkennen. Die Achse der sich an die Burg anlehnenden Markt­siedlung bildeten der Marktplatz und der Weg zum Kreuzplatz. Die Wahrscheinlichkeit, daß Gießen an­fänglich nur zwei Tore gehabt habe, sei nicht groß, vielmehr dürfte damit gerechnet werden, daß ein drittes Tor an der Neustadt errichtet wurde, da ja eine Verbindung für die Einwohner von Kropbach zu ihrem Ort und von ihrem Ort nach der Stadt bestehen mußte.

Der verlauf der Stadtmauer sei in seinen Hauptzügen durch eine Reihe von Ausgrabun­gen, die vom Stadtbauamt in letzter Zeit ge­macht wurden, ziemlich eingehend festgelegt. Damit sei auch eine Reihe von Theorien be­seitigt worden, die früher über den Umfang des Stadtkernes bestanden.

Wann die Stadt Marktrecht erhalten habe, sei leider durch keine Urkunde mehr nachzuweisen. Erst im Jahre 1248 sei zum erstenmal von Bürgern der Stadt Gießen die Rede. Es sei allerdings anzu- nehmen, daß Gießen schon vor dieser Zeit Stadtrechte erhielt, denn bereits im Jahre 1197 sei die Burg Gießen Witwensitz der Gräfin Salome gewesen. Die älteste Stadtmauer sei von der Entwicklung der Stadt bald überschritten worden; die Stadt dehnte sich nach Norden, wie auch nach Süden zu aus. Am Lauf der unteren Wieseck habe sich außerdem ein kleines Industrieviertel gebildet, in dem die Wasser­kraft der Wieseck ausgenützt wurde. Verschiedene Straßennamen (Mühlstraße, Wolken- (Walken-) gasse, Löwen- (Lohgerber-) gaffe) deuteten noch darauf hin. Ob Gießen bis zum Ausbau als Festung durch Philipp den Großmütigen eine Zwischenbefestigung gehabt habe, sei fraglich. Es seien nirgends Reste einer solchen gefunden worden. Der heute noch er­kennbare Umriß unserer Altstadt sei (unter zwangs­weiser Verlegung der Wieseck) durch den Festungs­gürtel, der im 16. Jahrhundert geschaffen wurde, festgelegt worden. An der Stelle unserer gegenwär­tigen Grünanlagen sei ehedem ein tiefer Graben und ein hoher Schutzwall aufgeworfen gewesen. Ein klarer Plan ließ die Zuhörer auch diesen Stand der Entwicklung unserer Stadt erkennen.

Der Redner, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Entwicklung der Stadt Gießen nur bis zum 13. Jahrhundert aufzuzeigen (das Stoffgebiet fei viel zu umfangreich, um es innerhalb eines ein« stündigen Vortrages umreisten zu können), schloß seine hochinteressanten Ausführungen mit einigen Gedanken über das Wesen von Stadt und Land und betonte dabei, dah die Stadt eine uns durch« aus artgemätze Entwicklung unseres völkischen Lebens darstelle und daß Die Bevölkerung der Stadt ebensowohl eine bodenständige Bevölkerung fein könne, wie die des Landes. Der Dortraa fano lebhaften Beifall.

Der Lobedachor fang dann unter musikalischer Begleitung durch die Musikgilde des Lobedachores ein feines Lied:Es wollt' ein Jägerlein jagen!" in einem Satz von Paul Kickstatt und sicherte sich damit dankbaren Beifall. Der Grostsche Männer« chor brachte außerdem noch zwei vaterländische Chöre zu Gehör (Deutschland, heilger Name" und Mahnung").

Lehrer Dr. Michel

hielt die Schlußansprache. Er dankte zunächst allen Mitwirkenden, die zur Verschönerung des Abends beitrugen, und wies dann auf die nächsten Ver­anstaltungen des Ortsringes hin. Er machte be­sonders darauf aufmerksam, daß demnächst eine Führung durch die Stadt unternommen werden solle, bei der die Anfänge der Stadt Gießen an Ort und Stelle betrachtet werden sollen. Ferner wies er auf den Ausflug nach dem Schiffenberg hin, der ebenfalls einen interessanten geschichtlichen Rückblick bringen werde. Mit einem dreifachen Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler, auf Heimat und Vaterland und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes wurde die anregende Veranstaltung geschlossen.

Spenden für das Mnterhilsswerk

Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winterhilfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahensammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), sind nur auf Konto der

Vezlrksfparkasfe Gießen, Nr. 4600 einzuzahlen bzw. zu überweisen.

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Alter Winkel (abgebrochen) zwischen der Stadtmauer und der Schloßgasse am Hochstätterschen Haus.

Die Insel"

Lichtspielhaus

Die Insel" heißt ein Theaterstück von Harald Bratt, das die Grundlage für das Drehbuch zu einem der letzten großen Filme der Ufa bildete. Da­mit wurde für den Film ein (soweit wir sehen können) ganz neues Gebiet erschlossen; oder es wurden doch jedenfalls Motive des Gesellschafts­und Kriminalstückes in einen Umkreis verlegt, dem sich die Kamera bisher noch nicht genähert hatte. Die Insel: das ist der kleine, völlig in sich ab­geschlossene Bereich der diplomatischen Vertretung in einem fremden Lande. Der Name ist ein Sym­bol: wie eine winzige Insel im weiten Meer liegt die Botschaft inmitten des fremden Staates und Volkes, vorgeschobener und äußerst exponierter Posten des eigenen Landes, ein Stückchen Heimat, begabt mit außerordentlichen Vollmachten, belastet mit außerordentlicher Verantwortlichkeit. Die Men­schen auf dieser Insel bilden eine kleine, auf Tod und Leben miteinander verbundene Besatzung, sie stehen sozusagen Tag und Nacht im Belagerungs­oder Ausnahmezustand und sind untertan alle nur einem einzigen Gesetz: der Idee des Staates, der sie hinausgeschickt hat. Dieser auf den ersten Blick theoretisch scheinende Grundgedanke wird beispiel­haft entwickelt an einer ungemein spannenden Kriminalaffäre; es mag dahingestellt bleiben, ob ein Fall, wie er hier beschrieben wird, in seinen Vor­aussetzungen praktisch möglich, in seiner Lösung taktisch und strategisch richtig und einwandfrei be­handelt ist; ob etwa gewisse an sich belanglose Formfehler unterlaufen: wesentlich scheint uns zu sein, dah das Interesse des Beschauers nicht völlig von dem Fall als solchem, der ja nur als Beispiel 3U gelle" hat, in Anspruch genommen und gleich- fam aufgezehrt wird, sondern daß dem Beschauer hier ein Einblick in Lebensbereiche, Daseinsformen und Gesetzmäßigkeiten eröffnet wird, die dem Durchschnittspublikum vermutlich sehr fern liegen; und daß über dem Fall an sich die grundsätzliche Bedeutung eines solchen, vermutlich in so zuge­spitzter Form ziemlich seltenen Falles, also der Grundgedanke und die, wenn man will, erzieherische Mission des Filmes nicht übersehen werden und verloren gehen. Es kommt daher weniger auf die fast sensationell klingenden Tatbestände an: der Abschluß eines wirtschaftspolitisch wichtigen Han­delsvertrages wird durch plötzlich auftauchende mili- ckärifche Dokumente schwer gefährdet; der Kampf um diese geheimnisvollen Papiere droht sich zu «einem gesellschaftlichen Skandal von unabsehbarer Tragweite auszuwachsen; der Bestand derInsel"

scheint in seinen Grundlagen erschüttert zu wer­den.. Sondern es kommt auf die Folgerungen an, die aus der Abwicklung der Affäre gezogen werden: die Besatzung der Insel ist sozusagen un­antastbar, aber das persönliche Schicksal und die Ehre des einzelnen Mannes werden belanglos, wenn es um die Ehre, das Ansehett und die Wohl­fahrt des Staates geht, dem allein die Arbeit der Männer auf der Insel gewidmet ist.

Die Spielleitung hatte Hans S t e i n h o f f; er bewies mit der Inszenierung dieses Filmes, daß er sowohl ein Gesellschaftsstück mit aller krimina­listischen Spannung zu spielen als auch den theo­retischen Kern einer ungewöhnlichen Fabel mit bild­hafter Eindringlichkeit zu behandeln versteht; er verfügt neben den konventionelleren Episoden, die man aus vielen andern Filmen kennt, über eine intime, exakte und sehr gepflegte Dialogführung, wie sie sonst im Film nicht besonders häufig, aber gerade hier von wesentlicher Bedeutung ist; daß die Regie die überaus wirksame Kontrastierung der beiden wichtigsten Schauplätze, innerhalb und außerhalb derInsel", vollkommen beherrscht, mag nur nebenbei bemerkt sein. Die Arbeit der Spiel­leitung wird durch ein sehr gutes Ensemble unter­stützt, dessen Geschlossenheit nicht darunter leidet, daß es neben prominenten auch ganz unbekannte Namen aufweist. Den Botschafter spielt Otto T r e ß- l e r mit einer so noblen Haltung und weltmänni­schen Sicherheit, daß man ruhig zugeben darf, wie verblüffend er gelegentlich in Erscheinung und Ton­fall an Bassermann erinnert. Brigitte Helm: kühl, elegant, verhalten noch in der Erregung eines starken Gefühls, tritt im Gesamtbild ein wenig zu­rück hinter den wichtigeren Männerrollen Willy Fritsch, Günstling des Publikums, anfangs nur liebenswürdig wie immer, wächst zusehends in die über eine oberflächliche Kavalierrolle hinausrei- chende ernsthafte Aufgabe hinein. An sehr sichtbarer Stelle ein ganz unbekannter Mann: Heinz von Cleve als Militärattache, knapp, beherrscht, über» Zeugend. Waller Franck war schon durch seine äußere Erscheinung der gegebene Darsteller für den fremden Minister; überdies spielt er ausgezeichnet. Auch Meyerinck paßt glänzend in die ihm zu­gedachte Rolle auf der Insel; er kann geradezu als Typ gelten. Fran?oise Rosay verleiht der maßlos ordinären Dame Silvia mit beängstigender Treffsicherheit eine fatale Umrißschärfe. Andrews Engelmann, ebenfalls neuer Name beim Film, und Hans L e i b e l t runden den Kreis der wich­tigsten Figuren untadelig ab.

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Aus dem Beiprogramm nennen wir den Kultur­filmAls man anfing, zu filmen" mit einem inter­essanten Bericht des bekannten Filmpioniers Oskar Meßt er: eine ebenso amüsante wie lehrreiche Sache; ähnliche, teilweise auch die gleichen Doku­mente aus der Kinderzeit des Films wurden übri­gens vor einiger Zeit bei anderer Gelegenheit hier in Gießen dem staunenden Publikum vorgeführt.

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Som Alter der Tiere

In der Volksüberlieferung ist man stets schnell bei der Hand für manche Tiere ein geradezu sagen­haftes Alter anzunehmen. Christian Morgenstern hat das in geistreicher Weise in einem seiner Ge­dichte an der Schildkröte dargestellt. Den Rang des Methusalem billigt man im allgemeinen auch noch dem Elefanten und dem Papageien zu. Es ist eigentlich verwunderlich, daß noch verhältnis­mäßig wenig umfassende und wissenschaftlich zuver­lässige Erhebungen über diese Frage angestellt wor­den sind. Man geht bei derartigen Ermittlungen häufig von der Annahme einer durchschnittlichen Lebensdauer aus und vergleicht sie mit der Zeit, die das Lebewesen bis zur Vollreife braucht. Nimmt man an, daß der Mensch sein höchstes Wachstum mit achzehn Jahren erreicht hat, so kann seine Gesamtlebensdauer auf durchschnittlich ungefähr das Dreifache der Wachstumsperiode an­gesetzt werden. Bei den Tieren liegen die Verhält­nisse weitaus günstiger. Die meisten Säugetiere leben das Acht- bis Zehnfache ihrer Wachstumszeit, ja es gibt Fälle, in denen sie das Zwanzigfache er­reichen. Hunden werden 15 bis 20 Jahre alt, auch Katzen bringen es bis zu einer Lebensdauer von 20 Jahren. Hasen leben bis zu 12, Eichhörnchen bis zu 8, Mäuse bis zu 6 und Löwen bis zu 35 Jahren. Bei Bären tafln man mit einer Lebens­dauer von 40 Jahren rechnen und Schafe werden 15 Jahre alt. Don Kühen und Ochsen sind Fälle bekannt, in denen Tiere 30, ja bisweilen 40 Jahre erreichten. Auch bei Pferden sind derartige Höchst­leistungen des Organismus nicht selten; ein Pferd soll sogar das ungewöhnliche Alter von 61 Jahren erreicht haben. Kamele können bis 80 Jahre alt werden. Unter den Säugetieren scheinen tatsächlich die Elefanten, die bisweilen 150 Jahre erreichen, die Siegespalme beanspruchen zu dürfen. Die Hin­dus schreiben diesem Dickhäuter foaar noch eine größere Lebensdauer zu und erzählen von 300 Jahre alten Elefanten. Daneben erscheinen die Insekten als von der Natur nicht sonderlich bevor­zugt. Immerhin bringt es die gewöhnliche Fliege auf eine Lebensdauer von mehr als sechs Monaten,

bisweilen sogar bis auf ein Jahr. Die Stech­mücken leben zwei bis drei Monate, eine Bienen­königin ein bis zwei Jahre. Dagegen ist ein Fall beobachtet worden, in dem eine Ameise unter be­sonders günstigen Umständen das stattliche Alter von 15 Jahren erreichte. Besonders langlebig sind die Fische. Neunaugen trotzen in Fischteichen dem Tod manchmal 50 Jahre lang, ja manche von ihnen sollen 60 Jahre alt geworben sein. Ein zähes Leben haben auch der räuberische Hecht und der Karpfen, die nicht selten unter günstigen Verhält­nissen 150 Jahre leben. Einem großen Hecht in einem roürttembergifdjen See wird sogar ein Alter von über 260 Jahren zugesprochen. Der Lachs lebt dagegen durchschnittlich nur vier Jahre. Schild« träten werden oft über 250 Jahre alt; das Kroko­dil braucht allein für sein Wachstum ein Jahr­hundert. Unter den Vögeln kann der Sperling 20 Jahre und das Rotkehlchen 25 Jahre leben. Eine Berbertaube hat ein Alter von über 30 Jah­ren erreicht. Von Papageien ist ein Lebensalter von 80 Jahren bekannt, von Raben nahezu 70, von Reihern 60 und von Adlern 100 Jahre. Einen Rekord der Lebensdauer haben für ihre Gattung ein Schwan mit 70 Jahren, ein weißköpfiger Geier mit 180 Jahren und eine Silbermöve mit 65 Jah­ren aufgestellt. B.

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Der ao. Professor Dr. Hans N a u j o k s von der Universität Marburg ist zum o. Professor der Gynäkologie an der Universität Köln ernannt worden.

Der ao. Professor Dr. Hans P l i s ch k e von der Universität Göttingen, Direktor des Seminars für Völkerkunde und der Ethnographischen Samm­lung, wurde zum ordentlichen Professor in Göttin­gen ernannt.

Der Privatdozent Dr. Paul Raethjen von der Universität Königsberg wurde zum o. Professor der Meteorologie an der Universität Hamburg ernannt.

Der Privatdozent Dr. Hans K o ch an der Uni­versität Wien wurde zum Ordinarius für Kirchen« geschichte an der Universität Königsberg er­nannt.

Professor Dr. Otto Schultze, Ordinarius an der Universität Königsberg, wurde auf den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Halls berufen.

Der Privatdozent Dr. Walther Eiliger an bet Universität Halle ist als Ordinarius für Kirchen« geschichte an die Universüät Kiel berufen worden.