Einzelbild herunterladen

Aue der Provinzialhauptstadt

Oberhes^scher

undDie Nürnberger Puppe".

Der Wau auf Vurg Gleiberg beendet

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr,Der betrogene Kadi"

Der ersie Arbeitstac, der Dienstag, begann mit einer Andacht, gehalten von Pfarrer Becker (Gießen), über das Textwort aus Jesaja, Kp. 8, Vers 10. Pfarrer Decker führte aus, daß Gottes Hilfe nicht ausbleiben könne, wenn zu dem Werk, das wir begonnen hätten, wirkliches Bedürfnis im Volk vorhanden fei. Der gesamte Aufbau unseres Volkes stehe und falle mit seinen Müttern, deshalb sei Mütterdienst eine hohe Aufgabe.

Frau Heraeus begrüßte die an Stelle der er­krankten Reichsführerin erschienene Rednerin, Frau Lic. Führer (Potsdam), die in längeren Aus­führungen das ThemaW arum Mütterschu­lung ?" behandelte. Mütterschulung sei aus Not erwachsen, führte die Rednerin u. a aus. In den vergangenen Jahrzehnten sei unser Volk innerlich und äußerlich zerfallen. Die meisten Jungmütter hätten nicht an ihrem gottgewollten Platz im Haus und in der Familie gestanden, sondern seien als Heim- und Fabrikarbeiterinnen ihrem Haushalt entzogen worden. Hier müsse Mütterdienst einsetzen, und zwar in erster Linie durch Vermittlung prak­tischer Vorschläge. Man denke an Krankenpflege, und Säuglingspflege, in denen viele Mütter voll­ständig ratlos dastünden.

Rlütterschulung sei eine volksmissionarische Ar­beit. Besonders sei zu erstreben, daß die Mutter imZeitalter des Mannes" wieder lernen müßten, heim und he mal zu gestalten, Fami­lien zu Stätten der Ruhe und Geborgenheit auszugesiailen.

Mütterdienst bedinge aber auch, daß man Müt- tererholungsstätten schaffe. Hier sei die evangelische Frauenhilfe die Wegbereiterin gewesen, habe sie doch im vergangenen Jahre mehr als eine Million Ferientage für erholungsbedürftige Mütter ermöglicht. Eine fruchtbare Aussprache schloß sich dem Vortrag an.

Nach der Mittagspause sprach Frau Lic. Füh­rer überW e r b u n g für d i e Mütterschu­lungskurse". Die Rednerin berichtete über ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet in der deutschen Ost­mark, wo man Bilder und Filme neben guten Vor­trägen als Werbemittel mit gutem Erfolg verwen­det habe. Durch geeignete Kurse würden die Mütter für ihren Hauptberuf, Mutter zu fein, geschult. Mütterdienst sei aber nicht nur eine private Sache, sondern eine Angelegenheit des Staates. Mütter­dienst sei auch nur möglich auf religiöser und kirch­licher Grundlage, sie sei die dankbarste, aber auch die wichtigste Aufgabe. Auch an diesen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an.

Cafe Leib, Versammlung der oberhessischen Frauen- Lauterbach (den sämtlichen Riedesel Freiherren zu vereine; 14 Uhr Vortrag überDie volksmissiona- Eisenbach, Erbmarschalle zu Hessen, steht das Prä­rische Verantwortung der evangelischen Frau", I sentationsrecht zu).

Mrennnenlehrgang über MtterWkmgsarben des Verbandes Evangelisch-Kirchlicher Franenvereme in Hessen.

Kunstoerein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Des jungen Dessauers große Liebe". Vortrags-Ver­einigung 20 Uhr, Neue Aula, Vortrag von Kapi­tänleutnant Frhr. von Spiegel über0-Boots- Fahrten und Abenteuer im Weltkrieg". Oberhes­sischer Geschichtsverein, 20,15 Uhr, Kunsthistorisches Institut, Jahrhundertfeier der Errichtung des deut­schen Zollvereins. Evangelischer Frauenverein,

* Städtische Brennholzver steige­rn n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Waldungen der Stadt Gießen (Distrikt Ferne­wald) wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 10,50 Mark, 2. Klasse 8,60, Hainbuchen­scheiter 8, Eichsnscheiter 1. Klasse 7,50, 2. Klasse 5,50, Buchenknüppel 8, Hainbuchenknüppel 6,60, Eichen­knüppel 5,50 Mark je Raummeter. Buchenreisig 2. und 3. Klasse kosteten 16 Mark je 100 Wellen, Hainbuchenreisig 2. und 3. Klasse 10 Mark je 100 Wellen. Die angebotenen Mengen wurden restlos verkauft.

** Freie evangelische P f a r r st e l l e n. Zur Wiederbesetzung sind von der evangelischen Kirchenregierung in Hessen ausgeschrieben: die evan­gelische Pfarrstelle zu Schlierbach, Dekanat Er­bach; die evangelische Pfarrstelle zu Staden, De­kanat Büdingen (dem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu); die evangelische Pfarrstelle zu Engelrod, Dekanat

15.30 Uhr Vortrag überMutter und Volk". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Ich bin ein ent­flohener Kettensträfling". Ortsgruppe Gießen- Mitte, Cafä Leib, 20.30 Uhr, Ortsgruppenversamm­lung. Ortsgruppe Gießen-Süd, Zelle 2, 20.15 Uhr,Graf Zeppelin", Block 2 und 3, Blockabend.

Aus dem Stadttheaterbüro: Mor­gen, Freitag, abend das SchauspielU-Boot 116" von Karl Serbe. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Vortragsvereinigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein, Gewerbeverein) er­innert im heutigen Anzeigenteil noch einmal an den heutigen Lichtbildervortrag über0-Bootsfahrten und Abenteuer im Weltkrieg". Ferner wird in dieser Anzeige auf einen Vortrag von Herbert Volk am kommenden Sonntagabend hingewiesen. (Siehe An­zeige.)

D i e Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaft­liche Abteilung) lädt in unserem heutigen Anzeigen­teil zu einem Vortrag am morgigen Freitagabend ein. (Siehe Anzeige.)

Der Verband der Evangelisch-Kirch-' von Liederoorträgen des Mädchen- und Frauen- lichen Frauenvereine (Fra'uenhilfe) chors der Vorortgerneinde Klein-Linden.

hat für feine oberhefsifchen Vereine für die Zeit

Als vor Jahresfrist die schon länger aktuelle Frage der dringlichen Instandsetzung des im Laufe der Zeit baufällig gewordenen Alb er tu s- baues auf Burg Gleiberg vom neuen Vor­stand des Gleibergvereins erörtert wurde, bestand sofort die einmütige Auffassung, der sich dann die Generalversammlung einstimmig anschloß, daß

die Herrichtung für Zwecke im Sinne des Auf­baues des neuen Staates geschehen müsse.

Auch in dem weiteren großen Kreis der Gleiberg- freunde konnte niemals ernstlich zweifelhaft fein, daß dieser Weg der Erhaltung des alten Baues die einzig richtige Lösung war.

Zur Wiederherstellung des fast 400jährigen Bau­werkes wurden im Laufe des vergangenen Som­mers die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, so daß im Herbst Maurer und Zimmerleute die Ar­beit beginnen konnten. Um vielfach falsch unterrich­teten Bevölkerungskreisen richtige Aufklärung zu geben, sei gesagt, daß nicht Umänderungen der bis­her betretbaren Räume im Nassauerbau vorgenvm- men wurden; der Albertusbau ist der Teil der Unterburg, in dem sich der große Torbogen zum heutigen Hauptburgeingang, also vom Auffahrt­weg her, befindet. Das Erdgeschoß mit der ehe­maligen alten großen Burgküche und einem großen, mit Wandsprüchen gezierten Saale und weiteren Räumen enthält die Stallungen des Burgwirtes.

Hausbesitz namhafte Kredite für Jnstandfetzungs- arbeiten zu garantieren.

Allerdings steht diese Kreditorganisation auch nur dem organisierten Hausbesitz, der sich an dem Opfer beteiligt, zur Verfügung. Erfreu­licherweise kann heute schon festgestellt werden, daß zahlreiche Hausbesitzer dem Rufe des Führers der Organisation gefolgt sind, weil sie gerade im Hin­blick auf die große Bedeutung des Arbeitsbefchaf- fungswerks nicht länger abseits stehen wollen.

Die Prämienzahlungen auf Versicherungen bei ausländischen Versicherungsgesellschaften.

Die Industrie- und Handelskammer Meßen macht darauf aufmerksam, daß nach einer neuerdings von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung er­lassenen Verfügung Prämienzahlungen bei Ver­sicherungen, die mit im Inland zugelassenen aus­ländischen Versicherungsgesellschaften abgeschlos­sen worden sind, nicht unmittelbar an die auslän­dische Hauptniederlassung, sondern lediglich an eine inländische Niederlassung, insbesondere also etwa an den inländischen Hauptbevollmächtigten, erfolgen dürfen.

vom 22. bis 25. Januar in unserer Stadt einen Führerinnen-Lehrgang über Mütter- schulungsarbeit eingerichtet, der im Vereins- Haus der Inneren Mission (Herberge zur Heimat) abgehalten wird.

Am Montag wurde in Gegenwart vieler Mit- ! glieder aus allen Teilen der Provinz der Lehrgang mit einem

Brgrüßungsabeud

eingeleitet. Die hessische Verbandsvorsitzende, Frau Heraeus (Offenbach a. M.) begrüßte zunächst die Teilnehmer, dankte den Gießener Frauenver­einen für ihre freundliche Mitarbeit an den Vor­bereitungen und führte dann u. a. folgendes aus: Dank unserer nationalen Regierung und dank des Willens unseres Volkskanzlers und Führers Adolf Hitler fei unser Volk zu dem Erbgut unserer Väter, dem christlichen Glauben, wieder zurückgekehrt.

Allenthalben in Deutschland könne man fest- stellen, daß das deutsche Volk auf dem Dege sei, sich in Religion und Kirche wieder heim­zufinden.

Dies bewiesen auch die Zahlen der Neugründungen und Anschlüsse von kirchlichen Frauenvereinen. Allein in Hessen seien im letzten halben Jahr mehr als dreißig Frauenvereine dem Hauptverband bei­getreten. Aufbauarbeit am Volk müsse aber aus der Heiligen Schrift ihre Kraft schöpfen. Um Bibel­arbeit im besonderen Maße für die angeschlosfenen Vereine leisten zu können, habe der hessische Ver­band eine Theologin angestellt, die ununterbrochen tätig sei und schon für viele Wochen hinaus Arbeit übernommen habe. Neben Bibelarbeit sei der Mütterdienst ein wichtiger Dienst am Volk. Unser Führer und Kanzler sei sich der Wichtigkeit der Mitarbeit der konfessionellen Verbände bewußt.

Frau Pfarrer Becker (Gießen) grüßte im Namen der Gießener Vereine und wünschte der Tagung gesegneten Verlauf und Erfolge von blei­bendem Wert.

Anschließend zeigte die Geschäftsführerin Fräulein Wahrendorf (Alsbach a. d. Bergstraße) den FilmSchwert, Spaten und Wiege", den Frau L ö n n i e s (Berlin), die Reichsführerin des Müt- terdienftes der Evangelischen Kirche, zusammenge­stellt hat. Die Bilder veranschaulichten die Wehr­haftigkeit, die Bodenverbundenheit und die Frucht­barkeit des Volkes. Alle drei find Grundbedingun­gen eines gefunden Volkslebens: Schwert und Spaten führen ein Volk zum Siege, aber ohne Fruchtbarkeit ist das Volk zum Untergang ver­dammt. Umrahmt wurde der Begrüßüngsabend

Das erste Stockwerk, das bislang zur Aufbewahrung der Heu- und Strohvorrät-e diente und dem der Zu­sammenfall drohte, hat man unter geschickter Aus­nutzung der vorhandenen Dimensionen einer Ver­wandlung unterzogen, die in jeglicher Hinsicht als vorteilhaft gelungen bezeichnet werden kann.

Bauinspektor Mohr (Gießen), der bereits drei Jahrzehnte zu jeder Zeit in Liebe und Treue feine Kräfte in den Baudienst der Burg gestellt hat, ent­warf die Pläne zum Umbau und für die Innen­einrichtung. Unter seiner ehrenamtlichen Leitung ge­schahen die an Unternehmer vergebenen Rohbau­arbeiten, nach deren Beendung dann das von der Gießener Studentenschaft eingerichtete Jugend- notwerk eingesetzt wurde. Ungefähr 20 junge arbeitslose Weißbinder und Schreiner aus Orten in der Umgebung des Gleibergs zogen ein, um unter technischer Leitung fünf Stunden am Tage zu wer­ken. Es roar eine Freude, die jungen Leute bei der Arbeit zu sehen. Mit Fleiß, gutem Willen und Dank­barkeit für die Arbeitsmöglichkeit haben sie ein Werk geschaffen, das des Lobes wert ist.

Eine Dodenflache von ungefähr 200 Quadrat­meter ist in einen Tagesraum, ein Führer­zimmer, den Schtaffaal und einen Dafchraum mit Brause aufgeteilt.

Durch eine breite Doppeltür betritt man von dem Treppenflur aus die neuen Räume, deren Decken und Wände sämtlich in Weiß gehalten sind. Gleich

Nauhreif.

(Sorten, Feld und Wald erglänzen in diesen Ta­gen im Schmucke des Rauhreifs. Sie sind überstreut mit Millionen von Eiskristallen. Entzückt bleibt der Wanderer stehen und genießt das wundervolle Bild. Das kalte Antlitz des Winters erscheint in dieser zauberisch schönen Landschaft viel heller und freund­licher. Alles ist wie verjüngt. Das Schwarz der Schollen ist überstreut mit silbernen Kristallen! Wo uns sonst die harte Erde entgegenstarrt, da gläck- zen nun im Lichte der Sonne die feinsten und zierlichsten Edelsteine.

Jedes ärmste Grashälmchen, jedes dürre Aest- chen, alle haben ihren Schmuck. Alle Bäume, von der Wurzel bis hoch hinauf zum letzten Zweiglein, sind mit dem schönsten, glänzendsten Kleide ange­tan! Ringsum leuchtet es von funkelnden Schätzen, die von unsichtbaren Händen überallhin ausgestreut sind. Buchen, Eschen und Ahorne, sie sind fast alle gleich in ihrem neuen Gewände. Nur die Eichen erkennt man sofort, denn bei ihnen heben sich die Aeste knorriger und zackiger von ber Umgebung und dem blauen Himmel ab. Wie schön sind die Tannen und Kiefern! Jede einzelne Nadel dicht mit Eiskristallen besetzt, daß man kaum noch das dunkle Grün durchschimmern sieht. Am Wege steht ganz einsam ein vergessenes Fichtenbäumchen. Ist es eine Blautanne, eine Edelfichte? In seiner schneeweißen Unschuld, mattsilbern glänzend, ist es ein Abbild des verzauberten Winterwaldes.

In solcher Herrlichkeit wagt man kaum zu at­men, geschweige zu sprechen. Das Laub raschelt nur leise, denn es ist mit Kristallen so überkleidet, daß es die Schritte dämpft. Man geht wie auf einem Teppich.

Ein Eichelhäher fliegt schreiend vorüber und stört die Stille des Waldes. Er setzt sich gerade über mich auf einen schwankenden Ast, und schon rieselt ein feiner, klingender Juwelenregen auf mich nieder.

Die kleine Waldwiese, eingerahmt von hohen Bu­chen und Eichen, glänzt zauberisch schön. Sanfte Schatten breiten sich vom Boden bis zu den dünn­sten Grasfpitzen aus.

Selbst fo nüchterne Gegenstände wie Telephon­stangen und die summenden Drähte der Ueberland- leitung sind vom Rauhreif verschönt. Sie haben eine Seidenhülle um, und es geht von ihnen ein schwirrender Klang aus. Es ist fo, als ob sie von der Schönheit des Winters erzählten.

Feld und Wald im Schmuck des Rauhreifes! Der Winter verwandelt den dichten, schweren Nebel in die zierlichsten Edelsteine, überstreut die Erde und alle Gegenstände mit einem duftigen, flimmernden Seidenkleide. K. M.

Der Oberbürgermeister an pg. Ob-rinaenieur Kurz

Anläßlich des Ausscheidens des Pg. Ober- tngenieur Adolf Kurz aus dem Gießener Stadtrat hat Oberbürgermeister Dr. Keller unter dem 19. Januar folgendes Schreiben an Herrn Kurz gerichtet:

Sehr geehrter Herr Kurz!

Hierdurch bestätige ich den Empfang Ihrer Zu­schrift vom 15. d. M., betreffend Niederlegung Ihres Amtes als Stadtratsmitglied. Ihr Aus­scheiden aus dem Stadtrate, dem Sie seit dem Jahre 1926 ununterbrochen angehört haben, erfüllt mich mit lebhaftem Bedauern. Es bedeutet für den Stadtrat einen sehr schweren Verlust, daß ihm Ihre Arbeitskraft, Erfahrung und Sachkenntnis, sowie Ihr sicheres Urteil fernerhin fehlen werden.

Ich spreche Ihnen für Ihre zum Wohle der Stadt mit Objektivität und Sachlichkeit geübte Tätigkeit hiermit den herzlichsten Dank der Stadt Gießen aus und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Ihre Wirksamkeit im Stadtrate Ihnen in ange­nehmster (Erinnerung verbleiben wird.

Heil Hitler!

Gez.: Dr. Keller, Oberbürgermeister."

Amt für Beamte der NSDAP, Kreis G ehen.

Schulungsabend am Montag, 29. Januar, 19 bis 20 Uhr, im Saal des Cafä Leib, Gießen, Walltor­straße. Thema: Der deutsche Beamte in der Wirtschaftspolitik. Redner: Kreisbeamtenschulungs­leiter Dr. W o d a e g e. Anschließend Besprechung der politischen Tagesereignisse. Erscheinen ist Pflicht für alle Mitglieder der Fachschaften. Schriftliche Entschuldigungen an den.zuständigen Fachschafts­leiter. Gäste willkommen. gez. Heß.

Oer Tag des deutschen Schäferhundes

zu Gunsten des Winterhilfswerkes.

Der bereits in der Presse angekündigte Tag des deutschen Schäferhundes findet am Sonntag, 28. Januar, statt. Aufstellung des Zuges hat pünktlich 12,30 (nicht 10,15) auf Oswalds- garten in Gießen stattzufinden.

Die Schäferhunde find mit gutem Halsband und guter Leine zu versehen, bissige Tiere mit Maul­korb. Die Sammlung während des Zuges wird restlos dem Winterhilfswerk überwiesen. Deshalb darf kein deutscher Schäferhundebesitzer und -besitze- rin in Gießen und Umgegend fernbieiben, auch die­jenigen Schäferhundebesitzer, welche den Vereinen nicht angehören. Gruppen von Hirten-, Sanitäts-, Meldehunden usw. werden gezeigt.

Schäfer haben in vollständiger Uni­form zu erscheinen. (Einteilung erfolgt pünktlich um 12,30 Uhr auf dem Oswaldsaarten.

Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 Kreisführung Gießen

Mohaupt

Oer Pflichtbeitrag der Hausbesitzer für denNbein-MainischenGarantieverband

Die kürzlich gebrachte Mitteilung, wonach der Führer des Verbandes der Haus- und Grundbe­sitzervereine des Rhein-Maingebietes E. V., Pg. Otto Simon, alle organisierten Hausbesitzer des Gebietes angewiesen habe, zum Zwecke der Arbeits­beschaffung einen Pflichtbeitrag für den Rhein- Mainischen Garantieverband zu zeichnen, hat viel­fach bei Hausbesitzern den Eindruck erweckt, als ob hier eine große Leistung gefordert würde. In Wirk- lichkeit soll jeder Hausbesitzer im Verlaufe von zwei Jahren 2 Mark opfern, die in Dierteljahresraten von 25 Pfennig abgeführt werden. Trotz der Geringfügigkeit dieses Opfers kann dadurch die zahlenmäßig starke Haus- befitzerorganifation des Gaues Großes für das Ar- beitsbefchaffungswerk leisten, weil der großzügig durch Handelskammerpräfident Pg. Dr. fiü er ge­schaffene Rhein-Mainifche Garantieverband dadurch in die Lage verseht wird, für den organisierten

rechter Hand liegt das kleine, aber anheimelnd-ge- mütliche Führerzimmer, dessen Inhaber jeder­zeit durch ein Fenster in der Wand zum Schulung»- raum die ihm anvertrauten Leute überwachen kann. Die nötigen Möbel (Bett, Tisch, Stühle, Spind und eine niedliche aus Holz gefertigte Lampe) geben ein wohnliches Gepräge. Direkt zum Derweilen lädt der Tages- oder Schulungsraum mit feinem freundlichen Aussehen ein. Die Abtönung der Far­ben ist so einfach, und doch konnte sie harmonischer nicht getroffen werden. Die braune Umrahmung der alten wieder verwendeten Fenster zum Burghof hin und die in gleicher Farbe gehaltene, an der gegen­überliegenden Wand entlangführende Bank heben sich in vorteilhafter Weise von dem weißen Verputz ab. Die Rechteckigkeit des Raumes erfährt eine an» genehme Abwechselung durch einen in der linken Ecke vorspringenden kaminähnlichen Vorbau, der zur Aufnahme des großen Ofens dient und von einem handgearbeiteten Holzgitter umschlossen ist. Zwei in die Wand eingelassene Tafeln deuten auf den Zweck des Raumes hin. Große, breite Tische mit wunder­voll im Stil des bäuerlichen Barock gehaltenen Stühlen nehmen den größten Teil des über neun Meter langen Raumes ein. Was dem Besucher aber wohl am meisten ins Auge fällt, und Bewunderung weckt, ist der rotbraune hölzerne Kronleuchter, der in feinen wuchtigen Dimensionen, an hellen Ketten hängend, dem absichtlich einfach gehaltenen

Schützt die Familie!

Werdet Wiuterhilfs-pateu!

Raum eine Ausschmückung verleiht, die etwa noch anderen angebrachten Schmuck überflüssig erschei­nen läßt. Im Achteck erstrahlen die Kerzen mit einer großen Mittellampe. Ein alter Eichen-Bauern- schrank fügt sich stilvoll dem Ganzen ein. Gegenüber dem Führerzimmer liegt der Waschraum mit weiß-roten Fußbodenfließen, zahlreichen Waschbecken und einer zum Brausebad einladenden Nische. Auch dieser Raum ist ganz dem Gesetz der Zweckmäßigkeit unterworfen, ohne irgend nüchtern zu wirken. Von ihm gelangt man in den heizbaren S ch l a f r a u m, der eigentlich zweiteilig ist, dessen kleinerer Teil in der Umwandung des ehemaligen wuchtigen Rauch- fanges zu liegen kam, der aus bauhistorischen Gründen erhalten geblieben ist. 24 Holzbetten in zwei (Etagen stehen hier, wenn auch etwas eng, in Reih und Glied. Das rot-grün-braune Farbenspiel des Anstriches gibt im Gegensatz zu den weißen Wandflächen dem Raum eine Freundlichkeit sonder­gleichen. Auch die entsprechende Anzahl Spinde ist in denselben Farben gehalten. Aus den mit Sitz­gelegenheit versehenen Fensternischen, deren von Marburger Sandstein umrahmten Fenster zum Teil zugemauert waren, aber jetzt dem flutenden Tageslicht wieder geöffnet sind, geht der Blick ncd) Süden weit in die Lahnebene. Drei geschmackvoll hergestellte Holzlüster sorgen für abendliche Beleuch­tung. Alles in allem genommen verdient die handwerkliche Ausgestaltung ein Gesamtlob, und sie macht Herrn Mohr besondere Ehre.

2Tl:.f dem nun beendeten Umbau hat der Gtei - bergverein eine Glanzleistung vollbracht, die in seiner Geschichte ein Markstein bedeuten wird. Getreu seiner Tradition hat er in der Er­haltung der Burganlage seine Schuldigkeit ge­tan, gleichzeitig aber auch in freudiger Erlen nt- nis der Aufgaben der Gegenwart se'n Erbgut in den Dienst des.nationalsozialistischen Staates gestellt.

Der liebe alte Gleiberg will jeden, der die Heimat liebt und ehrt, nach wie vor in seine Mauern auf­nehmen, sei es zum Rundblick über unsere gesegnete Fluren, oder zum still-frohen Verweilen in Hof und Burg, er will aber auch fein Teil beitragen, Män­ner und Führer zu b i l d e n , die mit des Vaterlandes Geschick in Händen und Herzen zu tra­gen berufen sind. Der Geist echter, wahrer Volks­gemeinschaft im Sinne Adolf Hitlers soll in und um der Burg spürbar werden. Das wird die dem- nächftige Einweihung im Beisein des Herrn Reicysstatthalters Sprenger besiegeln.

Amtsgericht Gietzen.

Ein Ziegeleibesitzer von auswärts überfuhr beim Ueberholen einer Schafherde auf der Straße nach Watzenborn mit feinem Auto einen Hammel. Er erhielt deswegen einen Strafbefehl in Höhe von 6 Mk. Der dagegen eingelegte Einspruch wurde gestern kostenfällig verworfen.

Wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugverkehrs­ordnung erhielt ein Kraftfahrzeugunternehmer aus Göttingen eine Geldstrafe von 5 Mk. Die gestrige Hauptoerhandlung ergab, daß der Angeklagte ent­gegen der Mahnung des Hauseigentümers feinen Anhänger vor dessen Hauseinfahrt am Horst-Wefsel- Wall stellte. Es standm sich zwei widersprechende Aussagen gegenüber. Dem Grundsatz in dubio pro reo folgend, sprach das Gericht den Angeklagten von Kosten und Strafe frei.

Schöffengericht Giehen

Ein Maurer und ein Mechaniker aus Groß-Kar­ben hatten sich gestern wegen schweren Diebstahls bzw. Hehlerei zu verantworten. Der Maurer nahm in einer Wirtschaft in Groß-Karben durch Einschlei- cben 43 Mark, in einem anderen Falle auf dieselbe Weise 80 Mark weg und gab einen Teil des Die­besgutes dem Mechaniker, der es auch an sich nahm. Der Maurer, der in vollem Umfange geständig war und der schon wiederholt vorbestraft ist, erhielt 2 I a b r e, der Mechaniker 1 Monat (Befäng- n i s. Der Staatsanwalt hatte gegen den Mechaniker 6 Monate Gefängnis beantragt.

Wegen Unterschlagung erhielt ein Handlungsge­hilfe 4 Monate Gefängnis. Der Angeklagte, der als Reisender in einer hiesigen Samenhandlung tätig mar, kassierte bei den Kunden Gelder für ver­kauften Samen und verwandte sie für eigene Zwecke.

Ein Autobesitzer sollte auf der Straße Alsfeld Altenburg mir feinem Wagen einen Radfahrer nn- gefahren und durch den heftigen Anprall dessen Tod verursacht haben. Die gestrige Beweisaufnahme er­gab, daß der Angeklagte mit mehreren Personen die fragliche Straße fuhr, nachdem alle Fahrgäste stark dem Alkohol zuge-sorochen hatten. Die Tür des Autos war etwas geöffnet und flog dem unglück­lichen Radfahrer beim Passieren so heftig gegen den Kopf, daß der Bedauernswerte einen Schädelbruch baoontrug. Da keiner der Zeugen eine direkte Schuld des Angeklagten bekunden konnte, mußte Freisprechung erfolgen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr.