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300 Sechstes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

Oer Goldene

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Sonntag

Gtimmungsvoller Vorabend des

Weihnachtsfestes 1934 in Gießen v..

?rohe Festvorbereitung. Kindersehnsucht vor den Fenstern. Letzte Einkäufe

Hausfrauen vor einer Kunsthandlung.

Käuferinnen vom Land bei der Schaufenstermusterung.

Deutsches Christfest.

süddeutschen Gemütstiefe beschreibt, ist,

dem

ermöglichen würde, die

prägend, wie sie

Dis Buben ßnd voll LegePenmg beim LLusjuchen.

Groll uuü Mu bchchügea die HpisLwarenjchA«

Evg. Joh. 1,16:Von Seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade."

Rinde um Pietros Herz, er fühlt die große Liebe, die ihm entgegengebracht wird, hat am Vater- und Mutterherz eine neue Heimat gefunden.

Was der Dichter in seiner herzbewegenden, echt

lr mit Augen voll freudiger Sehnsucht nach all ki Schätzen, die Eltern natürlich rechnend und

Einzelfall des Weihnachtsliedes mit der sizilischen Volksweise gezeigt, ein Vorgang, der sich seit 1200 Jahren im deutschen Volksleben unablässig wieder« holt, ja den eigentlichen Glaubensinhalt des deut« scheu Lebens ausmacht: der Stoff des Evange« liums von Jesus Christus, dem einigen Gottes­sohne, läuft dem Empfinden des natürlichen, des unerlösten Menschen zuwider, istein Zeichen, dem widersprochen wird". Darum muß dieser fremde Stoff, um seine Erlösungskraft entfalten zu können, jedem Geschlecht, jedem Volke von neuem in einer Gestalt nahegebracht worden, die seinem Begreifen, seinem Verständnis entspricht. Ohne daß dabei der ewig gleichbleibende Inhalt der biblischen Botschaft verändert werden kann. Darum sieht der Italiener den Heiland in italienischer Gestalt, der Engländer mit englischen Augen, ja die Missionare versichern uns, der verchristlichte Neger könne sich den Erlöser nicht anders vorstellen, als mit schwarzer Haut­farbe, weil ein weißer Heiland nicht zu seinem Herzen spräche. Verschieden bricht sich das ewige Licht in den verschieden gearteten Seelen der ein­zelnen Völker. Darum können auch wir Deutschen den Heiland nicht anders sehen, als mit deutschen Augen. Wohl haben wir vor anderen die große Fähigkeit, schon oft zu einem Unglück für uns ge­worden, uns mit richtigem Tastsinn in die Seel- fremder Völker einzuführen. Aber im tiefsten An­liegen des Menschenherzens, im Glauben, können wir doch von unserem besten deutschen Wesen nicht absehen. Darum kann man geradezu sagen, daß die Eindeutschung des Evangeliums eines der gro­ßen Hauptthemen deutscher Frömmigkeit war und

die vielen guten Sachen mancherlei Art konnte. Jung und Alt hatten ihre Freude standen Mutter und Kinder, Väter und vor den lockenden Auslagen, die Kind-

lknsche ihrer Lieblinge wenigstens teilweise er­sinn zu können. Und wenn es auch nicht leicht ic:, es wurde doch möglich gemacht, daß die Augen ki Lieben hell leuchten können vor Freude am feinen Weihnachtsfest...

Mer Kupferne und der Silberne Sonntag gaben In verheißungsvollen Auftakt, die Werktage boten

Der badische Dichter Karl H e s s e l b a ch e r hat uns vor einiger Zeit wieder erfreut mit einer seiner gemütsinnigen kleinen Novelle, in denen er Meister ist:Das Weihnachtslied des Waisenkindes". Das Büchlein beschreibt die Entstehung unseres trinita­rischen FestliedesO du fröhliche". Die Fabel ist ganz kurz folgende: Der Weimarer Waisenvater Johannes Daniel Falk nimmt einen verwaisten Jtalienerknaben in sein Haus auf, dessen Eltern in den Wirren der Befreiungskriege in Deutschland untergegangen sind. Das fremde Kind mit seinem ungemein feinen Empfindungsleben kann im kalten deutschen Norden nicht heimisch und glücklich wer­den. Vor seiner Seele stehen die leuchtenden Bil­der der fernen sizilischen Heimat, die ihm die Mut­ter in glühenden Farben gemalt. In seinem Ohr liegen noch die halberwachten Klänge der heimischen Fischerlieder, die die tote Mutter ihm gesungen. Von einem weiß er noch ein wenig Wort und Weise, süß einschmeichelnd beginnt es, wie ergebener Festqlockenklanq steigert es sich:

0 sanctissima, O piissima dulcis virgo Maria ...

Da faßt der Waiseavater Falk in seinem gütigen Herzen den Entschluß, seinen heimatkranken Pietro dieses italienische Lied in deutsche Worte umzu­dichten, um sein wundes Herz zu heilen und ihm eine Heimat für immer zu schenken. Und zum lieben Weihnachtsfeste singen die Waisenkinder zum ersten Male nach der sizilischen Weise Vater Falks FestliedO du fröhliche, o du selige, gnaden­bringende Weihnachtszeit". Unter diesen Klängen aus der fernen Heimat am Südmeer bricht die

die Ergänzung zum Weihnachtseinkauf, der gestrige Goldene Sonntag brachte den Abschluß. Und man kann wohl sagen, daß er keine Ent­täuschung gebracht hat. Der Käuferverkehr im Ge­schäftsviertel unserer Stadt war wiederum sehr stark. Mit den Mittagszügen kamen viele Kauflustige aus der Umgegend, um hier die letzten Weihnachtsan­schaffungen vorzunehmen. Die Reichsbahn hatte, wie schon an den beiden vorhergehenden Sonntagen, Großbetrieb und mußte die Züge mit höchster Be­lastung fahren. Ebenso herrschte auf den Kraftpost­linien und auf der Straßenbahn großer Andrang. In allen Geschäften konnte man flotten Betrieb be­merken, der seinen sichtbaren Ausdruck fand in den vielen Paketen und Paketchen, die in der Richtung zum Bahnhof, oder irgendwo nach der Stadt hin heimwärts getragen wurden.

Das Straßenbild wurde am gestrigen Sonntag dadurch weihnachtlich gestaltet, daß in Verbindung mit den Volksweihnachtsfeiern der Partei an den Hauptverkehrsplätzen Liebigstraße vor der Alten Klinik, und an der Plockstraße außerdem aber auch auf dem Landgraf-Philipp-Platz und vor der Volkshalle an der Kaiser-Allee große Christbäume mit vielen elektrischen Lichtchen aufgestellt waren. Dieser weihnachtliche Schmuck bereitete nicht nur den Teilnehmern der Feier, sondern auch den vielen Straßenpassanten, die vom Weihnachtsmarkt in Gie­ßen heimkehrten, eine dankbar empfundene Freude. Und damit fand der Goldene Sonntag, der Vor­abend eines Weihnachtsfestes inmitten einer Stim­mung der frohgemuten Wiederaufbauarbeit und der Zuversicht für Volk und Vaterland und alle Volks­genossen, seinen schönen Ausklang.

Irihnachtszauber! Wer hätte ihn nicht empfunden n len letzten Wochen und Tagen, je näher das |j) :ifte aller Feste der Christenheit, das Weihnachts- |i kam? Er wurde schon lebendig, als das erste Si:it auf den Adventskranz gesetzt und angezündet »Ude, er übte auch seine starke Wirkung aus in ic: wunderbaren Taten der deutschen Volksgenossen tei den Weihnachtssammlungen des Winterhilfs- viks! Wieviel Liebe, wieviel Gemeinschaftsgefühl »Ude aus diesem Weihnachtszauber hineingetragen in:3ie Wohnungen unserer hilfsbedürftigen Volks- gcpffen und schufen dort Weihnachtsstimmung! In tc Tat:O du fröhliche, o du selige, gnaden- Örngenbe Weihnachtszeit..."

»er Weihnachtsmarkt wenn wir diese Bezeich- liqg einmal auf die Gießener Derkaufsverhältnisse senden wollen hat aber auch schon reiche krfreude auf das liebe Weihnachtsfest gebracht. R* schön war es, wenn man an den einladend gerichteten Schaufenstern unserer Geschäftsleute

|ew und kuuydern Ion. Da Hißeltern

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