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Oie feierliche Einführung -es Reichsbischofs

Feierstunde der inneren MM

Saalwächter sprach am Gedenkstein für die U. -Bootwaffe, der den Namen Otto Wed­digen trägt. Er beschwor die Heldentat des U 9 vor 20 Jahren herauf und feierte das Beispiel Otto Weddigens. Am Gedenkstein für die Flieger, dem Andenken Bölctes geweiht, hielt Präsident Ebert in Vertretung des Reichsluftfahrtministers die Gedenkansprache. Er schilderte die Bedeutung der Fliegerwaffe im großen Kriege und fand er­greifende Worte für das Heldenleben Bölckes und Jmmelmanns.

heit gegeben. .

Nun kehrte man zur Burg zurück und im Geister- rittersaal mit seinen 17 großen Büsten bedeutender Deutscher wurde die Weihe der neuaufge« stellten Adolf Hitler-Büste durch den Bürgermeister von Windsheim vorgenommen. Der Bürgermeister umriß in einer zündenden Ansprache die Persönlichkeit des Führers und Kanzlers, erinnerte an die nationalsozialistische Tradition der Burg Hoheneck und ließ seine Ansprache ausklingen in ein Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Führer.

Kleine politische Nachrichten.

Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. R a e d e r, hat vom 17. bis 21. September an Bord des Kreuzers Leipzig" an den in der Ostsee ab­gehaltenen Herbstmanövern der Flotte teilgenommen. Die Hebungen wurden am 20. Sep­tember mit einem Vorbeimarsch aller Fahrzeuge vor dem Chef der Marineleitung beendet.

Die Regierung plant, auf dem Wege eines Sondergesetzes die Adelstitel in Oester­reich wieder zuzulassen. Heber das Gesetz soll gleich nach dem Zusammentritt der neuen be­ratenden Organe der Gesetzgebung entschieden wer­den. In der Praxis sind bereits seit einigen Mona­ten die alten Adelstitel der Vorkriegszeit in Oester­reich wieder eingeführt worden.

Ansprache des MchsblBoss, in der er u. a. sagte: Laßt mich in dieser für unsere Deutsche Evangelische Kirche und für mich selbst so bedeutungsvollen Stunde ein kurzes Wort sagen von unserer Kirche, von unserem Amt, von der Ge­meinde. Die Kirche ist geworden durch den Ein­bruch Gottes in diese Welt, als er sich offenbarte in Christus, unserem Heiland. Die irdische Welt ist immer wieder gebannt von den Mächten der Fin­sternis, von Not und Tod. Christus kam. Er hat diese Mächte der Finsternis besiegt und überwunden. Es sott uns niemand vorreden, daß es keine Schuld gibt. Gerade die deutsche Seele ist emp­fänglich für das Bewußtsein der Schuld, nicht nur Menschen gegenüber, sondern ganz besonders vor Gott. Es sind die wertvollsten Menschen, die immer empfinden, wieviel sie Gott schuldig bleiben.

In allen Kirchen steht im Mittelpunkt das Kreuz. Es ist und bleibt das sieghafte Zeichen der Kirche Christi. Die Kirche aber lebt nicht nur vom Karfreitag, sondern erst recht vom Ostermorgen. Die Kirche hat soviel Leben, als Christus in ihr lebendig ist. Das aber ist unsere frohe Hoffnung und unsere Zuversicht: Das Feld muß Er behalten!

Daraus ergibt sich, liebe Amtsbrüder, unser Amt! Wir haben nur e i n Amt, das ist die Ver­kündigung des Wortes Gottes, des Evan­geliums von Christus und von seiner Gewalt im Himmel und auf Erden. Laßt mich ein Wort sagen vom Amt des Bischofs, auch von meinem Amt: Ein Bischof ist soweit wirklich Bischof, als er Verkündiger des Wortes Gottes ist, soweit, als er auch das persönliche Leben auf dieses Wort Gottes gründet.

Mein letztes und wärmstes Wort gilt dir, der Gemeinde! Du bist nicht für uns Geistliche da, sondern wir sind für dich da! Wir können die Kirche nicht bauen, wenn ihr nicht m i t b a u t. Aus der Ewigkeit lebt die Kirche hier in dieser Zeit. Für ihr inneres Leben gilt allein: Gottes Wort. Wir möchten diesen Staat und dieses Volk von Herzen gern dienen mit unseren besten Kräften und mit unserer ganzen heißen Liebe. Deutsche evangelische Christen! Euer erster Re-ichsbischof bittet euch:

Sie Einweihung der Heeresgedenksteine aus der Vurg Hoheneck.

Gedenkstein der Infanterie sprach Oberst Rit­ter v. Schober, der die Infanterie als Element der Initiative, der Tapferkeit, der Opfertreue und als die Grundwaffe des Volkes bezeichnete. Am Gedenkstein der Kavallerie, der Eberhard von Schmettow gewidmet ist, legte General von B e - l o w einen Kranz nieder. Konteradmiral von

Ein Festakt im Preußenhaus.

Berlin, 23. Sept. (DNB.) Die Reichstagung derDeutschen Christen" veranstaltete einen Fest- a Et im Preußenhaus. Im großen festlich ge­schmückten Sitzungssaal versammelten sich die Mit­glieder des Geistlichen Ministeriums, der Reichs­synode, der Landes- und Provinzialsynoden, die Landesbischöfe und Bischöfe sowie die Vertreter der theologischen Fakultäten.

Eröffnet wurde die Kundgebung mit gemein­samem Gesang, worauf der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche D. Dr. Engelke eine An­dacht hielt. Die Festansprache hielt der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche Ministerial­direktor Dr. Jäger. Danach sprachen Landesbischof Coch- Dresden für die deutschen evangelischen Lan­desbischöfe und Bischöfe sowie das evangelische Volk, Professor D. Schmidt- Halle im Namen der evan­gelischen theologischen Fakultäten Deutschlands und der bei diesem Festakt versammelten Dekane, Kauf­mann Bernhard Lorenzen aus Bedstedt (Schles­wig-Holstein) für das evangelische Volk in dem meerumschlungenen Schleswig-Holstein sowie dre Brüder und Schwestern im abgeteilten Nordschles­wig, Kreisschulrat Curth- Tauberbischofsheim für die Grenzmark Südwesten, Telegrapheninspektor Richter- Königsberg im Namen der ostpreußischen Provinzialsynode und des ostpreußischen Kirchen­volkes und Oberlehrer Lange-Hamm L W. für die Heimat des Reichsbischofs, die Provinz West- ^Jn tiefer Ergriffenheit dankte Reichsbischof Mül­ler für die ihm dargebrachten Glück- und Segens­wünsche. Ministerialdirektor Jäger schloß tue Kund­gebung mit einem freudig aufgenommenen drei­fachen' Sieg-Heil! auf den Führer und das deutsche Volk. Der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes beschloß die Feierstunde. Vom Preußenhaus aus begab sich der Reichsbischof mit der übrigen hohen evangelischen Geistlichkeit zum Dom.

Wie wir nachträglich erfahren, ist die Ent­lassung Dr. Schilds, des Generalsekretärs des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tages, erfolgt, weil er versucht hat, die Deutsche Arbeitsfront gegen das Reichswirtschaftsministerium auszuspielen.

Der frühere französische Ministerpräsident C hau­te m p s ,A.der Präsident der radikalsozialistischen Kammergruppe, ist am Sonntag in der Stichwahl zum Senator in Blois gewählt worden. Im ersten Wahlgang errang Chautemps 218 von 620 Stimmen, im zweiten Wahlgang 345 Stimmen.

General O'D uffy ist am Samstag überraschend von der Leitung der VereinigtenJrland- Partei und der Blauhemden-Organisation zu- rückgetreten. Sein Nachfolger als Führer der Blauhemden ist Oberst Cron in, während der ehemalige irländische Staatspräsident Cosgrave die Vereinigte Irland-Partei leiten wird. Der Rück- tritt O'Dufsys ist auf die starken Meinungsverschie­denheiten zwischen ihm und den anderen Partei­mitgliedern zurückzuführen, die sich besonders in der Frage der Eintreibung der Landabgaben und der Haltung gegenüber Nord-Irland ergeben hatten.

ob ihr Glieder der Evangelischen Kirche seid, schart euch mit mir z u s a m m e n z u e c n e r bleibenden innigen Gemein sch a st, da­mit wir die großen Aufgaben, die die Deutsche Evangelische Kirche in unserem Volke zu lösen be­rufen ist, mit gemeinsamen Kräften anpacken. Wir find im Innersten davon überzeugt, in einer großen Zeit unseres Volkes zu leben. Große Zeiten in der Volksgeschichte sind i m m e r Zeiten d e s Glaubens gewesen. Darum eben ergeht an uns alle der Ruf, starken, männlichen, frohen und sieghaften Glauben zu beweisen und die Quelle der ewigen Kräfte für unser evangeli­sches Volk zu erschließen. Es geht in der Tat an diesem Tage um eine geschichtliche Stunde der Deutschen Evangelischen Kirche. Durch meine Ein­führung als Reichsbischof ist äußerlich sichtbar in die Erscheinung getreten, daß wir in Deutschland eine einige Evangelische Kirche haben. Nach langen Jahrhunderten der Zersplitterung und der Auflösung in einzelne Landeskirchen ist jetzt die Einheit aller einzelnen Kirchengebiete zu der einen Deutschen Evangelischen Kirche errungen worden. Im einigen deutschen Volk Haden wir für alle evangelischen Volksgenossen eine Eoangelsiche Kirche. In dieser Einheit verbindet uns nicht nur unser Volkstum, nicht nur unsere Sprache. Es ver­bindet uns als Glieder der Evangelischen Kirche die Gemeinschaft des evangelischen Glaubens. Das wird eine echte Deutsche Evan­gelische Kirche sein, wenn wir untereinander ver­bunden sind nach 'dem Worte und Vorbild und in dem Geiste unseres Herrn und Meisters:Habt Siebe untereinander!" Mit dieser herz­lichen Bitte begleite ich euch in eure Häuser und in eure Heimat und füge noch das andere hinzu: .Wir alle sind einander verbunden nach dem

Wettervoraussage.

Durch den Kaltlufteinbruch an der Rückseite des schnell ostwärts wandernden Tiefdruckwirbels hak im Laufe des Sonntags kräftiger Luftruckanststg eingesetzt, der am Tage Aufheiterung und nachs in' folge Ausstrahlung starken Temperaturrückgang verursachte. Ein neues Jslandtief hat sich aber be­reits südöstlich nach den Britischen Inseln hin ver­lagert, so daß mit erneuer Wetteroerschlechterungj zu rechnen ist. Bei auffrischenden westlichen Wm-- den gestaltet sich der Witterungscharakter wiedec wechselhaft und zeitweise regnerisch.

Aussichten f ü r Dienstag: Meist bewölkt, vorerst etwas milder, zeitweise Niederschläge.

Aussichten für Mittwoch: Unbeständiges und wieder kühleres Wetter mit Niederschlags»

wach werden und feierte als höchstes kes die Freiheit auch auf den Meeren. Dre Tat Ad- miral Scheers werde wirken bis in die fernste Zu­kunft des deutschen Volkes.

Der Zuq begab sich sodann an den Gedenkstein für die Pioniere. Von unserem M u d t a sprach in seiner Gedenkansprache General Röthardt, der diesen Heerführer in seinem Wesen und feinen Taten zeichnete, an die Kämpfe in den Argonnen er­innerte und an die 65 000 Pioniere, die ,m Kriege für das Vaterland fielen. Der Enkel des Verewigten legt mit dem Redner Kränze nieder.

Der Gedenkstein für die Artille r i e gilt bem Andenken des Obersten Bruchmuller, dessen Name für immer mit den berühmten Durchbruchschlachten des Weltkrieges verbunden ist. Der österreichische General von Krauß hob in seiner Ansprache Die Tat der Artillerie im Kriege hervor, die die eigent- liehen Schlachten lieferte, aber den Sieg nicht er- ringen konnte. Er legte einen Ehrenkranz meöer.

Nach jeder Ansprache intonierte die Kapelle die den einzelnen Waffengattungen eigenen Lieder, während von der Höhe Böllerschüsse in die weite Ebene dröhnten. Am Gedenkstein für den Tag von Düppel trug der Enkel des Burg­herrn Lehmann das Fontanesche Gedicht über die­sen Tag vor, während schließlich am Steine Albert Leo Schlageters Obergebietsführer Stellrecht sprach. Auch ihm wurde der Kranz der Unvergessen-

Schließt die Reihen! Steht fest zusammen. Werdet nicht müde, Gott zu bitten, daß er durch seinen Heiligen Geist unter uns wirke! Eine Deutsche Evangelische Kirche!

Der gemeinsame Gesang des Luther-LiedesEm feste Burg ist unser Gott", das Vaterunser und der Segen sowie ein Orgelnachspiel bildeten den Ab­schluß der feierlichen Handlung. Unter dem Gelau der Domglocken verließ daraus der Reichsbijchof mit den Bischöfen und Geistlichen das Gotteshaus.

DieSegriißmig deSReichSbischoss

Auf der Freitreppe führte der Reichsleiter der Deutschen Christen" Dr. Kinder u. a. aus:

Herr Reichsbischof! In dieser feierlichen Stunde haben Sie um Gottes Segen für Ihr hohes Amt gebeten. Die Bischöfe der deutschen Landeskirchen haben siirbittend sich mit einem Wort aus der Heiligen Schrift um Sie gestellt. Die deutsche evan­gelische Christenheit erlebt an dem Tage Ihrer Ein­führung die Einheit ihrer Kirche. Als der verant­wortliche Leiter derDeutschen Christen" spreche ich zu Ihnen in dieser Stunde: Darin sehen wir die Segenshand Gottes über dieser Feier, als es Ihrem Wirken und unserem Einsatz nach der un­endlichen Güte des Ewigen geschenkt sein möge, daß Volk und Kirche im neuen Deutschland sich zu­sammenfinden.

Reichsbischof Müller,

ging in feiner Rede auf alle Ansprachen ein und führte u. a. aus: Ich bin gebeten worden, für den Frieden zu arbeiten. Bereits eine Stunde nach meiner Wahl zum Reichsbischof habe ich mei­nen Mitarbeitern den Auftrag gegeben, mit allem Nachdruck daran zu arbeiten, daß wir zu einer Verständigung mit denen kommen, die noch abseits stehen. Ich kann versichern, daß wir diese Verständigung oft und ehrlich gesucht haben, wo es nur möglich war. Ich kann auch ver­sichern, daß ich den Willen zum Frieden und zum Verstehen heute noch genau so lebendig habe, wie in der ersten Stunde. Ich bin um so ruhiger und zuversichtlicher, als eines in dieser Zeit schon geklärt ist. Wenn die, die noch abseitssteh.n, sich so ausdrücklich als Bekennt­nis l e u t e bezeichnen, muß ich noch einmal fest-

Die Reichspost teilt mit, daß wegen Verdachtes nationalsozialistischer Betätigung Hausdurch­suchungen bei den Mitgliedern der Wiener Staatstheater, Kammersängerin U r s u 1 e a c (früher in Frankfurt) ninb Kammer­sänger Hammer vorgenommen wurden. Die Hausdurchsuchung hatte kein Ergebnis.

Die amerikanische Textilarbeitergewerk­schaft hat am Samstagnachmittag den Streik in der Textilindustrie für beendet erklärt und die Arbeiter angewiesen, am Montagfrüh die Ar­beit wieder aufzunehmen. Der Führer des Streiks erklärte, die Arbeiterschaft habe im wesent­lichen den Streik gewonnen. Der Ausstand habe die ganze ungerechte Struktur der Nira aus« einandergerissen und die Arbeiter von einer Last befreit.

Alarmzustand über ganz Spanien.

Madrid, 23. Sept. (DNB.) Jrn Staatsanzeiger vom Sonntag wird ein Erlaß veröffentlicht, durch den über ganz Spanien der Alarmzu­stand verhängt wird. Der Innenminister er­klärte, diese Maßnahme diene hauptsächlich der Er­leichterung der polizeilichen Nachforschungen in der Angelegenheit der marxistischen Umsturzpläne. In Barcelona verübten Syndikalisten drei Bom­benanschläge, durch die in einem Stadtviertel die Licht-, Gas- und Wasserleitungen zerstört wur­den. Bei Satander brannten Marxisten eine Dorskirche von großem künstlerischem Wert nieder.

Der Festgottesdienst im Berliner Dom.

Berlin, 23. Sept. (DNB.) Der feierliche Gottesdienst, mit dem heute mittag der Reichsbischof in sein hohes Amt eingeführt wurde, gestaltete sich zu einem weihevollen Akt. Lange vor Beginn des Gottesdienstes strömten von allen Seiten die Gläu­bigen zum Dom, der von einer andächtigen Ge­meinde bald gefüllt war. U. a. bemerkte man auch Neichsinnenminister Dr. Frick, Staatssekretär Dr. Meißner, den stellvertretenden Gauleiter Gör- l i tz e r, Oberst v. K e i s e r vom Berliner Wacht- regiment und den Kommandanten der Berliner Schutzpolizei, Oberst Dillenburger. Von den hohen Emporen rings um die gewaltige Kuppel­halle leuchteten die Fahnen des Dritten Reiches. Als die Abordnungen der evangelischen Pfarrer­schaft, der theologischen Fakultäten in ihrem Ornat und schließlich die Landesbischöfe mit dem Neichsbischos an der Spitze in langem Zuge im Dom erschienen, erklang feierliches Orgel­spiel, und die Gemeinde erhob sich zur Begrüßung.

Der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche, D. Engelke, verkündete den Eingangsspruch und hielt die Schriftlesung aus Johannis 17. Dem Ge­meindegesangO Heil'ger Geist, kehr bei uns ein" folgte das Glaubensbekenntnis, das der Reichs- b i f ch o f las, und fein Gelöbnis:

Ich gelobe in Gegenwart des Allmächtigen, im Namen des Herrn Jesus Christus, im An­gesicht dieser Gemeinde: Ich bin willens, bas Amt eines lutherischen Reichsbischofs der Deut­schen Evangelischen Kirche dem heiligen Evan­gelium gemäß zu führen, wie Martin Luther es uns bedeutet hat, zur Ehre Gottes, zum heil feiner Kirche, zum Wohle des Volkes.' Gott helfe mir.

Darauf knieten der Reichsbischof, der Vikar und der älteste der deutschen evangelischen Bischöfe Kühlewein (Baden) vor dem Altar nieder, und Vikar Engelke brachte die Fürbitte der Gemeinde in einem Gebet zum Ausdruck. Nunmehr begrüßten sämtliche Landesbischöfe den Reichsbischof durch Bibelworte und gelobten ihm treue Gefolgschaft. Mit diesem weihevollen Akt trat symbolhaft die ganze Deutsche Evangelische Kirche in Erscheinung. Dann erklang der achtstimmige A-cappella-Gfyor Fürchte dich nicht". Ein GemeindegesangSollt' ich meinem Gott nicht fingen" leitete über zu einer

Aus Anlaß der Einführung des Reichsbischofs hielt die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche am Sonntagnachmittag eine Feierstunde im Preußenhause ab, zu der auch der Reichsbischof mit feinen nächsten Mit­arbeitern erschienen war. Der Feierstunde wohnten außerdem bei Mitglieder der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, des Deutschen Roten Kreu- zes, des Deutschen Cavitas-Verbandes, der Schwe- stern-Organisationen und des Männerwerkes.

Der Präsident des Zentral- Aus­schusses für bie Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche, Pfarrer Thernel, nannte in feiner Eröffnungsrede die Innere Mission den Boden, auf dem die verschieden st en Menschen und Kräfte sich zum brüderlichen Gespräch treffen und trotz ihrer Herkunft aus verschiedenen kirch­lichen Lagern gemeinsam Zusammen­arbeiten. Er richtete an den Reichsbischof die Bitte, noch einmal den Versuch zu machen, über die tiefen Gräben hinweg, die der kirchliche Kampf aufgetan habe, eine Brücke zu schlagen und bot hierzu die Hilfe und den Dienst der Inneren Mission an. Seine Bitte ging weiter auch an die­jenigen, die noch abseits stehen, gemeinsam mit am Werk des Friedens zu bauen.

Der Vertreter des Gustav-Adolf-Vereins, Professor Dr. Bruhns, bat den Reichsbischof im Namen der Diaspora, unseren Brüdern draußen, die im Kampf um Volk und Glauben stehen, die sehnsüchtig nach der Kirche des Heimatlandes blicken, jein Verständnis und seine Liebe entgegenzubringen.

Der Präsident des Evangelischen Bundes, Mini­sterialdirektor Dr. Contze, gab der Freude Aus­druck, daß das prophetische Wort, das Fricke 1887 in Frankfurt a. M. aussprach, zur Wahrheit gewor­den sei: Die evangelische Kirche muß nachwachsen der Nation.

Die Führerin der evangelischen Frauen und des Frauenwerkes der Provinzialkirche Westfalen verbreitete sich über die Aufgaben der Frauen in der neuen einigen deutschen Reichskirche und gelobte treue Mitarbeit der evangelischen Frauen bei der Arbeit für Volk, Kirche und Evangelium.

Pfarrer Schirmacher, der Direktor des Zen­tralausschusses für Innere Mission, sprach über den Dienst der Inneren Mission sowie über ihre Auf­gaben in der Zukunft. Er betonte, daß die Innere Mission mit dem Nationalsozialismus auf das innigste verbunden fei.

Der Reichsbifchos

stellen, daß auch wir alle auf bem 93 e - tenntnis stehen und daß von uns noch nie­mand in der Kirche gehindert worden ist, diesem Bekenntnis zu folgen. Ich muß hier aber auch ein ernstes Wort sagen über die VokabelBekenntnis": Wenn wir Theologen von Bekenntnis sprechen, so können wir uns darunter etwas vorstellen. Aber wenn die einfachen Leute draußen im Lande hören, daß das Bekenntnis in Gefahr fei, so glauben sie, das Bekenntnis zu Christi sei in Gefahr. Das muß ich mit allem Ernst aussprechen. Wir wollen ja nichts anderes, als daß Christus wie- der in Deutschland verkündet wird. Ich habe die Empfindung, daß manchmal mit etwas wehleidigem Einschlag von dem gestörten Frieden gesprochen wird. Man vergißt, daß Friede und Friede zweierlei ist. Wenn der Heiland vom Frie­den sprach, dann meinte erben Frieben in b e r $ r u ft. In biesem Frieben find wir uns alle einig. Diesen inneren Frieden brauchen wir gerade füer den Kampf. Kampf wird immer blei­ben und soll immer bleiben. Ich habe die Empfin­dung, ich müßte sogar mit allem, was mir zur Ver­fügung steht, dahin arbeiten, daß in dieser Kirche nicht etwa ein Kirchhofsfrieden sich breit macht, daß wir gerade ringen müssen, den lebendigen Chri­stus ins Volk zu bringen. Diese Stunde hat von neuem den Beweis erbracht, daß wir innerlich zu- jammengehören und auch innerlich zu denen ge­hören, die noch meinen, sie könnten uns noch miß­verstehen, und die sicher auch erkennen, daß wir sie mit unserer ganzen heißen Liebe noch packen werden. Weiter versicherte der Reichsbischof, daß die Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins stets eine lebendige Förderung und Mitarbeit finden werde. Er gedachte mit besonders warmen Worten der Brüder in Oesterreich, im Memelland und überall jenseits der Grenzen.

Die Sicherung des reformierten Bekemttm'sstandes.

Berlin, 24. Sept. (DNB.) Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche hat im Beneh­men mit dem reformierten Mitglied des geistlichen Ministeriums die erste Ausführungsverordnung zum Kirchengesetz zur Sicherungdesreformier­ten Bekenntnis ft an des vom 9. August 1934

schauern.

Lufttemperaturen am 23. September: mittags lo,o Grad Celsius, abends 8,9 Grad; am 24. (Septembers morgens 4,7 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum iiuiicuiiuiuis. 2,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Xtefe am

Admiral von Trotha sprach dann am Ge- 23. September: abends 14,4 Grad; am 24. Septem-

erlassen. Die Ausführungsbestimmungen regeln die Gesetzgebung in der evangelisch-reformierten Lan­deskirche ber Provinz Hannover. Dem Landes­kirchentag wird ein weitgehendes Mitbestimmungs­recht eingeräumt. Er regelt nicht nur die zum Be­kenntnis gehörenden Angelegenheiten der inner- kirchlichen Ordnung selbst, sondern erhält weiter bas Recht, Gesetze beim Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche zu beantragen und über an­dere zustandegekommene Gesetze zu beschließen. Denn nach reformierter Auffassung stellt derLan - beskirchentag selb st die Leitung ber Kirche bar. Im übrigen kann zur Sicherung des reformierten Bekenntnisstandes das reformierte Mitglied des geistlichen Ministeriums Einwand gegen ein vom geistlichen Ministerium beschlossenes Gesetz erheben. Es wirb fobann bas Gutachten der beratendenReformierten Kammer" der Deutschen Evangelischen Kirche eingeholt. DieResormierte Kammer" besteht aus dem reformierten Kirchen­ausschuß für Deutschland.

antwortete hierauf u. a.: In tiefer innerer Bewe­gung komme ich aus dem Gotteshaus, wo ich vor dem Angesicht des Höchsten Bekenntnis und Ge­lübde getan habe, das Amt des Reichsbischofs der Deutschen Evangelischen Kirche getreu dem Evan­gelium zu führen. Ich bitte euch alle, evangelische Christen, ob ihr in einem Amt der Kirche steht oder 1 Grundsatz des Dienstes .

Neustadt a. d. Ai sch, 23. Sept. (DNB.) Burg Hoheneck bei Ipsheim, auf der schon der Führer in den Kampfjahren der Bewegung geweilt hat, ist von Verlagsbuchhänder J.F. Lehmann- München schon seit Jahren zu einemFränki­schen Walhalla" ausgestaltet worden. Er ist auch der Schöpfer des Heldenweges am Süd- honge der Burg und ber Veranstalter der Ein­weihung der Gedenksteine für die sieben Waffengattungen: Infanterie, Artillerie, Reiterei, Flotte, Unterseeboote, Luftflotte und Pio­niere, die hier mit Bildnissen bedeuten­der Heerführer geschaffen wurde.

In Vertretung der bayerischen Regierung über­brachte Regierungsdirektor Kleinschmidt herz­lichste Grüße, während Gruppenführer v. O b e r - n i tz die Grüße des Chef des Stabes der SA. überbrachte. Am Grabe des 1925 im Dienste der Bewegung gefallenen früheren Münchener Polizei- v v H.... «... uv<_,lU9 x wtt4V> ______

Präsidenten Ernst P ö h n e r legte der Burgherr mit denkstein für die Marine. Er ließ vor seinen Zu- ber: morgens 10,3 Grad. Niedellchläge 2 mm, Worten des Gedenkens einen Kranz nieder, Amlhürern die große Schlacht bei Skagerrak wieder Sonnenschsindauer 7 Stunden,