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Gießener Schwimmer in Kassel erfolgreich

Bundes deutscher Forstbeamten, Förster Bayer er, erschienen war, beendete den ersten Teil der Orts­gruppentagung. Hier nahm

öerSeifer des Amtes fürBeamtepg.Heß Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß er eingesehen habe, daß der Forstberuf eine unendliche Fülle schwerer und verantwortungsvoller Arbeit in sich berge und daß der Glaube vom spazierengehenden Förster, der nur auf die Jagd geht und seine Pfeife raucht, ins Reich der Fabel gehöre.

Am Nachmittag versammelten sich dann die Teil­nehmer der Tagung im großen Hörsaal des Univer­sitätsforstinstitutes, um den politischen Schulungs­vortrag des Beigeordneten Pg. Bartholomäus und den Vortrag über Naturschutz von Pg. Prof. Dr. F u n k zu hören.

Seigeorönefer pg. Bartholomäus sprach in einem überaus fesselnden Vortrag über na­tionalsozialistische Auffassung und Führertum.

Er wies auf einen Vortrag hin, den er im ver­gangenen Jahre schon vor einem kleinen Teil der Forstbeamtenschaft gehalten habe und faßte die Qualitäten, die man von einem Nationalsozialisten fordere, kurz in drei Punkte zusammen, die er Lha- rartere-igenschaften nannte.

Der Nationalsozialist müsse 1. Könner sein, Kön­ner in seinem Beruf, um über sein Arbeitsgebiet ein unbedingt richtiges Urteil bilden zu können.

2. Er müsse Menschenkenner sein, damit er jeden Untergebenen nach seiner inneren Veranlagung be­urteilen könne. Er müsse vor allen Dingen versuchen, bekannte Fehler in Güte und durch Ermahnungen abzustellen und erst in dem Moment, wo eine güt­liche Regelung unmöglich erscheint, zur harten Strafe zu greifen.

3. Er müsse Charakter haben. Bildung und An­stand wären zwei Faktoren, die unbedingt zusam­mengehörten. Der Nationalsozialismus lehne eine Gegenüberstellung derselben ab, denn man könne wohl mit Bildung einen schlechten Charakter über­tünchen. Es sei überflüssig, zu betonen, daß ein Mensch, der Charakter habe, auch ein Mensch sei, der Ehre im Leibe habe.

Nicht die Leistung, sondern die Berussehre müsse im nationalsozialistischen Betriebe den Ausschlag geben. Redner wies auf einen Fall aus seiner frü­heren Tätigkeit hin, wo die Berufsehre dadurch voll­kommen vergessen und verraten worden sei, daß er einen Berufsakkord, natürlich gezwungen, festge­setzt habe, der ihm innerlich widerstrebt habe, weil er ihn selber für falsch gehalten habe. Um derartige Fälle endgültig auszumerzen, würden heute Arbeits­ehrengerichte eingesetzt, in denen Fachmänner säßen, die eine Arbeitsleistung genau beurteilen können.

Es sei ganz klar, daß es auf der Welt immer starke und schwache, kluge und dumme Menschen ge­geben habe und geben werde. Dagegen werde man nichts unternehmen können.

Der Weufch müsse eben je nach seinen Fähig­keiten einen Platz einnehmen, auf dem er nach seiner Veranlagung am günstigsten arbeiten könne.

Dagegen habe man für faule Menschen im drit­ten Reich keinen Platz, denn der Mensch werde nicht als faul oder fleißig geboren, dies seien vielmehr Charaktereigenschaften. Der Nationalsozialismus ver­lange ehrenhafte Menschen und ein ehrenhafter Mensch könne nicht faul sein. Hier würden die Ehren­gerichte eingreifen und die Faulen aus ihren Stellen entfernen und durch fleißige Arbeitskräfte ersetzen.

Jeder Betriebsbesitzer sei mit seiner Gefolgschaft ein Teil des ganzen deutschen Vaterlandes und als solcher dem Naterlande verantwortlich. Vielen sei es heute noch nicht beizubringen, daß sie nicht die un­umschränkten Eigentümer und Herrscher ihrer Be­triebe seien. Ihnen wäre ein Teil des deutschen Volksvermögens anvertraut und wer es nicht zum Wohl des deutschen Vaterlandes verwalte, der werde von seinem Posten entfernt. So sei es heute voll­kommen ausgeschlossen, daß ein Privatbesitzer, der infolge seiner Unfähigkeit einen Betrieb zum Kon­kurs kommen lasse, in Zukunft jemals wieder einen Betrieb führen dürfe, auch wenn er noch so viel Geld besitze, weil er durch den Konkurs, durch den er Schaden am Volksvermögen angerichtet habe, sich

selbst die Qualität zur Führung eines Betriebes ab­gesprochen habe.

Die Bewertung der Arbeit eines Menschen mit einemnur gäbe es im dritten Reiche nicht.

Wenn man sich aber frage, wieso es komme, daß die eine Arbeit von dem Menschen selber als besser an­gesehen werde, als eine andere, so müsse man sagen, daß sich die Menschen diesen Dünkel, der heute so weit verbreitet sei, selber erzogen haben; denn viele Menschen, und ganz besonders der Arbeiter, haben diesen Dünkel k^durch selbst geschaffen, daß sie ge­spart und gehungert haben, damit der Sohn mal etwasBesseres" werden solle. Man legte ihm ja schon das Wort in den Mund, wenn man ihm sagte: Du sollst einmal mehr werden, als dein Vater wer­den konnte." Dieser Dünkel müsse unbedingt ver­schwinden.

Der Redner wies dann auf die unbedingte Not­wendigkeit der politischen Schulung hin. Heute sei nicht der Buchstabe des Gesetzes, sondern der Sinn eines solchen maßgebend. Wir müßten uns beflei­ßigen, heute den Wunsch eines Gesetzes zu erfüllen, und nicht wie bisher versuchen, denselben zu um­gehen. (Reicher Beifall belohnte die Ausführungen.)

Anschließend sprach

pg. Professor Dr. $unf

überNaturschutz in Hessen". Er führte in seinem äußerst lehrreichen Vortrag etwa folgen­des aus: In Hessen bestehe erst seit etwa zwei Jahren ein Naturschutzgesetz, das in anderen Ländern schon seit längerer Zeit in Kraft sei. Sinn und Zweck desselben wäre, Pflanzen durch gesetzlichen Schutz vor der vollständigen Ausrottung zu bewah­ren. Man verfolge dabei keine materiellen sondern ideelle Gesichtspunkte.

Da die Flora in den einzelnen Gebieten des Deutschen Reiches sehr verschieden sei, müßten auch für einzelne Gebiete verschiedene Pflanzen je nach der Häufigkeit des Vorkommens unter Schutz gestellt werden.

So sind in Hessen u. a. geschützt: die Bärlapp- aewächse, die Knabenkräuter, der Türkenbund, das Federgras, die Seidelbastarten, das große Schnee­glöckchen, die Bergflockenblume, die Enzianarten, die Wintergrünarten, die Eisenhutarten, die große Anemone, die Küchenschelle und der Diptam'

Der Vortragende wies darauf hin, daß gerade die Forsibeamtenschaft in ihrer Eigenschaft als Verwalter der deutschen Forste in erster Linie dazu berufen wären, diesem Naturschutzgesetz die nötige Wirkung zu verleihen, da sie durch die polizeigewalt, die ihr zustehe, jeden Ueber- griff gegen geschützte Pflanzen zur Anzeige bringen könne, und damit zur Erhaltung der seltenen Arten unserer Flora wesentlich bei­tragen kann.

Durch Bilderprojektionen und natürliche Belege wurde den Hörern in schöner und klarer Form ein Ueberblick über diese geschützten Pflanzen gegeben.

Im Anschluß daran sprach der Redner über den Wert der geschlossenen Naturschutzgebiete und der geschützten Baumdenkmäler. Er wies auf die Not­wendigkeit der Naturschutzgebiete hin, in denen es verboten sei, irgendeine Pflanze abzupflücken oder auszugraben, um wenigstens in diesen Gebieten die natürliche Flora, ohne Korrektur durch Menschen­hand zu erhalten. Ebenso sei es nur natürlich, wenn man heute besonders schöne, alte ober selten ge- ormte Bäume unter Schutz stelle, um sie noch mög­lichst lange der Nachwelt zu erhalten. Man sollte aber auch Pflanzen und Sträucher, die nicht unter gesetzlichem Schutz stehen, besonders an den Plätzen, wo sie eine besondere Verschönerung der Landschaft darstellen zu erhalten und durch alle erdenklichen Mittel zu schützen suchen. (Reicher Beifall dankte auch diesem Redner für seine Ausführungen.)

Der Ortsgruppenführer, Oberforstmeister Nico­laus, dankte den Rednern mit herzlichen Worten für die Ausführungen und schloß den offiziellen Teil der Tagung mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer und unser deutsches Vaterland.

Anschließend fand unter Leitung von Prof. Dr. Funk eine Führung durch den bota­nischen Garten des Forstinstitutes statt. Jrn Bayrischen Hof kamen die Teilnehmer dann wieder zusammen, um noch ein paar Stunden kameradschaftliches Zusammensein zu pflegen.

Am Samstag und Sonntag fanden in Kassel vom Kasseler Schwimmverein durchgeführt, die M e i - sterschaften des G a u e s XII, Nordhessen, statt, an denen Schwimmer des Gießener Schwimm­vereins und des Turnvereins 1846 mit Erfolg teil­nahmen.

Am Samstag konnte Zimmer, GSV., im 1500= Meter-Kraulschwimmen mit 24,51 Minuten hinter Aichinger, Kurhessen Kassel, mit 24:21,3 Min. Öen zweiten Platz belegen. Die 3 X 200-Meter- Damenbruststaffel sah den KSV. mit 11:42,3 Min. an erster Stelle; die wesentlich jüngeren Schwim­merinnen des TV. 1846 wurden mit 12:25,7 Min. Zweite.

Das erste Rennen des Sonntags, die 4 X200 = Meter - B r u st st a f f e l gestalteten die Gieße­ner zu einem überlegenen Sieg. Die Mannschaft Mewes, Baumann II., Baumann I., Pas­coe ging vom Start an in Führung und jeder folgende Schwimmer konnte den Vorsprung er­höhen. Mit 13:18,5 Min. schlug Gießen vor Kur­hessen mit 13:40,3 Min. an. Die 4 X200-Me- ter-Kraulstaffel konnte vom GSV. nicht ge­stellt werden, da Herbert und Kübel wegen Krank­heit verhindert waren; so schwamm Kurhessen in der Zeit von 11,59 Min. das Rennen nach Hause.

Dann folgte has Kürspringen der Her­ren. Schüler, GSV., der bereits am Sams­tag mit 71,60 Punkten vor Kramm, KSV., mit 57,40 Punkten führte, konnte jetzt bei den Kür­springen auf 138,60 erhöhen und so vor Kramm mit 112,40 einen schönen Sieg erringen. Man darf auf das Abschneiden des talentierten Springers bei den Kampfspielen in Nürnberg gespannt sein.

Im folgenden Damenbru st schwimmen 2 0 0 Meter der Klasse I schwamm H. v. Dü­ring gegen die Olympiakandidatin (Toenning, KSV., einen schönen Sieg heraus und verwies die Olympiaanwärterin mit 7 Meter Abstand auf den 2. Platz. Zeit 3:35,9 Min. In der Klasse 112 siegte M. Köhlinger, TV. 1846, mit 3:58 Min. vor Müller, Kasseler Turngemeinde, und ihrer Klub­kameradin Kompf mit 4:5,3 Min. überlegen. Die Schwimmerinnen des Turnvereins machten durch­weg einen guten Eindruck. Die 4X100-Meter-Kraul- ftaffel konnte der GSV. aus obenerwähnten Grün­den ebenfalls nicht beschicken.

Das 2 0 0 - Meter - Brustschwimmen brachte den Schwimmern des GSV. ebenfalls be­

achtliche Erfolge. In der Klaffe I starteten dis Olympiaanwärter Minke l, KSV., und Engel­hardt, Kurhessen. Letzterer gewann mit 3:15,4 Minuten gegen Minkel mit 3:20,8 Min. In Klasse Ila lagen in sämtlichen Läufen die Gießener in Front. Mewes sicherte sich den ersten Platz in 3,15 Min. vor Senning, Kurhessen, mit 3,17 vor H. Baumann, GSV., mit 3:17,5 Min. und dessen Bruder mit 3,18 Min. (Interessant ist ein Vergleich mit den der Olympiaanwärter.)

Im 10 0 - Meter - Kraul, Klasse I, wurde Braun, da er sich verschwamm, hinter Klemke, KSV., mit 1:10,4 Min. und Brehme mit 1:14,5 Min. um Handschlag Dritter. In Klasse Ila kam Hechler mit 1:17,5 Min. an 4. Stelle, eine gute Zeit, wenn man die Zeiten um 1,14 Min der drei ersten berücksichtigt. Im 100-Meter-Damen- jugendbru st schwimmen war E. Plank. GSV., hinter Büscher, KSV., Zweite. Die 10 0 - Meter - Herren - Rücken gewann H o r e y s e ck , TV. 1846, nach scharfem Rennen in 1,32 Min. vor Diefenbach, KSV., mit 1:32,6 Min. Im letzten Wettkampf kam F. Werner, TV. 1846, nach spannendem Rennen über 400- Meter-Kraul, Klasse II mit 6,58,6 Min, auf den zweiten Platz hinter Borhauer, KSV., mit 6:50,8 Min. Die erzielten Zeiten sind unter Berück­sichtigung der um 2,50 Meter zu langen Bahn und der Balkenwende als sehr gut zu bezeichnen; nach Angaben des Gauschwimmwarts kann man auf 100 Meter etwa 5 Sekunden abrechnen.

Wasserball in Hanau.

Am Sonntag vor acht Tagen war die Wassers ball Mannschaft des GSV. beim Bezirks­turnier in Hanau. Im ersten Spiel standen sich Turngemeinde Hanau und Hanauer SV. gegen­über; letzterer gewann mit 5:2 Toren. Das zweite Spiel Gießen gegen HSV. endete 2:2, da beide Mannschaften sehr auf Deckung spielten. Danach stand Gießen gegen Tgde. Hanau und gewann mit 9:0 Toren sicher. Wegen des besseren Torverhält­nisses wurde Gießen Turniersieger und Bezirks­meister. Die Mannschaft stand: Tor: Schüler; Ver­teidigung: Rothmann, Pascoe; Verbindung: Braun; Sturm: Schomber, Zimmer, Hechler. Die Gießener Vereine können mit Recht auf ihre Schwimmer stolz sein.

Die Auswertung der 2üü0-Mmeter-§ahrl.

Man kann zufrieden sein ...

Bei der 2000-Kilometer-Fahrt durch Deutschland kann man mit dem Ergebnis im allgemeinen recht zufrieden fein. Obwohl die ungeschriebenen Durch­schnittsgeschwindigkeiten stark erhöht worden waren, wurden sie von vielen Fahrern weit unterboten.

Von insgesamt 1649 Gestarteten erreichten 1025 das Ziel, von denen 970 Preisträger wurden.

Es kamen insgesamt 831 Goldene, 84 Silberne und 55 Bronzene Medaillen zur Vergebung. Bei den Solomaschinen wurden in Gruppe IX (über 500 ccm) 83 Goldene, 8 Silberne und 2 Bronzene Medaillen bei 142 Gestarteten vergeben. In Gruppe X (bis 500 ccm) erhielten von 374 Gestarteten 220 die Goldene, 18 die Silberne und 12 die Bronzene Medaille. In der Klasse bis 350 ccm wurde von 175 Gestarteten 101 die Goldene, 6 die Silberne und 4 die Bronzene zugeteilt und in der kleinsten Gruppe XII (bis 250 ccm) holten sich von 180 Ge­karteten 104 die Goldene, 10 die Silberne und 6 die Bronzene Medaille.

Roch ein Todesfall.

Leider hat die 2000-Kilometer-Fahrt noch ein viertes Todesopfer gefordert. Bei Päwesin im Kreise Westhavelland verunglückte der Hambur­ger DKW-Fahrer Brunswig so schwer, daß er mit einem Oberschenkel-, einem Unterschenkel-Bruch und einer Gehirnerschütterung ins Brandenburger Marien-Krankenhaus geschafft roerh-m mußte. Ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu hrrben ist er am Montagvormittag seinen Verletzungen erlegen.

Obergruppenführer Hühnlein an Mussolini.

Der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Ober­gruppenführer Hühnlein, hat an Mussolini fol­gendes Telegramm gerichtet:

Dankbar für die Entsendung der Mannschaft Ihrer Leibgarde sowie von Offizieren der italieni­schen Straßen-Miliz und von Faschisten zur Teil- nahme an den 2000 Kilometer durch Deutschland 1934 und in Bewunderung der von ihnen bewiese­nen und mit dem ersten Preis ausgezeichneten sport­lichen, Leistungen entbiete ich als Führer des deut­schen Kraftfahrsports Ew. Exzellenz die ergebensten Grüße."

Die Reichswehr erringt 26 goldene Medaillen.

An der Fahrt durch Deutschland haben 30 An- gehörige der Wehrmacht teilgenommen. Auch dieser sportliche Wettkampf hat, wie seinerzeit die Kraft­fahrgeländefahrt im Harz, bewiesen, daß die Wehr­macht in ihren "motorsportlichen Leistungen mit an erster Stelle steht. Die 30 Teilnehmer der Wehr­macht, die ohne jeden Ausfall das Ziel in der 2000- Kilometer-Fahrt erreichten, erwarben in scharfem Wettbewerb und unter schwersten Bedingungen 26 goldene Medaillen und fünf Mannschaftspreise.

*

Von eine mbedauerlichen Mißgeschick wurde Ge­neral D a l u e g e betroffen, der bis 150 Kilometer vor dem Ziel in ausgezeichneter Position tag, aber dann wegen Motors ch a d e n s aufgeben mußte.

Nie sportliche Betätigung der Beamten und Angestellten in Hesten.

Der hessische Slaalsminster an alle unlerslelllen Behörden.

Jrn Anschluß an die in der Presse bereits be­kanntgegebene Verfügung vorn 20. Mai 1934 be­treffend die Turn- und Sportpflicht der Beamten und Angestellten im Hessischen Staatsdienst erlasse ich folgende Ausführungsbestimmungen:

1. Jeder Beamte und Angestellte soll wöchentlich mindestens zwei Stunden aktiv Leibesübungen trei­ben, soweit er hierzu körperlich in der Lage ist. Er soll sich zu diesem Zweck umgehend bei einem im nationalsozialistischen Sinne geleiteten Turn- und Sportverein anmelden. In Frage kommen nur Ver­eine, die einem vorn Reichssportführer anerkannten Fachverband angeschlossen sind. In diesem Zusam­menhang ist jedoch die Neugründung von Behör­densportvereinen untersagt.

2. Beamte und Angestellte, die auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses nachweisen, daß sie aus ge­sundheitlichen Gründen oder infolge eines körper­lichen Gebrechens nicht in der Lage sind, aktiv Sport zu treiben, sollen passives Mitglied eines Turn- und Sportvereins werden. Diese Mitglied­schaft ist als nationale Tat aufzufassen, die 'dazu dienen soll, Mittel für die körperliche Ertüchtigung der Jugend zu erhalten.

3. Befreit find Beamte, die der SS., SA. und der SA.-Reserve I angehören. Es wird jedoch er­wartet, daß diese Beamte als Ausdruck ihres na­tionalen Willens passives Mitglied eines Turn- und Sportvereins werden, soweit sie hierzu finanziell in der Lage sind.

Grundsätzlich wird daraus hingewiesen, daß Be­amte für die Ausübung dieser Turn- und Sport­pflicht solche Uebungsartcn wählen sollen, die vor allen Dingen Herz- und Lungenkraft fördern, d. h. eine allgemeine körperliche Ausbildung gewähr­leisten. Daher kann z. B. das an sich wertvolle Kleinkaliberschießen als körperliche Betätigung allein im Sinne dieser Verfügung nicht angesehen werden.

Ich hoffe, daß die Beamten unter Zurückstellung aller kleinlichen Fragen diese staatspolitische Not­wendigkeit erkennen und durch regelmäßige sport­liche Hebung dazu beitragen, ihre Gesundheit und damit ihre Dienstfähigkeit im Interesse der Familie i und des Staates zu erhöhen. Auf die allgemeinen1

Bestimmungen meiner Verfügung vom 20. Mai 1934 weise ich besonders hin.

Die vorstehenden Anordnungen gelten auch für die Beamten und Angestellten der Gemeinden und Gemeindeverbände. Die Kreisämter werden beauf­tragt, die Durchführung der vorstehenden Grund­sätze bei den Beamten der Gemeinden und der Gemeindeverbände zu veranlassen. Es wird dabei nochmals darauf hingewiefen, daß es den Ver­einen nicht gestattet ist, auf den Büros durch mehr oder weniger geschmacklose Art zu werben, es soll vielmehr den Beamten freigestellt sein, in einen der anerkannten Turn- und Sportvereine einzutreten.

gez. Jung.

Haustball im Männeriuruvereiu.

Am vergangenen Sonntagoormittag wurde auf dem Sportplatz des Männerturnvereins die Faust- ball-Rückrunde der Klaffe B, Gruppe 4, durchge­führt. Gruppenfieger wurde die Mannschaft des Männerturnvereins Gießen vor To. Steinbach.

Es traten folgende drei Mannschaften an: Tv. Atzbach, Tv. Steinbach, MTV. Gießen.

Der Männerturnverein stellte die ausgeglichenste Mannschaft und konnte gleich im ersten Spiel gegen Tv. Atzbach eine recht hohe Punktdifferenz heraus­holen. Schöne, an die Schnur oorgetragene Bälle der Hintermannschaft brachten den drei Vorder­leuten oft nur leichte Arbeit. Zum zweiten Spiel traten Steinbach und Atzbach an. Der To. Stein­bach konnte, trotzdem er nur vier Mann im Feld hatte, das Spiel mit 9 Punkten für sich entscheiden. 3m letzten Treffen Mtv. Gießen gegen Steinbach kam Steinbach gegen das bessere Zuspiel der Mtver nicht auf und landete an zweiter Stelle.

Die Ergebnisse:

To. Atzbach Mtv. Gießen 27:54 (12:25)

Tv. Atzbach Tv. Steinbach 38:47 (18:22)

Tv. Steinbach Mtv. Gießen 34:44 (17:26)

Die Mannschaft des Männerturnvereins wird nun mit den übrigen sieben Gruppensiegern um den Auf­stieg in die ^-Klasse zu kämpfen haben.

Z/Snofe/Z auf der Wafferkuppe.

Der zweite Tage des großen Segelflugwettbewer­bes auf der Wafferkuppe in der Rhön brachte den Segelfliegern nicht das erwartete Wetter. Ein dich­ter Nebel machte ein Aufsteigen unmöglich und den ganzen Tag über konnten irgendwelche Flüge nicht durchgeführt werden.

Die Deuischen Kampffpiele in Amberg.

Erster Haupt-Wettkampfiag.

In Nürnberg herrschte am Montag ein lebhafter Betrieb. Im Stadion fanden Handball-, Faustball- und Schlagballspiele statt, im Pulversee wurden die Vorschlußrundenteilnehmer im Wasserball ermittelt, in der Luitpoldhalle wickelten Boxer und Kegler ihre ersten Kämpfe ab und im Tier'gartensaal wur­den die Wettbewerbe im Fechten fortgesetzt. Auf der Straße wurde am Vormittag die Meisterschaft im Vierer-Vereins-Mannschaftsfahren erledigt. Die Kämpfe im Fechten und Boxen sowie Kegeln zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. "

Die Radfahrer machten am frühesten Morgen den Beginn. Auf der 100 Kilometer langen Strecke NürnbergBambergNürnberg ging es

um den Meistertitel im Vierer-Vereins- Wannschaftsfahren.

Nach einem spannenden Verlaus siegte die Mann­schaft des Titelverteidigers Wanderer Chem­nitz in der neuen Rekordzeit von 2:26:23,4 Stun­den vor dem RV. 1892 Schweinfurt, der mit 2:26:25 ebenfalls noch unter der alten Höchstleistung blieb. Der Verein Dresdener Rennfahrer, RC'. Staubwolke Köln und Teutonia Breslau belegten die nächsten Plätze.

Im Pulverfee wurden die

Vorschlußrundenteilnehmer im Wasserball ermittelt, die sich am Mittwoch in der Stadion- Schwirnrnbahn in den vier Kämpfen dieser Runde gegenüberstehen. Die Ergebnisse der zweiten Vor- bzw. Zwischenrunde waren: Hellas Magdeburg gegen Spandau 04 10:2 (3:1); SSF. Barmen gegen Tv. 46 Nürnberg 3:2 (2:0); Weißensee 96 gegen München 99 4:2 (2:1); Pos. Magdeburg gegen Hamburger Tschft. 10:2 (4:0); Magdeburg 96 gegen Tgm. Mühlhausen 8:3 (4:1); Duisburg 98 Bre­wer Schwimmverband 2:1 (1:0); Wsfr. Hannover gegen Bayern 07 Nürnberg 7:3 (6:1); SV. Augs­burg 1. FC. Nürnberg 2:1 (1:1) n. V. Die siegenden Mannschaften stehen in der Vorschlußrunde.

3n der Luitpoldhalle wurden die

Vorrunden der Boxer

vom Fliegen- bis Weltergewicht abgewickelt. Hier­bei kamen folgende Boxer in die Zwischenrunden:

Fliegengewicht: Stasch (Kassel), Rappsilber (Frank- surt), Brofazi (Hannover), Weinhold (Berlin). Ban­tamgewicht: Kremer (Köln), Liwowski (Magdeburg), Wilke (Hannover), Miener (Breslau). Federgewicht: O. Kästner (Erfurt), Arenz (Berlin), Schöneberger (Frankfurt), Aring (Osnabrück). Leichtgewicht: Schmedes (Dortmund), Häusser (Bückingen), Frey (München). Weltergewicht: Campe (Berlin), Murach (Schalke), Leitner (Stuttgart), Mellin (Hamburg).

Ebenfalls in der Luitpoldhalle nahmen die

Kegler

ihre Wettkämpfe in Angriff. Hier fielen die ersten Entscheidungen bei den Alten Herren und den Frauen. Bei den Alten Herren wurden Kampfspiel­sieger Dietrich (Braunschweig) auf der Asphaltbahn mit 572 Holz unb Lorbeer (Spvndau) auf Bohle mit 762 Holz; Siegerin der Frauen wurde Fr. Buchbaumer (Hannover) auf Bohle mit 758 Holz, jeweils bei 100 Wurf.

3m Tiergartensaal wurde am Abend das

Damen-Florettfechten

entschieden. Die Titelverteidigerin Fr. Deiters (Offenbad)) schied durch Krankheit aus. Meisterin und Kampfspielsiegerin wurde ihre Vereinskamera- din Frl. Hedwig Haß mit sieben Siegen und 14 erhaltenen Treffern vor Frl. Oslob (Leipzig) und Frl. von Wachter (München). Bei den Herren kom­men die Frankfurter Eifenecker, Rosenbauer und Jewarowski, Adam (Wiesbaden), Kolbinger (Mün- ch?u), Gelwitz (Ulm), Heim (Offenbach), Berthold ctf un& Döblinger in die Endrunde im

jiorett.

3m Stadion wurden am Nachmittag die äommerspiele

in Angriff genommen. 3m Faust ball bestreiten bei den Mannern Lichtluftbad Frankfurt und MTV.

J!1® un& bei den Frauen Eimsbüttel und f n ?rbarmen am Mittwoch die Endspiele. Im schlag b all kommen im Endspiel Gutheil Ar­bergen und München 1860 zusammen.

<5? Handball gab es eine große Sensation burch die hohe Niederlage der Badener, die von Sachsen mit 11:3 (6:0) geschlagen wurden.