Einzelbild herunterladen

Nachklänge zum 446er-Tag

zum

Verse

PFLICHT!

des kath

Reiths-ürftfdiutibunL

zeigte, hi aufs nei

seinem großen einsamen Schloß. Der Film oer« meidet mit Geschick die Peinlichkeiten, die der Fabel einen fatalen Beigeschmack geben könnten, und führt die anfangs schwankhaft heitere und stürmisch ge> steigerte Handlung zu einem ganz romantischen Ab- schluß. Die Regie von Hasso Preis arbeitet mit hübschen Ueberblendungen und klarer Photographie und bringt auch zwanglos eine Reihe malerischer Landschafts- und Städteaufnahmen unter. Der Ber­liner Komiker Romanow sky spielt den alter Baron mit kräftiger Betonung des Lustspielcharak- ters, verliert sich aber nie in bloße Karikatur uni findet zuletzt auch mühelos den Uebergang zu der stilleren und ganz gefühlvollen Tönen. Ein glück­licher Griff war die Besetzung der Anny mit Luise Ullrich, einer sehr begabten Nachwuchs-Schau­spielerin von erfrischendem und natürlichem Tem­perament. Eduard W e s e n e r gibt einen netten jungen Liebhaber; Gay Christie, Eric Ode, Friedrich Ettel, Franz Rikli sch und Rudolf Esseck seien vom übrigen Ensemble erwähnt. Am Beiprogramm: schöne Trachtenbilder aus dem Allgäu und die vielseitige, recht aktuelle Wochenschau.

trieben anbieten, sofern dadurch die Betriebsord­nung nicht verletzt wird.

Gieftener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 2-1. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S IOV2, Klasse A 10, Klasse B 9% Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben

Bif<W fatiusoe m Gdiuma vlirdiyten drs Wt unb bie T Mckmn bar, bie: bauer bi gerichtsb! Namen l eine unb

OUI m HM die G y »V M lp i«W"' ler kilchW > »K .füllten Got licher W M eines dienst. No Pater SN kloster 8U 3 VfiormoW chores oerh lichem San den feierlich dich' einstir ien Hirten

Der tird Im Katholi an. Wie z füllt bis a Leitung t hillent des uner die Derar ter Crö Feier wc im Inter ' dem Jub uns alle

Einen fl des flj. die vM chen r

neuefl

diesen

Ä!

llrheberre

11 Fortset

5s quäl renb er hj Achehen Wh, bae Zerbreche, Nechenschc letzt h n Unb ba ihm

Krankheit «mit

3al I

Sie find neuer rtty m

Sch

N nu ba

versä !$Q, u, ytbu ?l'ch D

'8 be.

« 6<»lud

WERDE MITGLIED IM f

* Gendarmeriepersonalien. (Ernannt wurden Polizeimajor Baron von der Reck, in Darmstadt zum Kommandeur der Landesgen. darmerie; Polizeihauptmann Plappert in Mainz zum Gendarmeriehauptmann und Gendarmeriefüh. rer in Rheinhessen.

** Schulpersonalien. Ernannt wurde bet Schulamtsanwärter Karl Brühl aus Mainz

Mtfdiuts Selbfridiufi!

Honnertsechzeh' is e Nummer, Uff däi schtolz sei kann der Mann, Der dem Regement gehörte Früher als Aktiver an.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Uff däi gern mei Aag sich wend't, Denn mei Mann Schosch Hannewackel Diente in dem Regement.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Däi aich uff däin Briefcher schrieb Und an meinen Schosch abschickte. Wann er owends moal ausblieb.

Honnertsechzeh' is däi Nummer Bei der mei Schosch drei volle Joahr Wenn aach net Owerscht un Gefreiter, Sou doch Kammerschuster woar.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Deren Träger bei mir saß Owends in der Herrschaftsküche Wou vergniegt er Kottlett.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Däi heut soll gelte als Parol', Däi met weißer Schtrümbwoll schtickt aich Dem Schosch ins Schusterkamisol.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Däi houch in Gäiße schtieht in Ehr' Bei de Großherzog un Kaiser Un beim ganze deutsche Heer.

Honnertsechzeh' is däi Nummer, Aich sahns glei von vornherei, Wieh mich will zur Schwiegermutter, Muß e Honnertsechzehner sei.

Fraa Hannewackel.

, -Unb Ser 1 v "Dar Oer., «

Änaue

Die ( ^wandt h ®er l ber Grr

Fcha Die (c Iwiß

M e n

* M

liebt

Ä S bie

tteberirumpst.

König Heinrich IV. von Frankreich (1553 bis 1610) war ein vorzüglicher Plauderer, den alle seine Erlebnisse und Begegnisse in der Unterhaltung dramatisch und anziehend darzustellen wußte. Darin hielt ihm einzig Gegenpart der Marschall Bassom­pierre, der so gut zu erzählen wußte, daß der Hof ihm mitunter atemlos lauschte wobei sich selbst­verständlich wiederholt die Eifersucht des Königs regte. Eines Tages berichtete Marschall Bassom­pierre der an seinem Munde hängenden Hofgesell­schaft von seinen Eindrücken am spanischen Hofe, wo er im Auftrage seines Herrschers zu irgend­welchen diplomatischen Besprechungen geweilt halle. In glühenden Farben schilderte er den prächtigen Empfang, den man ihm in Madrid gewährt hatte, und bemerkte dabei:Ich machte meinen unvergeß­lichen Einzug auf dem niedlichsten, kostbarsten, klein­sten Esel, der in ganz Spanien aufzutreiben roar!" Hm", unterbrach ihn Heinrich, der schon wieder Neid auf den erzählerischen Erfolg seines Mar« schalls zu verspüren begann,das muß ja ein interessanter Anblick gewesen sein: ein Esel auf dem anderen!"Jawohl, Eure Majestät", entgegnete Bassompierre schlagfertig,ein Anblick, der um so interessanter war, als alle Welt wußte, daß der oberste Esel der Repräsentant Eurer Majestät wart"

Morgendämmerung, so steht sie vor den halb auf­getanen Toren des Lebens. Tausend Wege liegen vor ihr. Tausend Möglichkeiten fühlt sie sich ge­wachsen. Zu tausend Zielen möchte sie sich ent­scheiden. Und so tausendfältig ist ihr Wesen, daß man ihr zu keinem und zu allen Wegen raten möchte. Könnte sie nicht jeden gehen? Kranken­schwester? Aber wer wäre dafür geeigneter als sie! Würde man nicht schon gesund, wenn sie einem nur mit den Spitzen ihrer schlanken Finger über die Stirn striche? Oder paßte sie nicht besser an das Steuer eines Fünfzigtaufend-Mark-Wagens und der Wind brauste durch ihr Haar? Oder sollte sie nicht auf-der Bühne stehen und Millionen jubeln und meinen machen unter der Gewalt ihrer Stimme? Oder . . ., ja, unerschöpflich ist das Leben und es liegt vor ihr wie eine blühende Wiese, über die noch kein Fuß geschritten ist. Welchen Weg sie aber auch einschlägt, eins ist sicher: sie wird mindestens ein halbes Dutzend Kinder haben, Jungens und Mädels durcheinander, alle mit so schimmernd-blon- dem Haar wie sie, alle mit so großen nachtbraunen Augen wie sie.

Das ist sie, siebzehn Jahre alt und eine junge Königin. Sie weiß zwar schon viel über die Liebe, doch sie kennt die Liebe noch nicht. Wer sie aber als erster auf ihre blaßroten Lippen küssen wird, dem wird sie verfallen sein ihr ganzes Leben lang. Für solch ein Mädchen gibt es keinen Zweiten. Sie wird zu den Frauen gehören, die den Mann zu schönen und großen Taten begeistern. Es ist gut, zu wissen, daß sie auf der Welt ist.

Renate heißt sie.

poetischen Gruß an die 116er imGieße^ner Anzeiger" veröffentlichte, bringt diese heute wieder in Erinnerung. D. Red.

Lehrer an der Volksschule zu Groß-Felda (Kreis Alsfeld) mit. Wirkung vom 1. Juni 1934 an.

** D i e Gießener Reichswehr in der Schwäbischen A l b. Unser Bataillon mar­schierte gestern nachmittag zum Güterbahnhof, um die Fahrt nach dem Truppenübungsplatz Heuberg in der Schwäbischen Alb anzutreten. Das Bataillon nimmt dort an einer Uebung teil und wird am 13. August wieder zurückkehren. Der Marsch der Soldaten durch die Stadt, der unter Musikbeglei­tung erfolgte, wurde, obwohl das Wetter nicht ge­rade einladend war, von den Einwohnern mit großer Aufmerksamkeit und herzlicher Sympathie verfolgt.

** Promenadenkonzerte des Stadt- theater-Orchesters. Da das Orchester des Stadttheaters bei den Freilichtaufführungen des Schauspiel-Ensembles am Mittwoch unb Samstag mitwirken muß, werden die für Mittwoch unb Samstag angesetzten Promenadenkonzerte auf Diens­tag von 20 bis 21 Uhr und Freitag von 20 bis 21 Uhr vorverlegt. Das Programm am Dienstag bringt: Marsch der Regimentskolonne. Ouvertüre zur OperDer Barbier von Sevilla", Rossini. Fan­tasie aus der OperDie toten Augen", Eugen d'Albert. Ungarische Tänze Nr. 1 und 2 von I Brahms.Hofball-Tänze", Walzer von I. Lanner. Pizzicato-Polka von I. Strauß. Musikalische Lo­tung: Kapellmeister Fritz Cuje.

** Unfall. Der 73jährige Rottenmeister i. R. Karl Haupt, Roonstratze 38 wohnhaft, kam in der Nacht zum Montag so unglücklich zu Fall, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und in die Chi­rurgische Klinik eingeliefert werden mußte.

** Kinder aus dem rheinischen Jndu- striegebiet in Oberhessen. Gestern gegen 13.06 Uhr kam in Gießen ein Sonderzug an, der von Essen etwa 800 Kinder mit sich führte, bie durch die NS.-Volkswohlfahrt zum Landaufenthalt nach Oberhessen gebracht worden waren. Ein Teil der Kinder verließ bereits in Herborn, in Dillen­burg und in Wetzlar den Zug, um dort in den Ort­schaften der Umgebung untergebracht zu werden. In Gießen stiegen 140 Kinder aus, die in die Orte

von 20 Jahren erzählten und inneren Anteil daran nahmen, ist klar. Das warVolksverbundenheit" im wahrsten Sinne.Wenn Sie vor der Front stehen", so sagte deralte Mann",dann sind Sie mein Vorgesetzter, wie damals vor 20 Jahren, wenn wir aber hier zusammenstehen, dann sind wir Kamera­den."Sa Sch ... das sind wir."

DerGießener Anzeiger möge ruhig berichten, 'daß die Beiden noch lange zusammensaßen und noch einige Schoppen miteinander tranken, er soll aber dann auch hinzufügen, daß beide hocherhobenen Hauptes und in militärischer Haltung in später Nacht- stunde ihrenUnterstand" bezogen. Beide haben am 22. Juli trotz Hitze ihrenDienst" in vorbildlicher Weise erledigt, wie ein alter Major (ein Württem­berger) einmal sagte:feschten Tritt, wenns auch nimmer geht."

Das war nur e i n Beispiel der alten Frontkame- radschaft. Man könnte noch viele anführen, aber der Gießener Anzeiger" muß seinen Lesern auch noch anderes berichten.

Aber eines soll er noch drucken: der alte Soldaten­geist lebt noch, er wird solange die alte Front­kämpfergeneration noch lebt, nicht aussterben, das haben die beiden Tage, der 21. und 22. Juli 1934 bewiesen. Die Gesichter sind älter geworden, die Haare grauer, aber die Herzen der alten 116er und ihrer Tochterformationen schlagen noch den gleichen 114er Takt wie vor zwanzig Jahren.

Eine Erinnerung aus 1913.

Ein gelegentlicher Mitarbeiter, der aus Anlaß der Jahrhundertfeier des Inf.-Regis. Nr. 116 am 10. Juli 1913 den nachstehenden

NS.-GememfchaftKrast durch Freude"

Kreis Gießen.

Deutsches Sommerfesi in Kloster Arnsburg.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" des Kreises Meßen veranstaltet am Sonntag, 29. Juli, in ber altehrwürdigen Klosterruine Arnsburg ein Deutsches Sommerfest für bie Orte Lich, Eber stabt, Muschenheim, Bettenhausen, Birklar, Langsdorf, Steinbach u. a. Das Stadttheater-Orchester Gießen steht uns für diesen Tag zur Verfügung, unser Hei­matdichter Georg Heß wird kommen, ein vorzüg­liches Kasperltheater wird bie Kinder unterhalten, Volkslieder werden gesungen, und man kann sich nach Herzenslust austanzen.

Beginn der Veranstaltung mittags gegen 3 Uhr, Schluß abends 11 Uhr.

Nachmittags gegen 5 Uhr wird und dabei folgen wir einem alten Brauch bie Tanzmusik unterbrochen, unb bas Stadttheater-Orchester gibt in ber Klosterruine ein gutes Konzert. Ebenso wirb nach eingetretener Dunkelheit in der schönen Kloster- ruine mit ihren gen Himmel strebenden Pfeilern Mozarts Serenade in v-Dur und dieKleine Nachtmusik" gespielt.

Programme sind im Vorverkauf zum Preise von 30 Pf. bei den Ortswarten der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" und den Amtswaltern der Deutschen Arbeitsfront zu haben. Die Programme berechtigen zum Eintritt.

Aufnahmen von der Rheinfahrt am 22.3uli.

Gute Aufnahmen von der Rheinfahrt werden von uns angekauft und müssen sofort bei unserer Ge­schäftsstelle, Schanzenstraße 18, vorgezeigt werden.

Urlaubszug vom 28. Juli bis 5. August in den Schwarzwald.

Die gemeldeten Teilnehmer an der Schwarzwald­fahrt müssen die Fahrkosten von 30.RM. ab Frank­furt a. M. sofort auf unserer Geschäftsstelle ein« zahlen.

Urlaubszug vom 4. bis 22. Auausi in das Glaher Bergland (Schlesien).

Am 4. August fährt die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" einen Urlaubszug in das Schlesische Bergland, und zwar ist als Urlaubsbezirk bas Glatzer Bergland mit feinen Bergen und Wäldern um Habelfchwerdt vorgesehen.

Der Zug wird am 4. August, abends, in Frank­furt a.M. abgehen. Die Fahrt wird über Halle, Dresden, Hirschberg in den Urlaubsbezirk führen. Den Urlaubern werden in dem dortigen Bezirk reiche Möglichkeiten der Erholung in dem schönen Hochwald geboten werden, während Ausflüge und Besichtigungen Gelegenheit bieten, die Badeorte und bie bärtige Heiminbustrie, die durch die Holzwaren­fabrikation bekannte Gegend, kennenzulernen.

Die Rückfahrt am Sonntag, 12. August, wird die Urlauber nach Breslau führen, wo Gelegenheit ge­boten fein wird, die alte schlesische Metropole mit ihren Inseln in der Oder und ihren alten Bauten kennenzulernen.

Die Fahrtkosten betragen einschließlich Bahnfahrt, Unterkunft und Verpflegung 37,50 RM.

Anmeldungen sind bis zum Freitag, 27. Juli, an die Geschäftsstelle der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, zu richten.

Kartenverkauf für die NSG. Kraft durch Freude" gestattet.

DemDeutschen" entnehmen wir: In den letzten Tagen ist verschiedentlich die Meinung aufgetreten, daß der Vertrieb der Eintrittskarten usw. für die Veranstaltungen der NSG. ,Kraft durch Freude" in den Betrieben ebenfalls verboten sei. Wie das Propagandaamt der NSG.Kraft durch Freude" mitteilt, ist eine derartige Auffassung dem Sinne der NSG.Kraft durch Freude^ vollkommen wider­sprechend. Durch die OrganisationKraft durch Freude" soll den schaffenden Menschen, die in der Deutschen Arbeitsfront oraanifiert sind, Gelegenheit gegeben werden, bie verschiedensten Veranstaltun­gen zu einem Preise zu besuchen, ber für die Allge­meinheit nicht in Frage kommen kann. Es ist da­her selbstverständlich nach wie vor erlaubt, daß die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront bzw. der NSG.Kraft durch Freude" Karten zu Urlaubs« reifen, Theateraufführungen usw. auch in den Be­

schienen ist. Manchmal ist sie nur ein bißchen nach­lässig mit der Aussprache, die junge Königin, sie zerquetscht die Konsonanten in der Art ihrer ber» linnahen Heimat unb verschluckt bie Enbsilben über- Haupt, aber auch bas paßt zu ihr unb man möchte es nicht missen als ein reizvolles Nebenbei ihres Wesens.

Wir nerbinben ben BegriffJungfräulichkeit" gern mit bem Beiwortherb" unb bas mag auch hier zutreffen, aber es trifft auch roieber nicht zu. Sie ist blühend, gefunb, lacht gern (obwohl boch immer zu Zeiten eine gewisse Schwermut durch- bricht), ist alles anbere als ein Blümlein Rühr­michnichtan unb boch scheut man sich, ihr einmal leise über das Haar zu streichen oder beim Abschied ihre Hand länger als nötig zu halten. Warum? Man weiß es nicht, irgendetwas Geheimnisvolles, Zauberhaftes muß um sie schweben, das es ver­bietet. Sie überstrahlt alle ihre Altersgenossinnen, ranzt wie ein Göttin, obwohl sie niemals Tanz­stunde genommen hat, steht längst in dem Alter, wo andere Mädels ihre erste Liebe hinter sich haben, ist in keiner Weise spröde und zimperlich und doch hat sich noch keiner der zahlreichen Don Juans, die den Kursaal und die Promenaden des kleinen Badeortes bevölkern, um sie bemüht. Warum? Fühlen diese Draufgänger und Kleine-Mädchen- Helden, daß sie vor den ruhig und gar nicht ein­mal spöttisch blickenden Augen dieses Mädchens, das kaum die Schule verlassen hat, einfach anfan» gen würden, zu stottern? Daß sie sich jämmerlich blamieren würden und wüßten nicht einmal, wes- halb? Spüren sie unbewußt, daß sie ihr gar nicht gewachsen wären an Tiefe des Gefühls und an der Kraft, es auszudrücken? Und das Seltsamste ist: diese jungen Herren wissen wiederum auch ganz genau, daß ihr bei jener Herzensfrage bestimmt irgendwie beklommen zu Mute wäre, daß sie viel- leicht nicht wenig dabei erröten würde, daß sie selbst also im Grunde gar nicht so viel riskieren würden und doch, und doch . . . Was ist es nur? Die Sprache versagt so oft. Unsere zartesten Ge- danken können wir nicht mit Worten ausdrücken wir können nur hoffen, daß sie geahnt, daß sie mitgefühlt werden. Oder ist es vielleicht doch nicht so schwierig? Können wir nicht kurz und richtig sagen: es ist nichts weiter als der Zauber ber Rein- beit ber wie ein leuchtenber Schleier um biefes Geschöpft fließt?

Das ist sie, ein großes blonbes Mädel mit gro- Ben nachtbraunen Augen. Sehr erwartungsvoll, dabei em wenig ängstlich, denn sie ist noch so jung, ejn ganz klein bißchen wehmütig, denn die Kindheit ist verflogen wie ein kurzer Traun; iq dex

Das bist du, blondes Mädel!

Von Joachim Lange.

Als ich sie kennenlernte, war sie ein kleines Wesen von zehn Jahren, das feine Puppen bemut­terte und ganze Viertelstunden den Ball unermüd­lich gegen die Wand prallen lassen konnte. Ihre Stimme jubelte kindlich, die Blumen blühten, die Sonne leuchtete unb bas Leben war schon. Aber bann faß sie roieber verträumt auf ihrem Stuhl am Fenster, bie Zopfe hingen ihr still in den Schoß unb in ihren großen nachtbraunen Augen dämmerte ein ganz zarter schwermütiger Schimmer auf. Welche Gedanken unb Ahnungen burchzogen in solchen Minuten wohl ihr junges Kinberherz?

Unb immer, wenn ich sie wiebersah alle paar Wochen, hatte sie sich ein gutes Stück weiteren!- wickelt an Körper unb Geist unb war boch immer bie gleiche geblieben in ihrem steten Wechseln von ausgelassener Freube zu nachbenklichem Ernst. Sie wuchs unb wuchs unb hielt sich in biefer Zeit trotz vieler Ermahnungen nicht mehr aufrecht, ja, sie ging manchmal gerabezu krumm, sie wußte oft «ar nicht, wohin sie sollte mit ihren schmalen Armen und Beinen, unb bisweilen litt sie an einem häß- "chen nervösen Zwinkern ber Augenliber, das sich nicht unterdrücken zu lassen schien. Aber ihre Zöpfe wurden immer länger und seidenweicher und herr­licher. Dabei war sie niemals das, was man unter einem Backfisch versteht; ich erinnere mich nicht, sie auch nur ein einziges Mal grundlos albern und grundlos launisch gesehen zu haben. Die Mathe- rnaük machte ihr einigen Kummer und ihr schlak­siger Gang und vielleicht noch dies und jenes, was sie verschwieg; aber im Ganzen war sie ein Schul- wobei wie viel anbere auch unb es lag wohl nur an ihrer Größe, wenn sie unter ihren Kameradin- nen auffiel unb wenn man bann unb wann über­rascht hinter ihr herblickte.

Unb nun ist sie erwachsen, lieber Nacht ist sie er- wachsen unb erblüht unb ist nun herrlich anzu- Idjauen m ber Süße ihrer siebzehn Jahre. Jetzt jeh^n ihre Augen klar in bie Welt, jetzt geht sie nicht mehr krumm unb schlenkert mit ben Firmen: frei unb stolz trägt sie die schimmernd-blonde Last ihres Nackenknotens, eine junge Königin schreitet ber Musik ihrer schlanken Glieder, das schönste Mädchen der Stadt, die menschgewordene Anmut, und ihreMutz", mit der sie in einem guten fameraofd)aftlicben Ton verkehrt, ist jetzt schon eifersüchtig auf den, der ihr einmal ihr großes- del wegnehmen wird und ber noch nicht einmal er-

10 bis 12, Rote Rüben, Bund 10 bis 12, Spinat, bas Pfunb 15 bis 45, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln (neue), bas Pfunb 7 bis 8 Pf., ber Zentner 6,50 bis 7 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 20 bis 25 Pf., Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 25 bis 30, Himbeeren 20, Brombeeren 30, Birnen 20 bis 30, Kirschen 20 bis 25, Heibeiveeren 35, Stachel- beeren 15 bis 18, Johannisbeeren 15 bis 20, Zwei-

Sanitätskolonne und Polizei im Dienste des 116er<Tages.

Unserem gestrigen Bericht über den 116er-Tag ist nachzutragen, daß sich um den reibungslosen Ver­laus der großen Veranstaltung auch die Frei­willige S a n i t ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz ein wesentliches Verdienst erwarb. Wir wir auf Anfrage erfahren, hat die Freiwillige Sanitäts­kolonne den gesamten Hilfs- und Rettungsdienst übertragen bekommen und stellte ihre Wachen durch­gehend vom Samstagnachmittag bis Sonntagnacht zur Verfügung. Ständig waren 36 Mann auf dem Posten uno halfen in zahlreichen kleineren Fällen, insbesondere in Ohnmachtsanfällen, die bei der großen Hitze nicht ausbleiben konnten. Der Ret­tungsdienst war sehr gut organisiert, so daß jeweils schnellste Hilfe geleistet werden konnte. Viele aktive Mitglieder und Helferinnen der Sanitätskolonne begleiteten insbesondere den Festzug.

Um die Absperrmaßnahmen bemühte sich in zu­vorkommender Weise mit dem denkbar besten Er­folg bie Gießener Polizei, die keine leichte Aufgabe hatte, den Verkehr an den beiden Fest­tagen in Ordnung aufrechtzuerhalten. Die hier ge­leistete Arbeit ist um so anerkennenswerter, als für die Verhältnisse unserer Stadt große Menschen­mengen zu Fuß und mit Fahrzeugen unterwegs waren. Erfreulich ist, daß kein ernsterer Verkehrs­unfall zu verzeichnen war.

Der alte Manu" und sein Leutnant.

Aus unserem Leserkreise erhalten wir folgendes schone Erlebnis beim 116er-Tag in Gießen mit­geteilt:

Der Verlauf des 116er Tages, die Reden und wundervollen Darbietungen der Traditionskompanie 2./15 sind imoffiziellen Teil" der Tagespresse der Nachwelt überliefert worden. Stimmungsbilder, die sichim Stillen" abgespielt haben, sollen aber auch festgehalten roenben, weil sietypisch" sind.

Die Leser besGießener Anzeigers" haben aktiv und passiv so manche militärische Gedenkfeier feit 1919 mitgemacht, aber noch feine, die so viel Bei- spiele innerer Verbundenheit der alten Frontkämpfer gezeitigt hat, wie die des 21. und 22. Juli 1934. Viele, Gott sei Dank, sehr viele, die in den ver­gangenen Jahreninnerer Hemmungen" wegen die Fühlung mit ihren alten Kameraden nicht aufneh­men konnten, haben wieder Anschluß gefunden. Hun- berte von Postkarten unb Briesen gingen ein aus allen Gauen unseres Vaterlandes, die Zeugnis dieser inneren Verbundenheit ablegten. Mancher hat seit Monaten gespart, um endlich wieder einmal mit ben alten Kameraden zusammen sein zu können.

Ein Beispiel, von vielen, bas sich am 21. Juli abends in der Volkshalle abspielte: In den Tausen­den stehen sich plötzlich zwei Menschen gegenüber, einer im Cut und einer im blauen Arbeitskittel. Sind Sie 'ber Leutnant..." ,jawohl, ber bin ich", Kennen Sie mich nicht mehr?" ,^a, bekannt kom­men Sie mir vor, ich weiß aber nicht, wie Sie heißen."Kennen Sie, Herr Leutnant, nicht mehr ,den alten Mann<, mit bem Sie 1915 nach Galizien fuhren?"Mensch, finb Sie der Sch. aus Seeheim?" Ja, Herr Leutnant, ber bin ich, ich bin 100 Kilo­meter im Rad hierher gefahren, um noch einmal meinen Leutnant und Kompanieführer zu sehen. Ich habe mir feit Monaten das Geld dafür gespart." Da faßt deralte Mann" feinen Leutnant an ben Schultern, Tränen standen ihm in den Augen und beide reichten sich wortlos die Hände und fühlten sich eins, ber im blauen Kittel unb ber im Cut. Daß diese beiden noch lange zusammen saßen, sich gegen­seitig von ihrer Familie unb ihren Lebensschicksalen

sehen 25 bis 30, Mirabellen 20 bis 25, Reineclauden 18 bis 20, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl iq bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 8 bis 30, Ein. machgurken 2 bis 3, Endivien 25 bis 30, Oberkohl, rabi 5 bis 10, Suppengrün 5, Rettich 5 bis 1), Radieschen, Bund 8 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht, fpielhaus, Bahnhofstraße:Glück im Schloß". Stadttheater-Orchester, 20 bis 21 Uhr: Promenaden, konzert.

Glück im Schloß."

Das Lustspiel des Engländers Carventer, das ! unter der von Wilhelm Busch entliehenen, schönen 1 und gern zitierten ÜberschriftVater sein dagegen 1 sehr" an vielen deutschen Bühnen und, wie man sich - erinnern wird, vor längerer Zeit auch im Stadt- 1 theater mit herzhaftem Erfolg gegeben worden ist, 1 bot die literarische Grundlage für einen unterhalt- 1 snmen Lustspielfilm derEuropa". Hans Zerlett ! schrieb das Buch und erzählt die Geschichte auf feine, dem Film angemessene Weise: die unwahr- ' scheinliche, aber effektreiche Geschichte von einem spleenigen und menschenscheuen alten Sonderling, per sich seine zahlreichen Marotten viel Geld kosten 1 laffen kann und eines Tages auf die Idee kommt, seine in aller Welt verstreuten Kinder, die ihren Papa allerdings nur vom Hörensagen kennen, um nch ÜU versammeln unb. Familie zu spielen