Aussiellung„Handwerk und Volk"
Eröffnung durch den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger.
LPD. D a r m st a d t, 23. Juli. In Anwesenheit von Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, in Begleitung von Regierungsrat Reiner, Staatsminister Jung, Oberbürgermeister Kreisleiter W a m b o l d t, Staatspressechef, Regierungsrat Mahr, Handwerksführer Müller, Landesbauernführer Dr. Wagner und zahlreicher Vertreter der Behörden und Körperschaften wurde gestern vormittag im ehemaligen Gewerbemuseum die Handwerksausstellung des Jnsti- tutes für Volkskunde und Arbeitsbildung in Darmstadt feierlich eröffnet. Diese Ausstellung entstand auf Anregung des Herrn Reichsstatthalters und mit Unterstützung von dessen Vertreter, Regierungsrat Reiner, ferner des Staatsminister Jung, Verwaltungsdirektor Löwer und des Oberbürgermeisters W a m b o l d t; sie wurde zusammengestellt durch den Leiter des Institutes für Volkskunde und Arbeitsbildung, Architekt Ernst W. M ü l l e r.
Reichsstatthalter Sprenger hielt die Eröffnungsansprache, in der er nach einem Vorspruch „Handwerk tut not" von dem Mitglied des Hessischen Landestheaters Göbel u. a. ausführte: Handwerk ist Sache des Volkes. Wenn das Volk zerrissen ist, wird auch ein Handwerk niemals bestehen können
Die Geschichte des Handwerks zeigt, daß dieses aus dem Volke, besonders in den nach und nach entstehenden Städten, herausgewachsen ist.
In dem Maße wie das Volkk erstarkte, so erstarkte auch das Handwerk. Wir mußten erleben, daß das Handwerk nahezu zu Grunde gegangen wäre in einer Zeit, die in der Lage gewesen wäre, einen blühenden Handwerkerstand zu erhalten und ihm die Unterlage zu geben für eine neue Glanzzeit. Der Abstieg im gesamten deutschen Leben hatte auch dem Handwerk den Boden entzogen. Das Volk griff lieber zum Kitsch, anstatt sich an handwerkliche Facharbeit zu halten. Einer der Vertreter des Liberalismus, Rathenau, hat ja in seinen Werken diesen Abstieg geschildert. Wir sind die letzten, die
einem technischen Rückschritt das Wort reden wollen.
In einem gesunden Volke steht beides in Einklang: Industrie und Handwerk.
Was gut sein soll, muß wenigstens aus dem Handwerklichen geschöpft sein. Wenn das Handwerk die Muster für die Maschine vorlegt, dann ist Raum für beides. Aber das Handwerk tut auch not für die Entwicklung der Kunst, die jetzt einer Wiedergeburt entgegensieht. Denn auch die Kunst erfordert, daß zunächst einmal technische Fähigkeiten handwerksmäßig ausgenommen werden. Auf einem Gebiet aber tut Handwerk ganz besonders not: dem der Hausbedarfsartikel. An dem Ererbten kann man den Aufbau einer Familie beobachten.
Gerade in die Familie muß der Gedanke wieder hineingelragen werden, das heim allmählich aufzubauen, anstatt eine fertige Einrichtung hinzustellen.
Die junge Familie kann sich zunächst mit dem begnügen, was sie am notwendigsten braucht. Das Alte, so herrlich es ist, braucht im Handwerk nicht immer nachgeahmt zu werden. Die junge Generation des Handwerks soll selbst schöpferisch arbeiten lernen. So kann in allmählicher Entwicklung beiden gedient werden: dem Volk und dem Handwerk. Und so wird auch die nationalsozialistische Weltanschauung befruchtend auf das Handwerk wirken. Handwerk und Volk sind verbunden auf Gedeih und Verderb. In welchem Maße der Aufstieg erfolgen kann, das liegt an uns allen. Das Werken mit der Hand tut wahrhaft not.
Tlur dann wird auch die gesamte Wirtschaft wieder aufblühen, wenn das deutsche Handwerk wieder festen Boden unter den Füßen gewonnen haben wird.
Dazu wollen wir alle beitragen.
Der Ausstellungsleiter, Architekt Müller, dankte dem Reichsstatthalter, dem Staatsmimlter und allen Förderern und Mitarbeitern für das Zustandekommen der Ausstellung. Danach schloß sich ein Rundgang der Ehrengäste an.
Wirtschaft.
frankfurter Börse.
TNittagsbörse: ruhig, freundlich.
Frankfurt a. M., 23: Juli. Da der Ordereingang seitens der Kundschaft sich auch weiterhin nur auf wenige Spezialpapiere beschränkte und besondere Anregungen nicht Vorlagen, eröffnete die Börse zum Wochenbe-ginn in ruhiger, aber durchaus freundlicher Haltung, zumal Verkäufe kaum vorlagen.
Die Kursbildung war weiter nach oben gerichtet, und im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 d. H. Elektrowerte traten etwas stärker hervor, besonders einige Mittelwerte, so Felten mit plus 1,13 v. H. und AEG. auf die Verwaltungs- äußerung über den Geschäftsgang mit plus 1 v. H. Daneben gewannen Tarifwerte, wie Bekula, Licht und Kraft und Geffürel je 1 v. H., Schuckert erhöhten sich um 0,40 v. H., während Accumulatoren 1 v. H. verloren. Am Montanmarkt waren Mannesmann wieder bevorzugt und 1,40 v. H. höher, im übrigen ergaben sich hier Befestigungen von 0,50 bis 0,75 v. H., lediglich Harpener und Jlfe Genuß gingen um je 0,65 v. H. zurück. Farbenindustrie lagen weiter sehr ruhig und mit 149,25 v. H. unverändert. Scheideanstalt eröffneten 0,90 v. H., Metallgesellschaft 0,25 v. H. niedriger, während Deutsche Erdöl und Goldschmidt bis 0,50 v. H. höher lagen. Fest lagen weiterhin auch Conti Gummi mit plus 1,50 v. H., Zellstoffaktien erhöhten sich bis zu 1 v. H. Sonst eröffneten u. a. AKU. 0,40 v. H., Daimler 0,25 v. H., Hapag 0,13 v. H. niedriger, Gebr. Junghans 0,40 v. H. und Cement Heidelberg 0,25 v. H. freundlicher. Reichsbankanteile lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag außerordentlich still. Altbesitz eröffneten 0,13 v. H., Stahlverein-Bonds 0,75 v. H. schwächer, späte Reichsschuldbuchforderun- gen etwa behauptet. Im Freiverkehr waren Russen- Prioritäten gefragt, Gulden-Russen 1,55 bis 1,60, 1902er Russen 1,55 v. H.
Im Verlaufe blieb das Geschäft bei meist wenig veränderten Kursen klein. Fest lagen aber Harpener (plus 2 v. H.), Mansfelder (plus 2 v. H.), Goldschmidt (plus 0,50 v. H.), ferner lagen Metallgesellschaft 0,50 v. H. erholt, wogegen AEG. und Mannesmann bis 0,50 v. H. nachgaben.
Auch am Rentenmarkt ergaben sich später kaum Veränderungen, nur Russen-Prioritäten lagen all- gemein etwa 5 Pf. schwächer bei größeren Umsätzen.
Pfandbriefe und Stadtanleihen tendierten nicht ganz einheitlich bei kleinen Abweichungen. — Tagesge-ld 3,25 v. H.
Abendbörse fest.
An der Abendbörse setzten sich die Kursbesserungen in leichtem Ausmaß fort. Im Vordergrund des Interesses standen Montanaktien, für die einige Publikumsaufträge vorlagen. Da auch die Kulisse in manchen Papieren zu kleinen Käufen schritt, wurden die schon festen Berliner Schlußkurse meist um 0,25 bis 0,50 v. H. überschritten. Auf den übrigen Marktgebieten war die Kursbildung nicht ganz einheitlich, doch ergaben sich gleichfalls überwiegend leichte Befestigungen. Das Geschäft war im ganzen etwas lebhafter. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, die Umsätze wurden allerdings etwas kleiner. Phönix und Farbenindustrie zogen nochmals leicht an.
Der Rentenmarkt war dagegen sehr ruhig und vernachlässigt, die Kurse blieben aber behauptet. Am Auslandsrentenmarkt setzten Schweizer Bundesbahn-Obligationen ihre Steigerung um 1,50 v. H. fort; 4-v.H.- 184 (182,50), 3,50-v. H.- 172 (170,50). Im Freiverkehr hatten Russen-Prioritäten zu unveränderten Kursen noch etwas lebhafteres Geschäft. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95,13, 6-v. H.-Stahl- verein-Bonds 78, Reichsbank 155, Buderus 79,50, Gelsenkirchen 64, Harpener 109,50, Klöckner 76,75, Mannesmann 69,50, Mansfeld 80, Phönix 50,50 bis 50,75, Rheinstahl 94, Stahlverein 43, Aku 62,25, AEG. 26,50, Bekula 145, Conti Gummi 139,75, Daimler 47,75, Scheideanstalt 207,50, Elektrische Lieferungen 99, IG. Farben 149,75 bis 149,90, Felten 69,75, Geffürel 112, Goldschmidt 81,50, Holzmann 66, Lahmeyer 122, Schuckert 92, Südd. Zucker 186, AG. für Verkehr 67, Nordd. Lloyd 30,65.
AriüEurt"" ^Macktvicttmarkt.
Frankfurt a. M., 23. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 1300 (gegen 1390 am letzten Montagsmarkt), davon 457 Ochsen, 100 Bullen, 340 Kühe und 403 Färsen. Kälber 595 (632), Hämmel 16 (39), Schafe 16 (12), Schweine 3745 (4251). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26,
Bullen a) 28 bis 29, b) 26 bis 27, c) 24 bis 25,
d) 21 bis 23; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28,
c) 19 bis 24, d) 11 bis 18; Fünfen a) 33 bis 34,
b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26. Kälber: Sonderklasse —, andere a) 42 bis 45, b) 34 bis 31, c) 28 bis 33, d) 18 bis 27; Lämmer und Hämmel b2) 32 bis 34, c} 28 bis 31; Schafe f) 23 bis 27, g) 18 bis 22. Schweine al) 51 bis 52, a2) 48 bis 50, b) 47 bis 50, c) 46 bis 49, d) 42 bis 48, e) 40 bis 44, f) —, gl) 40 bis 43, g2) 36 bis 38. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder und Kälber unverändert, Schweine zogen in guten Qualitäten 2 bis 3, in geringen Qualitäten 5 bis 6 Mark an. Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe schleppend, geräumt. Schweine lebhaft, ausverkauft.
F l e i s ch g r o ß m a r k t. Beschickung: 615 Viertel Rindfleisch, 77 ganze Kälber, 17 ganze Hämmel, 453 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 46 bis 50, II 40 bis 45; Bullenfleisch 42 bis 48: Kuh fleisch II 32 bis 38, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 64. Hammelfleisch 70 bis 75; Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 69. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Getreidegroßmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Neuer Roggen war etwas stärker, aber nicht drängend angeboten, die Qualitäten sind weiterhin befriedigend. Am Weizenmarkt ist das Angebot von altem Weizen zurückgegangen, neuer Weizen wird nur in ganz geringem Umfange offeriert. Abschlüsse wurden nicht bekannt. Alter Hafer ist ziemlich angeboten und ging im Preise erneut erheblich zurück. Am Mehlmarkt bestand lebhaftes Interesse für altes Roggenmehl, neues wurde heute erstmals zu den neuen Bedingungen notiert. Der Abruf auf Weizenmehl ist normal. Futtermittel lagen bei unveränderten Preisen allgemein etwas ruhiger.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 207 bis 209, Roggen R 9 157, R 13 161, R 15 165. Futtergerste 09 159, G11 162, G12 164. Hafer alter Ernte 182,50 bis 185, Weizenmehl Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Frachtausgleich, do. W VII 28,60 plus 0,50, Roggenmehl Type 997 Festpreisgebiet R 9 23,00 plus 0,50, R13 23,35 plus 0,50, R15 23,75 plus 0,50, Weizenmehl IV B 17 bis 17,25, Weizennachmehl 16,50 bis 16,75, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie fein 11,40 bis 11,50, grob 11,75 bis 11,85, Roggenfuttermehl 13,25, Roggenkleie 12,50, Soyafchrot 15,80, Palmkuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, Treber 17 bis 17,25, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,80 bis 2,90.
Preußen.
Ehrung des Telefonerfinders Reis.
Gelnhausen, 22. Juli. (LPD.) Unter Teilnahme zahlreicher Vertreter der Wissenschaft, der der Technik und der Behörden beging Gelnhausen, die Vaterstadt des am 7. Januar 1834 hier geborenen nachmaligen Erfinders des Telephons, Philipp Reis, eine große Gedenkfeier und verband damit gleichzeitig die Erinnerung an den Tag der Stadtgründung durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Die Festlichkeiten wurden am Samstag durch einen schlichten F e st a k t eröffnet, wobei für die Stadtverwaltung und die NSDAP. Gelnhausen Kreisleiter Lang die noch lebenden Anverwandten des Telephonerfinders begrüßte.
In den Abendstunden des Samstags fand in den beiden größten Sälen der Stadt eine öffentliche Feier statt, bei der Professor Dr. Rudolph, der Leiter des Instituts für angewandte Physik bei der Universität Frankfurt, den Festvortrag hielt und dabei mit dem von Reis konstruierten Telephonapparat die llebertragung von Tönen und Worten praktisch vorführte. Den H a u p t f e st - a k t des Sonntags eröffnete der Landrat des Kreises Gelnhausen, Hausemann, mit einem Bekenntnis zu Reis und seiner Forschertätigkeit. Die Festrede hielt Professor Dr. Hahn (Frankfurt) und würdigte in ihr die Reissche Erfindung als Frucbt planvoller Forschertätigkeit. Anschließend hob Reichs st atthalter und Gauleiter Sprenger vor allem die außerordentliche menschliche Bescheidenheit hervor, die Philipp Reis trotz seines großen Könnens an den Tag legte. Hätten alle Forscl' r in dieser Weise gehandelt, so wäre der Menschheit sicher ein reicher Segen beschieden gewesen. Der Redner geißelte insbesondere die Haltung derjenigen, die die Erfindung des Friedrichsdorfer Lehrers scheitern ließen, jo sogar als Unsinn bezeichneten. Dieser Vorgang offenbare die außerordentliche Kluft zwischen Wissenschaft und praktischem Leben der damaligen Zeit, eine Kluft, die zum Teil auch heute noch bestehe. Der Nationalsozialismus denke darüber entschieden anders. Verweisend auf die vielen Errungenschaften, die das deutsche Volk der Welt gegeben habe, erinnernd an die Pioniertätigkeit deutscher Männer wie Reis und Benz, betonte der Reichsstatthalter, es gelte das Weltgewissen wachzurütteln und der Welt zu zeigen, wieviel Großes ihr durch Deutsch
land an Kultur- und Geisteswerten gegeben würde. Werte, die sich aus dem kulturellen Weltbild nicht mehr hinwegdenken ließen. Wenn einige Volker der Welt glaubten, mit ihrer Politik die friedliche Arbeit eines Volkes wie des deutschen hemmen zu können, dann müsse ihnen zugerufen werden, daß ein Volk wie das deutsche niemals aus der Gemeinschaft der Volker ausgeschaltet werden könne, ohne daß die anderen Völker sämtlich Schaden nehmen. Der Reichsstatthalter schloß seine Ausführungen mit dem Appell, für Adolf Hitler und sein Werk durch stete Einsatzbereitschaft den Weg zu bereiten.
Großfeuer au'? einem Rittergut.
Marburg, 23. Juli. (LPD.) Dieser Tage wurde um Mitternacht die Marburger Kreismotor- spritze nach dem Rittergut Schönstadt gerufen, wo ein Großfeuer im großen Viehstall ausgekommen war, das an den lagernden Heu- und Strohvok- räten so reiche Nahrung fand, daß es sich rasend ausbreitete. Glücklicherweise konnten die Kuhställe und das Vieh durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden. Der durch den Brand angerichtete Sachschaden dürfte recht erheblich fein, lieber die Ursachen des Brandes ist zur Zeit noch nichts bekannt.
Oer neue Präsident desLandeöarbeitsamts Hessen ernannt
Frankfurt a. SDL, 23. Juli. (LPD.) Zum Präsidenten des Landesarbeitsamts Hessen ist der bisherige Präsident des Landesarbeitsamts Pommern, Kretschmann, ernannt worden; er hat die Dienstgeschäfte am 18. Juli d. I. übernommen.
zLreis Bid rcnkapr
LPD. Biedenkopf, 23. Juli. Als am Samstagnachmittag Mutter und Sohn der Familie Ein- o l f auf dem Felde beschäftigt waren, wurden sie von dem heftigen Gewitter überrascht, das über Biedenkopf und Umgegend am Samstag nie- öerging. Ein Blitzschlag traf die Mutter, die z u m Teil gelähmt rouroe. Den Sohn traf der Blitz ebenfalls und durchlief den Körper. In schwer verletztem Zustand wurde der junge Mann der Marburger Klinik zugeführt.
Gondergerichi in Gießen.
Das Hessische Sondergericht hielt gestern eine Sitzung in Gießen ab. Wegen geringfügiger Bemerkungen wurden zunächst zwei Angeklagte frei- gesprochen.
Ein Angeklagter namens Heinrich W e h r u m aus Echzell nahm die Rede des Vizekanzlers von Papen in Marburg zum Anlaß, um unwahre Behauptungen über den Führer und Papen aufzustellen. Für sein haltloses Geschwätz wurde der Angeklagte zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Der Angeklagte Albert H a b i ch t aus Gießen, der der Sekte der sog. „Ernsten Bibelforscher" an» gehört, hatte ebenfalls beleidigende und unwahre Behauptungen über die Reichsregierung verbreitet. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine G e - füngnis strafe von acht Monaten.
Der aus Büdingen stammende Angeklagte Karl H o ch st e i n machte bei einem Friseur in Hirzenhain unwahre Redensarten, durch die die Staatssicherheit und die öffentliche Ruhe gefährdet wurden. Für seine böswilligen Verleumdungen erkannte das Gericht auf ein Ja h r und sechs Monate Gefängnis.
Ein Angeklagter namens Kurt G l a a b aus Metz verbreitete unter Zigeunern lügnerische Bebauptun- gen über den Führer und Volkskanzler. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 10 Monaten Gefängnis.
Die Angeklagten Adolf Schmidt und Ricbord S t o l a r f k y ließen sich in einem Cafö in Bad- Nauheim schwere Beleidigungen gegen die Reichsregierung und die SA. zuschulden kommen. Beide Angeklagten wurden zu je 10 Monaten Gefängnis verurteilt, gegen Schmidt erging Haftbefehl.
(SmaefanM.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Hahrl der Dachdecker an den Rhein.
Die kürzlich berichtete Fahrt des Dachdeckermeisters Lapp entsprach nicht der Initiative des Herrn Lapp, sondern war ein Beschluß der Dachdeckerinnung Gießen und Umgegend. An dieser Fahrt waren alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Bezirk Gießen beteiligt, außer der Firma Lapp. Die Fahrt wurde mit einem Omnibus der Reichspost ausgeführt. Es wurde nicht allein die Grube „Erbstollen" sondern auch die Grube „Rhein" auf der bei Kaub gegenüberliegenden Hohe besichttgt. Aus beiden Gruben hielten die Betriebsingenieure lehrreiche Vorträge. Es zeigte sich auch hier der wahre Sinn der Volksgemeinschaft.
Fachschaftsleiter der Dachdecker Theodor Rohrbach.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211.
Banknoten.
Berlin, 23 Iuli
Schweizer Noten.
Amerikanische Notes..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
Französische Noten ...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, * 100 Schwing Rumänische Noten .............
Schwedische Noten...............
Franlsur! a. DI
Berlin
Frankfurt a. M.
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Datum
20-7.
23.7.
20.7. | 23.7.
Datum
20-7.
23-7-
20.7.
23-7.
Datum
20-7.
23-7.
20.7.
23-7
•% Deutsche Retchöanleihe v. 1927 •% efjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablös.«Schuld mit
AuSlos.-Rechten ......
Desgl. ohne AuSlol.-Rechte......
6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ..........
6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12 .......
6Vi% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui
Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .....
Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten
6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
*h% ehem. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu^Psandoriese
V/x% ehem. 4 y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse.
6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfanvbriese R. 19
6% elicm. 7% Pr. LandeSpfand- brlefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs
4% Oesterretchtsche Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .....
4% Ungarische StaatSrente v. 1910 *Vi% deSgl. von 1913 .........
6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911
6e*l ^^badbahn-Anlethe
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165
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27
30,65 67
90,5 57,75
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155
26,5 145
99 113,75
69,75 112
103 92
149 122
79,5 117,5
64 109,5
164,75 127,9 76,75
69,5
4,5 7,4 4,2 35,25
27 22,5
30,75 64,25
91
57
62
65 153,5
24,25 143,4 94,75 110,9
67,9 110,65 102,75
91,4 148,5 121,25
77 117,75 62,4 107,5 75,75
165
128
74,4 66,25
4,65
7,5
4,15
35,5
27
22,5
30,75
66,9
91
57,75
62,75
65,5
155,4
26,4 145,13 99,15 114,75
70
111,75
103
92,5
147,5
122
79,9
117,4 63,75
110
77,5 164,75 129,5
76,4
69,13
Mansfelder Bergbau......... 0
Kokswerke ...............0
Phönix Bergbau............. 0
Rheinische Braunkohlen .....10
Rheinstahl ...............0
Bereinigte Stahlwerke........0
Olavi Minen ............. 0
Kaliwerke Aschersleben........ 6
Kaliwerke Westeregeln........6
Kaliwerke Salzdetfurth..... iyt
I. G. Karden.Jndustrte ....... 7
Scheide anstatt...............9
Goldschmidt .......... 0
RülgerSwerke ...............0
Metallgeiellschaft............. 0
Philipp Holzmann...........0
Zementwerk Heidelberg ......0
Leroeutwerk Karlstadt.........0
Schultheis Payenhoser .......d
ölfu (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg .... 0
Zellstoff Waldhof ............ 0
Zellstoff Aschaffenburg ....... 0
Dessauer Gas ............... 7
Daimler Motoren ............0
Deutsche Linoleum........... 0
Orenstetn L Koppel ..........0
Leonhard Tietz ..............0
Thade......................
Leru mulatoren-Fabrü........0
Lontt«Gurnmi ........... g
Grttzner.................. 0
Mainkraftwerke Höchst a " 4
Süddeutscher Zucker —,,,,, g
77,25
49
243
92
42
13,75
124,5
124,5
165
149,5
207
79,5
39,25
88,5
62,5
108
62,5
67,25
48,25
64,25
48,9
60,13
22
200,5
177,5
132,75
23,13 74.
80
50,75 245
94 43
14,5
122 164
149,9
207,5
81,5 40,25 88,25
108?5 125,5
62,25
67
47,75
61,5
47,75 60,25
20,75
174,25 139,75
75 186
77,5
94,5
49
92,25
42,25
13,9
124
122
165
149,25
79,4
39,25
89
62,75
117
62,25
67,25
48
62
128
48,13
60
72
21,25
200
177
133
23d
169,5
80 95,9 50,4
245
93,9
42,9
14,25
122
122
165
149,75
82 40,25
88
66,25
118
62 67,75 47,75
61,5
127
47,75
60,65
78
21,65
206,5
175
139
25,5
1 85
20-Iuli
23-IuU
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
meld
Srie
Geld
I Brie
Buenos Aires
0,611
0,615
0,616
0,620
Brüssel.....
58,59
58,71
85,61
58,73
Rio de Jan. .
0,182
0,184
0,184
0,186
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
56,59
56,71
56,55
56,67
Danzsg.....
81,72
81,88
81,72
81,88
London .....
12,675
12,705
12,665
12,695
Helsingfors..
5,594
5,606
5,594
5,606
Paris ......
16,50
16,54
16,50
16,54
Holland ....
169,73
170,07
169,73
170,07
Italien.....
21,58
21,62
21,58
21,62
Japan ......
0,749
0,751
0,749
0,751
Jugoslawien
5,664
5,676
5,664
5,676
Oslo..... :
62,69
62,81
63,66
63,78
Wien.......
48,45
48,55
48,70
48,80
Lissabon....
11,49
11,51
11,49
11,51
Stockholm...
65,34
65,48
65,31
65,45
Schweiz ....
81,65
81,81
81,64
81,80
Spanien....
34,32
34,38
34,32
34,38
Prag.......
Budapest ...
10,44
10,46
10,44
10,46
Neu York ...
2,512
2,518
2,512
2,518
Geld
Brief
2,465
2,485
58,45
58,69
56,50
56,72
12,62
12,68
16,46
16,52
169,31
169,99
21,46
21,54
63,49
63,75
—
—
—
—
65,15
65,41
81,46
81,78
34,18
34,32
—
—


