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HL170 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Dienstag, 24. Juli (934

AmerikasStaatsfeind Ar. 1" ist tot!

Oer Schwerverbrecher John Dillinger in Ehikago erschossen. Das ganze Land atmet auf.

Chicago, 23. Juli. (DNB.) Von amtlicher Seite wird nunmehr der Tod des berüchtigten Banditen John Dillinger bestätigt. Dillinger, der sich in einem kleineren Kino im Norden Chi­cagos gerade einen Verbrecherfilm angesehen hatte, sah sich beim Verlassen des Lichtspieltheaters plötzlich den Revolvern von 15 Vundespolizisten gegenüber, die sofort auf ihn schossen und ihn mit ihren Kugeln buch st üblich durchlöcher­ten. Eine in der Rühe befindliche Frau wurde durch einen Fehlschutz schwer verletzt.

Dillingers Leiche muh durch die Menge der auf ihn abgefeuerten Geschosse stark entstellt sein; denn die Polizei verweigerte auch Pressevertretern jeden Blick auf den toten Verbrecher. Die VuN- despolizei hatte auf die Mitteilung hin, datz Dil­linger in das Lichtspieltheater gegangen sei, alte Ausgänge des Theaters mit Kriminalbeamten be­seht. In der Nachbarschaft des Theaters wurde die­ses Treiben verdächtig gesunden, und man verstän­digte die Stadtpolizei davon, datz offenbar ein Veberfall auf das Theater geplant fei. Das Mißverständnis wurde jedoch bald aufgeklärt.

An der Stelle, wo der Bandit John Dillinger er­schossen worden ist, sammelten sich innerhalb von wenigen Minuten Tausende von Neugieri­gen an. Da der tote Verbrecher sehr schnell ab- transportiert worden war und niemand an die Leiche herangelassen wurde, tauchten die vordersten in der Menschenmenge ihre Zeitungen in die Blut­lache; andere wischten das Blut mit ihren Taschen­tüchern auf. Aehnliche widerliche Szenen wiederholten sich in der Leichenhalle, wo Andenken­jäger und Neugierige mit der Polizei um ihre Zu­lassung regelrechte Kämpfe ausführten. Die Poli­zei gestattete jedoch niemandem den Eintritt.

Mgemeine Befriedigung.

Das Justizamt in Washington drückte seine G e - nuatuung über das rasche und entschlossene Handeln seiner Beamten aus. Die Erschießung des Verbrechers bildet die Sensation des ganzen Landes, denn es gab während der letzten Monate kaum einen Staat, wo dieser rück­sichtsloseste aller amerikanischen Banditen nicht an­geblich gesehen worden war. Unter tausenden von falschen Fährten hatte die Bundespolizei jedoch kürzlich eine richtige gefunden und die Kriminal­beamten waren bereits in der Nacht zum Sams­tag darüber unterrichtet, daß Dillinger sich den betreffenden Verbrecherfilm ansehen wolle. So

stand der Gangster bereits unter schärfster Kon­trolle, als er seine Eintrittskarte kaufte. Beim Heraustreten aus dem Theater hat Dillinger nach den Angaben einiger Augenzeugen Verdacht ge- chöpft und eine Bewegung nach seinem Revolver gemacht. Bevor er jeooch diesen zu ziehen ver­mochte, war er bereits durch j)ie Schüsse der Kri­minalbeamten niedergestreckt. Seine rasche Er- chießung war die Folge eines Kongreßaktes des letzten Winters, der den Kriminalbeamten das Recht gab, Schußwaffen zu tragen.

Dillinger hatte versucht, sein Aussehen mög­lich st zuverändern, so hatte er sich die Haare ärben lassen und seine Gesichtsnarben und seine Nase operativ verändern lassen. Auch die Haut­linien an den Fingerspitzen hatte er sich durch Säuren entfernen lassen.

Die Suche nach Dillingers Komplicen.

Auf die Nachrichten von dem Ende des Banditen- ührers Dillinger hin atmete ganz Amerika e r l e i ch t e r t a u f. Die Blätter widmen der kurzen aber sensationellen Laufbahn des 32jähvigen Ver­brechers ganze Seiten. Die Behörden begannen so­fort die Suche nach den drei Hauptkom­plicen Dillingers. Bei der mehrere Monate dauernden Suche nach Dillinger wurden 16 Polizei­beamte getötet. Die Beute des Verbrechers bei den verschiedenen Banküberfällen wird auf etwa eine Viertelmillion Dollar geschätzt. In der Ta­schenuhr Dillingers fand die Bundespolizei ein Bild von Evelyn Frechette, die neben mehreren an­deren Personen wegen Beherbergung Dillingers verurteilt worden war. Der Vater Dillingers, ein geachteter Farmer in Mooresville im Staate In­diana, erfuhr den Tod seines Sohnes durch Radio. Er fuhr sofort nach Ehikago, um die Leiche abzu­holen. Ueber die Quelle der Information, daß Dil­linger in Ehikago weilte und ein Kino besuchen wurde, lehnen die Behörden jede Auskunft ab. An­gesichts der Schwäche Dillingers für Frauen wird aber vermutet, daß eine Frau die Polizei unter­richtet hat. Für die Ergreifung Dillingers war eine Belohnung von 15 000 Dollar ausgesetzt.

Die Polizei von Ehikago hat festgestellt, daß Dil­linger sich einen falschen Paß besorgt hatte, um in den nächsten Tagen die Vereinigten Staaten zu verlassen. Er habe sich wahrscheinlich nach Süd­amerika begeben wollen, um dort eine Farm zu kaufen. Dillingers Vater beabsichtigt, die Leiche seines Sohnes nach der am Mittwoch erfolgenden Einsegnung neben dem Grab der früh verstorbenen Mutter in'Indianapolis beisetzen zu lassen.

vom Schwurgericht Stuttgart wegen Mordes zum Tode verurteilte Rudolf Reiter hat Ende letzter Woche im Gerichtsgefängnis feinem Leben selbst ein Ende gemacht.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Auf der Landstraße von Ronnenberg nach Ihme (Landkreis Hannover) verunglückte ein Per- onenkraftwagen aus Benerode, der die Mitglieder unes Kegelklubs vom Steinhuder Meer heimfahren ollte. Der Kraftwagen fuhr in einer Kurve gegen einen Baum. Der Sattlermeister Eugen Thy­mian und der 40jährige Karl Wuelfing fan­den auf der Stelle den Tod. Der Fahrradhändler Heinrich Ebeling aus Hannover wurde schwer verletzt. Drei andere Personen kamen mit leich­teren Verletzungen davon.

Grohseuer legt einen ganzen Häuserblock in Asche.

In den Anlagen der .Holzhandlung Gebrüder Schultze in Brake an der Unterweser brach in der Nacht ein Brand aus, der in dem aufgestapelten Holzmaterial reiche Nahrung fand und bald einen ganzen Straßenzug gefährdete. Durch das Feuer, das erst gegen Morgen eingedämmt werden konnte, ind der Schuppen Der Holzhandlung, zwei Wohn­häuser, eine ehemalige Fabrik, eine Gastwirtschaft und einige andere Holzschuppen vernichtet worden.

Bahnstrecke TennstedtStraußfurt durch einen Wolkenbruch unterspült.

Am Sonntagabend wurde der Damm der Bahn­strecke Bad TennstedtStraußfurt in der Nähe des Bahnhofs Schwerstedt durch die Wassermassen eines wolkenbruchartig niedergegangenen Gewitters an drei Stellen auf 200 Meter Länge unter­spült. Die Strecke ist unbefahrbar. Der Perso­nenverkehr zwischen Bad Tennstedt und Straußfurt wird durch Kraftwagen aufrechterhalten. Man hofft den Betrieb in kurzer Zeit wieder aufnehmen zu können.

Zwei Todesopfer, vier Verletzte durch Blitzschlag.

Bei einem Gewitter, das über dem Walden­burger Bergland niederging, wurden drei vom Ba­den heimkommende Kinder vom Blitz getroffen. Ein Kind war sofort tot, die beiden anderen wu- den verletzt. Ueber Pömbsen (Kreis Sauer) ging ein schweres Gewitter nieder, das zwei Bauern und einen zu Besuch dort weilenden Studenten bei einem Spaziergang über die Felder überraschte. Ein Blitz tötete den Jungbauern Haering und verletzte den Bauern Reinert schwer, wäh­rend der Student leichtere Verletzungen davontrug.

Noch immer sehr ernste Lage im polnischen Hochwassergebiet.

Trotzdem die Flutwelle in der Nacht zum Montag um 10 Zentimeter gesunken ist, bleibt die Lage in der Gegend von Warschau und besonders von Wilanow auch weiterhin sehr e r n ft. Man rechnet damit, daß die Deiche in der Nähe von Wilanow den Wassermassen nicht standhalten wer­den. Zwei. Kompanien Infanterie sind in das ge­fährdete Gebiet beordert worden. In der südlichen Weichselniederung hat die Flut während der letzten Stunden roiebergu ft eigen begonnen. Der Raba-Fluß ist um 50- Zentimeter gestiegen. Der Dunajec steigt fortwährend weiter. Die Weichsel ist in der Nähe von Sandizmir über die Ufer getre­ten. Ein Gebiet von etwa 8 Kilometer Ausdeh­nung wurde unter Wasser gesetzt.

Ein schweres Unwetter ist gestern in der Woje­wodschaft Lodz niedergegangen, das großen Scha­den verursachte. In der Ortschaft Sulmirschutz schlug der Blitz in eine Kirche, die trotz der Be­mühungen der Feuerwehr niederbrannte. Auch in der Gemeinde Jasna hat der Blitz gezündet. Zwölf Siedlungen sind den Flammen zum Opfer gefallen. Bei den Löscharbeiten kamen zwei Men­schen ums Leben.

Schwere Unwetter in der Tschechoslowakei.

lieber der tschechischen Bezirksstadt Nagy Szöl- lös und Umgebung ging am Sonntag ein heftiges Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, Hagelschlag und orkanartigem Sturm nie­der. Das Gewitter forderte ein Todesopfer, 12 Schwerverletzte und einen Leichtverletz­ten. Außerdem wurden riesige Schäden in den Weingärten, an den Obstbeständen und den Tabak­feldern angerichtet. Fast alle hölzernen Tabak­trockenschuppen wurden weggefegt. Das Haus eines Weinbergwärters wurde durch gewaltige Waffer- maffen zerstört, die große Steinblöcke mit sich führ­ten. Ein drei Monate altes Kind ist ertrunken; eine« Frau und zwei Kinder wurden schwer verletzt. Auf einem Großgrundbesitz suchten fünf Arbeiter und die Frau eines Verwalters Zuflucht in einem Tabakschuppen, der unter der Wucht des Sturmes zusammenbrach. Alle sechs Personen wurden durch die niederstürzenden Balken schwer verletzt.

Explosion einer Fischfangbombe. Fünf lote.

In der Nacht zum Montag forderte in Pulsano, einem italienischen Fischerdorf bei Taranto, ein un­gewöhnlicher Unglücksfall fünf Menschenleben. Als gegen Mitternacht der Fischer di Eesario mit seiner Frau und drei Söhnen in seinem Hause saß, um die Fanggeräte, unter denen sich auch selbstverfertigte Bomben befanden, wie man fte leichtfertigerweife vielfach zum Fischfang benutzt in Ordnung zu bringen, explodierte eine der Bomben. Die Explosion war so stark, daß das Haus und ein Nachbarhaus einstürzten. Unter den Trümmern fand man den Fischer und zwei feiner Söhne als Leichen. Seine Frau und der dritte Sohn wurden noch lebend geborgen. In dem ein- gestürzten Nachbarhaus fand man die Frau und die Tochter des Hausbesitzers 10 t unter den Trüm­mern.

Explosion

auf einer Oelbarke fordert drei Todesopfer.

Als sich nach dem Löschen eines Oelbrandes auf der OelbarkeEnerco" bei Toronto (Ontario) Feuer­wehrleute und Besatzungsmitglieder an Bord be­gaben, erfolgte eine heftige Explosion. Elf Mann wurden in die Luft geschleudert, drei wur­den getötet, die übrigen zum Teil schwer verletzt.

Ueber 400 Todesopfer der Hitzewelle in USA.

Die große Hitze in Amerika hat nach neueren Meldungen bisher 410 Tote zur Folge gehabt. Während in den Oststaaten ein frischer Wind Abkühlung gebracht hat, dauert die Rekordhitze im Mittelwesten an. Sie forderte erneut 13 Todes­opfer.

16 Todesopfer des Neuyorker Autobusunglücks.

Die Gesamtzahl der Todesopfer des schwe­ren Kraftomnibusunglücks in der Nahe von Neuyork ist- auf 16 geftiegem Man befurchtes

daß noch mehrere Insassen des Kraftwagens in den Hudson - Fluß gestürzt und ertrunken sind. Ueberlebenöe erklären, daß der Kraftwagen schon vor der Katastrophe wiederholt Bremsschwierigkei­ten hatte.

41 Todesopfer einer Feuersbrunst in der Mongolei.

Bei Dolonor in der Mongolei brach in der Stadt Fazin ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit verbreitete und über 200 Häuser ver­nichtete. Auch ein Krankenhaus fiel ihm zum Opfer. Einige Schwerkranke, die nicht rechtzeitig gerettet werden konnten, verbrannten. Insgesamt sind 41 Personen ums Leben gekommen.

Freispruch imHirisiefer-prozeß

Berlin, 23. Juli. (DNB.) Die Große Straf­kammer des Berliner Landgerichtes fällte am Mon­tag im Hirtsiefer-Prozeß folgendes Urteilt Das Verfahren gegen den angeklagten'Geschäfts­führer Dr. Heinrich G e r l i ch und den früheren 'Ministerialdirektor Hermann Peters im Falle der Verleihung des dritten Ehrendoktortitels an Mini­ster a. D, Hirtfiefer wird auf Grund der poli­tischen Amnestie eingestellt. Im übrigen wer­den sämtliche Angeklagte, also Staats­minister a. D. Dr. Heinrich Hirtsief er, Staats­sekretär a. D. Professor Dr. Adolf Scheidt, Mi­nisterialdirektor i. e. R. Alexander Schneider und Ministerialverwaltungsdirektor a. D. Geheim­rat Tillich, freigesprochen.

Das Urteil, so führte der Vorsitzende in der Be­gründung u. a. aus, beendet einen Prozeß, der in der Öffentlichkeit stärkstem Interesse begegnet ist, einmal wegen der beteiligten Persönlichkeiten, von denen einige im politischen Leben eine führende Rolle gespielt haben, andererseits wegen der gegen sie erhobenen Vorwürfe, unter denen der wichtigste der ist, daß öffentliche Gelder in unverant­wortlicher Weise vergeudet worden sein sollen. Das von der Staatsanwaltschaft sehr sorgfältig geführte Ermittlungsverfahren endete mit der Fest- tellung, daß ein großer Teil der gegen die Ange­klagten erhobenen Vorwürfe unbegründet oder nicht zu erweisen war. Insoweit kam es zur (Ein­teilung, ohne daß eine Hauptverhandlung ftatt- and. Wegen eines anderen Teiles erhob die Staats­anwaltschaft Anklage, da hinreichender Verdacht gegen die Angeklagten vorlag. Das Gericht hätte nicht die Aufgabe gehabt, über das politische Wirken der Angeklagten zu urteilen, sondern es habe zu prüfen, ob sie sich in dem Teil der Anklage einer strafbaren Handlung schuldig gemacht haben oder nicht. Die Achtung vor dem Gesetz, die der Führer foroert, mußte für das Gericht oberste Richtschnur jein. Das Gericht durfte sich durch Rücksichten auf die Person der Angeklagten nicht leiten lassen. Für das Urteil ist es ohne jede Bedeutung, daß das Verfahren sich gegen einen früheren Minister und einen Teil feiner nächsten Mitarbeiter richtete, die nach dem Siege der nationalsozialistischen Bewe­gung von ihren Posten abtreten mußten. Mag ihre Persönlichkeit auch arg umstritten sein, vor dem Gesetz wird der gestürzte politische Gegner auf die­selbe sachliche Beurteilung rechnen können wie jeder andere Volksgenosse auch. Der Vorsitzende ging dann im einzelnen auf die Gründe ein, die zu dem freisprechenden Urteil führten.

Sieben Todesurteile in Moskau.

M 0 s f a u, 23. Juli. (DNB.) Wie erst jetzt amt- lich mitgeteilt wird, fand kürzlich vor dem Obersten Gericht der Sowjetunion ein Spionage-Pro- z e ß gegen eine Gruppe von 23 Ingenieuren und Technikern statt. Es handelt sich um Ingenieure der Verwaltung der Eisenbahn Moskau Ka- s a n und um Ingenieure und Techniker des Loko- motiv-Reparaturwerkes in Murom. Den Angeklag­ten wurde Spionage zugunsten einer fremden Macht und Anschläge auf Eisenbahnzüge und wichtige Eisenbahnknotenpunkte vorgeworfen. Fer­ner wurden Mobilmachungspläne der Eisenbahnstrecke nach dem Fernen Osten aus­gekundschaftet und einer fremden Macht übermittelt. Angesichts der schweren Vergehen es gilt als erwiesen, daß die Gruppe mehrere Eisenbahnkata- strophen verursacht hat, z. B. bei der Station Tscherna an der Linie MoskauKasan und bei der Station Panki und der Tatsache, daß Hochverrat oorliegt, wurden sieben Mann, die die Leitung der Gruppe hatten, zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die anderen wurden zu zehn Jahren Konzentrationslager verurteilt.

Kunst und Wissenschaft.

NieOTciflfcrftnger" in Bayreuth.

In der im Bühnenbild und der gesamten szeni­schen Fassung aus dem Vorjahr unangetastet ge­bliebenen festlichenM e i st e r s i n g e r" - Auffüh- rung in Bayreuth ließ sich am Montag ein inter­nationales Publikum zu begeisterten Kund­gebungen hinreißen. Generalintendant Tiet- j e n hatte feine meisterhafte Regieleistung, die von Aufzug zu Aufzug einem Höhepunkt zustrebt und die Schlußszene zu einer wunderbaren Krönung des Hochgesangs auf die deutsche Kunst abstellt, durch eine Reihe neuer Einfälle ausgebaut und zu einem gewaltigen Ganzen zusammengeschweißt. Auf der Grundlage einer solchen Kunst erhoben sich die musikalischen, insbesondere die gesanglichen Lei­stungen. Als wahrhafte Meistersinger wirkten auf der Bühne B 0 ckelmann (Sachs), Lorenz (Stolzing), Maria Müller (Evchen) und Ruth Berglund (Magdalena), hinzu traten in Martin Kremer ein beweglicher und gesanglich hochstehen­der David und Herbert Janssen als Pogner. Jo­sef von Manowarda stellte einen eindrucks­vollen Kothner auf die Bretter, in Spiel und Ge­sang seinen Mitspielern gleichkommend. Chor und Orchester waren Bayreuths würdig. Generalmusik­direktor Elmendorff darf ein überragendes Verdienst am Erfolg dieses Abends zugeschneben werden.

Wettervoraussage.

Die Polenstörung wandert östlich ab, während von Biskaya Druckanstieg erfolgt. Wohl fließt bei west­lichen Winden ozeanische Luft nach dem Kontinent, die vorübergehend Bewölkung verursacht und stel­lenweise auch Anlaß zu gewitterhaften Störungen geben wird, doch wird sich der hohe Druck wieder durchsetzen und ruhiges und vorwiegend trockenes Wetter bewirken. _

Aussichten für Mittwoch: Bewölkt und heiter, wärmer, meist trocken.

Lufttemperaturen am 23. Juli: mittags 17,6 Grad Celsius, abends 17,1 Grad; am 24. Juli: morgens 15,4 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum 13,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juli: abends 20 Grad; am 24. Juli: morgens 17,8 Grad» Niederschläge 8,4 mm.

Aus aller Well.

Die Versuche des MotorschiffesMonte Rosa", mit eigener Maschinenkraft wieder freizu - kommen, haben am Dienstag gegen 7 Uhr zum Erfolg geführt. Der RegierungsdampferArcus leistete bei den Bemühungen des Schiffes weit­gehendste Unterstützung. DieMonte Rosa" bleibt zunächst bei der Unfallftelle in der Nähe von Thors- Haven liegen, um durch Taucher feststellen zu lassen, ob und welche Beschädigungen des Schiffes bei dem Auflaufen eingetreten sind. Sollte die Annahme der Schiffsleitung, daß Beschädigungen des Schiffs­bodens nicht vorhanden sind, durch die Unter­suchungen bestätigt werden, so wird dieMonte Rosa" die Fahrt fortsetzen. Nach dem aufgestellten Reiseprogramm wäre das Schiff noch bis zum 4. August unterwegs.

Merkls Schicksal noch immer ungewiß.

Von der deutschen H i rn a l a j a e x p e d i t i 0 n ist nach der kurzen Meldung vorn tragiischen Tode der beiden deutschen Bergsteiger Welzenbach und Wieland ein neues kurzes Kabeltelegramm beim Drahtlosen Dienst eingetroffen. Das Kabel stammt vorn 18. Juli, also vom vorigen Mittwoch. Es be­richtet, daß sich Merk! feit dem 14. Juli zusammen mit einem treuen Träger ohne Schlafsack in einer Eishöhle am Nanga Parbat im Lager 6 befindet. Vom Lager 4 werden von den Kameraden Merkls verzweifelte Rettungsversuche unter­nommen, die bisher ohne Erfolg blieben, lieber die SBetter» und die Schneeverhältnisse am Berg wird tm

Slurmsührer Ziegler zum Reichssührer der Deutschen Fachschulschaft ernannt. Der Führer der Reichsschaft der Studierenden Pg. Andreas Feickert, hat am Montag den bis­herigen stellvertretenden Reichsführer der deutschen Fachschulschaft Sturmführer Hermann Ziegler zum Führer dieser Selbstverwaltungsorganisativn der Fachschüler ernannt. Ziegler, der selbst Fach­schüler war, steht seit längerer Zeit in der Fachschul­arbeit des Nationalsozialistischen Deutschen Studen­tenbundes und konnte dort die Erfahrungen sam­meln, die für den Aufbau der Deutscher Fachschul- jchast notwendig sind.

DampferMonte Rosa" aufgelaufen, keine Gefahr für Schiff und Passagiere.

Der DampferMonte Rosa" von der Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, der sich zur Zeit auf einer Vergnügungsreise nach dem Nordkap befindet, ist bei der Ausfahrt aus Thors- havn (Faröer-Jnfeln) infolge dichten Nebels auf einem Riff festgekommen. Wie die Reederei mit­teilt, besteht keine unmittelbare Gefahr für Schiff und Passagiere. Alle Schotten halten dicht. An Bord befinden sich etwa 1200 Fahrgäste, zum größten Teil Deutsche. Die Besatzung besteht aus 280 Köpfen. Im Augenblick des Festkommens bewegte sich dieMonte Rosa" nur mit ganz lang­samer Kraft. Andere Schiffe bemühen sich bereits, dieMonte Ro-sa" flott zu bekommen. Wie zu dem Unfall weiter bekannt wird, hatte das Schiff am Montagmittag Dhorshavn verlassen, um nordwärts weiterzufahren. Bald nach der Ausfahrt geriet das Schiff bei Glivamaes im Nebel fest. Da es nur ganz langsame Fahrt machte, blieb es völlig un­beschädigt. Der Kapitän derMonte Rosa" fünfte an seine Reederei, daß alle Räume dicht seien und daß man hoffe, bei dem nächsten Hochwasser aus eiaener Kraft wieder flott zu kommen. An der Un­fallftelle herrsche ruhiges Wasser, so daß keinerlei Gefahr für das Schiff bestehe. Dementsprechend verhalten sich auch die Fahrgäste vollkommen ruhig.

misch) geschafft.

Gras Zeppelin" hatte eine günstige Fahrt.

Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, stand das LuftschiffGraf Zeppelin" am Montag 9 Uhr MEZ. bereits nahe den Capverdl- fchen Inseln. Bei nördlichen Winden hat es eine äußerst günstige Fahrt gemacht und dabei im Mittel 170 km je Stunde seit Mitternacht zuruckgelegt.

Emigrant bei einem Einbruch niedergeschossen.

In der Nacht zum Montag drang der in Köln geborene Norbert Wilden bei dem Wirt Go Ho in Saarbrücken in die Wohnung eim Als ihn der Wohnungsinhaber überraschte, gab Wilden auf d völlig Waffenlosen ohne weiteres mehrere Schu se ab und verletzte ihn am linken Oberarm und am Unterleib sehr schwer. Der Sohn Gollos kam seinem Vater zu Hilfe und streckte den Einbrecher durch mehrere Schüsse nieder. Beide Verletzten mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Wilden Gehört au jener zahlreichen Rotte von Emigranten, U sich im Saargebiet ohne polizeiliche Genehm,, auna aufhalten und das ihnen gemährte Asylrecht in einer Weise mißbrauchen, daß sie fast zu einer Landplage geworden sind.

Zwei Mörder in Stuttgart hingenchtet.

erm fiofp des Justizgebäudes in Stuttgart wur­den h Äe richt et-Der am 2. März d. I. vom Schwurgericht Stuttgart wegen Mordes zum Tode verurteilte geschiedene Wilhelm Ulrich von Schwaikheim (Oberamt Waiblingen) und der am 5 1 fflt vom Sondergericht Stuttgart wegen poli- Hfrfipn Mordes zum Todes verurteilte ledige Min­nich von Steinschönau (Tschechoslomrakei). Ulrich hatte am 23. Oktober 1933 seine Geliebte, die eine Eheschließung mit ihm abgelehnt hatte, erschossen. Minnich der noch im Frühjahr d. I. in Backnang als rühriger Kommunist staatsfeindliche Tätigkeit entfaltete hat dort am 15. Mai den verdienten Polizeiwachtmeister Bucke, der gegen ihn einschreiten wollte, durch eilten aus nächster Nahe abgegebenen Herzschuß getötej. Per am 17. Februar d. I.

Kabel nichts näheres mitgeteitt. Es ist jedoch mit Sicherheit anzunehmen, daß durch weitere schwere Schneestürme die Rettung bisher unmöglich gemacht wurde.

Vier Bergsteiger tödlich verunglückt.

Seit Donnerstag voriger Woche wurden, einer Meldung aus Oberstdorf zufolge, der Regierungs­rat Georg Bauer und der Studienprofessor Wallner .aus Kempten, die im Allgäu eine Höfats-Besteigung unternommen hatten, vermißt. Am Sonntagmittag wurden nun die Leichen der beiden Bergsteiger von einer Rettungsexpeditton gefunden, doch konnten sie noch nicht geborgen werden, da das mitgenommene Seilmaterial nicht ausreichte. Vermutlich sind die Bergsteiger von dem Grat ab gestürzt, der von der Kleinen Hofats zum dritten Höfats-Gipfel hinüberzieht. Die Ab ge­stürzten dürften sofort tot gewesen sein. Wie das Unglück geschehen konnte, ist unerklärlich, da Bauer sowohl wie Wallner geübte Bergsteiger waren und es niemals an der nötigen Vorsicht und Sicherung fehlen ließen. r, ,, ... .

Nach Mitteilung der Deutschen Bergwacht ist der Postreferendar Wolfgang Schultheiß aus Murn eben an der Nordostwand der Alpspitze tödlich verunglückt. Die Leiche wurde unter schwieri­gen Verhältnissen geborgen und nach München ge-

Jm Höllentalferner stürzte Frou Therese Sauer aus Mannheim in eine Gletscherspalte. Die Le ich e wurde geborgen und nach Ober-Gramau (bet Gar-