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Kunz« iführungen

Frankreich empfohlen, freiwillig auf die Abstimmung z u verzichten, deren Ergeb­nis ja dach nicht mehr zweifelhaft fein könne. Eine solche befreiende Tat würde einer schweren Belastung der deutsch-französischen Be­ziehungen ein Ende bereiten und könnte zu einem praktischen Zeugnis deutsch-französischer Annähe­rung und Zusammenarbeit werden.

Neuer Uebergriff gegen die Memelautonomie.

Ein litauischer Untersuchungsrichter bestraft den Mcmelpräsidenten.

Memel, 23. April. (DNB.) Der Präsident des Landesdirektoriums Dr. Schreiber ist durch einen Beschluß des Untersuchungsrichters Nezkbi- !auskas mit einer Geldstrafe von 250 i2it (etwa 100 Mark) bestraft worden, weil Dr.

Schreiber es abaelehnt habe, der Aufforderuna des Untersuchungsrichters, zur Vernehmung als Zeuge liU erscheinen, Folge zu leisten.

Dazu schreibt derVölkische Beobachter" u. a.: Dian hat einen in Jnnerlitauen amtierenden litau- jschen Untersuchungsrichter gegen Dr. Schreiber »argeschickt, der im Einverständnis mit dem Gouver­

neur gegen Dr. Schreiber eine Geldstrafe erlassen hat. Dr. Schreiber hatte sich mit Recht als Zn- Haber der Exekutivgewalt des auto­nomen Memelgebietes geweigert, einer Ladung des Untersuchungsrichters zur Vernehmung vor der litauischen Polizei Folge zu leisten. Man bezeichnet den Landespräsidenten des autonomen Memelgebietes in der litauischen Presse als einen Hergelaufenen". Das Direktorium hat sich nunmehr genötigt aefehen, gegen d i e unver­schämten litauischen Hetzblätter Straf­antrag zu stellen. Nachrichten darüber wurden vom litauischen Kriegskommandanten bezeichnender­weise wieder einmal unterdrückt. Die deutsch­memelländischen Blätter, die eine sachlich behaltene Darstellung des Direktoriums hierzu veröffentlicht haben, wurden in den letzten Tagen beschlag- n a h m t. Die D A Z. saat: Die Laae im Memel- aebiet hat in der letzten Zeit eine Zuspitzung er­fahren, die hochpolitische Bedeutung besitzen rann. Der neue litauische Gouverneur hat sowohl politisch wie polizeilich zu Schikanen gegen die deutsche Bevölkerung gegriffen, Die darauf hindeuten, daß man nur nach dem Vorwand zu einer Aktion gegen das Memel- gebiet sucht.

30 Millionen Menschen in der Deutschen Arbeitsfront.

Die größte Organisation der Welt und ihre Neuordnung.

Berlin, 24. April. (DNB. Funkspr.) Die politi- chen Leiter der NSBO. und die Amtswalter der deutschen Arbeitsfront des Gaues Groß-Berlin «hielten von dem Organisationsleiter der NSDAP. 8g. Klaus Selzner, der gleichzeitig auch >rganisationsleiter der Deutschen Arbeitsfront und !«er NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude" ist, Mitteilungen über den Aufbau und die Neu­organisation der Deutschen Arbeits- r o n t. Danach seien heute in der Arbeitsfront über 22 Millionen schaffender deutscher Menschen jllsammengefaßt. Wenn hierzu dieinderPartei Organisierten ohne die SA. gerechnet würben und noch diejenigen, die nach Erledigung ihrer Anmeldung, bzw. nach Durchführung der «aenroärtigen Werbeaktion Mitglieder seien, dann «hörten der Deutschen Arbeitfront wohl wenig- ens 30 Millionen Mitglieder an, die torporatio Angeschlossenen und die in der Land­wirtschaft Tätigen eingerechnet. Mit Recht wies der ffiebner darauf hin, daß es eine Organisation in ihnlichem Ausmaß nicht gibt.

Um zu verhüten, daß die Organisation ausein­

anderfalle, fei eine U m o r g a n i f a t i o n der Deutschen Arbeitsfront in Aussicht ge­nommen. Zur sicheren Garantie der Arbeit der Par­tei ebenso wie der Arbeitsfront werde die mufter» aültige Gliederung der Partei auf die Arbeitsfront übertragen, so daß man auch hier künftig den Bl o ck, bestehend aus 25 Mit­gliedern, die Zelle, die Betriebsgemein­schaft, die Ortsgruppe, den Kreis, den Gau und als neues den Bezirk kennen werde. Zu dieser regionalen Gliederung trete die vertikale Gliederung der 18 Reichs­betriebsgemeinschaften, die edne Glie­derung nach den Berufs st änden darstellt, aufgebaut auf den einzelnen Betrieben über die Ortsgruppen dis zu ihrer obersten Spitze, der Reichsbetriebsgemeinschaft. 16 dieser Reichsbetriebs­gemeinschaften wurden von der NSBO., zwei von der NS.-Hago betreut. (Eingebaut in diese neue Or­ganisation wurden die B e r u f s ä m t e r der Kreise, die die Ausbildung des einzelnen und seine Auf­stiegmöglichkeiten bis zur höchsten Stelle zu über­wachen haben.

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Reichsminister Geldte spricht in Magdeburg zum NGOKB.

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Magdeburg, 23. April. (DNB.) Im Gründer- («au des Stahlhelms hielt der Nationalsozia- jiistische Deutsche Frontkämpferbund «s t a h l h e l m) in Gestalt einer Auszeichnung ter alten Kämpfer des Stahlhelms aus dem Sabre 1919 feine erste große Kundgebung nach der Umbildung ab. Führer der braunen und feldgrauen Scharen, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, von Industrie und Handel und viele fffreunde und Verwandte der alten Kameraden hat- Isn sich eingefunden. Franz S e l d t e s erste Worte («alten dem Führer, dem er im Namen des ASDFB. eine große Büste mit der InschriftD e m Führer und Frontsoldaten" überreicht ioabe. Dann traten die einzelnen alten Kameraden iror, um aus der Hand des Bundesführers das Ehrenzeichen zu empfangen. Der Bundesführer schil­lerte dann Entstehen und Vergangenheit des Stahl- iaelms. Von Anfang an habe der Stahlhelm die un- isheuren Werte erkannt, die im deutschen Ar­ie i t e r stecken, und er habe sich dafür eingesetzt, inß diese Werte nicht einer schwarz-rot-goldenen, Ic ner gelben oder roten Führung anheimfallen. Es f: i ihm als Minister eine große Freude gewesen, düs er mit Reichswirtschaftsminister Schmitt das besetz der nationalen Arbeit fertig hatte, das aus tem Arbeiter einen Richtmann mache, das lern Arbeiter die Ehre gebe, indem es ihm Ehren- ssrichte zuerkannte.

Besonders ausführlich ging der Minister auf die

letzten Jahre ein. Er habe, erklärte er, nicht zu den Leuten gehört, denen die Ereignisse des Jahres 1933 überraschend gekommen seien. Schon 1932 habe er erkannt, daß nicht der reine Soldat siegen würde, sondern der Politiker, der politische Soldat. Es sei gekommen, wie er vorausgesehen habe. Ein Mann aus dem Volke sei erschie­nen und habe dank seines Frontsoldatenerlebnisses, dank der Reinheit seines Willens und seiner Ziele und dank seiner Fähigkeiten gesiegt. Mit Bewun­derung und Anerkennung sähen die alten Kämpfer der Jahre 1914 bis 1918 und von 1918 bis heute auf diesen Frontsoldaten.

Längere Darlegungen widmete der Minister der Umbildung des Stahlhelms. Die Treue der Stahl­helmleute sei belohnt worden, ihnen bleibe die Fahne, die Farbe und auch das stolze Stahlhelm­symbol, aber, und das tue er, der Minister, frei­willig und bewußt zusammen mit dem Hakenkreuz. Das sei für ihn kein Nachgeben gewesen, sondern ein Hineingehen in d i e große Kraftquelle der Nation. Der Mi­nister schloß: Wir kämpfen für die Ziele Adolf Hit­lers. Sein Reich ist auch unser Reich, für das wir arbeiten, für das wir sterben wollen. Wir wollen aber leben, denn wir wollen das Ziel errei­chen für Vaterland, Hindenburg und Adolf Hitler. Sieg Heil! Die Rede klang aus in dem gemein­samen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst- Wessel-Liedes.

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Aus aller Welt.,

Bei einem Brand ums Leben gekommen.

Vermutlich infolge einer Fahrlässigkeit ist in Un­terschwaningen (Mittelfranken) das Doppelhäuschen d r Schuhmacherswitwe Kapp und der Landarbei- hrin Christine Ott v o n einem Schadenfeuer e ngeäf d)ert worden. Bei den Aufräumungs- a beiten fand man die halbverkohlte Leiche der Zujährigen Frau Kapp unter den Schuttresten auf.

Das gefährliche Slreichholzspiel.

In derNeumühle" bei Schönburg (Prov. Sach- kn) verursachten zwei vier- und sechsjährige Kinder durch Spielen mit Streichhölzern einen Jranö Das vierjährige Kind fand den Tod in b»n Flammen. Der Vater zog sich beim Rei- timgsversuch erhebliche Brandwunden zu.

Drei wagen eines Neuyorker Bororlzuges aus­gebrannt.

In Nevark brach infolge einer durchgebrannten Sicherung in einem Personenzug, der auf der Fahrt nuch Neuyork war, Feuer aus. Drei Wagen brann- trn vollständig aus. Der Zug konnte noch recht- z ntig zum Stehen gebracht werden, so daß d i e Fahrgäste unverletzt blieben. Auch ein altes Bahngebäude auf der Strecke fing ?2uer und ging in Flammen auf.

Dillinger und seine Bande wieder entkommen.

Wie aus (Eagle River gemeldet wird, war es dir Bundespolizei und der Gendarmerie gelungen, ir der Nähe von Mercer in einem W alv - Inger Dillinger und feine Bande erneut zu stellen. 1 iüinger hatte sich dort in einer Waldschenke nieoer- gllassen, die in weitem Umkreis umzln- gs 11 wurde. Die Polizisten warfen Tranen - gasbomben in die Waldschenke und gingen dmn vor. Zu ihrem großen Erstaunen fanden sie o:oer nur drei Frauen vor, die entschieden Luaneten, Dillinger und seine Bande zu kennen. Blllinger war wieder einmal ein Durchbruch

gelungen. (Ein Gendarm, der bei dem Feuer­gefecht, in dessen Verlauf drei Polizisten erschossen worden waren, am Sonntag verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen.

Schweres Brandunglück in der Slowakei.

Der Ort B a b i n im Komitat Arva wurde von einem großen Brand, der sich infolge des Sturmes mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, heimgesucht. 130 Häuser brannten nieder. Der ganze Ort besteht nur noch aus Trümmern. Drei Men­schen fielen den Flammen zum Opfer. Auch viel Vieh kam in den Flammen um.

Wettervoraussage.

Die neue Störung rückt schnell ostwärts vor und bringt feuchte Luft nach dem Festlande. Somit wird sich der Witterungscharakter weiterhin wechselhaft gestalten, so daß bei meist bewölktem Himmel zeit­weise Niederschläge auftreten.

Aussichten für Mi11woch: Mejst wolkiges und wechselhaftes Wetter, Temperaturen wenig verändert, zeitweise Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Teils be­wölkt, teils aufheiternd, noch einzelne schauerartige Niederschläge.

Lufttemperaturen am 23. April: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 7,9 Grad; am 24. April: morgens 7,3 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum 6,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 10,6 Grad; am 24. April: mor­gens 8,7 Grad Celsius. Niederschläge 1,3 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter:

I Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

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