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zweite, der Erwerb amerikanischen Ge­bietes durch europäische Mächte sei verboten, der dritte, die Union habe eine Schutzherr­schaft auch über die mittel- und südamerikanischen Staaten, denn Amerika gehöre nur den Amerika­nern. Javan erklärt jetzt nicht, Asien gehöre den Asiaten, sonderen China gehöre Japan. Die sieben Punkte von 1915 umfaßten eine Verlänge­rung der Abtretung von Dalny und Port Arthur auf 99 Jahre, zweitens weitere Konzessionierung der südmandschurischen Eisenbahn, drittens Handels­freiheit für Japan und auch das Recht für Japan, Grundeigentum in ganz China zu erwerben, wäh­rend bisher die Europäer nur innerhalb der Ver- traashäfen Grundstücke erwerben durften.

Noch schlimmer war der vierte Punkt, der gerade jetzt, da Japan die Mandschurei sich nahm und . in der Südmongolei vordringt, besonderes Interesse weckt. Dieser Punkt verlangt den Einschluß der Südmandschurei und südlichen Mongo­lei in die Japan ausschließlich vorbehaltenen Jnteressenzonen. Der fünfte Punkt sollte S ch a n - t u n g Japan einoerleiben. Genau wie heute Japan den Ausschluß europäischer Instrukteure des chine­sischen Heeres fordert, besagte damals der sechste Punkt: Uebertragung der Instruktion des chinesischen Heeres und der chinesischen Marine an japanische Offiziere. Das bedeutet in der Praxis die völlige militärische Ab hängig- k e i t Chinas von Japan. Und schließlich bezweckte der letzte und siebente Punkt die Ernennung japanischer Berater bei den chinesischen Ministern für Finanzen, Unterricht und Verkehr. Diese Maßnahmen richteten sich direkt gegen die Mächte, die China Anleihen gegeben hatten, wie England, Frankreich, die USA.

Das chinesische Außenministerium hat eine formal sehr geschickte, innerlich schwerwiegende Antwort an Tokio gegeben, die zunächst einmal feststellt, daß kein einziger Staat alleiniger Frie­densgarant sein dürfe. Das ist insofern richtig, als alle Waffengänge der letzten Jahre und Jahr­zehnte im Fernen Osten ausgelöst wurden durch Japans Expansionspolitik, und es ist selbstverständ­lich, daß ein Staat mit derartig imperialistischen Tendenzen ebensowenig die Rolle eines Friedens­garanten für sich in Anspruch nehmen kann, wie in Europa etwa Frankreich. Die weitere Feststellung, nur China habe über die Mittel zu bestimmen, die es für seinen Aufbau für geeignet hält, berührt das Geoiet der Souveränität, der Selbstbestimmung, das Japan glatt für sich über China in Anspruch nimmt. Hiermit wird aber auch die Kernfrage be­rührt. Wenn China mit feinen Kräften und mit den Hilfsmitteln, die ihm genehm sind und von ihm bestimmt werden, sich finanziell und wirtschaft­lich und militärisch wieder ordnet, dann ist diese chinesische Reform in ihrem Ziel doch nur an­gesetzt, um die Integrität Chinas gegen­über fremden Einflüssen zu sichern und behaupten zu können. Bisher war ein solches Streben nach Besänftigung des Chaos im völker­rechtlichen Gebrauch auch von anderen Nationen begrüßt worden.

Es ist Japan vorbehalten geblieben, dieses chine­sische Sehnen nach Ordnung und Einheit, wobei doch nicht die Mittel, sondern das Ziel maßgebend sind, als Beeinträchtigung des Frie­dens im Fernen Osten hinzustellen. Aus der Diplomatensprache übersetzt heißt das: Japan will die Verewigung des chinesischen Chaos und der Schwäche des Riesenreiches. Dabei ist es eine untergeordnete Frage, wer China die Mittel für die Entwirrung zur.Verfügung stellt. Als sich die Vertreter der Gläubigerländer Chinas vor kur­zem bereitfanben, der Nanking-Regierung neue Kredite zu geben, erhob Japan dagegen Einspruch. Aber Japan selbst hat derartige Kredite China nicht angeboten und kann es auch nicht, da die Finan­zierung seiner militärischen und wirtschaftlichen Expansion trotz des Hilfsmittels der Yen-Inflation die Kräfte Japans aufs äußerste angespannt hat. Dieses japanische Streben hatte also nur den Zweck, eine Sanierung der chinesischen Wirtschaft zu ver­hindern, und das trifft mit der gesamten Richtung der japanischen Politik gegenüber China zusammen.

So ist über Nacht im Fernen Osten ein Konflikt ausgebrochen, der alle Streitigkeiten, die bisher die Gemüter bewegten, weit in den Schatten stellt. Was zuerst als eine unbesonnene Aeußerung ober als teere Drohung angesehen würbe, ist bitterer Ernst geworben: Japan macht Ansprüche geltenb, die glatt auf eine Unter st ellung Chinas unter b i e japanische Vorherrschaft hinauslaufen. Das Interview, bas ber Botschafter Saito bemWashington Star" gegeben hat, läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Mächte wissen nun, woran sie sind, sie sollen, um es einmal ohne Umschweife auszubrücken, aus- geschaltet unb schließlich aus China verbrängt werben.

, Das ist natürlich nur möglich, wenn die an China interessierten Staaten die angestrebte japanische Vormundschaft widerspruchslos hinnehmen unb ber Tokioter Regierung freie Hand lassen. Japan nimmt nun em Einspruchsrecht bei Verhandlungen zwi- ich?" China und anderen Staaten für sich in An­spruch, was bedeuten kann, daß es zu jeder wirt­schaftlichen und finanziellen Vereinbarung Nein sagt, wenn seine Interessen berührt werden. Nun ist aber China ein wertvoller Markt für viele Völker, die ohnehin schon unter dem Verlust der russischen Absatzgebiete unendlich schwer leiden und die in neue wirtschaftliche Schwierigkeiten hin- emgeraten müssen, wenn eine andere Macht kurzer- Hand die Eingangstore zum chinesischen Reich zu- schlagt, nur um selbst den chinesischen Markt un­umschränkt beherrschen zu können.

Betrachtet man die Tokioter Politik von ber wirtschaftlichen unb finanziellen Seite, bann wirb der Vorstoß gegen bie chinesische Souveränität eini­germaßen verstänblich. Denn Japan bürste sich nicht im Unklaren darüber fein, daß es seine derzeitige Exportpolitik auf die Dauer nicht fortsetzen kann. Der Gedanke liegt nahe, daß es sich setzt den chinesischen Markt sichern und damit ber japanischen Wirtschaft für etwa in Verlust geraten­den anderen Markt ein neues Betätigungs­feld reservieren will.

Wenn Japan nun China strikt untersagen will, nicht-japanische Instruktoren für Chinas Heer ein- RufteUen, wenn es Europäer und Amerikaner aus der chinesischen Verwaltung entfernt wissen will, wenn Japan dazu den Gläubigern Chinas die Mög- lichkeit nimmt, durch einen Zuschuß für bie Ent­wirrung der chinesischen Wirtschaft, ihre eingefrore­nen Anleihen später zurückzuerhalten, so ist das nichts anderes als das Zuschlägen der offe­nen Tür für jeden Nicht-Japaner. Es ist, haben wir festgestellt, eine Außerkraftsetzung des Hay- Pauncefort-Vertrages von 1899, in dem damals die chinesische Regierung jeder Macht die Tür zu China öffnete. Die anglo-amerikanische Regierungen wis­sen, um was es geht, die Presse hat darauf auf­merksam gemacht, baß Japan zum Sprunge an­setzte. Die machtpolitischen Vcrhältnisie im Fernen

Ein deutscher Sonderbeauftragter für Abrüstungsfragen.

Oer alte Kurs, aber neue Wege in der Abrüstungspolitik Deutschlands.

Osten hätten, wenn Japans Anspruch burchginge, sich grunblegenb geänbert unb Japan wäre in Wirk­lichkeit bie allein gebietenbe Macht über China unb über ben Stillen Ozean bis Hawai unb Singapore.

Wie Japan die asiatische Monroedoktrin begründet.

Genf, 23. April. (DNB.) Der japanische Gene­ralkonsul in Genf erklärte ber Auslanbspresse, es sei nach wie vor ber Wunsch Japans, China in freundschaftlicher Weise in seinem Aufbauwerk zu helfen. China begegne jedoch dabei oft durch die inneren Kämpfe großen Schwierigkeiten, und die Anhänger einer antijapanischen Bewegung hätten sich verschiedentlich der Hilfe dritter Mächte bedient, um Kampfmittel gegen ihre Gegner zu bekommen, was eine latente Gefahr für ben nationalen Frieden in Oftafien bedeute. Japan habe die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen Osten in Zusammenarbeit mit China. Es strebe keinerlei Hegemonie in China an, wolle aber bas Prin­zip ber offenen Tür verfechten, um allen -Völkern den ungehinderten und freien Handel zu ermöglichen. Seine Politik sei von jeher bestrebt gewesen, zu der Aufrechterhaltung der Ordnung im fernen Osten beizutragen. Das Vorgehen Japans Inder Mandschurei sei ebenfalls, obschon oft mißverstanden, nach japanischer Ansicht d a s b e st e Mittel gewesen, Ordnung und Frie- ben in diesem Teil der Welt zu sichern. Japan wende sich nur gegen die Hilfe fremder Staaten, die diesem hohen Ziel zuwider- laufen.

B e r l i n, 23. April. (DNB.) Der Herr Reichs- Präsident hat Herrn Joachim von Rib­bentrop zum Beauftragten für Ab- rüslungsfragen ernannt.

Joachim von Ribbentrop stammt aus einer Offiziersfamilie; sein Baler war Oberst. Schon vor bem Kriege hat der neue Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen das Ausland durch zahlreiche Reisen kennengelernt. Den Krieg machte Herr von Ribbentrop als Husarenoffizier mit. Er kam nach dem Kriegsende in das Kriegsminsterium und war in der Friedenskommission tätig. Herr von Ribbentrop nahm dann seinen Ab­schied und widmete sich einer geschäftlich-kaufmän­nischen Tätigkeit, die ihn wiederholt ins Ausland führte, wo er ausgedehnte Beziehungen zu politischen und anderen Persönlichkeiten gewann. Seit 1932 hat Herr von Ribbentrop auch in der deutschen Innenpolitik eine erhebliche Rolle gespielt, die zwar nach außen nicht in Er­scheinung trat. Er bemühte sich vor allem um die Vermittlung zwischen Popen und Adolf Hitler. 3m Zuge dieser Bemühungen Hal Ribbentrop dann jene berühmt gewordene Be­gegnung zwischen Adolf Hitler und von Popen Anfang 1933 in Köln a. R h. zur Zeit der Regie­rung Schleicher zustandegebracht.

Wil besonderen außenpolitischen Aufgaben ist der neue Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen als Bertrauensmann des Führers bereits im vergangenen Sommer verschiedentlich betraut

worden, die ihn nach London. Paris usw. führten. So ist eingeweihten Kreisen seine Ernennung keines­wegs überraschend gekommen.

Wit der Beauftragung Herrn von Ribbentrops durch den Reichspräsidenten tritt keinerlei Aenderung oder neue Wendung in der deutschen Abrüstungspolitik ein, son­dern es werden lediglich neue Wege außer­halb des üblichen diplomatischen Berfahrens be­schritten, wie dies auch in anderen Ländern bei ähnlichen Anlässen verschiedentlich der Fall war.

Das Echo in London.

London, 24. April (DNB.-Funkspruch) Die Ernennung des Hern von Ribbentrop zum Beauftragten für Abrüstungsfragen wird von ver­schiedenen Blättern als überraschend bezeich­net. Der BerlinerTimes"-Korrespondent sagt, Herr von Ribbentrop sei neuerdings viel gereift und habe sich häufig in London, Paris und anderen Städten gezeigt, wo er mit Politikern, Diplomaten und an­deren Persönlichkeiten Unterredungen gehabt hatte. In derDaily-Mail" heißt es, die Ernennung sei etwas ungewöhnlich, aber es werde vermutet, daß Hitler es vielleicht als notwendig empfinde, abge- fehen von den amtlichen diplomatischen Wegen, auch eine selbständige Verbindung mit den ausländischen Staatsmännern zu haben. Der Berliner Korrespondent desNew Chronicle" spricht von der Möglichkeit, daß der Reichskanzler versuchen werde, durch Herrn von Ribbentrop d i e jetzige Stockung in den Abrüstungsverhand­lungen zu beseitigen.

plant Italien eine neue Initiative für einen Rüstungsausgleich.

Oie französische Politik wird in Rom als taktische Vorbereitung eines Kuhhandels betrachtet.

Suvichs Besuch in London.

London, 24. April. (DNB.-Funkspruch.)Daily Telegraph" schreibt: Die Besprechungen des italie­nischen Unterstaatssekretärs S u v i ch mit Simon, Eden und dem Unterstaatssekretär des Aeußeren Vansittart dürften an Wichtigkeit durch die Tat­sache noch gewinnen, daß am Dienstag der Ab­rüstungsausschuß des Kabinetts eine weitere Sitzung die vierte feit Eingang der französischen Note abhalten wird. Mussolini bemüht sich jetzt um einen Plan, der eine B e - g r e n 3 u n g der Streitkräfte Frank­reichs und ein gewisses Maß deutscher Rüstungsangleichung einschließen soll. Auch ist er bereit, mit Großbritannien vernünftige Ausführungsgarantien zu erörtern, die Frankreichs Wünsche befriedigen wür­den. Allerdings wird bei jedem Plan über die Be­grenzung der Rüstungen auf ihrem jetzigen Niveau die nachdrückliche Forderung der britischen Regie­rung nach Gleichheit der Luftrüstungen aller Großmächte berücksichtigt werden müssen, die nach britischer Ansicht am besten in einer Ver­minderung der Luftstreitkräfte der anderen auf das britische Niveau be­stehen würde. Wie man aber hort, hat es Minister­präsident D o um e r g u e bei seiner Unterredung mit Suvich in Paris abgelehnt, Frankreich auch nur grundsätzlichauf den italienischen Plan festzulegen . Frankreich werde in Genf vonfla­granten Vertragsverletzungen" Deutschlands auf dem Gebiete des Rüstungswesens sprechen. Die französische Regierung rechne auch mit dem Bei - stand der Kleinen Entente, die von einer Aufrüstung Ungarns und Bulgariens nichts wissen wolle. Somit scheine der italienische Plan ebenso wie der britische infolge der Stellungnahme Frank­reichs zum Mißerfolg verurteilt zu sein.

Das Blatt schließt:Trotzdem aber sehen weder London noch Rom die Lage als ganz aussichtslos an. Besonders der italienischen Re­gierung ist es nicht entgangen, daß Frankreich zwar den britischen und den italienischen Plan in gleicher Weise verwirft, die französische Re­gierung und die öffentliche INeinung Frank­reichs aber forlfahren, Garantien der Ausführung und der Sicherheit zu verlangen. Diese Haltung ruft den Eindruck

hervor, daß Frankreich durch seine Taktik viel­leicht lediglich einen hartnäckigen Tauschhandel vorbereitet, um gleich­zeitig ein Höch st maß an Garantien und ein Winde st maß an französischen Rüstungseinschränkungen sowie an deutscher Rüftungsangleichung zu erreichen. Bielleicht ist dies der Grund da­für, daß in Rom entschiedener als in London die Neigung besteht, bald einen weite­ren Bersuch zu unternehmen, auf diplo­matischem Wege eine einstweilige Beilegung der deutsch - französischen Gegensätze zu er- reichen."

Oie Genfer präsidiatsihung auf Ende Mai vertagt.

Die Franzosen planen einen Borstotz.

Genf, 23. April. (DNB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat die Mit­glieder des Präsidiums um ihre Zustimmung ge­beten, die Sitzung des Präsidiums auf den 2 9. Mai vormittags anzusetzen und für den Nach­mittag desselben Tages bereits den Hauptaus - schuß einzuberufen.

Daily Herold" schreibt zu der von Henderson vorgeschlagenen Verschiebung, die Annullierung der Sitzung vom 30. April sei selbstverständlich, nachdem die französische Reaierung die direkten Verhand­lungen so schroff abgebrochen habe. Denn die Aufgabe des Präsidiums sei ausschließlich ge­wesen, den Fortschritt dieser Verhandlungen zu prüfen. Es sei jetzt wahrscheinlich, daß die fran­zösische Abordnung bei Zusammentritt des Haupt­ausschusses eine Erörterung der deutschen Aufrüstung beantragen werde. Es verlaute, daß das französische Außenministerium eine Er­klärung für den Ausschuß vorbereitet habe, in der Beweismaterial für eine ausgedehnte deutsche Auf­rüstung seit mehreren Jahren gegeben werde (?). Die Franzosen beabsichtigen, den Ausschuß aufzu­fordern zu beschließen, daß der Frage der euro­päischen Sicherheit angesichts der Auf­rüstung Deutschlands der Vorrang vor jeder Abrüstungserörterung gebührt. Barthou bemühe sich in Warschau, bie restlose Unter- stützung des französischen Standpunktes durch Polen sicherzustellen.

Englische Rückfrage in Tokio.

Beunruhigung im englischen Unterhaus.

London, 23. April. (DNB.) Die japanische Dar- legung über die Politik Japans im Fernen Osten, die als Kontrollanspruch über Chinas Außenpolitik ausgelegt worden ist, hat im Parlament zu einer großen Zahl von Anfragen ge­führt.

Sir John S i m o n teilte mit, daß er den ©ort- laut der Mitteilung des japanischen Außenministe­riums in Umlauf setzen werde.Diese Erklärung scheint eingegeben zu sein durch die Besorgnis vor gewissen Gefahren für den Frieden, für gute Be­ziehungen zwischen China und Japan ober für bie Unversehrtheit Chinas, bie sich aus gewissen Hanblungen anberer Mächte in China ergeben könnten. Keine biefer Gefahren braucht befürchtet zu werben aus ber Politik ber britischen Regierung, bie tatsächlich barauf hinzielt, sie zu vermeiden. Andererseits sind der Charakter der Er­klärung und gewisse Einzelheiten, wie z. B. die Be- zugnahme auf Einwendungen gegen fin- n anstelle Unterstützung Chinas so be- schaffen, daß ich es für notwendig gehalten habe, mich mit der japanischen Regierung in D e r b i n - düng zu setzen, um den Standpunkt der bri­tischen Regierung klarzustellen."

Keine Besoldungsreform zu erwarten.

Entgegen manchen in letzter Zeit angestellten Erörterungen über eine angeblich bevorstehende Umstellung der Beamtenbesoldung gab der stellver­tretende Beamtenführer Stabsleiter R e u s ch auf

einer Arbeitstagung des Amtes für Beamte ber NSDAP, in Berlin bie Erklärung ab, baß eine Befolbungsreform nicht be vorst ehe. Die barüber umlaufenben Gerüchte feien sämtlich falsch. Stabsleiter Reusch teilte weiter mit, baß eine Reihe von befonberen beamtenpolitischen Fragen, die m der letzten Zeit aufgetreten seien, demnächst im Reichsministerium des Innern besprochen wer- den würden. Zur organisationspolitischen Lage der Beamtenschaft erklärte Reusch, daß der Gedanke der Beamteneinheitsorganisation dauernd an Boden gewinne. In absehbarer ZA werde auch der letzte Beamte für den (Sebanmt unb bie Ziele bes Reichsbundes der Deut­schen Beamten gewonnen sein. Ebenso wür­den in Kürze die noch aus der früheren Zeit vor- handenen Beamtenverbände überholter Art zu be­stehen aufgehört haben. Stabsleiter Reusch machte schließlich die Mitteilung, daß der Reichsbund als neue soziale Einrichtung für feine Mitglieder die Gewährung von Rechtsschutz einführen werde.

Lohnzahlung am 1. Mai

Berlin, 23. April. (DNB.) Wie wir erfahren, wirb am 1. Wai, bem nationalen Feiertag bes beut- schen Bolfes, entsprechen!» ber Praxis bes vergange­nen Jahres unb entgegen bisherigen anberslaufen- bew Meldungen Lohn gezahlt. Nähere Ausfüh­rungsbestimmung ergeht in ben nächsten Tagen. Wechsel in der Führung der Eüdw est

deutschen Studentenschaften.

Der bisherige Kreisführer Südwest der Deutschen Studentenschaft, Kamerad Gustav Adolf S ch o e l - Heidelberg, wurde mit Wirkung vom 15. April 1934 in die Reichsführung der Deutschen Studen­tenschaft berufen. Gleichzeitig wurden die Landes­führungen Baden-Pfalz, Hessen und Württemberg des Nationalsozialistischen Deutschen Studenten­bundes aufgehoben und zur Kreisführung Süd­westdeutschland des NSDStB. zusammenge­schlossen. Zum Kreisführer Südwest- deutschland (Baden,Württemberg,Hessen,Pfalz) des Nationalsozialistischen Deutschen Studenten­bundes, der Deutschen Studentenschaft und der Deutschen Fachschulschaft wurde der bisherige Stabs­leiter bei der Reichsführung der Deutschen Studenten­schaft, Kamerad Harald A s k e v o l d , ernannt Askevold war vor mehreren Jahren Führer der Karlsruher Studentenschaft und Kreisleiter VI der Deutschen Studentenschaft. Im Juli 1931 wurde er auf dem Deutschen Studententag in Graz als einer der beiden ersten Nationalsozialisten in die Führung der Deutschen Studentenschaft berufen. Später setzte er fein Studium in Karlsruhe fort, bis der Reichs­führer Dr. Stäbe! ihm im Oktober 1933 wieder in die Führung berief. Mit feiner Stellvertretung beauftragte er den bisherigen Landesführer Baden- Pfalz des NSDStB., Kamerad Willi Kunz­mann. Der Sitz der vereinigten Kreisführungen ist Karlsruhe.

Oie Bäcker stiften 250000 VM.

Reichsminister Dr. Goebbels empfing Montag den Präsidenten des Germania-Verbandes deutscher Bäcker - Innungen, Grüßer, und den Reichshandwerkführer Schmidt. Präsi­dent Grüßer machte Dr. Goebbels die Mitteilung, daß die deutschen Bäcker-Innungen neben den nam­haften Geld- und Sachspenden, die von den einzelnen Mitgliedern für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt worden sind, noch eine Sonderspende in Höhe von einer Viertel Million Mark aufgebracht haben. Diesen Betrag stellt das deutsche Bäckerhandwerk dem Reichsminister für Volksaus- klärung und Propaganda für die Aktion Mutter und Kind" der NS.-Volkswohlfcchrt zur Verfügung. Dr. Goebbels sprach dem Präsi­denten Grüßer als Vertreter der deutschen Bäcker- Innungen Anerkennung und Dank aus und erklärte, daß diese 250 000 Mark für die B e - schaffung zusätzlicher Nahrungsmit­tel für besonders bedürftige Kinder Verwendung finden sollen.

Eine soziale Tat des Reichsbundes der deutschen Beamten.

Am Geburtstag des Führers hat der Reichsbund der deutschen Beamten durch den Leiter des Amtes für Beamte der Obersten Leitung der PO., Pg. Hermann Neef, dem Führer als Aus­druck der freudigen Teilnahme an seinem Geburts­tage den Betrag von 50 000 RM. für bie Linderung der allgemeinen N o t zur freien Verfügung gestellt.

Vor Illusionen wird gewarnt Die elsässischen Autonomisten fordern Rück­gabe des Saargebiets ohne Abstimmung.

Straßburg, 23. April. (DNB.) Seit langem versuchen elsässische und deutsch-lothringische Blätter auf Grund ihrer besonderen Kenntnis der Verhält­nisse im benachbarten Saargebiet, bie französische Bevölkerung über bie wahre Stimmung ber Saarbeoölkerung aufzuklären und vor Illusionen zu warnen. Einen besonders eindringlichen Versuch in dieser Richtung bedeutet eine Straßburger Kundgebung von über 500 Vertretern der Unabhängigen Landes« Partei und der mit ihr vereinigten au ton o« mistischen Kampfgemeinschaft. Es wird nachdrücklichst betont, daß bie gerechte Lösung ber Saarfrage eine unbedingte Vor­aussetzung b e 5 Ausgleiches zwischen Frankreich und Deutschland ist, dieser wesentlichen Forderung des Grenzlandes Elsaß- Lothringen. Es werden alle Bestrebungen verurteilt, die Zugehörigkeit des ganzen Saargebietes oder einzelner feiner Teile von machtpolitischen und pri­vatwirtschaftlichen, namentlich schwerindustriellen Sonderinteressen abhängig zu machen. Auf Grund der Einsicht in die bisherigen Verhältnisse im Saargebiet glaube man, daß das Saarvolk bei un­eingeschränkter Ausübung des Selbstbestimmungs­rechtes ebenso sicher zum Reich zurückkehren werde wie bei entsprechender Lage etwa das lothringische Erzgebiet von Briey zum französischen Mutterlands zurückkehren würde. Frankreich wird gewarnt, Hoff' nungen auf Gegensätze zwischen den Anhängern des Nationalsozialismus und Andersdenkenden zu grün­den, die rein innerpolitischer Natur seien. Nur durch friedliche Verhandlungen könnten die großen wirtschaftlichen Belange Frankreichs und namentlich Elsaß-Lothringens im Saargebiet ge­wahrt werden. Eine Abstimmungskampagns würde aber die schon vorhandene Erregung erheb­lich {teigem, den deutsch-französischen Gegensatz verschärfen und dadurch solche friedlichen Ver­handlungen erschweren oder gar unmöglich machen. Aus diesen Erwägungen heraus wird