Einzelbild herunterladen

dem M naher. Es ist ein kleiner See, irgendwo in der märkischen Heide. Wie er heißt, weiß ich nicht.

Abteilung! Halt!"Weggetreten zum Zelt- bau."Wollen wir nicht erst essen? Ich habe fürchterlichen Kohldampf."Mann, du hast wohl'n Vogel! Erst muß doch das Zelt stehen."

Alles packt an, im Nu sind die Zeltbahnen zu­sammengeknüpft. Blitzschnell und mit viel Geschrei wird das Zelt, unser Zelt aufgebaut. Zeltstöcke werden zusammengesteckt, Zeltbahnen werden ge­spannt und dieHeringe" werden eingeschlagen.

Dann geht's ans Essen. Eine Zeitlang hört man gar nichts. Es wird dunkel.Himmel, war das ein Marsch heute! Das haut aber hin." Einer zün­det ein kleines Lagerfeuer cm; wir legen uns ins

Gras imb starren In die knisternde Glrrt Wenn die Flamme etwas aufflackert, sieht man die Gesichter der anderen. Seltsam heben sich die Jungengesichter von dem dunklen Hintergrund ab. Sie sind alle erst 16 bis 17 Jahre alt, die Jungen, aber das Feuer spiegelt sich wider in harten, wissenden Augen. Nichts ist da von der weichen, träumerischen Stim­mung am Lagerfeuer! Die Glut lodert wieder in unseren Herzen und peitscht uns auf zu neuem Kampf!

Es ist lange still um das Feuer. Nur noch ein schwacher rötlicher Schein geht von der Glut aus Die Nacht ist kalt. Fröstelnd erhebt sich einer nach dem andern und verschwindet im Zelt.

Trompi.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Der Wald singt.

Von Peter Bauer.

Der Wald ist die Oase zwischen den Städten. Alle Straßen und Wege, die von den Asphaltsteigen fort zur Landschaft führen, suchen nach kurzer oder län­gerer Wanderschaft aus der sonnengrellen Weite der Felder und Wiesen zu entkommen und unterzutau­chen in die schattenkühle Geborgenheit seiner insel- haft abgeschiedenen Wildnis. Hier hört jede Un­rast auf. Dichte Hecken sperren wie Wall und Mauern eines Burghofs ab, und weitverzweigte Baumkronen biegen sich zu hohen Gewölben und Kuppeln einander zu. Die Welt der Hast und des lärmenden Verkehrs ist ausgeschlossen. Wer mit dem Auto kommt, muß aussteigen und die weiche, ost mit -niedrigen Gräsern und Moosvolstern über­wucherte Walderde unter seinen Füßen spüren, wenn er sich an den geheimnisvollen Kräften des Waldes erquicken will. Er muß Zeit haben, mit offenen Augen und andächtigem Lauschen zu ver­weilen, um die mannigfaltige Schönheit der Baum­gestalten, die charakteristischen Formreize der ein­zelnen Laubarten bewundern zu können und sich von den Stimmen dieser grünen Welt, dem Geflüster der Zweige, dem Gebraus der Wipfel, dem Ge­sang der Vögel bezaubern zu lassen.

Erst seitdem der letzte Afrikaflieger, der Pirol, heimgefunden hat, ist das Waldkonzert der Gefie­derten in voller Entfaltung. Hell überschallt das kurze Flötenmotiv des Spätlings, der nach seiner An­kunftszeit auch Pfingstvogel heißt, das Wispern der Meisen, das Trillern der Finken, das Schmettern der Drossel, das Zwitschern und Klimpern der Laub­sänger, das Orgeln und Schwatzen der Grasmücken, das Gurren und Rucksen der Tauben, das Rufen des Kuckucks und das gelegentliche Getrommel des Spechtes. Deutlich sind aus den Pfiffen die beiden Vokale seines Namens zu hören, wenn auch oft in einer willkürlichen Verfchnörkelung, die wieGidi- lio" klingt. Seines scheuen Wesens wegen ist er ein selten zu sehender Vogel, der die hohen Wipfel, be­sonders die der Eichen liebt und kaum auf den Boden herabkommt. Die Natur hat ihm in seinem kanariengelben Gefieder, das sich von den schwar­zen Schwingen leuchtend abhebt und ihm seinen dritten Namen Goldamsel eingetragen hat, ein rech­tes Tropenkleid geschenkt, das ihn unter der bunt­prangenden Vogelwelt Afrikas nicht zurückstehen läßt. Denn er lebt unter ihnen neun Monate des Jahres und weilt bei uns nur von Mai bis Juli, um zu brüten.

Gegen Abend nimmt das Vogelkonzert an Stärke und Stimmenvielheit ab, aber an melodischer Schön­heit zu. Die kleinen Rufer und Schnalzer sind es allmählich müde geworden, immer wieder ihre kur­zen Signale zu schmettern und verstummen nach- ernander. Der Wald wird stiller und feierlicher. Es weht wie eine Ahnung von etwas Besonderem, wie ein Erwarten festlicher Ueberraschungen über den Wegen. Träumerisch zart wagt sich der Gesang des Rotkehlchens hervor, das ein eigenartig schwer­mütiges Liedchen formt, dessen silberhelle Triller

mit immer tiefer sinkenden Tönen ausklingen. Die liebliche Weise wird rasch abgelöst von dem lauten Stimmenschall der Singdrossel, die ihre kurzen, von kleinen Pausen unterbrochenen Strophen mit Schmelz und Schwung schmettert. Herrliche Flöten­klänge, schelmische Jauchzer und zwitschernde Fragen folgen mehrmals wiederholt aufeinander und erfüllen den nun schon völlig schweigenden Wald mit ihrem entzückenden Wohllaut. Durch die spär­lichen Lichtungen der Gipfel funkeln die Sterne des Himmelgewölbes, das auf den ragenden Stämmen zu ruhen scheint. Ein majestätischer Dom hat sich im Dunkel hinaufgebaut. Die Singdrossel verstummt vor dieser weihevollen Stimmung, der nur eine Sängerin mit ihrer Stimme würdigen Ausdruck verleihen kann: die Nachtigall. Jeder Schritt stockt, wenn diese Königin des Gesanges ihre große Liebes­arie beginnt. Welche Fülle und Kraft, welche Zart­heit und Tiefe, welche Reinheit des Schlages und welche Hingabe, welches Feuer im Vortrag! Sie kann schmettern und flüstern, jubeln und schluchzen, hymnisch und elegisch sein. Sie weiß in langgezoge­nen Tönen die Eindringlichkeit zu steigern, sie ver­mag sich überraschend in ein rascheres Tempo hinein­zusingen und kann ebenso wirkungsvoll plötzlich ab­brechen, um leise, fast zaghaft, und erst allmählich anschwellend wieder von neuem zu beginnen. Hölty hat der großen Sängerin seine schönsten Verse ge­widmet:

O Nachtigall!

Du tönest mir mit deiner Seele Die Liebe wach;

Denn schon durchbebt die Tiefen meiner Seele Dein schmelzend Ach."

Vielseitig wie dieses kleine Ausrufewort am Schluß der Strophe, das Liebesübevschwang und Seligkeit, Sehnsucht und Schwermut, Lust und Leid, Trauer und Trost auszudrücken vermag, ist der einsame Nachtaesang des im Laubdunkel verborgenen Vogels. Kein Menschenherz kann sich seiner sanften Gewalt entziehen. Dieser Sang ist Urlaut der Natur, der uns erschauernd etwas von ihrer abgründigen Tiefe und Geheimnisfülle ahnen läßt. Er ist Seelensprache und Seelenzuspruch. Ist himmliche Musik. Klingende Güte Gottes.

Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen

Das Amt für Beamte, Kreis (Ziehen, gibt bekannt, daß für die Fachschaften Allgemeine Län- derverwatluna und Justiz imHaus der Deutschen Arbeit" am Montag, 25. Juni, 20.30 Uhr, ein Schu­lungsabend stattfindet. Pg. Dr. Röder wird spre- chen. Die Teilnahme wird den Mitgliedern zur Pflicht gemacht.

Die Geschäftsstelle des NS.-Lehrerbundes, Kreis Gießen, fordert Mitglieder des NSLB., die schon Werkunterricht erteilt haben, auf, sich umgehend bei Dr. Vogt, Gießen, Licher Straße 23 II, schriftlich zu melden. Mitglieder des NSLB., die auch der Partei angehören, sollen umgehend Mitgliedsnum­mer und Eintrittsdatum schriftlich an die gleiche Adresse melden.

Die gestrige Mitteilung über Bauernkundgebungen

im Gießener Land wurde durch einen Setzfehler nur unvollständig wiedergegeben. Die Bauernkund­gebung am 26. Juni, 18 Uhr, findet in Hungen und die Kundgebung am 27. Juni, 14 Uhr, in Lang-Göns statt. Wir weisen besonders dar­auf hin.

An alle Politischen Leiter und Parteigenossen des Kreises Gießen!

Wie bereits in anderen Kreisen schon durchge­führt, beabsichtigt der Kreispresseamtsleiter Pg. Michel ebenfalls die Aufstellung eines Kreis- archios, mit dessen Durchführung und Organisation er mich beauftragt hat. Es ist Ehrensache eines jeden politischen Leiters und Parteigenossen, hier­für parteigeschichtlich wertvolles Material zu liefern. Alle für die Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung im Kreise Gießen zeugenden Dokumente, wie z. B. photographische Aufnahmen aus der Kampfzeit, Berichte aus alten Zeitungen (Hes­senhammer") usw., interessante Stimmungsberichte über stattgefundene Versammlungen und Auf­märsche sind umgehend an meine Adresse: Gießen, Asterweg 52II, einzusenden. Auch Nichtparteigenos­sen werden aufgefordert, hier für ein wertvolles Nachschlagewerk der Kreisgeschichte aufbauend mit­tätig zu sein. Im Interesse der Sache ersuche ich alle Volksgenossen um größtmöglichste Unter­stützung.

Heil Hitler!

Willi H a i n b a ch , Leiter des Meldedienstes und des Kreisarchios.

NSDAP., Amt für Aolkswohlfahrt.

Der Tag des deutschen Gebrauchshundes.

Am Sonntag, 1. Juli, 14.30 Uhr, veranstalten die Fachgruppen für das Schutz- und Dienst­gebrauchshundewesen, Bezirk Oberhessen, auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 (Trieb) zu­gunsten der NS.-Volkswohlfahrt eine große Werbe­vorführung.

Da diese Veranstaltung zugunsten der NSV. er­folgt, sich also die Fachgruppen voll und ganz in den Dienst der guten Sache stellen, müßte es Pflicht eines jeden deutschen Volksgenosien sein, diese lehr­reiche Veranstaltung zu besuchen. Infolge des niedrigen Eintrittspreises, der es jedem Volks­genossen ermöglicht, diesen interessanten Vorführun­gen beizuwohnen, erwarten wir recht zahlreichen Besuch.

Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter NSV.

Deutsche Arbeitsfront.

Rechtsberatungsstelle Gießen.

Sprechstunden für sämtliche Angehörige der Deut­schen Arbeitsfront in sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen finden statt:

Montags und Donnerstags von 17 bis 19 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 13 Uhr.

Für die Angehörigen im Bergbau und in der GruppeSteine und Erden" werden die Sprech­stunden von der Rechtsberatungsstelle Wetzlar an folgenden Tagen in Gießen abgehalten: Am 1. und 3. Donnerstag eines jäten Monats von 10 bis 13 Uhr.

Die Auskünfte sind vollkommen kostenlos. Der Eingang zu den Räumen der Rechtsberatungsstelle befindet sich Horst-Wessel-Wall Nr. 39, I. Stock, Ecke Bahnhofstraße.

Mehr Urlaub den Lehrlingen!

Aufruf an alle Organisationen der Industrie, des Handwerks, des Handels, an alle Detriebs- führer und INeister.

Die Jugend ist die Zukunft eines Volkes. Darum hat jedes Volk die Pflicht, alles au tun, damit seine Jugend körperlich und geistig gesund erhalten wird. Bleibt diese Pflicht unerfüllt, dann muß das in seiner Jugend weiterlebende Volk, Naturgesetzen zu­folge, im Kampfe um das Dasein erliegen und zu­grunde gehen.

Linder bringen Könne in jedes tzsus

Spendet

für das Pilfswerfj

Mutter und Lind

Der Nationalsozialismus hat diese Tatsache klar erkannt und sieht es darum als seine wichtigste Auf- gäbe an, die Jugend zum Fundament des national- sozialistischen Staates zu machen. Gelingt dies, dann wird der Bestand des Staates auf weite Sicht gewährleistet sein. Denn wer die Jugend hat, der hat die Zukunft.

Leider ist diese Erkenntnis noch nicht Allgemein­gut des deutschen Volkes geworden. Immer noch versündigen sich einzelne Dolkskreise an der Zu­kunft unseres Volkes, indem sie der Jugend nicht den gebührenden Platz einräumen und deren kör­perliche und geistige Ausbildung hemmen. Dies trifft ganz besonders auf die Urlaubs- und Freizeitgewährung für unsere werk- t al t g e Jugend zu. Auf diesem Geknet herrschen vielfach noch Zustände, die an die schlimmsten Er­scheinungen der Zeiten liberalistisch-kapitalistischer Ausbeutung erinnern. Die werktätigen Jugendlichen haben täglich ungefähr 9 Stunden körperliche Ar­beit zu verrichten. In vielen Fällen jedoch ist die Arbeitszeit der Jugendlichen noch größer. Die Frei­zeit und Ferienzeit ist so knapp bemessen, daß vielen Jungarbeitern und Jungarbeiterinnen gar keine Erholungsmöglichkeit geboten ist. Häufig er­hält der Jungarbeiter kaum 6 Tage Urlaub im Jahr, während einem Schüler 70 Ferientage zuge­billigt werden. Ja, es gibt ganze Berufsgruppen, deren jugendliche Angehörige im Jahr nur 1 oder 2 Tage, manchmal sogar überhaupt keine Ferien haben. Hier wird Raubbau an unserer Jugend, an bester Volkskraft getrieben. Das muh anders werden.

Deutsche Betriebsführer, deutsche Meister! Wir appellieren an euer Verantwortungsgefühl gegen­über Volk und Staat! Gebt euren Lehrlingen, die ja mitten in ihrer Wachstumperiode stehen, soviel Frei- und Ferienzeit, als sie zur Förderung ihrer körperlichen und geistigen Ausbildung benötigen. Gebt ihnen mehr Urlaub! So wie die deut­sche Jugend im Reichsberufswettkampf durch die Tat ein überwältigendes Bekenntnis zum Arbeitsdeutsch-

Von berühmten Leuten und gewöhnlichen Sterblichen.

Kleine Blütenlese heiterer Anekdoten.

Zweimal Max Reger.

Als Max Reger wieder einmal nach Darm­stadt kam, und wie gewohnt, in derPension Augusta" abgestiegen war, sand er hier dreißig Autographenbücher von ihm völlig unbekannten Leuten vor.

Schmunzelnd legte sich Reger auf das Sosa und sagte zu einem seiner Schüler:

Ungerlein nehmen Sie mal die Bücher und schreiben Sie überall hinein:

Im Auftrage von Max Reger Dr. Hermann Unger."

' * *

Eines schönen Tages äußerte der Komponist Dolckmar A n d r e ä zu seinem Freunde Reger:

Weißt du, wenn ich deine Musik höre, werde ich nie reger, sondern immer matter."

Darauf der gefoppte Meister:

Und wenn ich deine hör', hör' ich immer andrä!"

Bruckner bedankt sich.

Die Universität Wien hatte Bruckner um seiner hohen musikpädagogischen Verdienste willen später dqs Ebrendoktorat der Philosophie verliehen. An den glanzvollen Promotionsfeierlichkeiten nahm das Wien der Diplomatie, der Kunst und der Wissen­schaft teil. Vor dieser auserlesenen Versammlung sollte Bruckner in wohlgeschliffener Rede für die herzbewegenden Worte des Rektors danken. Doch der weltfremde Künstler war kein Formenmensch. So wurden denn auch die wenigen Dankesworte beileibe keine formvollendete Ansprache eines ge­wöhnlichen Sterblichen, aber sie bleiben Mani­festationen eines Weltgenies, rührend unbeholfen und voll Selbstbewußtsein zugleich. Dr. Anton Bruckner sagte mit leiser Stimme nur:Meine Herren, ich bin tief gerührt. Wenn ich meine Orgel da hätt, möcht' ich's den Herren schon zeigen ..."

Die Prophezeiung.

Theodor Fontane ging einmal in Berlin mit einem anderen Schriftsteller spazieren. Einem Manne, der etwas begabt und etwas unbescheiden war.

Als sie an einem Hause vorüberkamen, wo eine Gedenktafel verkündete, daß E. T. A. Hoffmann hier gelebt habe, sagte der Schriftsteller nachdenk­lich:

Und nach meinem Tode, was wird man da au die Tafel am Hause schreiben ...?"

u vermieten", sagte Fontane.

Notbeleuchtung im Zwischendeck.

Der ehemalige deutsche Großadmiral von Kö­ster bemerkte in einer seiner klassischen Besichti­

gungskritiken, die scharf wie Mostrich für die Be­troffenen und pikant wie englische Soße für die Zuhörer waren, u. a. folgendes:

Meine Herren! Komme ich da eben ins Zwi­schendeck und finde da einen Fähnrich. Ich frage den Fähnrich:Was tun Sie, Fähnrich, wenn s hier brennt und die Notbeleuchtung versagt?"

Euer Exzellenz", sagt der junge Mann,dann tue ich gar nicht s."

Ich sage:Nanu?"

Euer Exzellenz", sagt der Fähnrich,wenn es hier brennt, brauche ich keine Notbeleuchtung." Meine Herren, ich muß sagen, dieser Fähn­rich war mir über."

Der schweigsame Coolidge.

Von dem verstorbenen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Calvin Coolidge, gehen noch heute Geschichten um, zu denen seine Schweig­samkeit stets Material lieferte.

Eines Tages versuchte eine ebenso hübsche wie ehrgeizige junge Dame, ihn aus seiner Wortkarg­heit herauszulocken, indem sie ihm erzählte, ihr Vater habe mit ihr gewettet, sie werde aus dem Präsidenten keine drei Worte herausbringen.

Worauf Coolidge, ohne eine Miene zu verziehen, antwortete:Papa gewinnt!"

Das Personal.

Der Geschäftsführer einer reisenden Schauspieler­truppe depeschierte an den Pächter des kleinen Pro­vinztheaters, wo die Gesellschaft ein paar Tage päter auftreten sollte, folgendermaßen:

anordnet Hauptprobe montag 3 uhr. sorgt daß spielleiter, friseur, beleuchter, inspizient und bühnen- arbeiter pünktlich anwesend."

Vier Stunden später las er die Antwort: einverstanden, der mann ist zur stelle".

Der verlorene Sohn im wilden Westen.

Vor einer Holzfällerhütte in Tennessee hält ein kostbarer Privatwagen, dem ein eleganter junger Mann entsteigt. Aus der Hütte tritt ein alter, mür­rischer Holzfäller. Der elegante junge Mann geht auf ihn zu und ruft freudig:Vater, kennst du mich nicht mehr? Ich bin dein Sohn Billy, den du vor zehn Jahren in die Stadt geschickt hast, um Tabak zu kaufen. Ich bin damals gleich dort ge­blieben, bin vorwärts gekommen und habe heute ein glänzendes Einkommen. Hier ist mein eigener Wagen. Nun, Vater, was sagst du dazu?"

Der Holzfäller betrachtet mißtrauisch seinen Sohn. .,So" öffnet er endlich seinen Mund,und wo ist der Tabak?"

Kleiner Unterschied.

Ein Ehepaar aus der englischen Provinz kommt nach London und wird auch in eine Gemäloegalerie verschlagen. Vor einem Bilde, das Adam und Eva im Paradies darstcllt, bleiben beide bewundernd stehen.Wer sind die beiden?",fragt die Frau. Der

dienstbeflissene Ehegatte blättert im Katalog, erwischt die falsche Nummer und verkündet:Königin Elisabeth empfangt den spanischen Gesandten".

Reklame in USA.

Als die amerikanische Fliegerin Amelia Earhardt

P u t m a n seinerzeit nach geglücktem Flug über den Ozean in Europa landete, fand sie neben zahlreichen Glückwunschtelegrammen von Bekannten und Freunden auch ein Kabel ihrer Waschanstalt vor, in der sie ihre Kleider reinigen zu lassen pflegte. Der Inhaber hatte telegraphiert:Herzliche Glück­wünsche! Wir wußten, daß Sie es schaffen würden! Wir verlieren nie einen Kunden!"

Der beharrliche Leutnant.

Mußten die Pioniere mal irgendwo eine Brücke bauen, wurde von dem verantwortlichen Redakteur vorher eine Art Ansichtsskizze verlangt, damit der Vorgesetzte sehen konnte, wie sich der Untergebene die Geschichte dachte.

Da hatte einmal ein Leutnant ein wundervolles Gemälde gepinselt. Rechts und links war das Ufer, dazwischen floß der reißende Strom, darüber weg führte die zu bauende Brücke, ... und auf dieser Brücke standen zwei Männerchen und angelten.

Der Pioniermajor fand die Zeichnung zwar sehr schön, doch beleidigten die beiden angelnden Männer­chen sein militärisches Auge. So schickte er die Zeich­nung wieder an den Leutnant zurück:

Die beiden Männer haben von der Brücke zu verschwinden."

Der Leutnant tat wie befohlen und reichte die Zeichnung erneut ein, aber jetzt saßen die beiden Männerchen am User und angelten.

Der Major wurde böse.

Die beiden Männer haben ganz aus dem Bilde zu verschwinden weg damit!!!"

Der Leutnant tat auch diesmal wie befohlen, und als er sein Werk zum drittenmal einreichte, da standen am Ufer zwei Grabkreuze.

Das Bäumchen.

Anjsn K., Gutsherr von altem Schrot und Korn, ließ feinen Neffen aut der landwirtschaftlichen Hoch­schule studieren. Die ersten Semesterferien durfte der Junge auf des Onkels Gut verleben. Als ihn der Alte nach der Ankunft mit Besitzerstolz durch sein Anwesen führte, fiel der Blick des jungen Mannes auf einen besonders dürftigen Obstdaum.

Entschuldige, Onkel", begann er ein wenig von oben herab,aber ich glaube, deine Kulturmethoden sich doch schon ein bissel von gestern. Es sollte mich wundern, wenn das Bäumchen da auch nur drei Pfund Aepfel brächte ..."

Mick auch", versetzte der Alte trocken.Es ist 'n Birnbaum..."

Humor beim Tommy.

Als in der englischen Stellung bei Arras eines Tages das Brot ausbleibt, wird als Ersatz Heeres-

zwieback ausgegeben, der alt und schwer zu kauen ist.

Ich möchte, ich wäre ein Strauß", sagt Georgie, dann könnte ich das Zeug besser verdauen."

Ich möchte auch, daß du's wärst", meint sein Freund Jim,dann könnte ich beim nächsten Urlaub meiner Frau ein paar Federn für ihren Hut mit­bringen."

*

Thompson ist nach einer Verwundung zum Er­satzbataillon gekommen, das in einer ländlichen Ge­gend liegt. Eines Tages bekommt er vom Syaupt* mann den Befehl, mit Schaufel und Eimer die Aepfel zu sammeln, die vom Pferdeappell liegen geblieben sind.

Möchte nur wissen, was der Käpten damit will!", brummt er.

Er will den Mist auf seinen Rhabarber tun!" belehrt ihn ein landwirtschaftlich besser bewanderter Kamerad.

Komisch ... zu Hause tun wir da Zucker brauft"

Das Baby im Bade.

Baby wird gebadet, und Lore, Nachbars vier­jähriges Töchterlein, wohnt dem feierlichen Akt mit jenem brennenden Interesse bei, das kleine Mädchen von jeher solchen Dingen entgegenbringen. Uebri« gens ist sie nicht allein gekommen, sondern in Be­gleitung ihrer einarmigen, einäugigen und auch sonst ziemlich ramponierten Puppe Dolly.

Geraume Zeit ist Lore wortlos in den Anblick des rosigen Menschleins versunken. Dann fragt sie plötzlich:

Wie lange habt ihr eigentlich das Baby schon?" Drei Monate", lächelt die junge Mutter.

Lore staunt:Da habt ihr's aber gut g e< halten."

Für Leute mit Sprachgefühl.

Klöppel hatte in der Nacht den Arzt holen lassen. Als dieser erscheint, sagte er:

Denken Sie nur, Herr Doktor, der Anfall ist seit einer halben Stunde vorüber. Es tut mir leid, daß Sie umsonst gekommen sind."

Worauf der Arzt erwiderte:Umsonst nicht, aber vergebens!"

Noch einmal Adam und Eva.

Vor zwei Jahrzehnten standen in' England unter Führung von Emmeline P a n k h u r st die Suffra­getten im Vordergrund des politischen Lebens, um ihre Forderung des gleichen Stimmrechts für die Frauen durchzusetzen, bis der Weltkrieg der Be­wegung ein jähes Ende fetzte. Diese energischen Frauen, die selbst vor Gewalttätigkeiten nicht zurück- schreckten, mußten sich natürlich manchen Spott ge­fallen lassen. So wurde von Mistreß Pankhurst be­hauptet, sie habe die Enzyclopedia Americana aus ihrer Bibliothek entfernen lassen. Warum? Weil unter dem SchlagwortEva" nur stand:Siehe Ada m.".