Ausgabe 
23.6.1934
 
Einzelbild herunterladen

Dienst der khm übertragenen materiell-wirtschaft­lichen Aufgaben stellt, wird auch für die Wirtschaf­ten der anderen Länder ein Faktor sein, der eine gesunde Grundlage für eine fruchtbare und dem Besten aller beteiligten Völker dienende Zusammen­arbeit bildet.

Das Abzeichen zum Reichsparteilag 1934.

Die Plakette, die für die Teilnehmer des am 1. und 2. September in Nürnberg stattfindenden Partei­tages der NSDAP, zur Ausgabe kommen wird. Sie ist ein Werk des Professors Richard Klein in München.

Müschafisresewe Afrika!

Don Or. Paul Rohrbach.

Die Kolonialtagung in Kiel am 15. und 16. Juni hat den älteren Teilnehmern, die noch Vergleiche mit der Vorkriegszeit machen konnten, die Tatsache bestätigt, daß es in Deutschland jetzt fast ein leben­digeres koloniales Interesse gibt, als zu der Zeit, da wir Kolonien besaßen. Nichts wäre irriger, als zu glauben, es handle sich dabei umKolonial­romantik". Allmählich kommt auch weiteren Kreisen in unserem Volke zum Bewußtsein, daß uns d i e Kolonien im F r i e d e s d i k t a t durch ein Spiel mit falschen Karten genommen worden ist. Wilson hatte in Punkt 5 seiner Friedensprogrammrede vom Januar 1918 eine voll­kommen gerechte und unparteiische Behandlung der Kolonialfrage zugesagt. England, Frankreich und Japan hatten sich aber schon lange vorher über die Verteilung der Kolonialbeute, auf die sie rechneten, verständigt und mußten nun Wilson bewegen, auf die Geltendmachung seines Punktes 5 zu verzichten. Dazu wurde in dem eroberten Südwestafrika das berühmte Lügenblaubuch fabriziert, in dem so viel erfundene deutscheKolonialgreuel" standen, daß man Wilson die Einwilligung ent­reißen konnte: Da die Deutschen sichunwürdig" gemacht haben, Kolonien zu besitzen, so dürfen sie ihnen fortgenommen und alsMandate" an die Sieger verteilt werden. Das Lügenblaubuch aber wurde schon vor acht Jahren im Landesrat von Südwestafrika durch einstimmigen Beschluß der deutschen, burischen und englischen Mitglieder als ein Erzeugnis der Kriegs­propaganda annulliert; der südafrika­nische Premierminister Hertzog sagte öffentlich, es sei ein Pamphlet, dem nur Vergessenheit gebühre; Philip Snowden, der bald darauf englischer Schatzminister wurde und jetzt als Discount im Oberhause sitzt, bekannte seinerzeit, es seieine kostspielige, unwahre Weltpropaganda getrieben worden, um Deutschland die Kolonien zu nehmen und es dadurch für die Dauer wirtschaftlich zu ver­krüppeln." Damit ist eingestanden, daß falsche Karten im Spiel gebraucht wurden, und wenn irgend jemand, so mußten die Männer, die es bekannt haben, Bescheid wissen. Dieser Zusam­menhang der Dinge kommt in Deuschland allmäh­lich immer weiteren Kreisen zum Bewußtsein und erregt unseren nationalen Unwillen. Dahinter aber verstärkt sich die Einsicht, daß, wenn wir heute unsere Kolonien noch hätten, unsere Ver­sorgung mit industriellen Rohstoffen leichter und unser Absatzmarkt größer und gesicherter wären. Das ist nichtKolonialromantik", sondern nüchterne, volkswirtschaftliche Rechnung.

Afrika ist der koloniale Erdteil und als solcher das größte und entwicklungsfähigste Reservegebiet, das die Wirtschaft der europäischen Kulturvölker überhaupt noch besitzt. Von der Forderung, an dieserReserve beteiligt zu werden, können wir nicht abgehen. Die sog. expan­sive Periode der Weltwirtschaft ist für absehbare Zeit vorbei. Sie war dadurch bedingt, daß erst die europäische und dann auch die amerikanische Groß­industrie ihren Absatzmarkt, ihren Produktions­apparat und die Zahl der beschäftigten Kräfte immerfort vergrößern konnten, weil der Markt für die erzeugten Waren sich ausdehnte. Jetzt haben aber viele Länder sich industriell selbständig ge­macht, und um die Krises noch zu verschärfen, ist in den alten Industrieländern die technische Ratio­nalisierung seit dem Kriege so fortgeschritten, daß es mehr Arbeitshände gibt, als zur Bedienung der Fabrikationsanlagen notwendig sind. Als ich vor einigen Jahren die großen leerstehenden Lade- und Löschanlagen in Quebec am Lorenzstrom besichtigte, sagte mein alter französischer Kutscher mit melan­cholischem Kopfnicken:Ja, mein Herr, es gibt zu viel große Maschinen!" In diesem einfachen Wort eines einfachen Mannes steckte eine Menge Ver­ständnis für die Weltkrisis.

Afrika, das heißt die Hauptmasse des Erdteils zwischen den beiden Ozeanen und der Großen Wüste, ist fast doppelt so groß als Europa und hat nicht viel mehr als ein Viertel der Einwohner­zahl unseres Erdteils. Der afrikanische Mensch, die schwarze Rasse, wird n i e (sagt jemand: vielleicht doch in Jahrhunderten, so bedeutet das praktisch dasselbe) dahin gelangen, eine ähnliche Erfindungs­gabe und Organisationskraft zu entfalten, wie Die weißen Völker. Afrika aber kann in wei - t e m Umfangesaniert" werden. Mala­ria, Schlafkrankheit, Hakenwurm sind keine unüber­windlichen Uebel, die Tsetsekrankheit des Viehs i t es auch nicht. Die eingeborene Bevölkerung wird sich durch die Sanierung verdoppeln, vervierfachen; die modernen Verkehrsmittel werden immer tiefer ins Innere dringen; die Bedingungen für die Er­zeugung von industriellen Rohstoffen und unent­behrlichen Genußmitteln werden sich damit ver­bessern, die Konsumkraft des Erdteils wird gewaltig steigen: das alles zum Nutzen der europäischen Völker, die einen Anteil an Afrika besitzen. Afri­kanische Kolonialwirtschaft in diesem

Sinne ist erweiterte Eigenwirtschaft ür jedes europäische Volt, dem ein

Stück Afrika gehört.

Als ich vor bald dreißig Jahren zum erstenmal in Ostafrika war, spielte europäische Kleidung bei den Eingeborenen noch eine sehr geringe Rolle. Heute wird sie entlang den großen Verkehrswegen auch von den Schwarzen etwas mehr gebraucht, aber immer noch in bescheidenem Maß. Im vorigen Jahr begegnete ich, tief im Innern, einem Trupp Eingeborener, die nur ihren primitiven Lenden- churz trugen. Sie kamen aus einer dicht bevölker­en Landschaft am Njassa-See, um Arbeit auf deut- chen Kaffeepflanzungen zu suchen. Wir waren im Auto unterwegs, und indem die Leute an uns vor­beimarschierten, fragte mich der Chauffeur:Wie­viel Einwohner haben die deutschen Kolonien vor dem Kriege gehabt?"Dreizehn oder vierzehn Mil­lionen", erwiderte ich,jetzt mögen es wohl schon

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die russisch-französische Verschwörung gegen den Weltfrieden ist schon seit geraumer Zeit jenseits des Rheins ftimmungsmäßta vor­bereitet worden: Schon seit einem Jahr war es in Frankreich große Mode geworden, Missionen aller Art ins Sowjet- Paradies" zu entsenden, die die Annähe­rung zwischen Paris und Mos­kau vorwärtstreiben sollten. Wir geben im Folgenden dem Mitglied einer sol­chen Kommission, einem französischen Arzt, das Wort, der nach seiner kürzlich erfolgten Rückkehr aus dem Reich des roten Zaren den Mut fand, feinen Landsleuten die Wahrheit zu sagen.

Lyon, Juni 1934.

Herr Paul Mi chand, so heißt der französische Gelehrte, der sich in seiner Heimat auf Grund sei­ner Leistungen auf dem Gebiete der Chirurgie einen Namen gemacht hat, führte in einem Gespräch unter anderem Folgendes aus:

Herriot ist mein Freund. Seinem Rat bin ich gefolgt, als ich mich entschloß, nach Rußland zu reifen, um als ehrlicher Förderer einer Wiederauf­nahme der Zusammenarbeit zwischen meinen Volks­genossen und der großen slawischen Nation im Osten Europas zu wirken. Ich habe diese Reise unter­nommen. Z u r ü ck g e k e h r t bin ich jedoch a l s Faschist und Gegner des Sowjet- y st e m s , der seinen Freund Herriot nicht ver- ehlen wird, entsprechend zur Rede zu stellen.

Was herrschen im Reiche Stalins für Zustände, die jeder Kultur und Zivilisation Hohn sprechen, und die zu grauenhaft sind, um sie auch nur an­nähernd richtig beschreiben zu können! Hat man je soviel Elend und Armut gesehen, wie sie in Moskau heute zutagetreten? Diese zerlumpten Menschen, denen der elementare Hunger aus den trüben Augen blickt! Dieses dumpfe Dasein, das ein tierisches Dahinbrüten aber kein Leben mehr ist!

Dabei ist man als Ausländer noch bei weitem besser gestellt als die Einheimischen. Allerdings hat man auch dann noch nicht die Unzahl der Vor­rechte derer, die heute in Sowjetrußland allmächtig inb: Der Beamten der GPU.! Wohl kann man in den Kooperativen für Fremde alles erstehen, was dort vorhanden ist. Aber welche Preise wer­den da gefordert! Selbst in der dort geltenden Rechnungseinheit, dem Torgsin-Rubel rund 25 Papier-Rubel, also 300 französische Franken (50 teidjsmart) klingt die Summe des Geforder- en noch reichlich hoch. Das ist kein Verkauf mehr, andern Beraubung des Kunden!

Aber selbst als Ausländer kann man verrecken, wenn man nicht gerade einer Mission angehört oder unter der Schirmherrschaft des amtlichen Reisebüros, desJnturift", steht. Ich habe selbst gesehen, wie ein Amerikaner, die an sich hier noch am höflichsten behandelt werden, der auf gut Glück nach Moskau gekommen war, eine geschlagene Stunde im Speiseraum eines der größten Hotels der Stadt saß, ohne auch nur einen Bissen zu essen zu bekommen. Die Leute bedauerten, ihn nicht bedienen zu können. Er mußte also knurrenden Magens das Hotel verlassen. Fremdenverkehrspro­paganda der Praxis! Und dabei hinter jedem Ausländer die Spitzel der GPU!! Jeder Schritt, den man tut, wird beobachtet.

Vier Klassen von Menschen gibt es in Sowjetruß­land. An der Spitze marschieren die Angehö­rigen der GPU. Sie werden am besten bezahlt und ernährt. Sie haben alles. Dann kommt die Rote Armee. Aber während die Beamten der GPU. für ein Kilogramm Butter sechs bis acht Rubel bezahlen, müssen die Rotarmisten in ihrem Kooperativ für dieselbe Menge bereits 12 bis 15 Rubel bezahlen. An dritter Stelle stehen die Wis­senschaftler, die Gelehrten, die den Macht­habern des Kreml angeblich so sehr am Herzen lie­gen. Nun, dieseLieblingskinder des Proletkults" erhalten so wenig Gestalt, daß sie k a u m d a v o n leben können! Ich habe zum Beispiel in Mos­kau einige Wochen hindurch bei dem berühmtesten russischen Chirurgen als Assistenz gewirkt. Tag und Nacht hatte dieser Mann fast ununterbrochen zu tun. Muhte sich zum mindesten jederzeit bereithal-

Der deutsche Arbeitsdienst ist das jüngste Kind der nationalsozialistischen Bewegung. Aber er steht heute mit am stärksten beachtet im Hellen Licht der Öffentlichkeit. Er hat sich seinen Platz durch L e i - st u n g erworben. Verstummt sind die Kritiker, seit die Weltanschauung dem schon früher um Anerken­nung ringenden Arbeitsdienstgedanken die eindeu­tige und einheitliche Form gab. Seit es nur noch einen nationalsozialistischen Arbeitsdienst gibt, hat auf der Ebene der Arbeit der Kampf um Deutsch­lands Erneuerung seine folgerichtige Fortsetzung gefunden.

Arbettsdienst ehedem Experiment. Flickwerk, sogar kapitalistisches Werkzeug ist Er­ziehungsschule deutscher Jugend, ist sozialistischer Aufbau geworden. Aus seinem wirken wachsen Land und Brot und neue Menschen.

Vor einem knappen Jahr erfolgte die Gleich­schaltung der früheren zahlreichen Arbeitsdienstver­bände. Diese Gleichschaltung bedeutete die endgül­tige Beantwortung der vorher strittigen Frage: Wie soll der Arbeitsdienst dem deutschen Volke Die­nen? Die einen meinten, er solle die Arbeitslosen von der Straße holen; die anderen, er solle eine Besserungsanstalt für jugendliche Taugenichtse sein;

em paar Millionen mehr fetn.* Daraus der Mann: Was würde es für Deutschland ausmachen, wenn jeder Schwarze im Jahr eine Hose und ein Hemd und jedes Weid ein Stück Zeug zu einem Kittel kaufte, und wenn in jede Hütte statt im Tontopf in eisernem Kessel gekocht würde?" Auch in dieser einfachen Frage steckte mehr volkswirtschaftliches Verständnis auf kolnialem Gebiet, als bei manchem von uns zu Hause. In Ostafrika, in Kamerun, in Togo kann die Zahl der (Eingeborenen, können ihre Arbeitslöhne, kann ihre Produktion, kann die Zahl der Pflanzungen und Farmen, die uns Textilroh- ftoffe, Oelfrüchte, Kautschuk, Kaffee, Tee, Tabak liefern, durch Sanierung, gute Verwaltung, richtige wirtschaftliche Leitung sich noch gewaltig vermehren. Das ist die große afrikanische Reserve, von der uns ein angemessenes Stück gebührt!

ten. Operationen am laufenden Band. Und dabei erhält dieser Mensch, der sein Leben und seine Ge- undheit opfert, eine wirkliche wissenschaftliche Ka­pazität, 250 Rubel im Monat und zahlt für ein Kilogramm Butter 20 bis 25 Rubel!

Ja, und dann kommt die vierte Klasse, die der Fabrikarbeiter, Beamten und Staats- a n a e st e l l t e n. Sie werden imArbeiterpara- biesy' entsprechend noch schlechter gestellt, noch kürzer gehalten. Was aber auch nicht einmal zu dieser Klasse gehört, das ist für den Staat nicht vorhanden. Das kann zugrunde gehen. Das ist zum Tode verurteilt! Kulturschande ohnegleichen, der ein Europa, das das WortKultur" so gerne im Munde führt, tatenlos zusieht.

Um wieder auf die Medizin zu sprechen zu kom­men, die ja mein eigentliches Gebiet ist, so muß ich sagen, daß, obwohl sich gerade auf sie die Sow­jets so viel zugute tun, die Zustände hier traurig, ja katastrophal sind. Auch an Heilmitteln ein fürchterlicher Mangel. In ganz Moskau ist n i ch t eine einzige Tablette Aspirin aufzutrei­ben! Mindestens genau so schlecht ist es um die In­strumente bestellt. Ich hatte das Unglück, mein Thermometer zu zerbrechen. Ich bat im Hotel, mir ein neues zu beschaffen. Um 10 Uhr vormittags ging ein Laufbursche fort, um eins zu holen er kam um sieben Uhr abends unverrichteter Dinge zurück. Nicht eine Moskauer Apotheke hatte ein Thermometer zu verkaufen. Ein anderes Geschäft kam aber nicht in Frage. Zuletzt riet man mir, mein Glück im Torgsin-Laden zu versuchen. Und hier oh Wunder fand das Mädchen, das mich bediente, nach vielem Suchen eine Schachtel mit fünf medizinischen Wärmemessern. Sie feuchtete das Thermometer an, rieb es mit rasender Ge­schwindigkeit an einem Wolltuch, offenbar durch Erfahrung mit Instrumenten im Sowjetstaat ge­witzigt um zu jehen, ob es auch funktionierte. Nun, das erste Thermometer blieb von der Proze­dur völlig unberührt. Beim zweiten, dritten, vier­ten war dasselbe der Fall. Beim letzten endlich war uns das Glück hold. Dieses Thermometer, das einzige, das ich in Moskau auftreiben konnte, war zu gebrauchen. Man wäre versucht, zu lachen, wenn sich hinter diesen Dingen nicht eine ungeheure Tragik verbergen würde.

Aber mir sollte es vergönnt sein, Sowjetrußland noch besser kennenzulemen. Ich war in Moskau zwei Stunden lang Gefangener der GPU. Mein ganzes Leben lang werde ich das Grauen nicht vergessen, das ich in dieser doch verhältnis­mäßig nur kurzen Zeit empfand. Ich hatte mit einem photographischen Apparat auf einem Spa­ziergang in der Staat verschiedene Aufnahmen gemacht, nichts Böses ahnend, und war gerade dabei, besonders krasse Szenen des Straßenlebens festzuhalten, als mich zwei Beamte der GPU. an­hielten und abführten. Ich mußte ihnen in den Kreml folgen. Vergebens bat ich den dortigen Kommissar, die französische Botschaft anrufen zu Dürfen. Man nahm mir Den Apparat ab, und zwei Stunden war ich genötigt, meiner Freiheit beraubt, im Kreml zu sitzen, rechts und links flankiert von je einem Beamten des fürchterlichsten Polizei- und Terrororgans der Welt, der GPU.

Da kam mir in meiner Todesangst wie viele Leute find in Rußland auf Nimmerwiedersehen ver­schwunden! ein rettender Gedanke: Bevor ich von Paris nach Moskau abgefahren war, hatte ich Den mir bekannten Sekretär Der russischen Botschaft aufgesucht unD von ihm eine Empfehlungskarte er­halten. Diese Karte zeigte ich jetzt vor, und nun durfte ich erst mit der diplomatischen Vertretung meines Landes telefonisch sprechen. Die Botschaft schickte dann einen Sekretär in den Kreml zur Ver­handlung mit der GPU., und schließlich kam ein Oberst und teilte mir mit, daß ich frei sei. Meinen Film hielt man zurück, mit dem Versprechen, ihn in Moskau entwickeln zu lassen und mir dann nach­zuschicken. Das wohl wird am St. Nimmerleins­tag geschehen, oder es wird ein anderer Film, ein Film der GPU. Daraus. Ich war aber über alle Maßen froh, Moskau nach wenigen Tagen verlassen zu können.

So habe ich als Franzose unD Freund des heu­tigen Rußland den Sowjetstaat erlebt . . ."!

die dritten, er solle billige Arbeitskräfte stellen; die vierten, er solle den konfessionellen Verbänden ein neues Betätigungsfeld geben; Die fünften, er solle Die fehlende Wehrpflicht ersetzen; Die sechsten, er solle Die deutschen Straßen in Ordnung bringen. Und so fort.

Seit Der Nationalsozialismus die Gleichschaltung vollzog, lautet Die Frage nur noch: W i e Dient Der Arbeitsdienstdem Deutschen Volke? UnD auf Diese Frage konnte es nur noch eine Antwort geben. Sie ist enthalten in Den Aufgaben, Die Dem ArbeitsDienst im nationalsozialistischen Staate gestellt sinD. Diese Ausgaben ranken sich um Die beiden BegriffeArbeit" undDienst". Die Organisation Des deutschen Arbeitsdienstes ist nicht Die Nachahmung einer schon vorhanDenen Ein­richtung. Sie ist eine Neuschöpfung, Die Deutschlands Jugend ohne Ausnahme unter das Gesetz Der Ar­beit und Des Dienstes stellen will.

Arbeit wird so gleichzeitig zur Leistung und zum Erziehungsmittel. Sie bewirkt zunächst die neue Einstellung einer bisher auseinander- sirebenDen, Debattierenden und diskutierenden Jugend. Vor der Arbeit sind wir alle gleich. Es kommt im nationalsozialistischen Deutschland

nicht darauf an, was wir (an, sondern wte

wir unsere Pflicht erfüllen.

Die Achtung vor Der Arbeit Des Volksgenossen wird geboren nach Dem Willen Des Führers:Sie sollen sich wieder achten und lieben lernen, die Arbeiter Der Stirn unD der Faust". Und aus dieser Ge - rneinschaft einer jungen Generation, Die wieder Das Ethos der Arbeit begreifen lernt, wächst Die Leistung, die wir brauchen in unse­rem Kampf um Die Zukunft.

Unendlich sinD Die Aufgaben, die Die freie Wirtschaft nicht lösen kann, weil sie außer­halb ihres Rahmens liegen. Und doch müssen sie gelöst werden, wenn wir Die Brotfreiheit gewinnen, D. h. Den Weg zu eigenen Ernäh - rungsgrunDlagen zurückfinden wollen. Diese Notwendigkeit hat nichts zu tun mit dem nebel­haften Begriff einer wirtschaftlichen Autarkie. Sie ist zu sehen unter dem Zwang, Menschen am Boden f e stz u w u r ze l n , Die in Den Städten heute keine Ernährungsgrundlage mehr finden, weil Die Industrialisierung Der Welt Dem handarbeiten- Den Deutschen <^taDtmenschen HunDerttausenDe von Arbeitsplätzen genommen hat. Diese Menschen brauchen Land und Brot. Und dieses Land wollen wir Der Oede, Dem Moor, Dem Bruch ent­reißen, dieses Brot wollen wir doppelt wachsen lassen, wo Sumpf und Sand es kärglich machen auf schlechtem, verbesserungsbedürftigem Poden.

Dazu werden im Arbeitsdienst die jungen Deut­schen angesetzt, um hier gemeinsam Werte für die Zukunft zu schaffen, aus Denen Der Nutzen eines ganzen Volkes Dann noch wächst, wenn die, Die für ihn arbeiteten, schon einer neuen Generation Platz gemacht haben.

Unser Wille lm Arbeilsdienst greift in die Jahrhunderte. Und die Denkmäler, die wir errichten, sollen deutsche Bauerndörfer fein.

An Diesen Werten, Die jeDer unbekannte Arbeits­dienstwillige schaffen hilft, soll er den neuen Wert­maßstab seines Lebens gewinnen. Hier soll er ler­nen, was Adolf Hitler 1931 einmal formu­lierte im Angesicht zweier ermordeter SA.-Männerk Du bist n i ch t s , d e i n Volk ist alle s." Er oll es lernen in der Gemeinschaft, die immer Die stärkste Kraftquelle ist. Die Kameradschaft ist fein Erlebnis, Arbeit seine Ehre, Der Glaube an Deutschland sein Gewinn, wenn er die Reihen Des Arbeitsdienstes verläßt. Denn Die staatspolitische Schulung soll und wird ihm Den Weg weisen zu seinem Volk unD ihm lebenDig machen Die Grundgesetze unser Art: Ehre, Kampf, Treue, Glaube, Recht! Sie wird ihm lebendig werden lassen die Kraft Des Blutes und des Bodens, Damit er ein Nationalsozialist wird, Der Das Dritte Reich aus glühender Seele bejaht.

Diese Aufgaben Des Arbeitsdienstes, in ganz gro­ßen Strichen umrissen, sind nun ein Jahr lang Der jungen Organisation gestellt gewesen. Das ist eine kurze Spanne, wenn man schon Ergebnisse messen will. Und doch sind diese Ergebnisse weithin sichtbar.

Sie bestehen zunächst in der Ablösung der früheren planlosen Arbeltsmahncchmen, die in keiner Beziehung standen zu den großen volks- wirlfchafllichen Aufgaben der Kultivierung des deutschen Bodens. Früher wurden oft genug Sportplätze und Badeanstalten gebaut, Parks hergerichtet und Wege gereinigt. Heute konzen­triert sich der Arbeitsdienst nach einer systema­tischen Planungsarbeit auf volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten.

Riesenhafte Maßnahmen sind in Angriff genom­men. Der Ansatz Des Arbeitsdienstes erfolgt dort, wo Zukunft gestaltet wird. Das ist Das eine ent­scheidende Ergebnis des ersten nationalsozialistischen Jahres. Die Zahlen des Statistischen Reichsamtes geben ein Bild, welche Wucht hinter diesem Ansatz steht. Waren es 1932 erst 33,2 Millionen Tagewerke, Die geleistet wurden, so stieg diese Zahl 1933 auf 68,8 Millionen Tagewerke. Die Maßnahmen von unmittelbarem volkswirtschaftlichen Nutzen bean­spruchten 81 v. H. der Arbeitsdienstwilligen. Nur 19 v. H. waren tätig bei Maßnahmen von mittel­barem volkswirtschaftlichen Nutzen, z. B. Maßnah­men zur Hebung der Volksgesundheit, Winterhilfe usw. Sonst waren hie Männer Des Arbeitsdienstes im MonatsDurchschnitt 1933: 2 2 8 00 0 Mann am deutschen Boden angesetzt zu Arbeiten Der Bodenverbesserung, Der Derkehrsverbesserung, bei Forstarbeiten usw.

Zugleich mit her Ableistung her Arbeit aber er­folgte hie Formung hiefer Männer zu straffen. Disziplinierten, körperlich DurchgebilDeten national­sozialistischen Kämpfern. Die Führer im Arbeits- Dienst haben mit Hingabe Die von her Reichsleitung unb ben 13 Schulen bes Arbeitsbienstes gegebenen Richtlinien in hie Front getragen unb hort Ein­heiten geschaffen. Die heute überall berechtigtes Auf­sehen erregen.

Wenn Der preußische MinisterpräsiDent Hermann Göring nach Dem 1. Mai an Den Reichsarbeits« führer Hier! schrieb:

Bei Dem Aufmarsch zum Staatsakt am 1. Mai haben mir Die Daran beteiligten Forma­tionen Des Ihnen unterstellten ArbeitsDienstes in Haltung unb Disziplin einen befonbers guten (Ein» bruck gemacht. Es brängt mich, bies hiermit zum Ausbruck zu bringen unb Sie zu ben Erfolgen Ihrer Tätigkeit zu beglückwünschen, Die Damit Deutlich sichtbar geworben sinb ..."

So ist biefe Anerkennung nur bas beglückenbe Zeugnis für ben Geist, her im Arbeitsdienst leben­dig geworden ist.

Dieser Geist hat die junge Organisation be­fähigt, die Erziehungsschule einer Jugend zu werden, die nationalen Sozialismus erlebt. Mehr als je darf man darum heute den Wunsch hegen, daß diese Erziehungsschule auch denen zugute kommt, die heute, da der Arbeitsdienst noch auf der Freiwilligkeit beruht, ihre Seg­nungen nicht spüren. Deutschland braucht seinen letzten Sohn, wie sein letzter Sohn Deutschland braucht!

Darum sollen nicht Muttersöhnchen und Drücke­berger frei ausgehen. Auch für sie gilt bas Gesetz von her Ehre her Arbeit! Die Einrichtung bes Arbeitspasses wirb heute jeher Behörde, jebem Arbeitnehmer, jebem Verband die Hand­habe geben, zu prüfen, ob ein Bewerber gewillt war, seine positive Einstellung zum Staat im Ar­beitsdienst zu beweisen unb ein Arbeiter füf Deutschland) zu werben. Wer diesem Gebot nicht gehorchen kann, wenn er gesund ist, steht außer­halb her größten Dienstleistung, die Deutschlands Jugend heute vollziehen kann für Die Zukunft ihres Vaterlandes! .

Ein Franzose erlebt das Sowjetparadies.

Von unserem as'Äerichierstatter.

W

ie dient der Arbeitsdienst dem deutschen Volke?

Aufgaben und Ergebnisse.