Ausgabe 
23.6.1934
 
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Dr. Schacht. Dieverhältnismäßig gute Aufnahme", die das Clearing-Gesetz in der City gefunden habe, fei möglicherweise eine Erwiderung auf dieaggres­sive Erklärung" Dr. Schachts.

Oeviseu-Repariieruug der Reichsbank.

Berlin, 22. Juni. (DBB.) Die .angespannte Devisenlage der Reichsbank macht es notwendig, die täglichen Devisenabgaben bis auf wei­teres so einzuschränken, daß sie nicht höher sind als die Eingänge an demsel­ben Tag. Die Reichsbank wird daher von Mon­tag, 25. Juni 1934, ab nach Maßgabe der Devisen­eingänge eine Repartierung der angeforder­ten Beträge vornehmen. Die Zuteilung wird nicht für alle Anforderungen und Währungen die gleiche sein. In erster Linie wird darauf Bedacht genommen werden, daß der Bedarf an Rohstoffen und Lebensmitteln in ausreichender Weife ge­sichert wird.

Grundlage für die Devisenanforderungen bei der Reichsbank bleiben, wie bisher, die Einzelgenehmi­gungen und allgemeinen Genehmigungen der De­visenstellen. Die Repartierung macht es erforderlich, daß auch alle Zahlung en an das Ausland, die bisher in mittelbarer $ otm, insbeson­dere durch Verrechnung, geleistet wurden, als De- Visen an forderungen an die Reichsbank gelangen. Genehmigungen im Warenverkehr werden daher künftig nur noch in der 5crrm er­teilt, daß sie zu Anforderungen von Devisen bei der Reichsbank berechtigen. Auch Auslandzah­lungen im Po st verkehr find nicht mehr zulässig. Die allgemeinen Genehmigungen für den Warenverkehr werden mit Wirkung vom 1. Juli 1934 entsprechend neugeregelt. Die Einzahlungen auf die Sonderkonten für den Waren­verkehr und auf die Konten der Rotenban - k e n , mit denen Verrechnungsabkommen bestehen, werden durch die Repartierung nicht be­rührt. Die bisher vorgesehene beschränkte Kompen- fationsbefugnis der Devisenbanken entfällt: ebenso werden die den einzelnen Importeuren zugeteilten Devisenfonds aufgelöst.

Die Schweiz für Verständigung.

Bern, 23. Juni. (DNB.) Der schweizeri­sche Bundesrat befaßte sich am Freitagnach­mittag mit dem Stand der deutsch-schweizeri­schen W i r t s ch a f t s v e r h a n d I u n g e n. Der vor einigen Tagen zur Einholung neuer Instruk­tionen aus Berlin zurückgekehrte Minister S t u ck i berichtete eingehend über die in Berlin geführten Verhandlungen über die Transferfrage und die Wirtschaftsangelegenheiten. Stucki hatte am Freitagoormittag Besprechungen mit Vertretern schweizerischer Wirtschaftsverbände, um die Mög­lichkeiten einer Verständigungsgrundlage zu prüfen. Der Bundesrat erklärte in feiner über die Sitzung herausgegebenen Verlautbarung, ob­wohl die bisherigen deutschen Vorschläge den schwei­zerischen Belangen in der Stellung der Schweiz als bedeutendster Abnehmer deutscher Waren nicht ent­sprächen, habe sich die Regierung entschlossen, die Verhandlungen fortzu setzen. Minister Stucki erhielt weitere Weisungen des Bundesrates, feine Bemühungen fortzusetzen, mit der deutschen Regierung zu einer Verständigung zu ge­langen.

Schweden ebenfalls fürÄerhandlungen

Stockholm, 23. Juni. (DRB.) Das Aus­wärtige Amt teilt Freitagabend mit: Die schwe­dische Regierung hat gestern die deutsche Rote in der Transferfrage beantwortet. In ihrer Antwort hat die Regierung die bei dem Emp­fang der Rote abgegebene Erklärung wiederholt und sich bereiterklärt, mit der deutschen Regierung Verhandlungen über die Möglichkeit und die Voraussetzungen für ein Abkommen aufzuneh­men. Die schwedische Delegation besteht aus Staats­sekretär Richert, Bankdirektor Jakob Wallen- b e r g und Dr. A. Johanson.

Deutsch-französische Handelsvertrags- Verhandlungen ausgenommen.

Berlin, 22. Juni. (DRB.) Die deutsch- französischen Handelsvertrags-Ver­handlungen haben Freitagnachmittag pro­grammäßig begonnen.

Treuhänder-Wechsel im Wirtschaftsgebiet Hessen.

Frankfurt a. M., 22. Juni. (LPD.) Nachdem der Präsident der Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, Dr. Carl ßüer, M. d. R., vor eini­gen Wochen zum Reichsführer des Han­dels ernannt worden ist, anderseits die Treuhän­der der Arbeit entsprechend den gesetzlichen Be­stimmungen Reichsbeamte sind und infolgedessen andere Stellungen nicht bekleiden dürfen, hat Dr. ßüer sein Amt als Treuhänder der Ar- deitfürdasWirtschaftsgebietHessen niedergelegt. Der Reichsarbeitsminister hat ihn jedoch bis zur Ernennung seines Nachfolgers mit der kommissarischen Führung der Geschäfte beauf­tragt. Nunmehr ist Pg. Franz I. Schwarz, der Führer der 2. SS.-Standarte Frankfurt a. M. zum Nachfolger Dr. Lüers als Treuhänder ernannt worden. Schwarz wird fein neues Amt am l.Juli antreten.

Der neue Treuhänder für das Wirtschaftsgebiet Hessen ist am 26. Mai 1890 in Mehlem bei Godes­berg a. Rh. geboren. Er war an verschiedenen Bankinstituten im Rheinland und in Berlin an ver­antwortlicher Stelle tätig, zuletzt als Direktor der Dresdner Bank in Frankfurt a. M. Treuhänder Schwarz hat den Krieg an der Front von An­fang bis zum Schluß als Offizier mitgemacht, war dreimal verwundet und wurde mit dem E. K. 2. und 1. Klaffe ausgezeichnet. Nach dem Kriege betätigte er sich als Freikorpskämpfer an verschiedenen Fron­ten. Pg. Schwarz ist seit vielen Jahren aktives Mitglied der nationalsozialistischen Bewegung. Er führt auch weiterhin die 2. SS.-Standarte Hessen- Nassau-Süd Frankfurt a. M., während er seine wirtschaftlichen Ehrenämter, wie Mitglied des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages usw., nieder legte.

Reichsminister Dr. Goebbels über das neue Deutschland.

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Eine Rede auf dem ersten deutschen Thingplah bei Halle.

Halle, 23. Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Freitagabend auf dem ersten deutschen Thingplatz in den Brandbergen bei Halle. Der Tag in Halle gestaltete sich zu einer der größten Kundgebungen wenn man von den Niesenaufmärschen auf dem Tempelhofer Feld ab­sieht im Reiche überhaupt. 160 000 Leute waren gemeldet, aber etwa 225 000 waren herbeigeströmt, um Dr. Goebbels, der zum erstenmal seit der Macht­ergreifung in Halle sprach, zu hören. Die Stadt selbst war wie ausgestorben. Aus weitester Umgebung waren die Menschenmassen in allen nur erdenkbaren Verkehrsmitteln nach Halle gekommen. Immer wieder wurde bei der An- und Abfahrt der Kraftwagen des Ministers von Menschenmaffen eingefchlofsen, die den Fahrdamm trotz aller Äb- sperrungsmaßnahmen immer von neuem eroberten und überfluteten, um den Kraftwagen zum Halten zu bringen. Der ganze weite Talkessel des Thing­platzes, der mit seiner Festspielstätte nach den Wor­ten des Ministers zu den schönsten in Deutschland gehört, war bis zum Kamm der ihn umgebenden Höhenzüge herauf von den riesigen Kolonnen der Aufmarschierten besetzt. Zu ihnen sprach nach kurzer Begrüßung durch den Gauleiter Staatsrat Jordan

Reichsminister Dr. Goebbels

in eineinhalbstündiger Rede. Er sagte u. a.: Jeder­mann weiß, daß uns große Aufgaben ge­geben sind, für die es sich zu leben verlohnt, daß wir einen Teil dieser Aufgaben schon gelöst haben, und daß wir mit der Lösung der übrig bleibenden bereits begonnen haben.

Wir sind nicht stärker geworden an Waffen. Wir sind stärker geworden an geistiger Kraft. Stärke, Zucht und männliche Lebenshaltung sind in Deutschland wieder zum öffentlichen Merkmal unserer nationalen Existenz geworden.

Diese Nation hat trotz eines fast entmutigenden Mangels an materiellen Waffen den Mut gehabt, der Welt entgegenzutreten und ihr unabänderlich das Recht auf Ehre und Gleichberechti­gung anzumelden. Das Deutschland der Unter­würfigkeit, das aus der schmachvollen November- revolte hervorgegangen war, existiert nicht mehr. Das Deutschland von heute, das nun der Welt sein Gesicht zeigt, ist ein Deutschland der Männ­lichkeit und eines heroischen Volkes. Dieses Deutschland weist von sich den Gedanken, mit seinen Sorgen die Welt zu belästigen. Dieses Deutschland ist stolz darauf, daß es sich selbst hilft.

Dieses Deutschland bringt jedem anderen Volke alle Hochachtung entgegen; aber es verlangt von der Welt auch, daß sie ihm die Hochachtung nicht versagt. Diese Ration ist fest entschlossen, ihr nationales Lebensrecht zu wahren und zu vertreten.

Wir sind der Uebergeugung, daß wir eine große Aufgabe zu erfüllen haben, die an den Grenzen des Reiches nicht aufhört. Wenn das national­sozialistische Deutschland das Recht aus Waffen proklamiert, dann tut es das nicht, um einen neuen Krieg zu provozieren, sondern weil wir wissen, daß der Friede niemals bei Feigen ist, sondern nur bei den Starken, und daß der Friede nicht mit pazifistischen Phrasen, sondern nur mit Waffen zu sichern ist. Wir sind der Meinung, daß ein wehrloses Deutsch­land inmitten einer gerüsteten Welt eine Auf­reizung zum Kriege fein muß. Und der Sache des Friedens ist auch nicht gedient mit pieti­stischen Redensarten. Wir wissen, daß wir manch­mal Anstoß erregt haben, weil wir die Wahrheit sagten. Die Welt kann uns aber nicht zwingen zu lügen, weil andere lügen.

Das Verhalten des Auslandes, fuhr Dr. Goebbels fort, beruhe auf der offenbar noch im­mer vorhandenen Einschätzung des neuen Deutsch­land nach den Erfahrungen, die man mit den Re­gierungen des alten Systems machte. Die Methoden würden sich aber ändern, wenn man wisse, aus welchem anderen Holze die Männer des neuen Reiches geschnitzt sind.

Die Zeilen seien vorbei, in denen deutsche Re­gierungen vor jedem Diktat kuschten. Riemais wieder werde die deutsche Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt werden, den zu halten das deutsche Volk nicht in der Lage sei.

Unlogisch sei die Sorge des Auslandes, Deutschland könne in anderen Ländern nationalsozialistische

Propaganda treiben. Nationalsozialismus | e i keine Exportware. Jedes Land müsse die ihm gemäße politische Entwickelung durchleben in seinem eigenen Tempo. Deutschland sei gerade glück- lich über den Vorsprung, den die nationalsozialisti­sche Revolution ihm in der europäischen Entwick- lung gegeben hat.

Bord an einem Amtswalter derASDAP.

Das Staatsbegräbnis für Amtsleiter Elsholz.

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Berlin, 22. Juni (DNB.) Am Donnerstag ist in Potsdam die Beerdigung des ermordeten Guts-, Inspektors Elsholz erfolgt, der von einem gewis­sen Meißner auf dem Gute Gollmütz bei Schwe­rin an der Warthe in bestialischer Weise errxorbet worden ist.

Die Meldungen in einigen Zeitungen, daß der Mörder der KPD. nahegestanden hatte, treffen nicht zu. Im Gegenteil ist feftgestellt worden, daß er einer der Begründer derDeutschen Jugendkraft" (eines katholischen Jugendverbandes in Schwerin an der Warthe) ist.

Zu der Mordtat selbst erfahren wir von unterrich­teter Seite, daß sie in außerordentlich scheußlicher Weise vor sich ging. Elsholz war als Kassen­wart der NSDAP.-Ortsgruppe besonders aktiv. Der Mord erfolgte, obwohl sich der Ermordete mit dem Mörder in keinerlei persönlichen politischen Ausein­andersetzungen befand. Meißner steckte sich zur Begehung der Tat ein großes Fleischermesser ein und fiel über Elsholz bei der Arbeit her. Er trat ins Zimmer und schlug den Jnsepktor über den Kopf. Als Elsholz aus dem Zimmer flüchten wollte, schlug Meißner ihn nieder und versetzte ihm ein paar Stiche. Mit welcher Wucht und Brutali­tät die Tat ausgeführt wurde, beweist die Tatsache, daß der linke und der rechte Oberarm vom Körper Elsholz' fast vollständig abgetrennt sind. Auch die Brust ist durch fünf tiefe Messerstiche vollkommen zerfleischt. Als der Schwerverwundete auf dem Hof auf der Erde lag, versuchte der Mörder, ihm mit dem Fleischermesser den Hals abzuschneiden. Er wurde daran durch das Dazwischentreten eines Mel­kers verhindert, der dem Mörder über den Kopf schlug, so daß er feftgenommen werden konnte.

Mit dieser scheußlichen Mordtat scheinen noch wei­tere Kreise verknüpft zu sein. Außer dem Mör­der selbst wurden der Lehrer des Dorfes und 11 weitere Leute fest genommen, von

denen 9 Mitglieder derDeutschen Jugendkraft" sind. Nach den bisherigen Feststellungen haben sie den Mörder beeinflußt, die bestialische Tat auszu­führen. Zur Klärung der ganzen Angelegenheit wurde der katholische Pfarrer von den oberen geist­lichen Behörden nach Tütz in der Grenzmark ver­setzt und hält sich dort zur Verfügung der Krimi­nalpolizei. Der VerbandDeutsche Jugendkraft" ist für die Grenzmark verboten worden.

Politische Beweggründe.

Meseritz (Grenzmark), 22. Juni. (DNB.) Da die Untersuchung des Gollmützer Mordes, dem der Schulungsleiter der Ortsgruppe Gollmütz der NSDAP. Gutsinspektor Kurt Elsholz zum Opfer gefallen ist, ergeben hat, daß p o l i t i f d) e . Beweggründe Anlaß zur Mordtat gewesen I sind, ist die weitere Untersuchung in der Angelegen-, heit an die Staatsanwaltschaft bei dem für den hiesigen Bezirk zuständigen Sondergericht in Elbing übergeben worden. Die Kriminalpolizeit hat im Verlaufe der (Ermittlungen zur Aufklärung der Hintergründe des Mordes weitere elf Fest­nahmen oorgenommen.

Trauer aller Politischen Leiter.

München, 22. Juni. (DNB.) Der Stabsleiter der obersten Leitung der PO. gibt bekannt:

Der Ortsgruppen-Kasfenwärt Pg. Kurt Els» holz ist von ruchloser Seite ermordet worden. Wir beklagen in ihmeinen Toten der Bewegung, der unserer Weltanschauung wegen gefallen ist. Wir werden ihn nicht vergessen. Ich ordne an, daß alle politischen Leiter ab sofort bis Freitag, den 29. d. M. einschließlich auf der Armbinde einen Trauer­flor zu tragen haben. Bei dienstlichen Anlässen während dieser Zeit, bei denen Fahnen gezeigt werden, sind diese gleichfalls mit einem Trauerflor zu versehen."

Oer Kamps um Oesterreich.

Eine liebe des Landespreffechefs der NSDAP. Oesterreichs.

Frankfurt a. M., 22. Juni (LPD.) Anläßlich einer großen Massenversammlung des Kampfringes der Deutfch-Oesterreicher sprach an Stelle des in letzter Stunde verhinderten Gauleiters Frauen­feld- Wien, der Landespressechef der NSDAP. Oesterreich, Pg. Heinz, über den Kampf der 6V2 Millionen Oesterreicher unter dem Dollfuß- Regime. Landespressechef Heinz führte u. a. aus:

Die Unabhängigkeit Oesterreichs werde heute nicht, wie man in der Weltpresse behaupte, von den österreichischen National­sozialisten gefährdet. In Wirklichkeit gebe es seit 1919 kein unabhängiges Oe ft er* reich mehr. Das heutige Oesterreich sei nichts anderes als ein Mißprodukt unserer ehemaligen Feinde, dazu bestimmt, Bollwerk gegen das neue Deutschland zu sein. Sämtliche österreichischen Regie­rungen von 1919 bis zu Dollfuß hätten allein die Politik derer gemacht, die

Oesterreich als Büttel gegen Deutschland benutzen wollten. In Wirklichkeit regiere heute in der Ostmark nicht Herr Dollfuß, sondern vier ober fünf Experten des Völkerbundes. Herr Doll­fuß fei allein das Ausführungsorgan jener inter­nationalen Dunkelmächte. Vor Jahren schon habe der (Bauleiter Frauenfeld gesagt:Wenn der Nationalsozialismus die Macht im Reich früher erhält als in Oesterreich, dann wird dieses das Sammelbecken aller Gauner Mitteleuropas werden." Angesichts dieser Gefahren, die dem neuen Deutsch­land vom Oesterreich des Herrn Dollfuß drohten, sei der Kampf der 6'/- Millionen Deutsch- Oesterreicher nicht nur ein Kampf um die eigene Sache, er sei

eine Angelegenheit des ganzen Slebzig. Millionen-Deutschen-Volks.

In Oesterreich gebe es heute nur zwei Fron - *_c "-Alst der einen ständen alle anständigen Deutsch-Oesterreicher, auf der anderen Herr Dollfuß nut einem Häuslein Legitimisten und den 450 QOQ

in der Vaterländischen Front organisierten Juden, denen allerdings ein Dollfuß lieber sein müßte als ein Adolf Hitler. Genau so, wie der Kampf gegen die Clique deskleinen Mannes" Dollfuß gehe, genau so richte er sich gegen den Legiti­mismus.

kein deutschbewußter Oesterreicher werde je­mals vergessen, welche Verbrechen die Französin Zita in den schwersten Stunden des Krieges gegen das deutsche Volk begangen habe.

Es werde nie das Ziel der NSDAP. Oesterreichs sein, einen gewaltsamen An­schluß an das Reich zu vollziehen. Aber es werde der Tag kommen, an dem die Diktate revi­diert würden, an dem auch die Welt einsehen werde, daß man Oesterreich das S e l b st b e - stimmunasrecht nicht vorenthalten könne. Dann aber sei es das Ziel, aus dem Bollwerk gegen Deutschland einen Eckpfeiler des Reiches zu machen.

Das deutsche Volk Oesterreichs verlange heute nichts anderes, als eine Feststellung der wahren Volksstimmung durch eine Volksbefragung: für Dollfuß oder für den Nationalsozialismus? Werde eine solche Befragung durchgeführt, dann werde die Welt die Wahrheit erfahren. Das Re­gime verhindere heute eine solche Abstimmung, weil es wisse, daß der letzte Tag der Wahl der erste Tag der eigenen Vernichtung sei. Aber auf die Dauer lasse sich keine Macht mit von fremdem Geld bezahl­ten Bajonetten behaupten. Auch mit dem Stand­gericht und mit dem Galgen könnten diese Herr­schaften das deutsche Volk Oesterreichs nicht von seinem Verzweiflungskampf abhalten.

In dem einen Jahr des Verbotes habe sich die RSDAP. Oesterreichs trotz 265 000 Bestra­fungen und insgesamt 60 000 Festsetzungen in Konzentrationslagern um das dreieinhalbfache vermehrt. Keine Macht der Dell werde die Be- lveguug dazu bewegen, illegal zu werdenl

Ein solches System, das nach außen zwar den christlichen Mantel umhänge, nach innen aber von einer asiatischen Bestialität sei, werde sich von selbst richten. Pflicht aller Deutschen im Reich sei es, diesen heroischen Kamps zu unter« stützen, denn um Deutschlands willen müsse Deutsch-Oesterreich leben.

Oottfuß besucht Mussolini.

Ein Bericht Suvichs über Benedist.

Wien, 22. Juni. (DNB.) Aus diplomatischen Kreisen verlautet, daß Bundeskanzler Dr. Doll« s u ß sich Ende Juli zu einem Besuch bei Musso­lini nach Riccione begeben werde. Der Besuch soll auf eine Einladung zurückgehen, die Mussolini kürz­lich Dollfuß habe übermitteln lassen.

Weiter verlautet, daß Bundeskanzler Dr. Dollfuß über die Zusammenkunft von Venedig jetzt durch ein persönliches Schreiben des Staats­sekretärs S u v i ch unterrichtet worden ist.

In dem Bericht des österreichischen Gesandten in Rom Dr. Rintelen, der von den amtlichen Stellen streng geheimgehalten wird, wird, wie ver­lautet, darauf hingewiesen, daß in der Zusammen­kunft von Venedig die Notwendigkeit einer Heber« einftimmung zwischen Italien und Deutsch­land in der österreichischen Frage fest- gestellt worden ist.

Rektorwahl an der Wiener Universität.

Wien, 22. Juni. (DNB.) Nach wochenlangen Verhandlungen und mehrmaliger Verschiebung wurde am Freitag die R e k t o r w a h l an der Uni­versität Wien endlich durchgeführt. Nach Alter und Rang wäre an erster Stelle Prof. Dr. Otmar Spann in Frage gekommen. Da dieser aber we­gen nationalsozialistischer Gesinnung der Regierung nicht genehm war, entschloß sich das Prosessoren-Kollegium zu einer ausgesprochen nen Kompromißlösung und wählte Prof. Dr. Hold von Ferneck zum Rektor der Universität Wie» für das Studienjahr 1934/35. Prof. Dr. Hold von Ferneck gilt als nationaldenkender Mann, ohne sich

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