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aufaebaut auf englischer Eigenart, einen Gegner darstellt, der den besten Armeen der Welt durchaus

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eihnachten in aller Welt

Was unsere ständigen Berichterstatter davon zu erzählen fa&en

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einzubürgern begannen. Kannte man in früheren Jahrzehnten den leuchtenden Tannenbaum eigent­lich nur vom Hörensagen oder höchstens als Aus­schmückung von Sälen und größeren Gaststätten, so kann man jetzt regelmäßig an vielen Stellen den würzigen Harzgeruch der zum Verkauf aufge­stellten Tannenbäume verspüren. Und am Heiligen Abend wird man, wenn man durch die stillen Stra-

milien diese Tage in ähnlicher Form begeht etwa Ostern oder Pfingsten.

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Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Dezember 1934.

Als fünfundzwanzibtausend Bauern durch Paris zogen, über die Boulevards schritten, in derber Tracht und mit Pappschachteln, in denen sie ihre Lebensmittel trugen, schreckten die Pariser einen Augenblick auf. Die Bauern demonstrierten im luxuriösen Weichbild von Paris, sie kamen als geschlossene Macht, protestierten gegen die niedrigen Preise und mahnten Flandin an sein Wort, die Erzeugerkosten landwirtschaftlicher Wa­ren zu heben, ohne die Verbraucher zu belasten. Man hatte in Paris gehört, daß in den Provinzen die Bauern aufsässig geworden waren und sich von den Radikalsozialisten getrennt hatten. Aber die Jour­nalisten spotteten über diese Parteineugründung, die kommenden Politiker, die in diesen Kreisen

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W. J. Amsterdam.

Die Weihnachtsvorstimmung beginnt in Holland sehr frühzeitig. Schon Mitte November machen sich, besonders in der Kinderwelt, die Vorzeichen des Weihnachtsmonats bemerkbar. Zwar besitzt man auch in Deutschland in der Advents-Feier einen Vorboten für die im Anzug befindliche Weihnacht, aber in Holland ist doch das hier an die Stelle des Advents tretende St. Nicolausfest von weit größerer Bedeutung und Volkstümlichkeit. Vielfach kennt man ja überhaupt m holländischen Familien die Sitte der Gabenverteilung unter dem Weih­nachtsbaum nicht. Stattdessen wird bei ihnen die Bescherung bereits zumS i n t e r k l a a s" - Tage, am 5. Dezember, vorweggenommen. Das eigentliche Weihnachtsfest beschränkt sich dann auf eine kirchliche Feier, während man innerhalb der

versinken könnten, trotz heulender Winterstürme, mag der Heilige Abend des Ehepaares, das das Sonnblick - Obfervatorium" in 3500 Meter Höhe betreut, gerade deshalb besonders traulich sein.

Und hätte der nächtliche Besucher noch Zeit, dann müßte er natürlich auch nach Wien fliegen. Da könnte er zum einzigen Male im Jahr diePumme­rin", die große Glocke der altehrwürdigen Kirche von St. Stephan, zur Mitternachts-Mette läuten hören. Der Stephansturm ist über alten Katakomben, auf unterhöhltem Grunde gebaut, und sein schlanker Turm wäre zu zart, um das mächtige Ausschwingen der großenPummerin" an jedem Sonntag aushalten zu können. Früher hatte man sie oft geläutet, doch da zeigten sich dann immer bedenklichere Sprünge im Gemäuer. Und darum muß diePummerin" jetzt das ganze Jahr schwei­gen und darf nur einmal in zwölf Monaten das Fest des Friedens einläuten. Möge ihr heuriges Geläute den wahrhaften Frieden künden allem deutschen Land diesseits und jenseits der Reichsgrenze!

Ginterklaas" undSchwarzer Piet".

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Man freut sich auf den seit Kindheit Ämn- lieben Zauber des Weihnachtsfestes S dann, daß er ausbleibt. Man sieht dok nachten ein deutsches Fest ist scheu, nordischen Landschaft geboren ft mernde Natur, Schnee, Kälte, frühe Däirw das winterliche Deutschland fehlt uns * Nachtsstimmung.

Deutsche Weihnacht unter Palm denkbar. Gewiß man stellt sich einen bäum, der keiner ist, ins Zimmer, m etwas länger, weil die Nacht erst fpöt J1 Dämmerung kommt und zündet dann die V die sich vor Hitze biegen. Jede Einzelheji ? schroffen Gegensatz des nordischen Feste?? tropischen Umgebung, der alle freudige stimmung hemmt. Und trotzdem feiern ml] wieder unsere Weihnacht. Ein Freudenüsin für den Ausländsdeutschen in den Tropen. I Sie ist aber etwas, was für ihn und feine« ] menhalt mit der Heimat ungleich wichtig-! ist das F e st seines deutschen h e'i J

Das ist der Inhalt, der der Deutsche feii3 nachten hier geben kann. Dem Brasils kann das nordische Fest jedoch nur als m2J Einfuhrware erscheinen. Aus Frankreichs für die kleinen Kinder denPapa Noel'« Da man ihn den Kleinen aber schwer nachtsmann im von Schneeflocken bcbeifJ begreiflich machen könnte, verachtet ntanri konkrete Vorstellung von ihm. Als blutlcerrl kann er dem Fest keinen Inhalt qeber man auch im kinderlieben Brasilien r?i*J schenkt, >dieBescherung" mit ihren und Geheimnissen kennt man kaum. $Q5l1 des Festes, die M i t t e r n a ch t sm esi, 1 überdies so im Vordergrund, daß alles es J sich am Weihnachtsabend gründlich nu^J um zur Messe wieder wach zu sein. Die Ld werden den Kindern eben irgendwann 2 Man Fann dem Brasilianer aus dieser St3 feit seiner Weihnachtsbräuche gewiß ^31 wurs machen. Die innere Beziehung zu bieijl den Fest, bas ihm auch noch in verwässerte! importiert wurde, muß ihm ja fehlen.

Jnstinktbegabte Brasilianer haben das fefrJ anerkannt und haben versucht, dem brnfiW Weihnachten die Gebundenheit an $olt urii zu verschaffen, die es allein zu einem Fest machen könnte. Aus solchen (BebanfrJ heraus ist die Gestalt desvovo Indio asj desUrväterchens Indio", die an die eit Papa Noel" treten soll, um dem DeHnqj eine volkhafte Verwurzelung zu geben, Schriftsteller haben sich schon im letzten M Dienst dieserNationalisierung" der Weiher,- stellt und versucht, durch Kinder-Erzählun:-: durch Bilder vomvovo Indio die neue (Ll propagieren. Ob dieser, wenn auch ItmiK:-?. Ersatz einer nicht vorhandenen Irabition bure-\ intellektuelle Schöpfung sich durchsetzen t:.-.1 freilich zweifelhaft...

heranwachsen, sind Advokaten, Aerzte ober >' fer und vor allem dazu Journalisten unb 'c! Die neue Agrarpartei aber ist ständisch ü : den und daher fern der Pariser Zioilisa»: ist dos ganz andere F r a n k r c i d),i 1 zwischen so erstarkt, daß sie sogar nach Jr die Straßen geht, und wenn die *Stöbü: hören wollen--der Paysan wird ihnen:

nächsten Wahlen dafür eine Quittung präte i die manchen städtischen Politiker, der nur f. i1 kreisen aufs Land geht, erbleichen lassen r::

Immerhin hatte man selbst in den S.'-" merkt, daß die übersteigerten Pr: > Lebenshaltungskosten Franb-' 1 ziemlich das teuerste Land Europas i '' Verhältnis z u den Preisen stehen Bauer für seine Erzeugnisses

dem Vorsitz des Lord Leutnants der Grafschaft auch die Mobilmachung und alles, was damit in Verbindund steht, oorzubereiten haben. Die etwa 30 Mitglieder umfassenden Ausschüsse zählen zu ersteren auch Vertreter der Grafschaft, der Städte, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer so­wie auch verabschiedete Offiziere. Dieses Gremium bietet die Gewähr für eine reibungslose Zusammen­arbeit aller dazu Berufenen. Die Kommandeure der Territorialtruppenteile sind Mitglieder der ver­schiedenen Unterkomitees der Ausschüsse. Sie sind besonders verantwortlich für die Rekrutierung und die Auswahl der jüngeren Offiziere Der Lord- Leutnant als Vorsitzender des Grafschafts - Aus­schusses hat als Stellvertreter des Königs das Recht, die Anwärter für Subalternoffiziersstellen zu be- zeichnen. In der Territorialarmee herrscht derselbe Stolz und derselbe Korpsgeist wie bei den regulären Regimentern. Vielfach dienen in demselben Truppen­teil die Söhne wie ihre Väter. Zusammengefaßt kann gesagt werden, daß dos englische Landheer,

In den letzten Jahren hat sich allerdings eine Weihnachtsfeier in der Art, wie sie in Deutschland üblich ist, auch in den Niederlanden mehr und mehr

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

nächtlicher Weihnachtsflug.

Dr. A. Wien.

Weihnachten ist der Deutschen ureigenstes Fest. Wem denn sonst läge die Zartheit seines Friedens­gedankens, die Poesie seiner Familientraulichkeit, die Idylle von Licht, Schnee und Heimlichkeit näher als dem Volk der Dichter und der Denker? Und dennoch hat jeder deutsche Stamm seine besonderen Bräuche.

Wollte einer an diesem Tag alles deutsche Land umspannen und machte er sich mit einem Flugzeug auf, um von Norden nach Süden zu ziehen er müßte lo viel Innigkeit, Schönheit und Herzlichkeit sehen, daß ihm schier das Herz zerspränge. Und flöge er dann über die Grenzen nach Oesterreich... an diesem gottseligen Tag merkte er nicht, daß sich zwischen Bodensee und Böhmerwald ein Grenzwall zieht. Ja, käme er nach Oesterreich, er müßte zuerst zum Ort der feierlichsten Weihnachten im deutschen Land: Zu Obernberg an der Salzach im Salz­burger Land, dem alten Schiffer- und Flößerort hatte vor 100 Jahren der greife Pfarrer Mohr einen begnadeten Einfall. Er schrieb den Text eines Weihnachtsliedes fein säuberlich auf ein Papier und schickte es seinem Nachbarn, dem Lehrer und Organisten Gruber hinüber. Der dachte und probierte am Spinett zwei Tage lang, und nach diesen zwei Tagen war das innige Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht" erstanden. Darauf sind die Dbernberger unfaabar ft oh. Darum ziehen die Frauen am Heiligen Abend ihre feier­lichen alten Gewänder an, die Männer nehmen die mittelalterlichen Schiffer- und Flößertrachten aus dem Schrank, und dann ziehen die Dbernberger in feierlicher Prozession zu Der Kirche, von deren Orgel vor 100 Jahren zum erstenmal die ehr­würdige Weise erklang:Stille Nackt, heilige Nacht, alles schläft, einsam wacht..." Und heuer werden die Dbernberger eine besonders festliche Weihnacht haben. Denn in diesem Jahre haben sie eine Kapelle erbaut, die dem Liede geweiht ist. In ihr wird auch die alte Drgel ausgestellt sein...

Der nächtliche Gast könnte nicht lange verweilen, denn er müßte zu dem Drt, wo die h ö ch st e deutsche Weihnacht gefeiert wird. Das Ehe­paar, das dort den Christbaum entzündet, hat schon vor zwei Monaten seine Weihnachtsgeschenke ein­kaufen müssen, und auch der Weihnachtsbaum mußte schon vor der gleichen Frist in dem 2000 Meter tieferen Wald geschlagen werden. Es mag den beiden nicht leicht gefallen sein, ihre Geschenke in den zwei knappen Räumen, die jetzt im Winter ihr Leben umschließen, voreinander zu verbergen. Aber trotz des Schnees ringsum, in dem Menschen

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ßen geht, aus vielen Fenstern den jedem Deutschen so vertrauten Lichterglanz des Weihnachtsbaumes wahrnehmen. Den Weihnachtsmann aber findet man in Holland im allgemeinen noch nicht. An feiner Stelle erschien meist bereits am 5. Dezember derSinterklaas" mit seinem Knecht, demSchwar­zen Pie t", und bereitete den artigen Kindern freudige Überraschungen; die unartigen aber strafte er mit der Rute.

Schon mehrere Wochen vorher hatten die Kin­der nachts ihre Schuhe vor den Kamin gestellt, in der wiederholt auch in Erfüllung gegangenen Er­wartung, daß derSchwarze Piet" bei feinen Streifzügen über die Dächer der Häuser die eine oder andere Süßigkeit in den Schuh fallen lassen würde.

Angesichts dieser Zweiteilung in St. Nicolaus- Fest und Weihnachten, die auch bezüglich der Be­scherung in Erscheinung tritt, beginnt die Weih­nachtskonjunktur in der Geschäftswelt schon erheb­lich früher als in Deutschland. Schon seit Ende No­vember standen alle Schaufenster im Zeichen der bevorstehenden St. Nicolaus- und Christtage, und in den Nachmittags- und Abendstunden herrschten in den hell erleuchteten Geschäftsstraßen der großen Städte ein geschäftiges Treiben und eine anhei­melnde Vorweihnachtsstimmung. Den typisch deut­schen Weihnachtsmarkt, an den sich besonders der Ausländsdeutsche mit Wehmut erinnert, wird man freilich in Holland vergebens suchen.

Das echte deutsche Weihnachtsfest findet man, trotz aller Anklänge, doch nur unter den in Hol­land ziemlich zahlreich ansässigen Reichsdeut­schen. Hier erleben wir sowohl im Kreise der Familie, wie in den Gemeinschaftsfeiern der deut­schen Kolonien und Vereine die erhebende Be­scherung unter dem Weihnachtsbaum, und auch der Weihnachtsmann und die schönen deutschen Weih­nachtslieder fehlen hierbei nicht. Seit dem vorigen Jahre ist auch das Christfest in stets wachsendem Maße mit der Winterhilfe und der Sorge für die bedürftigen Volksgenossen verbunden wor­den. Und der neue Geist deutscher Volksgemein­schaft und gegenseitiger enger Verbundenheit tritt an diesen Tagen auch unter den Ausländsdeut­schen besonders eindrucksvoll in Erscheinung.

Weihnachtsemkäuse bei 40° Hitze

H. B. R i o de Janeiro.

Haben Sie schon Ihre Weihnachtseinkäufe im weißen Leinenanzug und Strohhut gemacht und nach dem Abklappern der sonnendurchglühten Kaufstraßen Rios versucht, sich bei einer gehörigen Portion E i 5 abzukühlen und allmählich in Wrihnachtsstim- mung zu kommen? Zur Abkühlung kommt man vielleicht aber zur Weihnachtsstimmung sicher nicht. Eher zu einer Art Weihnachtskater. Das Bild der alten Heßmat mag in den Rio-Deutschen während des ganzen Jahres durch die quellende und strah­lende Naturschönheit seiner neuen Heimatstadt ver­blaßt gewesen sein, die Weihnachtswochen aber wecken die Sehnsucht nach drüben wieder.

magenbataiffone und 13 Jnfanteriebataillone außer Divlstonsverband gehören. Diese reguläre Armee verfügt über eine Reserve von 150000 Mann, Die als militärisch vollwertig angesehen werden rönnen und eine Verstärkung der regulären Armee um sieben bis acht Divisionen bedeuten. Als dritter beachtlicher Faktor des Landheeres ist die Terri- torlalarmee anzusehen. Nur aus Freiwilligen bestehend, bildet sie 14 Divisionen, deren Drgani- !nn?nr Xer ber regulären Armee entspricht. Seit 1907 sind im allgemeinen jedem regulären Linien- regiment zwei Territorial-Bataillone anqeschlossen Organisation und Ausbildung sind voneinander getrennt. Erstere ist den Grafschafts - Territorial- ausschusten übertragen, Die dem Kriegsministerium otrxf tCn Ausbildung dagegen erfolgt im Schluß an die der regulären Armee. Uebrigens hot Irland feine Territorialarmee.

Die Verwaltungsaufgaben her Territorial- aus sch ü ss e decken sich im allgemeinen mit denen fcer früheren deutschen Intendantur, sie erstrecken sich aber nur auf den Bezirk einer Grafschaft. Ihre -oefugniffe gehen aber über rein verwaltungsmäßige oaqieur, oer o Aufgaben dadurch erheblich hinaus, weil sie unter | ebenbürtig ist.

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Die drei Könige.

Eine deutsche Weihnachtslegende.

Von Georg Britting.

Der Schnee fiel schon seit Stunden, und so war nicht zu sehen, ob es Kartoffelfelder waren, die sich da hindehnten, ob Weizensaat hier keimte oder lunger Roggen. Ein glanzweißes Dorf, nicht allzu fern, sah aus, als habe ein großmächtiger Maul­wurf einen überschneiten Berg aufgewühlt, und vielleicht würde er, der unsichtbare, schwarze Dier- pfotenschaufler, den Berg noch höher wölben, immer höher. Und immer noch fiel Schnee, das würde nimmer aufhören heut, morgen auch nicht, viel­leicht übermorgen, wenn überhaupt je.

Drei Männer kamen die Straße daher, und es war wunderbar genug, daß sie immer noch die Straße unter den Füßen hatten, sie wußten auch nicht, ob es immer noch die Straße war, vielleicht gingen sie schon längst querfeldein. Bis an die Knie reichte ihnen der Schnee, und besonders der schwarze Balthasar, der Neger, der vlattnäsige, krashaarige, litt unter der Kälte, an die er nicht gewöhnt war, und sein roter Mantel sah blutig aus und auffallend, hätte besser zum gelben Wüsten­sand seiner fernen Heimat gepaßt als zu dieser weißen Winterlandschaft, aber er ging unverdrossen hinter Kaspar und Melchior drein. Was die aus­hielten, ertrug er auch! Kaspar hatte einen langen spitzen Bart, weiß wie der Schnee, er trug einen schwarzen Mantel, der geräumig um ihn wogte, und Melchior war bartlos und faltenfrei im Ge­sicht, und sein Mantel war gelb, dottergelb.

Sie aingen im Gänsemarsch, einer trat in die Fußtapsen des anderen, und da zeigte es sich, daß der Neger die kleinsten Füße hatte von den dreien, denn seine silbergeflochtenen Schuhe hätten gut zweimal Platz gehabt in den tiefen Gruben, die seine Vorgänger traten.

So gingen sie und sahen manchmal zum Himmel auf. Der war nicht zu sehen, nur Schnee sah man herunterfallen, aber der Himmel war schon noch da, o ja, unerschütterlich, der Himmel, denn sie sahen den Stern, der sie führte. Klein zwar nur, laternenlichtklein, zartrojafarbig war der Stern, ein Sternlein nur, winzig im schwarzgrauen Flockenfall, aber er war da und führte sie.

Das Dorf, das Maulwurfsdorf, blieb auch schon zurück, und sie gingen immer noch weiter, und Balthasar, der schwarze Mohr, schüttelte den Rot- uiantel, ihn von der Schneelast zu befreien, und der spitzbärtige Kaspar blies in die erstarrten Hände, sie aufzutauen, und der dicke Melchior stampfte mit den Füßen, weil sich an fein i Absätzen Schnee­

ballen bildeten und zu kugeligem Eis wurden, was das Gehen erschwerte.

Zur linken Hand an der Straße, wenn es noch die Straße war, auf der sie gingen, stand ein starker Baum mit vielen Aesten, knorrigen und luftig ver­drehten, und als sie bei ihm waren und wieder einmal zum Himmel aufschauten, war der Stern schon noch da, der rosa Stern war schon noch da, aber er glühte plötzlich stark auf, wie ein riesiges Katzenauge, funkelte, es war zum Fürchten, einen Augenblick lang waren Baum und Himmel und der unendliche Schnee rosarot, weithin alles rosarot, dann erlosch er, der Stern, er war weg, wirklich, er war weg, fort, und der Schnee wieder weiß. Der Mohr im roten Mantel schrie:Habt ihr gesehen?" Sie hatten es natürlich alle drei gesehen, blieben alle drei unterm Baum stehen.Dann muß es hier sein, irgendwo in der Nähe", sagte Kaspar, aber nie?"

Wir warten hier", entschied Melchior. Sie ließen sich unterm Baum nieder, breiteten eine Decke aus auf dem Schnee und setzten sich und hüllten sich fest in ihre Mäntel, daß sie waren wie drei merk­würdige Vögel, ein blutroter, ein rabenschwarzer und em dottergelber.

Sie sprachen nicht, der Schnee fiel lautlos, und der junge Balthasar wiegte den Kopf hin und her, immer hin und her, daß die goldenen Ringe in seinen Dhren klirrten. Dann hielt er den Kops ruhig, die Ohrringe schwiegen, da war nur mehr der laut­lose Schnee.

Wahrscheinlich waren sie eingeschlafen und er­wachten von einer Stimme, die sie anrief. Da stand oor ihnen ein Mann, der hatte einen grauen Bart, grau wie das Fell des Esels, den er am Zügel führte, und auf dem Esel saß eine Frau. Das Tier schnappte mit weichem Maul nach dem roten Man­tel des Mohren, und der Mann fragte:Ist hier kein Dorf in der Nähe? Es wird Abend und wir sind müde und suchen ein Unterkommen." So fragte der Mann, und Balthasar, der ihn scharf beobach­tete, bemerkte doch nicht, daß sich irgendwas hätte bewegt in dem Gesicht des Fragers. Denn, wenn auch seine Lippen vom Bart verdeckt waren, hätte man doch diesen, den Bart, sich rühren sehen müssen oder die Wangen sich heben oder die Nasenflügel, aber das alles geschah nicht, das Gesicht des Man­nes blieb sttll und unbewegt, auch während er sprach. Das sah Balthasar und verwunderte sich und stand auf, und da standen die beiden anderen auch auf, unb Kaspar sagte:Da hinten ist ein Dorf, eine halbe Stunde zurück, und ihr werdet dort schon finden, was ihr sucht."

Der Mann nickte dankend, unb die Frau nickte, und der Mann trieb den Eses an, der den roten

Mantel ungern aus dem Maul ließ, und dann verschwanden Mann, Frau und Tier im Schnee­treiben.

Balthasar dachte darüber nach, ob wohl seine beiden Gefährten es auch beobachtet hätten, daß der Graubart mit stummen Lippen hatte reden können, und wollte sie fragen, da sagte Kaspar: Sie sind's!"Wer?" fragte Melchior.Wer?" fragte Balthasar und rieb an seinem Mantelärmel, der feuchtwarm war von der Eselmaulnässe.

Sie sind's", wiederholte Kaspar und bekam ein ganz frommes Gesicht. Balthasar schrie wütend: Sie sind's! Sie sind's! Ein Mann war es und eine Frau und ein Esel! Aber wir suchen doch ein Kind!" Der zornige Mohr drehte die Augen, daß man das Weiße sah. Und plötzlich wie flehend sagte er mit leiser Stimme:Ein Kind doch suchen wir!"

Ihr habt nicht gesehen", fragte der Kaspar, der Weihbärtige; fragte sanft, fragte zart jubelnd, und lächelte dem Neger ins Gesicht,ihr habt nicht ge­sehen, daß die Frau gesegneten Leibes war?"

Der Mohr wurde selig bleich, Melchior fing eine Schneeflocke, glücklich wie eine Hoffnungstaube, und der weiße, scharfäugige Kaspar fragte: ,?)abt ihr eure Geschenke noch?"

Und sie holten aus den Manteltaschen Gold in blanken, runden Stücken, würzige Hölzer und Dele in kostbaren Flaschen.

So hockten sie da, gelb und schwarz und blutrot, im Schneewirbel, und vor ihnen lagen die Geschenke im Schnee, und die Flocken tanzten herüber, aber keine einzige ließ sich darauf nieder, nicht eine, und sie glänzten unberührt, die Geschenke, bis sie zuletzt wie in einer Mulde lagen, wie in einer Schnee­schüssel, mit weißen Schnee Westrändern.

Die drei Könige hockten die ganze Nacht, sie fro­ren nicht, fangen leise Lieder vor sich hin, Balthasar ein seltsam verschnörkeltes, helles afrikanisches, Kas­par ein brummendes, dumpfes, und Mechior ein pfeifendes, mäusewisperndes, und fangen und er­warteten den Morgen.

Der kam, die Sonne kam, es schneite nicht mehr, der Baum glänzte im Licht, und aus der Tiefe der Schneeschüssel leuchteten die Geschenke. Sie nahmen sie an sich, und Kaspar rief: ,Hetzt vorwärts!"

Sie drehten um, Kaspar voran, dann Melchior, dann der schwarze Balthasar im roten Mantel, und nahmen die Richtung auf das Dorf, auf das Maul- wurfsdorf, das sie gestern gesehen hatten.

Und der plattnasige Mohr, der jüngste der drei, fast wie ein Jünglina noch, blieb plötzlich in einer Stapfe stehen, Silberschuh vor Silberschuh, weil ihm wieder eingefallen war, wie der Graubart gestern hatte reden können, ohne daß fein Gesicht sich rührte. Wenn sie jetzt auf ihn trafen, wie zu hoffen war, wollte er sich das genau betrachten.

Er lachte, wenn er daran dachte, und sie weiter, die drei Könige, zurück in bas Ir , hieß Bethlehem.

Zeitschriften.

Amann und Hans Sachs.

Berliner Monatshefte - zur Vorgeschichte und Geschichte des _ y.*.": herausgegeben von Dr. Alfred /Hu*?; 1

auf oer inucrrei|e naaj ;audu',v - .. machen, um Kaiser Wilhelm gege in finrniiA hrinfTPn". Mit dies

wurde, finden wir eine lebendige der Westfront 1917. Vom übrigen 3no . . genannt zwei Gedichte von Hermann Felix Braun, eine Geschichte aus den v - . und eine Bildseite aus dem(Stänhebua)

12. Jahrgang 1934, Dezemberhest /

Berlin 15) bringt einen intimen Ar ! -

Nikolaus II. an seine Schwester wahreno , Krieges. Dieses sehr offenherzige

21. Dktober 1899, in Wolfsgarten bei schrieben, zeigt, daß der Zar, der zwei - her in einem Manifest zur ersten V fl.n ip

n» niiFn»riifon VvnHP tTtit deNI ..AAN

konserenz aufgerufen hatte, SjT nia^ feine Truppen in Turkestan nach dnoi ^ zu lassen. Und als die nüchterne , i

sagte, daß Rußland für einen solchen 0 genügend vorbereitet fei, do e 5:: auf her Rückreise nachRußland

in Harnisch zu bringen". Mit die auch heute noch auftauchende fl ^sen abgetan, wonach es Kaiser Wilhelm 6 p soll, der während des Burenkrieges gegen England aufgehetzt habe.

Das Weihnachtsheft des5nfel,tr wird eingeleitet durch eine Sammlung oo" zeitgemäßen wie interessanten und übrigcis fach wenig bekannten Aeußerungen Soethf? Schiller (zu dessen 175. Geburtstages. Da"" wir eine schöne WeihnachtslegendeDie i^ Aegypten" von Felix Timmermans, hübsche Plauderei von Fritz Kredel über w , baten zu dem früher von uns besprocheneli den neuen JnselbändchenWer will unter baten?". Von Carossa, besten Bi!b schmückt, gibt es ein besinnliches PrasaM - einem Tagebuch". Der berühmte Pianit - Fischer hält eine kleine Ansprache über o: musik an seine lieben Freunde der ifrauTrJ', Die weihnachtliche Szene imLand aM , von Friedrich Schnack stammt aus f'-1f jus' kürzlich hier angezeigten neuen Qnfjg-flo Kriegserlebnissen des Grenadiers Mviui (

als derOffenbarer Schreiber wurde, finden wir eine lebendige Tu

Der

Sarin1 ' pressen t 'adfmurqer - verurteilte ' liessen) ist i worben, r t Art hg, ' ^braud)

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