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die Schulreform an den sogenannten Gesamtunter­richt im Sinne Berthold Ottos. Das Ziel der Reform ist die völkische Einheitsschule, die sich or- ganisch den jeweiligen Gegebenheiten und Aufgaben anpaßt. Der gemeinsam verpflichtende Stamm der Bildung auf allen Schulen ist die Deutschkunde, an die sich auf der Oberstufe der höheren Schulen jede Art von Fach anglieoern kann. Es gibt nur einen Einheitstyp der höheren Schule, der sich nach oben hin gabelt. Vereinfachung und Vertiefung des Bil­dungsguts müssen Hand in Hand gehen. Die Reform der Schule muß im gleichen Zug erfolgen mit einer Neugestaltung des gesamten Kulturlebens, insbe- sondere der Lehrerbildung, der Hochschule und Wissenschaft. Der Staat als Oberherr der Schule, Bildung und gesamten Kultur bestimmt die ein- heitliche Richtung der Reform.

Oberheffens Vertreter in der Synode.

In die von 30 Abgeordneten auf 18 Abgeordnete verkleinerte Synode der evangelischen Kirche Nastau- Hessen wurden auf Vorschlag des Bischofs Lic. Dr. Dietrich für Oberhessen wiederentsandt Pfarrer Lenz (Mun^enberg) und neuentsandt Dekan W i d- mann (Schotten). Auf Dorschlaa der Synode wur­den zu Synodalen aus Oberhessen wiedergewählt Oberstudiendirektor Dr. Faber (Friedberg) und Oberbürgermeister Ritter (Gießen). Drei Syn- odale der seitherigen Synode gehören der verkleiner- ten neuen Synode nicht mehr an, nämlich zwei Laien und ein Theologe.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Orts­gruppen Gießen-Nord und Gießen-Ost der NSDAP., 20.30 Uhr, Cafö Leib, Ortsgruppenversamrnlung: Redner: Bürgermeister Pg. Haug. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die vertauschte Braut". Kampsbund für deutsche Kultur, 17.30 und 20.30 Uhr, Universitätsaula,Kientopp um 1900". Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 20 Uhr, Zoologisches Institut, Sitzung mit Dor­trägen von Prof. W. I. Schmidt. Reichsschwimm­woche, 17 Uhr, Müllersche Badeanstalt, Schwimm- wettkämpfe der SA.

** Bekanntmachung des hessischen Personalamts. Der kommissarische Schulrat Paul N e b e l i n g zu Gießen wurde mit der kom­missarischen ehrenamtlichen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Stadtschulrats und des Kreis­schulrats in Gießen unter Verleihung der Amtsbe­zeichnungSchulrat" für die Dauer dieser Tätig­keit mit sofortiger Wirkung beauftragt.

** Platzkonzert der Reichswehrka- pelle. Am morgigen Samstag, 23. Juni, findet von 17 bis 18 Uhr in den Anlagen am Hindenburg- Wall ein Platzkonzert statt, das vom Musikkorps des I. Batt. Jnf.-Rgt. 15 unter Leitung von Ober- Musikmeister K r a u ß e ausgeführt wird. Für das Konzert ist (anläßlich des 70. Geburtstages von Ri­chard Strauß) folgendes Programm vorgesehen: 1. Königsmarsch: 2. Feierlicher Einzug des Johan­niterordens ; 3. Suite a. d. OperDer Rosenkaoa- lier": a) Auszug des Rosenkavaliers und Duett zwi­schen Sophie und Oktavian; b) Leiblied des Ochs von Lerchenau (Ochs-Walzer): c) Arie des Tenors; d) Frühstücksszene: e) Terzett (Oktavian, Mar schal- lin, Sophie): f) Schluß-Duett (Oktavian und Sophie), Richard Strauß. 4. 2. Polonaise, Liszt. 5. Hessischer Fahnenmarsch, Landgraf Ludwig VIII. (Präsentier- Marsch des I. (Hess.) Gren.-Bataillons Jnf.-Rgt. 15), bearbeitet von C. Krauße.

** Untervermietung in städtischen Häusern. Die Stadtverwaltung weist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil daraus hin, daß sie verpflichtet ist, sämtliche in städtischen Häusern bestehenden Untermieter-Verhältnisse zu prüfen. Städtische Mieter haben, soweit sie unter­vermieteten, auf dem Stadtvermessungsamt, Berg­straße 20, oorzusprechen. (Siehe heutige Bekannt­machung.)

** Freiwillige Beitragsentrichtung bei der Landesversicherunasanstalt Hessen. Die Landesversicherungsanstalt Hessen schreibt uns: In den Fällen, in denen auf Grund des § 25 des Gesetzes vom 7. Dezember 1933 frei­willige Beiträge nachentrichtet worden sind, dürfen solche Beiträge auch für die Zeit seit dem 1. Januar 1932 noch bis zum 30. Juni 1934 entrichtet werden, solange der Dersicherungsfall noch nicht eingetreten ist. Nach dem 30. Juni 1934 ist eine Nachverwen- düng freiwilliger Beiträge über den Rahmen des § 1443 RDO. hinaus (mehr als ein Jahr zurück) ausgeschlossen, auch wenn gemäß § 1444 RDO. in einigen Fällen Fristen über den 30. Juni 1934 hinaus erstreckt worden sind.

** Herabsetzung des Arznei kosten- anteiles in der Krankenversicherung. Der Reichsarbeitsminister hat durch Verordnung bestimmt, daß der vom Versicherten zu tragende Arzneikostenanteil weiterhin von 0,50 Mark auf 0,25 Mark herabgesetzt bleibt. Er hat ferner be­stimmt, daß die Krankenkasse den Familienangehö­rigen der Versicherten die Kosten der Arznei und kleineren Heilmittel bis zu 70 v. H. wiedererstatten können. Die Geltungsdauer der Verordnung ist zu­nächst bis zum 30. Juni 1935 begrenzt.

** 3. Waffentag des Waffenrings der ehemaligen deutschen Feldartillerie. Der Waffenring ehemaliger deutscher Feldartille- riften hält am 7., 8. und 9. September in Köln fei­nen 3. Waffentag ab. Mit dieser Veranstaltung soll gleichzeitig ein Regimentsappell aller ehemaligen Kameraden der Feldartillerie - Schießschule Berlin und deren Kriegsformationen verbunden sein. Der Verein ehemaliger Kameraden der Feldartillerie- Schießschule macht die Kameraden ferner darauf aufmerksam, daß der Verein am 17. November 1934 in Berlin sein 25. Gründungsfest begeht und am 18. November 1934 an der Gedenkfeier des 20. Jah­restages des Durchbruchs bei Brzeziny, die unter der Schirmherrschaft des Generalfeldmarschalls von Mackensen in Berlin stattfindet, teilnimmt. Aus­künfte erteilt der Dereinsführer Arlt, Berlin- Friedrichsfelde, Wilhelmftraße 8.

** Die verkannten Kröten. Der Aber­glaube, daß die Kröten giftig sind, und daß diese Tiere, wo man ihrer habhaft werden kann, ver­nichtet werben müssen, ist leider auch heute noch weit verbreitet, trotz aller naturkundlichen Auf- klärung. Sämtliche einheimischen Kröten sind nicht giftig. Das einzige, was man ihnen nachsagen kann, ist ihre Eigentümlichkeit, bei Gefahr einen ätzenden Saft aus den Hautdrüsen abzusondern, der andere Tiere, die etwa den Versuch machen sollten, die Kröten als Leckerbissen zu verspeifen, abschrecken soll. Den Menschen kann diese Absonderung weiter nichts schaden, als daß sie eine schwache Rötung der Schleimhäute hervorruft, wenn man mit den Fin­gern Mund oder Augen berührt, nachdem man eine gereizte Kröte ungefaßt hat. Alle Kröten verdienen sorgfältige Schonung als unermüdliche Vertilger von Garten- und Ackerschädlingen, wie Käfern, Schnecken und Raupen.

Oberhessen.

Kreis Friedberg.

4- Butzbach, 21. Juni. Im Saale desHessi­schen Hofes" fand ein S ch u lungsabend der Ortsgruppe der NSDAP, statt, an dem auch zugleich alle Fachschaften teilna^men. Der Schulungsleiter Dr. R o e s ch e n verlas eingangs ein inhaltsreiches GedichtDie alten Kämpfer". Dann hielt er einen Vortrag über das Thema: Sudetendeutschtum". Das Ende des Krieges brachte die Auflösung des österreich-ungarischen Staates in einen Nationalitätenstaat. Unsere deutschen Brüder in der Tschechoslowakei, die trotz der räumlichen Entfernung dennoch unsere blutsmäßigen Brüder sind, bezeichnen wir als Sudetendeutsche. Dort woh­nen mehr Deutsche, als in Dänemark Dänen und in Norwegen Norweger wohnen. Diese vier Millionen Stammesgenossen halten in erster Linie die indu­striellen Beziehungen zum Mutterlande aufrecht. Er schloß mit den Worten: Deutsch ist das Sudeten­land und deutsch wird es auch bleiben. Anschließend sprach der Ortsgruppenleiter Forstassessor Schnei­der über:Die Weltrevolution und die gelbe Ge­fahr". Der inhaltsreiche Abend wurde in der üb­lichen Weise geschlossen.

§ Münzenberg, 21. Juni. Dieser Tage fand im Saale des GasthausesZur Jägerruh" die monatliche Mitgliederversammlung der NSDAP, mit anschließendem Schulungs­abend statt. Der Schulungsabend wurde bestritten von dem hiesigen Beigeordneten Regierungsbau. meister Pg. Hch. Diehl, der über das Erbhofgesetz sprach. Pg. Diehl, der einer der beiden nicht­richterlichen Beisitzer des hessischen Erbhofgerichtes ist, sprach aus gründlicher und großer Sachkenntnis in tiefgründiger, fachlicher, alle Zuhörer in ihren Bann ziehenden Ausführungen. An den ausgezeich­neten Vortrag schloß sich noch eine einige Fragen klärende Aussvrache an. Der Besuch der Versamm­lung hätte besser sein können, kann aber in Anbe­tracht der starken Inanspruchnahme der Bevölkerung durch Feldarbeit als im ganzen gut bezeichnet wer­den. Die Heuernte kam Ende voriger Woche hier zum Abschluß. Der Ertrag in unserer Münzenberger Gemarkung, die zum Teil auf bergigem und steini­gem Gelände liegt, hatte unter der starken Trocken- heil sehr gelitten. Der Ertrag in Trais-Münzenberg dagegen ist als wesentlich besser in der Qualität an­zusprechen.

Kreis Alsselv.

. Alsfeld, 21. Juni. Am Montag fand im hiesigen Rathause unter der Leitung des stellver­tretenden Vorsitzenden Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die diesjährige Mitgliederversammlung des Volkskindergartenvereins statt. Aus dem Geschäftsbericht über das abgelaufene Schuljahr 1933/34 war zu entnehmen, daß dieses mit einer höheren Schülerzahl begonnen hatte, als das vorhergehende, jedoch wurde der Schulbesuch später durch die stark auftretenden Masern und deren Nachkrankheiten beeinträchtigt. Am 8. Januar 1934 erfolgte die UeberfieMung des Volkskinder­gartens in feine neuen, mustergültig eingerichteten Räume in dem neuen evangelischen Gemeindehaus. Seit dieser Zeit ist der Schulbesuch erheblich gestie­gen. Zur Zeit besuchen 90 bis 100 Kinder den unter der Leitung von Schwester Neuen Hagen stehen­den Kindergarten. Neu eingeführt wurden im abge­laufenen Schuljahre die Elternabende, die sich eines guten Besuches erfreuten, und die künftig regel­mäßig stattfinden sollen. Zu Ostern wurden 30 Kin­der dem Volkskindergarten zugeführt. Die durch den Rechner erfolgte Vorlage der Rechnung vorn Rech-

Schatte oder Club?

Zur deutschen Fußball-Meisterschaft.

Am Sonntag treten im Berliner Post-Stadion die Mannschaften des 1. FE. Nürnberg und des FC. Schalke 04 zum End kämpf um die Deutsche Fußballmeisterschaft an. Noch einmal werden zum Schluß der alten Spielzeit Tausende und aber Tausende sich an dem schönsten und volkstümlichsten Mannschaftsspiel begeistern. Bestimmt sind diesmal mit demClub" und denKnappen" die beiden besten deutschen Mannschaften an der Schlußrunde beteiligt. Beide haben ihr Spiel in einer Weise ver­vollkommnet, daß jeder oiyi ihnen einen würdigen deutschen Meister abgibt. D ie Nürnberger als deutscher und süddeutscher Altmeister stehen am Sonntag bereits zum 7. Male im Endspiel und sie werden alles daransetzen, um wieder an die glanzvolle Zeit der Nachkriegsjahre anzuknüpfen. Schalkes großer Stern ist erst später aufgegangen. Im Vorjahre kämpften die Knappen sich bis zur Schlußrunde durch, aber Fortuna Düsseldorf mußte Sieg und Titel überlassen werden. Wieder steht Schalke dicht am Ziel und diesmal wollen es Szepan und Kuzorra mit ihren Mannen schaffen.

Das Berliner Po st- Stadion wird der Schauplatz des zu erwartenden, großen Kampfes!

Der Mnsegelflug-Wettbewerb 1931

Vom 22. Juli bis 5. August.

Inungsjahr 1933 schließt mit einer Gesamteinnahme von 3331,08 RM. ab, die Ausgaben betragen 2999,04 RM., so daß ein Rechnungsrest von 332,04 RM. verbleibt. Schulden sind keine vorhanden. Die Rechnung wurde genehmigt und dem Rechner Ent­lastung erteilt. Der Voranschlag für das Schuljahr 1934/35 bewegt sich in Einnahmen und Ausgaben mit 3032,04 RM. und wurde genehmigt. Bei der in diesem Jahre satzungsgemäß vorzunehmenden Er­gänzungswahl des Vorstandes wurde an Stelle des von Alsfeld versetzten Pfarrers Hechler, dessen Dienstnachfolger, Pfarrer B e r n b e ck - Alsfeld, in den Vorstand gewählt und zum Vorsitzenden des Vereins bestimmt. Am Schlüsse der Sitzung dankte der stellvertretende Vorsitzende Bürgermeister Dr. V ö l s i n g allen Mitarbeitern für ihre gedeihliche und getreue Arbeit. Die Einführung des neuen Vor­sitzenden des Dolkskindergartens wird in einem dem­nächst stattfindenden Elternabend erfolgen.

Kreis Lauterbach.

LPD. Herbstein, 21. Juni. In der Nähe von Ilbeshausen wurde die 70 Jahre alte schwer­hörige Frau Stier beim Ueberschreiten der Eisen­bahngeleise von einem Personenzug er­faßt, überfahren und so schwer verletzt, daß sie wenige Minuten später v e r st a r b.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

m. Rod heim a. d. B., 20. Juni. Den Bemü­hungen der hiesigen Ortsleitung der NSV. ist es gelungen, in den Gemeinden Rodheim a. d. B. und Vetzberg zwanzig erholungsbedürftige G r o ß st a d t k i n d e r auf die Dauer von vier Wochen unterzubringen. Gestern nun trafen die Kinder aus Hanau kommend hier ein. Im Benderschen Saale war ihnen ein herz­licher Empfang bereitet, nachdem eine Schar Jung­volk die Gäste in Abendstern abgeholt patte. Bei Kaffee und Kuchen und Gesang wurden die Kinder bald gesprächig und zutraulich, und als dann der Ortsleiter der NSV., Karl R e e h, und Herr Pfarrer Vömel warmherzige Begrüßunasworte an die Gäste richteten und ihnen zu ihrem Aufent­halt bei uns viel Freude und Freundschaft wünsch­ten, da begannen die Augen bereits zu leuchten. Rodheim begrüßte seine kleinen Gäste recht herzlich und hofft, daß die jungen Volksgenosse^ nach vier Wochen gestärkt an Leib und Seele in das Eltern­haus zurückkehren mögen und die während dieser Zeit geknüpften Bande zwischen Stadt und Land erhalten und weiter ausgebaut werden möge.

+ Hörnsheim, 20. Juni. Dieser Tage wur­de hier unter Führung von Bürgermeister Volk die Freiwillige Feuerwehr mit 21 Mit- Sfiebern gegründet. Zum Wehrführer wurde Wilh.

i n k e r, als Stellvertreter Rich. Heinz, als Schriftführer Ludw. Weigand, als Kassenwart Artur Schmidt und als Zeugwart Otto Schmidt bestimmt. Der Kreisfeuerwehrmeister des Kreises Wetzlar, der die Gründung vollzog, rich­tete noch einige mahnende Worte an die Kamera­den. Die Feuerwehr solle sich zur ersten und höch­sten Pflicht den Satz unseres FührersGemeinnutz geht vor Eigennutz" machen. Bürgermeister Volk schloß mit einem dreifachenSieg-Heil ft auf unse­ren Führer und auf das Vaterland die Gründungs­versammlung. Das Dereinsmeister» schaftsschießen des Kleinkaliber- Schützenvereins, das am Sonntag stattfand, hatte folgende Ergebnisse. In der Klasse A: Theo Müller wurde zum dritten Male Meister mit 87 Ringen; Klasse B: Wilh. Müller mit 83 Rin­gen; Klasse C: Alft. Gümbel mit 77 Ringen. Jugendklasse: Hugo Müller mit 63 Ringen.

fein. Wohl startet Schalke als Favorit, aber eines ist gewiß, die Nürnberger Rothemden werden sich nicht so leicht geschlagen bekennen. Die beiden Mannschaften werden voraussichtlich wie folgt an­treten:

1. FC. Nürnberg

Köhl

Popp Munkert

Kreisel Billmann Oehm

Gußner Eiberger Friedel Schmitt Kund Röthardt Kuzorra Nattkämper Urban Kalwitzki Valentin Szepan Tibuski

Zajons Bornemann

Mellage

FE. Schalke 0 4.

Schiedsrichter ist der Berliner Alfred B i r f e m, der keine Entgleisungen dulden und streng, aber ge­recht seines Amtes walten wird. Man erwartet von beiden Mannschaften, daß sie trotz des hohen Ein­satzes die hohen Gesetze des sportlichen Anstandes in jeder Weise respektieren werden. Es kommt so wenig darauf an, wer gewinnt, sondern wie ge­wonnen wird. Im mannhaften Kampf soll beim Meisterschaftsspiel um den Sieg gestritten werden, aber alle 22 Spieler, die an der Spitze eines Mil­lionenverbandes stehen, müssen in erster Linie wahre und echte Sportsleute ohne Fehl und Tadel sein.

<5emeinberof in Schotten.

g Schotten, 21. Juni. In seiner gestrigen Sitzung genehmigte der Gemeinderat die Abgabe von Baugelände für zwei Bauvorhaben an der Alten Straße und in der Karl-Weberstraße unter den üblichen Bedingungen. Im Rechnungsjahr 1934 soll auf Antrag ein entsprechender Gewerbe- teuernachlaß aus Billigkeitsgründen in den Fällen gewährt werden, wenn das Gewerbekapital oder der Gewerbeertrag sich gegen den zuletzt festge- tellten Beträgen wesentlich vermindert hat. Der Schottener Sommermarkt am 5. bis 8. August soll in der üblichen Form stattfinden. Jü­dische Händler und jüdische Geschäfte sollen nicht zugelassen werden. Eine Aussprache über das seitherige Arbeitsdienstlager, Verwertung der seit­herigen Räume und des Mobiliars fand statt. Der Bau des Ehrentempels wird in Angriff ge­nommen und soll bis zum Spätherbst fertigge­stellt werden. Der Bürgermeister legte einen Plan zur Finanzierung der noch erforderlichen Kosten vor, der gutgeheihen wurde. Im Einvernehmen mit dem Bauamt wird das Projekt nochmals durchgearbeitet. An die Bevölkerung wird nochmals mit einer Sammlung herangetreten werden, die Bürgerschaft wird sich dieser Ehrnpflicht zur Ge­währung einer Spende nicht entziehen. Auch die Vereine haben schon das Werk unterstützt, die noch fehlenden werden auch gern ihren Anteil geben. Der Bau des Ehrentempels wird auf alle Fälle durchgeführt. Man hofft, das Denkmal am Toten­sonntag einweihen zu können. In das hiesige Finanzamtsgebäude wird eine Zentralheizung ein­gebaut. Die Finanzftage ist gelöst, das Reich hilft der Stadt bei der Verzinsung und Tilgung des Kapitals, das die Stadt aufgenommen hat. Das Landesfinanzamt wird die eingereichten Angebote nachprüfen und, da Unklarheiten bestehen, ein noch­maliges Ausschreiben veranlassen. Der alte Ver­trag, der zwischen der Stadt und dem Forstfiskus über die Verpachtung der Forellenteiche im Ober­wald in den 1860er Jahren abgeschlossen worden ist, ist durch die Zeitverhältnisse überholt worden und stellt heute eine Belastung der Stadt dar. Im Einvernehmen mit den Triebwerksbesitzern sucht die Stadt von dem alten Pachtvertrag entbunden zu werden. Die fraglichen Wiesen könnten leicht an bedürftige Landwirte von Breungeshain verpachtet werden.

Dem Reichsbund für Volkstum und Heimat, der feine Fürsorge auch besonders Schotten zuwenden will, wird ein entsprechender Betrag zur Ver­fügung gestellt. Der Erlaß einer besonderen Po­lizeiverordnung, die eine kreisamtliche Genehmigung für den Straßenhandel im Kreis vorsieht, wird befürwortet. Die Verlegung des Mühlgrabens vom Amtsgericht bis zum Kreisamt in Rohre wird in aller Kürze erfolgen. Eine Reihe weiterer Punkte wurde noch erledigt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß die Sitzung.

Dreifacher Mordversuch in Friedberg.

LPD. Friedberg, 21. Juni. Ein hiesiger 59jähriger lediger Einwohner wurde wegen Mordversuch in drei Fällen verhaftet. Der Jäter, der sich von einer Frau zurückgesetzt fühlte, wollte diese in ihrem Garten sprechen. Da ihm der Zugang verweigert wurde, gab er zunächst zwei Schüsse auf die Töchter der Frau ab, die glück­licherweise ihr Ziel verfehlten. Dann wandte er sich gegen die um Hilfe rufende Frau und brachte ihr durch drei weitere Schüsse leichte Verletzungen am Kopfe bei. Die Absicht des Täters, sich selbst das Leden zu nehmen, konnte er nicht mehr verwirk­lichen; er wurde überwältigt und der Polizei über­geben.

Landkreis Gießen.

rvg. Großen-Buseck, 21. Juni. Am Mitt, wochabend veranstaltete die Landesfilmstelle der NSDAP, von Frankfurt a. M. im Saale Zur Germania" eine Filmvorführung, an der sämtliche Unterorganffationen der NSDAP, aus Großen-Buseck und einiger Nachbarorte teilnahmen. Der mit den Fahnen des Dritten Reiches festlich geschmückte Saal war bis auf den letzten Platz be­setzt. Mit dem Einmarsch der Hitlerjugend und des BoM. mit ihren Fahnen in den Saal und einem Lied wurde der Abend eingeleitet. Nach einem vor­ausgegangenen Kulturfilm, der das Leben und Trei­ben auf den Südfee-Jnfeln zeigte, folgte der Haupt­film unter dem TitelH i 11 e r j u n g e Que x". Die Vorführung des Filmes hinterließ einen tiefen Eindruck. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf un­seren Dolkskanzler Adolf Hitler wurde die Ver­anstaltung geschlossen. Nachmittags fand eine Kin­dervorstellung statt.

+ Grünberg, 21.Juni. Am Mittwoch fand im GasthausZum Rappen" unter dem Vorsitz von Feldbereinigunaskommissar Ohly (Lauterbach) die Wahl der zur Vollzugskommission zu berufen« den zwei einheimischen Sachverständigen nebst zwei Stellvertretern, sowie der von den be­teiligten Grundeigentümern zu bestimmenden zwei Schiedsrichter nebst zwei Stellvertretern statt. Wohl die Hälfte der Abstimmenden waren Ausmärker, die Grundbesitz in der hiesigen Gemarkung haben, hauptsächlich aus Queckborn, Göbelnrod, Stangen­rod, Lehnheim und Lauter. Abgegeben wurden 144 gültige Stimmen. Es wurden gewählt zu Sachver- tänbigen die Landwirte: Konrad Trinkaus mit 112 Stimmen, Christian Bück mit 103 Stimmen, als Stellvertreter: Albert Schäfer II. mit 136 Stimmen und Hermann Rühl II mit 109 Stim­men. Zu Schiedsrichtern wurden gewählt: Fried­rich Wilhelm Stein (Stumpertenrod) mit 141 Stimmen und Bürgermeister Fendt (Hungen) mit 134 Stimmen, als Stellvertreter: Bürgermeister Carle (Nieder-Ohmen) mit 134 Stimmen und Alt­bürgermeister A u m a n n (Londorf) mit 122 Stim­men.

> Holzheim, 21. Juni. Am Dienstag fand im dicht besetzten Saale von Pg. Sarnes em Vor­tragsabend der NSDAP, statt. Zellenwart Kuhl eröffnete die Dersamlung. Der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfenmüller sprach über das Thema:Kampf gegen Miesmacher und Kritiker". Er schilderte in seinen Ausführungen die Tätigkeit der Miesmacher und Nörgler an Hand von Vei- pielen, die sich zugetragen haben. Jeder solle an sich elber anfangen und die Idee von Adolf Hitler er« affen. Diejenigen aber, die fein Vertrauen zum Führer haben ober haben wollen, sollten wenigstens till sein. Was in 14 Jahren Mißwirtschaft zerstört worben fei, könne nicht in einem Jahre roieber auf­gebaut werben. Der Führer habe sich vier Jahre bazu ausbebungen. Der Rebner erntete für seine vortrefflichen Ausführungen reichen Beifall. Hellen- wart Kuhl schloß bie Versammlung in der üblichen Weise.

Die Ausschreibungen zu ben abgelaufenen vier­zehn beutschen Segelflugwettbewerben auf ber Wasserkuppe waren schon immer ber Grabmesser ür ben Stanb ber Entwicklung bes beutschen Segel- luges. Waren bieselben, mit Ausnahme ber Uebungs- wettbewerbe, vornehmlich auf Spitzenleistungen ein­zelner abgestellt, so geyt ber Deutsche Lustsport- oerbanb als Träger bes 15. Rhön-Segelflugwett- bewerbs, ber in biefem Jahre vom 22. Juli bis 5. August auf ber Wasserkuppe ftattfinbet, in ben biesjährigen Wettbewerbsbebingungen zum Teil bavon ab unb legt größeren Wert auf

Gemeinschaftsflüge

von drei unb mehr Segelflugzeugen. Als kennzeich- nenbfte Tatsache muß man bie Bestimmung an« führen, baß nur noch Fliegerortsgruppen bes DLV. Melbungen abgeben können. Der Nennungsschluß ist auf ben 2. Juli festgesetzt.

Die Zielstrebigkeit unb Durchbachtheit ber Aus­schreibung, bei ber bas Hauptaugenmerk vornehm­lich auf eine fliegerische, wissenschaftliche unb tech­nische Forberung bes Segelflugs gerichtet ist, ist roieoerum als mustergültig zu bezeichnen. Durch die Vorschrift einer eingeyenben Zulassungsprüfung, bie sich auf eine Material-, Rohbau» unb Flugeigen­schaftsprüfung sowie Festigkeitsnachweis für alle teilnehmenden Maschinen erstreckt, die Piloten im

Besitz des amtlichen deutschen Segelflugzeug-Führer­scheins fein müssen, und auf jeden Fall ein Fall­schirm mitgenommen werden muß, ist die Unfall- gefahr auf ein Minimum beschränkt. Auch kann die Wettbewerbsleitung die Zahl der zugelassenen Flug­zeuge auf 100 beschränken, was gegenüber den Vor­jahren einen Fortschritt bedeutet, da seither meist nur bis zu 60 Maschinen zugelassen wurden.

Die zur Verfügung stehende Gesamtpreissumme betragt 55 000 R21L Davon iff der Fernsegel- flugpreis mit 4500 RM. dotiert. Der höhen­preis ist mit 3500 RM. ausgestattet.

Für den Fernzielflugpreis, bekanntlich eine der schwersten Bedingungen der .Rhön - Wettbewerbe, sind 4000 RM. ausgesetzt. Für Segelflugzeugketten ist ein Preis von 6000 RM. mit einer Zusatzprämie von 1500 RM. bestimmt als Zielflugpreis. Weiter­hin ist ein Streckenpreis für Segelflugzeugketten in Höhe von 7500 RM. ausgesetzt, für den ein gemeinsamer Streckenflug von mindestens 25 km Vorbedingung ist, deren Start von innerhalb 10 Minuten zu erfolgen hat und deren Streckenflug in der gleichen Richtung durchgeführt werden muß. Weiterhin gelangen ein Dauerflugpreis, ein Preis für größte Gesamtflugdauer, für die größte Höhen- summe und für die größte Streckensumme zur Ver­teilung. Den Milseburgpreis erhält dasjenige Flug-