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Kreis Schotten.

* 4

Oberheffen

Nachdruck verboten!

8 Fortsetzung

machen.

(Fortsetzung folgt)

t Landkreis Gießen.

Klein-Linden, 20. Juli. Gestern nachmit­tag wurde in unserem Orte eine braune Damen- Handtasche, die einen größeren Geld­betrag enthielt, gefunden. Das herrenlose Gut fiel einem ehrlichen Finder in die Hand, der es auf der Bürgermeisterei ablieferte.

* W i e s e ck, 19. Juli. Das vierjährige Töch­terchen des Arbeiters Düringer von hier stürzte gestern so unglücklich, daß es einen Unter- s ch e n k e l b r u ch erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte.

wg. G r o ß e n - B u s e ck , 20. Juli. Gestern nach­mittag geriet auf freiem Felde auf ungeklärte Weise ein Gerstenhausten in Flammen. Da starker Westwind ging, wurde das Feuer durch die Stoppeln auf einen zweiten Hau st en über­tragen. Das Feuer wurde dann glücklicherweise von in der Nähe tätigen Arbeitern bemerkt und durch Aufwerfen von Erdstreifen eingedämmt und g e - löscht. Mit Beginn dieser Woche ging ein lang­gehegter Wunsch der hiesigen Einwohnerschaft in Erfüllung. Die Krämerläden, die bisher nur bis 19 Ühr offenhalten durften, können nunmehr bis 21 Uhr verkaufen. Die Maßnahme wird allgemein begrüßt.

f Tr e i s a. d. Lumda, 19. Juli. Beim Ueberfah- ren eines Bahnüberganges in der Nähe des Dorfes wurde der mit Steinen beladene Wagen des Fuhrmanns Euler von dem 9-Uhr-Zug er­faßt und zur Seite geschleudert. Der Hin­terwagen wurde dabei zertrümmert, Mann und Pferd kamen zum Gück mit dem Schrecken davon.

<£ Lumda, 19. Juli. Heute morgen wurde der Landwirt Karl Kappes das Opfer eines schwe­ren Unglücksfalles. Beim Futterho n gingen ihm die K ü h e durch. Der Mann stürzte vom

ZweiMämier und Hilda

Roman von Hermann W. Walber.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

SJtXfport

Das Programm der Deutschen Kampsspiele 1934

Das Telephon im Arztzimmer klingelte.

Doktor Becker hob den Hörer ab. Sein Gesicht nahm sofort den Ausdruck der Spannung an.

Es mußte wohl eine große Ueberraschung sein, die man ihm eben mitteilte.

Herr Professor, schnell, Zimmer dreiundvierzig! Knauer regt sich. Er spricht!"

In fliegender Hast eilten die Aertte durch die langen, einsamen Gänae des Krankenhauses, hinter deren Türen so manches schwere körperliche Leid hauste. Mit dem Fahrstuhl ging es ein Stockwerk höher hinauf, und dann waren sie am Ziel.

In den weißen Kissen lag ein Männerkopf mit schweißnassen Haaren und schwarzem Stoppelbart. Aus tiefen Höhlen sahen zwei matte Augen, die sich in dieser Umgebung offenbar nicht zurechtzufinden wußten. Der linke Arm lag bandagiert auf der Decke. Die Rechte irrte tastend umher, als suchte sie etwas. . ~

Die Wärterin zog sich beim Eintritt der Aerzte vom Bett zurück.

Professor Doktor Meyer fühlte den Puls des Kranken und nickte befriedigt. Das Fiebertermo- meter wies knapp achtunddreißig Grad Temperatur auf.

Der Kranke bewegte die Lippen.

Doktor Becker neigte sich über ihn und horchte, verstand aber nichts.

Dann aber ging es wie ein Schütteln durch Knauers Körper, so, als wollte Unangenehmes, Lästiges von sich abwerfen. Ermattet legte er hier­auf fein Haupt zur Seite, die Augen schlossen sich, und bald verkündeten regelmäßige Atemzüge, daß der Patient schlief. v f ±

Der schläft sich gesund!" Fast triumphierend sagte es Professor Meyer.Die Krise ist vorüber."

Er gab der Schwester noch einige Derhaltungs- maßregeln und ordnete an, daß beim Aufwachen Knauers sofort Doktor Becker gerufen werden solle.

Wenige Stunden später.

Nacht!

Am Fenster saß die Schwester und häkelte, um die Zeit totzuschlagen. Die Lampe war so ver- hangen, daß das ganze Zimmer im Dunkeln lag und nur ein schmaler Lichtstrahl den Platz der Schwester traf.

Mitunter hielt sie in ihrer Arbeit inne und horchte. Dom Bett her war aber immer nur ruhiges Atmen zu hören.

Plötzlich schreckte Schwester Marie auf. Da war sie doch wahrhaftig ein wenig eingeschlafen!

Aus der Ecke, wo der Kranke lag, drangen schwache Laute. Schon war sie bei ihm.

Mit schnellem Griff schob sie eine der Blenden an der Lampe zurück, so daß es etwas Heller wurde.

Wie verabredet, drückte sie auch auf den Klingel- knöpf, um Doktor Becker herbeizurufen, der inner­halb weniger Sekunden zur Stelle war.

Wasser..."

Die Schwester lieh Knauer trinken. Mit der Rechten tastete er nach der Bandage des anderen Armes.

Was ist das?"

Vorsichtig, lieber Knauer", sagte Doktor Becker, sich zu ihm setzend.Sie sind krank gewesen, sind es noch."

Walter Knauer sah fragend auf die Schwester, dann nach dem Mann in dem weißen Kittel. Er suchte offenbar den Anschluß an die Wirklichkeit. Eine schwere Falte zeigte sich auf seiner Stirn.

Wissen Sie denn nichts mehr? Sie sind doch verunglückt. Im Werk!"

Jäh wollte sich der Kranke erheben. Aber mit ächzendem Schmerzlaut sank er in die Kissen zurück. Arm und Fuß ließen keinerlei Bewegung zu, ab- gesehen davon, daß der ganze Körper durch das ewig lange Liegen wund war und jeglicher Kräfte bar.

Walter Knauer war voll grausigen Erinnerns.

Der Zusammenstoß mit Hans Kirchhoff in all seinen Einzelheiten stand vor seiner Seele. Wie hatte er sich gewehrt gegen die feige Umklammerung! Er war machtlos gegen sie. Ja, und dann hatte der Treibriemen ihn gepackt. Ein furchtbarer Schmerz und seitdem nichts mehr...

Hans Kirchhoff! Hans Kirchhoff hat schuld!" In wilder Erregung stieß der Kranke die Worte hervor.

Der Arzt gab der Schwester ein Zeichen.

Walter Knauer erhielt eine Spritze, die ihn be­ruhigte, und sehr bald schlief er von neuem ein.

Doktor Walter Becker war längst wieder in seinem Zimmer. Wie immer, wenn er Nachtdienst hatte, legte er sich aufs Bett. Aber er vermochte keine Ruhe zu finden.

Eigenartig, daß ihm die Worte des Knauer nicht aus dem Kopf gehen wollten.

Eigenartig, diese Tatsachenverquickuna: Hans Kirchhofs hat schuld, sagte er; Hans Kirchhoff klingt wie Hans von Kirchhofen, und Hans von Kirch­hofen war der einzige Augenzeuge von Knauers Unfall.

Bestanden hier Zusammenhänge? Sollte etwa Hans von Kirchhofen, der Bräutigam Hildas...?

Ach, Unsinn, wie konnte man nur so hirnverbohrt sein! Sicher war der arme Knauer verwirrt...

Wie wäre wohl Hans von Kirchhofen, der so Elegante, mit diesem einfachen, robusten Arbeiter in Verbindung zu bringen!

Und dennoch eigenartig blieb die Geschichte doch... , .

Doktor Becker befiel eine Ahnung, als wurde rauher Reif in seinen Liebesfrühling fallen. Nicht, als ob er für sich selbst oder für Liesgreta etwas zu befürchten hätte! Aber immerhin würde doch ein Schatten in Hildas Dasein sich bis zu einem gewissen Grade auch in demjenigen Liesgretas bemerkbar

Quadrat-Silos entschieden, da ja auch nur für diese Art Silos der Zuschuß gewährt wird. Eine sofort vorgenommene Umfrage ergab die Meldung von rund 60 Silo-Bauvorhaben. Zum Abschluß der Versammlung beschäftigte sich Bezirksbauern- (ührer D e s ch noch mit aktuellen Fragen (General- iedlungsplan, Lohndruschsätze, Bewertungsgenossen- chaften usw.) und schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer, Bauern»

Fischreiher und der Fischadler nicht ausdrücklich aufgeführt.

Rach dem Gesetz versteht man unter Hoch- wild: Wisent-, Elch-, Rot-, Dam-, Sika-, Stein-, Muffel-, Gems-, Schwarzwild und Auerwild. Alle übrigen Wildarten gehören zum Niederwild.

Das Jagdrecht sieht dem Grundeigentümer zu und ist mit dem Eigentum an Grund und

Boden untrennbar verbunden.

Als selbständiges dingliches Recht (losgelöst von Grund und Boden), kann es nicht begründet und so etwa in das Grundbuch eingetragen werden.

Das Jagdrecht muß weidgerecht ausgeübt wer­den, d. h. nach den allgemein anerkannten Grund­sätzen deutscher Weidgerechtigkeit. Dementsprechend hat jeder Jäger das Recht und die Pflicht, das Wild zu hegen. Verboten ist es, den Wildbestand durch unmäßigen Abschuß zu gefähr­den, oder gar eine Wildart auszurotten.

Das Jagdrecht darf nur auf Jagdbezirken (Eigen­jagdbezirken und gemeinschaftlichen Bezirken) und auf Grundflächen, die Eigenjagdbezirken oder ge­meinschaftlichen Jagdbezirken angegliedert sind, aus­geübt werden. In einem Eigenjagdbezirk ist der Eigentümer oder Nutznießer des Grund und Bodens jagdausübungsberechtigt. Kommt aber als Eigentümer oder Nutznießer eine Personenmehrheit oder eine juristische Person in Frage und wird die Jagd weder durch Verpachtung, noch durch ange­stellte Jäger (Jagdaufseher) ausgeübt, so ist der­jenige jagdausübungsberechtitzt, der von dem Ver­fügungsberechtigten dem Kreisjägermeister benannt wird. Auf gemeinschaftlichen Jagdbezirken steht die Ausübung des Jagdrechts der Jagdgenos­senschaft zu.

Die Jagdbezirke können abgerundet werden.

Notfalls können also Grundflächen abgetrennt und anderswo zugeteilt werden.

Wasserläufe, Wege, Triften und Eisenbahnkörper, die nach Umfang und Gestalt für sich allein eine

Wagen, wurde geschleift und verletzte sich schwer an Kopf und Rücken. Das Sanitätsauto brachte den Schwerverletzten sofort in die Klinik nach Gießen. Zum kommissarischen Bürgermei­ster unseres Ortes wurde Pg. Eduard Schult­heiß ernant Damit tritt der seltene Fall ein, daß das Bürgermeisteramt durch drei Generationen von derselben Familie verwaltet wird. Der Großvater Peter Schultheiß führte die Gemeinde von 1885 bis 1919. Ihm folgte dessen Sohn Heinrich Schultheiß, der 15 Jahre das Amt bekleidete.

Göbelnrod, 19. Juli. Der fünfjährige Sohn des Maurers S ch m i d t von hier kam beim Spiel so unglücklich zu Fall, daß er einen Unter- schenkelbruch erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt werden mußte.

* L i ch, 19. Juli. Heute fand hier eine Schaf- bockversteigerung statt, die vom Landes­verband der Schafzüchter in Hessen-Nassau veran- stattet war. Zu der Versteigerung waren 28 Lamm­böcke des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes aufgetrieben, die zum größten Teil Ende vorigen Jahres geboren waren. Bei verhältnismäßig gutem Besuch des Marktes wurde der Austrieb vollständig ausverkauft. Die Tiere waren durchweg von sehr guter Qualität und kosteten im Durchschnitt 105 RM. pro Stück.

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 19.Juli. Einen ungewöhn­lichen Selb st Mordversuch unternahm die­ser Tage ein Mann von hier, indem er sich eine Stricknadel ins Herz stieß und sich gleich­zeitig die Pulsadern öffnete. Der Vorgang wurde sofort bemerkt und der Mann nach Gießen in die Chirurrgische Klinik gebracht, wo er am Mitt­wochabend an seinen Verletzungen ge­storben ist. ______________________________

Vorerst einmal stellte er befriedigt fest: er lebte, wirklich und leibhaftig. Also mußte man wohl nicht allzu Schlimmes mit ihm vorhaben.

Oder stand er erst am Anfang seiner Erlebnisse? Hatte er weitere Gefahren zu gewärtigen?

Er ging zur Tür. Sie war verschlossen. Er rüttelte an der Klinke. Es meldete sich niemand.

Dann trat er ans Fenster, das scheinbar lange nicht mehr geputzt worden war. Man sah's an den dichten Spinngeweben in den Winkeln.

Er öffnete und blickte hinaus. Seine Feststellungen waren nicht gerade beruhigend.

Schnurgerade fiel die Mauer abwärts, verlängert durch einen wohl an die zweihundert Meter hohen Felsen.

Unergründlich schien ihm die zerklüftete, dunkle Tiefe und ebenso unergründlich die felsige, einödige Weite.

In einem Banditenschloß saß er offenbar gefan­gen. Also würde seine Freiheit wohl von der pünkt­lichen Zahlung des geforderten Lösegeldes ab­hängen ...

Merkwürdig alles das, was sich dann in der Folgezeit ereignete.

Wolterstorff hatte sich durch lautes Rufen be- merkbar gemacht. Nach kurzer Zeit kam ein her- kulifch gebauter, langmähniger Mensch. Da er die rumänische Sprache leidlich beherrschte, kam eine Verständigung zustande, wenigstens dahin, daß der Riese, den man als seinen Wächter bestellt hatte, Brot und eine Art Suppe holte, wobei er vorsorg­lich die Tür wieder hinter sich abschloß.

Auf alle sonstigen Fragen nickte er nur immer mit dem Kopfe, oder er zuckte ablehnend mit den Achseln.

Und dann kam eine große Ueberraschung.

Am Nachmittag desselben Tages übergab ihm sein Zerberus so hatte er inzwischen seinen Wächter getauft einen Zettel, auf dem er die in reinem Deutsch geschriebenen Worte las:

Seien Sie ohne Sorge um Ihr Schicksal! Warten Sie ruhig ab, bis Sie weitere Nachricht erhalten! Sie werden bald begreifen, was Ihnen heute noch unverständlich scheint!"

Seitdem war über eine Woche verstrichen. Eine Woche quälender Langeweile, quälender Ungewiß- ^Wer war der Geheimnisvolle, der ihm den nicht minder geheimnisvollen Brief geschrieben hatte? Warum ließ er sich nicht blicken?, und warum wurde er nicht zu ihm geführt?

Zweifellos befand er sich in den Händen von

ordnungsmäßige Jagdausübung nicht gestatten, bilden keinen Jagdbezirk für sich, unterbrechen nicht den Zusammenhang eines Jagdbezirks und stellen auch den Zusammenhang eines Jagdbezirks zur Bildung eines Jagdbezirks zwischen getrennt lie­genden Grundflächen nicht her.

In befriedeten Bezirken (Wohngebäu­den und den mit ihnen räumlich zusammenhängen­den Gebäuden), in Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung anstoßen und durch irgendeine Umfriedung (Zaun u. dgl.) begrenzt oder sonst vollständig abgeschlossen sind, sowie auf Fried­höfen,ruht die Jagd." Oesfentliche Anlagen und abgeschlossene, oder absperrbare Grundflächen können ganz oder teilweise befriedet, oder es kann auch den Eigentümern solcher Flächen ein be- schränktes Jagoausübungsrecht eingeräumt werden.

Unter Ligenjagdbezirk versteht das Gesetz solche zusammenhängende Grundflächen, auf denen ein und dieselbe Person oder Personengemein, schäft Eigentümer oder Nutznießer ist und die einen land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nuhraum von mindestens 75 Hektar (300 hessi­schen Morgen) umfassen.

Die Mindestaröße kann für bestimmte Gebiete erhöht, jedoch hierbei bestimmt werden, daß diese Erhöhung für Erbhöfe, die sonst die Erforder­nisse eines Eigenjagdbezirks erfüllen, nicht gilt.

Alle Grundflächen einer Gemeinde oder ab­gesonderten Gemarkung, die nicht zu einem Eigen­jagdbezirk gehören, bilden einen gemeinschaft­lichen Jagdbezirk, wenn sie im Zusammenhang wenigstens 150 Hektar umfassen. Die Teilung ge- meinschaftlicher Jagdbezirke in mehrere selbständige Bezirke kann zugelassen werden; zusammenhän­gende Flächen verschiedener Gemeinden, die im übrigen den Erfordernissen eines gemeinschaftlichen Jagdbezirks entsprechen, können zu gemeinschaft­lichen Jagdbezirken zusammengelegt werden.

und Reiter, alle beanspruchen Raum in dem Riesenprogramm, das innerhalb einer Woche eine nahezu alles umfassende Uebersicht über den deutschen Sport und das deutsche Turnen vermittelt, eine Uebersicht, die um so eindrucks­voller ausfallen wird, als die Spitzenkönner auf allen Gebieten sich in Nürnberg ein Stell­dichein geben.

Man täte Unrecht, würde man eine Sportart über die andere hinausheben. Doch darf man er­warten, daß die Leichtathleten, Fußballer, Schwim­mer und Turner, deren Wettkämpfe nun einmal besonders volkstümlich sind, das größte Interests beanspruchen werden. Diesem zu erwartenden Inter- este wird der Aufbau des Programms mit feinen stetigen Steigerungen gerecht.

Schon vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Dienstag, die mit einem Einmarsch sämtlicher Teilnehmer mit Fahnen verbunden ist, werden ein­zelne Wettbewerbe abgewickelt, die sonst vielleicht den festgefügten Rahmen der Hauvtkampftage sprengen würden. Schon am heutigen Freitag (20. Juli) beginnen die Nürnberger Veranstaltungen mit dem 18. Bayrischen Landesturnfest, dessen Abwicklung sich bis zum Sonntag erstreckt. Am Samstagvormittag wird bereits der erste eigentliche Kampfpiel-Wettbewerb, das Einer- Strecken-Fahren über 240 Kilometer auf der

LPD. Hanau, 19. Juli. Vom Preußischen Mi« einem dreifachen Sie; nisterium des Innern ist der seitherige erste Bei- führer und Vaterland, geordnete der Stadt Hanau, Bürgermeister Dr. Fr.1

Räubern, die es nur auf Lösegeld abgesehen hatten. Wußte man in den Geyerling-Werken, daß er noch lebte? Daß die Frau Geheimrat jeden Betrag zahlen würde, um ihn auszulösen, daran zweifelte er keinen Augenblick.

An sich hatte er kaum etwas auszustehen. Nur daß der ihm zugewiesene Aufenthaltsraum äußerst primitiv eingerichtet war, machte sich mitunter emp­findlich bemerkbar. Es fehlte ihm doch tagsüber macherlei. Sonst aber, besonders was bas Esten an- belangte, brauchte er nicht zu klagen. Man setzte ihm immer sehr reichlich und alles gut zubereitet vor, gerade keine Delikatessen, immerhin aber auch nichts minderwertiges. Und dazu Wein die Fülle, Rotwein und zartblumigen hellen Süßwein.

Wenn nur nicht diese furchtbare Qual der Un­gewißheit gewesen wäre, was wohl die nächste Stunde bringen würde?! Das ging an die Nerven.

Wie wild lief er seit Tagen oft stundenlang m seinem Burgzimmer hin und her, und zermarterte vergeblich sein Hirn, wie er seine Lage andern könnte. ,,

Aus langen Nächten wuchsen bange Tage.

Das stereotype Achselzucken des Wächter- auf alle Fragen, di- Trostlosigkeit der Einsamkeit di- Sorge um die Geyerling-Werke ließen allmählich m Wolterstorff den Gedanken an Flucht aufkommen.

Flucht? Wo ihm Weg und Steg unbekannt waren? Und er niemanden hatt^ der ihm bei- springen konnte? Es würde em Wagnis fein, bei dem es auf Leben und Tod ging...

Der Gedanke an Flucht nahm immer mehr von ihm Besitz und ließ ihn schließlich nicht mehr los.

Eine Bärennatur, dieser Knauer!" sagte Pro. fessor Meyer zu Doktor Decker, seinem ersten Assi- tenten.Ich möchte behaupten in meiner Jana- ährigen Praxis ist es seither überhaupt noch nicht vorgekommen, daß ein Pat-ent mit derartig vielen Komplikationen so lange durchgehalten hat. Mich soll's jetzt sogar gar nicht wundern, wenn wir den Mann noch völlig durchkriegen.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn uns das ^Mber 'da^ Chefarztes zog ein ver-

^"Ln!"wl?N.ch^°^Pros-,sor-,fuhr d-r Mng-r- fort, ist nur des Patienten wegen.

Dak ar B-ck-r wurd- habet rot me ein Schul- knad-, d-r bei einer unrechten Tat ertappt würbe Eigentlich muhte er zugeden, daß -r an dem Fall Knauer nicht nur ärztltch-wtssen chastltch mtereffiert war, sondern auch deshalb, weil er einer aus den G-yerling-Werken war, obendrein einer der auf Grund besonderer Umstande bei seiner Braut und den beiden anderen Damen einen Stein im Brett hatte. Ihnen erzählen zu können daß der Schutz- lina gerettet fei, würbe ihm atterbings Freube und Genugtuung bereiten. Aber fah es nicht immer noch böse aus...?

Nur wenige Tage trennen uns von dem Beginn der gewaltigen Heerschau deutschen Turnens und deutschen Sports, die im ehrwürdigen Nürnberg, dieser urdeutschen Stadt, die im Staate Adolf Hitlers geeinte Jugend zu frohem Kampf und Spiel vereinen wird. Die Aufgabe der Kampfspiele ist vom Reichssportsührer von Tschammer und Osten, der selbst die Leitung dieser Riesenveranstaltung übernommen hat, fest umrissen worden. Sie sollen Ausdruck deutscher Volkseinheit, deutscher Sitte, deutschen Fühlens und der leiblichen Kraft und Ge­sundheit deutscher Jugend sein. Die Feier in Nürn­berg als die erste der neuen Zeit soll das nationale Hochfest der turnenden und sporttreibenden deut­schen Jugend fein, ein Bekenntnis zu Volk und Vaterland.

Gewaltige Vorarbeiten waren zu leisten, doch heute ist Nürnberg bereit, den Rresenzustrom von hunderttausend und mehr deutschen Volksgenossen aufzunehmen. Besonders bedacht mußte man natür­lich darauf fein, daß das ungeheuere sportliche Pro- gramm reibungslos abgewickelt wird. Auch dafür ist gesorgt. Die organisatorischen Vorbereitungen er­fassen alles, was mit den Kampfspielen irgendwie Zusammenhang hat.

Leichtathleten und Schwimmer, Radfahrer, Fechter, Fußball-, Handball- und Hockeyspieler, Kegler, Turner, Boxer, Ringer, Schwerathleten

* Schotten, 19. Juli. Umfangreiche Stra - henbauarbeiten werden gegenwärtig auf der bekannten RennstreckeRund um Schot- t e n" vorgenommen. Es handelt sich dabei um die Verbreiterung der Landstraßen und den besseren Ausbau der Kurven durch zweckmäßige lieber» Höhung. Die Bauarbeiten werden die Sttahen nicht nur für die Motorsportzwecke geeigneter machen, sondern sie auch dem allgemeinen Fahr- verkehr zweckdienlicher gestalten.

Kreis Alsfeld.

c\d Mücke, 19. Juli. Auch in diesem Jahr ent­faltete sich hier, wie in den Nachbargemeinden Merlau und Flensungen eine rege Bau­tätigkeit. Das Erstehen von neuen Gebäuden im Zwischengelände der drei Orte hat dazu geführt, daß praktisch eigentlich nur noch ein Wohngebiet vorhanden ist. Die drei Gemeinden bzw. zwei Mücke gehört halb zu Merlau, halb zu Flensungen bilden heute ein zusammenhängendes Ganzes, so daß der Gedanke eines Sammelnamens eigentlich nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Der Un­eingeweihte sieht eigentlich keine drei Siedlungen, sondern ein größeres zusammenhängendes Wohn­gebiet, das von einer Bahnlinie durchschnitten wird, sowie die Endstation einer Kleinbahn bildet.

Preußen.

Oer Gauleiter bei der Hitlerjugend.

GPA. Frankfurt a. M., 19. Juli. Gauleiter Reichsstatthaller Sprenger widmete den heuti­gen Donnerstag der Hitlerjugend seines Gaues und besuchte einige Lager und Führerschulen des Gebietes 13. Da die Besichttgungen sich bis in den Abend hineinzogen, ist es uns erst morgen möglich, einen Gesamtbericht zu geben.

Oer neueOberbürgermeistervonHauau

Müller, zum Oberbürgermeister der Stadt Hanau und Magistratsrat Dr. Herbert Müller zum ersten Beigeordneten ^Bürgermeister und Kämmerer) berufen worden. Beide Herren weilten am Mittwoch in Kassel, wo ihre Einweisung in die neuen Aemter und ihre Verpflichtung durch den Regierungspräsidenten erfolgte. Der neue Ober­bürgermeister Dr. Friedrich Müller steht seit 1920 im Dienste der Stadt Hanau.

Kreis Wetzlar.

O Wetzlar, 20. Juli. Am Mittwoch fand in derAlten Post" eine Versammlung der landwirtschaftlichen Ortsfachberater statt, in der in der Hauptsache die Förderung des Silo-Baues im Kreise Wetzlar zur Aus­sprache stand. Bezirksbauernführer D e f cf) eröffnete die Versammlung und gab u. a. davon Kenntnis, daß die Kreisbauernschaft beabsichtige, unter Zu­hilfenahme von Zuschüssen etwa 10 0 Silos noch im Laufe dieses Jahres zu errichten. Der Leiter der Landwirtschaftsschule Wetzlar, Direktor Traut­mann, gab einen Ueberblick über die Tätigkeit und den Zweck der Wirtschaftsberatungsstelle und unterstrich besonders die Bedeutung des Silos als Erzeugungsstätte für eiweißreiches Futter. Dr. Schmidt von der Landwirtschaftlichen Beratungs­stelle des Südwestdeutschen Zementverbandes refe­rierte anschließend über die FrageWie soll ein Silo gebaut werden?" Seine fachmännischen Aus­führungen wurden mit großer Aufmerksamkeit ent­gegengenommen. In der anschließenden Aussprache wurde besonders die Frage, ob Rund- ober Qua­drat-Silos gebaut werden sollen, zugunsten des