Lugend und Hochschule.
Interessante Zahlen von den deutschen Hochschulen.
Von Or. K. v. Mangoldt.
Die großen Umwälzungen, welcke die gewaltigen Zeitereignisse naturgemäß an unseren Hochschulen herbeiführen, lassen das Bedürfnis nach zahlenmäßiger Feststellung der Tatsachen besonders stark erscheinen. Da kommt der neue Band der amtlichen Deutschen H 0 ch s ch u l st a t i st i k sehr gelegen. Er enthält außer dem Tabellenwerk eine größere Abhandlung „Das Studium an den deutschen wissenschaftlichen Hochschulen im Sommer 1933" von Oberregierungsrat Dr. Keller vom Preußischen Statistischen Landesamt, die, in lichtvoller Darstellung und begleitet von zahlreichen Tabellen im Text, eine Fülle von interessanten und wichtigen Mitteilungen bringt.
Zunächst tritt auch hier wieder mit großer Deutlichkeit die außerordentliche, ganz unnatürliche zahlenmäßige Aufblähung des akademischen Studiums, besonders in der Nachkriegszeit, hervor. In den Jahren 1872 bis 1880 kamen auf je 100 000 im Alter von 18 bis 30 Jahren stehende Personen der Reichsbevölkerung erst insgesamt 291 Studierende an inländischen Hochschulen, im Jahre 1900 waren es bereits 427, im Jahre 1910 war die Zahl auf 553 gestiegen und ist dann in dem verarmten Deutschland der Nachkriegszeit bis auf 925 im Sommersemester 1931 emporgeklettert. In den letzten beiden Jahren ist dann allerdings ein Rückgang eingetreten, aber im Sommersemester 1933 waren es immer noch 787, also weit mehr als vor dem Kriege. Zur Abschwächung dieser Tatsachen ist angeführt worden, daß die Studiendauer sich verlängert habe, daß bei den neu akademisierten Berufen, z. B. den Volksschullehrern, dem vermehrten Zugang zu den Hochschulen auch eine vermehrte Nachfrage durch neue Stellen für die Akademiker gegenüberstehe, und daß bei den Frauen ein höherer Prozentsatz als bet den Männern für vorzeitiges Ausscheiden aus dem Studium abzuziehen sei. Allein die Kellersche Arbeit hält diese Erklärungsgründe für weitaus nicht ausreichend, also die Aufblähung der Zahl der Studierenden im Verhältnis zur Bevölkerung trotzdem für gegeben.
Die Gesamtzahl der inländischen Studierenden an den deutschen wissenschaftlichen Hochschulen ist in runden Ziffern von dem Höchststände im Sommersemester 1931 mit 131 000 auf 123 000 im Sommer 1932 und auf 110 000 im Sommer 1933 g e - fallen. In diesem Zusammenhänge erhebt sich die Frage, wie weit etwa die amtlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Zudranges zu den Hochschulen bereits für das vorige Sommersemester gewirkt haben. Diese Maßnahmen bestanden bekanntlich in der Kontingentierung der Zahl der jüdischen Studenten, in dem offiziellen Abraten vom Hochschulstudium gegenüber nicht geeignet erscheinenden Abiturienten durch die Abgangsschulen, in der Einführung eines freiwilligen W e r k Halbjahres der Abiturienten und in einem von den Spitzenverbänden der Wirtschaft unternommenen Versuche zur Unterbringung von Abiturienten als Lehrlinge in Handel, Industrie und Handwerk. Die Kellersche Arbeit schätzt, daß Ostern 1933 höchstens etwa 6500 Personen durch diese Maßnahmen von den Hochschulen ferngehalten worden seien, wahrscheinlich aber weniger.
Sehr bedeutend, wenn auch der Gesamtmasse der Studenten gegenüber zahlenmäßig natürlich nicht ausschlaggebend, war für das Sommersemester 1933 gegenüber Sommer 1932 der Rückgang des nicht arischen oder nicht voll arischen Elementes. Der prozentmäßige Anteil, der von den Osterabiturien- ten dieser Art 1933 auf die deutschen wissenschaftlichen Hochschulen für das Sommersemester überging, war nur knapp ein Drittel so groß wie der Anteil, der von der Gesamtzahl der Osterabiturien- ten diesen Uebergang vollzog. Die Zahl der reichs- deutschen Studenten jüdischer Rasse überhaupt, also nicht bloß des ersten Semesters, andererseits aber ohne die Mischlinge, ist vom Sommer 1932 auf Sommer 1933 von 3950 auf 1908, also um mehr als die Hälfte, gesunken.________________________
I Mit dem Anteil der studierenden Abiturienten an der Gesamtzahl der Abiturienten ist überhaupt ein wichtiger Punkt berührt. Daß längst nicht alle Abiturienten zum Studium auf einer wissenschaftlichen Hochschule übergehen, ist ja selbstverständlich, aber es wird doch manchen überraschen zu hören, daß dieser Uebergang auf inländische Hochschulen Ostern 1933 nur bei 33,4 o. H. dieser Abiturienten stattfand (einschl. der Studenten des ersten Semesters aus früheren Avituriumsjahrgängen). Im Jahre 1931 betrug dieser Prozentsatz noch 61,8 d. H. und 1932 noch 46,4 v. H. Diese Zahlen sind von besonderer Wichtigkeit für die Beurteilung der neuesten amtlichen Maßnahme gegen die Hochschulüberfüllung, bie Beschränkung der Zahl der Abiturienten, denen die Hochschulreife zuerkannt werden darf, für Ostern 1934 auf 15 000. Es erscheint erklärlich, daß nach einer amtlichen Verlautbarung mit einer weiteren Herabsetzung Der Zahl der für hochschulreif zu erklärenden Abiturienten unter 15 000 in den kommenden Jahren zu rechnen ist.
Sehr interessant ist auch die Herkunft der reichsdeutschen Studierenden nach der Größe der Herkunftsorte und die Verteilung auf Großstadt- und andere Hochschulen. In beiden Beziehungen spielt die Großstadt eine hervorragende Rolle. Fast 86 v. H. der Studenten stammen aus der Stadt, und Arnar ungefähr je zur Hälfte aus Großstädten einerseits, aus Mittel- und Kleinstädten andererseits; nur rund 14 v. H. sind auf dem Lande beheimatet. Andererseits entfallen auf die Hochschulen in den Großstädten zwei Drittel, auf die in den anderen Städten nur ein Drittel aller Studenten. Die Studierenden aus den Mittel- und Kleinstädten und vom Lande besuchen in viel höherem Maße die Großstadthochschulen als umgekehrt die Studenten aus den Großstädten auf die Hochschulen der kleineren Orte gehen — das Ganze ein Beleg für die weitgehende Verstädterung unseres Geisteslebens.
Noch vieles Wissenswerte und Interessante ließe sich aus diesem Bande der Hochschulstatistik anführen; es lohnt sich, zu ihm selber zu greifen.
Bon deutschen Landerziehungsheimen.
Das Werk von Hermann Lietz und Alfred Andreesen.
Von Geh. Mgierungsrat Or. Borbein.
Im April 1898 sammelte der 30jährige Hermann Lietz in Ilsenburg am Harz eine Schar von Knaben um sich, die er in enaer Verbundenheit mit Boden und Volk zu deutschen Männern erziehen ! wollte. Wie die zur selben Zeit entstandene Ju- I gendbewegung, aber unabhängig von ihr, trat er i damit in bewußten Gegensatz zur Großstadtkultur und zu den stofflich überladenen öffentlichen höheren Schulen. Aus diesen bescheidenen Anfängen ist im Laufe weniger Jahrzehnte das große Werk | der deutschen Landerziehungsheime erwachsen, das heute einen an Blüten und Früchten reichen Zweig unseres Bildungswesens darstellt und sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus hoher Anerkennung erfreut. Schon drei Jahre nach । der Gründung erwies sich das Heim in Ilsenburg als zu eng, es wurde 1901 Haubinda in Thüringen gegründet; daran schloß sich 1904 Bieberstein in der Rhön, endlich 1914 das Landwaisenheim Vecken- stedt am Harz. Damit war äußerlich ein gewisser : Abschluß erreicht, für jede der drei Altersstufen ' (Kind, Knabe, Jüngling) war eine besondere Anstalt ■ vorhanden, so daß die Schüler, ihrer körperlich- geistigen Entwicklung entsprechend, im dreimal wiederholten Anlauf Anfang, Mitte und Ende jeder 1 Altersstufe fruchtbar durchleben konnten. In ihrem ! innersten Wesen war Lietz' Schöpfung das Werk ! der in ihm ruhenden vaterländischen Kräfte. Wie i er zeitlebens stolz war auf seine Herkunft aus bäuerlichem Geschlechte (Insel Rügen), so wollte । er auch seine Schüler in der Volksverbundenheit ' erhalten und, sofern sie sie verloren hatten, zu ihr zurückführen. Die ländliche Umgebung sollte nicht der bloße Schauplatz der Erziehung sein, sondern der Quellbezirk des neuen, in der Gemeinschaft von i Lehrern und Schülern zu weckenden Lebens. Durch seine Universitätsstudien war der Bauernsohn durch- । tränkt worden mit dem Geist des deutschen Idealismus. Ihr eigentliches Ethos haben aber die Lanb- I erziehungsheime erst durch den Mann erhalten, der zur Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands den ersten Weckruf zur nationalen Wiedergeburt ertönen ließ, Joh. Gottlieb Fichte, der auch den Heutigen noch als der Heros der deutschen Freiheitsbewegung gilt und in alle Zukunft gelten wird. In seinen 1808 in dem von Franzosen besetzten Berlin gehaltenen Reden an die deutsche Nation zeichnete Fichte aus Grund eigenen Erlebens in der Fürstenschule Schulpforta ein Idealbild der künftigen Nationalerziehung. Hier finden wir die Tafel Der neuen Werte, die auch für Lietz Geltung gewannen: die Erfassung des ganzen Menschen, den Primat der Charakterbildung vor dem Unterricht, die Schätzung des Einzelnen nach der Leistung, nicht nach Herkunft und Besitz, die Gleichsetzung der Kopf-
und Handarbeit, die praktische Pflege der sozialen Gesinnung, den Stolz auf das eigene Volkstum. Indem dieser Fichtesche Geist die Landerziehungsheime durchdrang, verknüpfte er sie gleichzeitig über Schulpforta mit dem Gemeinschaftssinn der mittelalterlichen Klosterschulen und der Persönlichkeitspflege der Reformation.
Lietz stand auf der Höhe seines pädagogischen Wirkens, als der Weltkrieg ausbrach. Er zögerte keinen Augenblick, als Kriegsfreiwilliger in das Heer einzutreten. Im Felde zog er sich durch übermäßige Strapazen eine schwere Krankheit zu, an deren Folgen er am 12. Juni 1919 starb. In seinem Testament hatte Lietz seine Heime als gemeinnützige Stiftung dem deutschen Volke vermacht. Die Frage seiner Nachfolge stellte den Vorstand dieser Stiftung vor eine verantwortungsvolle Entscheidung. Denn je bedeutender die Leistung eines Führers ist, um so schwerer ist er zu ersetzen. Die Wahl fiel auf den Mann, den der Meister als Mitarbeiter schon gründlich erprobt und sich als feinen Nachfolger gewünscht hatte: Dr. Alfred A n - d r e e s e n.
Heute nach 25 Jahren müssen alle, die ihn beruflich oder menschlich, als Schüler, Eltern, Mitarbeiter und Freunde, kennengelernt haben, freudig und dankbar bekennen, daß Alfred Andreesen alle Erwartungen erfüllt und das kostbare Erbe des Gründers der Heime nicht nur erhalten, sondern auch gemehrt und gefördert hat. Der Bahnbrecher Hermann Lietz, in dessen Adern neben dem vorherrschenden norddeutschen auch süddeutsches Blut floß, wie schon sein Aussehen und Temperament erkennen lassen, war ein Willensmensch, eine leidenschaftliche Kampfnatur, fein Leben ein ununterbrochenes Ringen mit den Mächten in ihm und um ihn, sei es nun, daß er den Acker bewirtschaftete, Güter erwarb oder veräußerte, Bauten ausführte, seine Heime organisierte, Lehrpläne entwarf, seine Mitarbeiter wählte und wieder ausschied, weltanschauliche Rätsel zu lösen suchte oder um die Seele seiner Schüler warb. Alfred Andreesen, dem das Geschick die Aufgabe zuwies, das von Lietz angefangene Werk zu vollenden, zeigt bei aller Uebereinftimmung in den pädagogischen Grundsätzen doch ganz andere Wesenszüge. Wenn er auch, wie sein Vorgänger, bäuerlichem Geblüt entstammt, ist er doch nicht völlig der Scholle verhaftet, sondern von ihr durch eine Generation kleinstädtischer Kultur getrennt. Daher gilt seine Liebe neben dem Acker besonders dem Garten, und er zeigt in der äußeren Verwaltung der Heime ausgeprägten kaufmännisch-wirtschaftlichen Sinn. An der ostfriesischen Nordseeküste aufgewachsen, ist er der Rasse nach rein nordisch, daher bei aller Wirklichkeitsnähe und Tatkraft stark nach
Erstes Reichsschulungslager für Studentinnen.
In Hamburg fand vor kurzem unter Leitung der Reichsreferentin für kulturelle Schulung Dr. Ruth Str ehl-Kiel das erste Reichsfchulungs- lagerfürStuöentinnen statt. Rund fünfzig Vertreterinnen von Den einzelnen deutschen Hochschulen und die Leiterinnen der einzelnen Kreise tarnen in diesem Schulungslager zusammen, um sich durch theoretische Erörterungen und in praktischen Hebungen die Grundlagen und Richtlinien für die kulturelle Schulung der deutschen Studentin zu erarbeiten. Die deutsche Studentin soll nicht mehr als ein rein intellektuelles Wesen schematisch, rein wissenschaftlich zergliedernd an das reiche Gut deutscher Dolksultur heran- treten, sie soll vielmehr selbst im Leben dieser Dolkskultur stehen, mit ihm durch eigenes Erleben innerlich verbunden und verwachsen sein. Sie soll zu einer einfachen, kraftvollen Aufnahme- und auch zur eigenen freien ©eftaltungsfähigfeit im deutschen Dolkskulturleben kommen. Zu einer solchen volkskulturell aufbauenden Schulungsarbeit an den jungen Studentinnen auf den einzelnen deutschen Hochschulen den Leiterinnen dieser Stubentinnen- Hochschulgruppen Anleitung zu geben und den Weg zu weisen, war Aufgabe und Ziel dieses ersten Reichsschulungslagers für Studentinnen.
Das schöne Studentinnen-Wohnheim, das die Hamburger Studentinnen sich erst in diesem Semester geschaffen und eingerichtet haben, bot ben Teilnehmerinnen, den Fachkräften und den Gasten in Einzelzelle" und Gemeinschaftsraum eine vortreffliche Lagerunterkunft. Das Hamburger Stu- dentenhaus und die Universität stellten die Räumlichkeiten für die praktischen Hebungen und die Vorträge und Vorlesungen. So war es auch m der Großstadt möglich, eine wirkliche L a g e r - un d Arbeitsgemeinscha ft wahrend der ganzen Daser des Lagers ohne Schwierigkeiten durchzuführen.
Hie Arbeit des Schulungslagers stand unter dem Dreiklang der Einheit von Sprache, Bewegrmg, Musik. An den Vormittagen schulte üi praktischen Hebungen Dr. Bode-Berlin die Teilnehmerinnen in Gymnastik, Dr. Kelbetz - Berlin m Volks- lieb- und Kanon-Singen, Frau Dilma M o n ck e - berg übte praktische Sprachschulung und Frau Helms - Blaschke führte in niederdeutsche
Tänze (z. B. die alten Dierländer Tänze), Maientänze und sonstige Volkstänze ein.
Die Nachmittage waren den theoretischen Vorträgen und Erörterungen vorbehalten. In ihnen wurden die morgendlichen praktischen Hebungen durch theoretische Schulung weiter ausgebaut, so sprach Dr. Bode über „Deutsche Gymnastik und deutscher Tanz", Dr. K e l b e tz über „Die Wieder- belebung der Volksmusik als kulturelles und politisches Bildungsmittel", Frau Mönckebera über „Musische Bildung als neue Wehrhaftigkeit , und Frau Helms-Blafchke über den „Sinn des Volkstanzes". Ergänzt wurde diese Schulung durch die Ausführungen von Professor Dr. Blessin - g e r von der Münchener Musik-Akademie über „Volks- und Kunstmusik" und von Professor Dr. Kern- Berlin über „Die Wiedererweckung des Leibes", „Die Einheit von Leib und Seele" und „Die Kraftquelle der Naturverbundenheit". Der politischen Schulung und der Erziehung zum Nationalsozialismus dienten die Vorträge Andreas Feickerts, des Sekretärs der politischen Fachschaft an der Unioerfität Hamburg, über „Führerpersönlichkeit" und „Fronterlebnis der Kameradschaft", sowie Professor Dr. Kerns über „Die deutsche Umroertung der Werte". Hans Meyer vom Reichsbund für Volkstum und Heimat berichtete über „Kultur im Dritten Reich" und gab in anschaulicher Schilderung einen trefflichen Einblick in die so erfolgreiche praktische Arbeit von „Kraft durch Freude".
Eine unvergeßliche Fest- und Feierstunde wird allen Teilnehmerinnen jener Nachmittag bleiben, an dem Hans Friedrich B l u n ck eigene Gedichte, Balladen und seine tiefempfundenen Märchen las. Stadtbesichtigungen, ein Fahrt durch den Hamburger Hafen, ein Besuch auf dem Herbergsschiff der Hitler-Jugend „Hein G ob e n m i n d" vermittelten den Teilnehmerinnen ein Bild von Hamburg und feiner Bedeutung als Welthafen. Ein Schlußabend vereinte alle Beteiligten noch einmal zu einer frohen, kameradschaftlichen Abschiedsfeier, an der als Gäste u. a. auch der Rektor und Professoren der Hamburger Unioerfität teilnahmen. Am letzten Morgen wurde dann dieses erste Reichsschulungslager für Studentinnen, wie es begonnen worden war, mit dem Gruß an die Fahne geschloffen.
An den einzelnen deutschen Hochschulen soll es Ausgabe der Teilnehmerinnen dieses Reichsschulungslagers sein, ihre Kameradinnen im Geiste echter deutscher Volkskultur und Volksgemeinschaft zu schulen, eine Aufgabe, die heute vielfach noch nicht
ganz einfach ist, aber von Semester zu Semester leichter werden wird, je mehr der Nachwuchs der deutschen Studentinnen aus jenen Kreisen heranwächst, die bereits durch ihre langjährige Zugehörigkeit zu den Hitler-Mädels mit echtem Kampfgeist erfüllt und von Jugend an in echter Volks- gemeinschaft ausgewachsen sind. E. M.
Werkstudenten in LlGA.
Von 3. Anders
Diele junge Leute nehmen auch in Amerika für ihr Studium ein entbehrungsreiches Dasein auf sich, indem sie Studiengelder oder Unterhaltungskosten sich in ihren Freistunden erarbeiten. In vielen Universitätsstädten besteht ein großer Prozentsatz der Kellner und Küchengehilfen aus Studenten.
Wohl die Mehrzahl der Studenten aber mietet sich bei einer Familie ein. In .den Städten Amerikas, denen eine Universität oder eine bedeutende Lehranstalt das Gepräge gibt, sind private Studentenheime entstanden. In Davenport (Iowa) stehen diese freundlichen Holzhäuser am Rande breiter Chausseen, auf herrlichen Rasenflächen unter hohen alten Bäumen. Heber einige Stufen erreichen wir den Eingang zu einer Veranda, die eines dieser Häuser umgibt. Sechs Studenten haben hier ihr Heim gefunden. Sie alle bewohnen Zimmer, die für eine eigene Haushaltung eingerichtet sind. Jeder hält sein Zimmer selbst sauber, viele der Studenten und Studentinnen kochen sich ihr Essen selbst. Sehr beliebte Mahlzeiten zum Selbstherstellen sind Mais- kolben, die nur fünf Minuten lang im Salzwasser abgekocht werden und die man mit Salz und Butter ißt.
Im Sommer ist bei 104 Grad Fahrenheit das Lernen im Sitzen fast unmöglich, die Studenten versuchen ausgestreckt auf ihrem Diwan oder ihrem Bett sich für die Examina vorzubereiten. Die Professoren halten Vorträge über Vorsichtsmaßregeln während der Hitzeperiode, da viele Studenten immer wieder Unvorsichtigkeiten begehen, z. B. Unmengen von Eis verzehren und die Füße beim Lernen in eisgekühltes Wasser halten. Zwei- bis dreimal am Tage werden die Kleider gewechselt, vier- bis fünfmal ein kaltes Bad genommen. Im Winter dagegen muß stark geheizt werden, um die Kälte fernzuhalten. Die Stuben werden durch einen Ofen vom Keller aus geheizt. Vom Ofen aus steigen so viele Röhren nach oben, wie sich Zimmer im Hause befinden. Die Zimmer haben einen doppelten Fußboden, und aus einem Loch, das durch ein
innen gekehrt, bis zum Grüblerischen und zur religiösen Hinaabe. Die Natur hat ihn mit Gaben reich ausgestattet. Er ist allen körperlichen Hebungen in Turnen und Sport ergeben, wie er denn auch als Offizier im Felde vorbildlich wirkte. Neben seinen vielseitigen theoretischen Anlagen, die sich ebenso auf weite Gebiete der Mathematik wie auf Natur- und Geisteswissenschaften erstrecken, tritt ein ausgesprochener künstlerischer Sinn und das Bedürfnis, sich handwerklich zu betätigen. Die von Haus aus in ihm ruhenden Keime eines unermüdlichen Schaffenstriebes, des Opfersinnes und dec gefühlsmäßigen Verbundenheit mit Familie, Freunden und Volksgenossen sind durch Erziehung und Lebenserfahrung früh entwickelt und haben sich durch seine Arbeit als junger Lehrer in den Heimen bald zu voller Blüte entfaltet. Die anderthalb Jahrzehnte seiner Tätigkeit als Oberleiter haben Alfred Andreesen Gelegenheit gegeben, alle seine leiblichen, geistigen und seelischen Kräfte für die aroße von ihm übernommene Aufgabe voll auszunutzen.
Warum Auslandsstudium?
Von Günter Kaufmann.
Man muß sich darüber klar fein — das gilt für Auslandsreisende im allgemeinen — daß jeder Deutsche jenseits der Reichsgrenzen als Repräsentant unseres Volkes angesehen wird, sich aber auch so zu fühlen hat, und sich dementsprechend verhalten muß.
Der nationalsozialistische Staat hat ein ganz besonderes Interesse daran, daß nicht der kleine minderwertige Teil des Volkes im Ausland als Vertreter des nationalsozialistischen Deutschlands auf» tritt, sondern daß Menschen, die eine feste innere Haltung auf dem Boden der neuen Weltanschauung haben, draußen als Repräsentanten der im Ausland so verleumdeten Bewegung gelten und allein durch ihr Auftreten und ihre Anwesenheit die Verlogenheit irgendeiner feindlichen Propaganda beweisen.
Auch bei den deutschen Studenten wird man von dem Grundsatz ausgeben, daß lieber wenige, qualitativ tüchtige ins Ausland gehen sollen, als eine große Zahl, unter der sich Leute finden, welche die notwendigen Voraussetzungen nicht mitbringen. Die qualitative Auslese auf den höheren Schulen, die Beschränkung des Zuganges zur Hochschule, die politische Erziehung im Arbeitsdienst, Kameradschaftshaus, den Korporationen und die soziale Grundhaltung der Jugend sind Faktoren, welche naturgemäß auch dem Auslandsstudium eine größere Bedeutung zukommen lassen, weil der Student jetzt mit fester weltanschaulicher Haltung und politisch erzogen ins Ausland geht, während er vorher meistens nur das stolze Bewußtsein mitbrachte, alles tun und lassen zu können, was er wolle. Obwohl die neue Jugenderziehung ein charakterlich einwandfreies Menschen- inaterial schon garantiert, muß man die Maßnahmen der Studentenschaft wärmstens begrüßen, in gewissem Maße die Genehmigung über die Anerkennung und Anrechnung der Auslandssemester von ihrer Zustimmung zum Besuch einer ausländischen Hochschule abhängig zu machen. Bei ihrem Entscheid kann sie sich auf ein Urteil des Hitlerjugendführers, des Kameradschaftsführers, der Kameraden im Arbeitsdienst, dem Fachschaftsführer oder des SA.- Hochschulamts verlassen.
Wenn man an den Auslandsstudenten die Frage stellt, warum er gerade sein Studium an einer Hochschule jenseits der Reichsgrenze betreibt, so wird man in 90 von 100 Fällen Die Antwort erhalten: ich will die Fremdsprache erlernen. Dieses Motiv ist vollkommen anzuerkennen, allein Der Ausländsaufenthalt darf nicht unter das Motto: „Schnellste Erlernung der Fremdsprache" gestellt werden. Es ist völkische Pflicht, mit seinen Landsleuten, und zwar nicht nur mit Kameraden, sondern vor allem mit der deutschen Kolonie, d. h. den ortsansässigen Ausländsdeutschen zusammenzukommen. (Dagegen soll man nicht im Ausland studieren, wenn man glaubt, an der Besserung innerstaatlicher Verhältnisse Des anDeren Volkes mithelfen zu müssen;
Messingnetz abgeschlossen ist, steigt unaufhörlich Die warme Luft empor.
Jeder Student besitzt einen kleinen Radio-Apparat. Einer der Drähte ist an Der Gasleitung befestigt, Der andere an Der immer gleichen eisernen Stehlampe neben Dem unvermeidlichen Schaukelstuhl. In diesem liegt Der Hörer behaglich ausgestreckt unb läßt sich von ben MeloDien der ganzen Welt umschwingen.
An freien Tagen wirb gründlich reingemacht und ausgebessert, mit gegenseitiger Unterstützung. Dvt macht Das Essen, und Mell putzt Dafür Die Fenster. Die Studenten schneiden sich gegenseitig die Haare mit richtigen Frisierinstrumenten. — Einer der Studenten im Haus ist gewöhnlich Besitzer eines Autos, und am Sonntag fahren alle mit ihm hinaus in Die unabsehbaren Maisfelder Der Umgebung, in die wild bewachsenen Parks oder an Die Ufer der Flüsse.
In Der Freizeit treiben Die Studenten natürlich Sport. Sehr beliebt ist „Basket Ball". Dieses Spiel kann auch im geschlossenen Raume gespielt werden, und es ist Den Studenten hierfür die Aula zur Verfügung gestellt worden. Lampen und Uhr wurden durch Drahtkörbe geschützt.
Bei großen Festlichkeiten und Zusammenkünften fahren alle Studenten mit ihren ausländischen Gästen zu einem Picknick, gegen 3000 Menschen in ungefähr 750 Automobilen, Die mit buntem Papier geschmückt sind. Der Verke.hr ruht in Davenport, während dieser Zug durch die Straßen der Stadt fährt. Die Leiter Der Veranstaltung erteilen Kommandos durch große Sprachrohre.
Unter alten Bäumen werden schon am Morgen Koch- und Backherde aufgestellt und von den Küchenangestellten der Schulen die einfachen Gerichte hergestellt, die am Abend unentgeltlich gereicht werden. Hier setzen sich die 3000 in großem Halbkreis zusammen, Professoren, Gäste und Studenten mit ihren Angehörigen. Die Professoren legen keinen Wert auf Titel und Würde, viele lassen sich von Den Studenten bei ihren Vornamen oder Necknamen nennen, Dick oder Teddy, oder mit Den Anfangsbuchstaben, z. B. „B.J."
In der Mitte Des Halbkreises ist ein Filmapparat aufgestellt, Der, sich langsam von links nach rechts drehend, die ganze Festgesellschast aufnimmt. Dann werden Spiele gespielt, wie Sackrennen, Ballspielen und andere Wettspiele. Nach einem heiteren, kameradschaftlich verlebten Tage fahren Die 3000 Menschen in ihren 750 Automobilen durch Die Sternennacht zurück zur Stadt.


