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Die Reichsjugendwettkämpfe in Gießen.

Die Reichsregierung hat zum zweitenDeutschen Jugendfest" aufgerufen und mit der Durchführung den Reichsjugendführer und den Reichssportführer beauftragt. Im Rahmen dieses Deutschen Jugend­festes werden die sportlichen Wettkämpfe, die früheren Reichsjugendwettkämpfe, der Jugend bis zum 21. Lebensjahr durchgeführt. Nach einem Uebereinkommen des Reichsjugendführers mit dem Reichssportführer kommen als Träger der Kämpfe an jedem Ort besonders die HI., die Turn- und Sportvereine und die Schulen in Betracht.

Die Kämpfe feilen einheitlich im ganzen Reiche durchgeführt werden zur Zeit der Sommer- wende, am 23. Juni 1934.

Um die Durchführung des Deutschen Jugend- festes in Gießen sicher^uftellen, hat der Kreisbeauf­tragte des Reichssportführers in enger Zusammen­arbeit mit dem Vertreter der HI. die Vorarbeiten in Angriff genommen. In Besprechungen mit den Vertretern der Schulen und Vereine konnte der Organisationsplan soweit gedeihen, daß mit einem guten Verlauf der Veranstaltung gerechnet werden kann. Die letzten Einzelheiten wurden besprochen und festgelegt in einer Sitzung am Montag, zu der der Kreisbeauftragte Mohr und der Vertreter der HI., Scharführer Nachtigall, eingeladen hat­ten. Erschienen waren die Vertreter der Gießener Turn- und Sportvereine, der Reichswehr und der Universität, des BdM. und der Stadtverwaltung. Der Kreisbeauftragte Mohr eröffnete die Zusam­menkunft und wies zunächst darauf hin, daß die

Wettkämpfe der Schulen bereits am Samslagmorgen stattfinden. Alle übrigen männlichen Jugend­lichen tragen die Wettkämpfe am Samstagnach­mittag aus. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr und findet auf dem Unioersitätsfportplatz statt.

Es beteiligen sich die Hitlerjugend, die Gießener Turn- und Sportvereine, die Reichswehr und die Universität. Dabei ist zu bemerken, daß

alle Angehörigen der Hitlerjugend, die einem Verein angehören, für ihren Verein starten, sofern sie feinem Verein angehören, wird für die Hitlerjugend gestartet.

Alle Jugendlichen, die weder einem Verein noch der Hitlerjugend angehören, können ebenfalls star­ten. Für alle Teilnehmer ist der Meldeschluß auf

Freitag, 22. Juni, 17 Uhr, festgesetzt. Die Meldun­gen sind zu richten nach Mühl st raße 18, Tele­phon 3925. Zum Austrag gelangt ein f ü ä m t I i cf) e Altersklassen gleicher Drei- kampf, bestehend aus: 100-Meter-Lauf, Kugel­stoßen (5 Kilogramm) und Weitsprung. Die genaue Punktwertung wird noch bekanntgegeben. Die Al­tersklassen setzen sich wie folgt zusammen:

3. Altersklasse 15- und 16jährige, Jahrg. 1918/19, 4. Altersklasse, 17« und 18jährige, Jahrg. 1916/17, 5. Altersklasse, über 18jährige, Jahrg. 1915 und älter.

(Zur letzten Altersklasse gehören alle die, die am Tag der Wettkämpfe das 21. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.)

Außer dem Dreikampf wird noch ein Mannschaflskampf

gewertet. Die Stärke der Mannschaft beträgt zehn Mann in einer Altersklasse. Um das eigentliche Wettkampfprogramm zu erweitern und zu ver­schönern, wurde ein Rahmenprogramm festgelegt, das für die dritte und vierte Altersklasse eine 4X100-Meter-Staffel vereinsweise oorsieht. Außer­dem soll ein Fußballspiel VfB.-Reichsbahn gegen Spielvereinigung 1900, sowie ein Handballspiel aller Verbände gegen die Reichswehr stattfinden. Die Zeitdauer dieser Spiele wurde auf 2X15 Mi­nuten festgesetzt. Den Ordnungsdienst bei der Ver­anstaltung übernimmt die HI., während die Kampf­richter und Ausschüsse von den Vereinen gestellt werden.

Die Wettkämpfe der Mädchen,

die in Vereinbarung mit dem Kreisbeauftragten und der Hitlerjugend vom BdM. durchgeführt wer­den, finden am gleichen Nachmittag und zur gleichen Zeit auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 statt. Hier besteht der Kampf in den schon oben er­wähnten drei Altersklassen aus 75-Meter-Lauf, Kugelstoßen (4 Kilogramm) und Weitsprung. (Dritte Altersklasse statt Kugelstoßen Schlagbattweitwurf.) Hierbei. starten alle Mädels, die dem BdM. ange­hören, für den BdM., sofern sie dem BdM. nicht angehören, für ihre Vereine.

Die Sieger in den Wettkämpfen (die Rahmen­wettkämpfe ausgenommen) erhalten Urkunden des Reichssportführers, die zehn Besten Urkunden des Reichspräsidenten.

der Umfrage erreicht werden soll, ist jedoch so wich­tig für die gesamte Wirtschaft, daß nur ein Erfolg zu verzeichnen sein wird, wenn genaue Angaben gemacht werden. Handelskammer und Arbeitsamt geben jederzeit Auskunft in Zweifelsfällen.

Mütterabend der Hausfrauenberatung

Um die Durchführung des hauswirlschafllichen Lehrjahres.

Am Montag hatte der hiesige Hausfrauen-Verein unter Leitung von Frau Kalbfleisch zu einem Mütterabend Vertreter des Arbeitsamtes, der Be­rufsschule und durch die Vermittlung der letzteren die Mütter der Ostern 1934 schulentlassenen Mädchen in die Lehrküche der Hausfrauenberatung zusam« mengerufen, um die Anwesenden noch einmal durch einen kurzen aufklärenden Vortrag auf die wesent­lichsten Merkmale des von der Regierung geforder­ten hauswirtschaftlichen Lehrjahres hinzuweisen.

Frau Kalbfleisch betonte, daß es jetzt vor allem darauf ankommen müsse, die durch die Tages­presse schon des öfteren besprochenen und aufgestell­ten Richtlinien so schnell wie möglich in die Tat um­zusetzen, damit das von unserem Führer Adolf Hit- ler gesteckte große Ziel: die Arbeitslosigkeit ein für allemal in Deutschland restlos auszumerzen, pro- arammgemäß erreicht werden könne. Es müsse da­her heilige Pflicht einer jeden deutschdenken­den, nationalsozialistisch ein ge st eil­ten Frau sein, sich selbstlos in den Dienst dieser großen Sache zu stellen, sei es als erfahrene Hausfrau, die gewillt ist, ein solches junges Mädchen in ihren Arbeitskreis aufzunehmen und es mit ihren langjährigen Erfahrungen heranzubil­den oder als Mutter eines solchen Jungmädels, die ihr Kind gerne den Händen tüchtiger Haus­frauen überläßt, weil es dort vor allen schädlichen Einflüssen bewahrt bleibt. Nach den in Wiesbaden bereits gemachten Erfahrungen, wonach von 300 Mädchen über 200 in ihren Anlernstellen blieben, könne man mit Sicherheit annehmen, daß die haus- wirtschaftliche Lehre auch hier den jungen Mädchen große Befriedigung bringen werde.

Die Hausfrauenberatung fordert daher mit der NS.-Frauenschaft, dem BDM. und den Berufsbe­ratungsstellen des Arbeitsamts zur baldigen An­meldung auf. Der Aufruf gilt 1. allen Ostern 1934 schulentlassenen Mädchen, soweit sie noch nicht an­deren Berufszweigen zugeführt sind und 2. allen mithelfenwollenden Hausfrauen.

Zum Beginn und zum Schluß des Vortrages brachten Schülerinnen der Berufsschule Gedichte und Mädchen des Volkstanzkreises in sehr anspre- chender und hingebender Weise Hermann Lönssche Lieder mit Lautenbegleitung zu Gehör.

24. Zum: »Deutscher Liedertag".

Das Volkslied soll wieder unter das Volk!" Diese Losung hat die Leitung des Deutschen Sängerbundes der deutschen Sängerschaft ans Herz gelegt, damit diese amgleichen Tage allüberall, in der Heimat und in der Fremde, auf dem ganzen Erden­rund das deutsche Lied erklingen läßt. Aus der Not unserer Zeit geboren, wurde nach dem Tage der Mutter, nach dem Tage des Buches der Tag des Liedes geschaffen als ein köstliches Mittel zur Verinnerlichung im rasendenTempo" der Gegen­wart. Dieser Versuch führte zum vollen Erfolg, zum freudigen Geben und Nehmen unentreißbarcr Schätze in sinniger Volksgemeinschaft. Auch in diesem Jahre soll der Liedsonntag am 24. Juni seine seelische Wärme ausströmen über Großstadtmauern und Dörferfrieden, über Sangesfreunde und noch Abseitsstehende, über Schwache und Kranke, durch alle deutschen Lande, bis über die Meere, wo deut­scher Mutterlaut erklingt. Der Tag des Liedes ist ein Tag für alle. Denn unser höchstes Volksgut kennt keinen Zwiespalt, keine Absonderung, es will alle Volksgenossen im Liede zusammenführen. Das deutsche Volkslied ist, wie wir alle, dem deutschen Heimatboden entwachsen. Wie aus heimatlicher Scholle der frische Waldquell rieselt, so entquillt ihr auch ein unerschöpflicher Born von Liedern. Und wenn uns in der Fremde das Heimweh überkommt, so finden wir im Liede Trost.Heimat" ist kein bloßer Begriff, sondern eine Kraft, die jeden stärkt, die unserem Volke zu neuem Aufstieg ver­helfen wird, die mit chren gemütsinnigen Liedern dazu berufen ist, uns gegen das Gift fremder und undeutscher Schlagerweisen zu schützen.

Sommermodenschau im Lass Amend.

Im Interesse des ortsansässigen Einzelhandels der einschlägigen Geschäftszweige fand geltem nach­mittag und gestern abend unter der Leitung der Deutschen Mode- und Industrie-Werbung" Köln im Caf6 Amend eine Sommer-Modenschau statt. Verschiedene große Firmen der einschlägigen Indu­strie hatten sich zusammengeschlossen, um in Ge­meinschaft in vielen Städten Deutschlands eine Sommermodenschau zu zeigen, die für den Einzel­handel unzweifelhaft eine wirkungsvolle Werbung darstellt, den Einzelhandel selbst aber nicht mit den großen Ausgaben, wie sie mit derartigen Werbe- maßnahmen stets verbunden sind, belastet.

Die Modenschau selbst brachte eine überraschende Fülle von geschmackvollen Kleidungsstücken, insbe- andere handelte es sich um Kleider aus Diftra- toffen, vorn Rohstoff bis zum Fertigfabrikat reine deutsche Erzeugnisse darstellten. Ferner sah man indanthrenfarbene Modellkleider aus Diftrastoffen verschiedensten Charakters, Kleider aus Agfa-Tra- vis, Viskose-Kunstseide, sckließlich aber auch Baum­wolle und Leinen in rascher Folge und stetiger an­genehmer Abwechslung. Morgenkleider, Kleider für Haus- und Gartenarbeit, duftige Nachmittagskleider in feinsten Farben, Sportkleidung und Kostüme wurden vorgeführt, ferner prächtige Gesellschafts­kleider aus verschiedenstem Material, eine Fülle von Damenkleidern aus Wolle und zum Schluß originelle Strandkostüme und Bademäntel, in denen sich Farbe und Form in reizvoller Verwendung begeg­neten. Sechs Kölner Damen waren bemüht, die Modeschöpfungen in das rechte Licht zu rücken. In liebenswürdiger und lebendiger Weife schuf eine Ansagerin Aufklärung über alle wissenswerten Ein­zelheiten.

Das Publikum hielt mit dem Beifall nicht zurück. Unterstrichen und ergänzt wurden die einzelnen Vorführungen durch guten Schmuck und selbstver­ständlich auch durch passende Hüte und Mützen. Im Verlauf der unterhaltsamen Schau wurde auch noch auf verschiedene andere industrielle Erzeugnisse hin- gewiesen.

Die zahlreichen Zuschauerinnen dieser Modenschau erlebten einige recht unterhaltsame Stunden. An­hand von vielen Prospekten konnte man sich außer­dem über alles Wissenswerte informieren. Die Modenschau wurde durch verschiedene Gießener Firmen auf das tatkräftigste unterstützt. Ein großes Verdienst um das Gelingen der Modenschau erwarb sich die Hauskapelle im Caf6 Amend durch gute, dezente musikalische Darbietungen.

Mitglieder-Bersammlung des Sparerbundes.

lieber eine am vergangenen Samstag imHessi­schen Hof" stattgefunoenen Mitgliederversammlung des Sparerbundes, Ortsgruppe Gießen, an der auch zahlreiche Mitglieder des Reichsbundes der deut­schen Kapital- Änb Kleinrentner teilnahmen, wird uns berichtet, daß nach Eröffnungsworten des zwei­ten Ortsgruppenführers H. Lorenz zunächst Herr Mades über die augenblicklichen Verhältnisse auf dem Gebiete der Zimmervermietung sprach. Wenn auch fein gesetzlicher Zwang zur Verzicht­leistung auf Vermietung von Zimmern bei finanziell besser gestellten Personen bestehe, so sei es doch deren moralische Pflicht, zugunsten der auf Ver­mietung angewiesenen früheren Kapitalrentner die seitherige zusätzliche Derdienstmöglichkeit abzugeben, zumal grade hier in Gießen wegen Rückgangs der Zahl der Studenten sich in letzter Zeit mancherlei neue Schwierigkeiten ergeben hätten. Anschließend sprach Herr Lorenz über die in diesem Jahre Dorgenommene Neuregelung der Deutschen Anleihe- Auslosungsscheine und Vorzugsrente. Insbesondere befaßte er sich mit den Bedingungen der neuen 4 proz. Deutschen Reichs anleihe, die durch Barzahlung, durch Umtausch der zum 1. Juli 1934 gekündigten 6(oormals 7)prozentigen Deutschen Reichsanleihe von 1929 (sog. Hilferdinganleihe) und ferner durch Umtausch der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches ohne Auslosungsrechte (Neu- besitz) erworben werden könne. Der soq. Neubesitz könne auch direkt an der Börse zum Kurse von rund 23 v. H. verkauft werden, und zwar bis zum 21.Juni, dem gleichen Zeitpunkt, an welchem die Zeichnung der neuen Reichsanleihe geschloffen werde. Es fei zu begrüßen, daß die Reichsregierung sich bereit gefunden habe, auf diesem Wege den Besitzern von Anleiheablösungsschuld ohne Auslosungsrechte eine Abfindung zu gewähren, während frühere Regierun­gen durch ihre sparerfeindlichen Maßnahmen die Sparer in immer größeres Elend hineingeführt hätten. Die Sparer seien der Regierung zu beson­derem Dank und Vertrauen verpflichtet. Das sei auch schon durch einen erheblichen Zuwachs der Spareinlagen der Sparkassen im vergangenen Jahre zum Ausdruck gekommen. Eine Kluft zwischen Sparkasse und Sparer, wie es unter großkapitali- stisch-liberalistischem Einfluß zum Verderben der kleinen Sparer und gleichzeitig zum Nachteil der gesamten Volkswirtschaft der Fall gewesen war, be­stehe heute glücklicherweise nicht mehr. Beide (Spar­kassen und Sparer) seien im neuen Deutschland auf­einander angewiesen und nur tatkräftige Zusam­menarbeit vermöge den Wiederaufbau unseres Vaterlandes wirksam zu fördern. Nach Beant­wortung verschiedener Anfragen und der Auffor­derung, weiterhin treu die Arbeit des Sparerbun­des und der Regierung besonders auch im Kampfe gegen die Miesmacher und Besserwisser zu unter­stützen, schloß Herr Lorenz die harmonisch ver­laufene Versammlung.

Heist Waldbrände verhüten!

Durch Unvorsichtigkeit, Fahrlässigkeit und Leicht­sinn gedankenloser Menschen sind dem deutschen Volke in den letzten Tagen zahlenmäßig nicht ab­zuschätzende Werte verlorengegangen. In der Lüne­burger Heide fielen 1600 Morgen junger Kiefern­wald den Flammen zum Opfer. Ein Riesenwald­brand, wie ihn die Brandchronik der Berliner Forstgeschichte bisher noch nicht zu verzeichnen hatte, brach fy>i Wannsee aus und vernichtete ins­gesamt 18 Morgen Wald. In beiden Fällen wird die Entstehung des Feuers auf achtloses Wegwer- fen glimmender Zigarettenreste zurückgeführt. Wei­terhin wurde in den Außenbezirken Berlins die Feuerwehr an einem Tage nicht weniger als zwan­zigmal alarmiert, um Waldbrände zu löschen. Auch aus den übrigen Teilen des Reiches trafen zahl- reiefje Meldungen von Waldbränden ein, die aber ourd) schnelles Zugreifen beherzter Männer im Entstehen erstickt werden konnten.

Erschüttert, voller Ingrimm und Haß gegen die frevelhaften Brandstifter, stehen die Freunde des Waldes und insbesondere die Forstbeamten vor den noch rauchenden und qualmenden Brandher- den. Vernichtet ist die Arbeit und Freude einer ganzen Generation, vernichtet, was der kommen­den Generation erst die Ernte bringen sollte.

Und ist nicht alles getan worden, um Wald­brände zu verhüten? Wurde nicht von Anbeginn der gefährlichen Jahreszeit in der Presse, in den Schulen, in Aufrufen an die Bevölkerung gebeten und gewarnt? Keine Gelegenheit blieb ungenutzt, um aufklärend zu wirken. Und nun diese Ergeb­nisse! Die Erfahrung, die Verantwortung vor den kommenden Geschlechtern und die Liebe zu unserem Walde verlangt gebieterisch andere härtere Maß­nahmen. Helfen kann schließlich nur noch eine Sperrung der besonders gefährdeten Teile des Waldes im Frühjahr und im Hochsommer in den Zeiten großer Dürre und Trockenheit. Die Allge­meinheit wird dann leiden müssen unter der Ver­antwortungslosigkeit unbelehrbarer Mitmenschen. Wir können es uns nicht leisten, daß unsere herr­lichen Wälder wegen fortgeworfener Zigaretten­stummel in Flammen aufgehen.

Besser aber wäre es, wenn alle, die den Wert des Waldes erkannt haben, die Forst- und Polizei­beamten in ihrem Kampfe gegen die Waldbrand­gefahr unterstützen und jeden, der mit offenem Feuer, brennenden Zigarren und Zigaretten im Walde während dieser Dürre getroffen wird, un­nachsichtlich einer strengen Bestrafung zuführen würde.

Warum Zahnbehandlung.

Leider hat eine falsche Ernährungsweise zusam­men mit mangelnder Einsicht in die Notwendigkeit regelmäßiger, fachmännischer Untersuchung der Zähne es mit sich gebracht, daß der Zustand der Kauwerkzeuge unserer deutschen Volksgenossen immer wieder größere Behandlungsmaßnahmen er­fordert und sogar den Ersatz verlorengegangener Zähne notwendig macht. Ein vollständig erhalte­nes Gebiß ist ein unschätzbares Gut, wo aber dieser Jdealzustand aus den oben angeführten Gründen nicht mehr vorhanden ist, da muß zum mindesten versucht werden, durch den Zahnarzt oder den Den­tisten eingetretene Schäden möglichst bald beheben und oerlorengegangene Zähne ersetzen zu lassen. Es ist bekannt, wie sehr der Zahnschmerz den da­von Betroffenen quält, wie er ihm untertags ein Arbeiten fast unmöglich macht und ihm des nachts den Schlaf raubt; weniger bekannt ist leider die Tatsache, daß faulende Zähne die Ursache sein können von mannigfachen, zum Teil bis zum Siechtum führenden Allgemein-Erkrankungen.

Ein vernachlässigtes Gebiß sollte aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen behandelt werden, sondern es ist auch im Hinblick auf den Existenz­kampf von ungeheurer Wichtigkeit, auf den tadel­losen Zustand der Zähne zu achten. Uebelriechender Atem infolge schadhafter Zähne, ebenso wie ent­stellende Zahnlücken sind in vielen Berufen ein großes Hindernis beim Stellungsuchen. Bei weib­lichen Personen ganz besonders spielt in jeder Hin­sicht das Aussehen eine große Rolle. Das ist nun nicht etwa nur ein oberflächliches und unbegründe­tes Uebertreiben von Äußerlichkeiten, sondern es steckt tiefe Wahrheit dahinter. Ein ungepflegter Mund läßt nur zu häufig auf vernachlässigte Kör­perpflege schließen und aus der Nachlässigkeit der eigenen Person gegenüber werden berechtigte Schlüsse auf Nachlässigkeit auch anderen Dingen gegenüber gezogen.

Ganz besondere Bedeutung erlangt ein tadel­loser Zustand der Mundverhültnisse in der Kinder­pflege. Ein ungepflegter Mund kann besonders leicht Krankheitskeime auf Säuglinge übertragen, darum sollten gerade junge Mütter nicht nur aufs äußerste darauf bedacht sein, daß sie nicht etwa nur selbst ihrem Kinde keinen Schaden zufügen, sondern ganz besonders zu verhüten trachten, daß etwa andere Personen, mit denen ihr Kind zusam- menfommt, solche Krankheitskeime aus ungepflegtem Mund übertragen.

Daten für Mittwoch, 2V. Juni.

1520: Luthers Brief an den deutschen Adel er- scheint; 1620: Tillys Sieg über Herzog Christian von Braunschweig bei Höchst; 1827: der Theologe Bernhard Weiß in Königsberg geboren (gestorben 1918); 1849: der Dichter Franz von Schönthan in Wien geboren (gestorben 1913); 1868: der Schriftsteller Walter Bloem in Elberfeld geboren; 1933: Danzig unter nationalsozialistischer Führung: Dr. Rauschning Senatspräsident.

Daten für Donnerstag, 21. Juni.

1864: der Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin ht Winterthur geboren; 1919: Versenkung der in der Bucht von Scapa Flow internierten deutschen Kriegsschiffe durch ihre Besatzungen.

Bornonzcu

Tageskalender für Mittwoch. NS.» Frauenfchaft, 15.30 Uhr, Schiffenberg, Kundgebung. Nationalsozialistischer Bund deutscher Technik, 18.30 Uhr, Cafe Ebel, Schulungsabend. Licht- spielhaus, Bahnhofstraße:Der Traum vom Rhein". Bergschenke, 20.15 Uhr, 4. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. Caf6 Amend, 16 und 20 Uhr, Sommer-Modenschau.

Die Oberhessische Gesellschaft für Natur, und Heilkunde (Naturwissenschaft­liche Abteilung) hält am kommenden Freitag, dem 22. Juni, 20 Uhr, im Zoologischen Institut eine Sitzung ab, in der Herr Professor W. I. Schmidt sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.)

*

** Verschluß von Wertsendungen mit Kaltsiegeln. Die Deutsche Reichspost hat jetzt auch Kaltsiegel zum Verschluß von Wertsen­dungen zugelassen, nachdem Versuche ergeben haben, daß mit Kaltsiegellack hergestellte Verschlüsse sich als brauchbar zum Verschluß von Wertsendungen er« wiesen haben. Die Siegelabdrucke werden in der Weise hergestellt, daß aus einem Behältnis (Tube) mit Kaltsiegelmasse eine entsprechende Menge auf

Spenden für die ASD.

werden eingezahlt ans Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen.

den zu siegelnden Gegenstand aebracht und mit dem Siegel festgedrückt wird. Bedingung ist, daß die Kaltsiegelabdrucke deutlich sind, gut auf dem Ver­packungsstoff haften, so daß sie ohne sichtbare Be­schädigung des Briefumschlags oder der Hülle nicht abgelöst werden können, und gegen Absplitterung hinreichend widerstandsfähig sind. Auch müssen die Kaltsiegelabdrucke, die meist daran zu erkennen sind, daß sie glanzlos sind, eine gewisse Sprödigkeit wie die Abdrucke des Heißsiegellacks besitzen, barmt ein Versuch des Ablösens an der Abbröckelung sicht­bar wird und ein unbefugter Eingriff sofort erkenn­bar ist.

* Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen macht darauf aufmerksam, daß die Beiträge für den Monat Mai bis zum 25. Juni noch ohne Kosten bezahlt werden können. (Siehe gestrige Bekanntmachung.)

Große Strafkammer Gießen.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem L. K. aus Reichelsheim, dem die Anklage Blutschande, begangen mit seiner Toch­ter, zum Vorwurf machte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten.

Wegen desselben Deliktes hatten sich die A. Sch. aus Wieseck, deren Schwiegervater I- Sch. und der Schwiegersohn A. V. zu verantworten. Das Ge­richt erkannte gegen die A. Sch. auf 1 Jahr 7 Monate, gegen I. Sch. auf 1 Jahr und gegen A. V. auf 3 Monate Gefängnis.

Der Jakob Volz aus Donhausen wurde zu 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus sowie 150 Mark Geldstrafe verurteilt unter Anrechnung von 5 Monaten 2 Wochen Untersuchungshaft. Der An­geklagte unterschlug in seiner Eigenschaft als Ge­meinderechner einen Betrag von etwa 11 000 Mark und verwandte das Geld für persönliche Zwecke. Die Veruntreuungen konnte der Angeklagte durch Falschbuchungen ausführen. Auf diese Weise wurde die Gemeinde erheblich geschädigt. Der Vertreter der Anklage hatte eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten beantragt.

Gegen den schon neunmal vorbestraften Otto Cickenscher aus Hof, zur Zeit zwecks Strafver­büßung in Marienfchloß, wurde die Sicherungsver­wahrung ausgesprochen.

Rundfunkprogramm.

Donnerstag, 21. 3unL

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Von Bad Homburg: Früh­konzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach­richten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nach­richten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. Grimmsche Märchen, gelesen von Hanna Längen. 15.40: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Scapa Flow zum Ge­dächtnis! Vortrag von Wilhelm Rockow. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Sommerfahrt zum Neckar und zum Rhein. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Sonnwendfeier 1934: Die deutsche Jugend huldigt Friedrich Schiller in Marbach! 5 Staffelten der Hitlerjugend laufen insgesamt 3200 Kilometer nach Marbach. 21: Berühmte Operettendialoge mit ver­bindender Musik. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Von 1-Meterbrett zum 10-Meter- turm. Alte und junge Meister des Kunstspringens sprechen. 22.50: Nachrichten aus dem Sendebezirk.

Freitag. 22. Juni.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 1L50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags­konzert III. 14.40: Stunde der Frau. Heldinnen der Arbeit. 15.40: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittags­konzert. 17.30: Begegnung mit Bauern. Don Ferd. Lammeyer. 17.45: Kleine Unterhaltung. Kleine Kla­vier-Musik. 18: Stunde der Jugend.Sonnwend- Bräuche". Don Ren6 Wirtz. 18.25: Schwimmer als Lebensretter. Sportschwimmen Wasserball. Vortrag von Dr. Weiß. 18.50: Griff ins Heute. 19: Mainische Heerstraßen. Hörfolge von Paul Laven. 19.40: Volksmusik. 20: Politischer Kurzbe­richt. 20.15: Stunde der Nation. Richard Wetz, ein schlesischer Komponist. 21: Vom Vorstadttanzboden zum Hofball (I). Aus der Jugendzeit des Wiener Walzers. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sende bezirk. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Hörbericht vom Deutschlandflug 1934. 23.15: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Ludwig Richter. Ge­denkstunde anläßlich seines 50. Todestages (19.6). Von Dr. Walter Schürmeyer. 24 bis 1: Berühmte deutsche Chöre.