Mittwoch, M.Zuni 1954
M.W Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
1000 Schulkinder schwimmen
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die Sitze der Lindenbank, die schon seit Menschen- gedenken Sturm und Wetter getrotzt hat, von benachbarten Bauersleuten belagert, berufliche und gemeindliche Angelegenheiten besprechend.
unter ihrer einladenden Krone ausgetauscht worden. Heute noch findet sich die Jugend an Sommerabenden, wenn sie von der schweren Arbeit ausruht.
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wohl am stärksten an. Selbst die Kleinsten sprangen mit Kopfsprung in das Wasser. In flotter Folge
Deutschen Arbeitsfront in sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen finden statt: Montags und Donnerstags von 17 bis 19 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 13 Uhr.
Für die Angehörigen im Bergbau und in der Gruppe Steine und Erde werden die Sprechstunden von der Rechtsberatungsstelle Wetzlar an folgenden
Deutsche Arbeitsfront.
Rechtsberatungsstelle Gießen.
Sprechstunden für sämtliche Angehörigen
gegen viele Krankheiten. Richt jedem Freund dieses Bees ist bekannt, daß der Wohlgeschmack durch eine
Ueberall stehen wieder die Lindenbäume in voller Blüte. Ihr berauschender Duft erfüllt die Luft mit köstlichem Wohlgeruch. Wenn wir unter den meist
fungslotterie der NSDAP. Schon im vergangenen Jahre gab zweimal diese Lotterie Millionen für Arbeitsbeschaffung. Und jetzt bei der dritten Auflage ist es die vordringlichste Pflicht eines jeden Deutschen, sich an dieser Wiederaufbau-Lotterie zu
beteiligen. Das braune Los zeigt schon durch sein Titelbild an, was es will: Frohmachende Werk-
Die merkwürdige Schildwache.
Die seltsamsten Tiere sind schon als Wächter für freistehende Häuser verwendet worden, aber sicher waren sie nicht unerbittlicher und weniger irgendwelchen Verlockungen zugänglich als ein Bienenschwarm, der sich kürzlich als Türhüter vor dem Hause von Mr. Wilkinson in einer Straße eines Londoner Vororts einfand. Zwar waren die schätzungsweise 20 000 schwerbewaffneten Amazoninnen für dies Türhüteramt nicht bestellt worden, aber sie versahen es darum doch sehr gewissenhaft und wehrten jeden Eindringling, der versuchte, das Haus zu betreten, erfolgreich ab. Zunächst versuchte ein Lieferbote, der ein Paket abgeben sollte, das Haus zu betreten. Er ließ aber bald sein Paket fallen und ergriff laut aufschreiend die Flucht, bis an das Straßenende von den Bienen verfolgt. Ein Polizist stellte sich nunmehr in geziemender Ent
fernung vor dem Haus auf und warnte jedermann, sich der Türe zu nähern. Erst nach fünf Stunden gelang es einem Bienenzüchter den Schwarm ein- Zufangen und die Bewohnerin des Hauses zu befreien, die an dieser guten Bewachung gar keinen Gefallen fand. „Ich hörte ein lautes Summen", berichtete Mrs. Wilkinson, „und sah eine große dunkle Wolke an meinem Fenster vorbeifliegen. Ich dachte mir sofort, daß es ein Bienenschwarm gewesen sei und war froh, daß er vorübergezogen war. Wie groß aber war mein Schrecken, als der Schwarm zurückkehrte und sich an meiner Haus- türe einnistete. Ich wagte nicht mehr auszugehen."
schwammen sie in Reihen durch die Schwimmbahn.
An dem anschließenden Springen von 3 Meter und 1 Meter Brett nahmen alle Schüler teil und zeigten hier ihren Mut.
Man sah es so manchem im Gesichte an, daß er das erstemal vom Brett gesprungen war, aber die Begeisterung und die vielen Zuschauer gaben ihm die nötige Zivilcourage.
Die Mädchen der Goetheschule brachten in ihrem Reihenschwimmen eine Abwechslung, indem sie die verschiedenen Schwimmarten zeigten und auch zu Zweien, die Hinteren mit den Armen auf- gehockt, vorführten. Auch in den Absprung wurde Abwechslung gelegt. Die Jungens, die in flottem Anlauf zur Äbsprungstelle eilten, schwammen in gut ausgerichteten Reihen durch die Schwimmbahn.
Die Schülerinnen der Studienanstalt, die ebenfalls mit verschiedenen Absprüngen ins Wasser
In vielen Zoos gibt es während des Sommers einen Tierkindergarten, ein umzäuntes Gelände, in dem paradiesisch frei Buben und Mädels mit jungen Schäfchen spielen, mit Ziegenböcklein, Ponys, Esel- kindern, rosigen Ferkeln: manchmal sind sogar putzige Teddybären da, kleine Aeffchen oder ein zahmes, weißes Lama, ein junges Kamel; in Berlin als höchstes Kinderglück ein rundlich kleines Elefantenbaby.
an der knorrigen Dorflinde ein und läßt die । Volksweisen:
Ein Vöglein sang im Lindenbaum in lauer Sommernacht..., Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum..., Es steht ein Lind in jenem Tal, ach Gott, was tut sie da... oder Unter der Linde, an der Heide, wo ich mit meinem Trauten saß ...
u. v. a. m. erschollen. An Sonntagnachmittagen
3eöer einzelne Volksgenosse?
Wie soll dies jedem einzelnen möglich sein? Ja, möglich durch die III. Arbeitsbeschaf-
Socbschulnachnchten.
Der bekannte Volkskundler und Germanist Professor Dr. John Meier an der Universität Frei» b u r g i. Br. beging seinen 7 O. Geburtstag. Der Gelehrte hat sich besonders um die Erforschung des deutschen Volksliedes verdient gemacht. Von seinen Publikationen seien genannt: „Kunstlied und Volkslied in Deutschland", „Kunstlieder im Volksmunde", „Das deutsche Soldatenlied im Felde". Professor Meier ist Herausgeber der „Jahrbücher für Dolkslied- forschung", der „Deutschen Volkskunde" und der „Nordischen Volkskunde-Forschung".
Professor Dr. Walter Löh le in, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Freiburg i. Br., hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten.
Der Bildhauer Hermann Geibel in München ist zum Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt mit dem Lehrauftrag für angewandte Plastik, gegenständliches Zeichnen nach Museum«» gegenständen sowie Aktzeichnen berufen worden.
Der o. Professor für innere Medizin an der UnN versität Heidelberg, Dr. R. S i e b e ck, wurde auf sein Ansuchen aus dem badischen Staatsdienst entlassen.
Dem planmäßigen ao. Professor für Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, Gisbert von Teuf fei, find Amtsbezeichnung und die akademischen Rechte eines ordentlichen Professors verliehen worden.
Professor Dr. Albert von Mühlenfels an der Handelshochschule St. Gallen hat den Ruf als Ordinarius der Volkswirtschaftslehre an die Tech- nische Hochschule Karlsruhe angenommen und bereits seine Ernennung erhalten.
Professor Dr. Müller, Ordinarius für Mathematik und Mechanik an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag, erhielt einen Ruf an die Technische Hochschule in Aachen.
Tagen in Gießen abgehalten: Am ersten und dritten Donnerstag jeden Monats von 10 bis 13 Uhr. Die Auskünfte find vollkommen kostenlos. Der Eingang zu den Räumen der Rechtsberatungsstelle befindet sich Horst-Wessel-Wall 39, 1. Stock.
AS.-«Semeinschaft„KraftdurchHreude-'
Der Großfluglag in Wiesbaden am 24. Juni 1934.
Wie schon bereits bekannt gegeben wurde, findet am Sonntag, 24. Juni, veranstaltet von der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" des Gaues Hessen-Nassau und des Kreises Wiesbaden ein großer Volksflugtag statt, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellen wird. Man beachte die ausgehängten Plakate.
Der Kreis Wiesbaden hat alles aufgeboten, um allen Gästen für wenig Geld einen genußreichen Tag zu vermitteln. Die Fahrt Gießen—Wiesbaden und zurück kostet bei mindestens 100 Teilnehmern 3,70 Mark. Sofortige Anmeldungen werden noch entgegengenommen auf der Geschäftsstelle der NS.- Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schon- zenftrahe 18.
NSLB., Abteilung Höhere Schule.
Fachgruppe Deutsch.
Nächste Sitzung: Donnerstag, den 21. Juni, um 16 Uhr im Seminarzimmer der Oberrealschule.
Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter.
tätigfeit!
Die diesjährige Gewiunzahl wurde um fast 50 v. H. erhöht. VA Millionen Mark werden gelost. Am 21. und 22. Juli ist schon Ziehung.
gingen, zeigten das Reihenschwimmen in verschiedenen Schwimmlagen, zum Teil in ganz vollendeter Form. Auch hier wurde das zu Zwelen-Schwim- men vorgeführt, und ein Bockspringen im Wasser bot den Zuschauern wieder etwas Neues. Sechs humoristisch gekleidete Damen, die am Strande pro- minierten, mußten in voller Kleidung ins Wasser springen und hier markierte Ertrinkende aus dem Wasser holen. Scherz und Ernst verbanden sich in glücklicher Weise.
Dann kamen die Schüler der P e st a l o z zisch u l e an die Reihe. Auch sie zeigten — vom Kleinsten bis 3um Größten — großen Eifer. Mit verschiedenem Absprung ging es ins Wasser, und in Reihen schwammen sie durch die Lahn. Persönlichen Mut zeigten sie alle in ihrem Absprung vom 3- Meter-Brett, einzelne sogar vom 5-Meter-Turm.
Nach den Jungens kamen die schon mehr erwachsenen Schülerinnen der A l i c e s ch u l e. In den verschiedenen Lagen wurde die Schwimmbahn durchquert, auch die Absprünge waren wieder verschieden. Ein Staffelschwimmen beendete diese Vorführung. Das inzwischen auftretende Gewitter gebot der Veranstaltung eine Pause. Die Kampfstimmung konnte jedoch nicht beeinträchtigt werden, denn kaum war das Gewitter über der Badeanstalt verzogen, da waren alle wieder an ihrem Platz, und die letzte Vorführung der Dberreal- schule konnte steigen. Im Nu wurde das Wasser wieder lebendig. In großer Vielseitigkeit wurden an allen Seiten Vorführungen gebracht. Man hatte nicht genug Augen, um überall Hinsehen zu können.
Reihen-, Staffel- und Stilschwimmen, Streckentauchen mit Schwimmblasen, Tieftauchen nach Tellern, Transport- und Rettungsschwimmen, Springen, einzeln und in Gruppen, humoristische Vorführungen usw. wechselten miteinander ab.
Man muß wohl zugeben, daß es die gelungenste Aufführung des Tages war.
Alles in allem, die Reichsschwimmwoche hat neue Anregungen gebracht, die den Leitern der Schulen zu Gute kommen mögen. Der gestrige Tag darf aber auch als ein voller Erfolg der Reichsschwimm- woche bezeichnet werden. Die Lehrerschaft in Gießen, welche die sportliche Ausbildung der Schüler zu betreuen hat, erfüllte ihre Aufgabe voll und ganz. Sr.
Kognak- oder Rumbeigabe wesentlich erhöht werden kann. Kopfschmerzen sollen nachlassen, wenn man nach einer alten Ueberlieferung Lindenblätter um. ■— -
die Stirne legt. Längst hat man in der Arzneikunde! jedem ift es der Bedeutung des Lindenhonigs, den - taufende
tungsgriffe. Die zweite Gruppe führte vorzügliche Tauchübungen vor und die dritte Gruppe bot ihr Bestes auf schwimmerischem Gebiet.
In disziplinierter Reihenfolge schwammen die Schülerinnen der Schillerschule in gut aus- gerichteten 6er-Reihen mit verschiedenen Absprüngen durch die Schwimmbahn. Die Schülerinnen und
Nicht nur die Erwachsenen, sondern selbst die :
' den großen Aufbruch der Nation unter Führung als Heilpflanze 3Uund zu schätzen. Cin r unvergleichlichen Männer Hindenburg und aus lufttrockenen Bluten herqerichteter Tee wirkt L..r _ „ «„x kn(,nn
o,npn niPt, ffrnnfh,ihm i,h/m SSrPinh 1 A"-r. gep lanzl worden sind hoben wahrlich den Beweis dafür genügend erbracht. B.
Pokinese; wahrscheinlich lieben unsere Jungens den gewöhnlichen Köter weit mehr, weil man ihn an den Ohren zausen kann, ohne daß er sich winselnd verkriecht, weil er mittut beim Spiel, stürmisch immer wieder anspringt und blaffend seine Begeisterung an der aufregenden Sache kundgibt.
Da wir jetzt eben von Hunden sprechen, möchte ich diese Tiergattung als die am besten geeigneten Kameraden für Menschenkinder bezeichnen. Allerdings empfiehlt es sich, kleine Kinder überhaupt nur in Gegenwart Erwachsener und nicht zu lange Zeit mit Tieren spielen zu lassen; denn der Zärtlichkeitsdrang und das schon erwähnte Habenwollen arten leicht in unbeabsichtigte Tierquälereien aus, und wenn auch bei Hunden die Gefahr nicht so groß ist, wie bei der selbstbewußteren Katze: einmal wehrt sich doch ein allzu sehr geliebter Hund und schnappt zu. Die Schramme auf der Haut des Kindes heilt zwar schnell: anhaltender wird der seelische Schock fein; ja, auch hier kann ich aus persönlichem Erleben berichten: das wütende Bellen eines Hundes erzeugt unter Umständen auf Jahre eine angstvolle Abneigung in dem an sich tierfreundlichen Gemüt des Heranwachsenden Menschen.
Die elfjährige Tochter jedoch, in ihrem Temperament durch Einsicht und Vernunft bereits gezügelt, chafft ohne Hilfe von der Erwachsenen Seite sich elbft die rechte Beziehung zum Tier. Sie ift ja ge= ühlsmäßig schon eine kleine Mutter, der die leblosen Puppen trotz aller schönen Kleider nicht genügen. Der Dackelhund spürt das; hingebungsvoll schmiegt er seinen Kopf an die kindliche Schulter; die beiden jüngeren Hände legen sich schützend um den Tierkörper, und versonnen singt das kleine Mädchen sogar ein Schlummerlied.
Was der Spitzbube von Dackelhund für ein fünftes Gesicht machen kann! Wie er schmachtend nach oben himmelt, der Schauspieler! Fünf Minuten, dann juckt ihn das Fell vor lauter Uebermut; er wird wild kläffend durchs Zimmer jagen, von einem Schabernack zum anderen, und schließlich balgt sich die Tochter draußen auf dem Rasen jauchzend mit ihrem Hund, der sehr geschickt einen Pantoffel geräubert hat.
vordem in voller Rüstung sich zur ernsten Arbeit zusammenfanden, um in irgend einer Angelegenheit zu Gericht zu sitzen und Recht zu sprechen. In manch alter Urkunde finden wir heute noch die treffende Aufzeichnung, die mit den Worten beginnt: „Gegeben unter der Linde am .." Fern- und auch Rechtslinden sind Namen, die sich für Jahrhunderte alte Lindenbäume bis auf diesen Tag erhalten haben. Zweifellos ist die Linde ein echt deutscher Baum von jeher gewesen und darf als ein Liebling des naturfreundlichen deutschen Volkes auch hinfort bezeichnet werden. Keine Burg, keine Stadt, kein Dorf war ohne eine mächtige, weitschattige Linde denkbar. Neben dem Eichbaum wurde sie mit Vorliebe nach siegreichen Kriegen als Friedenslinde l überall gepflanzt, und die uralten Lindenbäume,! die die Ruinen so manch zerfallener Burg über- [
Wir Erwachsenen haben dort jede Bedeutung verloren, es sei denn, wir fänden selbst in die Unbefangenheit der Kindertage zurück. „Laßt den zweieinhalbjährigen Sohn getrost das Ringelschwänzlein packen! Hier sind die Ferkel so gut genährt, daß sie, wenn auch quietschend, den Dreikäsehoch hinter sie herschleifen, und sollte der künftige Sportstudent kopfüberfallen, das Gras ist ein weiches Polster!" Auch der Blondschopf in seinem weißen Kinderwagen wird bald zu meinen aufhören; vorerst ist ihm die dunkelbraune Ziege noch zu neugierig; in einer Viertelstunde patscht er ihr krähend auf die Nase.
Mancherlei Aufschlüsse gibt uns ein Vormittag im Kinderzoo', die Temperamentsverschiedenheit des kleinen Volkes tritt deutlich zutage; wir sehen wie in einem Zauberspiegel an der werdenden Form oft schon die endgültige Gestalt. Jener Junge, sonst so stolz, fast ein wenig eitel auf seinen schön gestreiften Spielanzug, stürzt sich plötzlich auf das blütenweiße Schaf und umarmt es in wilder Zärtlichkeit. Die sechsjährige Tochter steht als sorgende Hausfrau beobachtend zwischen vielen Tieren, denen sie aus ihrer Tasche Grünfutter zugeworfen hat. Nur eine Regung beherrscht sie: darauf zu achten, daß kein Tier zu kurz kommt.
Aber man erlebt auch immer wieder lieber« raschungen. Tagelang habe ich einem Kind von der Ostseeküste erzählen müssen, wie eigentlich ein Löwe aussieht, und als der Bub zum erstenmal in den Zoo durfte, sah er verächtlich auf die gewaltigen Mähnenlöwen und lief sofort weiter. „Nee", sagte er, „wenn die nicht größer sind!"
Kleines Tier- und Menschenvolk.
13 on Paul Eipper
Eigentlich kann ich nur eines sagen, wenn ich von den Beziehungen zwischen kleinen Menschen und jungen Tieren erzählen soll: macht die Herzen auf, ihr Erwachsenen, und bemüht euch, wenigstens etwas von der bedingungslosen, jauchzenden Lebensfreude mitzufühlen, die hier wie ein Wunder plötzlich für uns alle sichtbar wird!
Bedingungslos, wirklich ohne Rückhalt genießt ein Lämmchen die Bocksprünge seiner Ausgelassenheit; selbst das Mißglücken, Umplumpsen, bas ungewollte Kobolzschießen stört ihm nicht den Genuß, treibt vielmehr die ungelenken Beinchen zu immer wilderen Kapriolen an. Das Menschenkind aber, das zum erstenmal „wirklich lebendige Kaninchen" streicheln darf, sich mitten in einer Versammlung weicher, weißer Häschen wiederfindet, überall lange Fellohren zucken sieht, das Schnuppern der dunklen Näschen entdeckt — wer wird es dem beglückten Wesen verargen, wenn es sich mit Händen und Füßen sträubt, aus dieser Gesellschaft je wieder fortgebracht zu werden.
Dies weiß ich noch ganz deutlich aus eigener Erfahrung, wenn auch meine ersten „körperlich angefaßten Tierkinder" junge Löwen gewesen sind. Ich war ungefähr vier Jahre alt, da heiratete der Direktor des Zoologischen ©artens in meiner Heimatstadt, und weil seine Braut mit meinen Eltern verwandt war, wurde auch ich zur Hochzeit eingeladen, saß mit anderen Kindern unten am Ende der langen Festtafel. Als das Essen vorüber war, brachten uniformierte Diener einen großen Korb in den Saal, leerten ihn über dem Tische aus, und plötzlich krabbelten ein paar junge Löwen, wollige gelbe Kätzchen, auf dem weißen Tafeltuch herum. Meine Mutter hat mir später oft erzählt, wie sie sich meiner geschämt habe, weil ich Knirps mit einem wah- ren Jndianergeheul von meinem Stuhl aufsprang und diese „Löble" umklammerte. Es fei nicht möglich gewesen, mir die Raubtiere, die ja die ganze Gesellschaft erfreuen sollten, wieder abzunehmen, und nur eine unfestliche Ohrfeige von der Hand meines Vaters habe dann endlich meinen Wider- stand besiegen können.
Das „Habenwollen" ist die einzige spekulative Regung im Herzen eines Menschenkindes, dem junge Tiere gezeigt werden. Gottlob kennen Kinder keinerlei Wertunterschiede. Ihnen ist der struppige Spröhling einer fragwürdigen Straßenhundkreu» zung ebenso köstlich, wie der stammbaumgeschmückte
Aus der Entwicklungsgeschichte des Films.
Ein Dortrag der RS.-üullurgemeinde.
Jin Auftrag der NS.-Kulturgemeinde (Deutsche Bühne und Kampfbund für deutsche Kultur) sowie der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bittet die Ortsgruppenleitung der Deutschen Bühne e.V., Ortsgruppe Gießen, um Aufnahme der folgenden Zeilen:
„Kraft durch Freude", Deutsche Bühne und Kampfbund für deutsche Kultur veranstalten am Freitag in der Universitätsaula einen Filmvortrag, der sich die Aufgabe stellt, eine der größten und imponierendsten Entwicklungen der Gegenwart zu schildern und durch eine Reihe alter und ältester Filme zu beleaen: Vom Kientvpp um 1900 zum Tonfilm von heute. Ein anerkannter Sachkenner des Filmwesens, der das Studium der Geschichte des Films schon seit Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit betreibt, Schriftsteller Walter Stein» Hauer, Leipzig, der über eines der größten und wertvollsten filmgeschichtlichen Archive verfügt, wird aus seiner Sammlung alter und ältester Filme die besten zeigen. Steinhauer wird mit einem Kapitel filmischer Geschichte den Abend einleiten. Hier laufen u. a. die ersten im Jahre 1895 geschaffenen Filme, mit denen die ganze kinematographische Entwicklung, der Weg zum heutigen Grvßfilm, eingeleitet wurde. Steinhauers Filmausgrabungen ift es gelungen, aktuelle Aufnahmen, die nahezu 40 Jahre alt find, aufzufinden. Auch kommen die guten alten Kientoppfilme zu ihrem Recht. Für den aufmerksamen Beschauer enthalten diese Filme ein zu vielfachen Studien und Vergleichen anregendes Material. Die Entwicklung des Films wird demonstriert durch die Ausschnitte aus Filmen der Kriegsund Nachkriegszeit. Wir sehen bedeutende Schauspieler in ihren markantesten Rollen. Und zum Schluß Szenenfolgen aus dem Film „Das blaue Licht" und aus „Wilhelm Teil". Die in Form und Stil neuartige Filmdarbietung durfte besonderer Aufmerksamkeit begegnen.
Tödlicher llnglircksfall.
In dem Anwesen Lahnstraße 21, in der Groß- garage von Heinrich H e i st e r, ereignete sich gestern kurz nach 20 Uhr ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Frau Luise Heister war dem Lastkraftwagenführer einer hiesigen Obstgrohhandlung dabei behilflich, den Lastkraftwagen in die Garage zu bringen, indem sie die große Schiebetür der Halle öffnete. Anscheinend, um sich zu vergewissern, ob kein weiteres Hindernis der Einfahrt des Wagens im Wege stand, trat die Frau rmch einmal in die Halle zurück. Im gleichen Augenblick fuhr der Lastkraftwagenführer mit feinem Fahrzeug rückwärts. Frau Heister, die von dem Kraftwagenführer nicht gesehen werden konnte, geriet dabei zwischen Lastkraftwagen und einen Tragpfeiler und wurde dabei so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle tot zusammenbrach. Die Schuldfrage konnte bisher noch nicht völlig einwandfrei geklärt werden. Der Unglücksfall entbehrt nicht der tragischen Note. Der Ehemann der Verunglückten liegt bereits feit langer Zeit in der Klinik schwer krank darnieder. Die auf so tragische Weise ums Leben gekommene Frau hinterläßt drei Kinder im Alter von 12, 19 und 21 Jahren.
Untersuchungen der Wirtschaft in Oberhessen.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen bittet die gewerblichen Betriebe ihres Bezirks, denen der Fragebogen J. vom Arbeitsamt zugegangen ift, diesem besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es wird zugegeben, daß darin eine Menge Fragen enthalten sind, deren Beantwortung ohne gewisse Nachforschungen im Betriebe «selbst nicht möglich sein wird. Die Firmen mögen sich die hiermit verbundene Mühe nicht verdrießen lassen. Der Zweck, der mit
Bienchen aus den Millionen duftenden Blüten heimholen, die nötige Beachtung geschenkt. Geradezu überraschend erscheint feine losende Wirkung bei Husten, Heiserkeit und Verschleimung. Lindenhonig wird zweifellos als der beste aller Bienenhonige bevorzugt. Lindenfrüchte dienen aur Bereitung eines dem Mandelöl ähnlichen De les. Aus dem Holz wer- den Holzkohlen hergestellt oder es dient Schnitzern und Bildhauern als willkommenes Material.
So sehen wir, daß die Linde nicht nur ein Lieblingsbaum des deutschen Volkes war und geblieben ist, sondern infolge seiner vielseitigen Verwendbarkeit schon von jeher allgemeine Beachtung aefunben hat. Möge sie auch hinfort uns deshalb fein und bleiben, was sie unseren Vätern war. Denn in ihr spiegelt sich nicht nur ein beträchtliches Teil beut» scher Sitte, sondern auch deutscher Eigenart und Lebens, und wo man ihrer vergessen haben sollte, da muß sie wieder zu Ehren und zur Geltung kommen. Die letzten Monate, in denen junge Linden überall im deutschen Vaterlands zur Erinnerung an
schatten, legen noch heute Zeugnis ab von dem
einstigen Glanze und der Herrlichkeit. Linden in Schüler der O e f f e n t'l i ch e n H a n d e l s l e h,r - t^r,er__ ^uugjungfrischen ®lutenfuUe erzah^n uns anftalt führten vom Laufsteg ein Reihenspringen auf Friedhöfen in Stadt und Land, bei Kirchen und । DOr un$ schwammen eine Staffel.
an Dorfbrunnen und Weihern von dem, Das Realgymnasium trat der Zahl nach
Wandel der Zeiten. Denn viel Freud und Selb ist 1— ... x-, r--------
Der gestrige Tag brachte für die Schulen den ersehnten Tab &es Schwimmens. Es mögen etwa , „ , -1000 Schülerinnen und Schüler angetreten sein,
mächtigen Lindenveteranen mit ihrem schweren weit Man sah es den Gesichtern an, wie begeistert und ausholenden Geäst rasten, so werden wir im Geiste freudig sich jeder in den Dienst der Sache stellen in frühere Zeiten versetzt, in denen unsere Alt-1 wollte.
Es waren keine spannenden Kämpfe, die hier geboten wurden, sondern jede Schule sollte unter Beweis stellen, was den Mädchen und Jungens alles auf schwimrnerifchem Gebiete gelehrt werden kann.
Man kann sagen, daß dies in Gießen in vollstem Maße gelungen ist.
Die erste Darbietung brachte das Gymnasium. Im Hechtsprung ging die erste Gruppe in das Wasser und zeigte die Transport- und Ret-


