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Solange Deutschland nichts weiter tut. als tu seinem eigenen Falle das Recht jeder Ration zu vertreten, für ihre eigene Verteidigung zu sorgen, dürfte die englische öffentliche Meinung kaum sehr be­unruhigt über ein deutsches Aufrüsten werden.

(s würde eine ganz andere Sache sein, wenn es sch zeigen sollte, daß Deutschland sich mit all den jyweren Angriffswaffen versieht, wie großen Zanks und Flugzeugen, die andere Länder ab- ischa f f e n wollen.

Oie Abrüstung und die Abrüstungskonferenz sind tot"

London, 19. April. (DNB.-Funkspruch.) Die tichtskonservativeCorning P o st" überschreibt i!ren Leitartikel über die letzte französische Note

Finish" (Ende). Das Blatt unterstreicht die französische Beurteilung der Erhöhung des deut­schen Haushaltes. Es gibt zu, daß der Grundsatz der Gleichheit Deutschland zugestan­den sei und daß die Durchführung dieses Grund­satzes entweder Aufrüstung Deutsch­lands oder Abrüstung der anderen be­deute, bemerkt aber, solange keine Vereinbarung erreicht sei, bleibe Deutschland durch den Versailler Vertrag gebunden. Die Abrüstung und die Abrüstungskonferenz seien tot. Die Welt der Gegenwart sei nicht reif für den Verzicht auf Waffen. Das Deutschland des Herrn Hitler sei ein genügender Beweis für diese Auffassung. Wir seien wieder in derselben Lage wie von 1912/14 und müßten eine Wiederholung der damaligen Irrtümer vermeiden, wenn wir die gleiche Katastrophe vermeiden wollten.

Englands Versprechen an Deutschland.

London, 19. April. (DNB. Funkspruch.) Zur fiInzösischen Note sagt der sozialistischeDaily Herold", die Note machte allen direkten Besprechungen über Abrüstung ein jähes U i ö unwiderrufliches Ende. Die schwie- tie Lage seit Beginn der Abrüstungskonferenz sei e Istanden. Die britische Regierung dürfe aber ihre Bemühungen nicht aufgeben. Sie müsse

das Deutschland in der Frage der Gleichberech­tigung gegebene Versprechen einlösen.

-e müsse danach trachten, auch wenn Deutsch­er rd an den Verhandlungen nicht teilnehmen wolle 4- ein Abkommen zur Annahme zu bringen, das Deutschland ohneEinbuße an Ehre an* Ahmen könne.

;3n einem Leitaufsatz desD a i l y T e l e g r a p h" Ürd u. a. gesagt: Die letzte französische Note be- d itet eine tiefe Enttäuschung. Hinter den tzflichen Wendungen der Antwort findet sich die Verwerfung aller Pläne für Begren- z n g d e r R ü st u n g e n , um die sich die britische lid die italienische Regierung bemüht haben. Die bi tische Regierung habe anerkannt, daß Deutschland a 5 moralischen Gründen die Mittel der Selbstver- t Digun g zugestanden werden müssen. Nach Ansicht b > Foreign Office habe die Wahl zwischen einer be- g-nzten Aufrüstung Deutschlands auf Grund einer Sireinbarung der anderen Mächte, oder einer un­

begrenzten Aufrüstung in einer Atmosphäre allge­meinen Mißtrauens und Uebelwollens gelegen.

Die französische Role scheine den letzteren Weg zu wählen und damit jedem Gedanken an wert- volle Ergebnisse der Abrüstungskonferenz ein Ende zu machen. Sollte die Absicht bestehen, ein Abrüstungsabkommen in Abwesenheit und ohne Zustimmung Deutschlands auszuarbeiten, so würde es sich um Zeitverschwendung handeln. Rebenbei bemerkt scheine die französische Rote die Diermächteerklärung zum Dezember 1932 über deutsche Gleichberechtigung jetzt zu ver­leugnen.

Das Blatt schließt, nichts könnte u n k l ü g e r sein, als eine Unterschätzung des Ernstes der Lage, wenn die französische Note das letzte Wort wäre. Großbritannien könne das Bewußt­sein haben, daß seine Staatsmänner sich eifrig um die Abrüstung bemüht und ein großes Risiko über­nommen haben. Wenn Frankreich endgültig entschlossen ist, s e i n en e i g e n e n K u r s zu ver­folgen, bleibe England wenigstens unbe­helligt von irgend welchen Forderungen nach Sicherheitsgarantien, und es habe die Freiheit, alle Maßnahmen zu treffen, die es um seiner eigenen Ruhe willen für notwendig halte.

Japan gegen Hilfe für China.

Entschiedene Erklärung des japanischen Außenministeriums.

~ o f i o , 18. April. (DRV.) 3n einer vom japa­nsch e n Außenmini st erium ausgegebenen Erklärung wird zu Berichten über einen Plan in­ternationaler Beihilfe für China Stel­lung genommen. Die Erklärung besagt: Japan gfcubf, daß es die natürliche Verantwor­tung für die Aufrechterhaltung des Friedens im 3cnen Offen hak. Angesichts der Tatsache, daß die VLderhersfellung der Ordnung in China von China selt'st abhängt, wird Japan sich jeder Hand­lung der chinesischen Regierung wi­dersetzen, die dem Frieden im Fernen Osten jnroiber ist. Auch wird Japan sich genötigt sehen, gegen alte Maßnahmen anderer klljchte Einspruch zu erheben, die geeignet roä-en, den Frieden im Fernen Osten zu stören, roii z. B. die Versorgung Chinas mit Nlllitärflugzeugen, militärischen 3 n- ftruH euren und die Gewährung von Darlehen jur nichtwirtschastliche Zwecke. Der Wortführer des so;nnischen Außenministeriums hat betont, diese ErEärung mache deutlich, was unter derPolitik fres Friedens und der Harmonie" zu verstehen fei, Wc der Außenminister hirota verkündet habe.

werde feine Vertragsverpflichtungen in bie- ein Zusammenhänge nicht verletzen, denn der in der Erlfärung verkündete Grundsatz werde in einer

solchen Weise zur Anwendung gebracht werden, daß er den bestehenden Verträgen nicht widerspreche.

China fordert Abzug der japanischen Truppen.

Nanking, 18. April. (DNB.) In der japa­nischen Erklärung über die o st asiatische Frage wird hier eine Kriegsdrohung gegen China erblickt. Man hält sie für wenig geeignet, den Interessen des Friedens zu dienen. Chinesische diplomatische Kreise betonen, daß eine Aenderung der bisherigen Einstellung Chinas unter keinen Umstanden in Frage käme. China werde vielmehr verlangen, daß im Interesse der strengsten * Be­achtung der Souveränität des chinesischen Staates Japan endlich seine Truppen aus dem chinesischen Hoheitsgebiet zurückziehe.

Moskau ist erregt.

Reval, 18. April. (DNB.) Wie aus M o s - k a u gemeldet wird, hat die Erklärung des japani­schen Außenministers Über die Ziele der japanischen Politik große Erregung in Moskau ver­ursacht. Japan habe, so wird betont, endlich seine Karten offen auf den Tisch gelegt. Die japanische Politik nehme einen äußerst aggressiven Charakter an. Eine Verständigung mit Japan werde für Rußland unter solchen Umständen mehr als schwierig sein.

OerWattershausenerMordprozeß

Zehn neue Zeugen treten auf.Baron von Woltershausen hat eine falsche Aussage gemacht.

Lchweinfurt, 18. April. (DNB.) Im W a l - jnshausener Mordprozeh wurden am Mltwsch zehn neue Zeugen aufgerufen, von fr men sieben erschienen sind. Unter ihnen befinden sich drei Bernte des Polizeipräsidiums Berlin. . Dann wurde mit der Vernehmung des Zeugen kdorwein, der seinerzeit die Pistole an Lie - fric verkauft hatte, fortgefahren. Der Zeuge wird loti mals darüber befragt, ob er, als er am 30. Nv- ' wber 1932, also dem Tage vor dem Mord, mit -feiet ig zusammentraf, in dessen Pistole er eine oder ifrrei Patronen gesehen habe. Er hatte nämlich in stimm früheren Protokoll angegeben, er habe drei Patronen gesehen. Heute erklärt der Zeuge, daß er in ich t mit Bestimmtheit angeben könne, ob str nur eine, d. h. die oberste Patrone, gesehen 1 ci>, ober noch zwei andere.

! 3?uge Guet, der bei dem Waffenhandel den ijnililer machte, behauptet, als ihm die Pistole, die lt(5 Tatpistole bezeichnet wird, vorgelegt wird, snrnr Ansicht nach sei die von ihm an Liebig ver- Itaufre Pistole kleiner gewesen. Als nächster Zeuge ipiri Generalmajor a. D. Kurt vo n L y n f e r rerrommen, der mit der Familie Werth er seit Wahlen bekannt war und sie wiederholt m Wal ers- llaulm besucht hat bzw. von ihr m Berlin besucht iourt)e. Der letzte Besuch des Hauptmanns Werther Habt im Jahre 1931 stattgefunden Der Haupt- nonn habe viel von seinen großen Reisen erzählt. Ost habe auch große Pläne entwickelt, die er aber nihi ausführen konnte, weil ihm, wie er sagte, das l'Mb dazu fehlte.

Der Vorsitzende fragt ob es richtig fei, baß houplmann Werther im Jahre 1912 nach einem ehrengerichtlichen Verfahren ben «schlichten Abschied" erhalten habe. Der Zeuge bestätigt bas. Das Ehrengericht erkannte . ivfschlichten Abschied", also Entlassung ohne I; las Recht des Tragens der Uniform. General- seldmarschall von hahnke, so gibt der Zeuge löfifer an, sei aber ein besonderer Gönner des hvuptmanns Werther gewesen und habe beim Inifer durchgefeht, daß Werther begna­

digt wurde. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er glaube, daß Hauptmann Werther aus finanziellen Gründen Selbstmord verübt hat, erklärt Generalmajor von Lynker, daß der Hauptmann wohl den Mut gehabt habe, nicht davor zurückzuschrecken, aber er hätte jedenfalls feine Familie nicht im Stich gelassen.

Uebergehend auf das Alibi des Barons von Woltershausen in der Zeit vorn 2. bis 6.Ja­nuar 1933 erklärte der Zeuge, er sei heute außer­stande, anzugeben, ob der Boron tatsächlich wäh­rend der fraglichen Zeit bei ihm war, bzw. ob während dieser Zeit die Telephongespräche behan­delt wurden. Die Vernehmung des Zeugen schließt mit der Feststellung, daß eine genaue Angabe dar­über, ob sich Baron von Woltershausen in diesen Togen tatsächlich in Berlin befunden habe, nicht erbracht sei.

Die nächste Zeugin Frau Erna von Lynker, die Gattin des Generalmajors, hat einige Mole mit Baronin von Woltershausen telephoniert, aber auch sie kann das genaue Datum nicht angeben.

Eine weitere Zeugin, die Landgerichtsdirek­torswitwe Käte Braun, ist seit zehn Jahren eng mit der Familie Werther befreundet. Sie erklärt mit äußerstem Rachdruck, daß Frau Werther als Täterin niemals in Frage kommen könne. Mit dem gleichen Rachdruck weist sie eine Beschuldigung des Ba­rons von Woltershausen zurück. Sie betont ausdrücklich, daß in der Zeit vom 2. Januar bis zum 6. Januar 1933 sie und ihre Tochter täglich mit der Familie Waltershausen telepho­niert hätten. Am 5. Januar hätten sie das Ehe­paar Waltershausen zum Abendessen einge­laden. Am 6. Januar fei dann auf diese Ein­ladung hin das Ehepaar Wallershausen gekom­men und bis um 23.30 Uhr geblieben. Inter­essant ist die Mitteilung der Zeugin, das Ehe­paar Waltershausen habe am 6. Januar bei

der Einladung mitgeteilt, ein befreundeter Herr fei als Hüter in der Wohnung zurückgetaffen worden. Die Zeugin wird nun befragt, ob das nicht Vincenz Lippok gewesen sei, der ja bereits feit dem 27. Dezember beim Baron war. Die Zeugin kann dies nicht angeben, fagf aber aus, daß von dem Tage an, an dem das Dienstmädchen durchgebrannt war, Vincenz Lippok als Diener in das Haus des Barons gekommen fei. Wegen biefer Angaben kommt es später zu einer interessanten Auseinan­dersetzung zwischen dem Verteidi­ger und der Zeugin, sowie deren Toch­ter. Die Tochter behauptet nämlich, daß Lippok später eingetreten fei. Der Verteidiger legt aber gerade der Aussage der Frau Broun, daß Lippok am 7. Januar in den Dienst des Barons getreten sei, ein besonderes Gewicht bei.

Die Tochter der Frau Braun, Frl. Anneliese Broun, betont, daß sie ganz genau wisse, daß sie damals den Baron von Woltershausen angerufen habe, weil sie ihn veranlassen wollte, zu seiner leidenden Mutter nach Schweinfurt zu fahren. Die Zeugin wird gleich ihrer Mutter nicht ver­eidigt.

Die nächste Zeugin, die Baronin Adelheid von Waltershausen, geborene v. Below, gibt in ihrer Aussage an, daß sich ihr Mann damals in Berlin befunden Hobe. Im übrigen bewegen sich ihre Aussagen in dem durch die Bekundungen der beiden Zeuginnen Braun gezogenen Rahmen. Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt die Zeugin ferner, daß sie sich mit ihren Schwiegereltern gut verstan­den habe, muß aber zugeben, daß sie hie und da mit ihrer Schwiegermutter Meinungsver­schiedenheiten hatte, die allerdings bald wie­der beigelegt worden seien. Sehr wichtig ist dem Vorsitzenden dann die Schilderung der Zeugin dar­über, wie sie ihre Schwiegermutter zum ersten Male nach dem Mord traf, und w i e diese die Tat geschildert habe. Bei dieser Angelegenheit kommt wieder eine neue Version in der Darstellung der Frau Werther heraus. Hiernach sei sie nämlich aufgewacht durch einen Schrei und habe gerade aus dem Bett springen wollen. Da sei die Tür aufgegangen und der Karl (Liebig) sei gekommen und habe geschossen. Dann habe es eine Pause gegeben, während der Frau Werther gesagt habe:Nicht schießen!" Karl habe entgegnet: N u n erst recht, gnädige Frau." Ferner soll der Hauptmann nicht nur gesagt haben:Mausi, Mausi, sperr zu, daß der Kerl nicht herein'kommt", sondern er habe, was noch nicht bekannt war, als Frau Werther im Zimmer um Hilfe geschrien habe, zu ihr gesagt:Schrei doch nicht, laß das Schreien sein, es hort ja doch nie- ma n d."

Großes Aufsehen erregt eine Zuschrift an den Verteidiger des Angeklagten £ fe big, Dr. Deeg, der diese zu einem ihm geeigneten Zeitpunkt dem Gericht übergeben wollte, die aber vorzeitig auf anderem Wege bekannt ge­worden ist. In dieser Zuschrift wird mitgeleilt, daß die Mutter der Baronin von Woltershau­sen, geborene Frein von Below, eine geborene K u n h e i m sei. Sie stammt aus jener jüdi­schen Familie Kunheim, die die große chemische Fabrik Kunheim & Co. in Berlin gegründet hat. Damit ist die Mutter der Doronin Wol­tershausen einwandfrei als Jüdin festgestellt, und die Behauptung des Borons als Zeuge vor dem Schwurgericht Schweinfurt, feine Frau stamme mütterlicherseits aus einer alten Jndu- siriellenfamilie Berlins, deren arische Abstam­mung nachgewiesen sei, unrichtig.

In der Nachmittagssitzung wurde die Zeugin Baronin Waltershausen nach Beantwor­tung noch weiterer Fragen des Vorsitzenden, des Verteidigers und des Staatsanwaltes vereidigt. Im Anschluß an die Vernehmung mehrerer Zeugen, die nur unsichere Angaben über das Alibi des Ba­rons Waltershausen und andere Fragen machen konnten, wurde die viel gesuchte Zeugin Hannchen R ü 11 e r b u s ch vernommen. Sie war von Oktober 1932 bis 7. Januar 1933 bei Baron Walters­hausen. Auf Fragen, wann der Baron verreist gewesen sei, erklärte sie, bei dem Umzug, den sie mit der Baronin von der alten Wohnung mitge­macht habe, sei der Baron verreist gewesen. Sie glaube, es sei ein Wochentag gewesen. Er sei dann am 1. Dezember wieder zurückgekvmmen. Gerade an diesem Tage habe sie den Baron aus dem Bett heraus ans Telephon rufen müssen. Es sei von Waltershausen ein Gespräch gekommen. Der Baron sei sehr erregt gewesen, und sie hätte gleich in der Stadt Geld holen müssen. Die Herrschaft sei mittags mit dem Schnellzug abgereist und ungefähr acht Tage weggeblieben. Beide wären dann überraschend zurückgekommen. Die Frage, ob es richtig sei, daß der Baron tatsächlich von Mitte Oktober bis 2. Dezember 1933 immer in Ber - l i n gewesen wäre, bejahte die Zeugin. Denn er hätte ja des Geschäftes wegen da sein müssen. Es seien immer Leute zum Einkäufen gekommen. In der Zeit vom 2. bis 5. Januar sei der Baron immer zu Hause gewesen, sie selbst sei vom 5. Ja­nuar an fortgeblieben.

Bezüglich des Alibis von Lippok erklärte ein weiterer Zeuge, es fei einwandfrei festgestellt, daß in der Nacht zum 2. Dezember Lippok an seiner Berliner Arbeitsstätte seine Nachtschicht bis zum frühen Morgen durchgeführt habe. Außerdem hat noch der Zeuge Kriminalkommissar Gustav Schmidt vom Polizeipräsidium Berlin das Alibi Lippoks für die Zeit vom 2. bis 6. Januar 1933 als einwand­frei festgestellt. Der Zeuge Albert Köhler schließlich, der den Auftrag erhielt, Liebig am Mor­gen nach dem Morde zu bewachen, berichtete, daß Liebig sich nur einmal in die Küche entfernte, wo er mit der Köchin gesprochen habe. Es sei a u s g e- schlassen, daß Liebig während der Bewachung irgendwelche Spur en verwischen oder zum Mordzimmer gelangen konnte.

Der Verhandlungen gehen am Donnerstag weiter.

Oer bulgarische Minister­präsident in Berlin.

Berlin, 19. April. (DNB.-Funkspruch.) Heute früh ist, aus London kommend, der bulgarische Ministerpräsident und Außenminister Muscha - n o f f in Berlin eingetroffen. Zu feiner Begrüßung hatten sich eingefunden Staatssekretär von Bü­low vom Auswärtigen Amt, Staatssekretär Lam­mers von der Reichskanzlei, der Chef des Pro­tokolls Graf B a s s e w i tz, Ministerialdirektor Köpke und der Referent für Bulgarien Legations­rat Busse. Außerdem waren der bulgarische Ge­sandte in Berlin Pomenoff, sowie das ganze

Personal der Gesandtschaft und zahlreiche Mitglieder der bulgarischen Kolonie anwesend.

Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges legte der Ministerpräsident des Landes, mit dem uns während des vierjährigen Ringens Waffenbrü­derschaft verband, einen Kranz am Ehrenmal Unter den Linden nieder.

Das Gelöbnis des Vertrauensrates.

Berlin, 18. April. (DNB.) Der Reichsarbeits­minister hat unter dem 13. April 1934 eine neue Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit erlassen. Hiernach ist das in der neuen Arbeitsverfassung vorgesehene feierliche Gelöbnis der Mitglieder des Vertrauensrates am 1. Mai vor der an der Betriebsstätte versammelten Gefolgschaft abzulegen. Das Gelöbnis kann mit Zustim­mung des Treuhänders der Arbeit an dem auf den 1. Mai folgenden Werktag abgelegt werden, wenn infolge der räumlichen Entfernung des Betriebes von dem Ort der allgemeinen Feier des 1. Mai durch eine vorhergehende Betriebsver­sammlung die Teilnahme der Betriebsangehörigen an der Feier der Bevölkerung wesentlich erschwert werden würde.

Ans oller Wett.

Die sechste Partie im Schachweltmeister- schastskampf abgebrochen.

Die erste der drei in Freiburg zu spielenden Partien im Schach-Weltmeisterschafts- kampf die sechste Partie überhaupt begann am Mittwoch im historischen Kaufhaussaal in Frei­burg. A l j e ch i n führte die weißen Steine. Auf­fallend war wieder die lange Bedenkzeit des deut­schen Meisters Bogoljubow, aber auch der Weltmeister überstürzte sich nicht in seinen Ent­scheidungen. Aljechin eröffnete mit dem Damen­bauern. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit spielte der Weltmeister zunächst sehr solide,'baute sich aber im Verlauf eine mächtige Angriffsstellung auf. Weit vorausberechnend opferte er dann einen Springer und später noch einen Läufer. Verdeutsche Meister konnte den Angriff nur dadurch parieren, daß er seine Dame gegen einen Turm von Dr. Aljechin opferte. Die Partie wurde nach fünf Stunden abgebrochen, da es Bogoljubow ge­lang, sich trotz der Zeitnot der Umklammerung des Weltmeisters zu entziehen. In der abgebrochenen Partie hat Bogoljubow einen Turm, zwei Läufer und einen Springer gegen Aljechins Dame und Läufer. Der Weltmeister hat allerdings noch drei Bauern mehr, und die Fortsetzung der Partie wird lehren, ob der deutsche Meister zum Gegenspiel kvmmeü kann, um dadurch den Vorteil des Welt­meisters zu egalisieren. Die Partie wird am Don­nerstagabend zu Ende gespielt.

Reichsstatthatter Gauleiter Sprenger übernimmt die Schirmherrschaft der Auerbacher Festspiele.

Der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der die letzten Vorbereitungen zu den Freilicht - fest spielen im Fürstenlager zu Auer­bach besichtigte, hat die Schirmherrschaft für die Festspiele übernommen und sein Erscheinen zur ersten Vorstellung zugesagt.

Verheerendes Großfeuer wütet in einem Vorarl­berger Dorf. 32 Häuser in Schutt und Asche.

In dem Vorarlberger Bergdorf Fraxern wütete ein verheerender Brand, der fast das ganze Dorf, vor allem die Häuser, die um die Kirche herumliegen, ergriffen hat. Der an das Dorf angrenzende Wald steht ebenfalls in Flammen. Zur Hilfeleistung wurden die Garnisonen von Bregenz und Feldkirch aufgeboten. Das Feuer ist aus bis­her unbekannter Ursache im GasthofAdler" aus- gebrochen und breitete sich, von dem starken Ost­wind begünstigt, mit rasender Schnelligkeit über das ganze Dorf aus. Die zahlreichen Feuer­wehren, die aus der näheren und weiteren Um­gebung zur Hilfe herbeigeeilt sind, standen infolge des Wassermangels dem tobenden Element zunächst fast wehrlos gegenüber. Der Brand wurde auch dadurch begünstigt, daß die zum größten Teil aus Holz gebauten Häuser durch die geradezu hoch­sommerliche Hitze der letzten Tage vollkommen aus- getrocknet sind. Die Vorarlberger Garnison wurde, entsprechend ausgerüstet, in Kraftwagen zur Hilfe­leistung nach Fraxern entsandt. Das Dorf zählt gegen 100 Häuser und über 400 Einwohner. Dem Brande fielen insgesamt 32 Häuser zum Opfer. Den Feuerwehren und dem Militär aus Feldkirch und Bregenz gelang es, das Feuer ein­zukreisen. Unter den abgebrannten Häusern be­finden sich auch die GasthäuserAdler" und Krone". Die Kirche jtefyt noch und liegt nicht in der Brandrichtung.

Wettervoraussage.

Durch den Zustrom kühler Luft, wobei teilweise gewitterartige Niederschläge aufkamen, hat über dem Festland wieder Luftdruckanstieg eingesetzt. Die Störung zieht nordöstlich über Skandinavien ab, läßt ab an ihrer Rückseite weiterhin Kaltluft ab­wärts fließen. Somit entsteht noch wechselhafte Be­wölkung, doch bewirkt der hohe Druck auch Auf­heiterung; die Temperaturen gehen in klarer Nacht noch mehr zurück und dürften in frostgefährdeten Lagen Gefrierpunktnähe erreichen.

Aussichten für Freitag: Wechselnd wolkig und ausheiternd, nachts noch etwas kälter, trocken.

Aussichten für Samstag: Wenig Aende­rung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 18. April: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 19. April: morgens 8,5 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum 6,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. April: abends 14,5 Grad; am 19. April: mor­gens 10,6 Grad Celsius. Niederschläge 1,4 mm. Svnnsnscheindauer 8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, KG., sämtlich in Gießen.

NIVEA

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mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack.