am Volke werden. Wir wollen einen neuen Freiheitsbegriff schaffen. Und das Gefühl für Treue muß wieder an hervorragender Stelle stehen. Wir wollen, daß die Jugend einen neuen Begriff von dem Wort Treue bekommt. Dabei müssen wir uns immer unseren Führer zum Vorbild nehmen.
wenn wir das alles in unsere Jugend hinein- pflanzen, dann wird eine Jugend heran- wachsen, in deren Obhut das Deutschland, das wir gebaut haben, für alle Zeiten und allen Gefahren trotzend bestehen wird.
Dazu muß aber in der Schule ein Erzieherstand stehen, der diesen Aufgaben gewachsen ist. Denn es ist Gewaltiges, was wir heute von dem deutschen Erzieher verlangen müssen. Volk und Jugend wollen in dem Erzieher eine Persönlichkeit, eine Führergestalt mit soldatischem Geist sehen. Wir haben dafür zu sorgen, daß die Heranwachsende Generation der Führer sich zusammensetzt aus Persönlichkeiten. Die Schule der Zukunft wird mit dieser Arbeit mitten im Volke stehen und für das Volk arbeiten, und der Volkserzieher wird der Mann fein, der dem Staat mit die wichtigsten und wertvollsten Dienste leistet.
Volksschule wollen wir wieder werden, sowohl in der Volks- als auch in der Hochschule.
Denn alle diese Schulen haben nur dem Volke zu dienen, der Volkwerdung, der Volkerhaltung und der Volkgestaltung! Deutsche Erzieher, auf zum Kampf um die Zukunft des deutschen Volkes! (Langanhaltender starker Beifall.)
Gauobmann Ministerialrat Ringshausen
betonte in seiner etwa zweistündigen Rede einleitend, daß jetzt andere Werte und andere M a ß st ä b e in Geltung seien als vor einem Jahre oder vor mehreren Jahren. Jetzt finde sich die gesamte Erziehe-schaft, von der Volksschule bis zur Universität, zu gemeinsamer Kundgebung zusammen, was früher niemals möglich gewesen sei.
Niemals Halle diese Einheit des deutschen Volkes und der einzelnen Verussschichten sich vollziehen können, ohne den vorausgegangenen politischen Kamps der RSDAP-, durch den das Chaos im Reiche und auch in den Schulen und Kirchen verhütet worden sei.
Auf der früheren Grundlage hätte man niemals einen neuen Menschen formen können, niemals auch die neue Schule. Das deutsche Volk hat — so sagte der Redner u. a. weiter — alle früheren Widerstände, dynastischen Formen und die zahlreichen Parteigebilde überwunden und ist zu einer Form gelangt, wie es sie seit Jahrhunderten ersehnt hat. Der 14jährige Freiheitskampf der Bewegung, auch gegen die vielfach angewandte Brachialgewalt des alten Staates, hat der NSDAP, die Macht im Staate gegeben und damit die Möglichkeit, neue Staatsformen erstehen zu lassen.
Vor allem ist es jetzt notwendig, daß das überwunden wird, an das sich jeder einzelne Mensch von früher her gewöhnt hat; besonders die ältere Generation muß mancherlei von ihrer Verbindung mit der bisherigen Tradition und alten Gewohnheit । aufgeben; ihr wird es jedenfalls schwerer fallen, zu neuen Formen zu kommen, aber diese Aufgabe! muß gelöst werden.
Der neue Staat wird auch die überwinden, die glauben, sie könnten noch einmal zum Ziele kommen und die in dieser Hoffnung stille INinierarbeit leisten, oder unter dem Anschein des guten Willens versteckt arbeiten in der Hoffnung, den neuen Staat erschüttern zu können.
Alle diese Kreise werden schwer enttäuscht werden. Während das überwundene System auf einem Abgrund aufgebaut war, bauen wir auf einem Grund, der Ewigkeitswerte darstellt, und deshalb ist die Hoffnung der anderen vergeblich. Die Maßstäbe der Vergangenheit werden von uns vernichtet werden. Es werden andere Maßstäbe folgen und damit auch andere Werte in Erscheinung treten. Die frühere Zeit ließ immer nur einen Teil des Volkes führend in Erscheinung treten und drückte die große Masse der Nation abseits und verneinend in den Hintergrund. Das ist jetzt anders geworden. Bei uns ist
nicht allein maßgebend das reine Wissen, sondern vor allem auch der Charakter, der innere Wert des Menschen. Früher ist in dem größten Teile des Volkes bewußt ein Minderwertigkeitsgefühl großgezogen worden. Das war die Anschauung des liberalistifchen Zeitalters.
Unser Führer hat einen anderen Grund bis in die tiefsten Tiefen aufgerissen. Er hat die Quelle des deutschen Lebens ergründet, er ist tief hinab- gestiegen in unser Volk, er hat als ein Psychologe, wie wir ihn noch niemals in unserem Volke hatten, das deutsche Volk zum Erwachen gebracht, das INinderwertigkeitsgefühl beseitigt und den deutschen Menschen lebendig gestaltet. Deshalb steht jetzt das deutsche Volk in freudiger Begeisterung zu ihm, wie es einst als verführtes
Volk gegen ihn stand.
Die deutsche Revolution hat den westlerischen und europäischen Dunstkreis des Intellektualismus zerstört, diese deutsche Revolution ist anti-intellektuell, sie ist aber nicht ungeistig, nicht hoffnungslos und nicht volksfremd. Die internationale Ideologie des Liberalismus und des Marxismus ergab sich aus dem früheren Herrschaftssystem der Intellektuellen mit Folgerichtigkeit. Dieses System war bestrebt, auf dem Grunde von Gesellschaften, Klubs und abgeschlossenen Vereinigungen Beziehungen der einzelnen Bevölkerungsscyichten, Freundschaften und | Kameradschaften zu schaffen. Kameradschaft bildet sich aber nicht an Tischen der Freude, sondern 1 nur draußen im Lebenskampf. Im neuen Staate sind alle derartige Gesellschaften, Klubs usw. völlig überflüssig, sie sind ßug und Trug, sie haben keinen Wert und müssen verschwinden. Dagegen richtet sich auch der jüngste Erlaß des hessi
schen Staatsministers. Selbstverständlich können solche Vereinigungen bestehen bleiben, die einem höheren Zwecke dienen, wie Turnvereine, Sportvereine, Vereine zur Pflege der Musik und der Kameradschaft, Kriegervereine usw., die sämtlich für höhere Zwecke bestimmt sind. Dagegen wird mit der früheren Systemherrschaft des Monopol-Kapitals und der Cliquen endgültig Schluß gemacht. In diesem Sinne ist unsere Revolution auch antikapitalistisch.
An Stelle der Cliquenherrschaft trift jetzt das gesamte deutsche Volk in seiner organischen Gliederung, das die Führerschaft aus sich selbst heraus erwachsen läßt. Der neue Staat beruht auf der unbedingten Identität von Führer und Volk.
Daraus ergibt sich ein neues Volksrecht. Das breite Becken der NSDAP, mit den vielfachen Betätigungsmöglichkeiten bietet dabei Gelegenheit zu reicher Führerauslese nach Maßgabe der Bewährung. Diese ist einzig gebunden an die schöpferische Tätigkeit und die Leistung des einzelnen Menschen. Der Intellektuelle, der rein verstandesmäßige Mensch entfernt sich immer mehr von seinem Vaterland, von seinem Volk, von seiner Muttersprache; er kommt zur Internationale, zum Mammon und zur Gottlosigkeit. Der deutsche Mensch dagegen ist erfüllt von Liebe zur Heimat, zu feinem Volk und zur deutschen Gemeinschaft, er vertraut auf die gesunde Kraft des Volkes, auf fein Können und feine naturgegebene Kraft, er bekennt sich in Demut und Bescheidenheit zu Gott und ist ein charaktervoller Mensch.
Wer ein Bild dieses deutschen Menschen voll Demut und Bescheidenheit in Verbindung mit Genialität und Größe sehen will, der schaue nur auf unseren Führer.
Wir Nationalsozialisten stellen die seelischen und die Charakterwerte in den Vordergrund und führen
unser Volk zurück zu den Bindungen aus Blut und Boden, zu Gott und Vaterland.
Wir stehen jetzt in einem gewaltigen Umbruch. Inmitten dieser Auseinandersetzung steht der Kampf des völkischen Geistesbegrif- fes mit dem der liberalen Zeit. Es war ein Verbrechen jener Zeit, das Volk entgegenzuführen dem göttlichen Willen und dem Ewigkeitswillen den Krieg zu erklären. Dadurch kamen wir an den Rand des Chaos. Dieser Entwicklung setzten wir den Ewigkeitsstandpunkt und das Bekenntnis zum wahren deutschen Wesen, das wir in dem Wort „Charakter" zusammenfassen, entgegen. Wir als Nationalsozialisten und Erzieher müssen uns darüber klar fein, welche Krastströme der deutsche Mensch in sich trägt, die für das Volk nutzbar gemacht werden müssen. Bei uns ist eine Quelle vorhanden, die noch immer den Deutschen zu großen Taten geführt hat: Gott und Vaterland!
Der Goffesbegriff muß in Deutschland gepflegt, gefördert und erweitert werden. Daneben muß die ganze Tiefe des Begriffes „Deutschland!" im seinem Reichtum der Jugend zum Bewußtsein gebracht werden.
In diesem Deutschland lebt ein Volk, das durch schicksalhaftes Geschehen von Jahrtausenden miteinander verbunden ist. Zu diesem Glauben an Deutschland und fein Volk gehört auch der Glaube an die Heimat und die Liebe zu ihr. Wir müssen uns alle bekennen zum Glauben an das Vaterland, an das Volk, an die Heimat, an die Muttersprache und an Gott. In dieser Allumfassung prägt sich der deutsche Glaube aus, das Fundament, auf dem wir bauen.
Die Aufgabe der künftigen Jugenderziehung ist es, die deutsche Jugend immer -wieder hinabtauchen zu lassen in die deutschen Ewigkeitswerte, die sich gründen auf Glauben, Vaterland, Volk, Heimat, Blut und Gott. Dann wird dieses Deutschland ewig bestehen, denn es sind Ewigkeitswerte, die damit der Jugend gegeben werden.
So wollen wir neue deutsche Menschen gehalten und ein Volk, das anders geform ist, als das der Vergangenheit. Die Menschheit fand einst ihren Führer im Heiland, das deutsche Volk fand jetzt seinen Führer in Adolf Hitler. In seinem Geiste muß die neue deutsche Charakterbildung von den Erziehern geleistet werden. Darum ist es auch erforderlich, im Geiste einen neuen Er- zieherstand zu schaffen. Der neue Geist von heute muß überall siegreich durchbrechen. Darum muß sich auch die neue Lehrerbildung nach dieser Seite hin gestalten. Nur dem einen ist zu dienen: unserem deutschen Volke.
Wir wollen lebendige deutsche Erzieher, wahrhafte Volksbitdner im neuen deutschen Geist sein.
Wer den guten Willen dazu hat, dem reichen wir gerne die Hand. Wer aber nicht für uns ist, der ist wider uns. Wir wollen schaffen das neue Reich der Kraft, der Ehre und des Glaubens an Gott und Vaterland. (Langanhaltender stürmischer Beifall!)
Nach kurzen Dankesworten an den Redner und Schlußworten des Kreisobmannes Rektor Nebe - l i n g fand die eindrucksvolle Kundgebung mit dreimaligen begeisterten „Sieg-Heil!"-Rufen auf den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes ihren Abschluß.
Zn -en Gießener Zanrilienblättern
beginnt heute unser neuer I^oman
„Die Schusterkugel" von Hans Iranck
Bauerscher Gesangverein.
Jubiläums-Konzert.
Von seiner Keimzelle aus, dem ausgewählten Kreis der Zelterschen Liedertafel, wurde der deutsche Männergesang im Verlaufe eines Jahrhunderts ZU einer Bewegung, die bis in die fernsten entlegensten Teile unseres Vaterlandes drang und so im wahrsten Sinne volkumfassend geworden ist. Der Ausdruck männlichen Wesens war das geistige Band, das diesen Männerchören ihren Bestand fest sicherte, während die gemischten Chöre in dieser Form sich nicht so andauernd durchzusetzen vermochten.
Dem musikalischen Sondergebiet des Männergesangs wandten sich die Schaffenden, namentlich in der Romantik, gern zu; so wurden z. B. Karl Maria v o n Weber und Heinrich M ar sch n er wegweisend für diesen Stil. Es wäre interessant, die Entwicklung der Männerchorkomposition im Lichte bes vaterländischen und völkischen Gedankens zu verfolgen; denn die Bindungen sind überaus stark. Die Zeiten hoher vaterländischer Erregung und Begeisterung finden den Männerchor an führender Stelle. Die Zwischenzeiten aber lassen dann meist das, was im Vorstoß der Begeisterung erworben wurde, absinken zum Nachahmen des Stiles durch die allzu große Schaffensbereitschaft auch der weniger Berufenen, hierher könnte man auch die vielen, zum Teil mit nachhaltigem Erfolg unternommenen Versuche namentlich des letzten Jahrzehnts rechnen, den Männerchorsatz ausschließlich und um jeden Preis polyphon zu gestalten. Da, wo die Gegebenheit des Textlichen auf Polyphonie hindrängt, und wo in der Bearbeitung einer melodischen Vorlage dem imitierenden Stil zugestrebt werden mußte, werden die polyphonen Männerchöre sich auch für die Zukunft als künstlerisch und sachlich berechtigt erweisen. Die große Zahl aber der Werke, die nur der polyphonen Modetendenz Tribut pflichteten, wird sang- und klanglos in dex Versenkung verschwinden. In unserer Zeit der Selbstbesinnung auf unser Deutschtum wird in erster Linie sich wieder das Musikerleben aus dem Geiste der Harmonie heraus, die ja gerade bei den nordeuropäischen Völkern ihren Ursprung nachweisen kann, dem Männerchor die Wege zu weisen haben, wenn auch nicht nur in der unbedingten Vierstimmigkeit und dem ruhigem Fließen der einzelnen Stimmen.
Männergesang und Volkslied stehen in engster Wechselbeziehung. Nach dem Verdrängen des Volks
liedes aus den Städten in den vergangenen Jahrzehnten war einst unser Heer ebenso die Pflegestätte des Volksliedes, wie jetzt die völkisch-vater- ; ländische Bewegung zum hort und Hüter eines neu erwachten Volksliedsingens und Neufchaffens geworden ist. An dieser Tatsache dürfen unsere' Männerchöre nicht vorübergehen.
Das Programm für das Jubiläums-Konzert des Bauerschen Gesangvereins anläßlich seines 70. Stiftungsfestes zum Besten des Winterhilfswerkes gab der Sphäre des männlichen Lebensgefühles im bejahenden Sinne Ausdruck. Es hielt sich frei von Auswüchsen der Liedertaselei ebenso wie von artistischer Ueberfteigerung des Satztechnischen und war so ausgewählt, daß tiefgründiges Volksempfinden bei allen Hörern zu stärkstem Mitschwingen erregt werden mußte. Maßgebend erschienen die klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten des Männerchores mit seiner Strahlkraft im Forte, dem Sinnbild mannhafter Tatbereitschaft, mit feiner schwebenden Weihe des Piano, gefüllt von gemütvoller Innigkeit.
Professor Dr. Stefan Temesvary h-at die klanglichen Mittel des Bauerschen Gesangvereins in musikalischer Hinsicht zu vollster Entfaltung geführt. Es ist ihm gelungen, die verschiedenartigsten Stimmittel zu einer ausgeglichenen Klangmasse zusammenzuschweißen, die in allen dynamischen Graden stets gesättigte Fülle zeigt. Markig und leuchtend läßt er das Forte bis zum höchsten klanglichen Gipfel sich auswachsen zu machtvoller Größe und zu wuchtigsten, ja erschütternden Akzenten (Sil- ch e r: „Gebet"; Heinrich Rietsch: „Ein schön teutsch Reiterlied"; Webers: „Lützows wilde Jagd".) Demgegenüber war das Piano weich, dunkel gesättigt, geglättet in klanglicher Einheit. (Karl Loewe: „In der Marienkirche" und in den volkstümlichen Weisen.) Mit vorbildlicher Disziplinierung, die den Chor zu einem gefügigen Instrument werden ließ, das in augenblicklicher Anpassungsmöglichkeit dem kleinsten Wink folgt und den ausfallend ruhigen, aber um so markanteren Gebärden des Dirigenten sich unterwirft, hat Professor T e m e s- v a r y auf eine sichere Beherrschung der Ueber- gänge hingearbeitet, und der Eingang des Silcher- schen Chors zeigte ebenso ein weitspannendes Kres- zendo wie die glanzvolle Schlußsteigerung von Marschners „Liedesfreiheit".
Die Textbehandlung war deutlich und plastisch; man konnte sogar durchweg auf die Textbeilage des Programms verzichten. Einige aus dem Dialekt heraus erklärliche Unebenheiten in der Aussprache (so die Anwendung des geschlossenen langen
in der Vorsilbe „ge" und in „es", die zu offene Bildung der Nachsilbe „er" und der stellenweise flache Ansatz des „a") werden sich im Verlaufe weiterer Chorarbeit sicher beheben lassen.
Für die Wiedergabe der einzelnen Chöre schien dem Dirigenten in erster Linie der rein musikalische Vorgang richtungweisend zu sein. Diese Einstellung ist auch überall da berechtigt, wo musikalische und textliche Komponente im völligen Einklang miteinander verlaufen. Bei Strophenliedern gelten für die musikalische Fassung, die meist die allgemeine Grundstimmung des ganzen Liedes oder manchmal auch einer Strophe zum Ausdruck bringt, doch oft eine größere Anzahl von Textstrophen mit durchaus verschiedenem Inhalt. In diesen Fällen ist strengste Angleichung an die Abwandlung des Textlichen, selbst der einzelnen Zeiten, unbedingtes Erfordernis, wenn der wechselvolle Pulsschlag des Textes zu seinem vollen Recht gelangen soll. In der Bearbeitung der N i c o l a i s ch e n Weise „Der Tod und das Mädchen" durch den Dirigenten ließ die Durchgestaltung des Textes die Möglichkeit einer inneren Belebung des Strophenliedes auch durchaus erkennen; denn hier erfuhren die einzelnen Momente des Gedankenganges eine intensive wirksame Ausprägung.
Zwischen den Gesangsvorträgen gaben zwei aufstrebende Talente Proben von dem augenblicklichen Stande ihres Könnens. Waltraut Schattier verrät durchaus eine gediegene geigerische Schulung. Die Durchbildung der linken Hand ist recht weit vorgeschritten; mit der weiteren Entwicklung der Bogentechnik wird ihr sympathischer Ton an Tragkraft gewinnen, und ein weiteres Aufschließen ihres inneren Menschen wird ihrem Spiel eine noch persönlichere Note geben.
In burschikoser Urwüchsigkeit mit musikantischem Impuls blies Stefan Temesvary jr. zunächst das Flötensolo aus der „Zauberflöte" von M o - zart. In Schuberts „Deutschen Tänzen" kam das Frische und Naturhafte seines bis jetzt noch nicht durch Reflektion beschwerten Musizierens zu besonderem Ausdruck, dabei fielen sein voller und weicher Ton und die gut ausgeglichene Fingertechnik angenehm auf. Beide Solisten betreute am Flügel Professor Dr. Temesvary.
Das, was in langer, angespannter Probenarbeit erreicht worden war, fand seine volle Würdigung durch den reichen Beifall der Hörer, der nach der zündenden Wiedergabe von „Lützows wilder Jagd" zu hohen Wogen anwuchs. Dr. H.
Aus der Provinziathauptffadt.
Frau Minna Soldan t-
Am vorigen Freitag wurde in Gießen Frau Minna Soldan unter starker Anteilnahme der SA.-Kameraden ihres Mannes, der SS., der politischen Parteidienststellen, der NS.-Frauenschaft, des BdM., von Vertretern aus dem Gastwirte» beruf und anderer Mitbürger zur letzten Ruhe bestattet. Mit dieser Frau, die durch einen plötzlichen Tod mitten aus arbeits- und kämpfereichem Schaffen abberufen wurde, ist eine deutsche Volksgenossin dahingegangen, deren Wirken für das Deutschtum im allgemeinen und für die nationalsozialistische Erhebung im besonderen eine öffentliche Würdigung angebracht erscheinen läßt.
Schon kurz nach ihrer Verheiratung folgte Frau Soldan ihrem Gatten nach Santo Domingo in Westindien, wo sie mit ihrem Manne wacker und aufrecht auf Vorposten für das Deutschtum stand. Nach mehreren Jahren nach Deutschland zurück- gekehrt, nahmen beide in ihrer neuen engeren Heimat — in Lothringen — wiederum mit aller Tatkraft den Kampf für das Deutschtum auf, den sie so entschieden führten, daß sie nach dem unglücklichen Kriegsausgang von den Franzosen vertrieben wurden. In ihrer nunmehrigen Heimat in Gießen stellte Frau Soldan mit ihrem Manne alle persönliche und wirtschaftliche Kraft in den Dienst der Bewegung Adolf Hitlers. Dabei wurde Frau Soldan zur besonders tatkräftigen und opferfreudigen Vorkämpferin für die NS.-Frauenschaft, in der sie maßgeblich tätig war. Weiterhin nahm sie sich mit vorbildlicher mütterlicher Güte aller Bedrängten und hilfsbedürftigen an, insbesondere der arbeitslosen und wirtschaftlich schwer ringenden SA.-Kameraden. Daneben gestaltete sie ihr Haus zu einer allezeit offenen Zuflucht für bedrängte deutsche Volksgenossen. Mit ihrem Manne war sie eine unentwegt aufrechte und vorbildliche Kämpferin für das nationalsozialistische Ideengut des Führers. So war sie für viele Frauen und Männer ein Vorbild echten Frauentums, bescheidenen deutschen Wesens und musterhafter Charakterstärke.
Wie sehr diese Frau hochgeschätzt wurde, bewies die außerordentlich starke Beteiligung bei der Bei- setzung ihrer sterblichen hülle. Das Andenken an diese oeutsche Frau und Kämpferin wird bei allen, die sie kennen und schätzen gelernt haben, immer in Ehren fortleben.
Hoheitsschilder für die Dienststellen der NSDAP.
Wie das Gaupresseamt mitteilt, erhalten sämtliche Dienststellen der Kreis-, Ortsgruppen- und Stützpunktleitungen der NSDAP, auf Anordnung der Reichsleitung einheitliche Schilder, die an den Grundstücken, in denen sich die Geschäftsstellen befinden, angebracht werden. Die Schilder führen neben der Dienststellenbezeichnung selbst die Bezeichnung NSDAP, und tragen das Hoheitszeichen der Partei. Damit ist auch nach außen bin gekennzeichnet, daß die NSDAP, als wichtigste Funktion im öffentlichen Leben gilt.
Die heutige Abschiedsfeier für Oberbürgermeister Dr. Kelter.
Von der Pressestelle der Bürgermeisterei wird uns mitgeteilt:
Bei der heute, Montag, durch die Stadtratsfrak- Hon der NSDAP, stattfindenden Abschiedsfeier für Herrn Oberbürgermeister Dr. Keller wird das städtische Orchester mitwirken. Da der Herr Oberbürgermeister gewünscht hat, die Veranstaltung möge im Stadthaus, der Stätte feiner Wirksamkeit stattfinden, wird in Anbetracht des beschränkten Raumes dafür Sorge getragen werden, daß für diejenigen, die einen Platz im Sitzungssaale nicht finden können, eine Uebertragung der Ansprachen nach dem Garten erfolgt.
Am 20. März keine Kundgebung in Frankfurt.
Das Gaupresseamt teilt mit: Die für den 20. März vorgesehene Kundgebung zum Auftakt der Ar- beitsschlachr findet nicht statt und muß auf einen späteren Termin verlegt werden: Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit.
Kinderbesuch beim Märchen-Grimm.
Jakob Grimm — so erzählt uns sein Neffe Herman — arbeitete eines Tages in feinem Studierzimmer, als es bescheidentlich an feiner Tür klopfte. Ein kleines Mädchen trat ein und machte einen artigen Knicks. „Bist du der Herr Grimm?" fragte sie. „Jawohl", lautete die Antwort, „so heiße ich." „Bist du der Herr Grimm, der die schönen Märchen gemacht hat?" „Ja", erwiderte der Gelehrte lächelnd, „die habe ich mit meinem Bruder Wilhelm zusammen geschrieben." „Dann hast du doch auch das Märchen vom klugen Schneiderlein gemacht?" fragte die Kleine weiter. Grimm bestätigte es. „Dann bin ich dir einen Taler schuldig", sagte das Kind, „denn unter dem Märchen steht: Und wer's nicht glaubt, zahlt einen Taler! und ich glaube die Geschichte nicht. Aber ich kann dir heut nur vier Groschen geben, mehr habe ich nicht in meiner Sparbüchse, ich will das andere später bringen." Da lachte Jakob Grimm herzlich, nahm die vier Groschen und ließ die Kleine heimgehen. Dann aber schickte er die vier Groschen durch seinen Diener an die Mutter des Kindes zurück und noch einen Taler für die Sparbüchse dazu, denn solche kindliche Aufrichtigkeit war ihm noch nicht vorgekommen ...
Zeitschriften.
— „Die schöne alte Stadt ist ein langsam gewachsener Organismus, der die Wesenheit der Geschichte und Kultur eines Dolksstammes einmalig ZU Gestalt bringt. Wenn sie bildhaft ganz lebendig werden soll, muß man das hinter ihr verborgene Leben in allen seinen Teilen aufsuchen und es neben ihre schönen Sinnfälligkeiten stellen." Bremen, eine der ältesten unter den Städten Niedersachsens, ist solch ein langsam gewachsener Organismus. Viele Zeugen einer fast 1200jährigen Vergangen« heit sprechen zu dem, der ihre Sprache zu deuten vermag. Eine solche Deutung gibt die Sondernummer der 11 l u st r i r t e n Zeitung (I. I» Weber, Leipzig). Die Bilder aus Bremens Vergangenheit, die Doktor Friedrich Prüfer hervorzaubert, künden vom Werden und Wachsen dieser alten hansastadt. Den bremischen Menschen sucht uns Dr. Hanns Meyer näherzubringen: diesen bedächtigen niederdeutschen Menschen, der seine bäuerliche Herkunft nicht verleugnen will, und durch dessen Adern doch Abenteurerblut fließt, das ihn immer wieder zu kühnen Unternehmungen an-
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"mein M Mamlich ber Schaffung! »efcunq für weiten, die Momme n( ton yesetzli
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