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denkt, denn auch für sie ist dieses Opfer Symbol ge­worden, für sie hat das Wort Stolz wieder Sinn bekommen. Wir wollen nicht nur, wie es unsere Pflicht ist, mit den Mitteln des Staates scharf zu­packen, wir wollen auch alles tun, um das Ver­trauen des Volkes zu stärken und zu för­dern, und wir wollen alles tun, um so zu leben, daß jene Unterwelt keine Möglichkeit zu erbärm­lichem Widerstand gegen Deutschland hat und deutsche Brüder nach einer falschen Richtung ein­gesetzt werden müssen. In feierlicher Stille wurden dann vor der Ehrentafel am Turm die Kränze des Führers, des Ministerpräsidenten und des Stabs­chefs niedergelegt. Ein Vorbeimarsch der Schutz­polizei, der "Kampfteilnehmer der Polizei und der Einwohnerwehr, der SA., SS. und HI. beendete die weihevolle Stunde.

Lustfahrt tut not!

Der geplante große Flug tag mußte wegen un- günstiger Witterung abgesagt werden. Dagegen nahm Reichsminister Göring die Einweihung der neuen Flugsporthalle vor, wobei er u. a. ausführte: In all den Monaten, seitdem ick an der Spitze der deutschen Luftfahrt stehe, habe ich

nicht geruht und gerastet, der Welt immer wieder zu sagen, daß Deutschland so lange wehrlos ist, so lange es keine Sicherheit hat, so lange es keine Gleichberechtigung erhält, so lange man uns wehren will, uns auch oben im deutschen Luftraum zu verteidigen, wie es uns auf der Erde erlaubt ist. Wir werden weiter der Welt gegenüber diese Forderung stellen. Es ist gro­tesk, daß wir hören, daß Deutschland die Sicherheit der anderen Völker bedrohe. Angesichts von Nach­barn, die in Waffen erstarrt sind und die größte und mächtigste Luftflotte besitzen. Man kann nicht verlangen, daß wir tatenlos zusehen, wie sie kommen, um unsere Städte zu vernichten, unser Land zu zerwühlen. Darum tut die Luft­fahrt not. Und wenn uns heute noch die Ma­schinen versagt sind, wenn uns heute noch eine Mi­litärluftfahrt verboten ist, dann können sie nicht ÄenGeist verbieten, können Deutschland der­einst nicht ausschließen von der tausendjährigen Sehnsucht der Menschheit, sich auch frei in der Luft zu bewegen. Ob die Jungens sich ein kleines Flug.- zeug zusammenbasteln, ob andere hier eine mächtige Halle errichtet haben, das alles ist ein Gan­ze s, soll den einen Zweck haben, unserem Volke zu dienen.

Gottlieb Daimlers 100. Geburtstag.

Eindrucksvolle Ehrungen für den großen deutschen Erfinder.

Am 10 0. Geburtstag Gottlieb Daim - lers fanden in Stuttgart, Untertürkheim und in Bad Cannstatt Ehrungen und Gedenkfeiern statt. Am Grabe Daimlers in Cannstatt wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. Mit einer Gedenkfeier in den Daimler-Denz-Werken in Untertürkheim, in der u. a. Reichsstatthalter Murr teilnahm, begannen die Feierlichkeiten. Generaldirektor Dr. h. c. Kissel gab eine Würdigung der Persönlichkeit Daimlers und einen Ueberblick über die Entwicklung der Welt­firma. Anschließend fand vor dem Denkmal Daim- lers in Cannstatt ein Festakt statt. Ansprachen hielten der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. S t r ö l i n , Ingenieur Dr. Heller für den DdI. und Fliegerkommandant Standartenführer Sommer. Beide Feiern schlossen mit einem be- geisterten Treuebekenntnis zum Führer.

Den Höhepunkt der Stuttgarter Daimler-Ehrung bildete ein Festakt im Landesgewerbe-Museum, an der außer den Kindern Daimlers die gesamte würt- tembergische Staatsregierung teilnahm. Außer Ober» bürgermeister Dr. Strölin und dem Führer des VdJ., Direktor Matschoß hielt der württember- gische Innenminister eine Rede zu Ehren des gro­ßen deutschen Erfinders. Den Abschluß der Feier bil­dete eine Veranstaltung des DD2lC., während in der Geburtsstadt Daimlers, Schorndorf, unter großer

Beteiligung aus allen Kreisen des Volkes Ehrungen staüfanden, u. a. die Enthüllung einer Ge­denktafel am Geburtshaus.

In Berlin wurde in der Autohalle am Kaiser­damm eine kurze Gedächnisfeier veranstaltet, zu der Vertreter des Reichswehrministeriums, der SA. und SS., sowie der Automobilindustrie er- schienen waren. Im Namen der Autoindustrie sprach Dr. Schippert, Mitglied des Aufsichtsrates der Daimler-Benz-Werke. In Vertretung des Reichs­verkehrsministers sprach Ministerialdireklor Bran­denburg, der einen großen Lorbeerkanz niede- legte. Weiter war der Chef des Kraftfahrwesens der SA., Obergruppenführer Hühnlein, an­wesend, der in seiner Ansprache Daimler als einen wirklichen Führer im nationalsozialistischen Sinne bezeichnete, der vom einfachen Werksangehörigen zum Gründer eines der größten Automobilwerke der Welt wurde. Hühnlein schmückte die Büste Daim­lers mit einem Kranz des Reichskanzlers.

Die eigentliche Feier des 100. Geburtstages Gott­lieb Daimlers wird mit einer Denkmalsein­weihung im April d. I. am Geburtsort des Er­finders verbunden werden, zu der der Reichsver­kehrsminister von Eltz-Rübenach seine Teil­nahme zugesagt hat.

Der Reichsireubund ehemaliger Verusssoldalen weiht seine neuen Zahnen.

Reichswehrminister von Blomberg hält die Weiherede.

Berlin, 18. März. (DNB.) Der Reichs- treubund ehemaliger Berufssoldaten führte am Sonntagmittag mit der Weihe von etwa 100 Fahnen seine erste öffentliche Veranstaltung im Berliner Sportpalast durch. In dem Reichstreubund sind zusammengefaßt der frühere Reichsbund der Zivildien st berechtigten sowie die Treubünde der Wehrmacht und andere sol­datische Organisationen der neuen Wehrmacht. Der Bund umfaßt 150 000 Mitglieder in mehr als 1000 Ortsgruppen.

Zu der Weihestunde im Sportpalast hatten sich mehr als 12 000 Bundesmitglieder versammelt. Auf einer Ehrentribüne auf einer Längsseite des Saales nahmen außer dem Reichswehrminister von Blomberg, dem Chef der Heeresleitung, General F r f) r. v. Fritsch und zahlreichen ande­ren hohen Offizieren der Reichswehr, der Reichs­marine und der Polizei, Vertreter der SA. und SS., der politischen Organisationen, des Luftsport­verbandes, und vieler Verwaltungsbehörden Platz, unter ihnen Staatssekretär Hier! und Polizeiprä­sident Gras Helldorf.

Der Bundespräsident Oberbürger­meister Schwede-Eoburg

einer der ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, wurde mit dem Koburger Iosiasrnarsch empfangen. Der Einzug der alten Regimentsfahnen, der neu zu weihenden Bundesfahnen und einer 'Reihe von Standarten und Sturmfahnen erfolgte runter den Klängen des Hohenfriedberger Marsches. 'Nach dem Erscheinen des Reichswehrministers be- »grüßte der Bundespräsident Schwede die Kame- iraden.

Feierlich schallte der Gesang des Niederländischen Dankgebetes durch den Riesenraum. Dann nahmen Die Feldbischöfe der Wehrmacht die Weihe der Kähnen vor, die die schwarzweißroten Farben des Meiches mit dem Symbol der nationalsozialistischen Revolution vereinigen. Der evangelische Feldbischof ID. Schlegel sprach von der mannhaften Fröm- amigteit, die der deutsche Soldat im Weltkriege zeigte mnd die auch den Kampf um die nationale Er­hebung auszeichnete. Der katholische Feldprobst Markowski nannte den Soldaten das Rückgrat Sdes deutschen Volkes, das Vorbild der deutschen Tugend. Nach dem Gesang des LiedesBlühe deut­sches Vaterland" sprach

Reichswehrminister

Generaloberst von Blomberg

über die Begriffe Kameradschaft, Opferbereitschaft und Treue:

Kameradschaft, das war die Triebfeder, (Die Sie, welche den Treubünden und dem Reichs­bund der Zivildienstberechtigten angehörten, zu Mitgliedern dieser Bünde werden ließ. Opfer­bereitschaft und Treue, das war der In- Jalt, der Ihren Bünden Leben und Gestaltungs­kraft gab. Kameradschaftspflege und Fürsorge, das st der Grundgedanke, in dem beide nunmehr ver­einigt sind und durch den sie tief im Urgrund nationalsozialistischen Denkens wurzeln: Nicht der eigenen Person, sondern d e m Volksgenossen und Dolksganzen gilt Ihre Arbeit, gilt die Arbeit des Reichstreubundes! Der Geist, der seine »efte Verkörperung findet in zwei Gestalten: der hrsurchtgebietenden unseres Herrn Relchsprä- identen Generalfeldmarschall von Hinden- i«urg und der unseres Volkskanzlers und Führers Adolf Hitler. Der Geist, der an uns Deutsche nur eine, aber so hohe Forderung stellt: t'ie ganze Kraft, das ganze Können, den ganzen Mann für eines einzusetzen: für Deutschland!

Erfüllen Sie, Kameraden vom Reichstreubund, diese Forderung im Sinne echten Soldatentums: in wahrhafter Kameradschaft, in treuester Pflicht­erfüllung, in höchster Opferbereitschaft. Solches Handeln und solches Streben ist auch zugleich der Inhalt besten deutschen Beamtentums. In diesem Sinne übergebe ich Ihnen, Herr Bundespräsident, die Fahnen des Reichstreubundes in Ihre Obhut. Mögen sie dem Bunde stets voranwehen zur Ehre deutschen Soldatentums!

Bundespräsident Schwede

nahm das Wort und führte aus: Der erste Gruß unserer neugeweihten Fahnen gilt den gefalle­nen Kameraden aus großer Zeit, die durch die Jahrhunderte der deutschen Geschichte als stolze Waffenträger ihr Leben für des Vaterlandes Ruhm und Ehre freudig hingegeben haben. In dieses Gedenken schließen wir ein die ebenso heldenhaf­ten Kämpfer aus der braunen Front Adolf Hitlers, die in dem großen Ringen der letzten Jahre um die innere Freiheit des deutschen Volkes und die nationale Wiedergeburt der Nation freudig und mit jubelnder Begeisterung ihr Leben für Volk und Vaterland dahingegeben haben. In Ehrfurcht und Dankbarkeit neigen wir uns vor dem greifen Haupt unseres verehrten Herrn Reichspräsi­denten, dem Generalfeldmarschall des Welt­krieges, dessen Herz in alter Treue für fein deut­sches Volk und in väterlicher Liebe, warm für feine alten Soldaten schlägt. Gerade wir alten Soldaten danken dem Herrn Reichspräsidenten, daß er durch seinen bedeutsamen Entschluß den Führer des Volkes, unseren F r o n 11 a m e r a b e n Adolf Hitler zum Kanzler des Reiches berufen und damit der Befreiung des deutschen Volkes die Bahn freigemacht hat. Unserem Führer und Kame­raden Adolf Hitler danken wir als alte Soldaten, daß er die Ehre des deutschen Frontsoldaten wieder hergestellt hat. Wir Soldaten geloben unsere ganze Kraft für das Aufbauwerk des Führers aufzuopfern.

Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der Veranstaltung. Im Pa­rademarsch zogen die Fahnen an dem Reichswehr­minister und dem Bundespräsidenten vorüber. Dom Sportpalast aus zogen die Teilnehmer in ge­schlossenem Zuge zum Ehrenmal unter den Linden.

3ur Wahrung der Würde der Feiertage

Berlin, 17. März. (DNB.) Der Reichsinnen­minister und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda haben eine Ausführungsverord­nung zu dem Gesetz über die Feiertage erlassen. Danach sind verboten alle öffentlich b e - mertbaren Arbeiten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträchtigen. Das Verbot gilt nicht für den Betrieb der Reichspost und der Eisenbahnunternehmungen, für unaufschiebbare Ar­beiten, die zur Befriedigung häuslicher oder land­wirtschaftlicher Bedürfnisse, zur Abwendung eines erheblichen Schadens an Gesundheit oder Eigentum, im Interesse öffentlicher Einrichtungen oder An­stalten, zur Verhütung eines Notstandes oder zur Vorbereitung der am folgenden Tage stattfindenden Märkte erforderlich sind, für leichtere Arbeiten in Gärten, die von den Besitzern selbst ober ihren Angehörigen vorgenommen werden.

Während der ortsüblichen Zeit des haupl- gottesdienstes sind verboten:

1. Oef sentliche Versammlungen, so­fern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird.

2. Alle der Unterhaltung dienenden öffent­lichen Veranstaltungen, sofern nicht ein höheres Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung oder ein politisches Interesse vorliegt.

3. Auf - und Umzüge, sportliche und turne­rische Veranstaltungen sowie Hetz- und Treibjagden auf Wild, sofern hierdurch der Gottesdienst un­mittelbar gestört wird. Ausnahmen sind zugelassen.

Am Karfreitag und am Bußtag sind außerdem verboten:

1. Sportliche und turnerische Veranstaltungen.

2. In Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art.

3. Alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen ohne ernsten Charakter.

Veranstaltungen, wie zuletzt unter 2. und 3. ge­nannt, sind auch am Heldengedenktag verboten.

Am Vorabend des Oster- und Weih- nachtsfestes, am er ft en Oftertag und am ersten Weihnachtstag find öffentliche T a n z l u st b a r k e i t e n v er b o t e n , es fei denn, daß bei ihnen ausschließlich deutsche Volkstänze ge­langt werden.

Um die Bezahlung der Arbeitsstunden am 21. März.

Berlin, 17. März (DNB.) Amtlich. Die Frage der Bezahlung der Arbeitsstunden, die

wegen Teilnahme an den feierlichen Veranstaltungen am 21. März, insbe­sondere an der Rundfunkübertragung bei der Rede des Führers ausfallen, regelt sich ebenso wie seiner­zeit bei der Uebertragung der Rede des Führers aus den Siemenswerken vor den Wahlen des 12. Novem­ber 1933. Eine Bezahlung der ausfallenden Ar­beitszeit findet also nicht ft a 11. Es ist jedoch allen Arbeitnehmern Gelegenheit zu geben, die ausgefallenen Arbeitsstunden nachzuholen-

Kunst und Wiffenschast.

Wilhelm Meyer-Förster f.

Wilhelm Meyer -Förster, der Dichter von A l t - H e i d e l b e r g", ist im Alter von 72 Iah- ren nach langem schwerem Leiden in Berlin g e storben.Alt-Heidelberg" ijt das Theaterstück, das den größten Bühnenerfolg aller Zeiten errungen hat. Es ist in fast sämtliche Sprachen der Welt über­setzt worden. Gegenwärtig läuft es in südafrikani­scher Sprache in Johannesburg und in japanischer Sprache in Tokio. Auch in Paris ist es im letzten Winter mehrere Wochen hindurch gegeben worden.

Dom hessischen Landestheater.

Verwaltungsdirektor Waldeck vom Hessischen Landestheater in Darmstadt ist auf weitere zwei Jahre als Verwaltungsdirektor und Stellvertreter des Generalintendanten bestellt worden.

Aus aller Well.

Geht Jnsull nach Abessinien?

Der DampferMeotis", an dessen Bord sich der amerikanische Betrüger Jnsull befindet, ist in Piräus eingelaufen. Die griechische Regierung hat Jnsull eine Frist von 24 Stunden gesetzt, während der er abzureisen hat. Starke Schutzmaßnahmen sind vorgesehen, damit er nicht etwa durch ameri­kanische Detektive gewaltsam entführt werde. Jnsull ist mitgeteilt worden, er könne zu seiner Reise entweder dieMeotis" oder irgend ein anderes Schiff benutzen. DieMeotis" nahm in aller Eile Kohlen und Proviant an Bord, um mit Jnsull innerhalb der gesetzten Frist in See zu gehen. Das Schiff steuert zunächst Port Said an. Wie man hört, dürste das Schiff dann Kurs auf Djibouti nehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Jnsull in Abessinien Aufenthalten nehmen, da zwischen diesem Lande und den Vereinigten Staaten kein Auslieferungsvertrag besteht.

Nächtliches Großfeuer bei Spanbau. Zwei Verletzte.

In einem Bootsschuppen in Pichelsborf bei Span­bau brach in ber Nackt zum Montag ein Feuer aus, bas rasch um sich griff. In kurzer Zeit stan- ben eine Werft, eine Bootshalle, mehrere Boots­häuser unb einige Wohnlauben in hellen Flammen. Die Feuerwehr ging mit mehreren Rohren gegen ben Brand vor. Von ber Wasserseite her bekämpfte ein Feuerlöschboot bas entfesselte Element. Bei ben Löscharbeiten stürzte eine Mauer ein. Ein Feuer- wehrmann erlitt Brüche beiher Oberschen­kel, Branbwunden unb vermutlich eine Ver­letzung ber Wirbelsäule. Er mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werben. Auch ein Zi­vilist, ber sich an den Löscharbeiten beteiligt hatte, trug Brandwunden mit Kopfverletzungen davon und mußte ins Krankenhaus eingeliefert wer­den. Nach mühseligen Arbeiten konnte die Wehr Feuer eingekreist" melden. Der Brandschaden soll sehr beträchtlich sein.

Schwere Explosion in einer französischen Alkohol­fabrik. 2 Tote, 4 Schwerverletzte.

Eine Alkoholfabrik in Chambon bei Surgeres ist von einer schweren Explosion heimgesucht worden. Bisher sind zwei Tote und vier Schwer- verletzte festgestellt worden. Durch die Explo­sion wurden die in der Nähe liegenden Bahngleise beschädigt. Der Zugverkehr muß umgeleitet wer­den. Die Landstraße, die in der Nähe vorbeiführt, wurde zum Teil aufgerissen. Auch die Telefonoer­bindung ist unterbrochen. Die Feuerwehr konnte dis jetzt die Behälter mit 40 000 Hektoliter Alkohol vor dem Feuer schützen.

Zwei Jahre Zuchthaus für einen betrügerischen Zeitschriftenwerber.

Das Kasseler Schöffengericht verurteilte ben 44jährigen Kaufmann Franz Liebegott aus Kassel wegen fortgesetzter gewinnsüchtiger Urfun« benfälschung in Tateinheit mit Betrug zu zwei Jahren Zuchthaus unb drei Jahren Ehr­verlust und erließ Haftbefehl gegen ihn. Der einmal vorbestrafte Angeklagte hatte in zehn Fällen Be­zugsbestellungen von einem Monat auf drei Mo­nate umgefälscht, um dadurch eine höhere Provi­sion zu erlangen. Das durch diese Betrügereien ergaunerte Geld wird auf einige Mark geschätzt. Der Angeklagte hat die hohe Strafe seiner unglaub­lichen Lügerei zu verdanken, so daß das Gericht erst eine Anzahl von Zeugen hören mußte, um ihn zu überführen.

Späte Aufklärung einer kommunistischen Mordtat.

Arn 15. März 1920 wurde ber Pionierleutnant Selschopp in Spanbau von einem Zuge kom­munistischer Demonstranten umringt unb burch mehrere Schüsse töblich verletzt. Als jetzt burch eine Zuschrift an bie Schriftleitung besAn­griff" bekannt würbe, baß sich ber frühere KPD.- Angehörige Wilhelm Kurzhals bamit gebrüstet habe, bem Täter seine Schußwaffe in bie Hanb ge­drückt zu haben, wurde der Fall erneut aufgegrif­fen. Die Ermittlungen führten nun zur Festnahme des stüheren kommunistischen Funktionärs Her­mann Pusch in Spandau. Mehrere Zeugen haben ihn als den Mann wiedererkannt, der sich am Ein­gang des Krankenhauses Spandau auf die Bahre, auf der ber schwerverletzte Pionierleutnant lag, stürzte unb mehrmals mit einem Messer in viehi­scher Weise auf ben Hilflosen einstach. Gegen Kurzhals unb Pusch hat ber Dernehmungsrichter bereits Haftbefehl erlassen. Ob einer ber beiben ober ein Dritter bie Schüsse auf Selfchopp abge­geben hat, muh noch festgestellt werben.

Sühne für bie Ermordung eines Stahlhelmers.

Das Breslauer Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Bauarbeiter Hahn wegen Mordes zum Tode unb zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit unb ben kaufmännischen Angestellten Wilhelm H e i b a wegen Beihilfe zum Morbe zu zehn Jahren Zuchthaus unb zehn Jahren Ehrenrechtsverlust. Hahn hatte bei bem Stahlhelmtag in Breslau am 30. Mai 1931 ben Stahlhelmmann Gustav Müller aus Grünberg erschossen, nachbem Müller von einer Rotte Kommunisten niebergeschlagen worben war. Heiba hatte hierzu Beihilfe geleistet, inbem er Hahn bie Pistole übergab unb nach ber Tat bafür sorgte, baß bie Waffe versteckt wurde.

Schwere Stürme im Golf von Biskaya.

Im Golf von Biskaya unb im Atlantischen Ozean würbe bie Schiffahrt am Samstag unb Sonntag burch schwere Stürme erheblich behinbert. Einige Ozeanbampfer trafen mit Verspätungen bis zu 48 Stunben in Plymouth ein. Ein Offizier bes britischen 11000-Tonnen-DampfersMantua" be­richtete, baß bas Schiff im Golf von Biskaya 12 Stunben lang habe beibrehen müssen, ba es in beängftigenber Weise gerollt unb sich bis zu 40 Grad auf bie Seite gelegt tjabe. Währenb ber Zeit von fünf Tagen habe kein Passagier auf Deck kommen können, benn fortgesetzt sei es von großen Wellen überspült worben. Der französische 25 000-Tonnen-DampferLatayette" kam aus Neu- york in Plymouth mit acht Stunben Verspätung an. Das Schiff hatte fünf Stunben lang beibrehen unb von feiner Route stark abweichen müssen. Einer ber Passagiere hat einen 21 r m b r u cf) er­litten; er hatte versucht, eine Tür in bem Augen­blick zu schließen, als eine riesige Welle über Deck fegte.

Eigenartige Naturkatastrophe in Rumänien. Zahlreiche Häuser eingestürzt.

Von einer eigenartigen Naturkatastrophs wurde das rumänische Dorf 3igoreni heimgesucht, wo plötzlich 48 Häuser einstürzten und zahl­reiche andere Gebäude so schwer beschädigt wurden, daß die von Panik ergriffene Bevölkerung die ganze Ortschaft räumte. Es handelt sich um Bodenverschie- bungen durch zahreiche unterirdische Quellen, die weithin den Boden unterwaschen hatten. Diese Verschiebungen sind so beträchtlich, daß sich das ganze Landschaftsbild verändert. Ein Ziehbrunnen wanderte über hundert Meter weit, ohne zusammen­zufallen. Von hohen Bäumen ragen stellenweise nur noch die Spitzen aus der (Erbe. Ganze Straßen sind verschwunben unb sogar Weingärten sindüber Land gewandert". Aehnliche Meldungen kommen aus den Nachbardörsern, wo sich ber Boden eben­falls in Bewegung gesetzt hat und wo einige zwan­zig Häuser bisher eingestürzt sind oder schwer beschädigt wurden. Verluste an Menschenleben sind jedoch nirgends zu beklagen, obwohl z. B. bas Dorf Otteneschti nur noch ein Trümmerhaufen ist.

40 000 Leinenwebslühle sollen vernichtet werben.

Der Petit Parisien veröffentlicht eine Melbung aus Lille, wonach ber Verbanb ber dortigen Besitzer von Leinenwebereien beschlossen habe, u m ber Absatzkrise vorzubeugen, eine Reihe von Betrieben st i 113 u l e g e n unb etwa 40 000 Webstühle zur Unbrauchbarmachung anzukaufen. Die Arbeitnehmer ber Leinenwebereien hätten gegen biefen Plan, ber sie für immer ihrer Arbeits­möglichkeit berauben würbe, Einspruch erhoben unb behauptet, baß ber Betrieb ber Webereien ber Liller Gegenb sehr wohl weiter aufrechterhalten werben könnte.

Fußballmannschaft im Autobus verunglückt. Zwanzig Verletzte.

Arn Sonntagvormittag ereignete sich bei Eltmann (Main) ein schwerer Kraftwagenunfall. Ein Autobus, ber die Mannschaft des Fußballklubs Schweinfurt nach Bayreuth bringen sollte, stürzte eine Böschung hinab und überschlug sich. Von den 29 Insassen bes Wagens wurden vier schwer und 16 leichter verletzt.

Feuer in einem chinesischen Krankenhaus. 41 Menschen verbrannt.

Nach einer Meldung aus der chinesischen Hafen­stadt Tschifu ist in Chailin, in ber Nähe von Tschi- fu, ein Großfeuer in einem Krankenhaus aus- gebrochen. Nach ben bisherigen polizeilichen Mit­teilungen sollen 41 Menschen ums Leben ge­kommen sein. Das zweistöckige Gebäube bestand ganz aus Holz, Der Brand soll durch Unvorsichtig­keit verursacht worden sein.

Wettervoraussage.

lieber Deutschland ist bas Barometer etwas an- gestiegen, so baß es über ben Alpen zur Entwick­lung eines flachen Hochbruckkernes kam. Mit bem Vorbringen bes kräftigen Tiefs aus Westen brehen bie Winbe allgemein auf Süben zurück. Infolge­dessen heitert sich ber Himmel zunächst auf, boch wirb burch bie Zufuhr milber Lust später roieber Bewölkung hervorgerufen, bie teilweise auch zu Niederschlagen führt. Die Temperaturen steigen dabei weiter an.

Vorhersage für Dienstag: Mild, an­fangs noch ausheiternd, bann stärker bewölkt, auf- kommenbe Niederschläge.

Lufttemperaturen am 18. März: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 3,4 Grad; am 19. März: mor­gens 1,5 Grad. Maximum 8,1 Grad, Minimum 0,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 4,5 Grad; am 19. März: morgens 2,3 Grad Celsius. Niederschläge 0,6 mm. Son­nenscheindauer 1 Stunde.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An- zeigen: Theobor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck unb Verlag: Brühl'fche Unioersitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K. G^ sämtlich in Gießen.