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völkerung verfolgt mit Anteilnahme den Verlauf der Krankheit der allgemein sehr beliebten Königin- Mutter. Die Königin und die Thronfolge- r i n wellten am Samstag und Sonntag eine Zeit- Lang an ihrem Krankenlager. Verschiedene Mitglie­der des Haager diplomatischen Korps, darunter auch der deutsche Gesandte, statte­ten im Schloß der Königin-Mutter Besuche ab, um sich persönlich nach ihrem Befinden zu erkundigen.

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Königin Emma, die Witwe König Wilhelms III. der Niederlande, ist eine geborene Prinzessin von Waldeck. Nach dem Tode ihres Gatten am 23. No­vember 1890 führte sie bis zur Großjährigkeitser­klärung ihrer Tochter, der Königin Wilhelmina, im Jahre 1898 die Regierung. Die jetzt 76jährige Kö­nigin erfreut sich beim holländischen Volk großer Beliebtheit.

Oie Aufhebung der Oberpost­direktion Darmstadt.

Keine Schädigung der Verkehrsinteressen.

Berlin, 17. März. (DNB.) Nach dem Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwal­tung vom Februar d. I. werden am 1. April die Oberpostdire^tionen in Darmstadt, Halle (Saale), Konstanz, Liegnitz und Minden (Wests.) aufgehoben. Zur Sicherstellung des Geschäfts- und Kassenbetriebes werden die aufgehobenen Oberpost­direktionen zunächst ungeteilt in ihrer Gesamtheit einer benachbarten Ober» postdirektion angegliedert, und zwar Darmstadt an Frankfurt (Main), Halle (Saale) an Leipzig, Konstanz an Karlsruhe (Ba­den), Liegnitz an Breslau und Minden (Wests.) an Münster (Wests.). Die endgültige Abgren­zung der neuen Oberpostoirektionsbezirke wird später vorgenommen und bekannt gegeben werden. Am Orte der aufgehobenen Oberpostdirektionen wird bis auf weiteres eine Abteilung der neu zuständigen Oberpostdirektionen eingerichtet, z. B. Abteilung Darmstadt der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. Sie bearbeitet vorläufig die ört­lich zu regelnden Einzelfragen in den laufenden Angelegenheiten des Betriebs, Personals, Baus usw. für den Bezirk der aufgehobe­nen Oberpostdirektion weiter. Die Be­handlung der allgemeinen und grundsätzlichen Ver­waltungsangelegenheiten geht sogleich auf die neue Oberpostdirektion über. Die Geschäfte der ein­zelnen Arbeits- und Sachgebiete sollen im übri­gen schrittweise und allmählich auf die neue Oberpostdirektion übergehen.

Wie schon früher mitgeteilt, wird durch die Neu­regelung eine Schädigung der Verkehrs­interessen der Bevölkerung und der Wirtschaft in keiner Weise eintreten. Alle örtlichen und bezirklichen Verkehrseinrichtungen bleiben un­verändert in Tätigkeit. Auch hinsichtlich der Vergebung von Aufträgen der Reichs­post wird die Aufhebung der Öberpostdirektionen keine Benachteiligung der Gewerbe­treibenden der betroffenen Orte und B e z i rk e zur Folge haben. Sie werden vielmehr an den Lieferungen für die Reichspost auch künf­tig in derselben Weise beteiligt werden wie bisher.

Hitlerjugend und Kirche.

Reichsjugendführer Baldur von Schirach spricht in Halle.

Halle, 18. März. (DNB.) Reichsjugendführer Baldur v. Schirach wies in einer Kundgebung der Hitlerjugend die Behauptungen des Auslandes zurück, daß die Hitlerjugend eine militaristische Or­ganisation mit imperialistischen Tendenzen sei. Das Braunhemd ist für uns nicht eine militärische Uni­form, es ist der Ausdruck unserer inne­ren Haltung. Es ist das Kleid unserer sozialistischen Kameradschaft.

Wenn die konfessionelle Jugender­ziehung den Wert hätte, den zu haben sie vor­gibt, so wäre der ganze Zusammenbruch von 1918 nicht möglich gewesen. Ich bin ein positiver Christ, aber ich bin nicht bereit, eine Trennungswand zu errichten zwischen meinen Arbeitern und Bauern und mir. Ich will dieser Jugend alle Möglichkeiten einer religiösen Betätigung gewähren. Nie ist von der Führung der Hitlerjugend einem jungen Katho­liken oder Protestanten die Möglichkeit des Be­suches des Gottesdienstes genommen worden. Aber ist es nicht auch nötig für die Religion, daß zunächst einmal das ganze deutsche Volk einig wird in seinem Bekenntnis zu Deutschland. Dann wird auch diese Jugend zukünftig von selbst wieder den Weg in die Kirche finden. Wir wollen die Anfänge einer gewaltigen Entwicklung an der Schwelle eines neuen Jahrtausends nicht mit Aus­einandersetzungen anfangen, die uns zermürben und uns entzweien können. Wir wollen nur, wie wir der Kirche ihr Recht zu geben bereit find, daß sie auch uns das Recht gebe, daß wir den Staat führen. Wir verlangen, daß die weltanschauliche Er­ziehung für den Staat ausschließlich Sache der HI. sein soll.

Oer Führer in Nürnberg.

Nürnberg, 18. März. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler stattete am Sonntagmittag der Stadt der Reichsparteitage einen überraschenden Be­such ab. Der Führer wollte sich an Ort und Stelle von den Arbeiten überzeugen, die im Luitpold- hain, auf dem sich die großen Veranstaltungen der Reichsparteitage abwickeln, neu in Angriff ge­nommen worden sind. Aus dem Nürnberger Flug­hafen hatten sich zur Begrüßung des Führers der Frankenführer Julius Streicher, Oberbürger­meister L i e b e l u. a. eingefundcn. Auch eine große Menschenmenge bereitete dem Führer herzliche Ova­tionen. Der Kanzler begab sich zum Tiergarten­gebäude, wo in einem der Säle die neuen Modelle und Planskizzezn ausgestellt sind. Der Führer gab Anweisungen für die zukünftige Ausgestaltung des Geländes. Nach einer kurzen'Rast imDeutschen Hof" setzte der Führer die Fahrt im Kraftwagen nach München fort. Die Nürnberger Bevölke­rung jubelte ihm freundlich zu.

Oie Geschäftsräume der obersten SA.-Führung über Ostern geschloffen.

München, 18. März (DNB.) Die Oberste SA-. Führung teilt mit: Die Geschäftsräume der Obersten SA.-Führung bleiben anläßlich der Osterfeiertage geschlossen, und zwar von Mittwoch, dem 28. März an bis einschließlich Dienstag, den 3. April 1934. Es werden daher alle in Frage kommenden Stellen gebeten, sich während dieser Zeit nur in den drin­gendsten Fallen mit schriftlichen Anfragen an die Oberste SA.-Führung zu wenden.

Oie römischen Protokolle.

Das Ergebnis der Oreierbesprechung zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös.

Rom, 17. März. (DNB.) Das llalienisch-öster- reichisch-ungarische Abkommen am Samstagabend um 18.08 Uhr unterzeichnet worden. Um 21.20 Uhr haben Dollfuß und Gömbös in dem Sonderzuge Mussolinis Rom verlassen. Die Protokolle haben folgenden Wortlaut:

Protokoll Nr. 1.

Der Chef der italienischen Regierung, der österreichische Bundeskanzler, der ungarische Ministerpräsident, beseelt von der Absicht, zur Aufrechterhaltung des Friedens und zum wirt- fchaftiichen Wiederaufbau in Europa auf der Grundlage der Achtung der Unabhängigkeit und der Rechte jedes Staates beizutragen und über­zeugt, daß die Zusammenarbeit zwischen den drei Regierungen die tatsächlichen Voraus­setzungen für eine breitere Zusammenarbeit mit den anderen Staaten schaffen kann, verpflich­ten sich, folgende Ziele zu verfolgen:

Sie wollen sich über alle Probleme, die sie besonders interessieren, und auch über die Fragen allgemeiner Ordnung besprechen, um im Geiste der bestehenden zweiseitigen Freund­schaftsverträge, die sich auf die Anerkennung zahlreicher gemeinsamer Interessen gründen, eine gemeinsame Politik zu führen, die darauf gerichtet wird, die tatsächliche Zusam­menarbeit zwischen den europäi­schen Staaten und besonders zwi­schen Italien, Ungarn und Oe st er­reich zu fördern. Zu diesem Zwecke wer­den die drei Regierungen jedesmal zu g e - meinfamen Beratungen (Konsulta­tionen) schreiten, wenn wenigstens einer von ihnen das für nötig hält.

Protokoll Nr. 2.

Die Regierungen von Italien, Oesterreich und Ungarn, beseelt von dem Wunsche, die zweisei­tigen Wirtschaftsbeziehungen zwi­schen den drei Staaten zu entwickeln, in der Absicht, dem Austausch ihrer Produkte neuen Impuls zu geben und sich damit den ungesunden Tendenzen der wirtschaftlichen Autarkie zu wider­setzen, beschließen auf der Grundlage der Entschlüsse von Stresa und des italienischen Donaumemoran­dums folgendes:

Art. 1.

Die drei Regierungen verpflichten sich, die Trag­weite der augenblicklich bestehenden Handels­verträge auszudehnen, indem sie die gegen­wärtigen Ausfuhrerleichterungen ver­stärken und auf diese Weise immer größeren Nutzen aus der Ergänzungsfähigkeit ihrer gegen­seitigen Wirtschaften ziehen. Zu diesem Zweck werden zweiseitige Abkommen vor dem 15. Mai 1934 geschlossen werden.

Art. 2.

Die drei Regierungen beschließen, die notwendi­gen Maßnahmen zu treffen, um die Schwierig­keiten zu überwinden, die Ungarn aus dem tiefen Stand seiner G e t r e i d e p r e i s e erwachsen. Die diesbezüglichen Abkommen wer­den so schnell wie möglich, jedenfalls vor dem 15. Mai 1934 geschlossen werden.

Art. 3.

Die drei Regierungen verpflichten sich, den Durchgangsverkehr in den A d r i a t i s ch e n Häfen zu erleichtern und so viel als möglich zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden so bald als möglich zweiseitige Abkommen geschlossen werden.

Art. 4.

Die drei Regierungen werden eine dauernde Kommission von drei Sachverständigen bildens die beauftragt sind, den Gang der wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen den drei Ländern zu beobachten und konkrete Vorschläge zu formulieren, die geeignet sind, eine größere Entwicklung dieser Beziehungen im Geiste des vorliegenden Protokolls zu gewährleisten.

Protokoll Nr. 3.

zwischen Italien und Oe st erreich als Ergänzung zum vorstehenden Protokoll zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen:

Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen, die gezeigt haben, daß die Wirtschaft ihrer beiden Länder sich weitgehend ergänzt, beschließen Italien und Oesterreich zur weiteren Entwicklung ihrer Wirtschaftsbeziehungen folgendes:

Artikel 1.

Am 5. April 1934 werden zwischen den beiden Regierungen Verhandlungen beginnen zwecks A b - fchluffes eines neuen Abkommens, das die augenblicklich bestehenden Handelsabkom­men zwischen den beiden Ländern erweitern und den heutigen Umständen anpassen soll. Das

neue Abkommen wird möglichst schnell, jedenfalls vor dem 15. Mai 1934, abgeschlossen werden.

Artikel 2.

Für das Abkommen, von dem im vorhergehenden Artikel die Rede ist, wird folgendes festgesetzt:

Einräumung eines Präferenzsy- stems zugunsten einer möglichst großen Zahl von Originalprodukten, die aus Oe st erreich kom­men und nach Italien importiert werden. Zu diesem Zweck werden die beiden Vertragschlie­ßenden auf die Notwendigkeit Rücksicht nehmen, die Konzessionen in vernünftig en Grenzen zu halten nach dem Grundsatz, der im Buchstaben C des Artikel 11 des italienischen Donaumemorandums enthalten ist. Man wird vor

dem 15. Mai 1934 zur Redaktion zweier Listen schreiten, von denen die eine die Produkte angibt, für die die Einräumung von Vorzugs­zöllen durch den vorhergehenden Abschluß von Uebereinfommen zwischen den interessierten Pro­duzenten der beiden Länder erleichtert werden kann. Die andere wird jene Produkte enthalten, für die Konzessionen anwendbar erscheinen, unabhängig von jeder Verständigung zwischen den Produzenten selbst. Was die Produkte betrifft, die in der ersten Lifte enthalten find, so verpflichten sich die beiden Regierungen, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um den Abschluß solcher Jndustrieabkommen zu be­schleunigen und zu erleichtern.

Das deutsche Abrüstungsmemorandum veröffentlicht.

Eine Verständigung möglich, wenn man den Entschluß dazu saßt.

Oer Nichtangriffspakt.

Locarno bleibt anerkannt.

Berlin, 18. März. (DNB.) Das dem ftanzösi- schen Botschafter in Berlin am 13. März überreichte Memorandum der Reichsregierung zur Abrüstungsfrage enthält u. a. folgende Darlegungen:

Die deutsche Regierung hat den Eindruck gewon­nen, daß irie Ausführungen der französischen Regie­rung in verschiedenen Punkten von Mißver­ständnissen über die vorangegangenen deut­schen Erklärungen beeinflußt worden sind. Es er­scheint ihr wichtig, diese Mißverständnisse aufzuklä­ren, um zu verhüten, daß die weitere Diskussion des Abrüstungsproblems dadurch beeinträchtigt wird. Die französische Regierung vermißt im Memorandum vom 19. Januar eine klare Stellungnahme zur Frage der Tragweite der von Deutschland angebotenen Nichtangriffspakte und zu der Frage des Verhältnisses dieser Pakte zum Rheinpakt von Locarno. Die deutsch - polnische Erklä­rung vom 26. Januar stellt ein in seiner Bedeu­tung völlig klares Beispiel dafür dar, daß Deutsch­land der Verpflichtung, unter keinen Umständen zur Anwendung von Gewalt zu schreiten, bis an die denkbar äußerste Grenze zu gehen bereit ist. Was den Vertrag von Locarno angeht, so hat die deutsche Regierung nicht daran gedacht, ihn durch anderweitige Nichtangriffspakte abzuschwächen. Sie hat auch die Gültigkeit dieses Vertrages niemals in Zweifel gestellt. Wenn das Abrüstungsproblem ge­regelt ist, wird auch der Zeitpunkt gekommen sein, mit den anderen Mächten die Frage des k Ü n f t i - gen Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund zu erörtern.

Jede paritätische Kontrolle annehmbar.

Die politischen Verbände.

Die deutsche Regierung möchte nochmals hervor­heben, daß ihr selbstverständlich nichts erwünschter sein kann, als daß in der Abrüstungskonvention möglich st weitgehende Rüstunasbe- schränkungen festgesetzt werden. Sie hat in ihrem Memorandum vom 19. Januar in dieser Be­ziehung feststellen zu müssen geglaubt, daß die hochgerüsteten Staaten in ihren bis jetzt vorliegen­den Erklärungen keine Abrüstungsmaß- nahmen angenommen haben, die einschnei­dend genug wären, um den Ausgangspunkt der deutschen Vorschläge zu ändern. Die deutsche Re­gierung hat für die Einführung der internationalen Kontrolle keine andere als die selbstverständ­liche Bedingung gestellt, daß sich diese Kontrolle für alle Länder völlig paritätisch auswirkt. Die deutsche Regierung ist durchaus damit einverstanden, - wenn die Kontrolle m ö g l i ch st wirksam gestaltet wird, und wenn sie gleich­zeitig mit dem Jntrafttreten der Kon­vention zu funktionieren beginnt. Den in Deutschland bestehenden politischen Organi­sationen kann kein militärischer Charakter bei­gemessen werden. Die französische Regierung glaubt eine andere Auffassung vertreten zu sollen. Das ist eine Meinungsverschiedenheit über eine reine Tatfrage. Kann es für die Bereinigung einer sol­chen Meinungsverschiedenheit einen besseren und natürlicheren Weg geben als die Anwendung des in Aussicht genommenen Kontroll­verfahrens auf derartige politische Oraanisatio- nen in allen Ländern, wie sie von oer deut­sch Regierung ausdrücklich angenommen worden ist? Die deutsche Regierung würde durchaus mit einer vertraglichen Festlegung kon­kreter, für alle Länder geltender V e rb o t e einverstanden sein, die sicherstellen, daß Verbände außerhalb des Heeres keine

militärischen Waffen und keine mili­tärische Ausbildung erhalten und daß sie auch sonst in keiner organisatorischen Beziehung zur Wehrmacht stehen.

Lleberseetruppen und ausgebildete Reserven. Zu der Frage der Pers anal stärken glaubt die deutsche Regierung auf dem letzten französischen Aide-Memoire entnehmen zu können, daß die fran­zösische Regierung bereit ist, die im französischen Mutterland stationierten Ueberjeetruppen in die Vergleichung der beiderseitigen Personal-- stärken einzubeziehen und außerdem für alle Ueberseetvuppen eine vertraglich festzufetzende Höch stzahl anzunehmen. So erwünscht diese Präzisierung des französischen Standpunktes ist, läßt sie noch die Tatsache außer Betracht, daß bei der Vergleichung der Personalstärken billigerweise auch diejenigen Ueberjeetruppen mit» berücksichtigt werden müßten, die zwar nicht im Mutterlande selbst, aber doch so stationiert sind, daß sie jederzeit unschwer zu militäri­scher Verwendung in das Mutterland transportiert werden können. Außerdem können hierbei auch die ausgebildeten Re­serven nicht außer Betracht bleiben.

Deutschland fordert nur Verteidigungswaffen.

Was den Zeitpunkt der Ausstattung der künftigen deutschen Armee mit den notwendigen Verteidigungswaffen anlangt, so hat die französische Regierung auch im Aide-Mömoire vom 14. Februar keinerlei Grund angegeben, der es rechtfertigen könnte, diesen Zeit­punkt noch um Jahre hinauszuschieben, damit die Diskriminierung Deutschlands zu ver­längern und der deutschen Armee während der Pe­riode der Umwandlung der Reichswehr in ein Heer mit kurzer Dienstzeit die volle militärische Verwen­dungsfähigkeit vorzuenthalten. Man kann weder eine Konvention mit kürzerer Gel­tungsdauer, etwa von fünf Jahren, wählen, die sich mit der Limitierung der Rüstun­den der hochgerüsteten Staaten auf ihrengegenwärtigen Stand begnügt, oder man kann in die Konvention gewisse A b - rüstungssmaßnahmenderhochgerüste- ten Staaten einbeziehen und ihr dafür eine längere Geltungsdauer verleihen. Die ver­tragliche Festsetzung des künftigen deutschen Rü­stungsstandes würde in beiden Fällen im wesent­lichen die gleiche sein müssen, da auch bei einer Regelung der zweiten Art nicht mit Abrüstungs­maßnahmen gerechnet werden kann, die für die Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung von Belang wären. Daß für Deutschland unter k enen Umständen mehr ein Rüstungs- stand, wie er im Versailler Vertrag fest­gelegt wurde, in Betracht kommen kann, ist eine von allen Seiten längst anerkannte Tatsache.

Die deutsche Regierung hat sich in den Vor­schlägen für das Rüstungsregime Deutschlands eine so weitaehende Beschränkung auferlegt, daß sie bei dem Minimum dessen angelangt ist, was zur Anbahnung der Sicherheit und zur Ver­teidigungsmöglichkeit des Landes in diesem Zeit­abschnitt erforderlich ist. Sie hat auf alle Angriffs­waffen von vornherein verzichtet und hat stets er­klärt, daß sie jede, auch noch so weit­gehende Rüstungsbe-schränkung akzep­tieren würde, wenn dies auch seitens der anderen Mächte geschieht. Sie hält auch sonst alle Voraussetzungen einer Verständigung für ge­geben und ist der Ansicht, daß es nur noch auf den Entschluß zu dieser Verständigung ankommt.

Ministerbesuch

Die Aufgabe der GA

Essen, 17. März. (DNB.) Die Stadt Essen prangt aus Anlaß der heute stattfindenden B e grüßung der S A. und SS. an Ruhr und Niederrhein durch den Stabschef, der Gedenkfeier für die in den Spartakiftenkämpfen Ge­fallenen und des großen F l u g t a g e s zum Besten der Winterhilfe mit anschließender Einweihung der neuen Sportflugzeughalle durch den Reichsluftfahrt­minister in Flaggenschmuck. Aus dem weiten Ge­lände des Flughafens Essen ° Mühlheim waren 60000 Mann der SA. und SS. des Ruhr­gebietes und vom Niederrhein auf­marschiert. Der Stabschef ritt zuerst die Front der Stürme ab und wandte sich dann mit folgenden IBorten an die Kameraden: Was ich heute gesehen habe, beweist mir, daß hier revolutionäre National- sozialisten stehen, die nicht mit dem Munde, son­dern mit dem Herzen, die nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit der Tat sich die Stellung im neuen Deutschland erworben haben, die den Kämp­fern der SA. auf Grund ihrer Opfer und Leistun­gen, auf Grund ihrer Verdienste um die Zu- und die Verbundenheit aller Schichten des Volksganzen zuteilgeworden ist. Es ist kein Zufall, daß gerade hier, wo verdeutsche

im Ruhrgebiet.

Arbeiter mit als erster in die braune Front eingetreten ist, in allen Kampfjahren die besten, stolzesten und tapfersten Kämpfer unseres Führers Adolf Hitler gestanden haben. Nicht alle, meine Kameraden, lieben uns, weil wir unter allen Um­ständen festhalten an dem Geist, an dem Willen und an den Zielen, die uns einst in Deutschlands Not zusammengeführt haben, an dem Geist eiserner Manneszucht und Unbestechlichkeit, der Bescheiden­heit und des Stolzes, an dem Geist der Leistung und, was wohl das Wichtigste ist, an dem G e i st der Kameradschaft und Volksverbun­denheit. Aus dem Volke sind wir gekommen, und wir bleiben immer im Volke stehen' Manche lieben uns nicht, weil wir es nicht dulden, daß wieder ein Geist des Bürokratie mus und der Bonzokratie, der Feig­heit und Unterwerfung Platz greift, son­dern weil wir darauf achten, Revolutionäre zu bleiben und an unserem Führer, an dem Gedanken­gut des Führers und an der Weltanschauung des Nationalsozialismus immer festhalten und dafür sorgen, daß das Hakenkreuzbanner, unsere stolze Fahne des Kampfes, in Deutschland weht, bis das ganze Volk in Freiheit und Einigkeit bis zum letzten Volksgenossen aufstehen wird und aus Schmach und Not sich zu Größe. Freiheit urti) Ehre erhebt.

An den Gräbern der Opfer des Gpartakistenaufffandes.

Dann fand am Wasserturm in Essen die Gedenkfeier für die bei den Kämpfen gegen die Spartakisten in den Jahren 1920/23 gefallenen An­gehörigen der Polizei und der Einwohner der Stadt statt. Ministerpräsident Göring erinnerte an den grauenvollen Tag, an dem hier eine Tragödie sich abspielte, wie wir sie damals noch mehrmals er- leben konnten. Denkt zurück an die grauenvolle Zeit, da deutsche Menschen, ausgepeitscht und ausge­hetzt durch artfremde Verführer, aufgeftanden waren gegen ihre eigenen Brüder,um sie abzuschlachten gleich Tieren. Und das nannten sie die Vollendung ihrer Weltanschauung. Uns aber Zeigte es, daß die Weltanschauung des Kommunis­mus Mord, Anarchie, Vernichtung und Untergang ist. Es zeigte sich deutlich, daß im­mer dort, wo sich diese Pest erhebt, ein Volk stürzt, eine Nation zusammenbricht. Und wenn wir heute glücklich sind, daß das Volk zu sich selbst zurückge­funden hat, dann dürfen wir niemals vergessen alle die Menschen, die in den vergangenen 14 Jah­ren des Leidensweges sich zum Opfer brachten. ZuM ersten Mal bekennt sich heute aus Doffern Herzen her Staat und mit ihm Volk und Vaterland ZU diesen Männern. Mit besonderem Stolz aber muß cs heute die Schutzpolizei erfüllen, wenn sie an die­ser Stelle ihrer gefallenen Kameraden von einst