Nr. 66 Erster Vlatt
M. Jahrgang
Montag, 19. Marz M4
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Keine Blockbildung im Oonauraum.
Oie römischen Protokolle sollen die Mitarbeit der Nachbarn am wirtschastlichen Wiederaufbau im Oonaubecken nicht ausschließen.
Italienische Kommentare.
Mailand, 18. März (DNB.) Die italienische Presse bringt ausführliche Kommentare über die Bedeutung der in Rom unterzeichneten Protokolle. Die Zeitung Popola d’Italia sagt, Italien wolle mit den römischen Vereinbarungen eine Zone der Ruhe in Mitteleuropa schaffen, die sich gradweise ausbreiten könne. In Rom habe jetzt eine große Klärung ihren Anfang genommen, und es sei das Angebot zur Mitarbeit an die anderen Staaten ergangen. — Die S t a m p a schreibt, daß Italien nach wie vor entschiedener Gegner von Allianzen, Geheimverträgen und Blockbildungen sei. Daß man zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit nicht mit dem illusorischen Mittel von Konferenzen universellen Charakters komme, sondern nur durch den schrittweisen Abschluß von Einzelverträgen, sei heute allgemeine Ueberzeugung. Deutschland und die Kleine Entene hätten nicht nur das Abkommen in Stresa unterschrieben, sondern auch das italienische Memorandum angenommen. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen realisierten die damals allerseits gutgeheißenen Grundsätze für einen Teil Europas.
Der Corriere della Sera hofft, daß die Beschlüsse in ihrer prompten Verwirklichung dazu dienen werden, die wirtschaftliche Lage Österreichs und Ungarns zu bessern, sowie die politische Unabhängigkeit und die Erfüllung der historischen Aufgabe dieser Länder zu sichern. Dieses ausgezeichnete Ergebnis dürfe aber nicht zu einem geschloffenen System Italien-Donaugebiet führen, das auf wirtschaftlichem Gebiet kein Lebensrecht hätte und auf politischem Gebiet nie verfolgt worden sei. Die Freundschaft der drei Staaten sch li eße gute Beziehungen mit den Nachbarn nicht aus.
Befriedigung in Wien.
Wien, 18. März. (DNB.) Das Ergebnis der römischen Konferenz wird von der Regierungspresse als der erste entscheidende Schritt zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des Donauraumes und die Loslösung von der bisherigen autarkifchen Zollpolitik der europäischen Mächte hingestellt. Die Presse unterstreicht die für die Zukunft gesicherte Zusammenarbeit zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn, die sich jedoch keineswegs gegen andere Mächte richte, und hebt die Möglichkeit eines Beitritts anderer Staaten zu den den getroffenen Vereinbarungen hervor. Hierbei wird wiederholt.auf den erwarteten Beitritt der Kleinen Entente hingewiesen und die Zustimmung der französischen Regierung zu der Vereinbarung hervorgehoben.
Naturgemäß sucht die Presse das Ergebnis der Konferenz als einen Sieg der österreichischen Regierungspolitik hinzustellen, jedoch kommt verschiedentlich zum Ausdruck, daß die Protokolle nach der politischen Richtung hin nur ganz allgemein gefaßt seien. — Die christlich-soziale „Reichspost" schreibt, das Schicksal der Neuordnung werde nun sehr viel von der Frage abhängen, welche Wirkung die römischen Abmachungen auf die nächstbeteiligten außenpolitischen Mächte, auf Deutschland und d i e Kleine Entente ausüben werden.
Absage an die Wirischasts- auiarkie.
Der ungarische Ministerpräsident spricht im Rundfunk.
Budapest, 19. März. (DNB.) Ministerpräsident G ö m b ö s ist Sonntagabend in Budapest angekommen. Unmittelbar nach seiner Ankunft erklärte er im ungarischen Rundfunk, daß die Verhandlungen in Rom zu einem für Ungarn zufriedenstellenden Ergebnis geführt hätten. Schon bei seinem Regierungsantritt habe er die Ansicht vertreten, daß sich der Briand-Plan zur Lösung der europäischen Probleme nicht eigne, weil er sich auf den ganzen europäischen Fragenkomplex erstrecke. Erheblich bedeutsamer seien demgegenüber jene Entwürfe, die eine Teillösung der gesamteuropäischen Fragen anftrebten, wie es die Konferenz in Rom verfolgt habe. Das bedeute aber nicht, daß die anderen Staaten sich der Zusammenarbeit, die in Rom festaelegt wurde nicht an- schließen könnten. Jeder zur Zeit noch außenstehende Staat werde bei dieser Zusammenarbeit gern gesehen, sofern die materiellen und objektiven Voraussetzungen gegeben seien. Als eines der wichtigsten Ergebnisse der Rom-Konserenz bezeichnete Ministerpräsident Gömbös die A b k e h r v o n d e n Autarkiebestrebungen. Nicht bas Streben nach Selbstversorgung der einzelnen Staaten, sondern die Schaffung größerer wirts ch a f t - kicher Komplexe könne Europa aus feiner gegenwärtigen schwierigen Lage retten.
Freundliche Ausnahme in London.
L o n d o n, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die JE im es" begrüßt die Unterzeichnung der drei Protokolle in Rom. Sie sagt, die Politik Mussolinis sei geeignet, Oesterreichs Unabhängigkeit zu stä r k e n und zugleich die e r st e Bresche t n
d i e Stockung des Handelsverkehrs an der Donau zu legen. In der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs, die auch nach Ansicht anderer Regierungen notwendig für die Stabilität Mitteleuropas fei, laufe wie in vielen anderen Beziehungen die italienische Politik gleich mit der britischen. — „Sunday Times" sagt, Italiens erste Absicht im gegenwärtigen Augenblick sei die Stärkung der österreichischen Unabhängigkeit als Gegenzug gegen den Machteinfluß Deutschlands und der
Kleinen Entente. Die wirtschaftlichen Klauseln des Paktes werden nicht sehr hoch eingeschätzt. „Times" wie „Observer" sind der Ansicht, daß die wirtschaftliche Wiedererholung Oesterreichs und Ungarns ohne die Mitarbeit der Kleinen Entente (?) unmöglich ist, deren Eintritt in den „neuen Block" aber sehr unwahrscheinlich sei. Es sei zu erwarten, daß Deutschland auf der anderen Seite gewisse Vorteile aus der Lage ziehen werde.
Mussolini verkündei als weltpolitische Ausgabe des Faschismus die Einbeziehung Afrikas in den Kreis der europäischen Kultur.
Rom, 18.März. (DNB.) In der zweiten Fünfjahresversammlung des faschistischen Regimes, die in der Königlichen Oper zu Rom die sämtlichen Führer und höheren Unterführer der Partei, des Senats und die neuzuwählenden Abgeordneten, die staatlichen Behörden und die höchsten Eienftgrabe bes Heeres unb ber Marine vereinigte, hielt Mussolini eine Rebe, in ber er einen kurzen Rückblick auf die letzten fünf Jahre, eine knappe außenpolitische Uebersicht und bann in großen Zügen bie Richtlinien für die Zukunftspolitik des Faschismus gab. Außenpolitisch betonte er bie herzlichen Beziehungen zur Schweiz, mit ber ber ablaufenbe Freundschaftsvertrag im September erneuert werbe, bie Freunbschaft z u Ungarn unb zum felbftänbigen Oesterreich. „Oesterreich weiß, daß es auf uns rechnen k a n n." Mit Südslawien seien bie Beziehungen normal, sie könnten verbessert werben, wenn sich die Bedingungen dazu ergäben. Zwischen Italien und Frankreich habe sich die Lage im allgemeinen sehr gebessert.
Auf Deutschland kam Mussolini auf dem Umwege über Völkerbund und Abrüstung zu sprechen. Er betonte in scharfer Form die Notwendigkeit der Gleichberechtigung für die im Weltkriege unterlegenen Staaten. „Zu glauben, daß ein großes und starkes Volk wie das deutsche in einer bewaffneten Welt auf die Dauer entwaffnet gehalten werden kann, ist eine Illusion, die" — fügte er mit einem Lächeln hinzu — „vielleicht durch die Tatsachen bereits überholt ist." Die Reform des Völkerbundes sei
erst notwendig, wenn sich der Erfolg der Abrüstungskonferenz gezeigt habe. Wenn diese scheitere, brauche man auch nur noch das Ableben des Völkerbundes festzustellen.
In innenpolitischer Hinsicht verkündete der Duce, daß nicht nur bie Großstäbte saniert werben müßten, sondern baß auch die dringende Frage g e - sunder Wohnungen für die Bauern in Angriff genommen werden müßte. Innerhalb zwei Dezennien sollten alle italienischen Bauern gesund wohnen. Das werde auch das beste Mittel gegen die hassenswerte Verstädterung des Volkes und gegen den Geburtenrückgang sein, über die Mussolini sichtlich Besorgnis äußerte. Wie eine ernste Mahnung klangen seine Worte: .„Wenn es heißt, zwischen Tod und Leben zu wählen, so kann ich mir nicht vorstellen, daß das italienische Volk Öen. Tod wählt."
Dann zeichnete der Duce die großen Linien für die künftige weltpolitische Entwicklung des italienischen Volkes. Italien liege vollkommen geschlossen da in völkischer, sprachlicher, religiöser Hinsicht und mit sicheren Grenzen an den Alpen. Im Norden sei für Italien nichts zu holen, im Westen auch nichts. „Die große Aufgabe für uns liegt inAfrika und Asien, lieber das Mittelmeer hinweg werden wir nicht territoriale Eroberungen machen, das betone ich ausdrücklich, sondern die natürliche Ex- p a n s i o n d e s italienischen Volkes soll besonders Afrika in den Kreis der europäischen Kultur ziehen, wie das die säkulare Aufgabe des alten Roms gewesen ist." Scharf wandte sich der Duce gegen jenen unbelehrbaren Konservativismus, der dieser Expansion des faschistischen Italiens sich in den Weg stelle.
Paris über die Mffolinirede enttäuscht.
Paris, 19. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Sonntagsrede Mussolinis hat in Paris wie eine Bombe eingeschlagen. Man glaubte bisher hier, als Vermittler zwischen Italien und der Kleinen Entente einen kleinen Schritt vorwärts gekommen zu fein und vor allem dadurch, daß man Italien gewissermaßen d e n Vortritt im Donaubecken überließ, dieses für den französischen Standpunkt in vielen aktuellen außenpolitischen Fragen wie Revision der Vertrage, Sicherheit und Abrüstung gewonnen zu haben. Mit Betrübnis und Empörung stellt nun die Presse fest, daß alle diese Erwartungen durch die Rede des Duce zerschlagen sind. Außerdem bezeichnen die Blätter die von Mussolini entwickelten Gedankengänge als h ö ch st gefä h r l i ch.
Der offiziöse „Petit Parisien" will einen Widerspruch zwischen der Rede und dem Eindruck der römischen Verhandlungen feftfteüen, in denen man eine „Anstrengung zur Schaffung einer Atmosphäre des Ausgleiches und der Zusammenarbeit in Mitteleuropa erblicken wollte". Die Rede des Duce ft ö r e die Atmosphäre. Das „Journal" schreibt, die Rede
des Duce ist ber Sammelruf an alle Kräfte, bie ihren Platz an ber Sonne forbern unb auch an alle Unzufriebenen, bie unter bem Vorwanb ber Wiebergutmachung von Unrecht ben Umsturz wollen. Im „Echo be Paris" nennt Partinax bie Rebe ausgesprochen revisionistisch. Die Kleine Entente werbe burch bie Erklärungen über bie berechtigten Ansprüche Ungarns zurückgestoßen. Mussolini könne nicht bas Scheitern bes Viermächtevertrages unb ben Abschluß bes Balkanvertrages verzeihen. Er kehre nunmehr zu seinen Hegemonieplänen in Mitteleuropa zurück, bie er gemeinsam mit bem maayarischen yrrebentismus verfolge. Auf bie Dauer aber könne biefes Ziel nur bem P a n g e r m a n i s m u s bas Bett bereiten. Die Ansprüche Italiens auf Asien unb Afrika könnten nicht freunbschaftlich gemeint sein. Jebenfalls habe Mussolini ben Kopf verloren. Seit einem Jahre gingen feine sämtlichen biplomatischen Initiativen fehl. Daher fühle er bas Bebürfnis, seine Hörer noch bis zum Weißglühen zu bringen.
Eine Verständigung ferner denn je.
Die britische presse zur Abrüstungsnote Frankreichs.
Frankreichs Absage.
Resignierte Stimmung in London.
London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die französische Antwort auf die britische Abrüstungs- benkschrift ist bem französischen Botschaft^ in Lonbon gebrahtet. Die Antwort umfaßt acht Schreibmaschinenseiten. Nach einer Mitteilung ber Havas- Agentur zollt bie französische Note bem von Der englischen Regierung gesteckten Ziel ber Aufrechterhaltung bes Friebens Anerkennung. Sie erEerme auch an, baß bie Aussöhnung unter ben Bolkern hierfür bie unerläßliche Voraussetzung fei, betone jeboch, baß bie(e Aussöhnung n i ch t u n t e r zw e:- beutigen Umftänben erfolgen könne. Frankreich habe feit 1919 seine Truppenbestanbe bereits um mehr als bie Halste m Verhältnis auf bie Truppenstärke von 1914 herabgesetzt unb feiner Militärorganisation einen aus
gesprochenen Verteibigungscharakter gegeben. Somit habe Frankreich seinen Friebenswillen hinreichenb bewiesen. Wenn man Frankreich heute vorschlage, auf bem Abrüstungswege noch weiterzugehen, lehne es bas nicht grunbsätzlich ab, vorausgesetzt, baß feine Sicherheit nicht g e f ä t) r b e t werbe.
In ber „Morning Poft" wirb ebenso wie in anberen Blättern feftgeftellt, baß bie französische Antwortnote auf eine beinahe vollstän- bige Verwerfun ab e r britischen Vorschläge hinausliefe. „Mornig Post" sagt, bie französische unb ebenso bie beutsche Note machten es unzweifelhaft, baß ber britische Abrüstungsplan keinen politischen Wert mehr habe, unb baß Frankreich unb Deutschlanb einer Verstänbigung ferner feien benn je. „Daily Heralb" sagt, Großbritannien unb Italien seien bereit, Deutschlanb ein begrenztes Maß von Aufrüstung zu
zugestehen. Wenn auch Frankreich grunbsätzlich einverstanden wäre, würde eine Wiederaufnahme der Besprechungen möglich werden, wenn nicht, dann sei alles z u Ende. Der liberale „New Chronicle" schreibt, wenn Frankreich von England die Uebernahme von Verpflichtungen verlange, die über ben Locarno-Vertag hinaus- gingen, müsse es sich auf eine ablehnend Haltung ber britischen Öffentlichkeit gefaßt machen. „Daily Mail" wieberholt seinen Ruf nach einem englisch-französischen Bünb- nis unb nach Schaffung einer starken britischen Luftstreitmacht. „Times" sagt, bie beutsche Antwortnote habe einen Ton gebulbiger Höflichkeit. Die beutsche Regierung bleibe im wesentlichen bei ihrer bisherigen Haltung, mache aber mehrere interessante unb vielleicht wichtige Anbeutungen unb Zugestänbnisse.
„Daily Telegraph" sagt: Frankreich wirft roieber bie entscheibenbe Frage ber Sicherheit unb ber Sanktionen auf, bie automatisch unb für bie ganze Welt gültig fein sollen. Wenn bies bie enb« gültige Frage ist, von ber bas Schicksal ber Abrüstungskonferenz abhängt, bann muß bie Aussicht als b ü ft e r bezeichnet werben. Denn Großbritanniens Haltung in biefer Frage ist wohlbekannt. Abgesehen hiervon wirb bie Aussicht auch nicht burch ben allgemeinen Inhalt ber französischen Note gebessert, ber tatsächlich gegenüber bem britischen Plan auf ein b e u 11 i dj e s „mir können nicht" hinauskommt, bas von einem „w i r wollen nicht" kaum zu unterscheiben ist. Das Blatt erklärt, es könne in ber Note kein Zeichen bafür entbetfen, baß Frankreich mehr Bereitschaft zu einer Verstänbigung mit Deutschlanb habe als währenb bes ganzen letzten Jahres. In ber französischen wie in ber beutschen Note würben bie Punkte, in benen Uebereinftimmung herrscht, weniger betont als bie Gegensätze. Nach zwei Jahren sei bies äußerst enttäuschenb. Die beutsche Note sei zwar befonbers versöhnlich; aber bie Schlußfolgerung sei kaum zu oermeiben, baß bas probeweise hergestellte Gewebe roieber aufgelöst worben sei unb baß bie Arbeit, wenn überhaupt, so ganz von neuem begonnen werben müsse.
England Hai eine neue Geekriegswaffe.
Ein Fernlenkschiff mit Explosivstoffen.
Lonbon, 18. März. (DNB.) „Sunbay Chronicle" melbet in großer Aufmachung, baß bie englische Abmiralität geheime Versuche mit einer neuen Seekriegswaffe burchgeführt habe, bie alles bisher Dagewesene in ben Schatten stellen soll. Es hanble sich um ein nur 10 Tonnen schweres, mit hochexplosiven Stoffen belabe« n e s Kleinschiff, bas burch brahtlose Fernlenkung mit ungeheurer Geschwinbigkeit gegen feinbliche Schlachtschiffe unb Kreuzer gerichtet wirb. Dieses explosive Schiff werbe mittels eines Kranes von bem Mutterschiff aufs Wasser gesetzt unb burch außerorbent- lich starke elektrische Motoren in Bewegung gebracht. Wenn bas feinbliche Kriegsschiff auszuweichen versucht, würbe bas Boot brahtlos umge steuert, bis es, unterstützt burch seine allen Schiffsklassen überlegene Geschwinbigkeit, sein Ziel erreicht. Im Falle eines Fehltreffens könne bas Boot roieber zum Mutterschiff zurückgeleitet werben. Die Versuche hätten gezeigt, baß biefes explosive Boot, bas bei den Neubauten unter ber Kategorie „übrige kleine Schiffe" erscheint, eines ber wirkungsvollsten Schiffe sei, bas jemals in ber englischen Flotte eingeführt würbe. Der Bau werbe unter Aufsicht bes Erfinbers Sir W. Johns, bes Direktors ber englischen Flottenbauten, burchgeführt werben.
Rußlands Beitritt zum Völkerbund erörtert.
Herriot sucht einen neuen Bundesgenossen für Genf.
Lonbon, 19. März. (DNB. Funkspruch.) An- fnüpfenb an eine Aeußerung bes Pariser „Oeuvre", dem Blatt Herriots, sprechen mehrere Blätter von der Möglichkeit eines baldigen Eintritts Sowjetrußlands in den Völkerbund. „Daily Herald" schreibt, man hoffe, daß bie formelle Z u - lassung auf ber Septemberversamm- I u n g erfolgen könne. Das französische Außenministerium, bas bringenb bie Russen im Välter b u n b haben wolle, fürchte Wiberstanb von feiten bes britischen Außenamtes. Wahrscheinlich werbe bie erste offene Anregung nicht von Frankreich, fonbern von Mussolini ausgehen. Die Russen würben erst ein Gesuch stellen, wenn sie sicher seien, daß es keine Opposition gebe. In ber „Morning Post" heißt es, nach Herriots Ansicht sei ein Einvernehmen mit Sowjetrußlanb bejonbers nötig wegen ber Selbständigkeit, die Polen neuerdings zeige. Er wolle, daß Rußland Mitglied des Völkerbundes werde, damit es Frankreich unterstützen würbe, wenn letzteres Deutschland des Vertragsbruches beschuldige und eine internationale Untersuchung beantrage. Ob dieser Plan von den übrigen französischen Ministern gebilligt werde, sei allerdings zweifelhaft.
Oie Königin-Mutter der Niederlande besorgniserregend erkrankt.
Haag, 18. März. (DNB.) Der Gesundheitszustand der Königin-Mutter Emma, die seit einigen Tagen an einer schweren Bronchitis leidet- gibt zu Besorgnissen Anlaß. Der ärztliche Bericht besagt, daß bie Patientin eine unruhige Nacht gehabt habe unb baß sie sich schwächer als an ben Vortagen fühle. Die Haager Be-


