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Festgestaltung G. m. b. $)., Frankfurt a. M., Bür- gerstraße 911, unter genauer Angabe der Lage mitzuteilen.

Frankfurt a. M., 17. Februar 1934.

gez. Sprenger.

Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministe- riums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit:

Es ist mir bekannt geworden, daß zahlreiche Ge­meinden Thingplätze zu bauen beabsichtigen. Ich mache darauf aufmerksam, daß Thingplätze nur errichtet werden dürfen, wenn die­selben durch meine Entscheidung im Einvernehmen mit dem Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, z u» gelassen werden. gez. T r e f z."

Aus Oer provmzialdouptstaOr

Kinder gehören nicht auf den Kahrdamm

Die Zahl der Derkehrsunfälle, deren Opfer Kin­der werden, zu vermindern, ist eine drinaende Auf­gabe. Sie kann aber nicht vom Kraftfahrer allein gelöst werden, obgleich er durchweg allein zur Ver­antwortung gezogen wird. Es wird leider immer noch nicht berücksichtigt, daß die Hauptschuld auf Seiten der Erzieher liegt, die versäumt haben, den Kindern die Gefahren der Straße vorzuzeichnen und eindringlich klarzumachen.

Hier muß die systematische Verkehrsschulung der Kinder einsetzen, eine Schulung, für die sowohl das Elternhaus als auch die Lehrerschaft verantwortlich sind. Notwendig ist, daß in alle Arbeit am Verkehr die Jugend miteingegliedert wird. Die Verkehrs­erziehungswochen, die örtlich verschieden, von der Verkehrswacht oder der Polizei durchgeführt wer­den, sind gerade auch für die Schuljugend, wenn sie mitwirken darf, guter Anschauungsunterricht. Denn auf die Anschauung kommt es an, weil nur durch Sehen und Erkennen das erreicht werden kann, was bisher durch Lehre und Regel nicht er­zielt werden konnte, nämlich das Bekenntnis zur allgemeinen Verkehrsvernunft.

Der Verkehr ist nun einmal eine Tatsache, mit der sich jeder, auch der gleichgültigste Fußgänger abzufinden hat. Er wird sich am leichtesten zurecht­finden, wenn er sich diesem Verkehr freundlich gegenüberstellt. Schon mit dem Spielzeug kann beim Kind das Interesse am Verkehr geweckt wer­den. Lange bevor das Kind zum ersten Male selb­ständig ohne Aufsicht die Straße betritt, muß immer wieder der Ruf ertönen:Haltet Euch vom Fahr­damm fern!" In diesem Satz liegen fast alle Er­ziehungsaufgaben Umrissen. Je frühzeitiger die Er­ziehungsarbeit einsetzt, desto mehr kann namenloses Leid vermieden werden. Der Endzweck ist die Heranbildung einer Jugend, die die natürlichen Ge­setze der Straße und des Verkehrs vollkommen be­herrscht, die nach diesen Gesetzen lebt und schließlich dem Alter, den Verkehrsunsicheren, vorbildlich vor­angeht. Wie es selbstverständlich ist, daß der Junge dem Mütterchen oder dem Kriegsbeschädigten seinen Platz in der Straßenbahn einräumt, so muß es selbstverständlich werden, daß schon der Junge von 10 Jahren den Hilfsbedürftigen beim Ueberqueren der Straße zur Seite springt.

Der Kraftfahrer hat daher allen Anlaß, besonders scharf aufzupassen, wenn er sich auf der Fahrstraße spielenden Kindern nähert. Denn es ist eine Er­fahrungstatsache, daß spielende Kinder unvermutet achtlos über den Fahrdamm laufen, um zu den auf der anderen Seite der Straße befindlichen Kindern zu gelangen. Sehr beachtenswert ist in diesem Zusammenhang das Urteil eines Landgerichts wonach bei Straßenunfällen bei Kindern unter sieben Jahren ein Mitverschulden nicht in Frage kommt.

Halbmast am Heldengedenktag.

Die Reichsregierung hat angeordnet, daß am Hel­dengedenktag, 25. Februar, sämtliche Dienst­gebäude des Reiches, der Länder und Gemeinden, sowie die Gebäude der Körperschaften des öffent­lichen Rechts und der öffentlichen Schulen Halb­mast flaggen. Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem Hinzufügen bekannt- gegeben, daß eine schriftliche Mitteilung der An­ordnung an sie nicht ergeht.

GA.-Reserve I.

Der Führer der Gruppe Hessen, Gruppenführer Beck^rls, teilt mit:Die Gruppenführung der SA. der Gruppe Hessen sieht sich veranlaßt, erneut und nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß sämt­liche nach der Anordnung der Obersten SA.-Füh­rung in der SA.-Reserve I zusammengefchlossenen Einheiten vollkommen der SA. angehören und als SA. zu betrachten sind. Dementsprechend hat jeder direkte Eingriff von dritter Seite gegen Angehörige der SA.-Reserve I genau wie bei der SA. zu un­terbleiben. Anfragen, Untersuchungen usw. in Be­zug auf Angehörige der SA.-R.l sind also nicht direkt, sondern nur über die Gruppenführung der SA. der Gruppe Hessen einzuleiten."

Glückwunsch

an Generalleutnant von Madai.

Generalleutnant von Madai in Dessau, der heute sein 90. Lebensjahr vollendet, erhielt wie uns aus Berlin berichtet wird von dem früheren Kaiser folgendes Brieftelegramm aus Haus Doorn:

Zu Ihrem 90. Geburtstage spreche ich Ihnen, zugleich im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin, wärmste Glück- und Segenswünsche aus. Möge Ihnen das beifolgende Bild Freude machen als Er­innerung an diesen Tag und an Ihre Dienstzeit als Kommandeur Meines Großherzoglich Hessischen In­fanterie-Regiments.

Besten Gruß. Gez.: Wilhelm, I. R."

Kaufmannslehrlinge werden geprüft!

Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit:

Alle männlichen und weiblichen Kaufmannslehr­linge, die Ostern auslernen, müssen «ne Prüfung ablegen. Der für das Rhein-Mainische Wirtschatts- gcbiet eingesetzteHauptausschuß für Berufser­ziehung" verpflichtet alle Auslernenden durch eine vom Treuhänder der Arbeit genehmigte Prüfungs­ordnung zum Ablegen dieser Prüfung. Im Hand­werk ist die Prüfung feite altersher eine Selbstver­ständlichkeit. Es hat sich gezeigt, daß die Prüfung auch im kaufmännischen Beruf für eine ordentliche Nachwuchserziehung nicht entbehrt werden kann. Diese Prüfung, soll aber nicht etwa eine Auslese der Besten und Begabtesten vornehmen. Sie soll vielmehr eine Feststellung des M i n d e st w i s s e n s und der M i n d e st l e i st u n g sein, die von einem Kaufmannsgehilfen im Kontor oder hmterm Laden­tisch verlangt werden müssen. Die Prüfung soll zeigen, ob der Lehrling die Augen offengehalten und ob die Lehre als Ausbildungsstätte ihre Auf­

gaben erfüllt hat. Neben der Prüfung der erlernten praktischen Fertigkeiten soll der Lehrling natürlich auch Auskunft geben können über einfache und arundlegende Zusammenhänge des Wirtschafts­lebens und über Grundfragen der nationalsozialisti­schen Volksgemeinschaft.

Zur Annahme der Prüfung sind an den wichtig­sten Plätzen des Rhein-Mainischen Wirtschaftsge­bietes örtliche Prüfungsausfchüfse ein­gesetzt. Die Lehrherren sind nach der Prüfungsord­nung verpflichtet, den örtlichen Prüfungsausschüssen die auslernenden Lehrlinge zu melden. Der Lehrling erhält nach bestandener Prüfung einen Kauf­mannsgehilfenbrief. Dieser Kaufmannsge­hilfenbrief soll dem jungen Gehilfen als Zeugnis feiner Zugehörigkeit zum Berufsstand vom Prü- funasausfchuß als einem Beauftragten des Treu­händers der Arbeit, oder der Deutschen Arbeitsfront ausgehändigt werden. Die Aufnahme der Aus- lernenden in die Gehilfenschaft soll am Vorabend des 1. Mai vor aller Oeffentlichkeit in einer beson­deren Feier erfolgen.

Raffenhygienischer Fortbildungskurs»«!

Der von dem Leiter der AbteilungErbgesund- heit und Rassenpfleae" bei der Hessischen Aerzte- kammer, Pg. Dr. Kranz (Gießen), eingeleitete raffenhygienische Fortbildungskur- f u s für Gerate nahm am Samstag im großen Hörfaal der Universität feinen Anfang. Welch großes Interesse die Einrichtung dieses Kurses ge­funden hat, zeigte die Teilnahme von über 200 Aerzten aus dem hessischen Gaugebiet. Zur Er­öffnung waren erschienen der Rektor der Landes­universität Professor D. Bornkamm, der Gau­obmann des NS.-Aerztebundes Dr. Ende (Darm-

Jugendverbände seien notwendig. Notwendig seien aber auch Elternhaus und Schule. Körperliches Akrobatentum fei alles andere denn nationalsozia­listisch. In einem gesunden Körper wohne ein ge­sunder Geist. Immer aber sei es der deutsche Geist, der sich die Welt erobert habe. Für den Lehrer komme es in Zukunft nicht mehr so sehr darauf an, Lehrer als solcher zu fein, sondern darauf, den Menschen als Ganzes zu formen. Der Mensch müsse zu einem Wissen geformt werden, das ihn ganz in die Gemeinschaft hineinstelle. Es komme nicht auf die Intelligenz allein an, wohl aber darauf, daß der junge Bursche ein ganzer Kerl sei. Dazu müßten Schule und Elternhaus Helsen. (Beifall.)

Anschließend erfreute das Orchester der Oberreal­schule unter Leitung von Studienrat Dr. Hillen- brand mit verschiedenen musikalischen Darbietun­gen Man hörte einen Marsch von Schubert, dann Schuberts Ballett ausRosamunde", beides in recht ansprechender Wiedergabe, weiter noch eine Schu- bertsche Sonatine für Geige und Klavier, für die die beiden Ausführenden anhaltenden Beifall ern­teten, so daß sie sich zu einer Zugabe verstellen mußten. Ein stimmungsvolles Posaunensolo, Das Wasserlieb, mit Orchesterbegleitung, fand ebenfalls eine ausgezeichnete Wiedergabe. Der Badenweiler Marsch beschloß die Reihe der musikalischen Dar­bietungen.

Im weiteren Verlaufe hielt Studienrat Dr. König einen fesselnden Vortrag über das Thema: Dolkskampf an den Grenzen!" Seinen Ausführun­gen sei folgendes entnommen: Es fei ein Zeichen der Zeit, wenn die Veranstaltung des heutigen Tages im Zeichen des Auslandsdeutschtums stehe. Es sei immer so gewesen, daß gerade der Ausländs­deutsche das deutsche Volkstum am stärksten emp­

Ein Mann namens Schmitz

Novelle von Wilhelm Schäfer

Ab heute in -en Zamilienblättern

Habt) und als Vertreter der Gesundheitsabteilung der hessischen Regierung Obermedizinalrat Dr. Schmidt (Darmstadt).

Der Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölke­rungspolitik und Rassenpflege in Berlin, Pg. Dr. Groß, hatte wegen nicht aufzuschiebender Ver­pflichtungen in letzter Minute abfagen müssen und seinen Mitarbeiter Pg. Dr. Brandt (Berlin) als Vertreter geschickt, der besonders herzlich von dem Leiter des Kurses begrüßt wurde.

In Ausführungen, denen man die tiefe Ueber- zeugung und den hohen Ernst des alten Kämpfers und Tatmenschen anmerkte, gab Dr. Brandt einen Ueberblitf über das nationalsozialistische Ge­dankengut und die biologischen Grundlagen unserer Weltanschauung. Er zeigte die völkische Reaktion des deutschen Volkes auf den ortsfremden Einfluß, der vor der Machtergreifung Adolf Hitlers über« band genommen hatte, behandelte die Frage der Auslese und im Zusammenhang damit auch die Führerfrage und das Problem des Führernachwuch­ses. Seine tief empfundenen Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen.

Um 20 Uhr sprach als zweiter Redner im Großen Hörfaal des Physiologischen Instituts Pg. Dr. Graf (Rüsselsheim) über das Gebiet der Verer­bungslehre an Hand eines reichen und interessanten Bildmaterials. In wissenschaftlich begründeter Form gelang es ihm, das prinzipiell Wichtige aus diesem großen Gebiet herauszuheben. Schlußfolgernd zeigte der Redner, daß das individualistische Denken durch das organische Denken im nationalsozialistischen Sinne abgelöst werden müsse und daß nur hier­durch eine Ueverwindung der Jch-Sucht möglich sei.

Das zwanglose Zusammensein der Kursteilneh­mer am Abend im HotelHindenburg" gab Ge­legenheit zu gegenseitiger Aussprache und Anre­gung.

Hitler-Jugend Oberbann 4/13.

An die Führer der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolkes in der Hitler-Jugend!

Im Rahmen des Parteitages des Gaues Hessen- Nassau, der im gesamten Gau kreisweise abgehal­ten wird, findet neben der Vereidigung der politischen Leiter auch die der Hitlerjugendführer und Führerinnen des BDM. statt.

Es kommen alle Führer bzw. Führerinnen in Frage, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Die vom Gebiet für die Durchführung in den einzelnen Kreisen bestimmten Führer treten mit ihrem Kreisleiter, der für sie zuständig ist, in Ver­bindung und regeln alles weitere.

An dem Tage der Vereidigung untersteht der BDM. dem betreffenden Führer der HI. Die Eides­formel lautet:

Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir bestimmten Führern unbedingten Gehorsam."

Ick erwarte, daß sich die Führer in der Erkennt­nis dieses Aktes entsprechend verhalten, und dies durch einheitliches, bizipliniertes, ernstes Auftreten nach außen hin dokumentieren.

Heil Hitler! Der Führer des Oberbanns 4/13

m. d. F. b.

gez. Blumenröder, Bannführer.

Der Stabsführer gez. Herrnbrodt, Gefolgschaftsführer.

AG-Lehrerbund Gießen-Stadi.

Mittwoch, 21. Februar, 16 Uhr, Bezirksversamm­lung in der Turnhalle der Oberrealschule. Tages­ordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen: 2. Vortrag von Geh. Rat Prof. Dr. Olt:Ewigkeitsgesetze im neuen Staat".

Elternabend der Oberrealschule.

Die Oberrealschule hielt gestern in Verbindung mit der VDA.-Gruppe der Schule einen wohlge­lungenen Elternabend ab, der ganz im Zeichen des Auslandsdeutschtums stand.

Oberstudiendirektor Leonhardt hielt die Be- grüßungsansprache: hieß besonders die Eltern will­kommen und betonte, daß gemäß einem Wahlspruch

Dritten Reiches die Schule nicht mehr nur r - sondern vor allem Erziehungsschule

sei. Mit der Veranstaltung folge man einem Wahl- fprud) des Führers, daß es nicht das Beste zu geben gelte, sondern das jeder Mitwirkende fein Bestes gebe. Es bedürfe auch weiterhin der Zu­sammenarbeit von Lehrer und Elternhaus. Die

funden habe und empfinde. Don derNation" gebe es verschiedene Begriffe: die Auffassung von der Nation als Staat ohne Berücksichtigung der Volk­heit, und jene Auffassung, die alle jene zur Nation zähle, welche die gleiche Sprache sprechen und glei­chen Geistes seien. Deutsche Volkheit sei in Europa in 21 von 35 Staaten verstreut. Sie seien Reichs­außendeutsche nicht Staatsdeutsch, wohl aber Volks­deutsche. In fünf Staaten feien die Deutschen ftaats» verwaltend: in Deutschland selbstverständlich, in Oesterreich, in Danzig, in Luxemburg und in dem | kleinen Ländchen Liechtenstein. Mitverwaltend seien sie in der Schweiz und an der Wolga. In 13 wei­teren Staaten lebten deutsche Volksgenossen als Volksgruppen, alsMinderheiten". So sei das deutsche Volk, ein 83 bis 85 Millionenvolk, in Europa'mit dem Osten, dem Süden, dem Westen und dem Norden verkoppelt. Dem einen gehe es gut, dem anderen habe man alles genommen, einer anderen Gruppe den Boden belassen, wieder einer anderen die Kultur genommen. In diesem Kampfe um die Behauptung habe der Auslanddeutsche ge­lernt, was Volkheit bedeute. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner eigene Erleb­nisse, u. a. die Tragik des elsässischen Landes, dessen Menschen mit brennenden Augen nach dem Reich sähen, ein Erlebnis in Polen, einige Gedichte, die das Sehnen der Ausländsdeutschen, bedrängter deut­scher Volksgenossen zum Ausdruck brachten das alles stellte der Redner mit dem lebendigen Wort vor seine Zuhörer, die ergriffen lauschten. Unsere Aufgabe sei, das große Reich der Deutschen zu schaffen, ein Reich, das vorbildlich für die Welt werde und auf unsere Volksgenossen im Ausland wirke wie ein Magnet . . (Anhaltender Beifall.) Gemeinsam wurden der erste Vers des Deutschland- unb des Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Zum Abschluß der eindrucksvollen Veranstaltung «e unter dem TitelBauern" von den Schü- r Oberrealschule ein Schauspiel in drei Auf­zügen zur Aufführung, das in dramatischer Weise öen Kampf der Siebenbürger Bauern um ihre ver- j brieften Rechte, um Haus und Scholle, um deutsches Wesen und deutsche Kultur schilderte.

Oer evang. Frauenwelt Verpflichtung für llebersee.

Unter diesem Thema veranstaltete der Gustav- Adolf-Frauenverein gestern abend einen Lichtbilderoortrag in der Stadtkirche. Der Besuch war erfreulich stark, trotz der sonstigen Veranstal­tungen am gestrigen Abend.

Der Redner Pfarrer S t o s ch , der auch im Vor­mittagsgottesdienst die Predigt gehalten hatte, ist Leiter des Katharinenftiftes in Wittenberg, welches evangelische Schwestern besonders für Uedersee aus­bildet. Eingangs erinnerte der Vortragende an den Gedenktag des Todes unseres großen Reformators (18. Februar 1546). Einige schone Bilder zeigten die Stätten der Wirksamkeit Luhters in Wittenberg dis zu seiner Ruhestätte unter der Kanzel der Schloßkirche. Von der kleinen und doch in aller Welt bekannten Lutherstadt an der Elbe werden seit 21 Jahren die Diakonissen der Frauenhilfe fürs Ausland in deutsch-evangelische Gemeinden in Ueber-- see gesandt, anfangs nach verschiedenen Ländern, feit dem Krieg aber nur noch nach Brasilien. Fast eine Million unserer Volksgenossen wartet dort auf diesen Dienst der Heimat.

In vielen interessanten Einzelbildern, die meist von dem Vortragenden selbst bei seinem letzten Aufenthalt in Brasilien aufgenommen waren, sahen wir das zauberhaft schone Land mit seinem Far­benreichtum und seiner üppigen Vegetation, in dem öie Unfern eine neue Heimat gefunden haben, dabei noch in steter Liebe an dem alten, unvergessenen Vaterlands hängend. In harter, zäher Arbeit rinqen sie dem Urwald den Ackerboden ab. Aber trotz der schweren körperlichen Arbeit haben sie doch Sinn für geistige Werte, sie wissen um die Kraft reli­giösen Glaubens gerade auf solchen oft so einsamen Posten. In bewußtem Kampf erhalten darum die Evangelischen unter ihnen sich den Glauben der Väter. Hier arbeiten die Wittenberger Diakonissen als Krankenpflegerinnen, Gemeindeschwestern und Hebammen, als Kindergärtnerinnen und Lehre­rinnen. Und sie tun damit einen Dienst, der völkisch und kirchlich so unentbehrlich ist, daß er dringend des Ausbaus und der Erweiterung bedarf. Fünfzig Schwestern find zur Zeit drüben eingesetzt.

Es war besonders interessant, diese Schwestern auf ihren Gängen zu begleiten und ihre Arbeit zu sehen. Wie ganz anders ist doch dort ihr Dienst durch die wohl gleiche Not, aber doch andersartige Welt und Lebensweise da drüben gestaltet als in

der Heimat. Durch den Urwald führt ihr Weg, ein einzelner Baumstamm ist oft ihre Brücke, hoch zu Pferd und auf dem modernen Autoomnibus kommt sie zu ihren Pflegebefohlenen im einsamen deutschen Siedlerhaus oder in der elenden Hütte der Schwar­zen. Und wie viel größer ist noch die Not als die Hilfe, die geboten werden Cann, besonders erwähnt sei die Not der weit von ärztlicher Hilfe wohnenden jungen Mütter, die einem Kindchen das Leben ge­ben. Es ist überaus schmerzlich, daß manch eine Bitte um Schwesternaussendung aus Mangel an Mitteln und verfügbaren Kräften ungehört verhal­len muß. Dort ist noch Freude am Kind und eine Familie mit 10 und mehr Kindern keine Selten­heit.

Die deutsche Heimat, die es in unserer großen Gegenwart von neuem gelernt hat, daß Deutschland überall dort ist, wo deutsche Herzen schlagen und deutsche Zungen sprechen, soll diesen Ruf aus Luthers Stadt hören und ein Werk stützen, bas da draußen unter Gottes sichtbarem Segen getan wird und noch zu großen Aufgaben berufen ist.

Es war ein feiner und reicher Abend, der uns unseres deutschen Volkstums, das da draußen so tapfer feine Art bewahrt, und unseres evangelischen Glaubens, der in der Liebe tätig ist, froh werden ließ. Nach herzlichem Dankwort von Pfarrer Becker an den Redner, der mit seinen Worten und den Bildern so die Brücke geschlagen hatte von Heimat zur Fremde, von Herz zu Herz der Brüder und Schwestern hier im Mutterland und draußen auf Vorposten in der fernen Welt, schloß die Ver­anstaltung mit gemeinsamem Lied und kurzem Ge­betswort. Gott gebe zu solcher Saat, wie dieser Abend im Wort und Bild sie ausstreute, seinen Segen zur Wahrung und Stärkung deutscher Art und evangelischen Glaubens!

Verwendet Richard Wagner-Wohl­fahrtsbriefmarken !

Richard Wagner, einer der größten Meister im Reiche der Töne, ist seit 50 Jahren tot, aber feine Werke sind unsterblich. Sie leben und wirken le- bensfrifd) und machtvoll im neuen Reiche, in dem der echte deutsche Geist, den sie atmen, zu neuem Leben erwacht ist. Es war ein schöner Gedanke der Reichspost, diesen Kämpfer und Künder für deut­sches Wesen in diesem Jahre auf den Wohlfahrts­briefmarken der Deutschen Nothilfe zu ehren.

Richard Wagners Werke erlangten Weltruhm und halfen wirksam, deutscher Kunst in der ganzen Welt Ansehen zu verschaffen. Wagner war der Schöpfer des deutschen Musikdramas. Aus Dichtung, Musik und Schauspielkunst schuf er ein Gesamtkunstwerk. Die Stoffe seiner Werke entnahm er fast ausschließ­lich dem schönsten Erbgut der deutschen Sagenwelt.

Die Wagner-Wohlfahrtsbriefmarkenserie umfaßt neun verschiedene Werte 3 bis 40 Pf. in größerem Format als dem der gewöhnlichen Briefmarken. Auf ihnen find charakteristische Szenen aus den bedeutendsten Wagnerschen Musikdramen nach Entwürfen von Prof..Alois Kolb, Lehrer für graphische Künste an der Staatlichen Akademie in Leipzig, dargestellt. Bei der Wahl der Motive und ihrer endgültigen Gestaltung hat ein Sachverständi­genbeirat mitgewirkt, dem auch Wagners Schwie­gertochter, Siegfried Wagners Witwe, Frau Wini« frid Wagner, angehörte. Die Ausführung der Marken erfolgte in Stahlstich und Stahldruck.

Neben den Wohlfahrtsbriefmarken ist auch eine Wohlfahrtspo ft karte erschienen, die im Markenbilde ein wohlgelungenes Porträt Richard Wagners zeigt und auf der linken Hälfte der An­schriftseite eine Ansicht des Festspielhauses in Bay­reuth trägt, der Weihestätte des deutschen Dramas aus dem Geiste der Musik. Dieses Haus soll nach Wagners Plan das deutsche Volk zur Pflege deut­schen Wesens erziehen. Die glänzenden Festspiele des letzten Jahres, unter lebhafter Anteilnahme des Volkskanzlers Adolf Hitler, find noch in lebendi­ger Erinnerung. So umschließen die.Wagnermarken des Winters 1933/34 das doppelte Bekenntnis zu deutschem Volkstum und zu deutscher Kunst.

Jeder Deutsche sollte diese Marken fein eigen nennen und allgemein deren Verwendung fördern, ist es doch auch eine Dankesschuld, die Deutschland dem großen Meister damit abstattet. Und zu alledem ist der Wohlfahrtszuschlag zum Besten unserer Aermsten im Volke bestimmt!

Erhältlich sind die Marken außerpostalisch durch dje Ortsgruppen, Zellen- und Blockwarte der NS.» Volkswohlfahrt nur noch bis Ende dieses Monats. Die postalische Gültigkeit währt indes noch bis zum 30. Juni 1934.

Daten für Montag, 19. Februar.

1473: der Astronom Nikolaus Kopernikus in Thorn geboren; 1731: Frau Rat Goethe, Goethes Mutter, in Frankfurt a. M. geboren; 1859: der Astronom und Physiker Svante Arrhenius in Wyk bei Upsala geboren; 1865: der Forschungs­reifende Sven v. Hedin in Stockholm geboren.

Bornvnzcu

Tageskalender für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Revolution der Jugend". Die Chriftengemeinfckaft: 20.15 Uhr, in den un­teren Räumen des Hauses Schwarz, Bahnhofstr. 90 (nicht im Cafe), Vortrag überUeberroinbung des Judentums im Christentum". Handweberei Schloß Westerburg: 11 bis 19 Uhr, Cafö Ebel, Hand- gewebe-Ausstelluna. NS.-Frauenfchaft Gießen- Mitte, Süd und Ost: 20.15 Uhr, Turnhalle Gym­nasium, Turnstunde.

Den Vortrag:Die Ueberroinbung bes Jubentums im Christentum" betrifft eine Anzeige im heutigen Blatte, auf bie besonders aufmerksam gemacht sei.

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** Befreiung abgemelbeter Kraft­fahrzeuge von der Wieberzulassungs- gebühr bei Derwenbung im Dien st e der Winterhilfe. Im Interesse einer schnellen und wirkungsvollen Durchführung des Winterhilfs­werkes hat der Reichsverkehrsminister die Landes- Regierungen ersucht, sofort im Verwaltungswege zu veranlassen, daß alle gegenwärtig nicht zugelassenen Last- und Personenkraftwagen sowie Krafträder von den Gebühren für die Wiederzulassung befreit werden, wenn sie vorübergehend und ausschließlich zur Beförderung von Spenden für die Winterhilfe benutzt werden und dies von dem für den Antrag­steller zuständigen Gauwalter der NS.-Volkswohl- fahrt unter Beibrückung des Dienststempels be­scheinigt wird.

** Handgewebe-Ausstellung im Caf6 Ebel. Die Handweberei.Schloß Westerburg, (Ge­meinnützige Werkbetriebe auf der Jugendburg Westerburg) ist mit ihren Erzeugnissen in Gießen nicht mehr unbekannt. Bereits vor einigen Jahren fanb hier eine Ausstellung statt. Jetzt zeigt bie Gemeinschaft roieber ihre Erzeugnisse in einer dei­nen geschmackvollen Schau und läßt dabei erken- nen, daß sie nicht stehengeblieben ist auf dem ein­mal beschrittenen Wege, sondern sich vervollstän- bigte unb nunmehr auch mit Geweben feinster Art an bie Oeffentlichkeit tritt In der Ausstellung vev,