Obecheffen
Frankreichs Ziele an der Saar
Heimatabend der Gießener Ortsgruppe des Bundes der Saarvereine.
3m Saargebiet gibt es keinerlei französische Minderheit, sondern nur französische Beamte auf den Gruben oder in der Verwaltung, die aber ( mit der Bevölkerung selbst nichts zu tun haben. ; Diese Franzosen sind Auslandsfranzosen, wie i sie ja auch z. B. in Berlin oder in anderen deutschen Städten leben, ohne deshalb Deutsche ' zu sein, oder wie z. B. Deutsche in Frankreich \
oder in England oder in China wohnen, ohne j
deshalb Franzosen, Engländer ober Chinesen , zu sein. Das Saargebiet Tff nicht einmal Auhen- deutschturn. Es gehört vielmehr zum geschlosse- । neu deutschen Volkstum, auf das der Begriff des Auhendeutschlums nicht anwendbar ist. Die Saargebietsdeutschen gehören mit ihrem Herzen und mit ganzer Seele zum Deutschen Reich, sie sind Reichsdeutsche im politischen Sinne, die den Willen und das Sehnen zur Rückkehr zum Reich besitzen. An der Saar ist nichts in Zweifel gestellt, vor allem nicht, dah es sich dort um deutsche Reichsbürger handelt, die nur für 15 Jahre in der Ausübung ihrer deutschen Staatsbürgerrechte gehemmt und beschränkt worden sind.
Diese Schranken zu beseitigen, ist die Aufgabe der Abstimmungsberechtigten am 13. Januar 1935. So ist die Lage unter volkheitlichem Gesichtspunkt. Frankreich weiß ja auch genau, daß es sich an der Saar um Deutsche handelt. Es will dort auch nicht völkische Eroberungen machen, sondern ihm schwebt nur der alte französische Traum von dem großen Gallien vor-, dessen Grenze bis an den Rhein reichen soll. Welchen Stammes die Bewohner dieses Gebietes find, ist den Franzosen, die ja nicht völkisch, sondern nur im Raum denken, völlig gleichgültig. Frankreich will den Raum gewinnen und hofft dann im Laufe der Zeit allmählich das Gesicht der Bevölkerung und den Zug des Lebens nach Westen wenden zu können. Das Haden die Franzosen in der Besatzungszeit in der Pfalz probiert, ohne Erfolg, und so versuchen sie es heute im Saargebiet, wobei sie aber ebenfalls keinen Erfolg haben werden. Sie hoffen denn auch nur auf den status quo, d. h. die Beibehaltung des jetzigen Völkerbundsregimes.
Auf diesem Wege hoffen sie ein zweites Luxemburg zu schaffen, das für sie das Glacis für ihr Ziel zum großen Rhein sein würde.
Daraus erhellt die ungeheure Tragweite der Entscheidung und die große Verantwortung aller, die zur Teilnahme an der Abstimmung berechtigt sind und die ihre Stimme in die Waagschale werfen müssen für die Parole: geschlossene Rückkehr des Saargebietes zu Deutschland!
Auch wirtschaftliche Gründe sind für Frankreich nicht ausschlaggebend. Frankreich hat 1919 behauptet, daß es die Saarkohle haben müsse als Ersatz für die im Kriege in Nordfrankreich und in Belgien zerstörten Kohlengruben. Dieser Ersatz mag für einige Zeit vielleicht notwendig gewesen sein. Aber schon einige Jahre später waren die nordfranzösischen Gruben mit den deutschen Reparationsgeldern so gründlich wiederhergestellt worden, daß sie heute viel leistungsfähiger find als vor dem Kriege.
Frankreich braucht also schon lange nicht mehr die Saarkohle, es ist übrigens dafür auch gar nicht aufnahmefähig genug. Ebenso verhält es sich mit der Eisenindustrie und mit der Verwendung der Saarkohle zur Verarbeitung der Minette.
Vielmehr betrachtet die innerfranzösische Industrie die Produkte der Saar als eine unerwünschte Konkurrenz, unter der sie zu leiden hat.
Unter dem Gesichtspunkt der h i st o r i sch - p o litis ch e n Gründe ist festzustellen, daß das Saargebiet bis auf wenige Augenblicke feiner Geschichte — im Rahmen des großen tausendjährigen geschichtlichen Geschehens gesehen — immer im Verbände der Deutschen gewesen ist. Der Redner gab in diesem Zusammenhang einen eingehenden geschichtlichen
des Ganzen das Lied von den „Musikanten" zur Aufführung. Als alle möglichen Instrumente durcheinandertönten, hätten die Zuschauer am liebsten mitgemacht. Es wird den Eltern nicht schwer fallen, der Aufforderung der Jungmädelführerin zu folgen und ihre Mädel mitfpielen und mittanzen zu lassen.
□3 Lollar, 16. Okt. Dieser Tage war Herr Heinrich Ferber fünfundzwanzig Jahre bei der Firma L e i tz in Wetzlar beschäftigt. Aus diesem Anlaß wurden ihm von der Firma und feinen Arbeitskameraden reiche Ehrungen zuteil. — Sattler- meister Seipp und Ehefrau konnten das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. — Im Saalbau „Zur Linde" fand ein Kameradschaftsabend des Sturmes R 21/116 statt, zu dem auch die Angehörigen der SA.-Männer erschienen waren. Nach Worten der Begrüßung machte Sturmführer Ries eine Reihe dienstlicher Mitteilungen. Dann ging man zum gemütlichen Teil über. Musikvorträge der Kapelle Lynker wechselten mit gemeinsamem Gesang von SA.-Liedern und humoristischen Vorträgen des Kameraden Hofmann. Kamerad Eberle hatte zu dem Abend einen SA.-Reserve-Marsch komponiert, den die Kapelle Lynker zur Uraufführung brachte. Der Abend verlief in der schönsten Weise. Bei allen Teilnehmern entstand der Wunsch, daß derartige Abende, die der Pflege echter Volksgemeinschaft dienen, öfter stattfinden möchten.
ch Staufenberg, 16. Okt. Am Sonntagmittag schieden die drei Ferien k.inder aus Hagen aus unserer Gemeinde Die Pflegeeltern G. Sommer, H. Moos und H. B e ck e r IV. brachten die Kinder mit dem Fuhrwerk zur Station Lollar, wo sie mit weiteren 24, die in der Rabenau untergebracht waren, vereint unter Leitung einer Dame der Volkswohlfnhrt ihrer Heimat zugeführt wurden. Seit dem 25. Mai d. I hatten sich alle sehr zu ihrem Vorteil erholt.
§ Mainzlar, 15. Okt. Heute gegen sechs Uhr ging über unserem Ort ein schweres Unwetter mit starkem Regen und Hagelschlag nieder. Stellenweise wurden Bäume und Masten aus dem Boden gerissen. Soweit wie bis jetzt feft= gestellt werden konnte, ist sonstiger Schaden erfreulicherweise nicht zu verzeichnen.
)( Lich, 16. Okt. Am Sonntagabend feierte die Kinderkirche in vollbesetzter Kirche ihr Ernte- d a n k f e st. 70 Kinder boten der andächtig lau- schenden Gemeinde ein prächtiges Erntespiel. Unter Orgelspiel und Choralgesang, im Schmuck des offenen Haares und ihrer Blütenkränze, zogen die Kinder, eingeteilt in die vier Jahreszeiten, die durch vorangetragene Kränze und durch die Far- den der Kleider (grün, rot, braun, weiß) dargestellt wurden, in die Kirche ein und zeigten dann in Gedichten und Liedern den Segen der einzelnen Jahreszeiten. Im zweiten Teil des finnigen Spiels tratt ein Schnitterchor auf und legte unter dem Gesang verschiedener Erntelieder die einzelnen Erntegaben am und auf dem Altar nieder, der zuletzt reich gedeckt mit einem großen Erntekranz und den Früchten der Gärten und Felder und geschmückt mit Christbaum und Mantel des Winters im Schein der Kerzen und Lichter einen prächtigen Anblick bot. Mit einem Chor der Jahreszeiten und dem Lied der Gemeinde „Großer Gott, wir loben dich" endete das Spiel, das einen tiefen Eindruck hinterliefe. Die Kollekte, die 26 Mark ergab, war für die Weihnachtsbefcherung der Kinderkirche bestimmt
OO Bellersheim, 16. Ott. Von der Gau- fiIm st eile der NSDAP, wurde hier im Saale Angermüller der Tonfilm „Der Schimmelreiter" vorgeführt. Im Beiprogramm wurden die Bedingungen zur Erlangung des Reichsfport- abzeichens anschaulich vor Augen geführt. Desgleichen wurde ein Querschnitt aus den Jahren 1900 bis 1917 gezeigt. Am Nachmittag sand eine Vorstellung für die Schuljugend statt.
Kreis Büvinqen.
■ y Nidda, 15. Okt. Das Winterhilfswerk - 1934/35 wurde hier am gestrigen Sonntag durch t eine GeldsammlungfürEintopfge richte > eingeleitet, nachdem am Samstagabend in einer i von fast sämtlichen Zellen- und Blockleitern der i NS.-Dolkswohtfahrt besuchten Besprechung unter I Leitung von Dekan S c r i b a die Ausführung be-
Ueberblick über die Geschehnisse zwischen Frankreich und Deutschland in dem Gebiet an bet■ ^ofel, Rhein und an der Saar. Er lieferte dabei m klarer Weise den Beweis, daß
Frankreich mit historischen Besitzständen feinen Anspruch auf die Saar in keiner Weise rechtfertigen kann,
da das Saarland nur zweimal (unter ßubroig XIV. und Napoleon I.) auf wenige Jahre unter franz°. fiftfier Herrschaft stand, sonst aber stets zu Deutschland gehörte. Er betonte m diesem Zusammenhang: ~ r
Frankreich am Rhein bedeutet Befestigung der französischen Hegemonie und Herrschaft in Europa. Dieses ist das alte, auch heute noch bestehende Ziel der französischen Politik, das in der Saarfrage von heute die entscheidende Rolle spielt, es ist die Frage, ob Frankreich weiter vormarschieren kann oder zurücksinken wird In seiner politischen Bedeutung.
In der politischen Entwicklung vom Ende des Weltkrieges ab bis heute handelt es sich um die gleiche Linie, um das gleiche Z i e l. Der Ausdehnung der Franzosen nach Norden hin in Richtung auf Köln und Holland widersetzt sich der Engländer, der die Franzosen von dort zurückgedrängt hat, auch in der Besatzungszeit durch die frühere Räumung der besetzten Zone und durch sein ganzes politisches Streben, weil dort feiner Ansicht nach englische Interessen berührt werden. Um die Gebiete an der Saar und in Lothringen interessiert sich der Engländer verhältnismäßig wenig, ebenso um die weiter südlich gelegenen Gebietsteile, weil dort für ihn kein Interesse liegt.
Frankreich dagegen will diese Gebielslette, insbesondere das Saarland, als sein Sprungbrett behalten, es möchte dort den Besitzstand des Deutschen Reiches auflockern durch eine Art Luxemburg oder durch einen Zustand, in dem sich heute Oesterreich befindet, bei dem es verhindern will, dah die deutschen Menschen an der Saar nach Osten hin zum Deutschen Reiche
bttcken. Das sind die letzten Ziele der Franzosen wieder an der Saar.
Es muß durch die Abstimmung dafür gesorgt werden, daß sich im Bewußtsein der Franzosen für alle Zeiten die Ueberzeugung befeftiat: hier ist d i e deutsche Grenze, hier sind deutsche Menschen, die in ihrer volklichen Zugehörigkeit und in ihrem Deutschbewußtsein nicht zu erschüttern sind. Einmal muß dem Franzosen auch klar werden: dies ist französischer Besitz st and, dies ist deutscher Besitz st and, damit Frankreich den Besitzstand des Deutschen Reiches und des deutschen Volkstums im Westen respektiert. Das ist die große Schicksalsfrage über Europa, die zwischen Deutschland und Frankreich steht. Darum geht es bei der Abstimmung an der Saar.
Daher stehen die Abstimmungsberechtigten im Dienste einer großen gesamtdeutschen Entscheidung von europäischer und von Weltgeltung. Es handelt sich um die Entscheidung darüber, ob Frankreich auf seinem Streben zum Rhein halt geboten wird.
Am Schlüsse feines Vortrages verlas der Redner zwei Briefe des Prinzen Eugen von Savoyen, des Eroberers von Belgrad, der auch gegen Frankreich kämpfte und in diesen Briefen die zu jener Zeit bestehende deutsche Ohnmacht und Zerrissenheit beklagte, die es damals unmöglich machte, Frankreich in seine natürlichen Grenzen zurückzuweisen. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß das deutsche Volk von heute vor aller Welt den Beweis erbringen werde über eine andere und bessere Stellung des deutschen Volkes. Als Treugelöbnis aller Deutschen zu den Brüdern und Schwestern an der Saar verlas der Redner zum Schluß das Saarlied, das er in diesem Zusammenhang zu einem starken deutschen Bekenntnis erhob. (Langanhaltender, stürmischer Beifall.)
Ortsgruppenleiter Thum betonte nach herzlichen Dankesworten an den Redner, daß die Saardeutschen am 13. Januar 1935 ihre Pflicht tun werden für das gesamtdeutsche Vaterland, und er bat alle deutschen Volksgenossen, zur Erfüllung dieser Pflicht beizutragen und dem großen Ziel förderlich zu fein. Die faardeutsche Bevölkerung habe eine große deutsche Pflicht, auf die sie stolz sei!
Der Abend sand mit einigen geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden seinen Abschluß.
Im gut besetzten Saale des Cafö Bürgerhof vereinigten sich gestern die Mitglieder der Gießener Ortsgruppe des Bundes der Saarvereine mit Volksgenossen aus unserer Stadt zu einem aufschlußreichen Saar-Heimatabend. Nach Begrüßungsworten des Leiters der Ortsgruppe, Herrn Thum, sprach
Studienrat Dr. König-Gießen über das Thema „Frankreichs Ziele an der Saa r". Seine Legitimation zu einem Urteil in dieser Angelegenheit begründete der Redner einleitend mit dem Hinweis darauf, daß er selbst geborener Elsaß-Lothringer ist, dort aufwuchs und wohnte und infolgedessen im Mittelpunkt des großen politischen Kampfes in der deutschen Westmark stand. Dann sagte er in seinem Vortrag u. a. weiter:
Die Frage, um die es für Frankreich jetzt geht, dreht sich, wie schon oft in der Geschichte Frankreichs und Deutschlands, um das Land an der Saar, um den „kleinen Rhei n", wie man m Frankreich die Saar nennt. Es handelt sich um eine Angelegenheit, bei der Frankreich wiederum die Hand aus st reckt nachaltem deutschen Land, um die uralte deutsche Frage zwischen Frankreich und uns.
Dqbei handelt es sich nicht allein um das Schicksal der Saardeutschen, sondern es wird am 13. 3anuar 1935 an der Saar über gesamtdeutsches Schicksal entschieden. Diese große Tragweite der Abstimmung läßt es für uns Deutsche nicht gleichgültig erscheinen, wie die Entscheidung dort ausfällt.
Wenn die Frage von der v o l k h e i 11 i ch e n Seite her betrachtet wird, so ist zunächst zu prüfen, ob es an der Saar französische Minderheiten gibt. Franzosen sind noch nicht einmal in Lothringen oder im Elsaß geboren worden, ebenso wenig an der Saar. Es gibt kein französisches Volk an der Saar, auch kein Volk, das dort zwischen Frankreich und Deutschland hin- und hergeworfen worden sei. Die V o l k s t u m s g r u n b l a g c ist vielmehr deutsch in jeder Familie, die deutsch-französische Sprachgrenze verlauft wert südlicher als das Saargebiet. Noch richt einmal in Deutsch-Lothringen gibt es eine französische Minderheit. Es gibt dort nur französische Beamten oder Soldaten, die von der eingesessenen französischen Bevölkerung als „Hergelaufene" empfunden wer- den. Das gleiche ist auch von der Saar zu sagen.
Derkehrsunfatt ;
am unbewachten Bahnübergang.
ll. Mücke, 16. Okt. Heute gegen* 11.30 Uhr er- ’ eignete sich hier an dem unbewachten Bahnübergang ' der Strecke Mücke—Laubach—Hungen ein Ver- > kehrsunfall. Gerade als die Lokomotive die 1 Hauptdurchgangsstraße Grünberg — Ruppertenrod überquerte, kam ein Auto aus der Richtung Grün- - berg und fuhr in voller Fahrt gegen d i e Lokomotive. Das Auto überschlug sich und stürzte um. Der vordere Teil des Wagens wurde 1 vollständig zertrümmert. Wie durch ein Wunder kamen die beiden Insassen, zwei Reisende aus Bonn, mit dem Leben davon. Durch den unteren Boden der Karosserie mußten sie ihren Ausgang in das Freie suchen. Der Autofahrer versuchte zwar zu bremsen, jedoch war es ihm nicht gelungen, den Wagen zum Stehen zu bringen.
Landkreis Gießen.
OO.Klein-Lind en, 16. Okt. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft wurde 'bas diesjährige Winterhilfswerk mit einem G e - meinbeabenb im Saale bes Gasthauses „Zur beutfchen Eiche" eröffnet. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann gab die Richtlinien bekannt, die der Führer bei der Eröffnung des Winterhilfswerkes ausgestellt hat und forderte zur Mitarbeit am großen wahrhaft sozialen Werk auf. Zur Ausgestaltung des Abends hatten sich die „Nationale Sängervereinigung", der Gesangverein „Arion" der Chor des BDM., der Mädchen- und Frauenchor der evangelischen Kirchengemeinde und der Turnverein in den Dienst der guten Sache gestellt. Sämtliche Darbietungen fanden dankbare Aufnahme. Erwähnt sei noch die Mitwirkung einer Schülerriege unserer Volksschule, die mit ihren Hebungen im Bodenturnen starken Anklang fand. Der Posaunenchor umrahmte die Feier mit guten Musikoorträgen.
* Lang-Göns, 16.Okt. Bei der Sammlung der „Volksdeutschen O p f e r w o ch e" für das Hilfswerk an auslandsdeutfchen Schulen ging hier der Betrag von 3 9,80 Mark ein.
(D (Brüning en, 16. Okt. Marinepfarrer Haupt vom Kreuzer „Königsberg" hielt dieser Tage in der hiesigen Turn- und Singhalle einen Lichtbildervortrag über unsere Reichsmarine. Pfarrer Haupt, der vor 20 Jahren in unserer Gemeinde als Seelsorger tätig war, läßt es sich nicht nehmen, in feiner Freizeit ab und zu in feiner Heimataemeinde einen Besuch abzustatten. Nachdem er am Vormittag in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche den Gottesdienst geleitet hatte, hielt er am Abend den Lichtbildervortrag über das Leben und Treiben der Matrosen. Die geräumige Turnhalle reichte fast nicht aus, um alle Besucher zu fassen. Der Redner verstand es meisterhaft, den Zuhörern einen Einblick in das Leben auf den Schiffen zu geben, er schilderte die rühm- : reiche Tradition der Reichsmarine aus den Jahren 1 bes Weltkrieges und das stets ausgezeichnete Auf- ' treten der deutschen Matrosen bei ihren großen
Auslandsfahrten. Mit einigen Gedanken der Wehr- 1 Hastigkeit, mit einem stillen Gedenken an die Toten der „Niobe" schloß Pfarrer Haupt feine Ausfüh- : rungen. Eine Anzahl Lichtbilder unterstützte das gesprochene Wort. Der Gesangverein der A.-Jsheim- 1 schen-Stiftung trug durch Lieder zur Verschönerung 1 bes Abenbs bei.
> Holzheim, 16. Okt. Am Sonntagabend wurde hier der Tonfilm „Der Schimmelreiter^ durch die ©aufilrnftcHe der NSDAP, im Saale von Pg. Sarnes zur Vorführung gebracht. Zellenwart Pg. Kuhl eröffnete die Veranstaltung. Der Film war sehr geeignet, den wahren Sinn einer Dorf- und Volksgemeinschaft in den Herzen der Zuschauer zu vertiefen. Mit dreifachem Sieg-Heil ! auf den Führer wurde die Veranstaltung durch den - Zellenwart geschlossen. Am Nachmittag' fand eine
Vorführung für die Schuljugend statt.
z Rödgen, 16. Okt. Die Rödgener Jung- ° m ä b e l s veranstalteten am Sonntag einen Werbe- : nachmittag. Sie hatten sich ein abwechslungsreiches > Programm zusammengestellt. Spiel unb Tanz, Lieb > unb Heimspiele, kurz alles, was so kleine Mäbel in - ihren Heimabenben treiben, würbe gezeigt. Dann i tarnen noch ein Theaterstückchen unb als Krönung
sprachen und die Sammler unter Hinzuziehung von etwa notwendig werdenden Ersatzmännern aus der SA. bestimmt worben waren»
tz. Nibba, 14. Okt. Der hiesige Z w e i g o e r • ein des VHC. unternahm heute nachmittag in Stärke von etwa 25 Teilnehmern die elfte plan« mäßige Wanderung unter Führung von Ober-Land» mefser Eich nach Wallernhausen, Bellmuths und Ranstadt, von wo aus man nach etwa zweistündi» ger Rast der Sßeiterwanberung zu Fuß auf der ungefähr sieben Kilometer langen Landstraße nach Nidda dem bequemeren Schienenweg gegenüber den Vorzug gab. Infolge dunstigen Wetters mußte man leider auf jede Aussicht von erhöht liegenden Punkten verzichten. ,
z. Nidda, 14. Okt. Aus Anlaß der Reichs- werbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" veranstaltete der hiesige Turnverein gestern Abend in der stark besetzten Turnhalle ein Schau- unb Werbeturnen seiner Turnerinnenabteilung, eingeleitet mit Marschmusik einet kleinen Musikkapelle, sowie einem sinnvollen Sprech» chor. Darauf fchilberte ber Vereinsführer Dr. F. Koch, in kurzen und beherzigenswerten Worten den Zweck der Veranstaltung, nämlich Vorführung von zweckdienlichen Hebungen, in der bestimmten Hoffnung, dadurch längst überwundene Vorurteile $u beseitigen und aus den Reihen der Lauen Freunde des Turnens zu gewinnen, nicht allein um des Turnens willen, sondern zur Förderung
Pässe für Saarabstimmungsberechtigte.
Amtlich wird folgendes bekanntgegeben:
Reichsangehörigen, die die Ausstellung eines paffes mit der Begründung beantragen, daß sie sich zur Abstimmung in das Saargebiet begeben wollen, wird der Reisepaß von den zuständigen Paßbehörden vom 15. Oktober 1934 ab gebührenfrei mit einer Geltungsdauer bis zum 15. Februar 1935 ausgestellt, wenn sie glaubhaft nachweisen, daß sie a b st i m - mungsberechtigt sind. Die Glaubhaftmachung kann z. B. erfolgen durch Vorlage einer Bescheinigung
a) der saarländischen Abstimmungsbehörde. daß der Antragsteller in die Abstlmmungs- liste eingetragen ober sein Antrag auf Eintragung in die Abslimmungsliste bei der saarländischen Abstimmungsbehörde eingegangen ist;
b) der Saarmeldestelle seines jetzigen Wohnsitzes (Polizeirevier oder Einwohnermeldeamt), dah der Antragsteller in die Saarkartei eingetragen ist.
der Gesundheit der Frau in jeder Weise und dadurch zur Ertüchtigung der ganzen Nation. Was durch die früheren Regierungen in dieser Beziehung nicht erstrebt, geschweige denn erreicht worden sei, das habe unser Führer Adolf Hitler und seine Mitarbeiter, in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit, in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht allein angebahnt, sondern auch schon ein bedeutendes Stück vorwärts gebracht. Hnserm Führer gebühre unstreitig in erster Linie großer Dank dafür. Der Sietmart ® imper versuchte in eindringlichen Worten alle jene aufzurütteln, die der Turnfache noch fernstehen. Es wechselten dann in bunter 9tei« henfolge Freiübungen, Keulenschwingen, Körperschule, Volkstänze unb Barrenturnen. Gerabe letzteres löste bei ben Zuschauern ber straffen unb gewannen Ausführungen wegen lebhaften Beifall aus. Nach einem Schlußwort bes Vereinsführers ging man zum Tanz über.
= Hirzenhain, 15. Okt. Besinnungslos und stark blutenb würbe gestern Nachmittag von einem Marburger Motorrabfahrer ber von Nibba stam« menbe Kupferschmieb Heinrich Aßmus zwischen Hirzenhain unb Lißberg neben seinem Motorrad aufgefunden. Die rechte Vorderseite des Kopfes hat stark gelitten, an der Stirne klafft eine Wunde. Scheinbar ist er mit feinem Motor» r a ö auf ber nassen unb baburch glatten Betonstraße ausgeglitten. Von unserem Arzt wurde bem Verletzten ein Verbanb angelegt. Am Abend brachte man ihn in einem Auto in die Heimat. Lebensgefahr fall nicht bestehen.
Kreis Schotten.
d Schotten, 15. Okt. Gestern nachmittag er« öffnete die NSDAP., K r e i s s ch u l u n g s l e i» t u n g Schotten, ihre diesjährigen Winter« fchulungskurfe. Nach einleitenden Worten des Kreisschulungsleiters Hofmann- Freienseen wies Kreisleiter Kromm auf das große Winterhilfswerk der NSV. hin und bat um Unterstützung unb Opfer für das große Werk. Pg. Dr. Schmidt- Frankfurt sprach dann in längerer Rede über ben Sinn ber Schulung. Es gelte, bie restlichen zehn Prozent, bie bei ber letzten Wahl mit Nein stimm' ten, für ben nationalsozialistischen (Bebanfen zu gewinnen, vor allem aber bie neunzig Prozent Wähler zu wahren Nationalsozialisten zu erziehen. Freiwillig, nicht burch Zwangsmittel, müßten bie Volksgenossen zu ben Schulungskursen kommen unb sich freiwillig unb aufrichtig zum Führer bekennen. Näher ging ber Rebner ein auf bie auswärtige Politik unb bie Geschehnisse in anberen ßänbern währenb ber jüngsten Zeit. Reicher Beifall lohnte ben interessanten Vortrag. Begeistert wurden das Saarlied und das Horst-Wessel-ßied gesungen und mit freudigem Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung geschlossen. — Wieder hatte die 316-* Gemeinschaft „Kraft durch Freude zu einer Veranstaltung, einem Bunten Abend, in die Turnhalle eingeladen, die voll gefüllt war. Nach einleitenden Musikstücken begrüßte Kreisbetriebs- zellenleiter Schneidmüller die Besucher unb teilte mit, daß man im kommenden Winter alle bret Wochen einen NS.-Gemeinschaftsabend „Kraft durch Freude" abhalten werde. Aus den Alltagssorgen unb Nöten werben bie Besucher biefer Abenbe durch bas viel unb schon gebotene Künstlerische heraus- gerissen. Am Samstagabenb wirkte mit zunächst der als Ansager unb Humorist bekannte Hans Kramer, der durch seine treffenden Bemerkungen, Witze unb Vorträge bald eine frohe Verbindung zwischen der Bühne und den Zuschauern herstellte. Ein Accorbion- spieler, ein fesselnber Bauchredner, eine Tänzerin, ein Zauberer unb vor allem eine Rheinische Stini' mungsfängerin boten ein abwechslungsreiches Pro* gramm unb schufen eine sehr frohe Stimmung- Tanz schloß sich an.
x. Ulfa, 15. Oft. Zwei junge $ f e r b e flt einem leeren Wagen, von einem kaum der Schule entwachsenen Jüngling gelenft, gingen auf oer Lanbstrahe nahe unserm Dorfe durch, rannten in»


