Nr. 243 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch. (7. Oktober (934
wie sie mit Recht entgegnen könnte, nichts ferner gelegen, als einem ihr so völlig unbekannten Lebewesen wie diesem seltsam kurzhaarigen, schwarzgrau getigerten, wenn auch mit gleichsam weißer Wäsche versehenen Kater namens Musch Unruhe zu bereiten. Hat sie vielleicht ein Auge gehabt für die schlanke Form seiner, wie gesagt, weiß gekleideten Beine oder gar für die reichen Büschel seines männlichen Schnurrbarts? Mitnichten! Auch die Melodik seiner Liebeserklärung fand keinen Widerhall in dem wohltemperierten Empfindungsleben ihrer Rasse. Oder doch? Ist es nicht am nächsten Morgen, als sie, ohne dem ihr am Abend noch unerwünschten Freier abermals zu begegnen, den Stuhlbeinen und Menschenhänden Schmeicheleien widmet, sie hätte sich eines andern besonnen?
Dies freilich war nicht im Sinne des Versuchs, dies so wenig wie die Kümmernis eines Katers, der sich seit längerem der Würde eines älteren Herrn erfreut, gelegentlicher Spielereien mit abendlichen Schattenbildern unerachtet. Er ist auch wirklich weile genug, um Begegnungen wie diese mit der weißen Dame' als einen Einbruch in die ihm allein gemäße und wahrhaft wohltuende Ordnung zu empfinden, als eine wenn auch romantische Störung, und Romantik, nicht wahr, das ist eine Angelegenheit für junge Leute, die noch aus Fenstern steigen und auf Dächern oder in Gärten unerwarteten Erlebnissen nachschleichen mögen, von denen aber doch, wie der Erfahrene weiß, nichts bleibt, — wenigstens nichts, was für einen gesetzten und abgeklärten Kater so zweckmäßig und ersprießlich wäre wie eine ausgiebige und ungestörte Ruhe zur Nacht und eine nahrhafte und abwechslungsreiche Speisefolge am Tag im übrigen aber ein zeremoniös geregelter Umgang mit Menschen, die ein verständnisvolleres Eingehen auf Wünsche und Bedürfnisse eines Katers bekunden als weiße Damen, und wären sie noch so rQ$i9es etwa mag der Schluß der Gedankenkette sein, die sich im Bewußtsein besagten Stüters abspinnt, als er die beruhigende Gewißheit gewonnen hat, daß der Besuch entschwunden ist. Daß die Fremde keinen förmlichen Abschied genommen hat, ficht ihn nicht sonderlich an. Er hatte sie ja auch nicht e.n- qeladen Aber er ist in der immer wieder bestätigten Erkenntnis, daß ein leicht bewegtes Herz ein mit Borsicht zu behandelndes Gut ist, beinahe dankbar dafür daß er ohne weitere Gefühlsbeirrung, auf den Schemel springen, sich einrollen und träumen und verläßlich erwarten kann, aus geregeltem Nachmittagsschlaf erweckt zu werden ohne noch einmal durch das Erscheinen einer weißen Dame aus der Ordnung seines Alters getrieben zu werden. Denn ihm ist, sie wäre für ihn, diese Ordnung, jo
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gesunde Augen - der größte Schah.
Eröffnung des Mnierhilsswerks 1934-35
2?on Or med. Zecker
Zu einem gesunden Menschen gehören klare, gesunde Augen. Die größte Schönheit eines Menschen sind seine Augen, der Spiegel seiner Seele. Auch ein wenig schöner Mensch kann durch seine Augen noch anziehend werden. Matte, glanzlose Augen verraten häufig, daß der Mensch irgendwie leidend ist, oft lange bevor ihm das Leiden selber zum Bewußtsein kommt. Augen sind Warner und Rufer, wir müssen nur auf sie achten lernen?
Wer schöne Augen hat und sich ihren Glanz und ihre Schönheit über die erste Fugend hinaus er- halten möchte, soll vor allem darauf bedacht sein, genügend lange zu schlafen. Menschen, die den Schlaf als etwas Nebensächliches ansehen, werden sich nicht allzu lange ihrer schönen Augen erfreuen können. Man merkt es ja schon nach einer einzigen durchwachten Nacht, wie trüb und glanzlos die Augen werden. Dauernder ungenügender Schlaf hat in dieser Richtung die schlimmsten Folgen.
Sehr günstig auf den Zustand der Augen wirken regelmäßige Augenbäder. Man soll sie am besten vor dem Schlafengehen nehmen. Man nimmt eine zweiprozentige Borsäurelösung, die man in der Apotheke fertia kauft und spritzt die Flüssigkeit mit einem Glasröhrchen in die Augen ein. Setzt man die Behandlung regelmäßig fort, fo wird man sehr bald schon den wohltätigen Einfluß spüren. Besonders Menschen, die beim Lesen oder Handarbeiten ihre Augen überanstrengen müssen, sollten 'hnen diese Wohltat angedeihen lassen. Das Weiß der Augen wird bald wieder klar und ungetrübt sein. Hat man die Borsäurelösung nicht zur Hand, so kann man sich auch helfen, indem man einen gestrichenen Teelöffel Salz in einem halben Liter Wasser auflöst und mit dieser Lösung die Augen badet.
Sehr schädlich für die Augen ist es, liegend zu lesen, auch wenn man daraus achtet, das Licht von links zu haben. In der liegenden Stellung werden die Sehnerven über Gebühr angestrengt; man sollte es daher, wenn irgend möglich, vermeiden. Wenn viele Leute behaupten, sie könnten ohne ein Buch nicht einschlafen, fo ist das nur eine schlechte Angewohnheit. Mit etwas Selbstdisziplin kann man sehr rasch darüber hinwegkommen. Wenn jemand bei schlechter Beleuchtung arbeitet, muß er sich selber die Schuld geben, wenn seine Sehkraft sich sehr rasch schwächt; gutes Licht zum Arbeiten ist eine der Hauptbedingungen.
Wer viel lesen oder eine andere Arbeit tun muß, bei der die Augen immer auf eine bestimmte Entfernung eingestellt sind, soll sich jeden Tag eine Ruhepause gönnen, in der er die Auaen auf ferne Gegenstände richtet. Auch die jetzt oft empfohlene Augengymnastik ist hier von günstigem Einfluß. Die Muskeln müssen elastisch bleiben, wenn die Linse zufriedenstellend arbeiten soll. Wollen trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen die Augen nicht mehr wie früher Dienst tun, schmerzen sie bei geringer Anstrengung und schwächt sich die Sehkraft merklich, so ist ein Gang zum Augenarzt nicht aufzuschieben. Er wird ein Glas verschreiben, das man zum Arbeiten benutzt.
Frauen haben begreiflicherweise eine Scheu davor, eine Brille zu tragen. Nicht weniger unschön ist es aber, wenn jemand, wie man es bei Kurzsichtigen oft beobachten kann, dauernd die Augen zu- ‘fammentneift, um irgend etwas genau erkennen zu können. Dies Zusammenkneifen der Augen macht idas ganze Gesicht häßlich und führt zu verfrühter Munzelbildung. Und schließlich sieht ein solcher Mensch noch nicht einmal seine Umwelt genau! Also Ilieber ein Glas tragen, das Gesicht nicht verzerren und alles sehen, was um einen vorgeht! Die Wahl scheint wirklich nicht schwer zu sein. Es febt «sich noch einmal fo schön, wenn man richtig, gut :und klar sehen kann.
Ilie
— Tageskalender für Mittwoch: Bund !Nationalfozialistischer Deutscher Juristen, 20 Uhr,
für den Kreis Gießen in der Volkshalle
Am Freitag, dem 19. Oktober 1934, abends 8 Uhr, findet in der Volks- Halte zu Gießen die feierliche Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35 statt.
Alle Volksgenossen, die den Führer in seinem Bestreben, daß keiner in diesem Winter hungern und frieren darf, unterstühen wollen, sind zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen.
Redner:
Kreisleiier pg. Klostermann
Gauamtsleiier pg. Haug
Oie Kreisbetriebszellenabteilung mit ihren Betrieben, SA., SS., Beamtenfach- scha Hitler-Jugend, Frauenschast usw. haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Oer Abeno wird durch die selbstlose Mitarbeit vieler Mitglieder des Stadttheaters Gießen eine bedeutende Verschönerung erfahren.
Künstlerische Leitung:
Paul Nieren, Ansager
Mitwirkende:
Hansi Salzmann Soubrette ZRofe Stirl, heitere Lieder Hilde Plank, Tänze Maja von Rabenau, Tänze Heinz Weiser, Tenor Fran; Valckenberg, Baß Gert Geiger, Rezitationen
Ich fordere nochmals jeden anständig denkenden Deutschen zum Besuch dieser Veranstaltung aus! (5infriff frei!!
Oer Bunfe Abend der NS. Kulfurgemeinde am Freitag, dem 19. Oktober 1934, im Ease Leib fällt aus!
Heil Hitler!
NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt
gez.: Klöß, Kreisamtsleiter gez.: Hainbach, stellv. Kreisamtsieter
| Cafe Ebel, Ortsgruppenoerfammlung. — NS -Leh- ; rerbunb Gießen, 15.30 Uhr, Singsaal des Realgyrn- . nafiums, Bezirksversammlung der Fachschaft 2 (Hö- Here Schule). — NSLB. Gießen-Land, 15.30 Uhr,
1 Hotel Köhler, Tagung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule, 2 .Gruppe. — NSLB. Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Musik, 15.15 Uhr, Singsaal des Lyzeums, Vortrag und Orchesterübung. — Stadttheater, 19.30 bis 21.30 Uhr, „Die Heimkehr des Matthias Bruck". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die große Chance".
D.eHabil taüonen an den Hochschulen.
Der hessische Staatsminister Jung hat unter dem 26. September 1934 eine Bekanntmachung über die Vorschriften über b i e Habilitatio- nen an ben Hochschulen erlassen, bie in ber gestrigen Ausgabe ber amtlichen „Darmstäbter Zeitung" veröffentlicht wirb. In ber Bekanntmachung wirb folgendes bestimmt:
Die Vorschriften über bie Habilitation in § 24 ber Verfassung ber Universität Gießen vom 13. Oktober 1933 unb in § 23 ber Verfassung ber Technischen Hochschule Darmstabt vom 20. Oktober 1933 werben wie folgt ergänzt:
I. Wer zur Habilitation zugelasfen werben will, hat folgenbe Voraussetzungen zu erfüllen:
1. Er muß arischer Abstammung unb barf nicht mit einer Person nichtarischer Abstammung ver
heiratet sein (§ la bes Reichsbeamtengesetzes vom 31. März 1873 in ber Fassung bes Gesetzes Dehn 30. Juni 1933 — Reichsgesetzblatt I, Seite 433 —).
2. Er soll bie beutsche Reichsangehörigkeit besitzen.
3. Er soll in ber Regel bie abgeschlossene Vor- bilbung für einen ber Berufe besitzen, für ben er oorbilben will.
4. Er muß rückhaltslos hinter bem nationalsozialistischen Staate stehen.
5. Er muß einen mehrwöchigen Lehrgang in einem Gelänbesport- ober Arbeitsbienstlager mitgemacht haben. Entsprechenber Dienst in ber SA. ober SS. kann bem Lehrgang gleichgesetzt werben.
Ausgenommen von bieser Verpflichtung sind Frontkämpfer. Frontkämpfer im Sinne dieser Bestimmung ist, wer im Weltkrieg (in der Zeit vom 1. August 1914 bis zum 31. Dezember 1918) bei der fechtenden Truppe an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf oder an einer Belagerung teilgenommen hat. Die Teilnahme an den Kämpfen im Baltikum, in Oberschlesien, gegen Spartakisten sowie gegen die Feinde der nationalen Erhebung ist der Teilnahme an den Kämpfen des Weltkrieges gleichzustellen.
6. Er muß einen Lehrgang an einer Dozentenakademie durchlaufen haben.
7. Erft nach Erfüllung der Voraussetzungen zu 1 bis 6, über die entsprechende Nachweise spä-
Oie weiße Oame zu Besuch.
Von Will Scheller.
Es ist immer das gleiche, seit Jahren schon: die !Türen des Zimmers fallen ins Schloß, unwiderruflich; Schritte wohlbekannten Charakters entfer- inen sich; eine andere Türe schlägt zusammen, »Schlüssel rasseln — dann wird Stille um ihn, des- fsen spitze, mausgraue Ohren ihn alsbald nutzlos idünken. Er weiß, Musch, der Kater, daß es nun icine Zeitlang durchaus keinen Sinn hat, etwas anderes zu tun, als hängenden Schweifs zum Schemel zu trotten, hinaufzuspringen, seine Gliedmaßen harmonisch zu ordnen und zu träumen. Am besten im zeitlosen Schlaf. Aus dem wird er dann geweckt werben burch bas noch in ber tiefsten Vision emp- ffindliche Gehör, das seinem Bewußtsein noch vor «dem unverkennbaren Schlüsselrasseln die Wahr- mehmung von Schritten wohlbekannten Charakters rzuführt, die die Treppe hinaufsteigen und alsbald iin der Wohnung sich bewegen werden, dem Zimmer sich nähernd, in dem es plötzlich keine Geduld mehr gibt. So nämlich beginnt wieder das Leben, lunb er meldet sich mit einer Stimme, deren heischender Ton keine Widerrede gestattet und kein Zögern erlaubt. Denn es ereignet sich das große Erlebnis des Wiedersehens mit der eifrigen Begutachtung des Mitgebrachten in mancherlei knistern- Dem Paket von unterschiedlichem Geruch.
Musch ist ein Liebhaber planvoller Gewohnheit. (Um ihretwillen hat er den Verzicht auf die Frei- cheit auf sich genommen, deren Kenntnis in unoor- Übenkliche Zeit zurückliegt, jene Klausur, die für ihn Üa nicht bloß Einsamkeit bedeutet, Abgeschiedenheit ®on seinesgleichen, sondern auch intimen und intern fioen Umgang mit Menschen, die, was er durchaus begreift, feine wohlgeformte Statur und feine Anmut bewundern, das Weiß und Grau feines schwarz gestreiften samtenen Pelzes pflegen, in einer ausdrucksreichen Physiognomie mit den großen, schwarz geränderten Augen zu lesen wissen und es verstehen, Rede und Antwort mit ihm zu auschen. O ja, er ist sich der Rolle wohl bewußt, bie : ttr in dieser Häuslichkeit spielt, seit länger denn ein Jahrzehnt, und sie entschädigt ihn für manches Abenteuer im Kampf mit einer oft feindlichen Welt. §9 hat schon etwas für sich, mit schneeweißen Pfo- »en durch wohltemperierte Räume zu spazieren, auf Deichen Teppichen sich zu räkeln, auf behaglichen Seffeln ein wohlumfriedetes Dasein zu führen, frei : on Störung . • ■
Er spitzt die Ohren und hebt den Kops, «chon W er an der Tür Schlüssel rasseln, Schritte 'ckhern sich. Er hört seinen Namen, er antwortet.
und als die Türe geöffnet wird, nimmt er mit den Sprüngen der ihm eigenen Neugier das nächste Zimmer, um sich im dritten auf das Erlebnis des Wiedersehens und des Mitgebrachten zu stürzen. Da fühlt er sich mitten im Lauf, wie durch einen Luftdruck, an den Boden gepreßt: da hockt auf dem roten Teppich etwas Weihes, — und in einer dunklen Tiefe feines Gedächtnisses erhebt sich schreckhaft die Erinnerung einer Zeit, in der fein Leben bedrängt war durch eben solch ein weißes, langhaariges Wesen, einen starken Kater, dessen tägliche Anwesenheit Kamps bedeutet hatte, blutigen Kampf um den Raum und um die Liebe der Menschen.
Aber dieser Widerhall haßerfüllter Begebnisse währt nur den Bruchteil einer Sekunde: da zieht es ihn unabweislich zu dem fremden Geschöpf hin, das auch seinerseits, wiewohl zögernd genug, ihm entgegenschreitet, so langsam, als dehne sich die Zeit, bis die beiden rosa Nasen kurz vor der Berührung stehen; da endet diese scheinbare Zärtlichkeit mit einem leisen, aber unbezweifelbaren Fauchen der weißen Dame, die damit ihre noble Herkunft und herkömmliche Gesittung eindeutig zum Ausdruck zu bringen beliebt.
Ja, und nun vollzieht sich bie Tragöbie, bie immer gleiche, bie er so oft unb fo schmerzlich erfahren hat, ber Hagestolz, ber, wenn ihm schon einmal weiblicher Besuch zugeführt würbe, feine spontanen Gefühle mitnichten erroibert fanb. Mit inbrünstiger Leidenschaft trägt er ber Dame, diesmal, wie gesagt, einer weißen, deren Geburtsadel bie Menschen mit Brief und Siegel bezeugt haben, sein Herz an, ein Herz, das ungeachtet beträchtlicher Lebensdauer noch jugendlich zu schlagen weiß. Aber die Dame hat, so scheint es, keine Verwendung für solche Herzen. Sie entzieht sich dieser allzu offenkundigen Werbung, und ihm bleibt, wenn auch nicht geradezu das Nachsehen, so doch das Nachschnuppern, mit dem er jeden Fleck des Bodens und jeglichen Möbels, den die weiße Dame berührt hat, mit' äußerster Sorgfalt untersucht. Kommt er auf dieser von kleinen Klagelauten begleiteten Wanderung in ihre Nähe, scheucht ihn das leise Fauchen zwar auf die Dauer nicht zurück, aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten, sich ihm zu entziehen. Das ist ein grausames Spiel..
Die weiße Dame wird für diese Nacht als Gast behandelt. Sie bekommt ein Zimmer sur sich, mit allem Komfort, den ihre Art und ihre Person in Anspruch zu nehmen berechtigt sind. Ist sie aber auch berechtigt, die nächtlichen Leiden emes durch ihr bloßes Auftreten entzündeten- Liebhabers- als Tribut einzuheimsen, in dessen
James Leben sie die Pein so weltlicher Beunruhigung getragen hat? Aber der weißen Dame hat,
ter mit den Habilitationsakten einzureichen sind, beginnt der wissenschaftliche Teil des Habilitationsverfahrens.
Gesuche um Zulassung zur Habilitation sind von dem Rektor an den Führer der Dozentenschaft weiterzuleiten, der die Einberufung zum Geländesport- dienfl und zu einer Dozentenakademie vermittelt. Die vorgesetzte Ministerialabteilung ist gleichzeitig zu benachrichtigen.
II. 1. Die feit dem 30. Januar 1933 habilitierten Privatdozenten haben die Bedingungen zu L 5. und 6. bis zum 1. Oktober 1935 nachzuholen. Andernfalls gilt mangels ausreichenden Hinderungsgründe die Genehmigung zur Habilitation als widerrufen.
2. Den vor dem 30. Januar habilitierten Privatdozenten tuirb dringend empfohlen, sich der allgemeinen Regelung einzufügen und in den nächsten Semestern an Geländesport- oder Arbeitslagern teilzunehmen.
3. Die Dienstzeugnisse zu 1 und 2 sind hier einzureichen.
III. Die Verordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Alle bisherigen Bestimmungen gelten insoweit als aufgehoben, als sie der vorstehenden Anordnung widersprechen.
Ausländische «indenustballons sind abzu^eben.
Das Staatspresfeamt teilt mit: In letzten Zeit mehren sich wieder die Fälle, daß ausländische Kinderluftballons mit anhängenden Begleitschreiben oder Postkarten aufgefunden werden. Die Finder werden in den Begleitschreiben oder Karten gebeten, diese sofort an die angegebene Auslandsanschrift zurückzusenden, wofür ihnen ein Geschenk in Aussicht gestellt wird. Es wird hiermit nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß derartige Ballons ufro. jeweils sofort bei der nächsten Polizeibehörde abzuliefern sind.
p'atzkonzen unserer Militärkapelle.
Am morgigen Donnerstag, 17 Uhr, veranstaltet unsere Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauße Platzmusik auf dem LandgrastPhilipp-Platz mit nachstehender Vortrags- folge:
1. Deutsch in Ewigkeit die Saar! Marsch unter Benutzung des Liedes „Saarschwur" von Offen.
2. Ouvertüre zur Oper „Stradella" von Flotow.
3. Szenen aus der Oper „Das Rheingold" von Wagner.
4. „Immer oder nimmer", Walzer von Waldteufel.
5. a) Mosel-Marsch »on Rösler.
b) Am schönen deutschen Rhein! von Schwarz.
Daten für Mittwoch, 17. Oktober.
1815: der Dichter Emanuel Geibel in Lübeck geboren (gestorben 1884); — 1849: der Komponist Friedrich Franz Chopin in Paris gestorben (geboren 1810); — 1887: ber Physiker Gustav Robert Kirchhoff in Berlin gestorben (aeboren 1824), — 1893: der Komponist Charles Gounod in Saint- Cloud gestorben (geboren 1818).
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** Zu bem Ueberf all bei Klein-Lin- b e n, über ben wir am Donnerstag, 11. Oktober, berichteten, wirb uns von dem Bürobedarfshaus Franz Vogt & C o. mitgeteilt, daß es sich bei jenem Personenauto nicht um das Auto der Vogtschen Handelsschulen, sondern um den Personen- kraftwagen des Bürobedarfshauses Franz Vogt & Co. handelte. Der Fahrer Rudolf Treibig, der Büro» maschinen-Mechanikermeister der Firma, kehrte zusammen mit einem zweiten Mechaniker von der Ausführung seiner Arbeiten in Wetzlar zurück.
** V e r k e h r s u n f a l l. Als heute morgen der bei den Buderus-Werken in Lollar beschäftigte Arbeiter Ernst Balser nach Wieseck zurückkehren wollte, wurde er von einem Personenkraftwagen, ber ihn von hinten überholen wollte, ersaßt unb zu Boben geschleubert. Der bebauernsroerte Mann erlitt Verletzungen am Kopf unb an ben Beinen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
etwas wie ein Parabies. Wofern sich ein Kater ber« gleichen vorzuftellen vermag. Daß er es ahnt, beweist bas zarte Schnürten, das nun von bem Gefühl ber Ruhe unb des Friedens in feiner Kehle in Bewegung gefetzt wird.
Spiel des Schicksals.
Nicht weniger als 35 Jahre lang hat in Amerika ein Sohn nach feinem Vater gesucht, der aus dem Haufe verschwand, als der Sohn noch ganz klein war. Durch Zufall erfuhr er den Wohnsitz d?s Vaters, es war derselbe Ort, in dem der Sohn lebte, und beider Wohnungen befanden sich nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Aus ber Straße waren sich bie beiben Männer schon oft begegnet, ohne zu wissen, daß sie Vater und Sohn sind.
öocbfcbulnocbricbten.
Professor Dr. Hans Bluntschli, Ordinarius für Anatomie an der Universität Frankfurt, ist auf seinen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Professor Bluntschii hat bereits vor einiger Zeit das Ordinariat der Anatomie an der Universität Bern als Nachfolger von Professor Wilhelm Zimmermann übernommen.
Professor Dr. Julius Wilser von der Universi- tät Freiburg ist auf den ordentlichen Lehrstuhl für Geologie und Palaeontologie an der Universität Heidelberg berufen worden.
Professor Dr. Erich Grafe, Ordinarius für innere Medizin an der Universität Würzburg, hat einen Ruf an die Universität Hamburg ab- gelehnt. . ...
Professor Dr. Ernst Jacobi, Ordinarius für Handelsrecht, deutsches bürgerliches Recht und deutsche Nechtsaeschichte an der Universität M u n- stcr, ist auf feinen Antrag zum 1. Oktober d. I. von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden v _ .
Professor Dr Wilhelm Müller von der Deutschen Technischen Hochschule in P r a g ist zum Ordi- narius für M.chanik als Nachfolger von Professor H o p f an bie Technische Hochschule in A a ch e n berufen worden.
Professor Dr. Max Meier von der Universität Würzburg erhielt einen Rus als Direktor ber staatlichen Hals-, Nasen- und Ohrenklinik an der türkischen Universität in Ankara.
Der Münchener Anatom Professor Dr. Lud- wig Neumayer ist im Alter von 68 Jahren gestorben.


