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gesamthsit aus diesem Werk der NSV. entspringt. Hier wird Aufbauarbeit am deutschen Volke' im besten Sin^e des Wortes geleistet!

Während die in Gießen verbleibenden Ferien­kinder die erste Bekanntschaft mit ihren Ferien- Dflegeeltern machten, setzte der übrige Teil der Kindergruppe mit dem Anschlußzuge nach Lollar- Londorf die Weiterfahrt nach den Erholungsorten im Lumdatal fort, wobei die Kinder ebenso wie die hier verbliebenen Kleinen von sorgsamen Männern und Frauen mit aller Aufmerksamkeit betreut wurden.

Neben der Stadt Gießen wurde dieser Ferien- kinder-Transport noch auf folgende Orte verteilt: Klein-Linden, Staufenberg, Mainzlar, Odenhausen, Geilshausen, Rüddingshausen und Appenborn.

Vorläufig beschränkter Verkauf von Winteräpfeln.

In Ergänzung einer früheren Anordnung über Verkaufsverbot von Winteräpfeln" sind nachstehend diejenigen Apfelsorten angegeben, die von dem Gebietsbeauftragten für den Gau Hessen-Nassau bis auf weiteres vom Verkauf auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im Straßenverkauf aus­geschlossen sind: Ananas Renette, Aderleber Calvill und andere Calville, von Blenheim, Renette von Berlepsch, Schöner von Boskoop, Baumanns Renette, Brauner Matapfel und andere Matäpfel, Cox Orangen Renette und ähnliche Goldrenetten, Coulons Renette, Champagner Renette, Danziger Kantapfel und ähnliche Sorten, graue Herbstrenette und alle grauen Renetten, Großer Rheinischer Bohnapfel, Gelber Richard, Gelber Bellefleur, Geflammter Kardinal, Große Kasseler Renette, Minister von Hammerstein, Herrenapfel, Kanada- Renette,' Kaiser Alexander, Bismarckapfel und ähn­liche, Kaiser Wilhelm, Landsberger Renette, Loth­ringer Rambour und ähnliche, Geheimrat von Oldenburg, Ontarioapfel, Peasgood Gold Renette, Schöner von Pontoise, Prinzenapfel und ähnliche Sorten, Ribston Pepping, Rheinischer Winter- rambour. Roter Eiserapfel, Roter Bellefleur, Weiß­apfel und ähnliche lokale Wirtschaftssorten.

Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß alle Ueberwachungsstellen Auftrag haben, bezüglich der Birnen darauf zu achten, ob diese nicht vor­zeitig gepflückt sind, da verhindert werden muß, haltbare Herbst- und Winterbirnen schon jetzt zum Angebot zu bringen. Von der generellen Anordnung von Pflückterminen wird abgesehen, aber die Ein­haltung von Pflückzeiten, welche seitens einiger Obstbauinspektionen festgelegt wurden, wird zur Pflicht gemacht.

Ausweispapiere zum Empfang von Postsendungen.

Vom Pressedienst des Reichspostministeriums wird mitgeteilt:

Die Postanstalten händigen Postsendungen, für die die Reichspost zu haften hat, nur gegen voll­gültigen Ausweis an die Empfänger aus. Die Aus­weise müssen von Behörden ausgestellt sein und wie z.B. die Reisepässe eine Personenbeschreibung, ein beglaubigtes Lichtbild und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers enthalten. Zur Beseiti­gung von Zweifeln weist das Reichspostministerium darauf hin, daß die von den Dienststellen der PO., SA., SS. usw. ausgestellten Ausweise, da sie diesen Bedingungen nicht genügen, nicht als vollgültige Äusweispapiere im Sinne der Bestimmungen über die Aushändigung von Postsendungen angesehen werden können. Allen Erfordernissen entspricht die von der Deutschen Reichspost eingeführte P o st - ausweiskarte, die volle Gewähr für eine anstandslose Aushändigung der Postsendungen, be­sonders der Wert- und Geldsendungen, bietet. Die Gebühr für die Postausweiskarte, die von jeder Postanstalt ausgehändigt wird und eine Gültigkeits­dauer von 3 Jahren hat, beträgt 50 Pfennig. Die Postausweiskarte hat auch in fast allen Weltpost­vereinsländern Gültigkeit.

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Vornan von Anny von panhuys.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

19 ForNetzuag Nachdruck verboten!

War es nicht zu gut und übergenug mit der Erbschaft der alten Tante gewesen? Mußten auch noch Schätze von Gold und Juwelen auf sein Mädel niederregnen? Immer weniger paßte sie zur ein­fachen Gärtnerfrau.

Sie ging mit ihm am Main entlang, und der Himmel leuchtete in seligstem Sonnensterben. Flam­mende Bänder spannten sich über das herbstkalte Blau da oben, berauschten den Blick, alles Kleinliche in der armen Menschenbrust wurde erstickt; man spürte den Odem des Göttlichen nahe, ganz nahe.

Donata spürte ihn, und sie schaute zum Himmel auf.

Mir ist's, als müsse ich beten. Ich bin so glücklich!"

Er antwortete nicht.

Sie legte ihren Arm in den seinen.

Ist es nicht wundervoll, daß wir uns lieb haben?"

Er erwiderte gepreßt:

Es ist wundervoll, ja; aber es war noch schöner, als du nicht so reich warst. Dein Reichtum stört mich. Er paßt gar nicht zu dem Bild, das ich mir von unserer Zukunft gemacht habe."

Fängst du schon wieder mit dem Unsinn an?" verwies sie ihn.Vater kann doch nicht, weil du so dummes Zeug ausspintisierst, alles in den Main werfen. Du bist ein lieber Mensch, aber ich bitte dich, höre mit dem Unsinn auf."

Er gab sich einen Ruck; doch das Unbehagen wollte nicht weichen. Er sprach danach mit feiner Mutter darüber. Die aber lachte ihn aus, meinte dann sehr ernst:

Wenn Donata dich lieb hat und du sie, so dürfen dich nicht einmal Millionen an ihr stören. Tut Gutes damit, Bub! Wohl dem, der jetzt Not lindern kann! Arme Teufel gibt's überall genug."

Acht Tage später fand im engsten Familienkreise Donatas Verlobung mit Detlef Westkamp statt.

Frau Charlotte hatte sich inzwischen mit Donatas Eltern angefreundet. Man trank auf das Wohl des Brautpaares und trank auch auf den Erfolg des Komponisten.

Werner Olden berichtete von den Proben. Er war begeistert von dem Dirigenten und erzählte stolz, daß er auf sein Bitten einen Teil der Sym­phonie zur Probe hatte dirigieren dürfen, weil er das eine Tempo etwas anders genommen wünschte.

Er hob sein Sektglas.

Ich fiebere dem Aufsührungsabend entgegen, und ich fühle, er bringt mir Erfolg."

Wie der deutsche Bauer spart.

Die seit der nationalsozialistischen Erhebung nach­drücklich durchgeführte Landwirtschaftspolitik der Regierung, die auf die Erhaltung und Kräftigung des deutschen Bauernstandes gerichtet ist, hat dem deutschen Bauern den Großteil seiner Existenzsorgen abgenommen und ihm das Vertrauen in die Zu­kunft und das Bewußtsein des Wertes seiner eige­nen Leistung wiedergegeben. Neue Aufgaben sind dem Bauern erteilt worden, ihm sind aber auch die Wege dazu aufgezeigt und erleichtert. Festpreise und Marktoerbände sorgen schon jetzt für eine gerechte Bezahlung der geleisteten Arbeit, weitere Maß­nahmen werden sich in Zukunft zum Wohle des Bauerntums auswirken.

Der deutsche Bauer kann jetzt ungestört an den Aufbau der Zukunft Herangehen.

Sparen, mit das wichtigste Hilfsmittel hierzu, ist stets Lebensgrundsatz der deutschen Bauern ge­wesen. Nur bodenfremde Elemente, die ihren Grundbesitz als Gewinnobjekt betrachteten, konnten diesen Grundsatz vernachlässigen. Heute kommt dieser Grundsatz des Sparens wieder stärker zur Geltung, heute wird er zur Pflicht des Bauern gegenüber seinen unversorgten Kindern. Wer seinen Kindern eine bessere Ausbildung, eine angemessene Aussteuer geben, seinen Hos stets in gutem Zustande

Preisausschreiben und Feuerschutz!

Für das anläßlich der Feuerschutzwoche vom 17. bis 23. September von der Obersten Leitung der PO., Amt für Volkswohlfahrt,Schadenverhütung", herausgegebene Preisausschreiben sind Geldpreise in Höhe von 5000 Mark ausgesetzt. Bei dieser Auf­gabe kommt es darauf an, daß von 12 Bilddar- stellungen diejenigen zu durchstreichen sind, aus denen eine Außerachtlassung des Brandverhütungs­gedankens zu ersehen ist. Es handelt sich also nur darum, richtig zu beobachten. Doch ist es hiermit allein nicht getan, denn jeder, der sich an diesem Preisausschreiben beteiligt, hat die Lösung in d e r Feuerwache abzugeben, in der er im Falle eines Brandes in seiner Wohnung Meldung erstatten muß.

Während der Feuerschutzwoche werden an den Feuermeldern Hinweise angebracht sein, wo die Feuermeldung zu erstatten ist. Es heißt also, sich genau zu informieren, wo der zuständige Feuer­melder aufzufinden ist. Meldungen, die verkehrt ab­gegeben werden, scheiden von vornherein aus dem Wettbewerb aus.

5000 Mark sind die Belohnung dafür, daß jeder Volksgenosse sich für die Lage seines Feuermelders interessiert und damit schon praktische Arbeit an der Brandverhütung leistet.

Vorbeugen ist die wichtigste Aufgabe und Vor­beugen ist der erste Schritt zur Verhütung!

Die BroschüreBrandschaden ist Landschaden", die von der Obersten Leitung der PO., Amt für Volkswohlfahrt,Schadenverhütung" herausgegeben wurde, kostet 20 Pfennig. Sie enthält die genauen Bedingungen und jeder, der diese Broschüre bezieht, findet hierin den Beteiligungsschein für das große Preisausschreiben von 5000 Mark!

^ornoti^en.

Tageskalender für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Maskerade". Schüt- zenverein Gießen: Ab 16 Uhr Königsschießen.

Eine Versammlung der Gastwirte- Innung findet am Mittwochnachmittag im Gast­haus von S o l d a n, Seltersweg, statt. (Siehe heutige Anzeige).

** Eine Achtzigjährige. Frau Käthe Bin so n, Plockstraße 6 wohnhaft, kann heute in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburts­tag begehen.

erhalten und sich einen gesicherten Lebensabend verschaffen will, der muß sparen. Für alle diese Zwecke muß lange vorher Vorsorge getroffen wer­den, ein Ansparen über Jahre hinaus ist erforder­lich. Die für den Bauernstand tätigen Kreditinstitute sind diesem Bedürfnis nach langfristiger Anlage der Spargelder entgegengekommen und haben be­sondere Sparbücher geschaffen, die für die Anlage der Ersparnisse der Bauern dienen. So geben die Sparkassen für die Einlagen der Bauern das Deutsche Bauernsparbuch" heraus.

Jedem Bauern steht es frei, feine Ersparnisse

zu dem Geldinstitut zu bringen, dem er sich am meisten verbunden fühlt, dem er auch früher

feine Einlagen anvertraut hat.

Niemand verwehrt ihm etwa, das Spargut für feine Kinder einer öffentlichen Sparkasse anzuver­trauen; die seit 150 Jahren als Treuhänder wirken­den Sparkassen kommen ebensosehr für die Betreu­ung des im Dorfe aufgebrachten Spargeldes der Bauern in Frage, wie andere Kreditinstitute. Wich­tig ist nur, daß der Bauer überhaupt spart und durch das von Jahr zu Jahr wachsende Kapital in die Lage kommt, tüchtige vorwärtsstrebende Men­schen zu erziehen zum Wohle des ganzen Volkes.

** Lebhafter Sonderzugverkehr bei der Reichsbahn am gestrigen Sonn- t a g. Aus Anlaß der Tagung des Bundes der Kriegsopferversorgung in Kassel, des Aufmarsches in Bad-Nauheim und der Ferienfahrten der Deut­schen ArbeitsfrontKraft durch Freude" passierten am Samstagnachmittag vier und am Sonntag 20 Sonderzüge den Gießener Bahnhof. Ein Sonder­zug verkehrte von Gießen nach Bad-Nauheim und zwei von Gießen nach Kassel. Ein Sonderzug mit Aufenthalt in Gießen war von Wetzlar nach Bad Kreuznach vorgesehen. Er mußte aber wegen unge­nügender Beteiligung ausfallen. Die übrigen Son­derzüge brachten erholungsuchende Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und deren Angehörige aus der Gegend von Stettin und Hamburg nach dem Rheinland (Königswinter und Neuwied) und Heim­kehrer der Deutschen Arbeitsfront aus dem Ferien­aufenthalt vom Rhein und Mosel nach Berlin, Homburg-Altona und Frankfurt a. d. O.

** Seinen schweren Verletzungen er­legen. Der in der Nacht zum Samstag bei dem schweren Motorradunfall in der Nähe der Wellers­burg verunglückte 19 Jahre alte Emil Pfaff aus Arborn (Dillkreis), der in Lollar bei den Buderus- werken tätig war, ist am Samstagabend an den Folgen des schweren Schädelbruches verstorben.

** Lotteriegewinne werden ausge­zahlt. Die hiesigen Lotterieeinnehmer geben im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die Auszahlung der Gewinne aus der jüngsten großen Ziehung von heute ab im Gange ist.

** Keine Schalmeienmusik mehr. Der Landesverband der hessischen Feuerwehren hat an­geordnet, daß die Feuerwehren bei ihrem öffent­lichen Auftreten Schalmeienmusik als undeutsch nicht mehr spielen dürfen. Ebenso wird das Mit­führen von Pauken in ihren Trommler- und Pfeifer­korps untersagt.

** Eine Fünf-Tage-Fahrt zur Schwä- bischen Alb und zum Schwarzwald ver­anstaltet das Hapag-Reisebüro in Gießen. Näheres in der Anzeige vom Samstag.

^unbfunfprogramm.

tagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittags­konzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskon­zert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Wald und Flur. 17.40; Heinrich Treitschke. Zum 100. Geburts­tag. Textfolge. 18: Bericht von einer Reise durch Spanien. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Unterhal­tungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Kammermusik. 20.40: Grubensicherheit im Saargebiet. Gespräch mit einem Bergmann. 21: Rhein-mainische Brücken erzählen. Hörfolge. 21.40: Orchesterkonzert. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Deutsche Meisterballaden. Literarisch-musikalische Hörfolge. 24 bis 1: Nachtmusik.

Ministerialrat Ringshausen schenkt ein Segelflugzeug.

*) Nieder-Ofleiden bei Homberg, 16. September. Heute besuchte Herr Ministerialrat Ringshausen das Segelsliegerlager Nieder-Ofleiden. Er besichtigte eingehend die Flugzeughalle mit Werkstatt sowie die Unterkunfts­räume der Flugschüler. Besonderes Interesse zeigte er für den Schulbetrieb. Obwohl der Wind un­günstig war und dadurch keine längeren Flüge aus­geführt werden konnten, war Herr Ministerialrat Ringshaufen, den erzieherischen Wert der Fliegerei erkennend, derartig freubig von der hier geleisteten Arbeit überrascht, daß er Der Flieger­ortsgruppe ein Segelflugzeug ftiftete. Dieses ehrende Zeichen der Anerkennung wird die Fliegerortsgruppe Nieder-Ofleiden aneifern, weiter­hin mit besten Kräften zu arbeiten und zu wirken, um ihre Flugschüler zu tüchtigen Männern des nationalsozialistischen Staates zu erziehen.

Großzügiger Ausbau des Lauterbacher Künstlerheims und Heimatmuseums.

Lauterbach, 14. Sept. (LPD.) Hier ist zur Organisation des seit einiger Zeit geplanten K ü n st- l e r t) e i m s ein Verein gegründet worden, der die BezeichnungHans - Konrad -Riedesel- Heim e. V., L a u t e r b a ch - H e s s e n" führt. Wie aus den Satzungen hervorgeht, ist es Zweck des Vereins, begabten Künstlern und Kunsthandwerkern in diesem Heim Unterkunft zu geben, das alte bodenständige Handwerk anzuregen und die Mög­lichkeit zu geben, das altüberlieferte Lau­terbacher Kun ft Handwerk wieder zur Blüte zu bringen. Eine Kommission übernimmt die Aufgabe, nach fachlichen Gesichtspunkten die Künstler und Handwerker unter den Bewerbern für eine Stelle im Heim auszusuchen. Diese finden in dem Heim kostenlos Unterkunft und werden im übrigen unter günstigen Bedingungen in der Stadt verpflegt. Das Heim bietet Gelegenheit zu entspre­chender Betätigung durch seine Räumlichkeiten im Hochhaus und steht in enger Verbindung mit dem Lauterbacher Heimatmus eum, das den Teilnehmern zu Studien und auch zu praktischem Schaffen zur Verfügung steht. So werden u. a. ein Webraum und eine kleine Töpferwerkstatt ein­gerichtet. Während das Hochhaus im oberen Geschoß die Räumlichkeiten des eigentlichen Künstlerheims birgt, ist der erste Stock des alten Schlosses der Freiherrn Riedesel ganz dem Lauter­bacher Heimatmuseum zur Verfügung gestellt worden. Das Museum, das sich bisher mit fünf Räumen be­gnügen mußte, wird damit künftig in 18 Räumen Unterkunft finden und zu einem der schönsten Hei­matmuseen in Oberhessen ausgebaut werden. Meh­rere stilechte Zimmer will man einrichten und außerdem ein Forstmuseum angliedern. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange.

Dienstag, 18. September.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40:

Nachrichten. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gym- Sprechstunden der Redaktion, nastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslaa für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mit- nachmittag geschlossen.

Nur nicht das noch!, dachte Detlef Westkamp, das wäre zuviel noch kleiner möchte ich vor Donata nicht werden!

Er trank und vergaß allmählich dabei seine Sorgen, war nichts weiter als ein unsinnig glück­licher Bräutigam.

Zweiundzwanzig st es Kapitel.

Die Zeit verging, Woche reihte sich an Woche. Die Liebenden sahen sich oft und genossen ihr Glück. Detlef Westkamp arbeitete unermüdlich fleißig; er wollte Donata aus eigener Kraft eine bequeme, behagliche Existenz bieten können.

Immer näher rückte der Tag des Konzerts, und trotz feiner betonten Sicherheit bangte Werner Olden heimlich sehr. Ihm war zuweilen ganz jämmerlich zumute, dann wieder war er wie ein junger Stürmer, der mit seinem Können die Welt bezwingen wollte.

Oft fanden ihn Frau und Tochter mitten im Zimmer stehend, einen alten Taktstock schwingend. Er schien ein unsichtbares Orchester zu dirigieren. Die Haare flogen ihn nur fo um den Kopf. Er bog sich vor, bog sich zurück, und ließ den Taktstock niedergleiten. Er hob ihn wieder, zog mit der linken Hand Wellenlinien durch die Lust und war so eifrig bei der Sache, daß er es nicht hörte, wenn seine Frau oder Donata ins Zimmer traten. Sie störten ihn nicht, bis er dann plötzlich den Taktstock sinken ließ und sich schwer atmend, wie nach er­müdeter Arbeit, auf den nächsten Stuhl warf.

Sah er dann, daß er sich nicht allein befand, lachte er laut auf:

Ich bin ein Narr, Kinder, ein ganz ungewöhn­lich großer Narr! Habe eben meine Symphonie dirigiert. Es reizt mich immer wieder, und der andere, der berühmte Dirigent, macht es doch tausendmal besser als so ein Vorstadtmusiker meines Ranges." Er seufzte.Statt nun zufrieden zu sein, bin ich heimlich unzufrieden. Möchte meine Sym­phonie selbst leiten. Mir ist's, als könnte ich das am besten selbst. Größenwahn ist das! Ich sehe das ja auch ein! Aber der Ehrgeiz setzt mir zu wie eine Krankheit. Da tobe ich mich denn hier allein mit dem Taktstock aus. Niemand sieht mein Orchester außer mir, niemand hört das Spiel der Instrumente außer mir, und niemand entdeckt nur einen Zu­hörer, wo ich doch einen weiten, bis auf den letzten Platz gefüllten Saal vor mir habe!"

Du hast ganz einfach fo ne Art Lampenfieber, Vater!" erklärte Donata.Und das ist begreiflich. Aber glaube mir, du brauchst es wirklich gar nicht zu haben."

Er wehrte ab:

Ach, Kind! Dagegen kann man nichts tun! Das muß wohl durchgemacht werden. Ich habe gehört, daß längst berühmte Künstler immer wieder daran leiden. Wie könnte ich Unbekannter mich davon freihalten?!"

Er lächelte:

Möchte euch jetzt ein anderes Thema zur Be­sprechung oorlegen, das mir wichtig scheint." Er schob eine kleine Pause ein. Sagte dann betont: Ihr beide habt, wenn ich mich nicht sehr irre, noch nicht im entferntesten daran gedacht, was ihr am Konzertabend anziehen könnt! Na, habe ich recht?"

Frau Steffi schüttelte mit dem Kopfe.

Nein, du hast nicht recht, Werner, denn wir haben uns schon eingehend darüber unterhalten, Donata und ich, und uns sogar schon entschieden. Da wir in Trauer sind, brauchen wir uns ja über die Kleiderfarben weiter nicht den Kopf zu zer­brechen, doch werden wir an dem Abend die Trauer nicht sehr betonen. Ich ziehe mein Schwarzseidenes an und nehme meine Skunksstola um die Schultern. Donata aber will morgen Lenchen Mühsal bestellen, die ja viel Geschmack hat. Sie soll ihr hier im Hause ein Kleid aus Georgetteseide arbeiten, mit Volants. Sie will ihr beim Nähen helfen, dann braucht Lenchen bloß anderthalb Tage dazu."

Er erhob sich, ging bis in die Mitte des Zimmers und blieb da stehen, fing plötzlich an zu lachen, fo sehr, daß Mutter und Tochter bedrückt dafaßen und erschreckte, verwunderte Blicke austauschten.

Der ihnen grundlos scheinende Lachanfall be­ängstigte sie. Beide dachten wohl ungefähr dasselbe. Sie fürchteten, daß es sich um eine Art Nerven­zusammenbruch handelte.

Die schmale, kleine Frau stand schnell auf, ging zu ihrem Mann, sagte begütigend:

Bitte, lache doch nicht mehr, du schadest dir dadurch, Werner. Lege dich lieber ein Stündchen hin, ruhe dich aus. Ich koche dir Baldriantee. Sollst sehen, der tut dir gut."

Er fuhr sich mit dem Taschentuch über die vom Lachen heftig tränenden Augen.

Nein, beste Steffi, hinlegen werde ich mich nicht. Dach ich empfehle das dir und Donata, und das Ausruhen auch. Den Tee werde ich euch beiden kochen! Ihr habt ihn nämlich nötiger als ich."

Er lachte schon wieder, mußte Husten vor lauter Lachen.

Ihr seid ja beide ganz ulkige Mitmenschen!" Er rang in komischem Entsetzen die Hände.Da soll mein bestes Werk zur Aufführung kommen, mein erstes großes Werk unter den vielen nicht an­genommenen Kompositionen von mir, noch dazu unter der Leitung eines erstklassigen und berühmten Dirigenten. Ihr seid auch fest von meinem großen Erfolg überzeugt, und arm sind wir gerade auch nicht, denn auf der Sparkasse liegen zweitausend Mark. Donata darf über ein recht annehmbares ererbtes Vermögen verfügen, außerdem besitzen wir noch einige gediegene Tausender, die im Hause liegen für ein paar von Tobias Oldens Juwelen. Euch beiden aber fällt für den bedeutsamsten und größten Abend meines ganzen Lebens nichts anderes ein, als daß du, Steffi, dein altes, schon etwas brüchig gewordenes Schwarzseidenes anziehen willst, und daß sich Donata von der kleinen Bornheimer

Hausschneiderin Lenchen Mühsal ein Kleidchen zimmern lassen möchte. Ihr werdet an dem Abend wahrscheinlich allerhand Leute kennenlernen, da möchte ich denn doch ein bißchen Staat mit euch machen. Versteht ihr? Und deshalb, verehrte Gattin und ebenso verehrtes Töchterchen, denkt jetzt etwas weniger klein und trennt euch vom Geld. Ich werde euch ein paar Toiletten herschicken lassen, zur Aus­wahl, und die schicksten davon werdet ihr behalten. Ich will keinen Widerspruch, den ich als persönliche Beleidigung auffassen müßte."

Mutter und Tochter wechselten wieder Blicke, aber die Angst war daraus gewichen.

Frau Steffi lächelte vergnügt und bekannte:

Vorhin habe ich gedacht, du hättest einen Nerven­zusammenbruch ..." Sie überlegte:Hast mit dem, was du uns gesagt hast, übrigens gar nicht so un- recht, Werner. Ich jedenfalls bin vollkommen deiner Ansicht."

Wie meistens, Mutter!" neckte Donata.Aber ich gebe auch zu: du hast recht, Vater!"

Gleich darauf verließ Werner Olden das Haus und kehrte zwei Stunden später in einem Auto zurück; aber nicht allein. Eine hübsche, elegante Dame, so um die Dreißig herum, befand sich bei ihm, und drei große Pappkartons brachte sie mit.

Nun begann das Probieren.

Schließlich wählte Frau Steffi ein Kleid aus schimmerndem Seidensamt und einen kurzen Schul­terkragen aus Persianer, der im Schnitt die kom­mende Wintermode verriet. Als sie sich im großen Wandschrankspiegel eingehend betrachtete, gab sie innerlich zu: es war doch sehr viel an dem Sprich- wort, daß Kleider Leute machen! Wie fremd und vornehm erschien ihr die überschlanke Frau im Spiegel, die sie selbst war!

Donata wählte auf Wunsch ihres Vaters ein Kleid aus Taftseide, das eng um ihren schlanken Körper lag. Ein breiter, weißer Kragen aus aller- feinstem Batist umrundete den Halsausschnitt, und die Aermel, aus duftigem Schleierstoff, legten sich, von weißen Batistbändchen gehalten, eng um die schmalen Handgelenke. Als die Modistin wieder nach der Stadt' zurückfuhr, nahm sie das Geld für die zwei teuersten Kleider mit.

Am nächsten Vormittag ging Werner Olden mit Frau und Tochter aus und machte weitere Ein­käufe. Donata war es fast zu viel des Guten, aber welchem jungen Mädchen bereitete es wohl keine Freude, sich schon kleiden zu dürfen!? Auch an die Juwelen ging Werner Olden. Seiner Frau schenkte er ein antikes Ohrgehänge mit Perlen und Brillan­ten, lächelte dabei:

Die darfst du unbesorgt tragen, Steffi. Perlen passen zur Trauer, und Brillanten stören nicht. Zunächst handelt es sich ja auch nur um den einen Abend."

(Fortsetzung folgt.)